Frischlinge, selbst geplant & gefahren - Camping

Reisebericht 33 Antworten · 6'664 Aufrufe · gestartet 13. Juli 2024 von Nan@
Themenstarter38 Beiträge · seit 202413. Juli 2024 · #1
Hallo Leute, wollte mich mit einem kurzen Reisebericht für die vielen Infos, die ich aus diesem Forum gezogen habe revanchieren.

Für Namibiaprofis gibts hier nichts neues, aber ich war auch für Erfahrungsberichte von anderen Neulingen / Ersttätern dankbar, weil ich doch mit der ganzen Planung zu Anfang unsicher bzw. aufgeregt war.

Wir waren zu 2. und das erste mal in Namibia (überhaupt auf der Südhalbkugel) und sind als Selbstfahrer mit einem Hillux mit Zelten und komplett selbst zusammengestellter Tour unterwegs gewesen. Unser Budget ließ leider keine Luxus-Lodgen zu. Wir haben uns aber immer mal wieder was gegönnt, insbesondere lekker Essen.
Vor allem beim Mietwagen haben wir lieber nicht gespart. So hat auch alles bestens funktioniert und wir waren total zufrieden. Auto, Campingausrüstung, Zelte, alles in top Zustand und sehr durchdacht. Gut war nur, dass wir uns nicht auf die Decken verlassen haben sondern auch noch leichte Schlafsäcke von zu Hause mit hatten. Einige Nächte campen um den Gefrierpunkt wären sonst vermutlich ungemütlich geworden.

Wir haten uns einige Projekte ausgesucht, die man mit einem Besuch / Übernachtung o.ä. als Tourist niederschwellig unterstützen kann. Außerdem wollten wir wo möglich auch lokale Strukturen buchen (community camps) und interessieren uns neben Tieren und spektakulären Landschaften auch für Pflanzen, Geschichte und Kultur.
Wir hatten einiges fest gebucht (Sesriem Camping, Unterkünfte in Windhoek und Lüderitz) einiges im persönlichen Kontakt halb fest ausgemacht (Boscia, EHRA, Omandumba) und einiges spontan vor Ort entschieden (Swakopmund, Koiimasis). Da wir gerade noch außerhalb der Hauptsaison unterwegs waren, haben wir das gewagt, da wir grundsätzlich anspruchsarm und flexibel sind.

Die einzigen größeren Probleme, die wir hatten, war 1. zum Frankfurter Flughafen zu kommen (Discover Flug) weil es eine Weichenstörung gab und sich die S-Bahnen 5 Bahnhöfe weit stauten. Und für mich die Bahnfahrt zurück nach Hause, weil dank Stellwerkstörung 2h Verspätung… in Namibia hat alles gut geklappt.
Anders als erwartet war eigentlich nur das Wetter. Der Namibische Winter war sehr freundlich zu uns. Die Thermo-Unterwäsche kam ungenutzt wieder mit nach Hause.
Klar fehlten Etosha und FRC und der ganze Norden, aber gerade bei unserer ersten Reise wollten wir uns nicht überladen, genug Zeit haben, auch Puffer für spontane Entscheidungen haben und vor allem nicht zu lange Fahrten (wegen nur 1 Führerschein) insgesamt sind wir sehr glücklich damit und vor allem lässt das Potential für weitere Reisen nach Namibia 🙂

So sah unsere Reise am Ende aus:
Tage vor Ort: 23 – gefahrene km ~3000

Übernachtflug ab Frankfurt
1 Übernachtung Windhoek
Apartment in der Innenstadt, ankommen, Besorgungen, Auto abholen
4 Nächte auf Boscia
1 Tag verlängert wegen aus D mitgebrachter Erkältung, Erholung, Game Drives, Spaziergänge, Nature Walk, Tierbeobachtungen, bestes Essen der Reise, viele Tiersichtungen.
Unterstütztes Projekt: Omomas Care Center
1 Nacht Quivertree Forest Camp
Köcherbäume und Klippschlieferkolonie im Abendlicht, Giants Playground am Morgen.
3 Nächte Lüderitz (Apartment)
Ausflug Bogenfels (toll), Kolmanskop, Besuch Gedenkstein Konzentrationslager Shark Island, Stadtrundgang
1 Nacht Koiismasis Camping
Schöne Strecke über Aus (Kriegsgefangenenlager) Garub, Tirasberge. Hier hatten wir Pech und die vielen Farmen auf der Strecke waren gerade in Ferien oder haben die Beherbergung aufgegeben. Deshalb rel. spontan Koiismasis, wunderschöner Ort, Tiere, Felsen, Bergbesteigung mit Guide, Tierbeobachtungen. Merken: Nicht auf veraltete Homepages verlassen sondern vorher anrufen.
1 Nacht Betta Camping
überraschend nett, sehr sauber, schöne Anlage und eine private Sundownerterasse an jedem Stellplatz
3 Nächte Sesriem NWR Camp
das übliche, Canyon, Elim Düne, Hidden Vlei, Dead Vlei, Sossousvlei, mit den Bar Angestellten EM geguckt. Da wir länger als die meisten blieben, kamen wir gut in Kontakt mit den Leuten, spannende Einblicke in Arbeitsleben Namibias
2 Nächte Swakopmund (municipal Restcamp)
Stadtrundgänge, Kolonialgeschichte (Friedhof, Genozid Gedenkstein, Museum) Küste, Wracks, Flamingos
2 Nächte EHRA Base Camp
Projekt: Elefant Human Relation Aid, Tiersichtung, Projektvorstellung, Abendessen mit Volunteers, Elefantenpirsch, traumhaftes Camp (schlicht, Komposttoiletten, Öko)
1 Nacht Spitzkoppe
Wandern, Felszeichnungen, Sundowner, guter Guide bei „Bushman’s Paradise“
2 Nächte Omandumba
Tiere, Landschaft, Sonnenuntergang, Living Museum San (selbstverwaltet) spektakulärer Sternenhimmel, hätte auch 1 Tag mehr sein dürfen.
1 Nacht Penduka
bei Windhoek, Projekt Unterstützung / Empowerment von Frauen und Mädchen, Kunsthandwerk, EM Viertelfinale mit den Locals gucken 😉 Tolles Essen, unbedingte Empfehlung! Restaurant für alle offen.
1 Nacht Windhoek
Standrundgang, Unabhängigkeitsmuseum, Kolonialgeschichte, Mitbringsel besorgen, Auto abgeben

