PApangolinThemenstarter136 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #1Wir sind am 3. Mai 2007 von Solitaire Richtung Norden gefahren. In der Ferne sah ich zwei Autos am Wegrand stehen; 4x4’s mit Dachzelt (Mietfahrzeuge!). Als wir unsere Fahrt verlangsamten, sind die zwei 4x4’s weggefahren!! Wir haben folgende Situation angetroffen: Links ausserhalb der Strasse lag ein Personenwagen auf dem Dach. Neues Fahrzeug – Totalschaden! Ein Mann lief hin und her. Ein Hosenbein war voller Blut. Aus dem Auto kroch vom Beifahrersitz eine Frau. Der Mann wiederholte immer wieder:
“Es hat uns nichts gemacht, wir haben alles unter Kontrolle. Es hat uns nichts gemacht. Ich habe mit meinem Vermieter per Handy gesprochen. Es hat uns nichts gemacht“ ……
Es war unverkennbar, der Mann und die Frau standen unter Schock. Wir haben herausgefunden, dass der Vermieter dem Verunfallten geraten hat, nach Solitaire zurückzukehren und dass alles Weitere durch den Vermieter veranlasst werde. Leider konnten wir das Paar (Portugiesen) nicht nach Solitaire zurückfahren, da wir keine Rücksitze in unserem Fahrzeug haben. Wir haben deshalb sofort versucht, ein entgegenkommendes Fahrzeug anzuhalten. Der Fahrer (wie sich herausstellte benfalls Tourist) wollte zuerst die Unfallstelle ohne Halt passieren. Mein Mann und ich haben das Auto gestoppt, indem wir auf das Fahrzeug losgerannt sind. Schlussendlich hat der Autofahrer sich bereit erklärt, das Paar samt Gepäck nach Solitaire mitzunehmen.
Nachfolgend vorbeifahrende Südafrikaner hielten unverzüglich und boten ihre Hilfe an!
Was mich an der ganzen Sache befremdet und mich immer noch sehr beschäftigt, ist das Verhalten dieser Touristen in den Mietfahrzeugen. Sie haben die zwei Personen in der prallen Sonne stehen lassen und sind einfach weitergefahren!!
Sonja
BABaliHai382 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #2Wahnsinn - was sind das für Menschen die da einfach weiterfahren.
Ich könnte das nie und nimmer mit meinem Gewissen vereinbaren und hätte danach keine ruhige Minute mehr. Gerad in solch einem Land ist es doch das um und auf sich gegenseitig zu helfen 🙁
holger982 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #3So ein Verhalten ist wirklich armselig. Auch, wenn es keine Entschuldigung ist, habe ich mal einen Bericht im TV gesehen, wo genau so ein Verhalten untersucht wurde. Es ist ein psychologischer Schutzmechanismus, wenn man an einer Unfallstelle vorbeifährt. Was in diesem Fall mehr als fahrlässig gewesen ist, ist, dass die Autos angehalten haben und danach einfach wieder weitergefahren sind. Unglaublich so etwas. Wahrscheinlich haben sie eure Staubwolke gesehen und das Problem auf euch abgewälzt.
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http://travel-pictures.net KEkelele134 Beiträge · seit 200722. Juni 2007 · #4Hallo pangolin,
ich war vor nicht allzu langer Zeit in Südafrika, Kapregion. Dort ist man regelrecht darauf eingeschworen worden, niemals anzuhalten bei einem Unfall. Langsamer fahren, Lage so gut wie möglich einschätzen, dann die Polizei/Krankenwagen o.ä. anrufen. Aber nicht anhalten und erst recht nicht aussteigen! Am Besten sogar die Türen verschließen. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass wir zwei junge Mädels waren und zeitweise im Township Khayelitsha gearbeitet haben.
Hintergrund waren natürlich die vielen gefakten Unfälle, die dann zu Überfällen wurden.
Vielleicht ist die Situation in Namibia anders, das kann ich (noch) nicht einschätzen. Besonders scheint es ja so zu sein, dass man andere Touristen schon alleine am Auto einwandfrei erkennen kann. Ansonsten, so unmoralisch das klingen mag, würde ich es weiterhin so halten, wie ich es gelernt habe. Auch wenn es mir natürlich schwer fallen würde!
