Privat vs Staat

18 Antworten · 1'500 Aufrufe · gestartet 11. Aug. 2025 von Pink
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Themenstarter24 Beiträge · seit 202411. Aug. 2025 · #1
Häufig wird erklärt, Besucher sollten nicht in den staatlichen Resorts z.B. in Namutoni, Okaukuejo oder Waterberg übernachten. Die Resorts müssten renoviert oder neu ausgestattet werden, der Service sei schlecht und das Essen - sagen wir - gewöhnungsbedürftig. Ein gebürtiger Namibier erklärte mir jedoch, das diese Bewertungen teilweise falsch seien. Sie würden von den Betreibern privater Einrichtungen nach Kräften ventiliert und von ein paar ewig gestrig Unverbesserlichen in Namibia papageienhaft wiederholt. Welche Erfahrung habt Ihr gemacht? Mich würden ein paar sachliche Einschätzungen freuen.
1'677 Beiträge · seit 200711. Aug. 2025 · #3
Ich sag mal vorsichtig: Dein gebürtiger Namibier scheint halt einen Bias in die andere Richtung zu haben. Such hier mal z.B. nach Ai-Ais.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
4'140 Beiträge · seit 200911. Aug. 2025 · #4
Hallo Pink,
ich gehöre wohl aufgrund meines Alters schon zu den "Gestrigen". Ich war in 20 Jahren zu allen möglichen Jahreszeiten, vor und nach den Renovierungen in den stattlichen Rastlagern. Und ich habe sie überlebt! Vor den Renovierungen war vieles ziemlich heruntergekommen, aber das hat mich nur am Rande tangiert, weil ich dort immer gecampt habe. Nach den Renovierungen habe ich es mir aufgrund zunehmenden Alters bequemer gemacht und die Unterkünfte bezogen. Bis auf wenige Ausnahmen waren diese stets in Ordnung. Namutoni habe ich in den letzten Jahren allerdings immer gemieden, da die Tierwelt am dortigen Wasserloch doch ziemlich eingeschränkt ist. Was das Essen betrifft, so kann ich nur empfehlen, sich vorher mit allem einzudecken, was man für den Aufenthalt braucht, denn in dem einzigen Laden ist meist wenig zu erhalten, oft ist z.B. Brot tagelang nicht vorhanden. Was die Restaurants betrifft, so sind die Speisen zwar genießbar, aber als lecker kann man sie nicht bezeichnen. Ein kräftiger Schluck Wodka nach dem Essen schadet nicht.
Resümee: Man muss das Essen und gelegentlich auch die Unterkünfte - sie sind seit der Renovierung auch schon wieder schlechter - nicht in hohem Tönen loben, aber man kann es mit etwas Umsicht überleben. 😗 😄
Unschlagbar sind natürlich die Wasserlöcher in Okaukuejo und Halali am Abend. (Wenn man Glück hat!) Das entschädigt!!!
LG und gute Reise:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2025
Themenstarter24 Beiträge · seit 202411. Aug. 2025 · #5
Nun ja, der Artikel sagt ein bisschen was über "poor waste management" und "sewage" aus, aber wenig über Unterkünfte, Essen, Service, Personal, etc., in den Resorts.
Themenstarter24 Beiträge · seit 202411. Aug. 2025 · #6
Mag sein, dass er einen Bias zur anderen Seite hat, das kann ich nicht beurteilen. Aber hast Du denn Erkenntnisse zu Namutoni, Okaukuejo oder Waterberg?
1'677 Beiträge · seit 200711. Aug. 2025 · #7
Es geht nicht um den Artikel, sondern um die Kommentare zu Ai-Ais hier im Forum.
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1'677 Beiträge · seit 200711. Aug. 2025 · #8
Ich kenne die Unterkünfte seit 1992. Damals waren die Buffets am Abend echt klasse. Alles Wildfleisch bestens zubereitet. Und die Chalets am Wasserloch in Okaukuejo waren unschlagbar günstig. Jetzt sind sie massiv überteuert. Und natürlich kann man die Unterkünfte auch heute "überleben". Und nach gewissen Renovierungen waren sie auch ein Zeitlang tatsächlich ok. Aber Maintenance ist halt ein Fremdwort. So was wie Onkoshi ist ok. Hat halt seinen Preis. Ich mache die nicht schlecht. Aber Deine Prämisse, dass der private Sektor die absichtlich schlecht machen würde, ist einfach falsch.
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7'267 Beiträge · seit 200611. Aug. 2025 · #9
Pink schrieb:Mag sein, dass er einen Bias zur anderen Seite hat, das kann ich nicht beurteilen. Aber hast Du denn Erkenntnisse zu Namutoni, Okaukuejo oder Waterberg?
Ich kenne die Unterkünfte recht gut weil wir immer wieder mal da sind. Nicht weil sie gut sind sondern weil die Lage und speziell bei Okaukuejo und Halali das Wasserloch toll ist. Es sind aber meist die schlechtesten Unterkünfte auf unserer Tour.

