4x4: "Normale" oder "Expeditions-"Version

7 Antworten · 1'489 Aufrufe · gestartet 15. Dez. 2024 von RayN
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Themenstarter29 Beiträge · seit 202415. Dez. 2024 · #1
Hallo zusammen,
die meisten Anbeiter für 4x4-Fahrzeuge haben eine Standard-Version der Autos und eine Expeditions-Version im Angebot. Beispielsweise bei Safari Car Rental die Kategorie "L – Toyota Hilux DC 4×4 2.4TD" (normal) und "T – Toyota Hilux Expedition DC 4×4 2.8TD AUTO". Technisch sind mir die Unterschiede durchaus klar. Ich habe das Gefühl, dass die meisten Kunden tatsächlich die Expeditionsversion nehmen. Aber ist das wirklich notwendig? Ich würde denken, dass schon bei der normalen Version das Auto mehr kann als 95 % der Fahrer.
Der für den Alltag wahrscheinlich relevanteste Unterschied wären möglicherweise die Reifen (Heavy-Duty Off-Road Tyres). Aber wie sind die normalen Versionen bereift? Mit Straßenreifen?

Hat jemand dazu Erfahrungen?

Vielen Dank, viele Grüße
Ray
2'772 Beiträge · seit 200615. Dez. 2024 · #2
Für "normale" Strecken in Namibia völlig ausreichend. Die Reifen sind gut. Fürs Kaokoveld hatten wir damals auch den Expedition. Da waren wir froh ihn gehabt zu haben. Die Pässe sind nicht ohne!
LG Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
324 Beiträge · seit 201815. Dez. 2024 · #3
genau. ich denke es kommt auf eure Strecke an. ich hatte beim erstem Mal den Expedition, der war toll, aber für unsere Strecke „too much“. das Geld hätte ich mir sparen können. aber wenn ihr - wie Pascalinah schreibt - in sehr steinigen Gegenden unterwegs seid, würde ich nur den nehmen. inzwischen nehme ich die normale Variante, da wir eher in den Parks unterwegs sind und Wasserdurchfahrten für mich sowieso nicht in Frage kommen.

LG
Jens
06/2026: Botswana; 10/2025: Namibia, Botswana; 10/2023: Namibia, Botswana; 11/2018: Südafrika, Namibia; 06/2012: Südafrika; 11/2010: Namibia, Botswana
zuletzt bearbeitet 15. Dez. 2024
Themenstarter29 Beiträge · seit 202415. Dez. 2024 · #4
Danke für die Rückmeldungen.
Wie ist Eure Meinung: Sind die Offroad-Reifen vielleicht auch robuster, was Platten angeht?
2'772 Beiträge · seit 200615. Dez. 2024 · #5
Klare Antwort: NEIN! Wenn du dir den Reifen an einem Stein aufschlitzt, nützt dir der robustere Reifen gar nichts, ansonsten vielleicht...
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
349 Beiträge · seit 201315. Dez. 2024 · #6
Sehr geehrter Herr Ray,
wichtig ist, was man mit diesem Werkzeug machen will.
Wir vermitteln die Expeditionsfahrzeuge zumeist wegen des Schnorchels für den Moremi von Juni bis Ende September.
Oder wegen des steileren Neigungswinkels vorne für intensive Kaokoveldtouren zum rein- und rausfahren von Trockenflussbetten.
Den 2,8er auch, wenn 4 Personen Camping in einem Fahrzeug sind, damit man aktive Sicherheit beim überholen auf Teerstraße hat.
Ja, und Fahrzeuge mit Schnorchel sehen auf Urlaubsphotos einfach geiler aus.

Eine schnelle Übersicht, welches Fahrzeug Sie zwingend für Ihre Reise brauchen, haben wir mal hier gebastelt:
https://www.bwana.de/autovermittlung/fahrzeug-entscheidungsbaum.html
Man unterscheided in "need to have" und " nice to have"

Die modernen 2,4 L / 2,2 l Motoren sind für alle Arten von Tiefsandfahrten geeignet, überhitzen auch nicht mehr im Khaudum, wie noch vor 15-20 Jahren, nur fürs Dünen-Sperrgebiet braucht man mehr "Wumm".

