Heute gehte s zur nichttouristischen Seite von Swakopmund. Auch über die Siedlungen der "einfachen" Bevölkerung hinaus nach Mondesa DRC "Mondesa Democratic Resettlement". Als vor vielen Jahren Frau Jutta Rohwer mir dort einen Container mit kleinem Umfeld zeigte, in dem sie einen Kindergarten und eine Selbsthilfegruppe für Frauen untergebracht hatte, beschloss ich angesichts der Lage, dieses Projekt zu unterstützen. Was aber ist DRC? Mondesa ist der Siedlungsbereich der nichtwohlhabenden schwarzen Bevölkerung. Einfachste kleine Häuser dienen als Unterkunft und meist besteht auch schon Anschluss zur Infrastruktur. Hier kann man auch als Tourist an sogenannten "Townshiptours" teilnehmen. Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben, denn ich habe noch keine gemacht. "DRC" schließt sich an Mondesa an und ist eigentlich kein Township mehr, sondern man muss es wohl als "Slum" bezeichnen. Als ich vor Jahren das erste Mal dort war, lebten etwa 4000 Menschen dort. Inzwischen - es weiß wohl niemend so genau - sollen es zehn mal soviel sein. Diese Siedlung scheint endlos in die Wüste hineinzureichen.

Die Unterkünfte sind wohl aus allem zusammengezimmert, was man irgendwo als Abfall entsorgt hat.
Die Versorgung mit Wasser, Entsorgung von Abwasser, Toiletten ist weit unzureichend. Meist sind es öffentliche Stellen, die von vielen Menschen zusammen genutzt werden müssen. Z.B. Hier eine Wasserstelle, an der man sich Wasser in rationierter Menge kaufen kann.
Findet man mal ein "Dixiklo" ist das schon Komfort.
Hier liegt nun das "DRC Womens Community Project", das von Frau Anja Rohwer, der Tochter der verstorbenen Jutte Rohwer geleitet und betreut wird. Dank einer Erbschaft aus Deutschland konnte ein größeres Grundstück erworben werden, auf dem nun in festen Bauten die Frauenselbsthilfegruppe mit Kindergarten und Vorschule untergebracht sind. Es gibt auch einige fest angestellte Lehrerinnen, die für die Ausbildung der Kinder sorgen. Unterhalten wird das Projekt durch Spenden, wie z.B. durch den Erlös des Kalenders, den ich seit 27 Jahren herausgebe.
Hier noch ein paar Bilder zu dem Projekt:
Schulklasse, die bei meinem Eintreffen ein Tänzchen und Gesang aufführten.
Frau Anja Rohwer inmitten der Kinder.
Spielplatz für die Kinder
Klassenzimmer
Verkehrsübungsplatz
Teil des Gemüsegartens
Bastelstube für die Frauen, in denen Schmuck und andere Dinge für den Verkauf an Touristen hergestellt werden.
Nähstube für Frauen, die Schuluniformen nähen, die bei den Kindern sehr beliebt sind.
Fast den ganzen Vormittag verbringe ich hier, bevor mich Anja zurück ins Hotel fährt.
Auf dem Rückweg kaufe ich in dem Laden „Kubatsirana“ noch einige Mitbringsel ein. Das ist der Laden, in dem die Produkte des Projektes verkauft werden.
Er liegt an der Straße vom Hohenzollernhaus zum Strand.
Das hat mich dann doch angestrengt, zumal es sehr heiß war und ich habe nicht nur Durst, sondern auch Hunger. In der Nähe des Hotels gibt es „Opas Steckel“, die früher nur Souvenirs hatten, jetzt aber eine gut gehende Bäckerei, Spezialitäten-Angebote und auch jeden Tag ein gutes Essen. Heute gab es Oryx, dazu ein kühles Bier.
Hier gibt es das beste Brot in Swakopmund. Früher Ramschladen, heute Geheimtipp.
Kurzer Mittagsschlaf, bevor das nächste Abschiedstreffen ansteht. Um 16.00 Uhr besucht mich Joel Nambouli, der Leiter der „African Vocals“ und wir plaudern bei einem Bier im lauschigen Garten des Hotels in einem schattigen Plätzchen. Für die Vocals hatte ich bei den ersten beiden Toureen Konzerte in Oberfranken organisiert. Hauptthema heute ist der Tod ihrer Managerin Regine Hink, die vor wenigen Wochen an Krebs verstarb und die bereits Anzeichen ihrer Krankheit schon bei der letzten Deutschlandtournee der Gruppe hatte. Die Vocals haben zwar noch etliche Auftritte in Namibia, aber ob es je noch mal eine Deutschlandtournee geben wird, ist fraglich. Kurz vor Sonnenuntergang verabschiede ich mich wieder von einem Freund.
Dann gehe ich noch einmal zum Strand an die alte Mole, um bei einem schönen Sonnenuntergang Abschied von Swakopmund zu nehmen. Eine kleine Gesangsgruppe tanzt und singt bekannte afrikanische Lieder. Wieder drücken sich Tränchen ins Auge.
Tschüß Swakopmund!
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar