Wir waren vom 14. Juni bis 2. Juli überwiegend im Kaokoland im Rahmen einer geführten Tour unterwegs. Mit ein paar Nächten davor und danach. Es war ein Erlebnis und abenteuerlicher als erwartet. Nicht nur wegen des Van Zyls-Passes…
Die Buchung war ein Mischmasch aus Eigenbuchungen (Flug und Safari-Paket) und der freundlichen Hilfe vom tracks4Africa-Link aus dem Forum. Dort hilft die Agentur Zebra-Reisen bzw. click & travel.
Der Flug war mit Ethiopian, gebucht über booking.com. Es war nett, dass man im Rahmen der Buchung gleich alle Plätze für Hin- und Rückflug buchen konnte. Nur hat das vor Ort in Frankfurt niemand interessiert. Die Reihe 13 gibt es in Economy nicht. Der Flug an einem Freitag war gut gebucht, also rappelvoll. Dank des etwas weiteren Sitzabstands aber relativ gut erträglich.
Teil 206. Juli 2025
14. Juni, Addis Abbeba - Windhoek
Der Flughafen in Addis ist ein Erlebnis. Weite Wege und ein faszinierendes Völkergemisch. Von Schwarzafrikanern in allen Modestilen, Äthiopiern in traditioneller Tracht, vollverschleierten Araberinnen und Touristen aus allen Erdteilen. Lästig nur, dass das Gate kurzfristig gewechselt wurde. Hat aber für Bewegung gesorgt. In Windhoek angekommen ging es dank Visa on arrival und zuhause schon vorausgefülltem Formular (viele sind offenbar immer noch vom Formular völlig überrascht und erledigen das in der Schlange stehend 😉 schnell an den Visaschalter. Dort dauerte es allerdings etwas bis die ganze Bürokratie abgearbeitet war. Gleich Airtime für die namibianische SIM-Karte gekauft und den ATM geplündert. Abholung durch Asco wie immer zuverlässig und gut. Dann Transfer zur Übernachtung im Galton House am nördlichsten Zipfel von Eros. Schöne Aussicht auf Windhoek von dort oben. Das Bedürfnis Windhoek zu besuchen haben wir aber mittlerweile nicht mehr. Etwas ausruhen nach dem Flug und dann ein gutes Abendessen langt für die erste Nacht. Galton House ist eine Empfehlung wert! Nettes Personal, sehr gutes Abendessen (Auswahl aus zwei Gerichten, 3 Gänge), schönes Zimmer, alle elektrischen Optionen und eine warme Bettflasche! War schon etwas kühl. Im Zimmer lagen als Paket noch einmal alle Reiseunterlagen wie Karte, Voucher, allgemeine Reiseinformationen und individuelle Empfehlungen zu unseren von click & travel gebuchten Zielen, Hinweisen zur Strecke usw. Alles in einer ledernen Mappe mit hölzernem Notizbrettchen und Kugelschreiber. Nett, aber nach den Vouchern hat uns niemand gefragt. Der gute Name von click & travel genügt wohl.
In Ruhe auf dem Zimmer die SIM-Karte gewechselt und das Guthaben geladen. Als erstes Ahweh Yodata M für 50 NAD gebucht. Das sind für 7 Tage 300 min Telefonie, 300 SMS aber viel, viel wichtiger: 2 GB Daten. Dazu später mal mehr.
Teil 306. Juli 2025
15. Juni, Abholung bei Asco und Fahrt zum Brandberg
Pünktlich um 8 Uhr stand der Fahrer von Asco vor der Tür. Er hat uns dann auch gleich das Auto gezeigt und erklärt. Wir haben uns diesmal für eine Budget-Version des Hilux DC entschieden. Das Auto wird 11 Tage unbewegt rumstehen. Kilometerstand 265.000 km. Aber alles einwandfrei. Keine Probleme unterwegs. Hat aber einen Tag gedauert bis uns wieder einfiel, dass man den Schlüssel zweimal drücken muss um alle Türen zu entriegeln. Einmal drücken entriegelt nur die Fahrertür. Dann kleiner Einkauf im Supermarkt gleich in der Nähe (3x links abbiegen reicht) Zwar etwas später entdeckt aber durchaus hilfreich: das Fahrzeug hat CarPlay! Das hilft bei der Navigation in Windhoek enorm und verschafft auch während der Fahrt einen Überblick wo man gerade ist. Das Netz in Namibia ist mittlerweile richtig gut geworden.
