Warnung: AVIS-Anmietung in Südafrika für Namibia

8 Antworten · 6'808 Aufrufe · gestartet 08. Aug. 2007 von Fried
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Themenstarter188 Beiträge · seit 200708. Aug. 2007 · #1
Liebe FoMis,

für unsere Reise von Kapstadt durch Namibia zu den Victoria Fällen hatten wir über DERTour bei AVIS ab Kapstadt einen Nissan X-Trail o.ä. gemietet. Erhalten haben wir einen Hyundai Tucson, der vom Auto her auch gleichwertig war. Wir haben die Reifenprofile überprüft; auch das des Ersatzreifens, diesen aber dafür leider nicht aus dem Auto heraus genommen. Sie waren alle in Ordnung und sahen neu aus.

Die 1. Überraschung kam bei der ersten Reifenpanne. Der Ersatzreifen war nur ein schmaler Kurzzeitreifen. Die 2. Überraschung kam als im Umkreis von 300 km von Sesriem (alle Garagen und größere Lodges wurden angerufen) kein Reifen (235/R16) erhältlich war. Wir wurden davor gewarnt, mit dem Kurzzeitreifen weiter zu fahren, dass könnte tödlich für uns sein. Ein Anruf bei AVIS Swakopmund ergab, dass in Swakop ein Reifen erhältlich sei, bezifferte die Reifenkosten auf ca. 2500 N$, wollte aber incl. Lieferung 5100 N$ haben. Schließlich hat AVIS Winhoek einen neuen Reifen geliefert und wollte zunächst nur die Reifenkosten ohne Transport berechnen.

3 Tage später habe ich mich in Swakopmund bei AVIS beschwert, dass man uns in Kapstadt ein Auto mit einem schmalen Kurzzeitreifen gegeben hat, obwohl wegen des Permits AVIS-SA bekannt war, dass wir durch Namibia fahren wollten, und man uns auch keine Reifenversicherung angeboten hätte. Die freundliche Mitarbeiterin erklärte, in Südafrika sei es üblich, 1. Autos nur mit den schmalen Kurzzeitersatzreifen auszustatten, 2. keine Reifenversicherungen erhältlich seien (die gäbe es nur in Namibia) und 3. Hyundai in SA sehr beliebt sei, dagegen in Namibia kaum gefahren würde und daher die Reifen dafür auch (fast) nicht erhältlich seien. Sie gab uns den Rat, falls wir nochmal in Südafrika für eine Reise durch Namibia anmieten würden, schon bei der Buchung darauf zu bestehen, dass wir keinen Hyundai bekämen. (Später auf der Reise bemerkte ein anderer AVIS-Mitarbeiter, dass die Gummimischung dieses Reifentyps wohl nicht für namibische Straßen geeignet sei. Eine deutsch-Namibische Farmerin erzählte uns, sie hätten einen Hyundai, aber als Erstes alle Räder incl. Felgen umgestellt.)

AVIS Swakopmund hat uns dann kostenlos einen vollständigen Ersatzreifen mitgegeben allerdings auf einer Nissan-Felge (Hyundai-Felgen gab es nicht), die knapp passte. Weiterhin konnten wir für die restlichen 16 Tage unserer Reise eine Reifenversicherung (incl. Glas, Unterboden) abschließen. Die war "unser Geschäft des Lebens", denn auf der Weiterfahrt hatten wir 60 km vor Twyfelfontein 2 defekte Reifen, u.a. der wenige Tage alte, neue Reifen. AVIS Winhoek brachte uns diesmal neben 2 neuen Reifen noch ein zusätzliches Ersatzrad mit Original-Hyundai-Felge. Gott sei Dank, haben wir beim Reifenwechsel in der Lodge-Garage auch das Rad der Nissan-Felge abnehmen lassen, obwohl es nicht defekt war; denn es ließ sich nur mit einem dicken Hammer wieder entfernen.

