PIPillendreherThemenstarter153 Beiträge · seit 200717. Jan. 2008 · #1
Mir ist schon klar, dass die Antwort eigentlich ja ist, da man natürlich nie weiß was alles passiert. Glasschäden und Reifenschäden sind aber doch wahrscheinlich mit Abstand am häufigsten und diese muss man ja sowieso selbst bezahlen? Wie macht Ihr das? Habe für 3 Wochen einen 4x4 BJ 2005 bei Hubert Hester gemietet und bis jetzt noch ohne Reduzierung des Selbstbehalts. Will nicht am falschen Ende sparen, aber irgndwo muss man doch mal anfangen:)
Hallo Pillendreher, ich glaube, darauf gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Wenns richtig geknallt hat, würdest Du Dich vermutlich fragen, warum hab ich bloß die SB nicht reduzieren lassen. Und passiert nichts, dann ärgerst Du Dich über das " zuviel" Gezahlte.Ich versichere das, was mich im Falle eines Falles Kopf und Kragen kosten könnte, und lasse das unversichert, was ich zur Not auch noch selbst zahlen könnte. Und versuche so zu fahren, als wäre das Fahrzeug gänzlich unversichert. Aber hilft Dir das jetzt weiter ??:) Gruß Joli
PIPillendreherThemenstarter153 Beiträge · seit 200717. Jan. 2008 · #3
Mich würde interessieren, wie Ihr das persönlich handhabt. Macht man das bei der 1.Namibiareise noch und später nicht mehr oder macht Ihr es immer? Hattet Ihr schon mal schlimmere Schäden? Fahren in Zentral - und Nordnamibia im April herum. Kaokoveld auch aber nicht die richtig abenteuerlichen Strecken. Im Zweifel werde ich vor Ort noch die Reduzierung des Selbstbehalts bezahlen.
das Thema Versicherungen ist hier ein Dauerbrenner. Bevor Du Dir Gedanken über die Höhe des Selbstbehalts machst, solltest Du die Versicherungsbedingungen im Detail lesen. Eine Super-Cover-Versicherung wird gern mit einer Vollkaso-Versicherung in Deutschland gleich gesetzt, muss aber nicht das Gleiche sein.
Die meisten Autos werden durch zu schnelles Fahren auf Schotterpisten und Fahren abseits öffentlicher Straßen demoliert. Das fällt unter Fahrlässigkeit und dafür gibt es teilweise Ausschlussklauseln. Ich habe aufgrund dieses Leistungsausschlusses bei Fahrlässigkeit bei der 1. Namibiareise keinen Sinn in einer Reduzierung des Selbstbehaltes gesehen.
Für Glas- und Reifenschäden wird in der Regel eine separate Versicherung angeboten. Die kann schon eher sinnvoll sein. Wir hatten 3 Reifenschäden (2 x Flicken, 1 x Gebrauchtreifen als "neuen" Ersatzreifen) und die Reifenversicherung hat sich aber trotzdem nicht amortisiert.
Beste Grüße
Guido
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200618. Jan. 2008 · #5
Hallo, wir versuchen auf allen unseren Reisen, also nicht nur in Namibia, den Selbstbehalt auf Null zu setzen. Oft geht das mit Kreditkarten. Der Grund: die Rückgabe der Autos geht schneller und unkomplizierter, da niemand nach evtl. Schäden suchen muss. Ausserdem laufen wir nicht Gefahr, für irgendwelche Schäden, die wir bei der Anmietung evtl. übersehen haben, nun zur Rechenschaft gezogen zu werden. Und zum Preis: bei einem derart teueren Urlaub, wie eine Namibia-Reise nun mal ist, fallen die paar Euros auch nicht mehr so ins Gewicht.
folgende Rechnung als Beispiel: Ich habe letztes Jahr (2007) einen Toyota Hilux gemietet. Die Reduzierung des Selbstbehaltes (0 geht meines Wissens in NAM nicht) incl. Glas und Reifenversicherung hätte mich ca. 400 € zusätzlich gekostet. Ich habe auf die Versicherung verzichtet.
In 2006 hatte ich zwei Reifenschäden und wusste nachher auch warum. Speed kills tires! Einen hatte ich auf den Pads ruiniert und den zweiten am letzen Tag auf der Rückfahrt nach Windhoek auf Asphalt.
Letztes Jahr war ich schlauer und bin halt langsamer gefahren (max. 60-70 auf Pad und 100 auf Asphalt). Ergebnis: Kein Reifenschaden. Dafür habe ich mir auf einer Schotterstraße einen Steinschlag in der Windschutzscheibe eingefangen und die ist bei Toyota teuer. 350 € waren fällig. War halt Pech. Trotzdem war ich unter dem Strich noch 50 € günstiger als mit Versicherung.
Mein Fazit (muss nicht für andere gelten): Ich versuche nicht alles bis zum Letzten zu versichern, sondern versuche defensiv zu fahren und poche vor allem nicht auf mein Recht. Die Entscheidung für dich kann dir natürlich niemand abnehmen.