Ziel ist die White Lady Lodge am Brandberg. Wir wollen Land gewinnen und halten nur in Wilhelmstal zum Biltong-Einkauf.
Nächster Stop dann in Uis zum Tanken. Dort gleich das erste Souvenir. Eine sehr schön genähte Herero-Figur, gekauft von der netten Dame am WC. Der Verkäufer der Steine müht sich redlich, aber leider vergeblich.
Bei der Lodge verfehlen wir den direkten Weg zur Rezeption und irren ein wenig über die Campingplätze. Zimmer sind okay aber der Fussweg zur eigentlichen Lodge etwas zu weit entfernt. Hier fährt man Auto. Auch auf kurzen Strecken.
Die nächsten Tage kann es etwas dauern. Das Fotomaterial muss noch genauer gesichtet werden.
Teil 408. Juli 2025
16. Juni, White Lady Lodge
Leider haben die Elefanten den guten Regen genutzt um das Ugab-Flußtal zu verlassen. Deshalb keine Chance auf Elis. Nutzen wir also die Lodge. Auf jeden Fall schön: Der morgendliche Blick auf den Brandberg.
Wasser im Pool ist zwar frisch, aber ein paar Züge langt es. Nett sind die beiden zutraulichen Erdmännchen und auch der liebesbedürftige Graupapagei. Er scheint aber etwas rassistisch zu sein 😉. Und noch andere Haustiere.
Der Blick vom Sundownerhügel ist wirklich schön. Gleich nebenan liegt ein Golfabschlagsplatz mit Markierungen bis 250 Meter. Das ist mal eine Driving Range!
Abends dann Vortrag von Damara-Liedern. Um auch mal etwas Negatives zu erwähnen: die Portionen sind groß aber qualitativ naja. Aber wir sind ja nicht zum Essen in Namibia. Das kommt später noch. Morgen geht es nach Norden.
Teil 510. Juli 2025
17. Juni, Fahrt zur Khowarib Lodge
Heute steht wieder eine längere Fahrt an. Vom Brandberg über Khorixas an Palmwag vorbei zur Khowarib Lodge. Die D 2612 lassen wir aus. Sie soll angeblich in nicht so gutem Zustand sein.
Die Lodge hat sich seit unserem letzten Aufenthalt dort etwas verändert. Der alte Pool ist aufgelöst und näher ans Haupthaus verlegt worden. Auch die Campingplätze sind deutlich verbessert. Jetzt auch mit Pool und Bar.
Die Zelthäuser über dem Hoanib sind wirklich schön und das Badezimmer hat seinen ganz besonderen Charme.
Die Baboons am anderen Flussufer sind diesmal etwas weiter entfernt und nur selten zu hören. Dafür sind die Frösche umso präsenter. Das unterstreicht aber nur den Reiz des hier praktisch ganzjährig laufenden Hoanib an dieser Stelle.
Erstaunlich: Wir sind die einzigen Gäste. Der Juni ist ein wenig der Tote-Hosen-Monat bevor es im Juli, August und September bei guter Buchungssituation richtig abgeht. Wir geniessen aber das nur für uns gekochte und sehr gute Essen, danach das ebenso exklusive Lagerfeuer. Es ist der pure Luxus, bevor es morgen morgen zum Start in den Hauptteil unserer Reise kommt: Die 10tägige Safari ins Kaokoland. Dazu dann in den nächsten Postings mehr.
Teil 610. Juli 2025
18. Juni, Start ins Kaokoveld
Dieser Beitrag ist etwas textlastig. Bilder kommen später noch genug. 😉
Wir haben lange überlegt wie wir unsere Tour in den Nordwesten gestalten. In Opuwo, Epupa, Kunene River Lodge, Puros und Sesfontein waren wir schon als Selbstfahrer. Aber ohne die ganz großen fahrerischen Herausforderungen. Jetzt wollen wir abgelegene Gebiete erreichen, Kontakt zu den Himbas haben, einmal den VanZyl’s-Pass überqueren und Steinmännchen entdecken. Als Selbstfahrer traue ich mir das nicht zu. Deshalb eine Tour mit Guide.
