tip für guides und tracker - lodgeaufenthalte

13 Antworten · 4'144 Aufrufe · gestartet 03. Juli 2007 von anette
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ThemenstarterGast03. Juli 2007 · #1
wir machen in der regel fly in safaris und immer wieder ist das thema "TIP" für guide, tracker/spotter sowie staff fund ein heikles thema.
man möchte keinesfalls zu wenig geben, andererseits möchte man auch nicht zur inflationären entwicklung der tips beitragen.

wäre froh mal von euch zu erfahren, wie ihr es hiermit haltet.
hinzu kommt die frage nach der währung! klar in zim keine zimdollar und in zambia möglichst keine kwacha.

bin auf eure erfahrungen gespannt!

grüessle
anette
2'732 Beiträge · seit 200603. Juli 2007 · #2
Waren für 5 Tage in Bongani (ZA) und unsere Freunde kamen nach. Die haben wir gefragt und die meinten so 100 Rand / Person wären schon angebracht.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
ThemenstarterGast03. Juli 2007 · #3
Andreas Cierpka schrieb:
Waren für 5 Tage in Bongani (ZA) und unsere Freunde kamen nach. Die haben wir gefragt und die meinten so 100 Rand / Person wären schon angebracht.
wir (ehepaar) haben uns auf folgendes eingestellt ausgehend von 2 gamedrives pro tag:
guide 5$ person und drive - das gleiche für den spotter. tent steward 10$ pro tag, 10 $ pro tag für die staff box.

wir händigen das trinkgeld immer persönlich jedem aus und das geld für den staff geben wir dem manager oder chef steward im beisein anderer staff mitglieder. bislang erlebten wir keine enttäuschten gesichter.
in zambia nun hatten wir den eindruck, dass unser "valet", das equivalent zum tent steward 😉, in livingstone eher etwas enttäuscht schien.

unterhaltungen mit anderen gästen in anderen (späteren und früheren) camps machten deutlich, dass es bei den tip-gewohnheiten seitens der reisenden enorm unterschiedliche einstellungen und auch praxen gibt.
daher mein interesse an diesem thema.....
2'732 Beiträge · seit 200604. Juli 2007 · #4
Anette,

denke mal, das hängt auch von der Lodge ab. Bei einer High-Class Lodge wie im Okavango-Delta habe ich wesentlich höhere Ansprüche als bei einer Middle-Class Lodge nahe dem Krüger Park (auch wenn diese von CC Afrika geleitet wird).

In einem hast du aber Recht, der Spotter hatte auch den gleichen Betrag bekommen. Das glaube ich vergessen die meisten 😊 , dass da auch noch jemenad ist, der zwar nicht die Natur erklärt und einen herumfährt.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
2'462 Beiträge · seit 200604. Juli 2007 · #5
Hallo Annette,

ich tu mich leider immer wieder wahnsinnig schwer damit, nach einem Game Drive - die bisher immer alle ganz toll waren - von diesem Auto zu steigen und den Guides/ Spottern direkt Geld in die Hand zu drücken.
Glücklicherweise sind wir in den Regel mindestens 2 Tage in einer Lodge und wenn möglich "weiche" ich immer wie folgt aus:
Nach dem Game Drive laden wir zuerst die beiden abends auf einen Wein/ Bier etc. ein - bisher hat nur einer abgelehnt. Dem haben wir dann gedankt und NS 100 in die Hand gedrückt.
Bei den anderen haben wir abends sehr nett zusammengesessen, Wein getrunken und am nächsten Morgen (sofern wir einen weiteren Game Drive hatten) haben wir dann für beide Male gezahlt.

