CoraThemenstarter1'335 Beiträge · seit 200624. Jan. 2008 · #1Ein sehr interessanter Bericht unter Geo beschäftigt sich mit der Abenteuerlust des Menschen.
Manche Dinge machen wirklich nachdenklich!!
Darüber kann man diskutieren!
Von großen und kleinen Helden
Für das Heft "Die großen Abenteuerreisen" hat sich GEO Special Verstärkung in die Redaktion geholt: den Autor und passionierten Bergsteiger Tom Dauer aus München. Er hat sich Gedanken darüber gemacht, warum immer mehr Menschen von Abenteuerlust gepackt werden. Und wie sich das, was ein Abenteuer ist, gewandelt hat ...
Mehr unter:
http://www.geo.de/GEO/reisen/fernziele/56083.html?p=1&pageview=Der Absatz:
"Ich reise, also blogge ich
Die Allgegenwart des Abenteuers in Büchern, TV-Sendungen und Weblogs hat daran einen nicht unerheblichen Anteil. Lautete eine Maxime des Reisenden, des Abenteurers von einst: "Je mehr man erlebt, desto mehr ist man.", so muss es heute heißen: "Je mehr man sein Erleben erlebt, desto mehr ist man." Es geht nicht mehr allein darum wegzufahren, heimzukommen und zu erzählen. Es geht auch darum zu veröffentlichen, sein Tun und sich selbst auf medialen Oberflächen zu spiegeln. Erst durch ihre Reproduktion, so scheint es, gewinnt eine Tat an Wahrhaftigkeit - weshalb sich das Pingpongspiel aus Erleben und Wiedergeben zunächst beschleunigt und schließlich verselbständigt."
ist doch besonders interessant, oder?
Spannend, was dazu geäußert wird!
holger982 Beiträge · seit 200624. Jan. 2008 · #2Auf der einen Seite hat der Autor sicherlich Recht. Durch die Veröffentlichung und Lesen von Reiseberichten im Internet kommt man eher auf neue Reiseideen, als wenn man "nur" in der lokalen Buchhandlung stöbert. Das gilt sicherlich nicht nur für Reisen, sondern sicherlich für das gesamte Lebensspektrum.
Auf der anderen Seite glaube ich nicht wirklich daran. Aus subjektiver Sicht bin ich vom Reisefieber lange vor meiner Homepage gepackt worden. Meine Reisen werden nicht wirklicher durch das Veröffentlichen von Reiseberichten. Ich sehe sie eher als eine weitere Informationsquelle, so wie ich meine Infos auch aus dem Netz ziehe, die ich brauche.
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http://travel-pictures.net ANanja2015 Beiträge · seit 200829. Jan. 2008 · #3Ich bin schon auch der Meinung, dass die Veröffentlichung zur Abenteuerlust beiträgt.
Allerdings: Verursachen kann sie die nicht; denn wer lieber zuhause hockt, der wird das auch tun nachdem er Bilder gesehen und Reiseberichte gelesen hat.
Aber gerade mit Internet ist es viel einfacher, Informationen über abgelegene und nicht touristenbekannte Gebiete zu erlangen; womit das Reisen dorthin schon viel einfach wird.
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200629. Jan. 2008 · #4Sehr geehrte Parnassia,
es handelt sich ja nicht um eine Demokratisierung des Abenteuers wie der Autor postuliert, sondern um eine inflationäre und falsche Anwendung dieses Begriffes. Ist ja schließlich auch eine "GEO-Saison" Ausgabe und keine "GEO-Phänomenal"-Ausgabe.
So manch einer, der hier oder anderswo von einer Abenteuerreise in Namiba erzählt, meint damit eine vorgebuchte Standardrundreise in einem Allradfahrzeug. Er sieht es als Großtat an, eine Buchung bei NRW über Internet zustande bekommen zu haben, nicht von Schlangen und Skorpionen gefressen worden zu sein und auf drei Jahre alten Karten von Google Earth die extrem wichtige Abbiegung bereits begutachtet zu haben.