Wir haben viel recherchiert, Reiseberichte und Beurteilungen gelesen. Gruppenreisen sind nicht unser Ding. Zu Dritt lange Strecken auf einer Bank, Diskussionen wer wann vorne neben dem Fahrer sitzen darf, auf dem Boden schlafen und die Fülle zwischenmenschlicher Besonderheiten erleben wollen wir uns ersparen. Auch wenn es teurer wird. Aber es ist ja auch ein once-in-a-lifetime-Erlebnis.
Wir haben uns für Kunenetours mit Caesar Zandberg entschieden. Gute Wahl! Soviel vorab. Kunenetours ist bei der Khowariblodge angesiedelt und hat als Schwerpunkt Touren ins Kaokoveld. Ich empfehle seine Website, wer mehr wissen will. Es ist eine individuell geplante Tour, die sich an seinen Vorschlag „Kaokoland Classic, 8 Tage“ anlehnt, aber eigene Wünsche beinhaltet. Caesar ist da sehr flexibel. Ich will ihn vorher nicht allzusehr loben. Das kommt später noch zur Genüge 😉
Fahrzeug ist ein aufwendig ausgestatteter 8 Zylinder-Landcruiser. Caesar ist Guide und Fahrer. Camp Assistant ist Max. Das wird seinen Aufgaben und Leistungen aber nicht gerecht. Er ist so viel mehr. Auch er beurteilt Strecken, lotst das Fahrzeug an schwierigen Stellen, ist Übersetzer bei den Himbas und vieles mehr. Wir sind also zu viert in einem Fahrzeug unterwegs. Wir belegen gerne die Rückbank. Eine gute Wahl, da sich Caesar und Max so auch unterhalten können, wir gerne nebeneinander sitzen mit den Tagesrucksäcken in Griffweite.
Es geht über die C43 nach Opuwo. Der Otjomatemba Pass ist mittlerweile geteert. Als wir vor Jahren im Februar, also in der Regenzeit, auf dem Weg zu Camp Aussicht vorbei kamen war es noch kniffliger. Jetzt alles easy. In Opuwu wird getankt und groß eingekauft. Wir sind im Restaurant derweil geparkt. Pipistop bei den Baobabs vor Opuwo.
Danach geht es auf langweiliger Teerstraße in Richtung Ruacana. Dort wird noch einmal getankt. Man muss das Auto schütteln, damit der Tank richtig voll wird. Danach zum Aussichtspunkt bei den Falls. Leider wenig bis kein Wasser. Das Kraftwerk hat Vorrang. Caesar war zuletzt im März dort. Damals war viel Wasser, ein Riesenspray, fast Mini-VicFalls. Jetzt halt so lala. Aber wir waren auch mal da.
Die Straße zum Kunene hinunter ist landschaftlich wunderbar. Man verliert viel Höhe. Ziel ist die Raycana River Campsite. Aber das wird dann ein eigenes Posting.
Teil 711. Juli 2025
18. Juni, Raycana River Campsite
Die Campsite liegt auf einer Anhöhe über dem Kunene mit herrlichem Blick nach Osten und Westen. Im Osten kann man gerade noch die NamPower-Station erkennen. Ursprünglich war einmal die Kunene River Lodge Campsite geplant, aber die Überflutungsschäden haben eine Renovierung nötig gemacht. Caesar meint, dass der Besitzer einen Verkauf überlegt, da er es satt hat immer ohne Vorwarnung des Kraftwerks überflutet zu werden.
Wir sind die einzigen Gäste. Unser Zelt wurde unmittelbar neben dem Pool aufgebaut. Die Sanitäranlagen sind in einem recht großen Steingebäude untergebracht. Je Stellplatz ein eigenes Gebäude!
Morgenstimmung. Max kocht Kaffee und bereitet Toastbrot vor.
Der Viewpoint blickt nach Westen über eine Insel und von der großen Flut im März und April noch sattgrünen Uferbereichen.
Teil 812. Juli 2025
19. Juni, Fahrt über Swartbooisdrift nach Epupa
Heute geht es immer entlang des Kunene nach Epupa. Früher war das ein harter Ritt, der nach Caesars Aussage eine Zwischenübernachtung nötig machte. Die alte Strecke führte nahe am Kunene und war durch die regelmäßigen Überflutungen immer schwierig zu befahren. Jetzt wurde die D 3700 in weiten Teilen neu gegraded. Nur wenige (alte) Passagen sind etwas schwieriger.
Das Dorsland Trekker Memorial lassen wir links liegen. Stattdessen machen wir eine „Stadtrundfahrt“ durch Swartbooisdrift und erfahren Hintergrundinformationen zum Dorslandtrek.