Ihr könnt ruhig lachen 🙂 Ich fühl mich dabei aber irgendwie besser und bisher hat noch niemand irritiert oder verärgert auf meine "Praxis" reagiert. Es ist halt so, dass vor meinem inneren Auge so ein Film abläuft: ich halte beruflich eine Präsentation vor fremden Leuten und die drücken mir 5 euro in die Hand, weil ich das so toll gemacht habe. 🙂
Wie gesagt, bisher sind wir damit ganz gut gefahren und vor allem hat diese Art den Vorteil, dass man abends auch noch einiges über Land und Leute erfährt, was uns vielleicht verwehrt wäre.
Liebe Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
6'152 Beiträge · seit 200604. Juli 2007 · #6
Hallo,

wir handhaben es seit Jahren so , nachdem man uns vor Jahren diesen
Tip auf einer Lodge gegeben hat.
In ein Kuvert geben wir 100 bis 200 N$ mit ein paar persönlichen
Worten ab. Auf sehr vielen Unterkünften wird einmal im Monat
der Behälter mit den Trinkgeldern geleert und auf das gesamte
Personal verteilt - so bekommen auch die unsichtbaren Geister was
ab (wie z.B. Küchenpersonal usw.).
Gruss Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
208 Beiträge · seit 200704. Juli 2007 · #7
Hi Anette

finde ich auch ein sehr wichtiges Thema, wir hatten letztes Jahr in Südafrika auch immer auf dem Zimmer Geld oder in der Staff Box Geld deponiert, nach Info aus dem Reiseführer +/- 10 % der Übernachtungskosten.

Dies machte dann so im Schnitt ca. 100 - 150 Rand pro Nacht. In Wilderness an der Garden Route haben wir bei einem Schweizer der in Südafrika lebt mal genauer nachgefragt. Übri-gens ein super Guesthaus, wenn jemand mal in der Nähe dort ist. www.thedune.co.za

Seine Äusserung war, dies sei viel zu viel, pro Nacht zwischen 20-30 Rand seinen das Maximum. Er hat dies mit dem monatlichen Verdienst des Personals begründet (weiss jetzt nicht mehr wie viel) und ich fand es im Verhältnis o.k.

Die beste Erfahrung haben wir gemacht in dem man im Land lebende Leute mit evt. europäischen Wurzen fragt.

Aber nochmals finde ich ein interessantes und wichtiges Thema, man will ja nicht zuwenig oder zuviel geben.

Gruss Flipper
15 x Namibia / 3 x Südafrika / 2 x Botswana / 2 x Zimbabwe
7'272 Beiträge · seit 200604. Juli 2007 · #8
anette schrieb:
wir (ehepaar) haben uns auf folgendes eingestellt ausgehend von 2 gamedrives pro tag:
guide 5$ person und drive - das gleiche für den spotter. tent steward 10$ pro tag, 10 $ pro tag für die staff box.
Hallo Anette

Danke für dieses Thema. Wir tun uns damit auch immer sehr schwer. Ich nehme an bei Euren $ handelt es sich um US$. Zahlt Ihr Tips wirklich in US$ oder entsprechend in lokaler Währung?

Herzliche Grüsse
Chrigu<br><br>Post geändert von: chrigu, am: 04/07/2007 14:55
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ThemenstarterGast04. Juli 2007 · #9
@ all
danke für eure statements!
es zeigt sich, dass tatsächlich die tip-frage erörterungsfähig ist.

wir sind in den meisten fällen 2 nächte in einem camp/lodge und geben das trinkgeld ganz zum schluss. es sei denn wie kürzlich in zambia, wo wir zu fast jedem gamedrive einen anderen guide/spotter hatten - das scheint in zambia nicht aussergewöhnlich zu sein. das machte es schwierig, da wir dann am schluss des aufenthaltes von A nach B geflitz sind und geld verteilten, da wir wert drauf legen, dass auch wirklich jeder seinen anteil bekommt.
für das personal im hintergrund steht ja meist eine staffbox bereit, so dass auch diese bedacht werden! von diesem tip bekommen im übrigen guide und spotter nichts mehr ab!

seit jahren verwenden wir keine kuverts mehr, da wir die tipfrage unsererseits offen gestalten möchten um auch nicht den eindruck zu erwecken evtl. ein kuvert zu nutzen um einen minitip zu verschleiern.

zum tip thema passt vielleicht noch:

wir kaufen immer wieder nagelpflegesets, gefakte leathermen, zusammenklappbare campingbestecke, headlights etc. und nehmen eine anzahl dieser geschenke mit auf reisen. meist erhält der guide/spotter ein kleines mitbringsel zusammen mit dem tip, wenn wir längere zeit in einem camp waren und demzufolge schon fast freundschaft schliessen konnten.

