Zimbabwe/Botswana - Abschiedstour

Reisebericht 39 Antworten · 7'723 Aufrufe · gestartet 30. Okt. 2024 von Sanne
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200620. Dez. 2024 · #21
fahrinurlaub schrieb:Ich könnte es googeln aber vielleicht kann es mir jemand hier erklären. Wie ist denn der Unterschied zwischen 'exclusive campsite' und den 'normalen campsites' in Zimbabwe?
Exclusive campsites sind die, die Du über Nacht für Dich allein hast. Manchmal gibt es in der Nähe nur einen Attendant, der ggf. Feuer und heißes Wasser zubereitet. Oft nicht einmal das. Du zahlst also nicht mehr dafür, besonderen Komfort zu haben, sondern dafür keine "Nachbarn" zu haben. 🙂
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
391 Beiträge · seit 200820. Dez. 2024 · #22
Danke Sanne, sind die Campsites denn so klein in ZIM, dass die Camper sehr eng stehen? Vor 20 Jahren in BOT und NAM hatten wir immer genügend Abstand zu anderen Fahrzeugen.
Camperreise in die tasmanische Wildnis https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306857-camperreise-in-die-tasmanische-wildnis.html?start=0 Mora, Mora unterwegs auf Madagaskar https://www.namibia-forum.ch/forum/164-diverses/306553-mora-mora-langsam-langsam-auf-nord-madagaskar.html
566 Beiträge · seit 201320. Dez. 2024 · #23
fahrinurlaub schrieb:Danke Sanne, sind die Campsites denn so klein in ZIM, dass die Camper sehr eng stehen? .
Klein sind sie nicht, aber eben in aller Regel direkt an den Restcamps oder den jeweiligen Gates. Die exclusive-Varianten sind halt mitten im Busch. Genau das ist der wesentliche Unterschied.

Einschränkung ist lediglich, dass auch tagsüber jedermann auf die exclusiven Campsites rauffahren kann. Da jedoch alle, die dort nicht gebucht haben, irgendwann zurück zu ihren Unterkünften fahren müssen, bist du dann ab etwa 1 Stunde vor Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang komplett allein dort.

Ausnahme ist Masuma: dort kannst du auch länger bleiben, wenn du nicht dort gebucht hast. Voraussetzung aber ist, du nächtigst in Kapula, denn das ist nur wenige Minuten entfernt, quasi auf der anderen Seite der Masuma-Ebene.

LG Mogambo 🙂
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200620. Dez. 2024 · #24
fahrinurlaub schrieb:Danke Sanne, sind die Campsites denn so klein in ZIM, dass die Camper sehr eng stehen? Vor 20 Jahren in BOT und NAM hatten wir immer genügend Abstand zu anderen Fahrzeugen.
Es ist jetzt nicht vergleichbar mit Campsites im Etosha oder deutschem Dauercamping. Die Sites sind schon recht groß und mangels Touristen auch wenig belegt. Aber auf den non-exclusive campsites hast Du Nachbarn halt in Sicht-, ggf. in Hörweite. In ZIM sind inzwischen auch deutlich mehr Kleingruppen (5 Fahrzeuge, 10 Personen) unterwegs. In der Gruppe sind meiner Erfahrung nach leider alle Nationen unüberhörbar. In Mana hat mich vor 10 Jahren schon genervt, dass der Guide seine Gruppe nachts zu den Ablutions gefahren hat, weil denen das Laufen zu unsicher war. In Nxai Pan latschte eine Gruppe Franzosen über unsere Campsite, weil es eine Abkürzung zu den Toiletten war.

Aber klar, das ist Jammern auf hohem Niveau. 😛
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200629. Dez. 2024 · #25
Matobo/Matopos:

