Reisebericht

Reisebericht: "Safari" am Ende der Welt

von Black Lion · begonnen 27. Apr. 2025 · 15 Teile

Teil 127. Apr. 2025


AUSTRALIEN...

...war jetzt nicht unbedingt eines meiner Top-5-Reiseziele auf meiner Wunschliste. Wobei ich zugeben muss, dass 5 von 5 meiner Wunschreisezielländer in meiner Herzensheimat Afrika liegen. Aber als Reisebegleiterin überlegt man nicht mit einer Zusage, wenn man die Chance hat für 2 Wochen dem kalten heimatlichen Winter zu entkommen. Und da mein Reisebegleiter, mit der anstehenden Hochzeit seiner Schwester, einen guten Grund hatte nach Melbourne zu reisen, konnte ich ihn ja unmöglich alleine ziehen lassen. Seid Namibia waren wir doch schliesslich ein gut eingespieltes Team!

Im Gegensatz zu unserer Afrikareise hielt sich der Umfang der Reiseplanung dieses mal in Grenzen. Neben dem Flug und Einreise-Visa, wurden nur drei weitere Unterkünfte gebucht. Einmal zwei Nächte in "Wilsons Promotory" in der ersten Woche und jeweils eine Nacht in Lorne und Port Campbell entlang der "Great Ocean Road" in der zweiten Woche. Alle anderen Nächte und Aktivitäten waren dann in und um Melborne geplant, so dass sich eine Übernachtung bei der Schwester anbot.

Unser Reiseplan:
So 08.12.2024, Abflug ab Zürich
Mo 09.12.2024, Umstieg in Doha
Di 10.12.2024, Ankunft in Melbourne
Di 10.12.2024, Melbourne City
Mi 11.12.2024, Anfahrt Wilsons Promotory
Do 12.12.2024, Wanderung im Wilsons Promotory
Fr 13.12.2024, Wilsons Promotory und Koala Conservation Reserve
Sa 14.12.2024, Beauty and the Beast Musical
So 15.12.2024, Escape Room
Mo 16.12.2024, Strand-Tag
Di 17.12.2024, Surprise-Day
Mi 18.12.2024, Gerat Ocean Road
Do 19.12.2024, Gerat Ocean Road
Fr 20.12.2024, Triplet Falls
Sa 21.12.2024, Hochzeit
So 22.12.2024, Rückflug an Melbourne
Mo 23.12.2024, Ankunft in Zürich

Nichtsdestotrotz freute ich mich reisig auf die Reise! Besonders auch deswegen, weil ein Arbeitskollege meines Reisebegleiters in Melbourne aufgewachsen war und pausenlos von unseren Reisenzielen schwärmte! Und auch die Bilder im Internet sahen sehr vielversprechend aus! Und hatte ich schon erwähnt, dass es dort im Dezember Sommer ist?! =^.^=

Der einzig grosse Negativpunkt war die Anreise. Bis ans andere Ende der Welt dauerte es sage und schreibe 19 Flugstunden! Und mit Anreise, Checkin, Zwischenstopp und Abreise würden wir insgesamt fast 30 Stunden unterwegs sein! Mir tat mein Reisebegleiter, der im Flieger nie schlafen kann, jetzt schon leid!
Teil 227. Apr. 2025
Kapitel 1: Kontrollwahn



An einem Sonntag Morgen dem 2. Advent ging es von Zuhause los. Zuerst mit dem Auto in die Nähe von Zürich und dann eine weitere Stunde mit dem ÖV zum Flughafen. Bei der Gepäckabgabe gab es dann ein kurzes Bangen, da unser Handgepäck ein halbes Kilogramm zu schwer war. Und nein. Auch wenn ICH mich IM Handgepäck befand, lag es NICHT an mir! Schuld waren die Kamera und das neue Portrait-Objektiv, welches sich mein Reisebegleiter extra für die Hochzeit organisiert hatte! Die waren auch daran Schuld, dass ich ZWEIMAL durch den Scanner musste und danach von einem Sicherheitsbeamten in Gummihandschuhen begrabscht wurde!

Mein Reisebegleiter nach dem zweiten Scan: "Was ist denn das Problem?"
Sicherheitsbeamter packt mich am Nacken und zieht mich aus dem Rucksack: "Wir haben kein Problem, nur Lösungen!"

Zum Glück des Sicherheitsbeamten, befreite mich mein Reisebegleiter umgehend aus der für mich peinlichen Situation. Denn glaubt mir, ihr wollt nicht wissen wie MEINE Lösung ausgesehen hätte, wenn ich wie eine echte Löwin Zähne und Krallen gehabt hätte!!!

