Wir fahren an der Grenze des Skeleton Parks entlang sowie ein Stück im Khumib und kommen zuletzt gegenüber einer Luxuslodge an den Hoarusib. Ich kann mich an den Namen der Lodge nicht mehr erinnern, aber es muss etwas teures sein. Die Karte verzeichnet immerhin ein Airfield. Dort erst mal Lunchpause am hier relativ stark laufenden Hoarusib.
Vom Platz der Lunchpause aus ist der Hoarusib zu nass zum befahren. Wir nutzen einen südlichen Umweg und stoßen später auf befahrbares Terrain im Rivier. Der Rest ist eine Spaßfahrt durch das Flussbett und durch den Canyon bis nach Puros.
Zum Thema Spaß: Caesar hat immer sichtbar Freude am Fahren in schwierigem Gelände auch abseits der normalen Routen. Er liebt dieses Land und speziell das Kaokoveld. Er hätte es manchmal einfacher haben können und wir wären genauso begeistert gewesen. Aber er sucht sich immer Strecken und Aufgaben, die auch ihn persönlich reizen. Das merkt man auch daran, dass sowohl er als auch Max immer wieder selbst fotografieren. Wir haben nie den Eindruck, dass er einen Job zu erledigen hat.
In Puros kaufen wir bei Manchester United ein.
Dann geht es auf die Omenje Campsite. Wir gewähren einen Blick in unsere liebgewonnene Behausung und freuen uns auf die Annehmlichkeiten der Sanitärausstattung vor Ort. Heißes Wasser ist schon vorbereitet.
Die Lage am Rivier ist traumhaft.
Genau übrigens wie das Abendessen. Und wer sich fragt, wie man auf dem offenen Feuer eine mit Käse überbackene Lasagne fertig bringt, hier die Antwort: Einfach Glut auf einen umgedrehten Topfdeckel legen und fertig.
Dazu eine „Weinempfehlung“, die in den örtlichen Märkten gut verfügbar ist: Tassenberg. Über 300 südafrikanische Weingüter liefern ihre Restbestände an Namibia Breweries, dort werden sie fachmännisch zusammengeleert und fertig ist die preisgünstige Cuvee von Syrah, Cabernet, Merlot und anderem. Preis (umgerechnet) zwischen 2 und 3,50 Euro je nach Entfernung von Windhuk oder Opuwo.
Man schläft danach gut. Ohne Nebenwirkungen. Morgen geht es in Richtung Hoanib. Die Wüstenelefanten warten.
Teil 2222. Juli 2025
26. Juni, Auf dem Weg zum Hoanib
Der Tag beginnt für Max etwa um 6.30 Uhr. Spätestens ab 7 Uhr ist Kaffee am Feuer verfügbar. Frühstück um 7.30 Uhr. Mit Kaffee, Tee, Säften, Toast, Wurst, Käse, Marmelade, Tomaten und Gurken, „Vogelfutter“ (Caesars Begriff für Müsli. Immer dabei, aber kaum einer isst es unterwegs nach seiner Beobachtung) Wir kommen spätestens um 7 Uhr aus dem Zelt. Dann Katzenwäsche oder Dusche, wenn verfügbar und nicht zu kalt. Die Betten werden von uns selbst gemacht und zum Zusammenrollen vorbereitet. Das Zelt wird geräumt. Während wir noch frühstücken baut Max bereits ab. Danach geht es fix ans Auf- und Einräumen. „Bitte helft uns nicht“ 😉
Die Nacht und der Morgen waren wieder frisch. Die Biker sind auch schon unterwegs. Die starke Flut nach dem Regen im März hat das nördliche Ufer etwa fünf Meter Breite gekostet. Einige Uferbäume haben es nicht überlebt.
Nachts hatten wir Besuch. Eine Hyäne hat unseren Grillrost geklaut und etwa 100m in den Hoarusib entführt bis sie gemerkt hat, dass er wohl doch nicht fressbar ist. Am Ufer nach Puros dann Giraffen.
Wir fahren eine Strecke am Gomatum und im Sawurogab nach Süden und dann querfeldein zum Tsuxub. Eine herrliche Gegend und, im Vergleich zum bisher gesehenen, relativ wildreich: Giraffen, Springböcke, Oryx, Strauß, Hartmann Bergzebras. Angeblich hat es auch etwa sieben Nashörner in dieser Gegend.
