Allgemeine Infos Stand September 2007

17 Antworten · 6'352 Aufrufe · gestartet 14. Okt. 2007 von Big_Sven
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Themenstarter162 Beiträge · seit 200714. Okt. 2007 · #1
Wir sind vorletzte Woche von unserem ersten Botswana Urlaub 04.09.-28.09.zurückgekommen. Es war ein sehr abenteuerlicher und spannender Urlaub und man wird einfach in den Bann Afrikas gezogen und hat anschließend Probleme sich wieder an die ganze Hektik in Deutschland zu gewöhnen.

Wir haben mal ein paar aktuelle Infos bzw. Tipps zusammengeschrieben, die bestimmt den einen oder anderen von Euch interessieren werden:

CKGR
Im Sept. gingen im CKGR nur 2 Wasserpumpen, Lethiau und Motopi. Wir hatten Sunday Pan eine Reservierung für Campsite Nr. 4 welche es aber gar nicht gibt und wir uns dann auf die unbesetzte Campsite 2 gestellt haben. Bei der Ausfahrt haben wir die Strecke vom Matswere Gate über Makalamabedi nach Maun genommen, die Strecke ist zwar teilweise tiefsandig, war aber bei reduziertem Reifenluftdruck und 4x4 ohne Probleme zu befahren. Die Strecke ist nur recht eintönig, da die 70 km bis Makalamabedi nur geradeaus am Zaun entlangführen.

Moremi:
South Gate: Derzeit Anfang Sept. gab es kein Wasser im Camp, so dass wir die einzigen Gäste im Camp waren. Es werden gerade neue Ablutions und andere Gebäude errichtet, so dass viele Arbeiter im Camp waren.

3rd Bridge / Xakanaxa: Die Camps waren recht voll und obwohl wir jeweils reservierte Plätze hatten, waren diese immer schon besetzt. Wir haben uns dann den Platz geteilt, oder uns auf einen noch freien Platz gestellt. Es waren viele Besucher hier, die keine Reservierung hatten. Hier hat sich nie ein Ranger blicken lassen, der die Reservierungen kontrolliert hat. In beiden Camps hatten wir sobald es dunkel wurde Hyänenbesuch, in 3rd Bridge hat diese einem Camper ein Shirt geklaut.

Northgate: viele aufdringliche Meerkatzen. Hier haben wir den einzigen Ranger gesehen, den die Reservierung interessiert hat.

Chobe:
Savuti: Auch hier haben wir erfahren müssen, dass die Camp-Plätze tatsächlich doppelt vergeben werden, so dass wir den Platz geteilt haben. Auch hier interessierte es die Ranger kein Stück, wer wo steht oder auch nicht. In der Savuti Region gab es im September nur 3 Wasserstellen Pump Pan, Rhino Vlei und Marabou Pan.

Bei den Fahrten um das Savuti Camp herum sollte man aufpassen, dass man wirklich nur auf den in der Shell Karte ausgewiesenen Pisten fährt. Wir wurden eines morgens von einem Campmanager von Desert + Delta Safaris mit dem folgenden Satz begrüßt „You have a problem, you drove off track, please follow me to the office“. Wir wussten wirklich nicht was wir verkehrt gemacht hatten, da wir auf einer definitiv vorhandenen Piste gefahren sind, auf der mehrere Fahrspuren zu sehen waren und wir nicht mitten durch den Busch fuhren. Ein paar Südafrikaner und wir mussten uns dann von dem angeblichen Manager der Savuti Safari Lodge anhören, dass wir sozusagen auf seinem Grundstück gefahren sind. Was uns so dermaßen aufgeregt und verärgert hat, ist, dass es Ihn kein bisschen interessiert hat, dass wir gar nicht hätten wissen können, dass wir auf einer Piste fahren, die nicht für alle zugänglich sei, denn nirgends war ein Hinweisschild. Seine Aussage war noch, dass er das Recht hätte uns des Parkes zu verweisen und nach Hause zu schicken, wenn er wollte.