Auf der Strecke Hwange nach Motobo über Bulawayo lernen wir, dass dies eine der Schnell-Buslinien unter anderem von VicFalls nach JoBurg ist. Angeblich überwindet man die Distanz in rund 12 Stunden und zahlt on-way etwa 40 Dollar. Die Busse brettern über die Straße, deren Qualität zwischen Autobahn-like und Feldweg mit fiesen potholes schwankt. Auf der Strecke hüpfen Obstverkäufer auf die Straße, um die Ware anzupreisen, Kinder füllen potholes auf und vermitteln, eine „Straßennutzungsgebühr“ zu erwünschen. Die Straße ist mautfrei, wir wüssten auch nicht, für was hier Gebühren anfallen sollten. Wir werden regelmäßig von den sehr schnell fahrenden Bussen überholt, während wir bei Tempo 80 die Landschaft genießen.
Unsere nächste Campsite haben wir im Farmhouse südlich Bulawayo gebucht, dort wollen wir Frühstück und Dinner genießen. Gebucht haben wir das allerdings nicht. Daher kaufen wir in Bulawayo nichts ein, die Strecke zieht sich und wir wollen deutlich vor Sonnenuntergang ankommen. Das gelingt uns auch. Wir werden herzlich von den Gastgebern empfangen, aber ohne Vorbuchung kein Dinner, der Koch hat seine freien Tage. Das kümmert uns nicht, dann halt Nudeln mit Tomatensoße mit reichlich Knoblauch und vielen Gewürzen, die wir von zuhause mitgebracht haben. Wir erhalten eine Karte für die Farm, verstehen aber, dass es sich hier um die Wanderwege, nicht die Navigation zur Campsite handelt. Wir fahren etwas orientierungslos umher, finden die Campsite dennoch und sind begeistert. Blick auf das Cecil Rhodes Memorial, Campsite mit Holz, Ablutions mit outdoor-shower.. Die Lage ist wunderschön, für meine Begriffe viel schöner als die Chalets, auch wenn die einen Pool haben. Abends laufen Giraffen und Gnus über die Campsite, der Besitzer kommt auch herum, um zu erfragen, ob wir irgendetwas brauchen. Wir sind wunschlos glücklich.





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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200630. Dez. 2024 · #26
Für den nächsten Tag haben wir einen geführten Ganztagesausflug bei Black Rhino Safaris gebucht. Den Tag starten wir aber mit einem grandiosen Frühstück im Hauptgebäude des „Farmhouse“. Dies hatten die Besitzer spontan möglich gemacht und so sitzen wir – mit schönem Blick auf den Pool – auf der Terrasse und lassen es uns gut gehen.
Der Ganztagesausflug soll uns einen Überblick über den Nationalpark geben, einige San-Zeichnungen in Höhlen erkunden lassen und im Idealfall per Fahrzeug und als Walk die Sichtung von Rhinos ermöglichen.
Andy, unser Guide, Simbabwer, holt uns pünktlich ab und ich tausche Flipflops gegen Sneaker. Die Fahrt bis zum Gate schafft er in deutlich geringerer Zeit als wir auf dem Hinweg, offenbar kennt er die Schlaglöcher. Schon am frühen Morgen ist es extrem heiß und diese Hitze mit fast 40 Grad wird uns die Sichtung von allen Tieren massiv erschweren und auch uns ganz ordentlich fordern. Wir hatten reichlich Wasser mitgebracht und bekamen auch viel angeboten – man brauchte es auf dem offenen Fahrzeug auch.
Unsere walking safaris zu möglichen Spots der Rhinos sind nicht von Erfolg geprägt, bei sengender Hitze und null Schatten, entscheiden wir gemeinsam, zunächst die San Paintings zu erkunden. Die Hoffnung auf kühlende Höhlen erweckt unsere Geister. Wir fahren eine Weile, parken das Auto und laufen los. Noch nie war ich vorher 1 Stunde bei der Hitze einen Berg hochgelaufen, um dann in einer total stickigen Höhle gegen den Schwindel anzukämpfen. Aber die Zeichnungen waren wunderschön, die Strapazen haben sich mehr als gelohnt. Andy entpuppt sich als toller Guide auch hinsichtlich der Hintergründe dieser Höhle und ihren Zeichnungen.

