Aus Termingründen sind wir wieder im Dezember unterwegs. Da mir nicht ganz klar ist, wie hoch das Reiseaufkommen aufgrund der südafrikanischen Ferien ist, haben wir CKGR und Makgadigadi über Big Food vorgebucht, ebenso Kasanka. Den Rest lassen wir wie immer auf uns zukommen. Das war schon eine lange Zeit seid August 2023 aber am 3.12. landen wir pünktlich um 7:45 Uhr wieder in JNB. Wir sind ziemlich schnell draußen und müssen noch ein bißchen auf Doctor, unseren Abholer, warten. Immer schön, ein bekanntes Gesicht zu sehen und of records etwas über Land und Leute zu erfahren. Das Um- und Auspacken und die Fahrzeugübernahme gehen schnell und Extrawünsche werden gern erfüllt. Um10.30 Uhr kommen wir vom Hof.
Kurzer Stop beim Spar für Wasser und ein paar Mittagssandwich und los geht´s über die N1 nach Stockpoort. Wir wollen den kleinen Übergang nutzen, weil er keinen LKW Verkehr und direkt an der Grenze eine Lodge hat. Um 15.40 Uhr sind wir da, haben die zahllosen Blitzer überstanden und checken in unsere Hütte ein. Man könnte auch campen, aber wenn möglich nutzen wir am Anfang und Ende ein Zimmer mit Bad und Bett.
Es ist schon ziemlich warm, aber es gibt auch einen netten Garten und einen kleinen Pool. Über den etwas undefinierten Weg kommt man auch zum Limpopo und kann so einen kleinen Spaziergang machen. Es sind noch 2-3 andere Hütten belegt und wir unterhalten uns noch ganz nett mit zwei Südafrikanerinnen. Es gibt Burger und Pommes mit Salat.
Teil 215. März 2025
4.12. Um 5.00 Uhr ist es hell und ich bin wach. Aber Frühstück ist erst für 7.00 bestellt.
Wir haben ja Zeit, wollen in Serowe noch einkaufen und nur bis Khama Rhino fahren, auch so ein Klassiker zu Beginn. Der Grenzübergang ist tatsächlich nur 1 Minute entfernt. Es dauert trotzdem 30 Minuten, da vor uns 5 Personen mit unterschiedlichen Nationalitäten abgefertigt werden müssen. Trotzdem eine gute Alternative, denn sowohl der Grenzer als auch der einzig andere Reisende sind überrascht, dass so viel los ist. Nach der Grenze sind es 15 km auf gutem Schotter, dann gabelt sich die Straße. Wir nehmen den längeren Weg über Asphalt, der aber ziemlich langweilig ist und wegen zahlreicher Dörfer keine höhere Geschwindigkeit erlaubt. Über Palapye nach Serowe zieht sich und es ist schon ziemlich warm. Der Supermarkt ist nicht so gut sortiert, da wäre Palapye besser, weil es dort zwei Supermärkte gibt. Jetzt ist es schon richtig heiß, 46° auf dem Toyota Computer. Khama ist fast leer was die Camper angeht, aber wir sehen trotz Hitze und der eher ungünstigen Zeit am Nachmittag 10 Rhinos
Nach einem kurzen Kaffee- und Duschstop geht es zum Sundowner noch einmal in die Pan, wieder 2 Rhinos. Zur Belohnung gibt es Steak und Burger im Restaurant.