Die Gegend ist für hiesige Verhältnisse gut besiedelt. Auf den Überflutungsflächen wird etwas Mais angebaut. Ansonsten viel Viehwirtschaft. Kühe und Ziegen sind gerade gut genährt. Immer wieder freundliche Grüße. Keine Bettelei.
Einer netten Gruppe von Frauen, die selbst gebastelte Körbchen anbieten, können wir nicht widerstehen.
Lunchpause dann nahe einer Trockenflußmündung inmitten von Makalanipalmen. Es gibt immer ein kleines Büffet auch mit den Resten des gestrigen Abendessens, dazu Wurst, Käse, Gemüse, Obst. Zuletzt Kaffee oder Tee mit Keksen. Der Koch ist völlig zurecht zufrieden mit seinem Angebot.
Unterwegs wird etwas Feuerholz gesammelt.
Ein paar Informationen nebenbei: Caesar und Max sprechen miteinander Afrikaans. Caesar spricht etwas Deutsch, dazu Portugiesisch, ausreichend Otjiherero und noch ein paar andere Sprachbrocken. Unser Deal: ich spreche mit ihm Englisch, meine Frau Deutsch. Funktioniert wunderbar. Max wird übrigens „deutsch“, also mit offenem a ausgesprochen.
Epupa wird wieder ein eigenes Posting.
Teil 912. Juli 2025
19. auf 20. Juni, Epupa Falls
In Epupa angekommen geht es zuerst zum obligatorischen Aussichtspunkt. 50 NAD pro Person, alles wird teurer.
Dann geht es zur Omarunga Campsite. Dort beziehen wir Platz 1 direkt am Ufer. Auch hier relativ wenig los, trotz Gondwana-Management. Dann etwas Ruhe am Pool. Die Fahrt war doch lang.
Caesar und Max bauen die Zelte auf und bereiten das Abendessen vor. In den letzten beiden Tagen haben wir immer auch unsere Hilfe angeboten. Die Antwort war immer „Nein, Danke. Heft uns bitte nicht, denn dann dauert es immer länger. Ihr wisst nicht, wohin was gehört.“ Das Verstauen der Ladung ist eine Wissenschaft für sich. Der Landcruiser ist innen toll organisiert. Jedes Teil hat seinen festen Platz. Okay, wir haben es kapiert.
Der Platz hat Blick auf die Fälle. Das Essen brutzelt auf dem Feuer
Das Abendessen-Buffet vor den genialen Schubladen im Heck. Alles hat seinen Platz. Caesar ist ein klasse Outdoor-Koch. Erstaunlich, was alles auf dem Feuer geht. Immer großes Lob von meiner kochbegeisterten Frau.
Wir schlafen gut. Das Geräusch der Fälle hat etwas Beruhigendes in seiner Gleichmäßigkeit. Dann die Morgenstimmung mit Regenbogen im Spray.
Dann einpacken und alles verstauen. Max turnt auf dem Dach und sichert Zelte, Tisch und Stühle sowie einen großen Wasserbehälter. Auf dem vorderen Dachträger liegt ein Solarpanel.
Dann geht es auf Pad in Richtung Okangwati. Wir verabschieden uns auf WhatsApp von der Familie und behaupten, jetzt unerreichbar zu werden. Weit gefehlt! 😉 Dazu später mehr.
Teil 1013. Juli 2025
20. Juni, auf dem Weg zum VanZyls-Pass
Heute geht es auf der C43 nach Okangwati. Dort wird eingekauft, um den besuchten Himbas etwas zu bieten. In Okangwati ist man auf deren speziellen Bedarf besser eingestellt als in Opuwo. In erster Linie Maismehl, Reis, Zucker und Tabak. Für uns besorgt Max eine in Fett ausgebackene Köstlichkeit. Etwa wie ein Berliner ohne Füllung. Und es wird ein letztes Mal getankt.
Dann geht es auf der D 3703 in Richtung Otjitanda. Wer der Meinung ist, dass man eine D-Pad schon einigermaßen gut fahren kann, wird schnell eines besseren belehrt. Die Strecke bietet Sand, Steine und Riviere satt. Die T4A-Zeitangaben schaffen wir nicht. Eine Stelle ist sogar so kniffelig, dass Caesar und Max die Strecke ablaufen und einige Steine umsetzen. Wir laufen derweil. Das Video ist ohne künstlerischen Anspruch einfach zusammengeklöppelt. Sorry, aber das machen wir dann am VanZyls-Pass und später auch noch einmal so.