Nach der Sicherheitskontrolle hatten wir aber dann doch noch ein Problem. Der Haupt-Klick-Verschluss unseres Reiserucksacks ging kaputt. Aber zum Glück fanden wir nach einigen Nachfragen im Duty-Free-Bereich einen Reisetaschen-Shop, in welchem wir einen Ersatzverschluss geschenkt bekamen! Diese nette Geste löste unser Problem zumindest temporär.

Im Flieger nach Doha, dem Standard-Zwischenstopp aller Qatar-Airline-Flüge, bekam ich sogar meinen eigenen Sitzplatz! Sogleich wurde ich auch der Liebling aller Flugbegleiter/innen, denn im Vergleich zu allen anderen Fluggästen war ich natürlich am pflegeleichtesten! Ich war immer angeschnallt, brauchte keine Getränke oder Abendessen und verhielt mich den ganzen Flug über still und versuchte zu schlafen. =^.^=

Über die Türkei und den Iran erreichten wir Doha kurz vor Mitternacht. Hier hatten wir ca. 2 Stunden Aufenthalt, bevor es zum nächsten Boarding ging. Auf unsere Frage, ob man hier irgendwo frische Luft schappen könnte, wurden uns der Flughafen-Garten empfohlen. Ja, es gibt in Doha tatsächlich einen überdachten Tropengarten im Flughafen!



Dieser glich um diese Uhrzeit allerdings eher einem Flüchtlingslager, denn viele andere Fluggäste schlugen dort ihr improvisiertes Camp auf und versuchten zu schlafen. Auch wir suchten uns ein Plätzchen, um uns ein wenig auf einer Bank hinzulegen und den Rücken zu entlasten.

Schon fast als Abzocke empfand ich dann den erneuten Scan des Handgepäcks. Natürlich ohne jegliche Flüssigkeitsmitnahme! Mit dem doppelten Scan in Zürich und dem Scan beim Aussteigen in Doha wurde ich nun zum vierten Mal durch den Scanner geschickt um zu prüfen, dass ich ja keine Bombe bin...
Ich sage euch, ich wäre fast exploriert!!!

Auf dem 13-stündigen Flug nach Melbourne war dann Filmeschauen angesagt. Neben der kompletten Triologie "Guardians of the Galaxy 1-3", sahen wir uns noch Indispicable Me 4, Magic House und Frozen 2 an. Denn schliesslich wollten wir bei Ankunft in Melbourne gegen Mitternacht wieder Müde sein. Viele der anderen Fluggäste sahen dies aber anscheinend anders, denn viele versuchten zu schlafen und schlossen ausnahmslos ALLE Fenster in der Kabine. Wir mussten uns notgedrungen zur Toilette zurückziehen, um zumindest an diesem Tag einmal durch ein einzelnes winziges Fenster die Sonne zu sehen!

Aber nach ungefähr 30 Stunden Reisezeit landeten wir endlich Melbourne, wo wir auch schon sehnlichst von der Schwester und ihrer Partnerin erwartet wurden! Nach einer herzlichen Begrüßung wollten wir aber alle nur noch ins Bett. Wir waren einfach nur fix und fertig.

Teil 328. Apr. 2025
Kapitel 2: Jet-Lag? Auf nach Melbourne!

So fertig wir von der Reise waren, so fit waren wir am nächsten Morgen. Eigentlich war dieser Tag als Jet-Lag-Kompensations-Tag vorgesehen. Aber wie durch ein Wunder verspürten wir nach nur 4 Stunden Schlaf um 6 Uhr Morgens absolut keinen Jet-Lag! Also was tun mit dem gewonnen Tag? Auf nach Melbourne-City! =^.^=




Zuerst besuchten wir den "Queen Victoria Market", wo wir neue Lederhüte einkauften. Mein Reisebegleiter liebt ganz besonders Hüte aus Känguru-Leder. Anschließend ging es vorbei am dem wohl "most ugly christmas tree" auf dem "Fed Square", in den Botanischen Garten. Dort schlenderten wir, mit der Skyline in Sichtweite, gemütlich durch den Park.



Vorbei am Skater-Park liefen wir zum Yarra River und setzten wir uns in den Schatten eines Baumes am Flussufer. Und während ich entpannt mit einer Cola in der Pfote den Ruder-Teams beim Training zuschaute, reparierte mein Reisebegleiter mit seinem schweizer Taschenmesser den Rucksackverschluss.



Auf der anderen Seite der Strasse hat mir der "Pioneer Women's Memorial Garden" besonders gut gefallen. Akustisch versteckt vom beruhigenden Plätschern des Wasserfalls, hörte man hier fast nichts vom Lärm der Grossstadt.