Ein Strauß bietet uns eine Riesenshow: er rennt, stürzt, rappelt sich auf, stürzt wieder. Nach einer Weile akzeptiert er, dass wir keine Gefahr sind und kehrt zu seiner Henne und den mindestens 10 Küken zurück.
An einer Wasserstelle frischen wir unseren Vorrat wieder auf. Danach Lunchpause. Es gibt immer auch die Reste des jeweiligen Abendessens. Manchmal kalt, manchmal auch auf dem genialen Gaskocher aufgewärmt.
Und irgendwo war wieder ein Steinmännchen. Das einzige mit weißen Steinen. „Help lost“
Bei Amspoort erreichen wir den Hoanib.
Den Wüstenelefanten und unserer letzten Nacht mit Wildcamping widmen wir noch einen eigenen Beitrag im Faden.
Teil 2323. Juli 2025
26./27. Juni, Wüstenelefanten und Übernachtung im Hoanib
Bei Amspoort fahren wir in den Hoanib ein. Auch hier haben die Wassermassen ihren Tribut an den Bäumen gefordert.
Es dauert nicht lange bis wir eine große Gruppe von Elefanten treffen. Den Elefanten scheint es gut zu gehen. Sie haben viele Jungtiere in der Gruppe. Bei fast zwei Jahren Tragezeit kann also die zuletzt gute Regenzeit nicht ausschlaggebend gewesen sein. Ein Jungtier wird noch gesäugt.
Aber irgendwann ist Zeit Abschied zu nehmen. Alle, auch wir, sind irgendwann müde.
Wir suchen etwas entfernt einen Platz am Ufer. Caesar kennt den Platz schon von früheren Besuchen.
Man sieht, dass wir Platz haben. Wer entdeckt alle drei Zelte? Max tarnt sich mit einem Flecktarnzelt. Unsere sanitären Anlagen sind gut versteckt, wir werden gebrieft, wie wir uns zu verhalten haben, sofern jemand nachts raus will.
Zur Feier des Tages gibt es Rumpsteak. Wir wählen „Medium to rare“. Gute Wahl, meint Caesar. Gäste, die ihr Steak dagegen ermorden wollen, lässt er selbst ans Feuer. Er bringt es einfach nicht übers Herz.
Nachts haben wir Besuch. Vielleicht drei Meter von Max´ Zelt entfernt zupfen Elefanten ein paar Blätter ab. Caesar bekommt es durch Zufall mit. Wir verschlafen den Besuch und hören keinen Laut.
Der nächste Morgen ist kühl. Die Spuren dokumentieren leider den Abstand zum Zelt nicht.
Was man in TV-Dokumentationen nicht sieht: es gibt mehrere Wasserlöcher am Hoanib. Auch deshalb sind die Elefanten hier recht zahlreich. Eine Lodge hat sich passenderweise in der Nähe der Wasserstelle angesiedelt.
Ein toller Aussichtspunkt liegt bei der Einmündung des Ganamub in den Hoanib
An machen Stellen führt der Hoanib noch Wasser. An anderen pfeift der Wind.
Hinter Elephant Song verlassen wir den Hoanib und kurven noch ein wenig durch die Plains südwestlich von Sesfontein. Schöne Gegend.
Die aber auch ihre Tücken hat. Auf einem kleinen Dünenkamm bleiben wir stecken.
Schaufeln? Das war gestern. Für ein Fahrzeug mit Winde braucht es nur einen festen Baum oder Felsen in der Nähe
Kurz vor Sesfontein leuchtet die Tankanzeige auf. Perfekte Planung! Die „Zivilisation“ hat uns wieder. Abends ist es Zeit Abschied zu nehmen. Caesar und Max müssen morgen nach Swakop. Vier Tage später wartet eine 30-köpfige Selbstfahrergruppe auf ihre Betreuung.
Danke Caesar! Danke Max! Für uns war es ein „once in a lifetime-Erlebnis“.
Teil 2423. Juli 2025
Das war unsere Route ab Etambura:
Teil 2527. Juli 2025
27. 6 - 2.7., Vreugde/Etoscha/Progress/Heimflug
Am letzten Abend in Khowarib hatten wir noch einmal exklusiven Service.
Am nächsten Morgen geht es über den Grootbergpass über Kamanjab in Richtung Etoscha.