Wir haben uns die Maps.Me-Karte von Namibia aufs Handy geladen und können so ganz gut beurteilen, wo wir gerade sind und müssen nicht nachfragen. Es ist praktisch T4A für Arme, aber der T4A-Papierkarte deutlich überlegen.
Unterwegs Lunchpause im Schatten mit ein paar Blicken in die Innenorganisation des Landcruisers.
Diese spitzen Pflanzen sind „Schwiegermütterzungen“ 😉
Vor Otjitanda sucht Caesar über einem Rivier einen Platz für unser Nachtlager. Wildcamping ist angesagt.
Die Nacht wird kühl.
Wer übrigens glaubt, jetzt völlig von der Welt abgeschnitten zu sein, irrt. Es gibt LTE! Mittlerweile hat wohl fast jedes noch so kleine Nest Mobilfunk. Namibia hat in Teilen besseren Empfang als in Deutschland 😉. Die Nähe zu Otjitanda macht es möglich. Sollte der Empfang mal auf Edge zurückfallen gibt Caesar den Tipp kurzfristig den Flugmodus zu aktivieren, danach gibt es für einige Zeit wieder LTE. Die Familie zuhause ist besorgt wegen der geposteten Videos 😉
Für die Himba-Begegnungen unterwegs gibts es ein eigenes Posting.
Teil 1113. Juli 2025
20. Juni, Moro Moro!
Vor Jahren waren wir in einem Kraal nahe Epupa. Erkennbar ist der Unterschied zu hier, dass die Frauen dort gut auf Besuch eingestellt waren, Wert auf Aussehen legten und immer auch Kunsthandwerk anboten. Hier ist es spontaner.
Unterwegs auch Stop und Besuch in einem Kraal. Auffällig ist, dass sich die jungen Männer eher an der westlichen Mode (sprich: Fussballer-Trikots) orientieren. Die Damen halten noch am Traditionellen fest. Die Chefin verhandelt übrigens hart. Es kommen auch nicht gerade viel Touristen vorbei. Das Leben hier ist härter als bei Epupa.
Auch auf Himba-Friedhöfen hat die Moderne Einzug gehalten. „Moderne“ Grabsteine neben traditionellen Respektszeichen.
Diese jungen Damen haben viel Spaß am Tanz. Nicht nur für uns. Wir haben schon von weitem gesehen, dass sie viel Vergnügen haben und offensichtlich angeleitet wurden. Die modern gekleidete junge Frau scheint so etwas wie ihre Lehrerin zu sein.
Morgen geht’s über den VanZyls-Pass.
Teil 1214. Juli 2025
21. Juni, Shake, rattle and don’t roll (VanZyls-Pss)
Jetzt wird es ernst. Der anspruchsvollste Pass Namibias steht an. Das hat auch Auswirkungen auf das morgendliche Packverhalten. Es wird nach Möglichkeit versucht, die Dachlast des Fahrzeug zu reduzieren bzw. optimal zu verteilen. Der Landcruiser ist mit seinem 8 Zylinder Diesel dem Pass zwar grundsätzlich gut gewachsen, das Problem ist allerdings die Kopflastigkeit. Caesar meint, dass die Steilheit grundsätzlich kein Problem ist. Das Auto „meckert“ immer rechtzeitig. Wenn das Fahrzeug allerdings ins Kippen kommt, kann es ganz schnell gehen. Man muss das Aufschaukeln unbedingt vermeiden. Er ist ein ruhiger, überlegter Fahrer mit viel vanZyls-Routine. Pro Jahr fährt er den Pass durchschnittlich etwa 6mal. Insgesamt meint er, ihn schon etwa 180x gefahren zu haben. Das beruhigt.
Gebaut wurde der Pass in den 60er Jahren von Ben vanZyls mit der Hilfe von über 20 Himbas. Er hat ihn mit einem hinterradangetriebenen Chevrolet zuerst bewältigt.
Der Pass zieht sich über etwa 10 Kilometer und hat 3 bis 4 Schlüsselstellungen. Wir dürfen dann immer aussteigen und Caesar fährt allein, mit Max als Einweiser. Beim Video habe ich mir keine große Mühe gegeben. Es sollte erst mal schnell gehen. Ich bitte um Nachsicht.
