ChriguThemenstarter7'272 Beiträge · seit 200627. Okt. 2007 · #1
Hallo
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heute Abend waren wir am Vortrag von Urs Lüthi (Natureart). Da es einige Kommentare zu seinen Bildern hat, möchte ich rasch ewtas loswerden. Wir haben diese Bilder die in der Galerie stehen heute alle gesehen, als Original-Dia auf einer riesigen Leinwand. Mit Geduld und viel Glück ist es möglich solche Fotos zu machen auch wenn mancheiner das nicht glauben mag. In einem Gespräch, hat er mir gesagt, dass er gar nicht in der Lage wäre, die Bilder wirklich zu manipulieren. Ausser man spricht schon bei der Wahl des Dia-Films von Manipulation.
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Geniesst doch einfach die Bilder wie sie sind und wenn Ihr die Möglichkeit habt, dann schaut Sie Euch mal gross an.
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Glaube nicht, dass es den Kommentatoren um Neid geht (jedenfalls mir nicht).
Für mich ist es so, dass ein gutes Bild die Natur so zeigt, wie sie ist. Ein sehr gutes Bild zeigt die Natur jedoch so, wie sie noch nie gesehen worden ist. Die Helden dieser Art der Fotografie sind Leute wie Dereck Joubert, Michael Poliza, Sepp Friedhuber, Fritz Pölking und zahlreiche Naturverrückte, welche über Jahrzehnte ihr ganzes Leben teils mit sehr, sehr wenig Komfort in der Natur verbringen, um ein sehr gutes Bild einzufangen. Aber wie gesagt, dies ist nur meine persönliche Ansicht.
Auf der anderen Seite gibt es Leute, welche aus ihren ursprünglichen Fotos fantastische Bilder, ja geradezu kunstvolle Gemälde erstellen. Lassen wir mal die Cheetah Mutter mit den drei Kleinen im Abendlicht (Namibia, captive) und das vergleichbare Motiv von einer Cheetah Mutter mit drei gleich alten Cubs im Sonnenaufgang (Chobe NP, Botswana) bei Seite und betrachten wir das Bild mit der Elefantenkuh und ihrem Jungen, welches Du in Deinem Posting eingefügt hast. Wenn ich dieses Bild in Photoshop lade und schnell auf --> Anpassen --> Auto-Farbe klicke, dann sehe ich, wie dieser Sturm im Hintergrund wohl tatsächlich ausgesehen hat.
Dann ist da aber noch das Bild mit der Löwin im Sonnenuntergang und dem wohl am Boden festgeschraubten Oryx (er steht näher am Fotografen). Du wirst mit der Aussage einverstanden sein, dass sich die Natur einfach nicht so verhält. Das Bild zeigt die Tiere ca. 10 - 15m auseinander, die Löwin ist also bereits innerhalb der Verteidigungszone (tief innerhalb der Fluchtzone) des Oryx, der Bock ist aber total relaxed und die Löwin hat den Blick auf weite See gerichtet. Sprich sie versucht nicht mal, sich etwas weniger sichtbar zu machen. Falls natureart dieses Bild tatsächlich von Tieren in freier Wildbahn so geschossen hat, dann gehört es sofort ins National Geographic. Falls nicht, dann wäre unbedingt eine Deklaration notwendig.
Vielleicht kann natureart einige persönliche Informationen anbringen?
Liebe Grüsse
Patrick
PS: Fritz Pölking ist im vergangenen Sommer leider gestorben.
NAnatureart1 Beiträge · seit 200727. Okt. 2007 · #4
Hallo Patrick Mein Name ist Urs Lüthi und ich bin der Fotograf der von dir kommentierten Bilder.
Ich kann einerseits verstehen, dass in der heutigen digitalen Welt kein Bild mehr für bare Münze gehalten wird und hinter jeder Aufnahme eine Manipulation vermutet wird. Auf der anderen Seite ist es für mich als Tier- und Naturfotografen auch etwas beleidigend, solche Zeilen zu lesen. Fritz Pölking, Norbert Rosing, Tui de Roy, Mara Fuhrmann und viele andere aus der Naturfotografenszene kenne (oder leider kannte) ich persönlich und bin auch Mitglied in der GDT (Gesellschaft Deutscher Tierfotografen.
