PEpetziThemenstarter1 Beiträge · seit 200707. Nov. 2007 · #1wir wollen einen Landrover Nomad mieten für knappe vierwöchige Namibiatour.
Hat jemand schon Erfahrung damit gemacht??
Petzi
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200607. Nov. 2007 · #2Tja, Petzi,
alle werkstattgepflegt
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200607. Nov. 2007 · #3Ja!
ca. 20.000 Km damit in Afrika gefahren. Ein paar kleine Macken aber nie etwas ernstes.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Namtom15 Beiträge · seit 200708. Nov. 2007 · #4Weil für mich Afrika und Landrover untrennbar zusammen gehören, hatten wir für unsere dreiwöchige Tour durch Namibia bei Dertour einen Nomad-Landrover 110 Td5 von Britz gemietet. Das Fahrzeug entsprach nicht ganz den Dertour-Versprechungen im Internet ("Neueste Fahrzeuge mit hohem Sicherheitsstandard"), denn es entstammte dem Baujahr 2002 und hatte bereits 195'500 km auf dem Ticker.
Dem Alter entsprechend waren Gangschaltung und Getriebe schon ziemlich abgenutzt und der Antriebsstrang hatte enorm viel Spiel, sodass das Fahren in der Geländeuntersetzung aufgrund der dauernden Lastwechselreaktionen beinahe unmöglich war. Bei der Übernahme war zudem die Klimaanlage defekt (eine Reparatur wurde von Britz aufgrund der hohen Kosten abgelehnt). Die Reifen hatten auch schon einige Kilometer auf dem Buckel und verloren vorne dauernd Luft (an der Vorderachse waren Winterreifen(!?) montiert). Unterwegs ist auch noch die Fussbremse vollständig ausgefallen, weil die Bremsleitung an der Hinterachse leckgeschlagen ist. Auf mehreren Reiseetappen erhitzte sich das Getriebe zwischen den Sitzen weit über das gewohnte Mass (trotz moderater Fahrweise und genügend Getriebeöl). Gegen Reiseende war bei Tempo 80 aus dem Motorraum mehrmals ein lauter Schlag mit anschliessendem kurzem Schleifgeräusch zu hören - die Ursache konnten wir trotz gründlicher Inspektion des Vorderwagens nicht ermitteln. Angesichts dieser Erlebnisse ging unser Vertrauen in das Fahrzeug immer mehr verloren und auf den langen Fahrten durch das namibische Niemandsland hatten wir stets ein etwas ungutes Gefühl im Bauch. Auf Dauer etwas nervig ist auch der Lärm im Fahrzeuginnern. Ab Tempo 70 wird die Verständigung auf Gravel-Pads ziemlich schwierig. Gewöhnungsbedürftig sind auch die sehr schlecht schliessenden Türdichtungen, welche laufend Staub, Sand und Wasser (wenn es denn einmal regnet) eindringen lassen. Unser Tipp: Gepäck und Schublade mit Campingzubehör unbedingt mit Müllsäcken oder Leintüchern zudecken! Ungenügend war auch der eingebaute Kompressor, mit welchem lediglich ein Reifendruck von 2.0 bar erreicht werden konnte.
Positiv am Nomad waren das verstärkte Fahrwerk, der 120 l grosse Tank, der Motor (Verbrauch: 11 l Diesel auf 100 km auf Teer und Gravel) und die Lüftungsklappen unterhalb der Frontscheibe, welche uns die defekte Klimaanlage ab und zu vergessen liessen. Die Camping-Ausrüstung mit Kühlschrank, Frischwassertank, Küchenutensilien und komplettem Übernachtungsmaterial wies altersbedingt auch schon einige Gebrauchsspuren auf. Gelernt haben wir, dass man vor Antritt einer Campingreise unbedingt SÄMTLICHE Ausrüstungsgegenstände auf Funktionstüchtigkeit überprüfen muss (z.B. mit Hilfe der Checkliste aus dem Forum). Dies ist zwar mühsam und zeitraubend, es kann aber später während der Reise einigen Ärger ersparen. Bei unserem Fahrzeug musste beispielsweise der Gaskocher inkl. Laternenaufsatz und Flasche ersetzt werden. Dass auch die Aussenleuchte am Fahrzeug und der Handscheinwerfer nicht funktionierten, haben wir dann beispielsweise erst unterwegs festgestellt.
Fazit nach 5200 km und etwa 100 Stunden Fahrt: Insgesamt betrachtet, ist der Nomad-Landrover bestimmt kein schlechtes Fahrzeug, wobei Alter und Zustand entscheidend sein können. Bei einer nächsten Reise würde ich mit Sicherheit versuchen, ein neueres Modell zu erhalten. Über die fahrzeugtypischen Macken (Lärm etc.) muss man als Landy-Fahrer hinwegsehen - schliesslich ist man mit dem Urgestein der Geländewagen unterwegs. Mit einer Körpergrösse von über 1.90 m sollte der Defender aber nicht mehr gewählt werden, weil der Standard-Fahrersitz einfach nicht genügend weit nach hinten geschoben werden kann. Für vier erwachsene Personen ist das Fahrzeug meines Erachtens nur geeignet, wenn nicht allzu viel Gepäck mitgeführt wird. Der Mietpreis bei Dertour war zwar enorm teuer, die Versicherungsdeckung umfasste aber beim Zusatzpaket "Dertour Spezial" auch die berüchtigten selbstverursachten Schäden (dies war zumindest in unserem Mietvertrag so festgehalten und wurde uns von Britz vor Ort entsprechend bestätigt). Zudem waren in diesem Angebot der Flughafentransfer (unbedingt von Dertour explizit bestätigen lassen, sonst wartet man am Flughafen vergeblich auf den Abholservice) sowie die Übernahme von Glasschäden (wir benötigten nach einem kapitalen Steinschlag eine neue Frontscheibe) und Reifenreparaturen enthalten.
christian852 Beiträge · seit 200608. Nov. 2007 · #5Hallo Nomad!