Einzelne Passagen des Passes sind selbst für Fußgänger unkomfortabel. Da muss das Auto aber drüber.
Das Panorama am Aussichtspunkt erlaubt schon einen Blick ins Marienflußtal.
Man hat das Schlimmste aber noch nicht überstanden. Noch einmal wird es kniffelig. Schon einige Fahrer haben die Schräglagen ihres Fahrzeugs falsch eingeschätzt.
Endlich geschafft. Die verdiente Lunchpause nehmen wir am VanZyls-Memorial ein. Dort verewigen sich die meisten Fahrer mit einem abgelegten Gedenkstein. Caesars Steine liegen schon recht weit unten. Der Pass darf ja nur in Ost-West-Richtung befahren werden. Wird es auch in Gegenrichtung probiert? Ja, immer wieder wird es mal probiert. Und Caesar selbst? Ja, zweimal, aber da war er noch „Young and crazy“.
Bei der Lunchpause haben wir zurückhaltende Beobachter. Die Frau mit ihren drei Kindern nähert sich nicht und bleibt auf Distanz. Die Chance, etwas von den hier gehaltenen Pausen zu profitieren ist wohl groß. Natürlich gibt Max am Ende unserer Lunchpause großzügig Reste ab.
Dann endlich das Marienflußtal. Dort geht es das nächste Mal weiter.
Teil 1314. Juli 2025
Kleiner Nachtrag: So sieht übrigens die Darstellung in der Maps.Me-App aus. Die roten Markierungen habe ich gesetzt. Unterwegs zur Orientierung sehr hilfreich. Aber auch nicht immer. Caesar kennt auch mal Tracks die auf Maps.Me und auf dem Garmin mit T4A-Karten nicht zu sehen sind. 🙂
Teil 1415. Juli 2025
21. - 23. Juni, Marienflußtal, Camp Syncro
Wir erreichen das Marienflußtal. Was für ein Gegensatz! Es öffnet sich ein weites Tal in dem das Gras wogt. Die Farben des Bodens wechseln zwischen Goldgelb und Rot. Dazwischen immer wieder Feenkreise.
Caesar war im März dort unterwegs. Er meint, so grün hat er in 20 Jahren das Marienflußtal noch nie gesehen. Wir steuern eine Wasserstelle an. Caesar und Max füllen unsere Wasserkanister auf. Von der Tränke der Kühe? Genau! Das tiefe Bohrloch fördert glasklares, wohlschmeckendes Wasser höchster Qualität. Zwar nicht mit täglichen Laborproben, aber besser als das was Nestlé teilweise so abfüllt.
Ziel ist Camp Syncro für zwei Nächte. Wir wollen nach der VanZyls-Etappe es mal etwas ruhiger angehen lassen. Aber zuerst für Feuerholz sorgen.
Wieder einmal haben wir die Campsite für uns allein.
Abends gibt’s Braai.
Der nächste Tag ist ein „Ruhetag“.
Teil 1516. Juli 2025
22. Juni, Exkursion rund um Camp Syncro
Dieser Tag ist „Ruhetag“, d.h. wir haben keinen langen Schlag vor uns, sondern können die Gegend geniessen. Eine sehr gute Idee findet auch Caesar. Bislang musste er immer wieder neu auf Pad. Das gibt ihm (und uns!) die Chance einmal neue Tracks auszuprobieren. Er kennt sie von der T4A-Karte, ist sie aber noch nicht gefahren.
Wir starten mit einem „klassischen Ziel“.
Danach geht es zu einem Blicks übers Tal.
Der nächste etwas holprige Weg geht zu einem Aussichtspunkt über einer Engstelle des Kunene.
Au dem Weg dorthin auch eine geologische Besonderheit. Deutlich oberhalb des heutigen Niveaus des Marienflusses liegen massenhaft doppelt faustgroße Kiesel. Das ist Zeichen eines stark strömenden Flusses. Der Marienfluß ist deutlich älter als der Kunene in seinem heutigen Bett. Der Fluß hat früher riesige Wassermassen transportiert und sich immer tiefer eingeschnitten und wohl auch das Meer auf einem Weg erreicht, den heute der Kunene einnimmt. Der wiederum floss früher in den Etoschasee, der sich dann über den Hoanib entwässerte. {Kluscheissermodus aus! Wer mehr wissen will, liest die Bücher von Nicole Grünert}
Der weitere Weg führt uns im Rivier des Marienflusses in Richtung Kunene.