Teil 315. März 2025
5.12. Die Nacht ist schon ein Vorgeschmack auf das was kommt, es ist heiß. Wir wußten vorab schon, dass es eine Hitzewelle geben wird. Die Tage haben sich vor Abflug immer wieder verschoben, aber es sind deutlich über 40 ° angesagt. Vor dem Frühstück fahren wir in die Pan, und können noch einmal 4 Rhinos bewundern. Das Frühstück gibt es traditionell auf dem Picknickplatz. Dazu laden wir den Gatekeeper Otti ein, der sich sichtlich freut. So erfahren wir wieder etwas mehr über Land, Leute und das Leben. Bei 37° um 9.30 geht es weiter nach Norden, bei der neuen Tankstelle in Rakops tanken wir noch einmal. Es ist trocken und überall tanzen die Staubteufel. Die Zufahrt zum CKGR fasziniert mich immer wieder: Ein ausgefahrener Feldweg für zu einem der größten Juwele…
Die Zufahrt zum Matswere Gate ist ganz gut zufahren, sehr staubig und mit zunehmenden Elefantenspuren zum Gate hin. Wir müssen noch eine Nacht dazu buchen, was aber problemlos am Gate geht. Mittlerweile ist es 40° und wir gondeln erwartungsvoll Richtung Kori 1. Die Elefantenzerstörungen nehmen massiv zu, aber wir sehen weder Elefanten noch andere Landtiere.
Dafür aber auch keine anderen Touristen. Es bleibt ruhig bis in die Nacht und wir genießen die Abgeschiedenheit.
Teil 415. März 2025
06.12.2024 Wir sind heute in Deception gebucht. Das Frühstück gibt es am Leopard Wasserloch. Die Kudus, Oryx, Schakale und eine braune Hyäne lassen sich von uns nicht stören.
Um 11.00 Uhr ist es auch im Schatten so heiß, dass wir es vorziehen einen Game Drive zu machen. Den Tieren ist es natürlich auch heiß, das Wildlife hält sich in Grenzen.
Die Campsite ist übersäht mit gar nicht so alten Löwenspuren, aber auch hier bleibt es in der Nacht ruhig.
Teil 515. März 2025
07.12.2024 Die Idee, verschiedene Regionen anzufahren ist gar nicht schlecht, es ist im Auto angenehmer als im draußen Schatten. Außerdem haben wir uns versprochen, dass die Regenzeit vielleicht schon an unterschiedlichen Stellen eingesetzt hat. Leider ist es überall gleich trocken. Also geht es heute nach Piper, ohnehin eine unserer Lieblingsstellen. Die Strecke hat gute Abschnitte, ist aber stellenweise sehr ruppig und mit vielen Rillen unangenehm zu fahren. Frühstück gibt es bei Letiahau und die Fahrt ist weitestgehend ereignislos.
Uns wundert allerding, dass überall Elefantenspuren zu sehen sind, nur an den Wasserlöchern nicht. Am Wasserloch halten sich ein paar mittelalterliche Bullen auf, die sofort alarmiert sind als sie uns sehen. Obwohl wir großen Abstand halten und uns langsam genähert haben, verschwinden zwei unter Protest im Busch und die anderen bleiben sehr aufmerksam.
Wir sind auch Piper 2 gebucht, die liegt hinter dem Wasserloch auf einem Hügel im Busch. Die Anfahrt ist schon unangenehm, weil man nicht viel sieht und rechts und links die Bullen im Busch sind. Der Anblick der halbzerstörten Einrichtungen bestätigt unser ungutes Gefühl, es fühlt sich an wie eine Mausefalle. Wir beschließen, zu Piper 1 zu fahren. Wenn noch andere Camper kommen, gehen wir irgendwo an den Pfannenrand, aber wir bleiben allein. Piper ist immer schön und der Abenddrive ist auch schöner als die anderen Tage. Der Löwe bewegt sich zwar nicht, ist aber sehr dekorativ.
Abends ist Zeit etwas aufzuräumen und den ersten Bruch durch die Holperei zu verräumen.
Teil 616. März 2025
08.12.2024 In der Nacht um 4 geht der Autoalarm an, ein Phänomen, dass uns noch ein paar Mal ereilt. Leider können wir nicht in Ruhe Frühstücken, der Wasserhahn des Autos ist mit Bienen übersäht. Die werden durch unsere Vorbereitungen immer aktiver. Es ist ja nicht jede Biene eine Killerbiene, aber man weiß ja nie… Wir hängen sie mit einem kurzen Sprint in die Pan ab und können zwischen CS und Wasserloch umringt von Gnus in Ruhe frühstücken.
Am Wasserloch ist Ruhe, aber kurz danach treffen wir auf ein Rudel Löwen. Luftlinie gar nicht weit weg von der Campsite…
Wir bleiben eine ganze Zeit da, und machen uns dann auf den Weg nach Motopi, dem Ziel für heute. Unterwegs gibt es noch ein kleines Kräftemessen mit einem der Elefanten, es endet unentschieden.
Auch der erste Löwe verabschiedet uns noch. Trotzdem sind wir froh fahren zu müssen, es ist einfach zu heiß. Die Landschaft ist toll, unterschiedliche Formationen und unterschiedlich grün. Kurz vor dem Tau – Abzweig treffen wir auf ein nettes holländisches Paar, die auf dem Weg nach Piper sind. Auch wir sind die ersten Touris, die sie treffen. Wir empfehlen ihnen Piper 1, da sie auch auf 2 gebucht sind. Das haben sie fast freiwillig und mit Überzeugungsarbeit dreier Mock Charges auch umgesetzt, wie wir später erfahren. Das Motopi Wasserloch ist trocken und rund um die CS sind viele Bäume von Elefanten zerstört. Dafür liegt sie schön auf einem Hügel und wir haben einen schönen Blick auf Gewitter in der Ferne.
Es tröpfelt leicht und ist sehr windig und, natürlich, heiß.
Teil 716. März 2025
09.12.2024 Der Wind wird auf der Fahrt zur Sunday Pan zum Sandsturm. Sehr spektakulär, auch in Verbindung mit ein paar grünen Inseln, wo es vor kurzem heftig geregnet haben muß. Dort halten sich auch wieder relativ viele Tiere auf, dafür ist es nur ein paar Meter weiter trocken und öde.
Vor dem Sunday Pan Waterhole wieder viele Elefantenspuren, am Wasserloch keine. Komisch. Leider ist auch sonst am Wasserloch nicht los, also machen wir Mittagspause auf der CS. Dafür wird es heute aber auch nicht so heiß und zum ersten Mal gibt es Nachbarn auf der anderen CS.
Sandra ist in der Dusche, ich sitze mit dem Feierabendbier vor dem Auto als ein Dycker mit Vollgas über die Side rast. Das überrascht mich, denn sonst machen sie ja höchstens mal ein paar Sätze zur Seite, wenn Menschen da sind.
Die Erklärung folgt in Form eines Wildhundes, der sie verfolgt hat. Überrascht schaut er mich an und ist dann etwas unentschlossen, weil die Beute ja nun weg ist. Das Sandra nun aus der Dusche kommt und ihm auch noch gegenüber steht, macht es nicht besser. Jetzt hat er zwei Gazellen zur Auswahl Er läuft ein bißchen hin und her und verschwindet dann hinter dem Hügel. Das war ja mal eine tolle Abendvorstellung.
Teil 818. März 2025
10.12.2024 Der Weg zu Gate ist wieder wie leergefegt, dafür Ratschen wir längere Zeit mit den Rangern über die Trockenheit und das Leben. Ihnen macht die Not der Wildtieren und der alten Bäume mehr Sorgen als Vieh und Farmen. Das die Elefanten nicht an den Wasserlöchern sind oder zu ihnen wandern können sie aber auch nicht erklären.
Wieder in Rakops ist der Tank noch ¼ voll und der Wassertank leer. Aber es gibt ja mittlerweile eine neue Tankstelle an der wir auch den Wassertank auffüllen können und im kleinen Dorfsupermarkt gibt es mehr als vermutet. An der Kasse spricht uns noch ein Mann an, ob wir Feuerholz brauchen. Auf das „ja“ fährt er los und kommt wenig später mit einer Kofferraumladung für 100 Pula wieder Das Städtchen wird insgesamt immer größer, überall wird gebaut. Jetzt sind wir wieder gut aufgestellt für unser nächstes Ziel, die Zebra Migration.