Meinetwegen dürft ihr jetzt verbal auf mich einschlagen- aber mir ist mein Leben schon wichtig 😐
Grüße
Kelele
BABaliHai382 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #5kelele schrieb:Hallo pangolin,
ich war vor nicht allzu langer Zeit in Südafrika, Kapregion. Dort ist man regelrecht darauf eingeschworen worden, niemals anzuhalten bei einem Unfall. Langsamer fahren, Lage so gut wie möglich einschätzen, dann die Polizei/Krankenwagen o.ä. anrufen. Aber nicht anhalten und erst recht nicht aussteigen! Am Besten sogar die Türen verschließen. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass wir zwei junge Mädels waren und zeitweise im Township Khayelitsha gearbeitet haben.
Hintergrund waren natürlich die vielen gefakten Unfälle, die dann zu Überfällen wurden.
Vielleicht ist die Situation in Namibia anders, das kann ich (noch) nicht einschätzen. Besonders scheint es ja so zu sein, dass man andere Touristen schon alleine am Auto einwandfrei erkennen kann. Ansonsten, so unmoralisch das klingen mag, würde ich es weiterhin so halten, wie ich es gelernt habe. Auch wenn es mir natürlich schwer fallen würde!
Meinetwegen dürft ihr jetzt verbal auf mich einschlagen- aber mir ist mein Leben schon wichtig 😐
Grüße
Kelele
Hallo Kelele!
Ja Du hast schon recht. Wenn mir die Situation dubios vorkommt würde ich mich ev. auch so verhalten wie Du beschrieben hast. Hier aber dürfte die Situation ziemlich eindeutig gewesen sein.
Sicherlich werden gefälschte Unfälle in RSA an der Tagesordnung stehen, wie oft das in Namibia vorkommt kann ich nicht beurteilen.
Im Prinzip gebe ich Dir recht und das ist ja auch das Prinzip bei der Ersten Hilfe, dass die eigene Sicherheit immer im Vordergrund stehen muss!
GEGernot EickerGast22. Juni 2007 · #6moin,
in Botswana habe ich x-mal erlebt, dass Autofahrer anhielten und fragten, ob es irgendwelche Probleme gäbe!
Wir hatten aber immer nur eine Pi...pause gemacht oder stattdessen ein Bier getrunken;)
Gruss Gernot
karl406 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #7hallo kelele !!!
in SA ist die situation sicher anders als in NAM.
in SA ist car-jacking an der tagesordnung.
daher auch die empfehlung übervorsichtig zu sein und zuerst die polizei rufen.
in der wildnis schaut das ganze schon anders aus.
vor allem wenn ein camper oder 4x4 verunglückt kann man davon ausgehen das es touristen sind.
ich persönlich würde in SA, in städten oder belebten gebieten die die polizei iformieren . in NAM natürlich erste hilfe leisten, so gut es geht.
gruß
karl
KEkelele134 Beiträge · seit 200722. Juni 2007 · #8Hallo Karl,
na, dann werde ich das mal beherzigen- in der Hoffnung, dass mir auch geholfen wird, wenn ich liegen bleibe!
Das mulmige Gefühl, mitten in George nach einem Konzert den kleinen Golf nicht mehr starten zu können, das brauch ich nicht wirklich noch mal 🙁
Gruß,
Kelele
karl406 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #9hallo kelele !!!
ich kann deine gefühle nachvollziehen.
fühle mich in gewissen gegenden in SA oder grösseren städten in NAM auch etwas unwohl.
ich hoffe halt immer das der karren hält.
gruß
karl
BABaliHai382 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #10karl schrieb:hallo kelele !!!
ich kann deine gefühle nachvollziehen.
fühle mich in gewissen gegenden in SA oder grösseren städten in NAM auch etwas unwohl.
ich hoffe halt immer das der karren hält.
gruß
karl
jup, ich denke in manchen Städten in Namibia kann man die Sicherheitssituation auch nicht unbedingt als unbedenklich einstufen. Außerhalb der Städte habe ich mich in NAM sehr sicher gefühlt - aber das kann manchmal trügerisch sein! Im Prinzip kriegt es keiner mit und Du bist absolut allein wenn Dich wer überfällt - und so was passiert auch in NAM!