Unsere wohlverdiente Pause machen wir in Maleme Dam. Hier war ich vor vielen Jahren und bin erschrocken, wie ausgetrocknet der Dam ist. Damals war dies ein ganz besonderer Ort für mich, jetzt ist es eher etwas trostlos. Die Chalets sind verwaist, Touristen finden sich hier offensichtlich nicht mehr ein. Andy hat einen super tollen Lunch mit zig Salaten, Brot, Tee und Kaffee vorbereitet und wir unterhalten uns angeregt über den Tourismus in Simbabwe. Er arbeitet oft als Guide in Hwange, Manapools und Vic Falls, gibt uns tolle Tipps für unser baldiges Ziel Gonarezhou, berichtet aber auch, dass Manapools – mein Lieblingsort in ZIM – inzwischen wohl privatisiert werden soll und sich dort aktuell Kleingruppen (5 Fahrzeuge, 10 Touris plus 1 Guidefahrzeug) Platz machen. Er war ein paar Wochen früher dort gewesen und um eine Gruppe von Löwen fanden sich bis zu 20 Fahrzeuge ein. Wenn das wirklich wahr ist, ist auch Mana nicht mehr mein „place to be“. Wir alle sind nachdenklich. Einerseits wünsche ich Simbabwe mehr Tourismus, andererseits ist es dann halt nicht mehr das, was ich an ZIM liebe.
Andy bläst zum Aufbruch. Zum einen will er das Rhino Tracking nicht als verloren erklären, zum anderen weiß er, dass wir noch Cecil Rhodes Grab in spektakulärer Lage besichtigen wollen. Auf unserem Weg lesen wir einen zu Fuß befindlichen Ranger auf, der erst seit wenigen Jahren die Rhinos in Matobo bewacht. Der junge Mann wurde seinerzeit aufgegriffen, weil er im NP Antilopen rechtswidrig erlegen wollte. Man gab ihm die Wahl: Knast oder Anti-Poacher zu werden. Heute verdient er genug, um sich und seiner Familie mehr bieten zu können als gelegentlich ein gutes Essen. Es freut mich, dass Simbabwe solche Wege geht, das gibt mir Hoffnung für ein Land, das ich so liebe.
Wir fahren eine Weile, doch dann bekommen wir das Signal, dass ich meine Flipflops wieder gegen die Sneaker tauschen muss und wir laufen los und dann sehen wir das Nashornpaar samt Nachwuchs. Sie sind aufmerksam, aber die Hitze macht auch sie träge und wir bleiben im respektvollen Abstand und staunen nur. Das war nicht meine erste Sichtung, ich fahre schon 20 Jahre nach Afrika, aber die Demut, die mich immer bei jeder Sichtung überfällt, hält erfreulicherweise an. Die Hitze ist unerträglich und dennoch verharren wir dort und genießen den Anblick. Zu dem Zeitpunkt hätte ich nie gedacht, dass ich später in Simbabwe frieren würde.
Überglücklich verlassen wir später den Nationalpark in Richtung Cecil Rhodes Grave, parken das Auto, erkunden die Schautafeln am Eingang und laufen dann über die riesigen Steinformationen zum Grab. Wer könnte es Rhodes verübeln, hier begraben zu sein wollen? Die Aussicht ist unfassbar schön. Touristen sehen wir keine, dafür zig Einheimische. Den Sundowner – Gin Tonic – haben wir mitgebracht, wenngleich wir diesen früher als Sonnenuntergang genießen. Wir sollen rechtzeitig im Farmhouse zurück sein und auch Andy hat sich den Feierabend mehr als verdient. Es war ein toller Tag – kann ich nur empfehlen. Andy bringt uns sicher zurück, wir entzünden das Feuer und genießen Kartoffeln mit Kräuterbutter, die ich schon in Hwange zubereitet hatte. Dazu gibt es Thunfischsalat mit reichlich Zwiebeln. Auf der Campsite nebenan treffen wir eine nette Familie aus Hwange wieder. Ein toller Tag geht zu Ende. Morgen geht es nach Masvingo.



































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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200602. Jan. 2025 · #27
Norma Jean/Clever Lakeview