Der Boteti ist trocken und mangels anderer Touristen geht es auch am Gate schnell.
Am Fluß ist es ruhig und wir nehmen den langweiligen 30 km Weg geradeaus durch den Busch. Eine Strecke, die ich ungern fahre. Erstens ist der Track fast immer kaputt und eine elendige Holperei und mehr als einmal haben sich Elefanten in den Büschen versteckt und Fangen mit uns gespielt. Außerdem haben wir hier schon einmal ein Wettrennen gegen ein Buschfeuer verloren. Also 3:0 für den Busch. Aber der Blick, wenn man endlos in die Pans blicken kann, ist es Wert.
Auch wenn wir hier noch keine spektakulären Sichtungen hatten, mag ich den Park sehr. In Erwartung der Migration haben wir zwei Nächte vorgebucht, in Ncunja Hills und Tree Island. Aber erstens sind keine Zebras da und zweitens ist die Hills CS trostlos und verwahrlost. Also fahren wir gleich nach Tree Island.
Da sind zwar auch nur wenige Tiere, aber CS 1 hat einen tollen Blick und so bleiben wir hier. CS 2 und 3 sind auch teilzerstört. Die Nacht ist ruhig und warm.
Teil 918. März 2025
11.12.2024 Diese Reisezeit ist ja immer eine Wette auf das Wetter. Nach dem letzten Jahr hatten wir im CKGR und hier auf Regen vorab gehofft. Aber ohne Regen und Wasserlöcher keine Herden, die sind halt flexibler als wir.
Die letzte Pause wie immer am verlassenen Gate
Wir streichen die zweite Nacht und fahren gleich nach Senyati. Das ist ja nur ein Katzensprung und Sambia ist ja noch die große Unbekannte. Wir haben bei Hin- und Rückfahrt zwei Übernachtungen geplant und zwei Nächte vor Ort. Einen Tag mehr Puffer kann nicht schaden. Also heute eines der Camps, die wir immer ansteuern. Senyati ist ja nicht der Busch, aber trotz der vielen Menschen kann man dort tolle Erlebnisse haben ( mit den Tieren ). Und ja, es gibt viele Schilder. Aber nach 40 Jahren Gastronomie kann ich sagen, dass nur wenige davon unberechtigt sind. 😉
Morgen steht der Grenzübertritt auf dem Programm, wir sind gespannt.
Teil 1018. März 2025
11.12.2024 Um 6:30 Uhr geht es über die neue Brücke zum Abfertigungsgebäude.
Am ATM gibt es Kwacha und innen: Kaum Reisende, aber wieder 5 Malawesen, die beide Schalter in Beschlag nehmen und dann auch noch ein Systemabsturz auf Bots Seite. Aber ansonsten : freundliche Grenzer, die einen geduldig zur nächsten Schalternummer verweisen und bei der Eingabe in den Computer helfen und viel schneller als erwartet eine Stunde später: Sambia !
Das Strassenbild ändert sich etwas, es sind mehr Menschen und vor allem Radfahrer unterwegs und nach Norden wird der Verkehr immer dichter. Alles gut zu fahren, die paar Roadblocks betreffen uns nicht und es gibt Tankstellen wie Sand am Meer. Na ja, einen Roadblock haben wir aus Versehen umfahren. Es werden bei leichten Verzögerungen immer gleich mehrere neue Fahrspuren erfunden, vor allem von den Taxis und Bussen. Das kann auch mal im Gegenverkehr oder auf dem Sandstreifen neben der Strasse sein. Am Ende drängt sich alles zusammen und einer gibt immer nach. Also folgen wir aus einem kurzen Stau heraus der Meute über den Sandstreifen der Gegenfahrbahn um dann in Höhe des Polizei Road Blocks festzustellen, dass alle anderen ins Dorf abbiegen und wir die einzigen sind, die fröhlich an der Sperre vorbeifahren. Leider fällt meine Dashcam Halterung ab, daher keine weiteren Bilder vom Tag. Gegen 13.40 sind wir in Monze, etwas früh für den Zwischenstop. Also fahren wir nach einem Mittagsstop weiter nach Lusaka. Bis Kafue ist die Strasse ganz gut und es gibt noch nicht so viele LKW. Nach Kafue wird die Strasse schlechter und die LKWs werden mehr.
