Sven und ich setzen uns nochmals in den Gartensitzplatz und um etwa 16:00 Uhr wird Sven abgeholt.
Ein wirklich toller Reisekumpan und lieber, eher ruhiger, ehrlicher Typ, Kategorie 'auf den kann man zählen'.
Schön mit Dir reisen zu dürfen!
Gerne wieder!
Seine Abfahrt lässt bei mir wieder etwas Melancholie aufkommen, waren wir doch die letzten zwei Wochen ausser zum Schlafen und Toilette fast immer zusammen.
Und nun bin ich allein.
ALLEIN!
A-L-L-E-I-N-!-!-!
OK, denn geh ich halt Duschen...vielleicht spühlt das die Melancholie etwas weg.
Auf jeden Fall ist es ein Genuss und ich geniesse lange, sehr lange!
Dank solarer Wassererwärmung auch ohne schlechtes Gewissen.
Anschliessend mach ich mal einige Fotos (siehe oben) und werden dabei von einer afrikanischen Katze überrascht!
Aber nicht gefressen, denn 'Socks' ist eine normale Hauskatze...
Oben: Darf ich vorstellen? Socks, die Hauskatze und Herrin vor Ort!Dank des W-Lan und der Signal-App kann ich endlich mal mit Sabine telefonieren, was wir auch recht ausgibig machen.
Die Zeit vergeht wie im Flug...
Am Abend hat sich ein Paar zum Abendessen angemeldet, schon bald nach meiner Geländeerkundungstour erscheinen sie und trinken mit Erika, John und mir etwas, wobei ich erfahre dass der weisse ältere Herr Entwicklungshelfer für internationales Wasser-Management und die Einheimische junge Dame Profigolfspielerin aus Tansanias Nationalteam ist.
Er nennt sich Konrad und sie nennt sich Loveley, ein für unsere Ohren etwas merkwürdiger, in Ostarika aber durchaus geläufiger Name.
Die zwei begeben sich nach dem Begrüssungsdrink ins Esszimmer, das heute Abend nur für sie reserviert ist.
Erika, John und ich essen im durchaus angenehmen Esszimmerbereich der Küche an einem Bartisch.
Gefällt mir und ergibt interessante Gespräche, die wir nach dem Abgang von Loveley und Konrad am Feuer des Kamins weiterführen.
Mein erstes Kaminfeuer in recht privater Atmosphäre in Ostafrika, hat was!
Um 22:30 geh ich nach oben ins Zimmer und ins Bett, zum letzten Mal für diese Reise in Tansania.
Lala Salama!
Tag 16: Auf an die kenyanische KüsteNach einer ruhigen Nacht mit gutem Schlaf kommt was kommen soll: ich erwache!
Halleluja, man soll ja für jedes Mal erwachen dankbar sein!
Denn irgendwann erwacht man nicht mehr und dann steht man schön blöd da wenn mans merkt...
Aber ich bin ja wach, pack mein Zeug für die Kenya-Reise in den kleinen Handgepäckkoffer und das Campingzeug in die grosse Tasche, denn das brauch ich auf dieser Reise nicht mehr.
Aus dem Augenwinkel seh ich draussen in einem Baum einen kleinen roten Vogel und in der Hoffnung dass mein Objektiv heute wieder mal einen guten Tag hat geh ich auf fototechnische Vogeljagt.
Nur...der Kleine will nicht gejagt werden!
Feigling!
Aber er ist ja nicht der einzige Vogel hier am Rand des Arusha Nationalparks, in den ich ursprünglich auch rein wollte, was aber wegen des gecancelten Fluges Kilimanjaro Airport-Nairobi-Mombasa nun nicht möglich ist.
Während der Safari haben Chris, Robert, Achmed und ich immer wenn sich mal Internet oder für Robert Telefonnetz ergab mal miteinander geschrieben und so organisiert dass Robert mich zur Grenze am One Stop Border Post Taveta (Kenya) / Holili (Tanzania) bringt, ich über die Grenze gehe und Chris mich dort mit seinem nigelnagelneuen Suzuki Jimny GJ 5-Türer abholt!
Was für ein Service!
Aber zurück zu den Vögeln in der Lodge, da hab ich einen tatsächlich erwischt!
Halleluja!
Oben: Auch hier in der Lodge ohne Namensschild, aber ich tippe auf einen Trompeterhornvogel bzw. Trumpeter Hornbill bzw. Bycanistes bucinator
Oben: Noch ein letzter Blick auf den nahen Mt. Meru vom Balkon vor meinem Zimmer aus...
Oben: ...und ein Blick auf den Balkon und den Parkplatz mit einem weiteren zu mietenden Auto von Shaw Safaris.Um 08:00 Uhr setz ich mich an den Frühstückstisch, der nur für mich gedeckt ist, da ich der einzige Gast der Lodge bin.
Es gibt eine grosse Auswahl an Früchten, Nüssen, Brot und Eiern, wobei ich keine der letzteren will.
Dazu ein Africoffee und schon bald bin ich gesättigt genug.
Noch viel Wasser und mit Wasser verdünnten Früchtesaft nachkippen, da ich auf der Fahrt wohl nicht so viel trinken kann wie ich trinken sollte.
Nehm ich mal an.
Um 09:05 kommt Robert und ich verabschiede mich von Erika und John sowie von dieser sehr schönen Unterkunft.
Wieder kommt die Melancholie auf, aber auch die Freude Chris bald wieder zu sehen!
Die Fahrt dauert bis wir am Ziel ankommen, was um 11:35 Uhr geschieht.
Wir steigen aus, ich geh mit meinem Gepäck die wenigen Stufen hoch zum Eingang, wo ich schon mal den Pass zeigen muss.
Der sehr freuindliche Zollbeamte vor dem Eingang schaut kurz rein, fragt ob ich denn alleine nach Kenya einreise und ob ich wisse ob ich hier abgeholt werde oder nicht, was ich natürlich wahrheitsgetreu beantworte.
Nur scheint er nicht daran zu glauben dass ich wirklich abgeholt werde und macht ein sorgenvolles Gesicht als er mich an den ersten Schalter gleich rechts nach dem Eingang schickt.
Dort geb ich meinen Pass ab und werde nach der Visabestätigung für Kenya gefragt, erst nachdem die eher unfreundliche Dame diese geprüft hat stempelt sie mir den Ausreisestempel in den Pass und schickt mich zwei Meter weiter zum nächsten Schalter.
Da drin sitzt ein sehr freundlicher Herr der auch fragt ob denn das Auto auch über die Grenze soll, was ich natürlich verneine.
Auch er macht ein sorgenvolles Gesicht als ich erkläre dass ich abgeholt werde, scheinbar denkt auch er dass irgend ein
unzuverlässiger Fahrer mir zugesagt hat und mich im Stich lassen wird.
Was ich ja auch durchaus nachvollziehen kann, denn ich kenn ja auch die Mentalität einiger Ostafrikaner.
Aber schon bald hab ich auch den Einreisestempel nach Kenya im Pass!
Ich bin so erstaunt wie schnell das alles ging dass ich nach einem weiteren Schalter suche, aber keinen finde.
Erst dann realisiere ich dass ich nun offiziell in Kenya bin.
Dabei hab ich mich doch von Robert noch gar nicht verabschiedet!!!
Mist...
Dann geh ich raus und dort steht: Robert!
Auf kenyanischem Boden!
Und neben ihm der Zollbeamte vom Eingang, der mich wieder fragt ob ich denn sicher bin dass ich abgeholt werde.
Ich versichere ihm erneut dass das klappen werde, was er erneut eher nicht glaubt.
Die beiden bringen mich zu einem Häuschen mit Plastikstühlen, wobei der Zollbeamte mir meine schwere Tasche und Robert das Handgepäck fast aus den Händen reissen!
Hätt ich nicht gewusst wer die sind hätte ich an einen Überfall gedacht!
Da angekommen verabschiede ich Robert mit einer Umarmung und einem kleinen Trinkgeld und höre von ihm dass diese Reise mit Sven und mir für ihn etwas Besonderes gewesen wäre, er habe noch nie erlebt dass Gäste ihn so gleichwertig behandelt hätten wie wir es getan haben und er hätte sich mit uns wie als Familienmitglied gefühlt!