tiphöhe: sicher ist es sehr viel geld, wenn man dies auf mehrere gäste im auto hochrechnet und im verhältnis zum verdienst setzt.
doch da heute schon fast alle camps in einer art "wohl gemeintem hinweis" die tipempfehlungen in den zelten/hütten auslegen gehen wir davon aus, dass der tip schon fast als gehaltersatz seitens campbetreiber angesehen wird.
(es gibt einige live-aboards im pazifischen raum auf denen die crew lediglich die "uniformen" und das equipment gestellt bekommen und der tip als gehaltersatz herhält! dort liegt die empfehlung bei 10-15% der passage, was bei einem ehepaar und 10 tagen aufenthalt flott mal 1000 - 1200 AUS$ ausmacht!)

der absolute hit war das sausage tree camp am lower zambesi, was sogar den koch in die reihe der extra-tip-empfänger einreihte! dagegen haben wir uns dann allerdings gesperrt, weil wir diesem ausufern nicht vorschub leisten möchten.

die beste art den tip zu sichern hat das elephant pepper camp in der masai mara entwickelt:
bevor ein gast abreist stellen sich alle - aber auch wirklich alle! - mitarbeiter auf und die campmanagerin sagt dem gast, wer den tip für den staff erhält. dann schreitet man die komplette riege ab und gibt jedem die hand. staffseitig bedankt sich jeder beim gast! dies gewährleistet, dass auch kein gast ohne tip das camp verlässt! ziemlich gewöhnungsbedürftig aber im resultat äusserst erfolgreich, zumal man immer wieder hört, dass gäste abfahren ohne jedeweden tip zu hinterlassen, was natürlich auch ziemlich daneben ist, wenn man zufrieden mit dem service war!

bin auf weitere steatments gespannt, da das theme sicher noch einige beschäftigt!

grüessle
anette
ThemenstarterGast04. Juli 2007 · #10
chrigu schrieb:
anette schrieb:
wir (ehepaar) haben uns auf folgendes eingestellt ausgehend von 2 gamedrives pro tag:
guide 5$ person und drive - das gleiche für den spotter. tent steward 10$ pro tag, 10 $ pro tag für die staff box.
Hallo Anette

Danke für dieses Thema. Wir tun uns damit auch immer sehr schwer. Ich nehme an bei Euren $ handelt es sich um US$. Zahlt Ihr Tips wirklich in US$ oder entsprechend in lokaler Währung?

Herzliche Grüsse
Chrigu<br><br>Post geändert von: chrigu, am: 04/07/2007 14:55
chrigu,
in SA geben wir landeswährung.
so damals auch in NAM wo wir jedoch auch ZAR gaben, als die nam$ alle waren.
kenya geben wir auch landeswährung aufgefüllt mit US$, falls uns landeswährung im busch ausgeht. speziell die guides in kenya mögen lieber den schilling, da sie dies direkt umsetzen können ohne tauschen zu müssen, da viele ja doch relativ weit weg von städten und somit banken leben. doch die camps wechseln den jungs auch gerne US$ in schilling ohne dass grosse wechselverluste entstehen.
tanzania geben wir US$.
zambia ausschliesslich US$, da dort wohl der kwacha von den landsleuten nicht gerne genommen wird. egal wo wir in zambia waren einschl. livingstone: alle wollten US$, daher haben wir gar nicht erst getauscht!
bot geben wir US$.

grüessle
anette
1'457 Beiträge · seit 200604. Juli 2007 · #11
Das mit dem Peppertreecamp bestätigt leider, dass der TIP ein fester Bestandteil des Lohnes ist. Allerdings ist der auch steuerfrei 😗
208 Beiträge · seit 200722. Jan. 2008 · #12
Hallo liebe Fomis

ist zwar schon ein älter Trade, aber ich denke der eine oder andere
hätte zu diesem Thema vieleicht auch noch so einiges an Erfahrung
beizutragen, ist es doch ein wichtiges Thema.