Teil 1118. März 2025
Nun viel Text ohe Bilder 15 KM vor Lusaka zieht uns die Traffic Control raus. Eine nette Polizistin erscheint und der Streifenwagen verschwindet. Sie bittet höflich mitgenommen zu werden, da ihr Kollege einen anderen Fahrer anhalten will, dem das gleiche vorgeworfen wird. Also nehmen wir sie mit und fahren ein paar Kilometer weiter, wo ihr Kollegen mit dem anderen steht. Vorwurf: Überholen bei durchgezogener Linie. Glaube ich nicht, aber kurz vorher ist wegen der Hitze meine Dashcam abgefallen, die ich extra für solche Zwecke an der Scheibe hatte. Murphys Law… Na ja, man liest ja immer über Korruption, über das Für und Wider von Zahlen ohne Quittung und dass sich alles in nichts auflöst wenn man entweder zahlt oder auf einem Protokoll auf der Wache besteht. In unserem Fall stellt sich die Frage nicht, weil sie uns gleich auffordern mit unserer Polizistin zur Wache zu fahren. Das halte ich für kein gutes Zeichen, aber sie hat die Uniform an. Also sprechen wir auf der Fahrt sehr freundlich über unsere Lage, das wir uns keiner Schuld bewußt sind und wie schön Sambia ist An einem Kreisverkehr kurz vor der Stadt sollen wir entgegen der Fahrtrichtung auf dem Standstreifen fahren, weil das schneller geht. Das verbessert unser Gefühl gar nicht. Zwar ist tatsächlich 100m weiter die Wache, aber der Innenhof, in den sie uns lotsen, steht voll mit Autowracks und Menschen undefinierbarer Aufgaben. Sandra bleibt beim Auto, ich gehe zum Officer on Duty ins Büro. Auch eine nette Frau, die sich beide Seiten anhört und dann ein Protokoll ausfüllt. Besser wird’s wohl nicht mehr. Sie fragt mich, ob ich verstehe worum es geht. Neue Strategie: Mein Englisch ist nicht so gut. Ich frage sie, ob ich die Lage aufzeichnen kann. Also eine Zeichnung angefertigt, mit gestrichelter Linie, Überholweg etc. Sie fragt bei der Traffic Officer nach, ihre Zeichnung hat eine durchgezogene Linie und zwei Einmündungen. In Deutschland wäre ich jetzt bei Aussage zweier Polizisten auch geliefert. Langsam wird es eng und draußen dämmert es. Da mein Englisch ja nicht mehr so gut ist, bietet sie mir an zu lesen was im Gesetz steht. 15000 Punkte (* 0,6 Kwacha oder 3 Jahre Gefängnis ) . Da sie eine so hohe Strafe aber nicht kassieren dürften, würde sie mich an den Verkehrsrichter überstellen ( in den nächsten Tagen ), der könne die Strafe aber auch abmildern. Da geht jetzt in eine ganz falsche Richtung. Übrigens alles immer sehr freundlich und wir machen unsere Späße, in der Sache aber unnachgiebig. Überholen wäre die häufigste Unfallursache und das wollen sie bekämpfen. Ich hätte ja die Wracks draußen gesehen. Jetzt wird es Zeit für den Joker: Ich frage sie, ob sie auch bei Kollegen die hohe Strafe verhängen würden, ohne zu behaupten das ich Polizist sei. Auf ihre diesbezügliche Frage antworte ich nur, dass in D Polizisten einen Ermessensspielraum hätten, den sie nutzen können. Nun spielen wir ein neues Spiel: Wer