Nach dem wundervollen Aufenthalt im „Farmhouse“ wollen wir in Bulawayo gemütlich einkaufen und als Zwischenstopp Masvingo und Norma Jean, jetzt Clever Lakeview in Angriff nehmen. In der Stadt füllen wir unser Vorräte an Gemüse, Obst und Fleisch auf und ich freue mich auf Norma Jean. Vor zehn Jahren war dies ein Ort voller schöner Pflanzen, die beiden Eigentümer waren etwas „durchgeistig“ unterwegs, aber sehr gastfreundlich. Die Campsite hat einen tollen Blick auf Lake Kyle, ich mochte die Atmosphäre hier. Daher war klar, dass wir auf dem Weg zum Gonareshou hier einen Zwischenstop machen. Auf dem Rückweg wollen wir hier wieder einkehren.
Die Campsite hat weiterhin einen guten Blick, es gibt Strom und Licht an der Campsite. Leider hört man den ganzen Abend die Stromgeneratoren und das Camp der Angestellten ist auch ums Eck und die halbe Nacht werden per Auto Freundinnen zum Date abgeholt. Entsprechend ist die Lautstärke. Gegen 10 Uhr kommen dann noch zwei Busse an: Verteidigungsministerium auf Ausflug. Nach zig Rangierarbeiten ist man dann auch endlich mal angekommen. Morgens um fünf startet der untere Dienstgrad den Bus, um bei laufendem Motor den Bus zu reinigen. Der Krach ist ohrenbetäubend, die Abgase ziehen direkt in unser Dachzelt. Es dauert nur wenige Minuten, und ich – Mutti – bin angezogen, aus dem Zelt herausgesprungen und in Angriffshaltung. Im Nachgang weiß ich, dass der junge Mann vermutlich ein Trauma davon getragen hat. Morgens in der früh steht eine Xanthippe vor ihm, erklärt, dass der Krach eine Frechheit ist, eine Campsite keinen Busbahnhof darstellt und ihm im Übrigen mitteilt, er solle sein Karre wegfahren. Der arme Kerl ist so eingeschüchtert, dass er wirklich sofort den Bus wegfährt. Erst jetzt stelle ich fest, dass es echt kalt ist – 9 Grad. Ich verschwinde wieder im Bett, allerdings haben wir die Rechnung ohne den Gärtner gemacht, der gegen halb sechs aufwändig den Platz fegt. Daher packen wir um sechs – fröstelnd und wissend, dass es gar nicht meine Zeit ist – ein und fahren weiter Richtung Gonarezhou.
Bilder gibt es keine – mir war nicht danach.
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200629. Mai 2025 · #28
Gonarezhou NP

Heute geht es in den Park in Simbabwe, den ich bislang nicht kenne, aber so gern besuchen wollte. Die Route führt uns über die Hauptstraße Richtung Beitbridge (Grenze zu SA) und entsprechend ist der Verkehr. Die Straße ist gut, aber unzählige LKWs sind unterwegs. In Ngundu biegen wir dankbar ab und die Strecke ist unfassbar schön. Wir sehen Zuckerrohrplantagen, für afrikanische Verhältnisse hübsche Kleinstädte und Orte. Wie so oft fahren wir dann am Gate erst einmal vorbei. Den ganzen Urlaub kämpfen wir gegen „Uschi“, unser GPS, die niemals, ausnahmslos empfiehlt, zu drehen, sondern uns immer an einen „turning point“ bringen will, auch wenn dieser gern mal 80 km entfernt liegt. Wir fürchten, wir wären einfach zu doof für das Navi, den Beweis treten wir aber nicht an.
Das Tor finden wir dann nach 1 km Umweg, der nette Ranger lachte und meinte, er hätte sich schon gedacht, dass wir drehen würden – wir wären nicht die einzigen Touristen, die drehen müssten. Ja, sie sind unfassbar freundlich und lieb, die Simbabwer.
Wir fahren durch eine private Konzession, um in den Gonarezhou zu gelangen. Am Gate bekommen wir gegen kleines Geld eine schöne Karte zum Park und Holz. Wir buchen noch unsere dritte Nacht um, da von dort kein vernünftiges Überqueren des Runde möglich sein sollte.
Gebucht hatten wir eine Nacht Fishans und zwei Nächte Mutamagwenzi. Die letzte Nacht tauschten wir gegen Chinguli, da nur Fishans river crossing zu unserer Zeit passierbar waren. Wir haben das nicht bereut. Chinguli ist wunderschön, hat gute ablutions und einen sehr netten Camp Attendant.
Leider war das Wetter während unseres Aufenthalts sehr wechselhaft. Sonnig/heiß und regnerisch/bewölkt wechselten sich mehrfach am Tag ab.

































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zuletzt bearbeitet 29. Mai 2025
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200629. Mai 2025 · #29
Den Fluss, von dem man uns sagte, wir sollten nur Fishans crossing verwenden und dessen Querung angeblich nur Sandpassagen hatte, querten wir mehrmals. Ich hasse Wasserquerungen, ich habe nichts gegen Sand, Geröll, Gestein, aber Wasser ist außerhalb meiner Wohlfühlzone.