In der Nähe der Mündung fristet ein alter Himba mit seinen Söhnen sein hartes Dasein. In der Überflutungsfläche des Kunene hat er seinen „Garten“ mit Maispflanzen angelegt. Die Söhne sind mit den Ziegen in den Bergen unterwegs. Caesar kann sich einigermaßen gut mit ihm verständigen. Uns beeindruckt seine Würde und Freundlichkeit und seine Dankbarkeit für das wenige, das wir ihm geben können.
Unterwegs im Marienfluß ein von Himbas gegrabenes Wasserloch. Nach einem Meter kommt schon Wasser.
Zurück im Camp Syncro sehen wir eine Schlange, die einen Gecko erwischt hat. Der Größe des Fangs nach zu urteilen, braucht sie jetzt mindestens 2 Monate nichts mehr zu fressen.
Die Sanitärgebaude mit technischer Installation, Car Wash und Tyre Repair.
Abends den schönen Tag ausklingen lassen. Morgen geht’s über die Hartmannberge ins Hartmann Valley. Eine ganz andere Landschaft wartet auf uns!
Teil 1617. Juli 2025
23. Juni, Hartmannberge und -valley
Morgenstimmung am Kunene. Am anderen Ufer wird geangelt. Wo sind übrigens die Krokodile, die hier sonst immer am Ufer liegen, fragt sich Caesar. Sind sie dank der starken Flut, die übrigens im März auch das ganze Camp Syncro überflutet hat, jetzt alle ins Delta gespült worden? 🙂
Vorbei an mehreren Himbasiedlungen geht es auf einem Track in die Hartmannberge, den man nicht auf T4A und schon gar nicht auf Maps.Me findet.
Es geht über einen Pass ohne Namen. Es gibt einen noch kürzeren Shortcut über die Berge. Dort ist Caesar aber schon einmal in Schwierigkeiten gekommen. Und das will bei seinen Fähigkeiten als Fahrer schon etwas heißen. Aber auch dieser Pass ist nicht ohne. Caesar meint, dass er nach dem Regen das erste Auto ist, das ihn fährt. An mehreren Stellen muss er den Track verlassen oder mit neu gelegten Steinen erst fahrbar machen. Es ist eigentlich nie steil, aber das Problem sind kleine tief eingeschnittene Wasserläufe die die Tracks queren.
Über ein Hochtal geht es ins Hartmann Valley. Dort Lunchpause, passenderweise mit Hartmann Bergzebras als Zuschauern.
Unterwegs nach Norden wird wieder Wasser gefasst. Dort ist viel Betrieb. Bei einem weiteren Kraal den wir besuchen, werden wir mit einer anderen Seite konfrontiert. Eine Frau ist erkrankt. Es scheint sich um eine Entzündung zu handeln. Sollen wir versuchen zu helfen? Wir sind ganz gut ausgestattet. Caesar und Max raten dringend ab. Es ist nicht sicher, ob es Unverträglichkeiten gibt oder die Medikamente in einer Überdosis genommen werden.
Dann verändert sich die Landschaft und wird sandiger.
Im nächsten Beitrag geht es dann weiter. Es sind sonst zu viel Bilder auf einmal.
Teil 1717. Juli 2025
Wir fahren weiter nach Norden. Eine ganz andere Landschaft! Es geht über steile Dünen zu einem Aussichtspunkt über dem Tal des Kunene bei dem wir einmal „von oben herab“ (sonst ist es ja umgekehrt 😉 auf die Luxuslodge Serra Cafema blicken. Der Fotograf Michael Poliza fliegt dort manchmal mit seinen betuchten Gästen ein und lässt Himbas über Dünenkämme wandern. 🙂
Danach geht es auf der am westlichsten gelegenen Pad in Richtung Süden. Vorbei an einem einsamen Kraal.
Zu einem weiteren touristischen Highlight: „Where are the others“
Es geht durch die Wüste. Westlich von uns die Berge und Dünen der Skelettküstenregion. Mit einem einsamen Nachtlager abseits der normalen Pad beschließen wir den Tag.
Morgen geht es dann in Richtung Green Drum weiter.
Teil 1819. Juli 2025
24. Juni, Green Drum - Onjuva (Etambura)
Morgenstimmung in der Wüste. Es war frisch.
Quer durch die Wüste geht es in Richtung Green Drum.