Solche Leute verbringen ansonsten ihren normalen Jahresurlaub als Impfhelfer in Filderstadt und sammeln Bierdeckel. Deren häufigste Suchbegriffstext im Forum ist "Haftpflicht", die meistbesuchte Internetseite die Homepage des Wubbo Ockels Instituts für angewandte Osmose in Wuppertal und an Wochenenden spielt man mit der Familie Halma oder die Trivial-Pursuit-Steuergesetz -Edition.(" Wie hoch war 1976 der Spitzensteuersatz für alleinstehende selbständige Nebenerwerbslandwirte?"). Zu Weihnachten schenkt man sich noch 153 Anzüge, Stirnfalten von Gucci, einen gut ausgebauten Leichenkeller, einen Balkangrill mit Fernbedienung, ein sehr schönes Hautpflegeset aus Rindsleder... . Die Kinder werden sich dann mit 19 Jahren Stirnfalten und Tränensäcke aus Silikon machen lassen und die "Geschichte vom alten Kind" im Eichborn-Verlag veröffentlichen.
Ich fürchte, dies ist ein goldener Satz von früher, als eine sich nach Esprit sehnende Leserschaft noch Aphoristikern zu Füßen lag. Ich widme diesen Satz nutella – der Abenteurer –Nuß-Nougatcreme. Aber ich meine es auch so. Altmodisch, nicht?
denn mich qualifiziert, dass ich noch lebe!
GFGforce435 Beiträge · seit 200729. Jan. 2008 · #5🙂
Bravo Carsten!
LG
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200629. Jan. 2008 · #6Und auch mein Respekt vor denjenigen, die ihre begrenzte Zeit in ödem Smalltalk mit wildfremden Leuten versickern lassen, verbietet es mir zu bezweifeln, daß es irgendwo einen intelligenten Chat-Room mit Technomechtel gibt. Warten auf byteseitige Antworten im online stopping – Verfahren. “Are you online tonight” – würde Elvis heute singen, es singt der Festplattenlüfter. Zur Strafe müßten im Tennissimulator im Handbetrieb die Bälle gelöscht werden, Textdateien in die gelbe Tonne und Grafikdateien in die rote. Das fordere ich mit Respekt auf meine Lebenserfahrung.
Stattdessen versucht man verzweifelt Emotionen mit 🙂 und 🙁 rüberzubringen, als ob sich damit Sensibilität, Stil und Nuancen unseres Lebens angemessen beschreiben ließen. Man sitzt weiter vor dem Rechner, leise getrieben von dem Wunsch nach mail,nach einer drängenden Antwort auf die Frage "Welcher Autoverleiher für meine Abenteuertour" oder "Kann ich wirklich einen Flug über Internet buchen?" immer wieder schaut man reflexhaft nach. Von der Entscheidung Palmwag Camping oder Sesfontein Camping scheinen Leben abzuhängen. Wird es am 07. Oktober im Sossusvlei regnen und ist das Licht um 07:12 besser als um 18:30 Uhr sind doch Kennzeichen einer Reise-Esoterik, die sich im Forum breitmacht und nicht Anzeichen dass danach jeder für ein Abenteuer fit gemacht ist.
Abenteuer ist doch genau das: man weiß vorher nicht, wie es ausgeht.
Damit ist Abenteuer ganz nahe an Liebe und Leidenschaft. Möchte man wirklich von jemanden geliebt werden, der solche fragen wie oben stellt?
Wir schauen aus dem Windows oder Firefox - Fenster und das Draußen schaut herein. Dabei sind die Fenster von der Natur direkt in die Lebewesen eingelassen: Die Augen. Nicht alles Lebendige erhielt Augen. Bäume beispielsweise brauchen keine, weil sie nirgendwo gegen rennen können. Wer stationär bleibt und sich nicht verändert braucht auch keine Augen zum Sehen. Unsere Vorfahren starrten schon vor 300.000 Jahren in die Glut ihrer Lagerfeuer und konnten die Baumrinde im Feuer aufplatzen sehen. Während sich die Zivilisation sich entwickelte, wurde die offene Feuerstelle umschlossen zum Ofen, zur Lampe und endete als Grill in der Freizeitabteilung von Obi.
Heute sitzen wir vor dem kalten Feuer der Foren - Bildschirme. Jeder Funkenpixel ist unter Kontrolle. Militärisch haben wir damals “Feuerleitzentrale” gesagt. Bildschirmfenster sind die ersten Fenster, durch die alle reingucken in die Welt, nicht raus – wenn nicht eine Allgemeine Schutzverletzung und Serverunterbuch dazwischenkommt.