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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200630. Mai 2025 · #30
Fazit zu Gonarezhou:
Wir fanden den Park wunderschön. Während unseres Aufenthalts haben wir immer wieder die selben drei Touri-Fahrzeuge gesehen, es ist wirklich sehr einsam. Die Lage der Campsites sind spektakulär, die Infrastruktur ist rudimentär. Ein Long Drop ist schon Luxus. Walk-Ins würden wir immer empfehlen, denn dann ist es deutlich preiswerter. Für Fishans haben wir – kein Klo, kein Wasser, aber toller Blick – rund 200 Euro die Nacht bei Vorbuchung gezahlt.
Eine Park Map ist gut angelegtes Geld, es gibt auch Wegweiser, die meisten sind aber so verblichen, dass man kaum erkennen kann, wie der richtige Weg verläuft. Landschaftlich ist der Park traumhaft schön, aber alle Tiere waren sehr scheu, sobald wir anhielten oder gar den Motor ausstellten, waren sie weg. Die Wilderei zeigt sich hier gut, mich hat es extrem deprimiert. Ich fand es großartig, Rappenantilopen zu sehen, aber vernünftige Bilder waren kaum möglich.
Die River Crossings waren bei unserem Aufenthalt wirklich nur bei Fishans möglich. Andere haben wir getestet, ich bin dann reingelaufen, aber nach 20 Metern stand ich bis zu den Schultern im Schlick. Mir war das zu unsicher, Südafrikaner haben das dennoch gemacht und ihr Fahrzeug versenkt.
Attendants und Rangers waren wie immer in Simbabwe unfassbar freundlich und hilfsbereit. Chinguli war bei uns das einzige Camp mit Infrastruktur, das können wir unbedingt empfehlen. Auch die rudimentären Campsites waren von der Lage und Aussicht grandios, aber Preis/Leistung passten für uns kaum.
Nun geht es zurück als Zwischenstopp zu Norma Jean, Great Zimbabwe und dann nach Bulawayo.
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zuletzt bearbeitet 30. Mai 2025
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200630. Mai 2025 · #31
Norma Jean – Teil 2
In der Planung hatten wir uns für eine erneute Nacht dort entschieden, um auch in Ruhe Great Zimbabwe anschauen zu können. Das Wetter vor Ort war fürchterlich, kalt und regnerisch. Camping haben wir daher für uns ausgeschlossen und baten um ein Chalet. Unterm Strich war an dem Chalet nur die wärmende Klimaanlage im Schlafzimmer ein Highlight, der Rest des Chalets (Küche, Bad, Wohnzimmer, Terrasse) hatten den Standard von Anno Fritz. Der Preis von 160 USD die Nacht ließ uns schlucken, aber dafür schliefen wir warm.
Am nächsten Tag besuchten wir Great Zimbabwe und das war auch beim dritten Besuch wieder superschön. Sonne und Wolken wechselten sich ab, aber es war sehr kühl.













































"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 30. Mai 2025
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200630. Mai 2025 · #32
Bulawayo

Im Anschluss fahren wir nach Bulawayo. Je näher wir kommen, desto wärmer wird es. Bei unserer Ankunft hat es 30 Grad. Wir haben eine Suite im Bulawayo Club gebucht. Der Club wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Gentlemen’s Club gegründet und atmet bis heute diesen Flair. Unsere Suite hat Zugang zu einer Terrasse, die wir lernen zu lieben. Frühstück und Dinner sind exzellent, das Haus, die Architekt und der Service sind grandios.
Bulawayo ist die zweitgrößte Stadt Simbabwes, gegründet von Cecil Rhodes und offiziell Zentrum der Opposition des Landes. Hier kann man in das „schwarze Leben Simbabwes“ eintauchen, wir haben während unseres Aufenthalts keine Weißen gesehen, dafür unfassbar freundliche Einheimische kennengelernt.
Die Terrasse des Clubs war Gold wert. Anfangs fragten wir uns bei der Aussicht noch, welch geschäftiges Treiben auf der Kreuzung stattfand. Wir lernten, es war ein illegaler Taxistand. Zwischen Obstständen, Beschallung durch religiöser Führer, wurde dort auch alles transportiert, das einen Transport benötigte. Frauen mit Einkäufen, gekaufte Ziegen, Rollstuhlfahrern, Männern mit Baustoffen. Zwischendurch gibt es unfassbar viele Menschen mit Handkarren, Polizei, die versucht, den illegalen Taxistand aufzulösen, Buslinien usw.
Morgen gehts zum Sightseeing.



