Wir haben festgestellt, dass für Touroperator andere Gesetze gelten, denn diese dürfen überall offroad fahren, um Ihren Gäste die Tiere aus nächster Nähe zu zeigen. Also bitte nicht nachmachen!!!

Linyanti: Von Kasane nach Linyanti haben wir den Weg über Kachikau genommen, der sich auch bis zur Kreuzung, von der es rechts ab noch 38 km bis zum Linyanti Gate sind, gut befahren lässt. Allerdings waren die 38 km die bislang schlechteste und oft tiefsandige Strecke, die wir bis jetzt gefahren sind. Ganz fatal sind die vielen Wurzeln und Äste die im Tiefsand stecken und durch die wir uns die Achsmanschette zerstört haben.
Dagegen empfanden wir, dass sich die Strecke Linyanti-Savuti über die Sandridge viel entspannter fahren lässt. Uns ist aufgefallen, dass in der Linyanti Region eher Elefantenherden leben, die es nicht gewohnt sind Fahrzeuge zu sehen und deswegen teilweise ein wenig aufgeregt sind.

Fahrt Savuti-Mababe Gate – Maun: Kurz vor Mababe Village wird die Weiterfahrt durch den Khwai River versperrt. Trotz GPS haben wir die Umfahrung nicht gefunden und da an diesem Sonntag auch das Mababe Gate unbesetzt war, mussten wir den Umweg durch den Moremi in Kauf nehmen. Dort wurde uns gesagt, dass es kurz vor der Wasserdurchfahrt links ab eine Umfahrung gibt.

Veterinärzäune:
Wir mussten bei keinem Gate anhalten oder den Inhalt des Kühlschrankes zeigen, wir wurden jedes Mal durchgewunken.

Grüße Silke & Sven
Viele Grüße von Silke & Sven http://www.kleinert-foto.de Reiseberichte und Fotos
2'772 Beiträge · seit 200614. Okt. 2007 · #2
Hallo Ihr beiden,

danke für Eure Infos. Freue mich schon drauf, was Ihr in 14 Tagen bei Samberger alles zu erzählen habt.

LG
Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
102 Beiträge · seit 200714. Okt. 2007 · #3
Hallo zusammen,

da sich unsere Wege mit denen von Big_Sven des öfteren gekreuzt, bzw. wir sogar einige Strecken gemeinsam zurückgelegt haben, kann ich ihren Ausführungen nur zustimmen.
Ergänzend möchte ich noch ein paar Kleinigkeiten aus eigener Erfahrung anhängen:

- an allen Tankstellen war Diesel verfügbar.

- die Supermärkte haben in den größeren Ortschaften Samstags und Sonntags
ganztägig geöffnet.

- für die Strecke Kubu Island - Gweta (Muddy Island Route) ist ein GPS-Gerät unverzichtbar.

- im Falle eines Unfalls in der nächsten Stadt zur Poilzei gehen und den
Vorfall melden. Auf der Strecke Chobe-Savuti (über Kavimba und Kachikau) ist uns ein anderes Mietfahrzeug beim Rangieren hinten reingefahren.
Wir haben daraufhin nur die Daten und das Nummernschild notiert.
Laut Aussage des Autovermieters benötigt die Versicherung allerdings eine offizielle Vorgangsnummer. Wir haben daraufhin den Unfall nachträglich in Südafrika gemeldet. Für die Kosten mussten erstmal wir aufkommen und können jetzt nur noch auf Erstattung der gegnerischen Autovermietung hoffen.

- die sandige Strecke nach Nxai-Pan (South Camp) ließ sich auch deutlich besser fahren, als im Hupe Verlag beschrieben.
Viele Grüße Nadine www.michapro.de Reisen und Fotografieren im Südlichen Afrika
265 Beiträge · seit 200715. Okt. 2007 · #4
Hallo Silke, Sven und Nadine,

vielen Dank für die neuesten Infos aus Botswana ... wenn man das so liest, dann möchte man gleich wieder selbst das Wildlife-Abenteuer starten.
Wir hatten nach der Rückkehr erhebliche Probleme, sich wieder in die (vertraute) Zivilisation einzuleben.