Reifen: Völlig überschätzt. Es werden mehr Reifen zerstört durch falsche Fahrweise mit starkem Gegenlenken in steinigen Gebieten und unverhältnismäßig viel Luft ablassen (unter 1,2 Bar) und damit durchwalken der Reifen in Tiefsandgebieten.
Einige machen eine Religion daraus, ob Reifen alt, und damit ausgehärtet sein sollten oder besonders viel Profil haben müssen.
In unsererer 40jährigen Praxis Praxis gibt es da keine Unterschiede.
Auf Schotter ca. auf 1,8 Bar runtergehen schont Straßen und Wirbelsäule und grundsätzlich Allrad dazuschalten um mehr Kurvenstabilität zu haben, wenn man sich mit der Geschwindigkeit verschätzt.
Wir kalkulieren bei unseren Geführten Touren immer mit einem kaputten Reifen auf 3.500km, sind tendenziell aber auch immer ein bißchen überladen.

Mit sonnigenn Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
http://www.bwana.de http://www.facebook.com/Namibia.Reisen http://www.paulgraetz.de
1'014 Beiträge · seit 201615. Dez. 2024 · #7
Wichtig ist auch, dass das mitgelieferte Zubehör vollständig ist und funktioniert. Z.B. dass Anschlüsse am Kompressor dabei sind und idealerweise auch passen, der Wagenheber funtioniert, das Reserverad willens ist, sich von der Befestigung zu lösen, Ersatzsicherungen dabei sind und vor allem, dass die Kompressorkühlbox nebst Zusatzbatterie vernünftig angeschlossen ist.
Irgendwelches Expeditionszubehör wie eine durchaus fotogene Winde oder Sandbleche nutzen nichts, wennn man sie nicht einzusetzen weiß. Also z.B. die Winde zu nutzen, wenn weder ein Erdanker mitgeliefert wurde noch ein stabiler Baum in Reichweite ist. Oder nicht realisiert, dass der Schnorchel nicht die maximal mögliche Wasserhöhe bei Flussdurchfahrten markiert...

Yanjep
128 Beiträge · seit 202416. Dez. 2024 · #8
Es gibt schon Unterschiede bei den Reifen. Die Seitenwände sind bei guten Offroad-Reifen dicker und widerstandsfähiger. Aber nur wenige Vermieter garantieren bestimmte Reifen (z.B. BFGoodrich). Wenn der Vermieter gerade mal ein neues chinesisches Reifenfabrikat "testet", können auch die "Offroad-Reifen" der letzte Müll sein. Einige chinesische "Offroad-Reifen" sind anscheinend nur dafür gedacht, dem SUV auf dem Boulevard eine rustikales, martialisches Aussehen zu verschaffen und nicht dafür, diese Reifen wirklich offroad zu benutzen.

Ansonsten sind die Offroad-Versionen der Mietfahrzeuge nicht nur für steiniges, unebenes Gelände im Kaokoveld o.ä. gut. In sandigen Gebieten mit tief ausgefahren Fahrspuren (z.B. teils im nördlichen Khaudum oder westliche Linyanti-Zufahrt) kannst du mit einem schwer beladenen Hilux regelmäßig Bodenkontakt mit dem Sand-Buckel in der Mitte der Fahrspur haben. In sehr tiefsandigen Abschnitten sorgt mehr Bodenfreiheit für mildere Strafen bei Fahrfehlern. Wenn man sich da mal mit einem normalen Pickup festgefahren hat, liegt man schneller mit dem Bodenblech auf dem Sand auf und dann ist es eine größere Buddelei. Die Offroad-Versionen mit ihrer größeren Bodenfreiheit sind da toleranter.

Für schätzungsweise 95% der in Namibia von Touristen gefahrenen Touren - inklusive der letzten 5 km zum Sossusvlei - braucht man diese Offroad-Versionen aber nicht.

Viele Grüße