"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 30. Mai 2025
391 Beiträge · seit 200801. Juni 2025 · #33
Sanne schrieb:Fazit zu Gonarezhou:
Für Fishans haben wir – kein Klo, kein Wasser, aber toller Blick – rund 200 Euro die Nacht bei Vorbuchung gezahlt.
Vielen Dank, dass du deinen Reisebericht fortgesetzt hast.

Aber, wie bitte… 200€ für nichts, das ist ja der Wahnsinn. Wir erwägen evtl. eine 4-wöchige Rundreise im Herbst 2026 nach Botswana und Zimbabwe… aber dieser Preiswucher schreckt doch sehr ab
Camperreise in die tasmanische Wildnis https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306857-camperreise-in-die-tasmanische-wildnis.html?start=0 Mora, Mora unterwegs auf Madagaskar https://www.namibia-forum.ch/forum/164-diverses/306553-mora-mora-langsam-langsam-auf-nord-madagaskar.html
897 Beiträge · seit 201501. Juni 2025 · #34
Liebe Sanne,
du sprichst mir aus der Seele.
Ich plane nun seit etlichen Jahren immer wieder Botswana und kam immer wieder zu dem Schluss,
dass die Tour für diesen hohen Preis noch nicht perfekt sei.
Dann wurde wieder verschoben.
Dieses Jahr habe ich nun endlich für August 2026 Botswana gebucht.
ich hoffe, dass mich die Touristenmassen im Chobe nicht zu sehr schocken und ich die Reise genießen werden kann.
Auch wir landen nach vielen Ideen und Durchrechnen immer wieder rund um Kapstadt und lieben es sehr.
Preis-Leistung ist NOCH richtig gut.
Freu mich, wie es hier weiter geht ...
LG yvy
https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/uganda-2025-gorillas-im-nebel/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/madagaskar-2024-nosy-be/ https://www.yp-travel-photography.de/nord-und-mittelamerika/costa-rica-2024-pura-vida-2/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/seychellen-2023-zur%C3%BCck-im-paradies/ https://www.yp-travel-photography.de/nordamerika/costa-rica-2022-pura-vida/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/tanzania-2022-safari-in-der-serengeti-und-sansibar/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2019-der-tierreiche-norden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2015-der-trockene-s%C3%BCden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/sansibar-2019-hakuna-matata-auf-der-gew%C3%BCrzinsel/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/mauritius-2017-trauminsel-im-indischen-ocean/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2018-19-jahreswechsel-an-der-gardenroute-2/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2016-in-style/
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200602. Juni 2025 · #35
fahrinurlaub schrieb:
Sanne schrieb:Fazit zu Gonarezhou:
Für Fishans haben wir – kein Klo, kein Wasser, aber toller Blick – rund 200 Euro die Nacht bei Vorbuchung gezahlt.
Vielen Dank, dass du deinen Reisebericht fortgesetzt hast.

Aber, wie bitte… 200€ für nichts, das ist ja der Wahnsinn. Wir erwägen evtl. eine 4-wöchige Rundreise im Herbst 2026 nach Botswana und Zimbabwe… aber dieser Preiswucher schreckt doch sehr ab
Ich würde nicht sagen, dass Du für "nichts" zahlst. Die Lage ist superschön, Du bist ganz allein, um Dich herum nur "Nichts". Aber gerade weil wir so gut wie keine anderen Touristen gesehen haben, fanden wir das Konzept "exclusive" fragwürdig und überteuert.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200602. Juni 2025 · #36
yp-travel-photography schrieb:Liebe Sanne,
du sprichst mir aus der Seele.
Ich plane nun seit etlichen Jahren immer wieder Botswana und kam immer wieder zu dem Schluss,
dass die Tour für diesen hohen Preis noch nicht perfekt sei.
Dann wurde wieder verschoben.
Dieses Jahr habe ich nun endlich für August 2026 Botswana gebucht.
ich hoffe, dass mich die Touristenmassen im Chobe nicht zu sehr schocken und ich die Reise genießen werden kann.
Auch wir landen nach vielen Ideen und Durchrechnen immer wieder rund um Kapstadt und lieben es sehr.
Preis-Leistung ist NOCH richtig gut.
Freu mich, wie es hier weiter geht ...
LG yvy
Wenn ich das richtig gelesen habe, wollt Ihr in Bots ja eine Lodgetour machen, das ist natürlich noch einmal preislich eine ganz andere Hausnummer als Camping. Ich habe mich entschieden, in Ländern wie Bots, ZAM, ZIM, Nam nur noch am Anfang und am Ende Lodges einzubauen, ansonsten campe ich. Ich finde die Preise inzwischen unverschämt.
Aber letztlich muss man wohl diese Länder noch möglichst bald besuchen, die Preise steigen ja "wie blöd". Ich kann mich noch erinnern, dass ich Lodge-Preise in private Consessions in Bots mit 250 Euro pppN abenteuerlich fand, jetzt ist das inzwischen leider nah einem Schnäppchen.