Bei Abgabe des Autos in Kasane (BOT) hatte die dortige Mitarbeiterin kein Zugriff auf die Akte (Internet down). Auch per Telefon war es AVIS Kapstadt nicht möglich, die Akte abzuschließen, da auch dort das System angeblich nicht zur Verfügung stünde. Da ich unbedingt auf einer Detailaufstellung bestand, was AVIS mir berechnen wollte, erhielt ich am nächsten Tag zunächst einen Anruf der Kasane-Mitarbeiterin. Hierbei stimmte die Summe der genannten Einzelposten nicht mit der Endsumme überein. Da die Differenz nicht geklärt werden konnte, erhielt ich kurze Zeit später einen Anruf aus Kapstadt. Auch hier stimmte die Summe der Einzelposten (die zum Teil auch anders waren) nicht mit der Endsumme überein und die Differenz nicht mit dem genannten Mehrwertsteuersatz. Aus den Angaben konnte man aber den Schluss ziehen, dass man uns nicht den 1. Reifen berechnet hat, sondern die namibische Reifenversicherung auf die ganze Reise ausgedehnt hatte. Da die Endsumme in beiden Angaben gleich war und etwas unter dem erwarteten Wert lag, habe ich diesem schließlich zugestimmt.

Abschließend sei bemerkt, dass alle Mitarbeiter von AVIS Namibia und AVIS Botswana sehr freundlich und um Hilfestellung bemüht waren sowie das Verhalten von AVIS Südafrika nicht verstanden.

Fried-liche Grüße
Reisebericht Namibia und drum herum 2007: http://www.sauert.net/reisen/211d.php
133 Beiträge · seit 200724. Sept. 2007 · #2
Lieber Fried, liebe FoMis,

danke für den Erfahrungsbericht. Auch uns wurde in Kapstadt statt eines X-Trails ein Hyundai Tucson gegeben (Hertz). Auf meinen Einwand hin erklärte man mir, daß es keine XTrails mehr gäbe bei Hertz und die Flotte auf Hyundai umgestellt wäre. Nach Deinem Bericht hier fuhr ich dann mit einem ziemlich schlechten Gefühl los.
Nach nunmehr 7200 Kilometern in Südafrika und Namibia, davon rund 1500 auf Schotter und Sand kann ich jedoch für uns sagen...alles ok! Keine Reifenpanne! Das einzig negative war der Kofferraum, der kleiner ausfiel als erwartet. Da ich jedoch keinen Vergleich zum X-Trail habe, muß das nicht unbedingt gegen den Hyundai sprechen.

LG Sandra
84 Beiträge · seit 200724. Sept. 2007 · #3
Hi Sandra, hi Fried,
wie wir auf unserer Reise erfahren haben, gab es noch (mind. 2 uns bekannt gewordene) andere Paare mit ähnlichen Problemen, die ebenfalls X-Trail gebucht hatten und Tucson bekommen hatten. Die Begeisterung für den Wagen hielt sich mehr als in Grenzen und man war sich einig: Nicht für Namibia geeignet!

Viele Grüße
Andreas
2'462 Beiträge · seit 200626. Sept. 2007 · #4
Hallo Andreas,

wir haben für Oktober auch bei Avis gebucht und uns wurde ein X-Trail "zugesagt". Sollte es jedoch dennoch ein Hyundai werden, konnte ich im Internet keine großen Abweichungen zum X-Trail finden. Allerdings bin ich autotechnisch auch ein absoluter Laie.

Kannst Du mir noch einmal sagen, wieso der Hyundai Namibia-untauglich ist? Vielleicht hast Du das schon geschrieben, ich konnte allerdings hier im Forum nichts dazu finden.

Lieben Dank im Voraus.

Herzliche Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter188 Beiträge · seit 200726. Sept. 2007 · #5
Hallo Sanne,

die ursprüngliche Warnung kam nicht von Adreas sondern von mir. Du findest sie in diesem Thread als ersten Eintrag. Sie bezieht sich nicht auf das Auto (damit waren im Prinzip zufrieden) sondern auf die Reifenausstattung.

1. Werden AVIS-Autos in Südafrika in der Regel nur mit einem temporären Ersatzreifen (halbe Breite) ausgestattet. Wenn die platzen kann das tödlich ausgehen und die Wahrscheinlichkeit soll nicht gering sein (beide Aussagen von Namibiern). Also UNBEDINGT kontrollieren und gegen vollen Ersatzreifen austauschen lassen. Dies gilt nicht nur für Hyundai sondern zumindest für alle AVIS-Autos aus SA, eventuell auch für andere Anbieter in SA.

2. Der Hyundai Tucson hat eine spezielle Reifengröße, die in Namibia nicht bzw. fast nicht zu haben ist. Meine Ersatzreifen mussten immer über AVIS-Windhoek angeliefert werden, wobei immer 1 Tag draufging. Das Gleiche gilt für Felgen.