Wau!!!
Ich staune!!!
Er herzt mich richtiggehend und ich bin etwas überfordert und sprachlos!
Aber bald fange ich mich wieder und bedanke mich auch für die schöne Zeit.
Auch wenn wir nicht immer derselben Meinung waren und ein paar Missverständnisse da waren so konnten wir immer in Anstand miteinander reden und die kleinen Probleme klären, halt so wie es sein soll!
Kaum hab ich mich hingesetzt seh ich auf dem Parkplatz den Zollbeamten von vorhin wie er einen Suzuki Jimny heranwinkt und in meine Richtung zeigt!
Es ist jetzt 11:50 Uhr, also 15 Minuten nachdem wir am Zoll angekommen sind!
Ich kann es echt kaum fassen, genauso gehts dem Zollbeamten!
Chris und ich umarmen und begrüssen uns herzlich, so schön den alten Freund aus Schultagen wiederzusehen!
Der Zollbeamte hat währenddem schon mein Gepäck zum Auto getragen, was für ein Service!
Ich bedanke mich, geb ihm ein kleines Trinkgeld und verabschiede mich von dem netten Kerl.
Chris' Auto ist noch so neu dass die Fahrt von der Autogarage hierhin seine erste Fahrt mit dem Auto ist, Plastikbezüge auf dem Beifahrersitz und den Rücksitzen sind und die Fussmatten noch mit Papier abgedeckt sind.
Los geht die Fahrt auf einer sehr guten Asphaltstrasse am Tsavo West und dem Taita Hills Wildlife Sanctuary vorbei in Richtung Voi.
Oben: In Rot die heutige Strecke, bis zur Grenze mit Robert, ab der Grenze mit ChrisBei Voi biegen wir links auf den Nairobi-Mombasa-Highway ab um kurz darauf bei 3°24'06.8"S 38°33'06.8"E an eine Tankstelle zu fahren wo wir nebst dem Durst des Autos auch unser Gedurste stillegen und im Shop für die weitere Fahrt Wasser kaufen.
Weiter gehts in Richtung Küste, wir kommen trotz vieler Lastwagen sehr gut voran bis wir bei der Ortschaft Samburu, die nichts ausser dem Namen mit dem Samburu National Park gemeinsam hat, genau bei 3°47'38.5"S 39°15'44.6"E nach links abbiegen um durch die Shimba Hills statt durch Mombasa zu fahren.
Lange fahren wir auch hier auf Teer, doch irgendwann beginnt die Stein- beziehungsweise Erdpiste, danach durchqueren wir eine sehr lange Baustelle.
Aber jetzt ist schon klar dass diese Strasse nicht lange halten wird, denn es wird keinerlei Strassenunterbau erstellt.
Auf die verfestigte Erde kommt direkt der Teerbelag...das kann nicht gut gehen, die ersten Unterspülungen sind schon während des Baus zu sehen!
Na ja, Fenster der Strassenplaner und Behörden sind in Kenya offenbar dazu da Geld durch sie raus zu werfen.
Nach langem Geholper erreichen wir die kleine Stadt Kwale, wo wir in der Shimba Hills Green Lodge (4°08'57.5"S 39°26'35.6"E) die leider diesige, trotzdem schöne Aussicht sowie je ein Tusker- bzw. Chris ein Tusker Light-Bier und je zwei Spiesse mit Chips geniessen.
Oben: So sieht eine Portion Spiesse mit Chips und Vegetables in der Shimba Hills Green Lodge in Kwale aus.Während wir essen kommt eine grosse Gruppe von jungen Holländern zum direkt unter dem Restaurant befindlichen Pool und macht einen auf Party...
...was uns dann zu laut ist, so dass wir gehen und im Dunkeln zu Chris' Haus in Kombani am Tiwi Beach fahren.
Dort trinken wir je noch ein Bier im abgesperrten Gartenbereich und gehen um 22:30 jeder in seinem Hausteil (Ja, ich bekomme einen eigenen Hausteil!) ins Bett.
Warm ists hier am Meer, auch nachts...trotzdem: Lala Salama