Wie sicher ist es bei Gewitter im Dachzelt?

49 Antworten · 22,7k Aufrufe · gestartet 18. Juli 2007 von Jambotessy
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Themenstarter2'610 Beiträge · seit 200718. Juli 2007 · #1
Hallo guten Abend alle zusammen,

vor Elefanten, Hippos oder Löwen nachts ganz nah am Zelt habe ich keine Angst.
Seit wir aber mehrere richtig heftige Gewitter im Dachzelt erlebten,(z.B.Savuti ) habe ich richtig "Muffen", wenn ich dunkle Wolken am Himmel sehe.
Wie sicher ist man denn wirklich, da oben im Zelt? Ich klettere - wenn ich denn früh genug vom Donner aufwache - ruck-zuck die Leiter ´runter und "rette " mich ins Fahrzeug.
Ist das übertrieben, oder was soll ich machen???

Grüße
Jambotessy 😉 🙁 🤨
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
2'779 Beiträge · seit 200718. Juli 2007 · #2
hallo jambotessy
sicher vor was?

Ob der Regen eindringt hängt von der Qualität des Zeltes ab.

Ob die Gefahr eines Blitzschlages kleiner ist im Auto drin als auf dem Auto weiss ich nicht, doch ich denke dass die Gummireifen dir die "Erdung" nehmen sollten. Und mit eingezogener Leiter, damit kein Metal den Boden berührt sollte es meines Erachtens keinen Unterschied geben.

Abbrechende Äste eines Baumes im Windsturm scheinen mir hier die grösste Gefahr zu sein, wenn man darunter steht.

Lasse mich jedoch gerne von Wetterfröschen belehren...
Gruss Leona
7'296 Beiträge · seit 200618. Juli 2007 · #3
La Leona schrieb:
Ob die Gefahr eines Blitzschlages kleiner ist im Auto drin als auf dem Auto weiss ich nicht, doch ich denke dass die Gummireifen dir die "Erdung" nehmen sollten. Und mit eingezogener Leiter, damit kein Metal den Boden berührt sollte es meines Erachtens keinen Unterschied geben.
... ein Auto -wenn es nicht gerade ein Landrover mit Alu-Karrosserie ist- wirkt als Faraday'scher Käfig. Im Auto sind die Folgen bei einem Blitzeinschlag anders als im Zelt ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast18. Juli 2007 · #4
Hallo Wolfgang,
... ein Auto -wenn es nicht gerade ein Landrover mit Alu-Karrosserie ist- wirkt als Faraday'scher Käfig.
Verstehe ich gerade nicht? Auch Aluminium ist ein sehr guter Leiter und somit für einen Faradayschen Käfig bestens geeignet.

Ich habe null Erfahrung mit Dachzelten. Falls die ein solides Metallgestänge im Inneren haben, welches leitend mit dem Fahrzeug verbunden ist, sollte das ganz guten Schutz bieten. Das ist dann ähnlich wie ein Blitzableitersystem an Häusern: Das stellt auch einen vereinfachten, groben Faradayschen Käfig dar. Das bietet zwar keinen 100prozentigen Schutz, weil es kein perfekter Faradayscher Käfig ist, aber doch ein sehr hohes Schutzniveau.

Guido
7'296 Beiträge · seit 200618. Juli 2007 · #5
login37 schrieb:
... ein Auto -wenn es nicht gerade ein Landrover mit Alu-Karrosserie ist- wirkt als Faraday'scher Käfig.
Verstehe ich gerade nicht? Auch Aluminium ist ein sehr guter Leiter und somit für einen Faradayschen Käfig bestens geeignet.
... ok, dann vergessen wir die Einschränkung mit dem Landy gleich wieder.
Ich hatte irgendwie in Erinnerung, daß es da Probleme geben würde, weil das Material der Hitzeentwicklung nicht standhalten würde. Kann durchaus ein Fehler meinerseits sein ...

Gruß
Wolfgang
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102 Beiträge · seit 200718. Juli 2007 · #6
Hallo Jambotessy,