Das Ziel für drei Nächte ist die Gästefarm Vreugde. Bei Elsie und Dani geht es einem gut. Gutes Essen, nette Gespräche, gute Unterbringung, freundliche Mitarbeiter.
Elsie kann einem so viel erzählen. Unter anderem über ihren Ur-Großvater, der aus einer deutschen Industriellenfamilie stammt und Teil des Dorsland-Treks war. Dani vermittelt sein Wissen über Etoscha und gibt wertvolle Tips. Alle Mitarbeiter der Farm stammen aus der Region. Einer der Mitarbeiter erzählt uns, er stammt von der Ethnie ab, die aus Etoscha ausgesiedelt wurde als es zum Schutzgebiet erklärt wurde. Sie waren die „click-people, sleeping on the trees“.
Elsie und Dani haben sich bereits einmal auf ihr Haus in Swakop in den Ruhestand. zurückgezogen, wurden dann aber kurzfristig wieder aktiviert. Bald ist es jetzt aber soweit, dass sie sich endgültig zurückziehen und an ihre Tochter übergeben.
Auf der Farm gibt es auch ein kleines „Haustier“, das in einer Palme wohnt und völlig unbeeindruckt von Besuchern ist.
An zwei Tagen machen wir die Gegend um Okaukuejo unsicher, sehen viele Tiere, zwar ohne Katzen, sind aber trotzdem zufrieden. Es gab einen eindeutigen Elefanten-Schwerpunkt. Aber allein die Eindrücke unserer Safari waren für diesen Urlaub ausreichend. Etoscha rundet die Reise lediglich ab. Deshalb auch nur wenige Fotos.
Diese Situation sah für uns am Anfang spannend aus. Zwei Bullen im „Begegnungsverkehr“. Deutet die erkennbare Erektion auf Spannungspotential hin? Aber sie passierten sich ohne Zwischenfall.
Danach ging es weiter wie üblich.
Am nächsten Tag ging es zurück nach Windhoek. Autoabgabe problemlos. Das Budgetcar von ASCO hat einwandfrei funktioniert. An einem Wochentag ist Windhoek durchaus trubelig. Die CarPlay-Option des Autos hat uns geholfen.
Danmar Transfers hat uns zu unserer letzten Übernachtung vor dem Heimflug gebracht: die Progress Guestfarm, etwas nordöstlich vom Flughafen. Wir haben ein Zimmer mit Blick auf das beleuchtete Wasserloch (der Ast mit Knubbel). War aber nix los.
Die Utensilien am Tisch deuten übrigens auf etwas hin, das wir vielleicht auch noch zeigen 😉.
Das Zimmer ist hübsch, mit allen Komfort. Und einem Waffensafe. Für uns kein Problem. Wir gehen nicht davon aus, dass unser bevorzugtes Essen totgestreichelt wurde. Die Deko im Esszimmer war allerdings „old school“.
Der Heimflug von WDH nach ADD war nach unserem Eindruck von chinesischen Gästen dominiert. Angenehmerweise hatten wir unsere 3er Reihe für uns. Vor Addis Abeba musste das Flugzeug wegen eines Gewitters einige Ehrenrunden drehen.
Der Heimflug nach FRA dann wieder zu zweit in einer 3er Reihe. Ethiopian war für uns eine gute Wahl. Die verschiedenen Beiträge hier über Discovery haben uns schon etwas abgeschreckt.
Teil 2628. Juli 2025
Mit unserem Reisebericht können wir leider mit den hiesigen Profis, die auf umfangreiches Fotoequipment, teilweise Drohnen, GoPros und RAW-Nachbearbeitung setzen, nicht mithalten. Fast alle Fotos sind mit älteren 12er iPhones geschossen, wenige mit einer geliehenen Kamera mit maximal 200mm Brennweite. Was allerdings auch dabei war, ist ein Skizzenbuch und eine kleine Aquarell-Ausstattung. Vielleicht gefällt das auch einigen hier.
Teil 2728. Juli 2025
Das freut uns. dass die schnellen Skizzen so gut ankommen. Danke. Ich lege dann noch mal drei nach. Aus anderen Namibia-Urlauben gibt es noch viel mehr. Vielleicht wird das mal ein eigener Faden. Mal sehen.
Teil 2829. Juli 2025
Ich habe noch drei. Nicht, dass es aber langweilig wird. Ein etwas aufwendigeres, aber trotzdem schnell gemaltes Motiv hänge ich als Dreingabe noch an.