Gruß und viel Spaß in einem tollen Land
Hans
AnnikaPeter130 Beiträge · seit 200718. Jan. 2008 · #7
Hi Pillendreher! Wir waren im Dezember2007/Januar2008 (eben erst zurück) mit einem Toyota Hilux 4x4 von Hubert Hester (Kalahari Car Hire) unterwegs. Wir haben den Selbstbehalt auf Null reduziert.
In Keetmanshoop am Abend ist in unser Auto eingebrochen worden (trotz Security) und Beifahrersitzscheibe eingeschlagen worden. Da wir den Selbstbehalt auf Null reduziert hatten, so mussten wir nichts bezahlen für die Reparatur. Ein Anruf an Herr Hester genügte und am Tag darauf schickte er seinen Mechaniker mit einer neuen Scheibe (ausgebaut aus einem seiner anderen Autos) aus Windhoek. Wir waren imponiert von solch einem Service - und das am Weihnachtstag! Wir haben somit nur einen Tag von unserer Reiseroute verloren. Es war kein tolles Erlebnis in Keetmanshoop, aber wir waren froh, dass wir dann nicht auch noch Selbstbehalt zahlen mussten.
Aber wie gesagt, man weiss ja nie ob was passiert oder nicht, muss also jeder selber wissen.
Wir werden im Dezember2008 wieder ins Südliche Afrika fahren und auf jeden Fall wieder den Selbstgebhalt auf Null reduzieren! Gruss, Annika&Peter
Bisher 4x Kenya, 1x Tanzania, 1x Namibia, 1x Südafrika
ein Kompromiss wäre, das Auto mit einer entsprechenden Kreditkarte (z. B. Lufthansa Miles and More Gold) zu bezahlen, die eine Vollkaskoversicherung mit geringem Selbstbehalt einschließt. Das hatte auch Paul2007 heute Mittag mal erwähnt, hierzu aber einen neuen Thread eröffnet, so dass die Antwort wohl nicht zugeordnet werden konnte. Zur Miles and More Gold Kreditkarte gibt es im Forum viele hilfreiche Beiträge, einfach die Suche nutzen.
Ich kann Beate nur bedingt zustimmen. Klar ist der Urlaub sowieso schon teuer, und wer jeden Cent 2 Mal umdrehen muss, fährt wahrscheilich nicht ins südliche Afrika. Doch für uns ist ein Unterschied von 500 EUR Standard Cover versus All inklusive Cover viel Geld, das wir lieber anderweitig investieren.
STsteinbeisser571 Beiträge · seit 200619. Jan. 2008 · #9
Joli hat alles wesentliche gesagt, genau so halten wir es auch. Beim ersten Mal war unsere Risikoeinschätzung allerdings sehr konservativ, wir hatten den minimalen Selbstbehalt gewählt. Inzwischen nehmen wir gar keine Reduzierung. Du mußt einfach entscheiden, ob Dich der im Zweifel höchste Betrag, Dein Selbstbehalt auch bei "unverschuldetem" Schaden, in den "Ruin" bringt oder nicht. Stein-und Glas halte ich für Unsinn, andere haben ja ihre Beispiele genannt. Überhaupt ist es genau wie hier mit Versicherungen, eben ein Geschäft. steinbeisser
Ich würde immer dann den Selbstbehalt reduzieren, solange die Mehrkosten etwa im Bereich der Windschutzscheibenkosten liegen.
Wäre ja mal interessant, wer hier schon mal "einschlägige"😠 Steinschlag und Perlhuhnerfahrung 😮 gemacht hat???
Ich gebe gern zu, ich fahre auf Pad schnell und bei Waschbrett vielleicht viel zu schnell. Bei Gegenverkehr bin ich aber sehr vernünftig und man sieht das ja meist schon km-weit kommen. Aber mir reicht ein LKW der nicht vom Gas geht und ich müsste schon von der Pad runter um Steinschlag-sicher zu sein. Das wäre mir viel zu nervig =>also Vollkasko Außerdem bin ich noch bei keiner Tour von Perlhuhneinschlägen verschont geblieben. Die sieht man halt nicht so weit voraus. Natürlich könnt ihr jetzt sagen, lass dir mehr Zeit usw. aber ich habe halt nur die Tage und will einiges sehen... also mach ich immer wieder Strecke. Und das werden viele von euch auch so machen?
Aber gut, wenn ihr länger unterwegs sein könnt, dann wird es teurer, wahrscheinlich ohne dass ihr mehr km fahrt als ich. D.h. gleiches Risiko bei mehr Kosten - da musst du rechnen und dich fragen, wieviel Probleme bei der Abgabe dir wieviel wert sind. Der Rest ist zu guten Teil Glück (Steine) und hängt auch von deinem Fahrstil und -können ab.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Glasschäden und Reifenschäden sind aber doch wahrscheinlich mit Abstand am häufigsten und diese muss man ja sowieso selbst bezahlen?