wir haben uns bei unseren letzten Reisen auch immer wieder diese Frage gestellt. Aber fast alle Personen, mit denen wir dieses Thema diskutiert haben, waren der Meinung, dass ein Dachzelt keine sichere Alternative ist.
Von daher werden wir es so handhaben wie bisher und bei aufkommenden Gewitter lieber ins Auto flüchten ...
Viele Grüße Nadine www.michapro.de Reisen und Fotografieren im Südlichen Afrika
479 Beiträge · seit 200619. Juli 2007 · #7
.................und wie ist die Gefahrenlage bei Bodenzelten?
Wäre dankbar für Aufklärung, da ich immer so meine Bedenken dabei habe.
Im Savuti bin ich Sch... auch aus dem Dachzelt ins Auto geflüchtet.
Danke euch und Grüße aus dem gewittrigen München
Gabi
Höflichkeit ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen Höflichkeit ist auch der Schlüssel zum Wissen. Niemand wird dann mit seinem Rat geizen.
571 Beiträge · seit 200619. Juli 2007 · #8
Sicher eine Horrorvorstellung, daß der Blitz ins Dachzelt einschlägt. Ich habe allerdings noch nie von einem solchen Unglücksfall gehört oder gelesen, das mal vorweg. Vielleicht haben da Ortsansässige eher etwas zu berichten?
Ansonsten schützt sicher das Auto selbst am besten, auch ein ALU - Landy schützt genauso. Ob das Dachzelt wie Faraday wirkt (ähnlich wie bei einem Cabriodach mit Metallstreben), schon möglich. Dann muß es aber wohl fest mit der Metallkarosserie verbunden sein, nicht mit dem Kunststoffhardtop! Weiterer Nachteil: Mann/Frau liegt in der Regel recht eng an den Zeltwänden, diese sind u.U. vom Regen feucht usw. Also ich weiß nicht recht, keine gute Aussicht. Auch die Stangen/Streben sollte man nicht berühren. Also: im Zelt hinhocken. Wie lange halten zwei Leute das durch? Entscheidend meiner Ansicht nach ist: nicht in der weiten Pampa, z.B. Salzpfannen usw. als höchster Punkt stehen (gar nicht so einfach). Nicht nur wenige Meter neben oder gar unter dem einzigen Baum hinstellen (auch nicht einfach und vor allem: das ist doch so schön gemütlich!?). Mit dem Bodenzelt genauso. Am besten: eine Baumgruppe suchen und sich in einigen Metern Entfernung neben einen niedrigeren stellen. Dann sollte alles gut gehen. Wenns zu sehr knallt - oder man auch einfach zu viel Muffe hat - was ganz ok ist - ab ins Auto. Fenster zu, Antenne rein, Handy und GPS aus und lesen oder knuddeln.

Ach ja, in einem Camp mit Gebäuden würde ich u.U. natürlich diese aufsuchen.

Wollen wir mal alle beten, daß nie was passiert...
Steinbeisser

Ach ja, wenn Ihr zum Thema mal googelt, das ist nicht wirklich befriedigend, was die Wetter- und Elektrik - Experten da hinsichtlich Gewitter und Outdoor so anbieten. Bin selbst auch in den Bergen oft mit Zelt oder WoWa bzw. wandernd unterwegs und muß sagen, bisher Glück gehabt...<br><br>Post geändert von: steinbeisser, am: 18/07/2007 22:30
1'009 Beiträge · seit 200719. Juli 2007 · #9
Eine Frage zu dem Thema:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit gegeben in Namibia ein richtiges Gewitter zu erleben ?
Würde mich wirklich interessieren, was da so für Meinungen von Euch kommen.

liebe Grüße
Petra
Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit unsere Website: SAMMY FAMILY
39 Beiträge · seit 200719. Juli 2007 · #10
Hallo,

Faradayscher Käfig funkioniert nicht im Dachzelt.
Begebt euch einfach ins Auto

Gruß Bossua<br><br>Post geändert von: Bossua, am: 19/07/2007 00:10
962 Beiträge · seit 200719. Juli 2007 · #12
Hallo, Petra,
by the way, wir hatten im Okt.06 in Ethosha jeden abend schwere Gewitter!
mit ah-namibia grüsst myrio
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193547-afrika-2011-so-qbeautiful-greenq-1teil.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193761-afrika-2011-so-beautiful-green-teil-2.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/195398-a-f-r-i-k-a-2011-so-beautiful-green-teil-3.html
466 Beiträge · seit 200619. Juli 2007 · #13
Moin Jambotessy ,

ich denke, man sollte sich ins Auto flüchten. Zelte sind eher nicht für einen Käfig nach Faraday geeignet, meine ich.
Ich habe aber mal meinen Vater gefragt, der ist Physik-Professor und kann dies sicher beantworten. Werde mich mit der Erläuterung wieder hier melden - versprochen.

LG Jürgen
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466 Beiträge · seit 200619. Juli 2007 · #14
Also wie versprochen: "innerhalb eines elektrischen Leiters ist ein feldfreier Raum, in dem also auch kein Blitzstrom fließen kann. Auch ein Leiternetz bildet einen Schutz. Die Leiterbahnen müssen eben nur elektrisch geschlossen sein und auch einen kräftigen Querschnitt haben. Wenn der Querschnitt zu gering ist, brennen die Leiterbahnen durch. Nichtleiter sind ungeeignet. Die großen elektrischen Löcher von Dach, Fenster und Seitenteilen stellen keine Gefahr dar, solange die anderen Leiter ringsherum geschlossen sind."

Kann sich jetzt jeder seinen Teil denken. Für mich steht fest: ein Zelt ist definitiv nicht sicher, das Auto im Gegenteil schon!