Ein guter Bericht. Jetzt wird deutlich was unter Werkstattgepflegt zu verstehen ist. 😉
Eins würde mich interessieren, hab Ihr eine Entschädigung für die von Anfang an defekte
Klimaanlage erhalten? Wenn ein Fahrzeug mit Klima gebucht wird, dann muss diese ja auch
funktionieren.
Gruß Christian
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200608. Nov. 2007 · #6Die Klimaanlage am Landrover ist ein Dauerbrenner! Beim 2007er Model kommt nun ein Ford Transit Motor zur Verwendung. Alle TDI und TD5 Motoren (wobei der TD5 Motor im besonderen) die Schwachstelle ist. Der Ford Transitmotor ist seit Jahren fast nahezu unverändert und hat sich sehr bewährt. Auch soll hier nun endlich die Klimanlage im Landrover so funktionieren wie man es erwartet.
Es wundert mich, dass die Vermietstation einen Landrover mit 200,000 km hatte! Die meisten tauschen diese aus, da entweder die 100,000 km oder die 3 Jahresgarantie schon längst überschritten ist.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
HOHolgerK.213 Beiträge · seit 200612. Nov. 2007 · #7Obwohl ich 9 Jahre einen 130 er gefahren habe, aisschließlich im südlichen Afrika, bin ich jetzt froh, eine anderes Auto zu besitzen. Allerdings brauchte mein Wagen weder Öl, noch Wasser und er hat mich auch nie im Stich gelassen. Aber ein 130 er ist natürlich ein sehr geräumiges Auto, was zur Folge hatte, daß ich beladen zwischen 3500 kg und 4000 kg Eigengewicht durch die Gegend kutschierte. Und dafür ist natürlich der Motor viel zu schwach.Die Verarbeitung ist einfach saumäßig, wird heute einfach als Kult dargestellt. Fahren kann man nur mit offenen Fenster, da es sonst zu eng ist. Trotzdem habe ich meinen Landy geliebt.
Gruß
HolgerK.
GFGforce435 Beiträge · seit 200712. Nov. 2007 · #8Hallo HolgerK.
endlich mal einer, der sagt, das es auch ohne Kilma im Fahrzeug geht.
Auch mir war der Unterschied zwischen dem gekühlten Innen- und dem warmen Außenbereich viel zu heftig, von einer Erkältung mal ganz abgesehen. 😗
Auch ich fand, das Fenster auf reichte mir vollkommen!
LG
christian852 Beiträge · seit 200612. Nov. 2007 · #9Hallo!
Also ich bin zuletzt (im Juni) mit einem geliehenen Land Rover durch die Serengeti und das Massailand gefahren. Das Auto ist im Gelände unschlagbar!😃
Natürlich gab es keine Klimaanlage,wozu auch? Durch die Ritzen zog soviel Staub,
das das Fenster als Abzug immer auf war 😄 Der Getriebetunnel war so heiß das ich mir überlegt habe, ob ich meine Chapattis da nicht drauf backe.
Klima ist doch nur was für Warmduscher, zumindest beim Landy.
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200612. Nov. 2007 · #10Also ich bin zuletzt (im Juni) mit einem geliehenen Land Rover durch die Serengeti und das Massailand gefahren.
Bei wem hast du denn gemietet gehabt?
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
christian852 Beiträge · seit 200612. Nov. 2007 · #11Hallo!
Gemietet bei Fortes in Arusha.
Namtom15 Beiträge · seit 200712. Nov. 2007 · #12Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion etwas vom Thema abschweift. Die Frage war schliesslich nicht, ob man eine Klimaanlage braucht oder nicht - dazu habe ich bewusst auch kein Statement abgegeben. Petzi war lediglich an ein paar Erfahrungen mit diesem Fahrzeug interessiert.
Mit meinem Bericht wollte ich ihm lediglich aufzeigen, dass die im Katalog enthaltenen Versprechungen in der Realität etwas anders aussehen können und dass der Landrover ein paar Eigenschaften hat, die dem Kaltduscher Spass bereiten und den Warmduscher eher abschrecken mögen. Wenn man von diesen Punkten bereits vor der Anmietung einmal gehört hat (und dies war bei uns der Fall), kann man besser entscheiden ob dieses Fahrzeug überhaupt in Frage kommt. Ein Urteil kann man sich sowieso erst bilden, wenn man wirklich mit einem Landy unterwegs war.
PS: Dertour überprüft zur Zeit das Preis-/Leistungsverhältnis bei unserer Anmietung.