Hab ich jetzt vergessen: darauf musst du natürlich achten, dass die abgedeckt sind. Machen einige Verträge mit, aber nicht alle
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
GFGforce435 Beiträge · seit 200719. Jan. 2008 · #12
🙂 Hallo Jaw,
Perlhuhneinschläge bei raschem Tempo.... Was kostet so etwas?
😉 LG
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@C@CA113083 Beiträge · seit 200720. Jan. 2008 · #13
Hallo Pillendreher, es ist so wie bei allen Versicherungen!
Tritt der Schaden ein, ist man froh sie zu haben😊 , wenn nicht fragt man sich warum man dafür zahlt.😠 Sicherlich ist auch die Wahl des Fahrzeugs und der Route für diese Entscheidung nicht unwichtig. Wir sind in 4 Wochen 6000 KM mit einem Audi A6 durch Namibia bis Kapstadt gefahren. Größtenteils Sandpisten bis hin zu "Schlaglochpisten". Wir hatten uns für die Versicherung entschieden! Glücklicherweise hatten wir aber keinerlei Pannen oder Probleme. Ich persönlich gehe aber immer lieber vom "Worst case" aus. Trotzdem darauf achten, da auch diese Versicherung nicht alles abdeckt. Gute Fahrt Christian
Erst einmal ist abzuklären, was dieser Selbstbehalt abdeckt. Im allgemeinen Schäden durch nichtversicherte Personen/Fahrzeuge (gibt es in NAM sehr häufig) und nachweisbare Tierberührungen. Andere "Unfälle" werden dann oft den nichtversicherbaren Risiken (zu schnell, nicht angepasst gefahren, nicht zugelassene Strecke usw. !!) zugeordnet, dann ist grundsätzlich der Wagenwert oder der im Vertrag vereinbarte Wert zu zahlen. Ob versichert oder nicht unterliegt der Einschätzung des Vermieters/Versicherers mit den entsprechenden Folgen für den Mieter (geht bis zur Einbehaltung des Passes um ein Verlassen des Landes zu verhindern). Gerichtsstand ist NAM oder SA, je nach Vermieter. Häufig greifen Anbieter aus D auf Vermieter in NAM zu, dann gelten die dortigen Regeln, was bei Übernahme des Wagens in den auszufüllenden Papieren auch immer drinsteht, das Unternehmen in D gilt dann als Vermittler und ist aus dem Schneider. Gleichfalls gelten diese auch nur, wenn man sich genau an die Bedingungen hält (absperren, Lenkradkralle anbringen usw.) Sinnvoll? Sobald das Fahrzeug aufgebrochen wurde und der Schaden (am Kfz)höher als die Versicherung ist, ja. Reifenschäden? Wieviele neue Reifen braucht man pro Tour? Das Flicken an sich ist billig. Glasschäden? Bei den nationalen Vermietern werden kleinere Schäden eher übersehen (sind meine Kenntnisse), bei den Ketten kann so ein Schaden zu einer neuen Scheibe führen (ca. 400 - 500€, wenn man es selber machen läßt, deutlich teurer, wenn der Vermieter es regelt). Meine persönliche Einschätzung ist, dass diese Reduzierung beruhigt, aber nicht wirklich hilft, wenn man sie brauchen würde und meist teurer als der tatsächliche Schaden ist. Sinnvoll ggf, wenn man vorhat, mit hoher Geschwindigkeit durchs Land zu donnern und ein paar tote Tiere im Kofferraum zum Kaschieren des tatsächlichen Tathergangs hat. Ob die immer wieder angesprochenen Versicherungen der Kreditkarten greifen, hat noch keiner ausprobiert, soweit ich weiß.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
Perlhuhneinschläge bei raschem Tempo.... Was kostet so etwas?
Mir ist bei 150 km/h auf einer deutschen Autobahn mal ein Star ins Auto geknallt. Beschädigt waren danach Motorhaube, Frontscheibe, Seitenspiegel, Seitenscheibe und Fahrertür. In Namibia fährt man zwar in der Regel langsamer, wodurch beim Aufprall viel weniger Energie abgebaut werden muss, aber dafür wiegt so ein Perlhuhn mehr.
Axel schrieb:
Andere "Unfälle" werden dann oft den nichtversicherbaren Risiken (zu schnell, nicht angepasst gefahren, nicht zugelassene Strecke usw. !!) zugeordnet, dann ist grundsätzlich der Wagenwert oder der im Vertrag vereinbarte Wert zu zahlen. [...] Meine persönliche Einschätzung ist, dass diese Reduzierung beruhigt, aber nicht wirklich hilft, wenn man sie brauchen würde und meist teurer als der tatsächliche Schaden ist.
Wie schon geschrieben, ist das auch meine Meinung. 0 Selbstbehalt liest sich toll und beruhigt, entspricht aber trotzdem häufig nicht einer deutschen Vollkasko. In den meisten Versicherungsbedingungen findet sich ein Leistungsauschluss bei "negligence", d.h. einfacher Fahrlässigkeit. Die mit Abstand häufigste Unfallsart in Namibia ist wohl ein Abflug von einer Schotterpiste. Da wird immer unangepasste Geschwindigkeit und somit fahrlässiges Handeln unterstellt.