nennt zuerst eine Zahl. Ich will aber auf keinen Fall noch 3 Jahre mehr wegen Bestechung bekommen und nach längerem hin und her einigen wir uns auf 600 Kwacha mit Quittung. Nach 300 packt mich der Ehrgeiz und ich sage ihr, dass ich nur 400 zahlen möchte um noch Geld für das Camp zu haben. Damit ist sie auch einverstanden und nach fast einer Stunde können wir weiterfahren. Ob sich die 3 beteiligten Polizisten das Geld geteilt haben, ich tatsächlich eine höhere Strafe bekommen hätte und ob es das Wert war, werden wir wohl nicht erfahren. Auf jeden Fall schade, dass es davon kein Video gibt… Sandra ist etwas angespannt und hat sich schon ohne Mann und Auto in Sambia gesehen, aber um kurz nach 18:00 Uhr gibt es einen Sun Downer im Pioneer Camp. Das Camp ist groß und wenig belegt, die Overlander weit weg und die Waschräume sauber. Die ruhige Nacht haben wir uns verdient.
Teil 1218. März 2025
Heute fahren wir defensiver, das macht aber keinen Unterschied. Die Chinesen bauen neben der alten eine neue Strasse, also ein paar hundert Kilometer Baustelle. Und unzählige LKW. Manchmal man überholen, aber das bringt nicht wirklich etwas.
Ab und zu ist Maut zu zahlen, mal unter Vorlage des vorherigen Beleges, mal nicht, aber immer korrekt und in bar. An einer Mautstelle wird gebaut, also machen alle auf der eigentlich einspurigen Umfahrung ein Wettrennen durch riesige und tiefe Matschlöcher, um einen LKW oder Bus weiter vorn zu sein. Die LKWs und Busse machen übrigens auch mit, der Gegenverkehr ebenso. Alles nicht schlimm, aber gute Nerven sind kein Fehler. Ein Tankzug bleibt mit den Antriebsrädern in der Luft hängen, im Gegenverkehr steht ein defekter Laster. Damit sind 3 von 2 Spuren blockiert, aber durch das verbleibende Loch geht es doch zentimeterweise weiter. Und alle haben Spaß
Wir haben ja eigentlich eine Übernachtung vor Lusaka und eine danach machen wollen. Aber trotz unzähliger LKW und einhalten der Verkehrsregeln kommen wir ganz gut voran. Nach dem verlassen der Great North Road wird es viel ruhiger, kaum Verkehr und gute Strassen. Dafür Regen. Trotzdem kommen wir ohne Streß um kurz vor 17.00 Uhr in Kasanka an.
Dass wir erst einen Tag später gebucht sind, ist kein Problem. Es sind ca 15 km vom Gate zum Einchecken in der Lodge und noch einmal 5 bis zur CS.
Diese liegt schön an der Lagune, ist aber ein bißchen schräg. Der Caretaker kommt sofort und bringt warmes Wasser und macht uns ein Feuer an. Sehr nett. Für heute haben wir nichts gebucht und wollen morgen Abend auf eine Hide. Der Frühflug der Bats ist uns zu früh. Dafür sehen wir sie heute abend schon in riesigen Schwärmen über unseren Wald ziehen. Das fängt ja gut an. Die seltenden Siatungas äsen vor der CS, Hippos machen Lärm, Lagerfeuer und keine Nachbarn…
Teil 1320. März 2025
Liebe Friederike, das mit der Lederhose hatten wir beide ja schon 😄 Es war tatsächlich überall erschrekcend trostlos. Aber hier zwei Bilder aus Khama Mitte Januar.