Auf dem Weg zurück zum Stadtzentrum, kamen wir erst an einem geköpften König (?!) und dann an einem Gedenkstein für die Aborigines vorbei, in dessen Nähe ein Mann mitten auf der Wiese eine paar Zweige verbrannte. Neugierig fragten wir den Mann, was er da mache. Und ehe wir es uns versahen diskutierten wir friedlich mit einem Viertel-Aborigines über Kolonialisierung und Völkermord. Ja, als Deutscher hat mein Reisebegleiter bei diesen Themen historische "Erfahrungen"...
Am Ende beteten wir aber gemeinsam am Feuer für den Weltfrieden. Also alles gut!



Zu Mittag fuhren wir mit der Strassenbahn zurück zur Arbeitsstelle der Schwester und gingen dann in ein gemütliches Lokal mit guten Burgern und Pommes. Und da die Schwester auch gleichzeitig unsere Mitfahrgelegenheit zurück zu ihr nach Hause war, verbrachten wir den Nachmittag noch in den nahegelegenen "Edinburgh Gardens". Dort spielte mein Reisebegleiter noch etwas Volleyball mit einem Kanadier und einem Australier. Na wenn das mal keine weitere Völkerverständigung ist!




Am Abend wurden wir dann noch von der Schwester und ihrer Lebensgefährtin zu einem Spaziergang am Yarra River in Warrendyte eingeladen, welcher für die Beiden eine geschichtsträchtige Bedeutung hatte.




Nach einem leckeren Abendessen gingen wir dann alle zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag sollte ja der erste mehrtätige Ausflug starten.
Teil 430. Apr. 2025
Kapitel 4: Wandertag

Nachdem wir am Vorabend zu Viert im Schlafzimmer in die Betten gekuschelt haben, wachten wir zu Zweit am nächsten Morgen wieder auf. Verwundert schauten wir uns nach Emma und der Schwester um und fanden diese im Wohnzimmer. Angeblich waren wir in der Nacht zu "laut"...
Mein Kommentar dazu war nur: "Löwen schnarchen nicht! Sie schnurren! =^.^=

Nach einem guten Frühstück machten wir uns auf zu einer richtigen Wanderung zur "Oberon Bay". Hierzu reduzierten wir strategisch unser Reisegepäck auf einen Rucksack, welcher dann vom Konditionsstärkeren getragen werden durfte. 😛



Und es dauerte auch nicht lange, bis wir das erste Wallaby erblickten.



Nach anfänglichem Nieselregen am Morgen wurde das Wetter zum Glück stetig etwas besser. Zum Wandern also fast optimal. Nur der teils stürmische Wind war ziemlich frisch.

Unterwegs gab es viel zu entdecken und erleben. Bachdurchquerungen, schönste Aussichten und den ein und anderen tierischen Höhepunkt, schmückten auch schöne Blumen unseren Pfad.







Als wir schon fast wieder zurück im "Tidal River"-Camp waren, stolperte ich fast schon mir nichts dir nichts über mein erstes Wombat. Wie alle in Australien, graste auch dieser Geselle völlig gechillt direkt neben dem Wanderweg vor sich hin und lies sich auch nicht stören, als ein Löwe mit weniger als einen Meter Abstand neben ihm vorbeilief.



Zum Abendessen gab es dann natürlich was kalorienreiches von "Mutti".


Und da uns nach 22 km die Pfoten noch nicht weh genug taten, machten wir zum Sundowner noch einen Spaziergang an die "Norman Beach" vor dem Camp, wo ich in der Sonne endlich meine Vitamin-D Reserven auffrischen konnte. =^.^=



Teil 502. Mai 2025
Kapitel 5: Tierisch gut

In der nächsten Nacht durften wir Löwen im Wohnzimmer auf der bequemen Coach, vor dem großen Aussichtsfenster, schlafen. Und obwohl das Wetter an diesem Morgen wieder so la-la war, nutzen wir jeden Moment im Park für Erkundungen und Fotos. So wie hier in der "Whisky Bay" einem kleinen gemütlichen Strand in der Nähe von "Tidal River".



Hier konnte ich mich wunderbar zwischen den Felsen verstecken und endlich mal Emma auflauern.




Ab jetzt waren wir wirklich Freundinnen. =^.^=



Auf dem "Prom Wildlife Walk" sahen wir dann auch unseren ersten Joey (junges Wallaby) und Emus, bevor wir den Park endgültig verlassen mussten.




Auf dem Weg nach Melbourne machten wir noch einen Zwischenstopp in der Stadt Inverloch. Hier entdeckten wir auch unser neues Lieblingsgetränk "Sunkist".



Eigentlich wollten wir bei unserem Stopp in San Remo am Ozean Pelikane sehen, welche hier zur Mittagszeit gefüttert werden. Natürlich nicht so wie dieser hier mit Kronkorken und Flschendeckel!



Anstatt Pelikane sahen wir dafür Kugelfische und mehrere Rochen. Auch nicht schlecht. ^^





Unseren letzten Stopp machten wir dann noch im "Koala Conservation Reserve". Und dies nur zur Sicherheit, um zumindest einen Koala in Australien gesehen zu haben. Die verstecken sich ja gerne hoch in den Bäumen, zeigen einem nur den Hintern wenn man sie mal sieht und verschlafen dazu fast den ganzen Tag. Wie kann man nur so faul sein!




Ey!!! Was soll diese Anspielung jetzt!?! Löwen sind nicht faul, sondern Engeriesparend! *fauch*

Wenigstens das Wallaby und die anderen Vögel waren aktiv.






Jetzt ging es aber dann endgültig zurück zu Mr.Sox. =^.^=

Teil 605. Mai 2025
Kapitel 7: Eier muss man haben!

An diesem Sonntag Morgen gingen wir "australisch Frühstücken". Also ab zum nächsten Cafe mit Freisitz!



Als ich mich mit meiner Löwennase so durch die Menükarte schnüffelte, blieb ich bei einem Schinken-Toast mit Eiern hängen. Doch bei der Eizubereitungsart, welche man auch noch wählen musste, war ich dann, wie es so schön heisst, "lost in translation". Okay, "fried egg" konnte ich noch unserem Spiegelei zuordnen. Und "scrembled egg" entspricht unserem Rührei. Aber was zum Teufel sind pochierte Eier?! Ich kann es immer noch nicht richtig beschreiben, aber es war lecker. 😛

Danach ging es wieder im dem Auto in die City zu "The Mystery Rooms" in der Napier St. Als "Hens night Event" lösten wir als Zeitreisende "The Medieval Quest" um das sagenumwobene Schwert "Excalibur". Danach ging es für uns tapferen Kriegerinnen noch zum Mittagessen ins nächste Restaurant mit weiteren Ratespielchen.

Auf dem Rückweg aus der Stadt besuchten wir noch die "Flying Foxes", welche zu diesem Zeitpunkt gerade im Bend Park im wahrsten Sinne des Wortes einfach so "herumhingen". XD



Den restlichen Nachmittag verbrachte ich, da es an diesem Sonntag schon ziemlich heiß wurde, energiesparend mit einer kühlen Cola am Pool. =^.^=



Und das wäre auch richtig schön entspannt gewesen, wenn mein Privatfotograf nicht mal wieder Hummeln im Hintern gehabt hätte. Verehrt dieses Foto! Denn dafür hat er bestimmt eine halbe Stunde gebraucht! (*)


(*) Anmerkung des Privatfotografen: Das Foto wurde entspannt von der Sonnenliege aus gemacht und dauerte vielleicht 5 Minuten. Und auch der Garten war auch schön und ruhig! 😉


Teil 707. Mai 2025
Kapitel 8: Sommer, Sonne, Schwitzewetter

Unser erster Termin an diesem Morgen war das Abholen unseres Mietwagens, ein schön großer Subaru Outback.



Mit diesem fuhren wir dann nach "Hampton Park" zur Familie des Arbeitskollegen meines Reisebegleiters (der mit den Insider-Tipps). Wir brachten einige Geschenke vorbei und lernten uns bei einem leichten Brunch kennen.

Da es an diesem Tag noch 41°C werden sollte, fuhren wir für den Nachmittag noch an den Strand. Hier waren es "nur" 36°C und bis auf die gefühlt 1000 Fliegen, hatten wir den Strand sogar für uns. =^.^=



Von dort fuhren wir später noch zu einem anderen Strand an der "Port Phillip"-Bucht mit weniger Fliegen aber dafür einem jungen Mann der sich wohl augenblicklich in meine wunderschöne Augen verliebte.

Sorry mein Lieber, aber mehr als ein netter Plausch ist bei mir nicht drin. ^^



Lange blieben wir noch am Strand, bis der Wind dann doch zu stürmisch wurde.

Am Abend testete mein Reisebegleiter noch ein weiteres mal das Youtube-Streaming. Schliesslich sollten bei der Hochzeit am Wochenende auch die daheimgebliebene Verwandschaft teilhaben können.
Teil 812. Mai 2025
Kapitel 9: Überraschung!!!

Diesen Tag hatten wir lange herbeigesehnt, denn heute war der große "I am in Australia too - Reveal Day"! Ja, richtig gelesen. Bis auf die Schwester und die Familie meines Reisebegleiters wusste sonst niemand aus unserer Verwandschaft, dass wir hier in Australien waren! Vorallem nicht der Bruder mit seiner Familie, welcher nach einer ebenfalls sehr langen Anreise heute am Flughafen ankommen sollte.
Mit zwei Autos machten wir uns also auf dem Weg zum Flughafen, um die noch ahnungslosen Neuankömmlinge in der Empfangshalle zu überraschen. Geschickt versteckten wir uns hinter einem Informationsstand, um dann im richtigen Moment hervorzuspringen und ein freudiges "Willkommen in Australien!" zuzubrüllen.
Von der Familienchefin gab es einen Freudenschrei während die Jungs erst einmal ein paar Sekunden brauchten um zu checken was da gerade passiert war. Ach, ich sage euch, die Blicke und verduzten Gesichter waren einfach herrlich! =^.^=

Nach dem Einzug der Bruder-Familie in eine schicke Wohnung am Pier, gingen wir noch zusammen im "Cargo Bar & Eatery" Mittagessen. Dabei wurden wir durch die, vermutlich noch vom heissen Vortag auf volltouren laufende Klimaanlage, trotz Pullis und Schals fast zu Eiszapfen verwandelt! =-_-=




Am Nachmittag sind wir dann zu Zweit noch nach "Seville Hill" gefahren, um uns die Festwiese anzusehen. Mein Reisebegleiter und Hochzeitsfotograf wollte ja schließlich für die kommende Hochzeit gut vorbereitet sein!



Die Location sah auf jeden Fall schon mal sehr vielversprechend aus. Und dann noch diese Aussicht!

Den Rückweg schmückten wir mit einer Fahrt durch den urigen "Silvan Reservoir Park" zu einem Geheimtipp des Arbeitskollegen. Dem "Dandenong Mountain".



Die Aussicht vom "Dandenong Mountain" ist wirklich sehenswert. Nur schade, dass wir durch die hohe Luftfeuchtigkeit nicht so die Weitsicht hatten. Aber für eine Minute konnte ich zumindest die Skyline von Melbourne am Horizont erahnen.



Dafür haben wir aber auf dem Weg zum Aussichtspunkt jede Menge "Hochrote Rosella"-Vögel gesehen, welche in den Büschen direkt neben dem Weg nach Nahrung suchten. Ach! Wir waren im schönsten (Foto-)Jagdfieber! =^.^=




Am Abend haben wir dann noch unsere Sachen für den nächsten Tag vorbereitet und sind zeitig ins Bett gegangen. Denn morgen sollte ja schliesslich unsere zweite Tour starten: "Lioness on the Road!"
Teil 915. Mai 2025
Kapitel 10: Great Ocean Road

Der Mittwoch Morgen begann wieder mit einem kleinen Spaziergang durch das "Revier der Schwester", um die Zeit des Berufsverkehrs besser zu nutzen als im Stau zu stehen. Denn heute ging es los zu unserer zweiten Abenteuerreise! Der Fahrt entlang der "Great Ocean Road"!



Nach einer etwas langweiligen Fahrt durch Melbourne nach Geelong, fuhren wir nach Torquay zum Mittagessen. Im "Front Beach"-Restaurant zog ich dann auch gleich einige verwunderte Augen auf mich. Ja, eine Löwin sieht man in Australien wohl nicht alle Tage! Vor allem junge Mädchen lachten und winkten mir freundlich zu und wollten mich streicheln. =^.^=



Nach dem leckeren Steak und der kühlen Cola ging es zur "Bells Beach", welche unter Windsurfern ein beliebter Ort zum surfen ist. Und ich muss sagen, die Wellen und der Wind dort waren in der Tat mehr als ordentlich. Zum Schwimmen auf jeden Fall zu kalt und durch die Strömung auch viel zu gefährlich!




Weiter ging es nach Anglesea mit einem kurzen Stopp am Strand.



Aber da es hier nirgendwo Schatten gab, zogen wir auch schnell wieder weiter. Immer weiter der Strasse entlang nach Westen mit ständig schönen Aussichten auf den Ozean. So wie z.B. diese hier:



Seufz... Wenn man nicht alles selber macht... -_-

Safari zum Ghostwriter: "Ja, das ist echt ein tolles Aussichtsfoto... auf meinen Riesenhintern!!! Eine noch ungüstigere Perspektive hättest du echt nicht finden können, oder?!"




Hinter Fairhaven, zwischen Anglesea und Lorne, erreichten wir dann plötzlich auch den berühmten "Memorial Arch" der "Great Ocean Road". Ich sage plötzlich, da wir diesen eigentlich am Anfang der Strasse bei Torquay erwartet hatten und nicht irgendwo mitten drin.



Überrascht wie wir waren, fuhr mein Fahrer ersteinmal durch und weiter, bis ich ihn anschrie und aus seiner Schockstarre löste.

"Halt!!! Umdrehen!!! Ich brauche doch ein Foto vom dem berühmten Bogen!"



So ist es doch viel besser, oder? =^.^=
Teil 1015. Mai 2025
Von hier war es dann auch nicht mehr weit zu unserem nächsten Übernachtungsziels dem "Queens Caravan Park" in Lorne.



Am Campingplatz angekommen standen wir unerwartet vor einer verschlossenen Schranke. Von einer Rezeption oder Hinweistafel war weit und breit nichts zu sehen. Und auch die Google-Adresse führte uns nur zu einem anderen Hotel. Aber zum Glück scheut sich mein Reisebegleiter nicht nach dem Weg zu fragen, trotz seines guten Orientierungssinns. Und so erfragten wir uns die Information, dass sich die Rezeption für den Campingplatz am anderen Ende der Stadt befand. Also da wo wir gerade herkamen. -_-
Das gibt auf jeden Fall eine Bemerkung in der Bewertung...

Nach unseren anfänglichen Ortungsschwierigkeiten bekamen wir dann aber zügig den Schlüssel und den Code für die Campingplatz-Schranke. Und nach einem Kurzeinkauf im gegenüberliegenden Foodworks Supermarkt, machten wir uns nicht zurück auf dem Weg zum Campingplatz. Stattdessen machten wir einen Abstecher in den urlichen Regenwald im Inland zu einer kurzen Wanderung zu den "Henderson Falls". Die naturnahe Stille und natürliche Ruhe hier war wahrlich eine Wohltat für jeden meiner gestressten Nerven.

(für ein Anti-Stress-Video einfach aufs Bild klicken)




Leider kam keine Gezelle vorbei. =^.^=

Nach unserem Spaziergang im Wald fuhren wir dann endlich zu unserem Glamping-Platz und machten da weiter wo wir aufgehöhrt hatten: Entspannung =^.^=



Das "Eco-Safari-Tent" war ein Geheimtipp des Arbeitskollegen für eine Glamping-Nacht an der "Great Ocean Road".



Neben einer grandiosen Aussicht, bekam ich von meinen Kakadu-Freunden dann sogar eine Flugshow geboten!



Mann die können echt gut fliegen!




Und nein, ich habe mich nicht verschrieben. Es heisst wirklich "glamping" (= glamorous camping). Denn wahrlich luxuriös war die beheizte Doppelbettmatraze in der doch recht frischen und vom Meerrauschen erfüllten Nacht. *schnurrrrrr*


Teil 1117. Mai 2025
Kapitel 11: Die Höhle der Löwin

Ich muss zugeben, ich fühlte mich schon fast wie in Afrika! Denn wie bei unseren Campingnächten in Namibia wachten wir mit der Morgendämmerung auf. Da es aber noch ziemlich frisch war, kuschelte ich mich noch eine Weile ins beheizte Bett, bis die ersten Sonnenstrahlen in unser Zelt leuchteten.



Wir liessen uns absichtlich viel Zeit bis zum Vormittag, bevor wir diesen schönen Ort verliessen und zu den "Erskine Falls" fuhren, welche ein paar Kilometer hintern Lorne im Inland liegen.

Die "Erskine Falls", dem grössten Wasserfall auf unserer Reise, war beeindruckend.



Aber auch der kleine Fluss selber bot viele schöne Ecken zum Verweilen.




Nur Fische habe ich leider keine gesehen. =^.^=

Unsere weitere Route führte uns in die kleine Stadt "Apollo Bay", wo ich als afrikanische Löwin mit meinem deutschen Reisebegleiter am Mittag eine Art italienische Spaghetti Napoli bei einem getarnten Chinesen verspeisten, während wir ein paar einheimischen Kakadus zuschauten, wie sie im örtlichen Parkbrunnen badeten. Typisches australisches Multi-Kulti also.





Nicht weit von Apollo Bay entfernt, machten wir einen weiteren Stopp für eine kleine Wanderung zur "Shelly Beach". Auf dem Abstieg zum Strand sahen wir auch unseren einzigen beiden "wilden" Koalas hoch oben in den Bäumen und einen niedlichen blau-schwarzen "Superb Fairy-Wren".




Der kleine Strand selber war einfach traumhaft. Mit einer optimalen Löwenhöhle als Unterkunft (wir wurden tatsächlich gefragt, ob wir hier übernachten würden), gab es zischen den Felsen am Strand auch einen kleinen Naturpool. Eigentlich hasse ich ja Wasser, aber diese erfrischende Abkühlung kam mir dann ausnahmsweise dann doch mal sehr gelegen. =^.^=




Von Apollo Bay führte die "Great Ocean Road" nun durch den Urwald des "Otway National Park".




Mit einem kurzen Foto-Stopp am "Castle Cove Lookout" führen wir über Lavers Hill und Princetown zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten entlang der "Great Ocean Road", den "Twelve Apostles". Da hier die Autos für den eigens angelegten Parkplatz am Nachmittag schon bis auf die Hauptstrasse standen, entschieden wir uns ins nahe gelegne Port Campbell weiterzufahren.

In Port Campbell checkten wir dann auch ersteinmal problemlos ins "Southern Ocean Motor Inn" ein. Endlich etwas Schatten!



In der örtlichen "Beach Bar" bekam ich wieder ein paar nette Blicke und Kommentare zum Abendessen, während sich die Sonne mehr und mehr ins rötliche verdunkelte. Nach Aussage eines der Kellner, war dies wohl dem Rauch eines Buschbrandes verschuldet, welcher fernab wütete.

Teil 1220. Mai 2025
Kapitel 12: Gradwanderung

Zur im Ozean untergehenden Sonne, fuhren wir die 11 km zurück zu den "Twelve Apostles", wo sich die Touristenmassen zumindest etwas verflüchtigt hatten. Jedoch nicht genug, um als Löwin nicht aufzufallen.





Ich war noch nicht mal aus dem Rucksack draußen, als ich auch schon von einem kleinen japanischen Jungen lieb gestreichelt und geknuddelt wurde. So weit so gut. Alles mit meiner Kinderliebe problemlos vereinbar.
Aber als der kleine Racker in meiner Kampfgröße mich dann einfach packte und mitnehmen wollte, ging mir das dann doch eindeutig zu weit!

"Hilfe! Plüschlöwinnenentführung!!!"

Von der versuchten Entführung erholend, legte ich mich auf die Geländerstange und schaute verträumt dem Sonnenuntergang zu.




Nachdem mein Privat-Fotograf noch ein paar Erinnerungsfotos von mir gemacht und sich dann zu mir gesellt hatte, genossen wir einfach nur den Sonnenuntergang.
Plötzlich hörten wir hinter uns ein "Klick". Hatte da wirklich gerade jemand ein Foto von mir gemacht?!? Lande ich jetzt etwa ungefragt als Gig auf Snapchat oder Instgramm?! Oder noch schlimmer sogar auf TicToc oder X?!!!
Ich verlange Plüschlöwinnenpersönlichkeitsrechte!

Die bisherige Bilder-Rückwärtssuche hat jedenfalls keine Treffer ergeben. Ich glaube der Frau war es dann doch etwas peinlich, als sie nach ihren spontan gemachten Fotos von uns, sofort von meinem riesigen Reisebegleiter angesprochen wurde. Ich kann bezeugen er blieb nett und hat nur gefragt, ob wir ihre Fotos als Erinnerung haben dürften. =^.^=

Vermutlich zu meinem Glück, war ich nicht das einzige Tier hier:



Auf dem Rückweg von den beeindruckenden Felseninseln, bemerkten wir erst jetzt das am Eingang aufgestellte Verbotsschild "No Dogs or Cats!" auf dem Zugangsweg. Etwas verlegen schaute mich mein Reisebegleiter darauf hin an. Aber ich sage euch. Als LÖWIN (Plüsch) fühlte ich mich davon natürlich überhaupt nicht angesprochen. Es lebe die doppelte Artzugehörigkeit! =^.^=
Teil 1323. Mai 2025
Kapitel 13: Noch mehr Zwischenstopps

Die frühen Morgenstunden sind eine echt gute Zeit um Naturdenkmäler zu besuchen. So präsentierte sich im schönsten Licht die "Loch Ard Gorge" Bucht, welche wir gleich nach dem Auschecken besuchten. In dieser Bucht, in welcher vor über hundert Jahren ein Schiff havarierte, waren wir an diesem Morgen tatsächlich die ersten Touristen und konnten ungestört die natürliche Errossions-Architektur bewundern.





"The Razorback" ist eine besondere Gesteinsinsel, welche mich doch sehr an einen Unterkiefer-knochen erinnerte.



Zurück über Lavers Hill führen wir zu einem weiteren Tipp aus der zukünftigen australischen Verwandtschaft, den "Triplet Falls". Da es immer noch recht früher Vormittag war, waren wir hier wohl die ersten Wanderer an diesem Tag. Ihr fragt euch, wie ich zu dieser Annahme komme? Ganz einfach, wegen den vielen Spinnennetzen, welche wir auf dem Wanderpfad durchlaufen mussten! Sorry, aber spannt eure Netze das nächste mal besser bitte woanders!



Nichtsdestotrotz war die einstündige Wanderung im frischen Urwald jeden Schritt wert, auch wenn man den Wasserfällen leider nicht sehr nahe kommen konnte.





Hier gab es sogar mal ein altes Sägewerk! Einmal Dampfmaschine und einmal Transportwagons. Ist schon erstaunlich, wie die Natur sich den Ort wieder zurückerobert hat.




Weiter ging es von Weeaproinah über die C159 nach Forrest. Eigentlich kein weiter Weg, wenn wir für die letzten 12 km der C159 nicht fast eine halbe Stunde gebraucht hätten. Problem war dabei nicht, so wie häufig in Afrika, der Strassenzustand, sondern die vielen engen Kurven mit fast null Sichtweite! Aber schön wars trotzdem!



Nach einem leichten Mittagessen in Forrest, fuhren wir bei 36°C Aussentemperatur über mehrere Hinterlandstrassen nochmals nach Torquay an die "Whites Beach". Während ich unseren Strandplatz bewachte, nutze mein Reisebegleiter die Gelegenheit, um ein letztes Mal im Ozean zu baden.

Die weitere Rückfahrt nach Melbourne war dann, so wie die Hinfahrt, unspektakulär. Lediglich eine Werbetafel erweckte meine Aufmerksamkeit, als wir in der Stadt im Stau standen.



Zurück in Melbourne versorgten und trösteten wir, in Abwesenheit des Brautpaares (die waren schon in ihrer Honeymoon-Suite), Mr. Sox. Allerdings nur kurz, denn wir wollten unbedingt noch ins Kino. Und ja, auch ich durfte mit!



Welcher Film? Na, einmal dürft ihr raten! =^.^=
Teil 1428. Mai 2025
Kapitel 14: Hochzeit

Heute stand natürlich die Hochzeit im absoluten Mittelpunkt! Nachdem wir die Bruder-Familie von Bahnhof abgeholt und in unseren Mietwagen gestopft hatten, fuhren wir zusammen nach "Seville Hill", wo die Feier ja stattfinden sollte. Während mein Reisebegleiter und der heutige Hochzeitsfotograf den Live-Stream einrichtete, sah ich mir die schön eingerichtete Location etwas genauer an.





Und damit eines klar ist! Ich habe von Anfang an meine Bedenken geäußert MICH für den Live-Stream verantwortlich zu machen!



Als es dann nach einigen Vorbereitungen dann mit der Zeremonie los ging, passierte die natürlich Katastrophe! Der Laptop wurde nach 2 Minuten einfach schwarz und tat keinen Mucks mehr! Ich war natürlich mit meinem Löwenpfoten chancenlos und konnte nur die arme daheimgebliebene Verwandtschaft bedauern, welche nach einiger Werbung extra um 4 Uhr Morgens aufgestanden war. -_-

Ansonsten war es eine sehr fröhliche Zeremonie mit einigen schönen und herzigen Emotionen. =^.^=





Mein Hochzeitsfotograf hat natürlich noch viel mehr schöne Fotos geschossen, von welchen ich aus personenrechtlichen Gründen leider keine zeigen darf. Ich soll aber ausrichten, dass sich das neue Portrait-Objektiv (Sigma 105mm 1.4 Art) wirklich gelohnt hat. Ihr erinnert euch vielleicht an das Ding was zu dieser Intensiv-Kontrolle am Züricher-Flughafen geführt hat...
Mit am Schönsten für mich als afrikanische Plüschlöwin war aber, dass ich einigen Gästen sogar von meiner Namibia-Reise berichten durfte. Wie typisch für Australier, waren wirklich alle Gäste super nett und sehr offen für Neues. Und es entstand sogar die Idee mein mitgebrachtes Fotobuch auf Englisch zu übersetzen und als Buch zu veröffentlichen. =^.^=
Leider war die Zeit für die Feier mit lediglich 4 Stunden viel zu kurz, um alle Gäste näher kennenzulernen.



Auf dem Rückweg nach Melbourne hatten wir dann noch eine letzte abendliche Mission! Hatten wir in den 2 Wochen Australien tatsächlich noch kein einziges richtiges australisches Känguru gesehen!
Dem Tipp der Schwester folgend fanden wir dann recht schnell ganz viele von ihnen auf einem... Golfplatz?!?




Hier spielt man wohl mit extra Handicap...
Teil 1529. Mai 2025
Kapitel 15: Australien

Am letzten Tag gingen wir dann noch zusammen mit der Bruder-Familie ein letztes Mal australisch Frühstücken, wobei wir diesmal erklären mussten, was "pochiert" bedeutet. ^^

Und viel zu schnell kam leider die Zeit, dass wir unseren Mietwagen am Flughafen abgaben und mit Qutar-Airways wieder zurück nach Zürich flogen. Die beiden Flieger waren so kurz vor Weihnachten natürlich bis auf den letzten Platz ausgebucht, so dass ich es mir im Handgepäckfach gemütlich machen musste, während mein Reisebegleiter natürlich wieder nicht schlafen konnte. So erreichten wir völlig übernächtigt Zürich an einem Montag Morgen vor Sonnenaufgang.
Aber was war das? Flog da gerade echt eine Schneeflocke vorbei!?!



NEIN! Fliegt mich wieder zurück ins sommerlich warme Australien!!! =^.^=


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