Das Essen machen wir wenn immer es geht selbst und verzichten aus guten Gründen auf die Restaurants.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2025
145 Beiträge · seit 201712. Aug. 2025 · #10
Also ich finde die privaten Unterkünfte vom Standard her auch ganz klar besser. Und zwar sowohl die günstigen vor dem Anderson Gate, erst recht aber natürlich die teuren vor dem Lindequist Gate, wie z.B. Onguma. Letztere sind eine ganz andere Liga und auch ein unfairer Vergleich.

Der unschlagbare Vorteil der NWR-Camps ist allerdings, dass man morgens schneller an den Wasserlöchern ist. Darüber hinaus sind die Wasserlöcher von Halali und Okaukuejo wirklich super und es ist toll da auch spät abends oder nachts mal gucken zu können.
Bei Namutoni halten sich die Vorteile meiner Meinung nach in Grenzen. Daher übernachte ich dort immer außerhalb.

Letztendlich ist es schade zu sehen, dass die staatlichen Rastlager mit minimalem Aufwand auf einen deutlich besseren Standard gehoben werden könnten. Aber das ist ja leider weltweit die gleiche Problematik bei staatlich betriebenen Camps. Im weltweiten Vergleich sind die NWR-Camps da auch in relativ gutem Zustand. 😉
zuletzt bearbeitet 12. Aug. 2025
1'127 Beiträge · seit 202213. Aug. 2025 · #11
Nachdem schon alles Aussagekräftige gesagt wurde,
zum angeblichen „Bias“ der (vermutlich eher alten) gebürtigen Namibier (Pink) und „Gestrigen“ (Burschi).

„Objektive“ Standards gibt es mE dabei nicht, sondern nur die der persönlichen Ansprüche/Erwartungslage und auch Möglichkeiten.

Dass Leute „aus der Mitte des Volkes“ 😎 , die die Reisebedingungen von vor Jahrzehnten kennen, das hier häufige Nörgeln mit einer gewissen kritischen Distanz sehen, überrascht mich persönlich nicht.

90 % der hier Aktiven hätten dabei die Krise gekriegt und wäre deswegen auch nie hin gefahren, teure Lodgetouren mal ausgenommen.

Für Reisende zählt mE deren PERSÖNLICHE Preis/Leistungs-Vorstellung, deswegen kann man „weltanschaulichen Bias“ 😉 dabei ruhig draußen lassen.
Grüße

PS: Ai-Ais habe ich in der sogenannt guten alten Zeit ziemlich abgewrackt und dafür überteuert erlebt und wir sind aus der "Safarizeltunterkunft" in unser eigenes umgezogen.
zuletzt bearbeitet 13. Aug. 2025
33,1k Beiträge · seit 200613. Aug. 2025 · #12
„Objektive“ Standards gibt es mE dabei nicht, sondern nur die der persönlichen Ansprüche/Erwartungslage und auch Möglichkeiten.
Das würde ich so nicht unterschreiben. Es gibt durchaus generelle Minimalansprüche an Unterkünfte, z. B. Sauberkeit, Funktionstüchtigkeit usw. Das ist doch nichts anderes in einer Backpackerunterkunft oder einem 5-Sterne-Hotel. Alt oder einfach, ja, dreckig und kaputt, nein.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'127 Beiträge · seit 202213. Aug. 2025 · #13
Bei evidenter Grauslichkeit und nicht Funktionieren hast du völlig recht.
Aber darum geht es ja meistens nicht. Wenn ich z. B. lese, dass bei Ankunft in der 4**** Bleibe erst 2 Stunden geputzt wird, betrachte ich deren Bewertungen eben „mit Vorbehalt“. 😉

Ich kannte z. B. Leute, die jahrelang in das gleiche Hotel (!) an der Adria gefahren sind und immer volle „Putzausrüstung“ von zu Hause mitgenommen haben, vom Kübel bis zu Putzmittel und Gummihandschuhen. Erst nach gründlichem selber Putzen und Desinfizieren war es für sie bewohnbar …… da denk' ich mir eben meinen Teil über solche „objektive Standards“.
zuletzt bearbeitet 13. Aug. 2025
Themenstarter24 Beiträge · seit 202413. Aug. 2025 · #14
Der unvermeidliche, ewig besserwissende Christian ...
33,1k Beiträge · seit 200613. Aug. 2025 · #15
Pink schrieb:Der unvermeidliche, ewig besserwissende Christian ...
Genau, v. a. weil es um eine Meinung ging... Meinungen haben aber nichts mit "Wissen" zu tun. Aber danke für deinen Beitrag.