Im Chobe später sind die Elefanten schier von der grünen Natur verschluckt worden. Der Unterschied war schon erstaunlich.
Teil 1425. März 2025
Mit dem letzen Tageslicht können wir noch durch die Baumlücken die Flughunde beobachten. Erst wenige, dann immer mehr. Obwohl man nur einen kleinen Ausschnitt von unserer Lichtung sieht, ist es schon ein toller Anblick. Das macht Lust auf morgen.
15.12.2024 Wir cruisen etwas durch den Park, zwischen trockenen Waldabschnitten und matschigen Wiesen. Aber insgesamt hat es sehr wenig Wasser, wie wir erfahren.
Noch ein bißchen rumsandeln und dann geht es am späten Nachmittag mit zwei anderen Deutschen auf die Hide. Die beiden wurden gestern auf der Fahrt zur CS von einem Elefanten so in Schach gehalten, dass sie an der Lodge übernachtet haben und wollen daher heute nicht selber fahren. Wir werden von zwei Guides und einem bewaffneten Führer begleitet, obwohl es vom Auto nur 100 Meter sind. Auf der Hide passiert erst einmal nichts.
Greifvögel warten in den Bäumen und verhindern so ein früheres Losfliegen. Die Bats wollen auf die Dämmerung warten, damit die Greife nicht mehr fliegen können. Sie hängen in großen Trauben in den Bäumen. Leider werden die Hides im Wald nicht mehr benutzt, da die Besuch – Idioten immer wieder mit Gegenständen geworfen haben um die Bats aufzuscheuchen… Dann geht es los, ein unbeschreibliches Schauspiel, das mit Bildern oder Videos nicht mal annähernd wiedergegeben werden kann. Wir sind alle ganz ergriffen.
Nach einer guten halben Stunde sind alle unterwegs und wir werden wieder zur CS gefahren, wo schon ein Feuer brennt. Ein toller kleiner Park mit sehr netten engagierten Menschen. Alle fragen, ob es uns gefallen habe und wir wiederkämen.
Teil 1525. März 2025
16.12.2024 Dadurch, dass die Hinfahrt einen Tag kürzer war und wir in gleicher Weise zurückwollen haben wir jetzt ein Zeitproblem. Es sind zwar zwei Tage über, aber es reicht nicht für Kafue oder Luangwa. Und Waka Waka oder die Wasserfälle ziehen uns nicht so an. Nach etwas hin- und her beschließen wir doch zurückzufahren und die Tage am Chobe oder im Khwai zu verbringen. Hier noch ein paar Eindrücke für innovatives Fahrspurmanagement, mal Überholen im Gegenverkehr, mal die Nutzung der Baustelle wegen Stau oder das verschwinden der Asphaltdecke
Die Rückfahrt wieder mit Stop im Pioneer Camp verläuft genau so wie hin ( bis auf die Polizei )und auch die Ausreise ist fast problemlos. Bis darauf, dass wir irgendeinen unscheinbaren Menschen ignorieren und noch mal aus der Ausfahrtspur geholt werden. Zur Strafe muß das Auto in den Scanner, was aber ganz unterhaltsam ist und nur 15 Minuten länger dauert. Insgesamt hat uns Sambia sehr gut gefallen. Die Menschen sind sehr nett und wir haben uns überall willkommen und sicher gefühlt. Da fahren wir sicher noch einmal hin. Wir checken noch einmal für zwei Nächte in Senyati ein und nehmen uns für den nächsten Tag die Waterfront vor. Das ist mir zwar inzwischen zu trubelig, aber landschaftlich ja immer schön. Abends bekommen wir noch eine kleine Gewittershow über dem Wasserloch
Teil 1625. März 2025
16.12.2024 Der Gamedrive ist besser als die letzten Male, wenngleich wir die Löwen verpassen, zu denen die Safarifahrzeuge in hoher Zahl und hohem Tempo fahren. Dafür hat Sandra de Eingebung bei der SKL Hütte am Gate nach einer Nacht in Savuti für den 18.12. zu fragen. Das klappt auch ohne Probleme. Eigentlich wollten wir ja nicht mehr in Savuti übernachten und nur durchfahren, aber es ist in einem ritt schon weit nach Magotho. Am Wasserloch noch ein paar schöne Senyati Sichtungen und eine mittelprächtige Pizza zur Abwechslung. 17.12.2024 Die Fahrt nach Savuti und der Gamedrive sind nicht so ereignisreich, aber dafür werden wir am Abend mit einem schönen Löwen belohnt, den wir ganz für uns allein haben. Alle anderen suchen in der Marsh nach einer Löwin mit Cups und der schlafende Löwe liegt direkt an der Strasse am Kudu Hill.