Viele Grüsse vom BodenseeB)

Dieter
Die Spur zum Wildlife-Abenteuer beginnt hier... www.NAMIBIA und BOTSWANA Reise-DVD fuer Selbstfahrer (BESTELLUNG AUCH DIREKT BEI Stonereisefilm@aol.com)
164 Beiträge · seit 200715. Okt. 2007 · #5
Das macht mir ja Mut für unseren Urlaub, welcher am 26.10. startet. Mal sehen, ob wir die gleichen Probleme mit den reservierten Plätzen haben. Aber auch von mir vielen Dank für die Infos.
Gruß
Silke
571 Beiträge · seit 200616. Okt. 2007 · #6
Hallo Silke und Sven,
prima Kurzbericht, vielen Dank! Sehr schön, daß am Southgate mal renoviert wird, vielleicht führt das ja - zwischenzeitig - zu einer besseren Ausnutzung. Zu Euren Erfahrungen:
Daß reservierte Plätze schon belegt sind, wurde ja schon öfters diskutiert, die Meinungen dazu gehen, wie solls auch anders sein, weit auseinander und lassen sich auf dem Spektrum "deutsche Mein-Platz-Denker" bis "Afrika-alles easy: was soll die blöde Buchungsdenke?" einordnen.;) War Spaß, so extrem denkt natürlich keiner hier. In der Tat ist es in der Saison, also auf jeden Fall im August/September, manchmal gerappelt voll. Wenn da dann noch diverse Großgruppen dabei sind, kann es eng werden. Aber selbst in dieser Zeit gibts das Gegenteil, also leere Plätze. Wie dem auch sei, wir hatten auch schon mehrfach Doppelbuchungen, wobei wir den anderen Platznutzern das mal einfach geglaubt haben, die Reservierung haben wir nicht gesehen. Ich schätze, ein Teil der Besucher hat zwar eine Reservierung, aber für Southgate: und da will kaum jemand hin. Folge: siehe oben. Kann natürlich auch sein, daß inzwischen tatsächlich überbucht wird: sei es, weil eben auch oft Reservierungen nicht genutzt werden, sei es, weil zwischen Maun und Gaborone die Abstimmung nicht paßt, oder aus sonstigen Gründen. Schön, wenn man dann, wie Ihr, vor Ort doch ohne Ärger/Verdruß eine Lösung findet. Disziplin anzumahnen, wie Patrick gerade in einem anderen thread, ist wohl eher aussichtslos. Insofern ist eine strengere Regulierung auf Sicht unvermeidlich, hoffentlich geschieht das dann dezentral - durch die Gate-Manager - und nur in der Hauptsaison.

Zu Eurer Erfahrung mit den Lodgeleuten in Savuti: Sofern Ihr nicht gerade direkt an der Lodge den Gästen ihre Exklusiv-Sicht genommen habt, kann bzw. mag ich das kaum glauben, das wäre eine Frechheit. M.W. gibt es im Savuti/Chobe und auch Moremi keine Lodge-Konzessionsgebiete. Alle Wege sind für alle frei. Uns haben auch mal Leute von der Mangkwe Lodge den Weg auf Mboma Island verbieten wollen, wir haben das ignoriert, ohne "Folgen". Natürlich fährt man nicht mitten durch ein HATAP-Camp, aber ansonsten ist eben m.W. alles frei. Am Kwai wurde leider gegenüber der Kwai-River Lodge vor etwa 2 Jahren im Park ein Abschnitt für Selbstfahrer dichtgemacht: eben wohl aus Lodgeinteresse. Sollte das Schule machen, wäre es sehr schade und seitens der Parkverwaltung eine Sauerei. Shellmap: diese bietet zwar gute Orientierung, sie ist aber auch kein offizielles Wegeverzeichnis. Was klar eine befahrene "Sand"piste darstellt, kann m.E. befahren werden. Manchmal ist es nicht ganz eindeutig, aber an sich läßt sich eine Piste ganz gut von einer wilden Spur im Gras unterscheiden.
Falls jemand zum Thema Pisten und Lodge-Konzession innerhalb der Savuti/Chobe/Moremi - Parks anderes berichten kann, daran wäre ich auch sehr interessiert.
steinbeisser
7 Beiträge · seit 200716. Okt. 2007 · #7
Hallo,
wir waren Anfang letzter Woche noch im CKGR. Die Lethiau Wasserpumpe funktioniert jetzt auch nicht mehr.
Über die Kalahari ist eine zu diesem Zeitpunkt ungewohnte Kaltfront herein gebrochen (laut Aussage eines Ranger) und wir mussten morgens bei 8° Grad frühstücken. Die Temperaturen haben sich aber im Laufe des Tages aber glücklicher Weise wieder erholt.