Besten Gruß
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'462 Beiträge · seit 200614. Aug. 2025 · #16
Pink schrieb:Häufig wird erklärt, Besucher sollten nicht in den staatlichen Resorts z.B. in Namutoni, Okaukuejo oder Waterberg übernachten. Die Resorts müssten renoviert oder neu ausgestattet werden, der Service sei schlecht und das Essen - sagen wir - gewöhnungsbedürftig. Ein gebürtiger Namibier erklärte mir jedoch, das diese Bewertungen teilweise falsch seien. Sie würden von den Betreibern privater Einrichtungen nach Kräften ventiliert und von ein paar ewig gestrig Unverbesserlichen in Namibia papageienhaft wiederholt. Welche Erfahrung habt Ihr gemacht? Mich würden ein paar sachliche Einschätzungen freuen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die staatlichen Unterkünfte ausschließlich von der tollen Lage und den Wasserlöchern leben. Reparaturstaus und fehlende Investitionen nehmen die meisten Touristen - mich eingeschlossen - eben hin. Vor etwa 10 Jahren haben wir für ein Waterhole-Chalet bei zwei Personen ungefähr 200 Euro gezahlt. Die Haupttür war nicht abschließbar, die Einrichtung okay, das Essen gut (Buffet). Nächstes Jahr ruft NWR für das Waterhole Chalet rd. 7.000 Nam. Dollar auf. Für das Geld finde ich außerhalb des Parks durchaus Unterkünfte, die in Ausstattung, Essen, Service in einer ganz anderen Liga spielen. Aber sie haben halt den Nachteil, dass man nicht im Park ist.
Dein gebürtiger Namibier mag der Meinung sein, dass es sich bei meiner Erfahrung um die eines ewig gestrigen Papageien handelt, aber ich habe in über 20 Jahren keinen einzigen Einheimischen kennengelernt, dem nicht bewusst war, dass NWR da letztlich nur die Monopolstellung ausnutzt. Deshalb campen Einheimische eigentlich überwiegend, da ist der Standard auch nicht so toll, aber es ist halt noch erschwinglich.

Wir sind in Namibia, aber vor allem eben auch in Simbabwe, dazu übergegangen, den Preis der Unterkünfte/Campsites mit der oft grandiosen Lage zu rechtfertigen. Wir ärgern uns nicht über nicht funktionierende Duschen, Klimaanlagen usw., bringt ja nichts. Ansonsten muss man sich irgendwann fragen, ob es das einem noch wert ist.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
1'250 Beiträge · seit 200914. Aug. 2025 · #17
Hallo Christian,

mach Dir nichts draus, aus dem unverschämten Beitrag von 'Pink'. Du lieferst uns hier seit vielen Jahren fundiertes Wissen und ich bin sicher, dass das von allen Fomis sehr geschätzt wird!

Viele Grüße vom Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
1'677 Beiträge · seit 200714. Aug. 2025 · #18
Sanne schrieb:
Pink schrieb:
Wir sind in Namibia, aber vor allem eben auch in Simbabwe, dazu übergegangen, den Preis der Unterkünfte/Campsites mit der oft grandiosen Lage zu rechtfertigen. Wir ärgern uns nicht über nicht funktionierende Duschen, Klimaanlagen usw., bringt ja nichts. Ansonsten muss man sich irgendwann fragen, ob es das einem noch wert ist.
Eben. Das ist eine völlig individuelle Entscheidung. So soll es sein. Wir haben für uns die Frage, ob es uns das wert ist, klar entschieden. Wir akzeptieren das nicht mehr. Aber klar, nach fast 40 Jahren braucht man sich das auch nicht mehr anzutun, wenn man oft genug in Okaukuejo war. Für Neulinge ist es schwieriger.
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10 Beiträge · seit 202220. Aug. 2025 · #19
Grundsätzlich behaupte ich mal, dass wenn der Staat (egal in welchem Land - insbesondere aber auch in Deutschland) seine Finger im Spiel hat und Dienstleistungen anbietet, es in der Regel deutlich schlechter ist als etwas, was ein Privatanbieter daraus machen würde.

Dementsprechend haben wir nicht viel erwartet, als wir bspw. in Okaukuejo übernachtet haben. Der Campingplatz war jedoch an sich sauber. In den Duschen gab es halt nur kaltes Wasser und Toiletten waren ok. Wir waren letztlich Selbstversorger, nachdem ich bei einigen anderen Gästen gesehen habe, was dort im Restaurant "gezaubert" wurde. Im Halali Camp hatten wir ein Chalet, und abgesehen davon, dass es recht schmutzig war, hat doch zumindest die Klimaanlage funktioniert und das Wasser in der Dusche war warm. Bei beiden Camps machen halt die Standorte diese Nachteile wett. Ich würde jetzt auch nicht extra aufgrund dieser Situation außerhalb des Etoshas schlafen wollen, da es keine extrem schlechten Zustände sind.

Alle Übernachtungen in privaten Camps waren bislang im Vergleich zu den Staatlichen auf einem deutlich höheren Niveau.