Good Luck!
Jürgen
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Gast19. Juli 2007 · #15
Also wie versprochen: "innerhalb eines elektrischen Leiters ist ein feldfreier Raum, in dem also auch kein Blitzstrom fließen kann. Auch ein Leiternetz bildet einen Schutz. Die Leiterbahnen müssen eben nur elektrisch geschlossen sein und auch einen kräftigen Querschnitt haben. Wenn der Querschnitt zu gering ist, brennen die Leiterbahnen durch. Nichtleiter sind ungeeignet. Die großen elektrischen Löcher von Dach, Fenster und Seitenteilen stellen keine Gefahr dar, solange die anderen Leiter ringsherum geschlossen sind."

Kann sich jetzt jeder seinen Teil denken. Für mich steht fest: ein Zelt ist definitiv nicht sicher,
Ich weiß nicht, wie Du zu dieser Interpretation des Textes kommst? Ich lese da eher das Gegenteil heraus. Voraussetzung ist wie schon gepostet, dass das Zeltgestänge aus Metall ist und leitend mit der Karosserie des Fahrzeugs verbunden ist.

Wie auch schon gepostet: Ein Blitzableitersystem an einem Haus ist auch kein idealer, geschlossener Faradayscher Käfig und entfaltet trotzdem weitestgehend die Wirkung eines Faradayschen Käfig. Und ein Zeltgestänge hat allemal den Querschnitt eines Blitzableiters am Haus.

Sehr aussagekräftig ist auch der von Andreas gepostete Link zu einem Versuch der TU Berlin bezüglich Cabriodach mit Metallgestänge.

Richtig ist allerdings, das ein Auto dem idealen Faradayschen Käfig näher kommt und somit ein höheres Schutzniveau bietet.

Guido
Themenstarter2'610 Beiträge · seit 200719. Juli 2007 · #16
Hallo guten Abend,
vielen Dank für eure Tipps- in Physik war ich schon in der Schule eher schwach (" Böhmische Dörfer" lt. Physiklehrer)-aber für mich steht jetzt fest, dass ich bei Gewitter wieder flugs die Leiter hinunter klettere und mich ins Auto flüchte. Ich habe zwar auch noch nie gehört, dass ein Touri im Zelt vom Blitz ( oder Baum) erschlagen wurde, aber ich will auch nicht die Erste sein, über die dann in der "Bild" oder "Allgemeinen Zeitung" ausführlich berichtet wird.

Grüße Jambotessy 😉
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
7'296 Beiträge · seit 200619. Juli 2007 · #17
sammy schrieb:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit gegeben in Namibia ein richtiges Gewitter zu erleben ?
... wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, weiß ich nicht, aber ich bin mal hinein geraten in so ein heftiges Gewitter. Es fand statt zwischen dem Gaub-Paß und Rostock-Ritz. Es dauerte nur eine halbe Stunde, aber ich war mittendrin. Es gab reichlich Blitz und Donner, Hagel in der Wüste und ich war mit dem Fahrrad unterwegs. Auf das Erlebnis hätte ich gerne verzichtet ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
31 Beiträge · seit 200719. Juli 2007 · #18
Hallo
Wie hoch die wahrscheinlichkeit ist kommt ja auch auf die Jahreszeit drauf an. Wir sind immer immmer im Januar da, also Regenzeit und hatten schon viele Gewitter. 2006 hat es sehr viel geregnet und gewittert und auch dieses Jahr war einiges. Als wir dieses Jahr in der Etoscha waren hatte es an einem Abend so geschüttet, das wir natürlich nicht kochen konnten also mussten wir Essen gehen.:( Es stürmte auch richtig heftig, sowas habe ich noch nicht in Namibia erlebt. Als wir zum Camp zurückgefahren sind ist der Baum unter dem wir eigentlich gestanden hätten umgeknickt. Zum Glück standen wir nicht drunter!!!!!!!! Also Voricht auch unter Bäumen mit dem Dachzelt wegen Ästen oder Baum.Ansonsten habe ich wirklich schon viele dicke Gewitter in Namibia erlebt, aber ichm fand es nie bedrohlich
Grüße Leni
1'009 Beiträge · seit 200720. Juli 2007 · #19
Danke für die Antworten, ich war noch nie in der Regenzeit in Namibia.
Allerdings sagte mir Jürgen (meine bessere Hälfte), wir hätten bei unserer ersten Reise im September 2003 ein Gewitter am Waterberg miterlebt.
Das hatte ich glatt vergessen. Wir standen damals vor unserem Häuschen und haben das Gewitter beobachtet.

liebe Grüße
Petra
Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit unsere Website: SAMMY FAMILY
573 Beiträge · seit 200720. Juli 2007 · #20
Also freie Wahl: Vom Blitz erschlagen werden oder vom Baum.
Viele Grüße, Kanzler