Sorry wenn ich diesen alten Trade wieder ausgrabe, bin gespannt auf
euren Tip Knigge.

Gruss Flipper
15 x Namibia / 3 x Südafrika / 2 x Botswana / 2 x Zimbabwe
15 Beiträge · seit 200830. Jan. 2008 · #13
Sali zämä

Ich habe in der privaten game lodge Thula Thula in KwaZulu-Natal als ranger gearbeitet. Das ganze war teil einer ausbildung ohne bezahlung, nur kost und logie. Ich war für jedes trinkgeld dankbar, somit konnte ich was in meiner freizeit unternehmen. Es gab schon mal gäste die sich über einen schweizer ranger gewundert haben. Das hat sich aber nach dem ersten gamedrive positive geändert. Viele leute wollen einheimische guides im glauben dass die im bush aufgewachen sind und somit viel mehr wissen. Na ja sogenante bushmänner gibt es immer weniger weil alle in die grosse stadt ziehen wo es mehr zu verdienen gibt. Nur mal ein beispiel, mein einheimischer head ranger "Bongani" hat erzählt dass elephanten betrunken werden wenn sie marula früchte essen. Falls auch euch diese geschichte erzählt wurde, denkt mal daruber nach. In einer vergährten frucht ist kein hochprozentiger alkohol drin und dann die körpermasse eines elephanten. Wieviele biere musst du trinken bis du nicht mehr gerade laufen kannst, wieviel wiegst du? ein elephant bis zu 6tonnen.

100 Rand war ein übliches trinkgeld bei zwei übernachtungen also vier gamedrives für mich. Aber es gab auch anderes, von einer Amerikanischen Kreuzfahrts gesellschaft die zu einem gamedrive nach Thula Thula kamen kriegte ich einen doller. Oder als schweizer gäste in der anderen lodge zu gast waren, also mit Bongani auf safari gingen, dufte ich sie einmal durch den bush guiden. Dafür bekam ich 30Franken, ok das war mit schweizer bonus. Für fünf tage hatten wir mal nur ein pärchen aus england zu gast, die hatten also ganz private gamedrives. Wir waren so fexibel, mussten auf niemanden warten oder rücksicht nehmen. Wir haben auch mal den LandRover verlassen und gingen auf nen kleinen walk. Im diesen 7 oder 8 drives haben wir alles was es zu sehen gab gesehen, haben viel gelacht und erzählt. Am ende bekam ich ein riesen tip von 1000rand die ich mit meinem tracker geteilt habe. Jimmy der Zeltcamp manager wollte auch wieder mal nen schönen tip. also hat er eine Französische familie, die gerade aus frankeich eingflugen ist, unterhalten, bedient, auf safari einfach alles um ihnen einen schönen aufenthalt zu machen. Am ende, weil sie noch nicht an die tip gewohnheiten südafrikas gewohnt waren, bekam er einen "danke schön" und handschlag.

So, das sind meine Tip geschichten

Reto
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818 Beiträge · seit 200730. Jan. 2008 · #14
Habe 1 Jahr in Kapstadt gearbeitet und so Einblick in das typische Verhalten der Südafrikaner bekommen.

Bis zu 10% Trinkgeld sind normal, jedoch zahlen Einheimische meist nur um die 5% Tip.
Belgier gaben nie Tip.
Europäer halten sich strikt an die Vorgaben des Reiseführers mit 10%.
Amerikaner, Japaner, Kuwaitis übertreiben es auch gern mal (für einen Drink aufs Zimmer bringen waren US$ 20 durchaus nicht unüblich).

Ich habe mich gefreut, aber prinzipiell zerstört es das Land und seine Bewohner.

Wir handhaben das meist so. Maximal gibt es 10% Tip für super tollen Service, den man immer und überall erwarten kann. Nicht selten ist der auch gegeben.
Für jeden Fehler wird aber rigeros je 1% abgezogen (unfreundliche Bedienung, langes Warten aufs Essen, keine freundliche Unterschrift mit Bonbon auf der Rechnung ... was weiß ich). So gibts eben manchmal auch nur 3 oder 6% Tip. Eigene Selberschuld. 😉
http://www.oribi.de/