3. Die Reifenmischung dieser speziellen Größe soll für namibische Straßen nur ungenügend geeignet sein (Aussage eines namibischen AVIS-Mitarbeiters). Die Wahrscheinlixchkeit, dass sie kaputt gehen, ist groß. Bei mir sogar ein nur 4 Tage alter (neuer). Eine andere namibische AVIS-Mitarbeiterin gab den Rat, schon bei der Bestellung darauf zu bestehen, KEINEN HYUNDAI zu bekommen.

Eine namibische Farmerin erzählte, dass sie einen Hyundai gekauft hätten, weil ihnen der Wagen gut gefiel, sie aber gleich alle Räder komplett auf in Namibia übliche ausgetauscht hätten.

Bleibt noch eine Warnung: Bei AVIS-Südafrika kann man keine Reifenversicherung abschließen, nur bei AVIS-Namibia.

Fried-liche Grüße
Reisebericht Namibia und drum herum 2007: http://www.sauert.net/reisen/211d.php
84 Beiträge · seit 200726. Sept. 2007 · #6
Die Leute waren sich einig, dass der Tucson für die Straße ein nettes Fahrzeug ist, aber eben nicht unbedingt für die Pisten Namibias. Es ist wohl eher ein Cruiser, aber kein Schlammspritzer. Der Kofferraum ist nochmal kleiner als im Nissan und vom Nissan weiß ich, dass man die Rücksitze gut umklappen kann und so einen ziemlich großen Laderaum erhält.

Ergänzend: Einer der Fahrer die wir getroffen hatten, hatte zudem den ganzen Innenraum eingestaubt - aber richtig. Das Zeug kam "irgendwie" in den Innenraum - wohl durch die Lüftung.

Reparaturtechnisch dürfte man im südlichen Afrika eher auf Nissans eingestellt sein, die kennt jeder Frickler - aber Hyundai können wahrscheinlich die meisten nicht mal schreiben 😉

Grüße
Andreas
7 Beiträge · seit 200724. Jan. 2008 · #7
Diese Warnung muss man erweitern auch auf THRIFTY, SA! In Kapstadt wurden uns Autos angeboten, die nicht einmal Profiltiefen hatten, wie es der ADAC vorschreibt. Man kann sagen, auf den Fahrzeugen waren Sliks montiert!! Uns wurd erläutert, dass dies in SA den den Bedingungen entspricht. Auch nach längeren Verhandlungen war man bereit, ein Ersatzfahrzeug nur gegen einen Upgrade zur Verfügung zu stellen, was wir aus Zeitgründen annehmen mussten. Fast alle Fahrzeuge, die wir dort gesehen haben, hatten kaum mehr als 1 bie 1,5 mm Profiltiefe!!

Grüsse
RR
1'455 Beiträge · seit 200624. Jan. 2008 · #8
Was kann der ADAC (deutsch) den Südafrikanern an Mindestprofiltiefe vorschreiben???
Ob es dort gesetzliche Vorschriften dazu gibt, sorry keine Ahnung.😊
Wenn nicht, dann ist es klar, das Du mit Deiner Forderung auf Unverständnis stößt.
Wenn es trocken ist, sind die Rillen eher nebensächlich....
LG Jens
3'491 Beiträge · seit 200624. Jan. 2008 · #9
Hallo RR,
ich glaube, dass wir mit unseren Vorstellungen darüber, wie ein Mietwagen technisch und bereifungsmäßig auszusehen hat, in Afrika auf ziemliches Unverständnis stoßen. Mich interessiert der Reifenzustand durchaus, wobei mir allerdings die Profiltiefe vom Prinzip her egal ist - die spielt auf Pad nun wirklich keine Rolle. Aber sie ist auch ein Indiz für das Reifenalter und da werde ich schon hellhöriger: ein abrupter Reifenschaden auf Pad kann schon sehr unangenehm sein - mal ganz abgesehen davon, dass man mitunter dann auch noch für Ersatz sorgen und zahlen muss. Ich werde aber auch etwas kleinlaut, wenn ich zur Kenntnis nehmen muss, dass deutsche Autovermieter ihre Fahrzeuge im Winter ohne Winterreifen ausliefern.
Dennoch rate ich jedem SA/Namibia-Reisenden, sich alle Reifen seines Mietwagens etwas sorgfältiger anzusehen und bei erkennbaren Mängeln auf Nachbesserung zu bestehen; ähnliches gilt auch für die Straßenzulassung - die kann bereits erloschen sein oder während der Mietzeit erlöschen ( kommt auch bei Großvermietern vor. Erkennbar auf der Vignette an der Windschutzscheibe).Bei etwaigen Grenzübertritten kann das schon sehr unangenehm werden.
Gruß Joli