LG Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200602. Juni 2025 · #37
Am nächsten Tag haben wir alle Zeit der Welt, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Wir laufen durch die Straßen, bewundern die Gebäude, erfreuen uns daran, dass meine geliebten Jacaranda-Bäume zu blühen beginnen. Wir essen leckeren Kuchen in einer der vielen Cafés, haben einen angeblich „light lunch“ und sind dankbar, dass wir uns eine Portion teilen. Wir sitzen im Park und genießen einen Cocktail, der unfassbar viel Alkohol hatte und besuchen Natural History Museum of Zimbabwe - Bulawayo
Eine absolute Empfehlung. Der Bau ist optisch scheußlich, aber die Ausstellung ist sehr schön. Wirklich lohnenswert. Leider gelingt es uns trotz zig Versuchen und x Nachfragen bei Passanten, das Eisenbahnmuseum zu finden. Google Maps will uns ständig durch eine Ecke schicken, die uns beiden jetzt nicht so einladend vorkommt. Vermutlich hätten wir uns vom Hotel einfach ein Taxi bestellen sollen. Nach 15 km Spaziergang durch die Stadt essen wir abends im Hotel extrem gut, genießen die Aussicht auf unsere „Kreuzung“ mit illegalen Taxen und diversen Verkaufsständen und fallen total müde ins Bett.














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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200610. Juni 2025 · #38
Am nächsten Morgen frühstücken wir gut, packen zusammen und bedauern, diese interessante Stadt verlassen zu müssen. Irgendwie hat man ja nie genug Zeit. Bei der Ausfahrt vom bewachten Parkplatz stellen wir fest, einen Platten zu haben. Wir haben keine Ahnung, wie das passieren konnte, vermutlich sind wir über eine der zahlreichen, scharfkantigen Bordsteinkanten gefahren. Leider stehen wir nun genau vor der Ein- und Ausfahrt und blockieren dort alles. Ich laufe zur Rezeption, so dass man dort wenigstens weiß, dass wir unfreiwillig ein Hindernis sind und schon schnell bekommen wir Hilfe beim Reifenwechsel. Kleines Geld und zwei Cola wechseln den Besitzer, wir bekommen auch die Adresse vom Cousin zum Reifenflicken, entscheiden uns aber, doch den recht weiten Weg anzutreten, der uns über die Grenze nach Botswana bringen soll.

Fazit Bulawayo:
Ich lese in Reiseberichten selten, dass Reisende auch Städte wie Bulawayo ansteuern. Das ist sehr schade, daher breche ich hier mal eine Lanze. Die Stadt ist für afrikanische Verhältnisse extrem schön, die Parkanlagen sind toll, die Restaurants interessant, die Kolonialgeschichte sehenswert. Wir sind sicher eher vorsichtig und würden nachts nicht rumlaufen, aber tagsüber fühlten wir uns immer sicher. Die Menschen waren eher interessiert, neugierig, nie aufdringlich. Hier kann man gut in Restaurants gehen, die Einheimische besuchen, Second-Hand-Läden anschauen, den Alltag sehen. Ich liebe das, weil dann Menschen nicht nur als Lokalkolorit dienen. Versucht es, in Bulawayo geht das sehr gut.