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200630. Jan. 2008 · #7Ha Carsten, was bist Du wieder mal so schonungslos direkt und entwaffnend... 😛, köstlich.
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200630. Jan. 2008 · #8Hallo GForce
auch Du hast echte Abenteuertouren hinter Dir. Du wußtest bei vielen Reisen nicht, wie es ausgeht. Du bist ein Abenteurer!
sonnige Grüße für Dich
Carsten
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200630. Jan. 2008 · #9Mit Modem trauen sich viele wirklich weg. Ganz weit weg – im Netz jedenfalls. E-Convenience. Doch wäre Paul Graetz (www.paulgraetz.de ) durch Afrika gefahren, wenn er sich vorher die Bilder vom Lake Bangwelu als .jpeg heruntergeladen hätte? Ist es nicht schöner, von Überraschungen und Abenteuern zu erzählen. Um zu erleben oder um vom Erleben zu erzählen.
Abenteuerdrang ist unerläßlich!
Feuer gäbe es nicht, wenn irgendein Höhlenbewohner der mittleren Führungsebene gesagt hätte, daß die anderen Höhlenmenschen es längst verwenden würden, wenn das Feuer schon eine so tolle Sache sei. Mit dem Feuer muß man spielen, wenn man was entdecken will. Hätte die Menschheit das Rad zu Gesicht bekommen, wenn ein gewiefter Marketing – Manager jedermann von der großartigen Bremskraft eines Dreiecks überzeugt hätte?
Abenteuer – Drang muß sein, sonst bleibt die Welt eine Spielkiste voller mangelhafter, wenig genutzter und dürftig ausgestatteter Spielzeuge.
Mit sonnigen Grüßen aus Bonstetten
Carsten Möhle
P.S.: Warum trugen Kamikaze –Piloten eigentlich Helme?
paulimann781 Beiträge · seit 200730. Jan. 2008 · #10Carsten Möhle schrieb:Warum trugen Kamikaze –Piloten eigentlich Helme?
Na weil´s so cool aussieht...B)
Ich freue mich schon auf einen abenteuerlichen Gamedrive im weitestgehend unbekannten Berner Oberland...
😳
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200630. Jan. 2008 · #11Carsten Möhle
P.S.: Warum trugen Kamikaze Piloten eigentlich Helme?
In diesen Lederkappen waren die LS zur Kommunikation. Wobei diese auch unnötig waren...;)
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
niraluk159 Beiträge · seit 200730. Jan. 2008 · #12Sehr geehrter Herr Carsten Möhle
Mit großem Interesse habe ich ihre Beiträge zum Thema Abenteuer gelesen.
Meine Gedanken dazu:
Sich auf ein Abenteuer einzulassen heißt doch bereit sein Risiken einzugehen. Sich auf etwas Ungewisses, nicht bekanntes einzulassen.
Nun kommt es wohl ganz darauf an in welcher Lebessituation man steckt und welche Erfahrungen man bereits gemacht hat.
Als Namibia Neuling werde ich im Mai auf jeden Fall eine für mich so genannte "Abenteuerreise" machen da ich weder den Afrikanischen Kontinent noch die dort herrschenden Gegebenheiten kenne und nicht genau weiß worauf ich mich hier einlasse und was mich erwartet.
Und auch schon die Planung am PC war abenteuerlich, da mir die Reservierungen der Flüge, des Autos und diverser Unterkünfte einiges abverlangten. Ich hatte dass vorher noch nicht gemacht.
Für einen "alten Hasen" mag dies alles wenig abenteuerlich erscheinen. Doch in meinem Umfeld gibt es Menschen denen selbst eine solche Reise wie die unsere schon viel zu "abenteuerlich" wäre und die uns sogar davon abraten ein solches "Risiko" einzugehen.
Ob ich mich durch das Betrachten aller Namibiafotos hier im Forum und durch das Lesen von Reiseberichten und Informationen
um so manche selbst gemachte Erfahrung bringe, habe ich mich selbst schon gefragt.
Wir werden sehen.
Mit freundlichen Grüßen aus dem Schwabenland
Karin