Gerne möchte ich zu einigen Punkten Stellung nehmen. Zur Technik: Ich arbeite noch ausnahmslos mit analoger Technik, verwende Nikon und Hasselblad Kameras und Objektive. Filmmaterial verwende ich ausschliesslich Fuji, Brennweitenbereich ist von 17-1000mm. Klar kann man jetzt sagen, dass jedes Dia eingescannt werden kann und nachträglich verändert werden. Alle meiner Bilder sind als Originaldia vorhanden und ich würde dich gerne einmal einladen, diese auf meinem Leuchtpult zu begutachten. Zwar ist es heute möglich, ab digitalen Daten ein Dia auszubelichten. Ein solches Dia kommt aber niemals - ich wiederhole - niemals an die Brillanz, Auflösung, Farbnuancierung und Schärfe eines Originaldias heran.
Zum Löwen und Orix: Ich habe viele Monate in dieser Gegend verbracht, zehntausende Bilder geschossen und mich natürlich auch intensiv mit dem Verhalten und Lebensweisen der Tiere auseinander gesetzt. Als Betrachter dieses Bildes siehst du nur das Bild selber und kennst keine zusätzlichen Informationen. Diese Löwein war keineswegs die einzige Raubkatze in der Gegend. ein ganzes Löwenrudel hatte eben gefressen und lag faul herum. Wie du vielleicht weisst, können potentielle Opfer wie eben dieser Orix sehr wohl unterscheiden, ob eine akute Gefahr besteht oder nicht. Ich habe schon erlebt, dass die viel kleineren Impalas nahe bei Löwen am grasen waren. Zwar beobachten dann die Tiere die Umgebung aufs Genauste, können aber die Situationen sehr genau einschätzen. Die Löwin war überhaupt nicht an der Orix interessiert und es passierte auch nichts. Kommt dazu, dass der Orix erst weit hinten auf dem Speiseplan der Löwen auftaucht. Die langen und spitzen Hörner weiss er präzise und gefährlich einzusetzen und diese Tatsache wirkt sich eindrucksvoll auf die Angriffe von Raubtieren aus. Zu National Geographic: Sehr gerne würde ich es natürlich sehen, wenn meine Bilder dort erscheinen würden. Trotz meiner bisher 15 internationalen Preisen (darunter mehrfach der britischen BBC) ist es in diesem Nischenmarkt alles andere als einfach, ohne persönliche Verbindungen bei diesen Magazinen Einlass zu finden. Wenn du Kontakte hast, lass es mich bitte wissen...
Auch die Elefantenkuh mit ihrem Kleinen ist Original, ebenso alle anderen Bilder. Ich wende sehr viel Zeit, Geduld und Geld auf, um solche Bilder zu schiessen. In erster Linie verwende ich sie für meine Diavorträge und für Bildagenturen. Mir leigt sehr sehr viel Wert an der Authenzität meiner Bilder und wie gesagt, du kannst sehr gerne zu mir kommen und ich zeige dir mit Freude meine Arbeiten (sofern es für dich nicht zu weit ist).
Ich hoffe, mit meinen Ausführungen etwas geholfen zu haben und würde mich über eine Antwort deinerseits sehr freuen. Meine persönliche e-mailadresse ist übrigens: urs.luethi@nature-art.ch
Hallo Urs, schon vor diesem thread hatte ich die "Cheetahs beim Abendgebet" für das beste von mir jemals gesehene Tierfoto gekürt. Herzlichen Glückwunsch! Helmar
Hallo Die Bilder, als gut bearbeitete Bilder in einem Bildbearbeitungsprogramm, gefallen mir nur bedingt. Für meinen Geschmack (die Betonung liegt auf meinem) haben die Bilder eine zu starke Farbsättigung. Sicher kann man mit diversen Filtern und Objektiven eine Menge tricksen. Mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm kann man ausserdem manches korrigieren. Nehmen wir den Elefantenrüssel mit dem Jungen. Mir ist aufgefallen, dass die Spiegelung im Wasser mit dem Original nicht überein stimmt. Ich habe das Bild kopiert, im Fotobearbeitungsprogramm eingefügt und vergrössert. Meine Beobachtung: Die Sonne hat in der Spiegelung keinen Rüssel. Wenn meine Ueberlegung richtig ist, müsste er aber vorhanden sein, denn der Rüssel hängt im obern Teil des Bildes in der Sonne. So gibt es noch viele Kleinigkeiten, die ich in der Spiegelung nicht gefunden habe. Gegen Bearbeitung habe ich wohlgemerkt nichts, finde sie manchmal auch sehr gelungen. Ich denke, so kann man noch einige Überlegungen zu den anderen Bildern anbringen. Man kann ja auch Elefanten auf den Nordpol versetzen. Ich halte mich mal an den Namen des Fotografen: nature“art“. Art ist für mich eine Kunstrichtung. Und in diesem Fall ist eine Bearbeitung nach Gutdünken des Künstlers ja erlaubt. Gegen eine Bearbeitung der eigenen Bilder spricht ja auch nichts. Ich lasse mich gerne belehren, wenn ich mit meinen Überlegungen falsch liege. @ natureart: ich finde Deine Bilder trotzdem gelungen. Gisela
Finde es super, dass Du dazu persönlich Stellung nimmst. Auf Dein Angebot und Deine Anfrage komme ich gerne zurück, dies jedoch per PMS.
Es braucht vier Komponenten, um gute Naturfotos zu machen:
1. Die Begabung, spezielle Motive und Situationen zu erkennen und das Verhalten der Tiere zu verstehen 2. Die Möglichkeit, viel Zeit in der Natur zu verbringen 3. Eine top Kameraausrüstung 4. Die Fähigkeit, diese Ausrüstung blind zu behrerrschen und sie optimal einzusetzen
Du erfüllst alle vier Punkte auf sehr hohem Niveau, aber zusätzlich hast Du noch das notwendige Glück um einmalige Situationen in der Tierwelt zu erleben. Bin gespannt darauf, noch mehr Deiner Bilder zu sehen.
Hallo Nam-Gemeinde, zum Glück sind geschmäcker verschieden;was der eine schön findet,findet warscheinlich ein anderer weniger schön.Mir gefällt die natürlichkeit der Farben,sonst könnt ja auch ein moderner Picasso Tierbilder zeichnen. Aber ich muß auch zugeben die Bilder haben was anziehendes an sich! Grüße jakkal
Die Farben auf den Bildern sind natürlich verfälscht. Um solche Verfälschungen zu vermeinden, muss man den Scanner recht aufwändig kalibriren. Dazu braucht man einiges an Fachwissen und recht teure Geräte. Normalerweise werden die Scanner einfach so eingestellt, dass das Ergebnis gut aussieht. Und die Ergebnisse sehen (überwiegend) sehr gut aus. Nur bei der Wildblumenwiese sind die Farben imho nicht gut. Bei einigen Bildern gibt es ein wenige Bildrauschen. Aber ich habe auch scghon versucht Dias ein zu scannen und bei mir war das Rauschen bedeutend stärker. Um das zu vermeiden braucht man in erster Linie noch bessere Ausrüstung. Hier ist das Rauschen imho nicht zu stark. Es belegt aber, dass die Bilder in gewisser Weise autentisch sind. Dass die Farbsättigung bei den Bildern zu hoch ist, stimmt nur bei einigen Farben. Außerdem wird sie durch die verfälschende Darstellung auf dem Monitor meist noch verstärkt (Die Farbdarstellung auf meinem Laptop dürfte den wirklichen Farben sehr nahe kommen. Mein Desktop-Monitor ist deutlich besser und einige Farben werden mit zu großer Sättigung gezeigt.)
@Bazi: Deine Überlegungen mit dem Elefantenrüssel sind falsch.
Die Bilder sind fast alle echte Eyecatcher und Augenschmeichler. Natürlich weisen alle Bilder eine Farbsättigung und teilweise eine Farbtemperatur auf, die in der Aufnahmesituation vor Ort so garantiert nicht da war. Ob die starke Farbsättigung bzw. Beeinflussiug der Farbtemperatur nun durch Wahl des Filmmaterials, durch Filter vor der Kamera oder im Nachinein per Software erreicht wurde, ist mir herzlich egal.
Ich kann die Grabenkämpfe um dieses Thema, die man auch in ganz vielen Fotografieforen findet, nicht nachvollziehen. Nicht alles aber sehr viel von dem, was man per EBV nachjustieren kann, kann man auch durch Kameraeinstellungen und Filter erreichen. Mir ist nicht klar, warum das eine schlecht und das andere OK sein soll. Man kann da meines Erachtens heute nicht mehr wirklich eine Grenze ziehen.