Die Grenze Plumtree ist faszinierend. Eine richtige Beschriftung gibt es nicht, die Ausreise aus Zimbabwe ist wie so oft erlebt völlig unkompliziert, den Weg zur Bots-Grenze zu finden, gelingt auch, aber dann beginnt die Prozedur botswanischer Bürokratie. Hier eine Unterschrift, dort, ein Laufzeit, dann wieder die Durchsuchung des Fahrzeugs – wir lernen, auch Tomaten sind nicht erlaubt -, sehr nette Grenzbeamte benötigen noch Infos zu dem Fahrzeug. Herrje, welches Baujahr hat die Karre? Ist Erstzulassung gleich Baujahr? Der nette Beamte lacht als ich nur fragend gucke, winkt uns durch und wir sind zurück in Botswana, fahren zu unserem Zwischenstop in der Nata Lodge.
Das Hauptgebäude ist sehr schön, die Campsites sehr verbuscht, die sanitären Anlagen sauber und komfortabel. Warum man beim check-in die Mitteilung erhält, es wäre egal, welche Site man nutzt und dann später ein Camp Attendant will, dass man die zugewiesene Site wählt, erschließt uns nicht und wir diskutieren kurz, dass wir genau DIESE wollen. Wir duschen und werfen den Grill an.
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200611. Juni 2025 · #39
Fazit Nata Lodge:
Als Zwischenstopp völlig ausreichend, die Nähe zur Hauptstraße führt halt nicht zu Wildlife-Feeling, die verbuschten Campsites erlauben keine schönen Aussichten. Die Ablutions sind allerdings top. Facilities des Hauptcamps haben wir nicht genutzt, daher können wir dazu nichts sagen. Wir hatten bei Ankunft angegeben, dass wir bei Abreise gegen morgens halb acht noch fünf Bundle Holz mitnehmen wollen. Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass der entsprechende Mitarbeiter nicht vor acht Uhr erwartet wird und vor 9 Uhr nicht mit dem Holz zu rechnen ist. Solange wollen wir nicht warten und fahren daher los.

Die Strecke Gweta – Nxai Pain Gate ist im katastrophalen Zustand. Entweder gibt es Potholes auf der „geteerten“ Straße en masse oder wir fahren „Alternativrouten“ auf Sand und Schotter links und rechts der ursprünglichen Straße. Am Gate erstehen wir eine Karte für den Park, lassen Luft ab und brausen die Tiefsandpiste in den Nxai Pan Nationalpark. Früher war die Passage keine Freude, sehr schmal und die gut 30 km ziehen sich. Nun hat man aber Platz und die „Piste“ ist rd. 50 Meter breit, so dass man gut die für sich beste Piste finden kann. Ich liebe ja Tiefsand, weil es so schön schaukelt und sich das Fahrzeug den Weg sucht, wenn man es nur lässt. Überholmanöver von Versorgungsfahrzeugen waren allerdings spannend – wer bremst, verliert.

Wir erreichen das Hauptcamp, bekommen reichlich Holz für wenige Taler und beziehen unsere Campsite im South Camp. Früher gab es Campsites, die recht eng beieinander standen, nun hat man das geändert, die Campsites sind großzügig, mit reichlich Abstand von den anderen und ein zweiter Ablutionblock wurde auch eingerichtet. In beiden Ablutions wurden auch Tränken für die Tiere integriert, so dass vor allem Elefanten gern vorbeikommen.
Wir lernen, dass unsere Campsite auf direktem Weg zwischen Tränke A und B für die Elefanten liegt, entsprechend war der „Verkehr“ der Dickhäuter auf unser Campsite.













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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200611. Juni 2025 · #40


















Bei der Hitze gelingen kaum Tiersichtungen. Landschaftlich ist Nxai Pan grandios, aber letztlich sehen wir nur Windhosen, Hitzereflektionen und gelegentlich Elefanten, die sich um Wasserlöcher sammeln. So trocken haben wir Nxai Pan nie erlebt, es ist gespenstisch, Touristen gibt es kaum. Hier wird Einsamkeit nicht gewählt, sondern übergestülpt. Allein die Elefanten, die ständig unsere Campsite queren, sind ein Highlight. Am späten Abend erscheinen noch Schakale und sie sind so „zahm“, dass wir befürchten, dass sie von Touristen gefüttert werden.
Nach zwei Nächten im South Camp haben wir noch eine Nacht in Baines Baobab vor uns. Ich liebe die Campsite 1, der Ausblick ist grandios, da zahlen wir gern den absurd hohen Preis. Wir wühlen uns einmal mehr durch die Sandpassagen und fahren ziellos umher, denn aufgrund der Hitze ist alles besser als auf der Campsite zu verharren.
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