Auf dem Weg von Maun in die Zentralkalahari haben wir bislang gerne am Rande des Makgadikgadi GR auf dem Xwaraga Campsite direkt am Boteti übernachtet. Das Camp gehört zur Leroo La Tau Bush Lodge. Diese hat aber seit Septembet eine neue Leitung und die hat vorerst den Campsite geschlossen.

Nach vier Wochen durch Namibia, Sambia und Botswana sind wir seit 3 Tagen wieder in der Eingewöhnungsphase in der Zililisation. Ab morgen geht das Sparen für die nächste "Heimreise" wieder los.

LG
Susanne
21 Beiträge · seit 200717. Okt. 2007 · #8
Na dann sieht man sich dort vielleicht mal, wir (meine Freundin und ich) sind ab dem 29.10. in Botswana unterwegs.
Themenstarter162 Beiträge · seit 200718. Okt. 2007 · #9
@Steinbeisser
Wir sind am Savuti Channel parallel zum Camp gefahren und sind dann irgendwo hinter dem Hauptcamp links abgebogen. Dieses Gebiet gehörte offensichtlich schon zu der Private Lodge. Die Shell Karte hat uns natürlich überhaupt nicht geholfen, da hier nicht einmal die Wasserlöcher an der richtigen Stelle eingezeichnet sind. In Rolands (DT800) GPS-Tracks war diese Strecke eingezeichnet. Angeblich soll sie aber seit 1979 zur Lodge gehören.
Ingesamt haben wir aber einige schlechte Erfahrungen mit den Touroperatoren gemacht. Allen voran waren uns "Desert & Delta" und "InAfrica" am unangenehmsten aufgefallen. Diese fuhren häufig Offroad, um ihren Gästen mehr zu bieten (und um ihr Trinkgeld aufzubessern), da sie hierfür eine Gehnehmigung hätten. Dabei kurvten sie nicht selten ums Wasserloch herum. Auch mit Tipps zu ihren Tiersichtungen hielten sie sich zurück, während andere gerne Auskunft erteilten.
Uns würde natürlich auch interessieren, ob das alles wirklich so richtig ist, oder ob sich hier nur jemand wichtig tun wollte! Vielleicht weiß hier jemand etwas genaueres?

Gruß Silke & Sven
Viele Grüße von Silke & Sven http://www.kleinert-foto.de Reiseberichte und Fotos
zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2007
571 Beiträge · seit 200619. Okt. 2007 · #10
Hi Sven,

mir sind, abgesehen von den direkten Zufahrten zu den Camps, in Savuti niemals abgesperrte Gebiete (also irgendwie gekennzeichnet)aufgefallen. Daß es dort private Gebiete geben soll, ist mir auch neu. Unsere Erfahrungen mit Touroperatern und Lodgeguides sind sehr unterschiedlich, ich würde sagen, 50/50. Das Ignorieren von Selbstfahrern liegt nach meiner Einschätzung eher an persönlicher Arroganz einzelner, es kann natürlich auch sein, daß die Fahrer/Guides entsprechende Anweisungen haben. Daß sich manche mehr herausnehmen, als eigentlich erlaubt oder als es ungeschriebene Regeln zulassen, liegt auch nur an Überheblichkeit, Trinkgeld etc. Sonderregeln für Lodgeguides gibt es m.W. jedenfalls nicht. Das Schlimmste habe ich diesbezüglich allerdings bislang in Etosha erlebt. Ich hoffe ja mal, daß Patrick zu dem Themen Stellung nimmt, er hat ja immer gute Kenntnisse der Lodgeszene in Botswana.
steinbeisser
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2007
102 Beiträge · seit 200724. Okt. 2007 · #11
Hallo,

wir haben die Frage mal an Reservierungsbüro in Maun geschickt.
Die Antwort von offizieller Seite lautet:

To answer your questions on the Savuti issue, no one is allowed to drive off road, even the tour operators are not allowed to. You could have taken their car registration number and report to the officer in charge at Savuti. Regulations are regulations and they must apply to anyone in the same way.

Also Sven und Silke ... könnt ihr Euch noch an das Nummernschild erinnern :-)))
Viele Grüße Nadine www.michapro.de Reisen und Fotografieren im Südlichen Afrika
571 Beiträge · seit 200625. Okt. 2007 · #12
Merci Paulinsche, das ist doch schon mal eine Auskunft. Leider nimmt ja Patrick (m.E. ein Lodge-Lobbyist - was ja nicht verwerflich wäre) in diesem Fall keine Stellung. Kritische Anmerkungen zu den wwf-genehmen Lodgeunternehmen werden scheinbar ausgesessen 😉
steinbeisser
Themenstarter162 Beiträge · seit 200725. Okt. 2007 · #13
Ja, auch von uns herzlichen Dank Paulinsche! Wir haben uns so etwas ja schon gedacht. Gleiches Recht für alle!
Jetzt gilt wirklich nur noch die Frage zu klären, welche Rechte hat der Lodgebetreiber und wie kann man sich davor schützen, sein Land zu "betreten", wenn man es nicht besser weiß?

Gruß Sven
Viele Grüße von Silke & Sven http://www.kleinert-foto.de Reiseberichte und Fotos
2'772 Beiträge · seit 200625. Okt. 2007 · #14
Hallo Sven, ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass er das Recht hat, Dich des Parks zu verweisen, höchstens des Lodgegebietes!
Gruß
Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
470 Beiträge · seit 200626. Okt. 2007 · #15
Hallo Steinbeisser,

mit Paulinsche habe ich mich ja neulich in Kasane schon ausgiebig darüber unterhalten. Bin weder Lodge- noch Selfdrive Lobbyist, sondern Naturschutz- und Anti-Hunting Lobbyist. In diesem Sinne zuerst eine Antwort auf Deine Frage, dann einge generelle Gedanken:

Rund um die heutigen Camps Savute Safari Lodge und Savuti Elephant Camp bestehen einige Service Routen, welche auf "Camp Ground" sind. Wie big_sven sagt, ist das aber nirgends angeschrieben. Wenn eine Begegnung mit Camp Management (in diesem Fall Craig und Janine) auf solchen Routen zu einem Anschiss führt, dann gibt's nur eines: Eine ehrlich gemeinte Entschuldigung. Ist zwar schwierig, wenn man gar nicht weiss, dass man etwas "unrechtes" getant hat, löst aber jede Verkrampfung.

In den Nationalparks dürfen die Routen nicht verlassen werden. Wenn sich der Löwe 20m daneben in den Schatten legt, dann ist das einfach Pech. Selber habe ich aber auch schon gesehen, dass ein Game Drive Vehicle von Desert & Delta den Channel durch den Busch verlassen hat um einen Leoparden im Baum zu beobachten. Die Besucher waren sehr froh darüber und haben nicht gemerkt, dass der Guide gegen die Regeln verstösst. Was in den Private Concessions ok ist, darf im Nationalpark nicht gemacht werden und daran halte ich mich.

Die Camps haben teils massive Probleme mit Selbstfahrern, die sich nicht an die Parkregeln halten. Ganz katastrophal ist das teilweise in der Khwai Concession. Weil noch ausserhalb der Parkgrenzen gelegen, benehmen sich die Leute dort noch mehr daneben. Habe schon Unmögliches beobachtet und gerade in Africa Geographic 10/2007 ist wieder ein Artikel darüber abgedruckt. Darin wird beschrieben, wie ein Besucher sein Fahrzeug halbwegs in den Khwai gefahren hat und die Insassen darum herum stehen, um es zu waschen. Würde Dir das einfallen?