Darum muss man beim Anhalten schon immer genau schauen! Wir habens immer so gemacht, dass wenn in der Entfernung Autos standen wir mit dem Ferngucker mal die Lage inspiziert haben! Wenn mir da was komisch vorgekommen wäre hätte ich wahrscheinlich mal angewartet oder umgedreht!
Ich denke mit vorsichtigem Verhalten kann man schon viele gefährliche Situationen verhindern!
Es ist leider traurig, aber die Welt ist schlecht (natürlich nicht immer)
NINitram12 Beiträge · seit 200722. Juni 2007 · #11Hallo!
War im ganzen Mai 2007 ganz alleine mit einem 4x4 auf der Piste. Hatte ohne Ausnahme immer sehr gute Erfahrungen mit allen Bewohnern gemacht. Wann immer ein Problem am bzw. mit dem Auto war, standen helfende Hände zur Verfügung. Nie hatte ich das Gefühl von Angst in mir. Die Hilfsbereitschaft war schlicht und einfach mustergültig. Auch als mein Auto einen techn. Def. hatte, kam der Vermieter KEA nach 4 Stunden Wartezeit und einer Fahrt von Km 250 mit einem neuen Fahrzeug. Das war wirklich ein ausgezeichneter Service!
Gruss,
Nitram
joli3'491 Beiträge · seit 200622. Juni 2007 · #12Hallo zusammen,
Hilfsbereitschaft ist in Namibia eine der wichtigsten Voraussetzungen für das dortige Zusammenleben. Um so bedauerlicher, dass dies gelegentlich von Kriminellen durch gestellte Notfallsituationen ausgenutzt wird. Deshalb sollte man sich erkennbaren Unfallstellen sehr aufmerksam nähern, das Umfeld im Auge behalten und zunächst mal auf keinen Fall aussteigen.Erst einmal versuchen, Klarheit über die Situation zu gewinnen, und dann das "Erforderliche" tun. Den echten Unfallopfern mag ein derartiges vorsichtiges Herantasten zwar merkwürdig oder gar unmenschlich vorkommen, aber man wird es letztlich doch verstehen, wenn man den Beweggrund dafür kennt. Zum Glück ist Namibia in diesem Punkt nicht Südafrika. Es sollte also nicht der Eindruck entstehen, dass gestellte Unfälle in Namibia ein echtes Problem darstellen.
Gruß Joli
adkstr155 Beiträge · seit 200701. Juli 2007 · #13Hallo,
Wir (Ehepaar) reisen seit 15 Jahren regelmäßig ein bis zwei Monate im Jahr durch das südliche Afrika, mit eigenem Fahrzeug und deutschem Kennzeichen. Also für jedermann weit sichtbar als Touristen.
Wir sind dabei auch schon häufiger auf Pannen oder Unfällen getroffen. Natürlich helfen wir ohne Ansehen der Person, aber wir müssen auch unsere eigenen Sicherheit im Auge behalten. Greuelmärchen gibt es genug.
Wir verhalten uns dabei stets so: Wir passieren die Pannen/Unfallstelle und stoppen ca. 50-100m dahinter. Dann gehe ich alleine zurück, meine Frau ans Steuer. Sollte irgendetwas aussergewöhnliches passieren oder jemand Fremdes sich ohne mich den Fahrzeug nähern, fährt sie gnadenlos weiter!!!
Ob es uns hilft, weiss ich nicht. Es ist bisher immer gut gegangen und wir konnten oft helfen. Aber ich bekomme immer wieder weiche Knie, wenn ich am Pannen/Unfallort ankomme und statt der gesichteten 2-3 Personen plötzlich 10 weiteren gegenüberstehe, die irgendwo im Schatten gelegen haben.
Gruß, Knuth
ADVENTURE BEFORE DEMENTIA - noch etwas erleben im Leben
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200601. Juli 2007 · #14Was mich an deinem Bericht verwundert, ist dass du geschrieben hast, dass die Frau erst aus dem Auto gekrochen kam. Für mich hört sich das eher so an, als ob der Unfall mehr oder weniger gerade erst passiert ist - also noch im "Einzugsbereich" der beiden andern 4x4.
Ist schon grob so etwas mitzubekommen!