Weiter in Richtung Süden. Dann: „Just give the tree water“
„Send greetings to 1“ in karger UMgebung
„Meeting 38 in the shade“
Einsame Gegend, aber viele Steinmännchen! Caesar ignoriert die Hauptroute und hält sich jetzt „querfeldein“. Grob am Munutum und Nadas entlang jetzt nach Osten. Wir sehen eine kleine Giraffenfamilie mit einem Jungtier, das gerade gesäugt wird. Der Vater ruht im Schatten.
Auch diese Gegend hat ihre fahrerischen Herausforderungen. Caesar kennt zwar die Strecke, die uns in Richtung Onjuva/Etambura führen soll, entdeckt aber auch mal eine Pad, die er nicht kennt und deshalb ausprobieren will. Das Resultat kann dann aber auch mal eine Sackgasse sein, die an einem Lagerplatz von Jägern endet. Auch hier sind manchmal Straßenbauarbeiten nötig.
Irgendwie erinnert mich der Berg an etwas…
Bevor wir Etambura erreichen, machen wir noch einen Abstecher zum ehemaligen Marmorabbau. Der Betrieb wurde unwirtschaftlich als bei Karibib ebenfalls Marmor abgebaut wurde. Die Transportwege sind aus dem Kaokoveld einfach zu lang, obwohl es sich um ein riesiges Abbaupotential handelt, das sich über 30 km hinzieht. Caesar weiß da aber auch noch einiges zusätzlich.
Beim Einkauf im örtlichen Supermarkt treffen wir auf eine wilde Truppe Südafrikaner die das Kaokoveld auf ihren Enduros unsicher machen.
Etambura ist dann ein eigenes Thema.
Teil 1919. Juli 2025
24./25. Juni, Etambura
Etambura ist ein Erlebnis. Und eine willkommene Zwischenstation nach einem Nachtlager in der Wüste. Die Zimmer haben einen sensationellen Blick nach Osten, das Haupthaus nach Westen. Die Lodge wurde von einem schwedischen Ehepaar beauftragt und wird jetzt von der Community geführt. Lassen wir ein paar Bilder sprechen.
Die Zimmer:
Das Haupthaus:
Abendstimmung:
Abends wird in fantastischer Aussicht gekocht:
Wer Etambura meidet, weil es nur Selfcatering bietet, irrt! Die Verwalter bieten an, mitgebrachtes Essen für die Gäste zuzubereiten oder auch ein traditionelles Gericht zu kochen. Ein französisches Paar, das ebenfalls Gast war, nahm diese Angebote wahr und war begeistert. Lest selbst:
Das sind die Morgenstimmungen:
Hier hätten wir es auch etwas länger ausgehalten, aber morgen geht weiter es zum Hoarusib. Wenn ihr ungefähr sehen wollt, was wir bislang abgefahren haben, hier ein Scan einer etwas älteren T4A-Karte. Der erste Teil der Reise bis Epupa ist nicht im Bild.
Teil 2020. Juli 2025
25. Juni, Auf dem Weg zum Hoarusib
Es geht nach Süden in Richtung Orupembe. Unterwegs eine seltene Sichtung: Löffelhunde. Die Fotos geben leider wenig her.
Aber auch ein einsamer Wanderer „Heading for 1 big gathering“
Orupembe, kleiner Ort, wichtiger Supermarkt und super Mobilfunkempfang (dank fast beschäftigungsloser Polizeistation)
Dann hat es Nummer 17 aufgegeben auf Nummer 11 zu warten.
Weit entfernt ist der Küstennebel zu erkennen. Das Steinmännchen scheint müde oder verzweifelt zu sein. Souvenirjäger haben sein Themenschild geklaut. Kein Wunder, dass er in dieser Stimmung ist.
Und Nummer 10 ist „Just resting“
Die wenigen Tiere suchen schnell Abstand. Caesar meint, dass der ehemalige Wildreichtum im Kaokoveld seit Corona deutlich abgenommen hat. Die mangelnde Präsenz der Ordnungskräfte habe die Wilderei begünstigt. Raubtiere aller Art haben es deshalb auch schwer Beute zu machen. Er glaubt, dass der Löwenangriff im Hoanib nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen ist.
Wir sehen aber wenigstens hier eine „Security“ die aufpasst
Und Nummer 7 wundert sich „How the others are doing“
Der Hoarusib und Puros ist dann wieder ein eigenes Thema.