Neulich haben wir hier im Forum eine Anfrage erhalten, ob jemand mit auf eine Tour nach Liuwa Plain in Zambia fährt, um sich dort dann illegal und querfeldein in den Park zu stehlen, damit die Gebühren nicht bezahlt werden müssen. Der Verfasser der Nachricht hat, so glaube ich gesehen zu haben, einen uralten Landcruiser irgendwo stehen, mit dem er dann immer rumfährt. Für die Park-Fees reichts halt nicht, aber die 500g CO2 pro Km und der damit einhergehende Verbrauch sind ok. Würde Dir das einfallen?

Fazit: Es ist eine Tatsache, dass immer mehr Besucher in diese Gebiete fahren und das bedingt, dass die Gebiete immer besser geschützt werden müssen. Falls dies nicht erreicht werden kann, dann werden die Pläne des Okavango Delta Managemnet Plan für eine Sperrung aller Self-Drives wieder auf den Tisch kommen und sehr schnell umgesetzt werden.

Persönlich fände ich dies sehr schade, aber wenn es nötig ist, um die Gebiete und die Tiere zu schützen, dann hätte ich keine Argumente dagegen, denn das ist für mich immernoch am allerwichtisten.

🙂

Schöne Grüsse

Patrick
www.mywilderness.net
zuletzt bearbeitet 26. Okt. 2007
2'612 Beiträge · seit 200726. Okt. 2007 · #16
Patrick,

uneingeschränkte Zustimmung, auch wenn wir am Khwai - außerhalb des Moremi - uns einige Meter vom Track entfernt haben, um einem Leoparden in 20 Meter Respektabstand zu folgen. Aber es war der erste in freier Natur, ein Guide mit seinem Fahrzeug hatte es uns quasi "vorgemacht". Soll nicht mehr vorkommen...