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Okaukuejo203 Beiträge · seit 200601. Juli 2007 · #15Ehrlich gesagt habe ich bei der Schilderung zuerst gedacht, die beiden, die da gestanden haben, waren schuld. Sie haben den anderen von der Straße gedrängt. Weiß man natürlich nicht. Aber weil der Unfall so frisch aussah ... Dann wäre das Verhalten der beiden 4x4 allerdings wirklich sträflich. Aber wie gesagt, man weiß nichts darüber, deshalb ist das alles nur Spekulation. Auf jeden Fall waren es zwei Wagen, und die hätten helfen können, was sie nicht getan haben. Bei zwei Wagen zählt das Argument mit "Vorsicht" für mich nicht mehr. Einer hätte schauen und der andere im Wagen bleiben können.
BABaliHai382 Beiträge · seit 200602. Juli 2007 · #16adkstr schrieb:Hallo,
Wir (Ehepaar) reisen seit 15 Jahren regelmäßig ein bis zwei Monate im Jahr durch das südliche Afrika, mit eigenem Fahrzeug und deutschem Kennzeichen. Also für jedermann weit sichtbar als Touristen.
Wir sind dabei auch schon häufiger auf Pannen oder Unfällen getroffen. Natürlich helfen wir ohne Ansehen der Person, aber wir müssen auch unsere eigenen Sicherheit im Auge behalten. Greuelmärchen gibt es genug.
Wir verhalten uns dabei stets so: Wir passieren die Pannen/Unfallstelle und stoppen ca. 50-100m dahinter. Dann gehe ich alleine zurück, meine Frau ans Steuer. Sollte irgendetwas aussergewöhnliches passieren oder jemand Fremdes sich ohne mich den Fahrzeug nähern, fährt sie gnadenlos weiter!!!
Ob es uns hilft, weiss ich nicht. Es ist bisher immer gut gegangen und wir konnten oft helfen. Aber ich bekomme immer wieder weiche Knie, wenn ich am Pannen/Unfallort ankomme und statt der gesichteten 2-3 Personen plötzlich 10 weiteren gegenüberstehe, die irgendwo im Schatten gelegen haben.
Gruß, Knuth
Und Du bist Dir sicher, dass Deine Frau das tun und Dich da ganz allein lassen würde?
Also wir machen es immer so, dass wir vorher stehen bleiben und die Lage mit dem Fernglas erkunden... Danach entscheiden wir dann was wir tun. Im Zweifelsfall müßte man dann halt umdrehen 😵
rebecca935 Beiträge · seit 200602. Juli 2007 · #17@BaliHai
Genauso hat es mir mein Mann auch vorgeschlagen, wie Knuth es beschreibt.
Ich bin bis jetzt glücklicherweise noch nicht in diese Situtation geraten und kann nur hoffen, es nie erleben zu müssen.
Ich bin mir auch nicht sicher, was ich machen würde ....
Frauen denken irgendwie doch anders.
FRFritzi114 Beiträge · seit 200702. Juli 2007 · #18Guten Morgen, an Euch,
seit 18 Jahren bereisen wir das wunderschöne Namibia.
Auf der Teerstrasse von Karibib Richtung Norden lag plötzlich ein Mensch auf der Straße, ein Schwarzer, nur mit Hose bekleidet. Was tun??
Wir fuhren langsamer, sahen aber schon am Strassen rand einen PKW stehen. Wir fuhren zu ihm hin, indem wir den Liegenden umfuhren.
Im PKW saßen Schweizer, die genauso unsicher waren. Die Männer stiegen aus, nachdem das Umfeld genau betrachtet wurde. Kein Mensch sonst zu sehen und gingen zu dem Liegenden und sprachen ihn an. Er gab keinen Ton von sich, aber erlebte. Er schlief einfach. Plötzlich kam ein großer pick-up angefahren, er hielt an, ein großer schwarzer stämmiger Mann stieg aus und wollte wissen, was passiert sei. Wir erklärten ihm die Situation.
Auch er sah, daß der Schlafende nicht verletzt war, er gab ihm ein paar Fußtritte, so daß der Schlafende wach wurde und auf allen Vieren über den Asphalt kroch, sich am Strassenrand wieder hinlegte und weiter schlief.
Wir merkten alle, daß er voller Alkohol war. Hoffentlich hat er da dann seinen Rausch ausgeschlafen und ist noch gut nach Hause gekommen.
Aber wie schnell hätte da auch ein schlimmer Unfall passieren können!
Gruß Fritzi