Von der sehr schönen Paradis CS hören wir am Abend noch einige Elefanten in Alarmstimmung im Busch, sehen aber leider nichts. In der Nacht regnet es etwas
Teil 1725. März 2025
18.12.2024 Noch mal Ausrüstung trocknen, dann geht es nach Khwai
Die Fahrt geht nur über die Sandrich Route und ist auch nur mäßig spannend. Magotho ist ja eigentlich immer eine Bank. Es ist nur mäßig belegt und wir bekommen eine CS nah am Ufer und nah zu den guten Ablutions. Wir sehen ein paar wenige Elefanten und sonst nur wenig Tiere. Dafür röhren am gegenüberliegenden Ufer ab der Dämmerung zwei Löwen. Dort mit einem Sundowner zu stehen, Abendrot und Löwengebrüll, ein Privileg.
Ich sitze später noch am Feuer, Sandra ist im Bett. Die Nachbarn hinter uns fahren noch zum Fluß, Scheinwerfer, Getöse. Ich ärgere mich, dass die im Dunklen noch rumfahren und Lärm machen, aber hingehen will ich auch nicht. Am Morgen erfahre ich, dass einer der Löwen den Fluß überquert hat und hinter mir über ihre CS gelaufen ist. Dann sind sie hinterher. Ups, aber ich stand zum Glück nicht auf seinem Plan.
Teil 1825. März 2025
19.12.2024 Den zweite Tag gehen wir gemütlich an, mitrelativ wenig Tieren fällt uns der Abschied leichter.
20.12.2024 Wir fahren nur bis Kazikiini, aber auch dort ist es aufgrund des Wetters tierarm. Es regnet und gewittert, dafür hören wir in der Nacht zumindest Löwen und Hyänen.
21.12.2024 In Maun gibt es noch ein leckeres Frühstück und bei leichtem Regen geht es weiter nach Süden. Die Zwischenübernachtung verbringen wir wieder in Khama und haben noch ein paar schöne Sichtungen. Jetzt ist es schon ziemlich vorbei mit Wildnis und nach einer weiteren ruhigen Nacht geht es eine letzte Etappe weiter. 22.12.2024 Die Fahrt nach Stückpoort zieht sich zwar, aber da wir nun den kürzeren Schotterweg nehmen, ist es zumindest nicht ganz so langweilig. Auf der SA Seite ist ein langer Stau, alle wollen in die Ferien. Bei uns geht es schnell und wir sind wieder in Stockport. Es ist kühl und wolkig. Wir bekommen wieder ein nettes kleines Häuschen und geniessen den letzten Abend unter afrikanischen Sternen. 23.12.2024 Es schüttet, dass man kaum die Strasse sehen kann. Aber wir haben genug Puffer und sind um 15.30 wieder in Midrand. Zurück zu Bushlore, aus- und umpacken und schon sind drei Wochen vorbei.
24.12.2024 Der Flug ist wieder angenehm und mittags sind wir wieder zu Hause. Schön war es wieder. Aber uns taugt August/-September besser. Zwar sind die Tage deutlich kürzer, aber dafür ist es nicht so heiß und die Sichtungen sind einfacher. Nachtrag