Volker
Bye bye Forum
571 Beiträge · seit 200626. Okt. 2007 · #17
Hi Patrick,

merci erstmal für Deine gewohnt ausführliche Antwort. Lasse mich mal meine Gedanken dazu anmerken: Ich sehe es zum Teil ähnlich und kann Deinen Beispielen von „Danebenbenehmen“ wenig hinzufügen. Autowaschen im Khwai ist sicher kein Ausdruck von Freiheit. Jeder könnte sicher zahlreiche weitere Beispiele anfügen, aber jetzt entsteht das Problem: was ist daneben und wo gibt es eine Grauzone? Denn 99% der Individualtouristen fahren auch nach Afrika, um eben nicht ständig ge(maß-)regelt zu werden.
Ich bin kein Apostel und habe sicher manchen Fehler gemacht. Zum Glück werden es immer weniger, man lernt ja. Sei ehrlich: Du verlässt eine Sandpad doch um 5m, um irgendetwas ausgiebig zu beobachten (wie sollte sonst jemand vorbeifahren können? ). Steht der Baum mit dem Leppard noch 20m weiter weg, rückst Du noch mal 5m vor. Wenn dann die Lodgefahrzeuge kommen und den Baum fast plattfahren (was wir in Savuti letztes Jahr erlebt haben) rückst Du auch nach – oder schreibst Du einen Protestbrief an den wwf oder die DNWP?
Es geht mir nicht darum, Lodgeguides und/oder Individualtouris in die Kategorien „gute“ oder „böse“ Parknutzer einzusortieren. Es gibt auch in Botswana Regeln, sehr wenige, aber recht eindeutige. Überschreitungen in einer harmlosen, nicht schädigenden Grauzone sind geduldet (ich weiß, sehr schwierig zu definieren, aber bitte: das Maß der Dinge ist nicht der Mensch oder die restliche Natur, sondern stets beide zusammen). Leider droht es überhand zu nehmen. Die Masse an Touris steigt, und jetzt entstehen zwangsläufig Interessenkonflikte um ein knappes Gut: die Nationalparks. Denn die größten „Begehrlichkeiten“ kommen von der angrenzenden Bevölkerung und den Farmen. Argumentiert wird da selten offen (bei uns wehren sich die Angler gegen die Kanuten mit Naturschutzargumenten bis zur Lächerlichkeit; In Garmisch soll man als Wanderer die Kandaharpiste nicht betreten, man könnte den Graswuchs schädigen! Usw. usf.). Es mag Lodgekonzerne geben, die sich dem Naturschutz verschrieben haben. Das ist ehrenwert und dass dafür auch Einnahmen generiert werden müssen, ist klar. Ich wüsste aber gerne, wie die Eigentümerstruktur aussieht bzw. wie die Gewinnverwendung erfolgt. Sind es Stiftungen?
Aber ganz unabhängig davon: an die Regeln haben sich alle zu halten. (ich wiederhole gerne: mit Lodgeguides haben wir prima und weniger prima Erfahrungen) Aber ich lasse mir von einer Lodge keine Befahrung in einem freien Gebiet untersagen: weder den Transit durch die Concession area nördlich Moremi noch die Pads im Chobe und Moremi (wie in einem anderen thread gesagt, die Mankwe-Leute haben uns gegenüber mal das halbe Mboma Island als „privat“ deklariert!). Mir ist auch nicht bekannt, dass Delta ein privates Gebiet bei Savuti unterhält, wie Du sagst. Woher stammen Deine Informationen? Ich weiß, Du bist ständig auf den diversen Lodgen in Bots zu Gast, aber hast Du das von Behauptungen der Betreiber oder gibt es da offizielle Vereinbarungen?
Natürlich wünsche ich mir in Botswana keine Strukturen wie in großen Teilen des Krüger oder im Etosha. Ich befürchte aber, dass es in wenigen Jahren soweit kommt. Die o.g. Massenproblematik und die Lobby der Lodges, die mit Regierungsstellen und wwf natürlich besser verhandeln können als eine anonyme Menge von Individualtouris, wird das schon richten. Schließlich können sie langfristige Konzepte zur Einbindung der Bevölkerung anbieten. Safari ist dann nicht nur sehr teuer, sondern vor allem kein individuelles Natur- und Freiheitserlebnis mehr.

gruetzi
steinbeisser
470 Beiträge · seit 200627. Okt. 2007 · #18
Hoi Steinbeisser

Alle Selbstfahrer als rüpelhafte Deppen zu brandmarken wäre genauso falsch wie alle Safaribetreiber als wohltätige Engel zu loben.

Viele, vielleicht sogar die meisten Selbstfahrer sind rücksichtsvoll und respektieren die fantastische Wildnis, in der sie sich bewegen. Genauso gibt es einige Safari-Organisationen, welche wirklich eine auf Jahrzehnte hinaus nachhaltige Entwicklung der Wildgebiete unter Einbezug der lokalen Bevölkerung betreiben. Dies mit dem Ziel, zum Überleben der Tiere in ihrer ursprünglichen Umgebung beizutragen und die Wildgebiete für kommende Generationen zu erhalten. Paradebeispiel sind etwa CCAfria http://www.ccafrica.com/ und Wilderness, hier mal den Link auf die Wilderness Trust http://www.wilderness-safaris.com/trust/main.jsp .

Probleme machen halt da wie dort die Menschen, welche auf den schnellen Fix aus sind.

Das Gebiet rund um die Camps im Savuti ist rein zur Ruhe der Camp-Gäste geschützt. Wenn Du auf Elephant Camp oder in der Safari Lodge in der Abendsonne auf Deinem Deck sitzt, dann möchtest Du vielleicht nicht irgendwelche Fahrzeuge im Hintergrund rumkurven hören oder diese gar noch sehen 😄

Deshalb werde ich - wenn ich etwas dazu beitragen kann - weiterhin in meinen Postings die Leute dazu anhalten, in den Parks nicht irgendwo wild zu nächtigen, langsam zu fahren und den Tieren ihren Raum zu lassen.

Liebe Grüsse

Patrick
www.mywilderness.net