Abschied in Penduka
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6'152 Beiträge · seit 200613. Juli 2024 · #2
hallo Nan@,
fahre sehr gerne mit auf eurer Tour - klasse , dass Ihr alles selbst geplant habt - und wie ich rauslese auch nicht enttäuscht wurdet. Bin gespannt auf die Eindrücke, Erlebnisse, die großzügige unterschiedlichen Landschaftsabschnitte usw. auch ob Ihr Euch das alles so vorgestellt habt und Namibia wieder in eine Planung aufgenommen wird.
Ein sonniges Wochenende wünscht Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter38 Beiträge · seit 202413. Juli 2024 · #3
Hier als erstes mehr zu unserer vorletzten Station, Omandumba (nur, weil ich da schon einige Fotos gesichtet habe 😉


Omandumba wurde uns von einem Bekannten empfohlen, insbesondere, weil das Living Museum der San selbstverwaltet und sehr interessant sein sollte und uns die Landschaft als "SO stellt ihr euch Afrika vor" schmackhaft gemacht wurde 😉

Als wir ankamen, waren wir schon etwas "reisemüde" nach 3 Wochen Camping, dem ganzen Sand und überhaupt... am Ende unseres Aufenthalts waren wir richtig traurig, daß wir los mussten.

Die Campsite: ein Traum! Phantastischer Ausblick auf die Ebene, jede Menge Tiersichtungen und der Sternenhimmel... unbeschreiblich schön!

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Auf der Farm selbst gibt es jede Menge Tiere, die Giraffen waren fast zutraulich und diverse Antilopen, Vögel und Kleintiere konnten wir erspähen.

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Eine Fuchsmanguste:

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Ein großer Schwarm Rosenpapageien (Lovebirds) wohnte direkt bei unserer Campsite. Das Geschnatter hörte aber pünktlich mit Sonnenuntergang auf:

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Die Landschaft ist wunderschön und vom Sundowner Aussichtspunkt kann man bis zur Spitzkoppe sehen

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Der Bushwalk mit den San war wirklich beeindruckend, sehr informativ und unsere beiden Guides wirklich sehr angenehme Menschen. Wir wurden ausdrücklich ermuntert, Fragen zu stellen, Fotografieren sei willkommen (ich bin da extrem zurückhaltend, was das Fotografieren von Menschen angeht).
Die San, die in früheren Zeiten die Felszeichnungen hinterlassen haben, wurden in dieser Gegend schon vor einigen Jahrhunderten von zuwandernden Bantuvölkern Richtung Kalahari verdrängt.
Das Living Museum ist für die San eine gute Möglichkeit, neben ihrer Subsistenzwirtschaft und kleinst-Landwirtschaft Geld zu verdienen. Damit können z.B. Solarmodule aber auch Schuluniformen bezahlt werden. Die Betreibenden Gruppen wechseln sich im 3 Monatsrythmus ab. So bekommen alle die Möglichkeit, etwas einzunehmen. Charmant fand ich den Quittungsblock, den unser Guide am Ende der Tour aus der Springbockledermappe zückte. Es muss ja alles seine Ordnung haben 🙂
Schön fand ich die zweisprachige Führunge Englisch / San

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1'004 Beiträge · seit 200813. Juli 2024 · #4
Whow, das nenne ich mal eine außergewöhnliche Tour mit interessanten Stationen.
Bin gespannt auf Deinen Bericht.
Viele Grüße
Doro
Themenstarter38 Beiträge · seit 202413. Juli 2024 · #5
Ein bißchen was zur Planung, vielleicht ist das für andere Neulinge ja ganz interessant.

Wir haben erst mal ein paar Eckdaten abgesteckt um uns der Reiseplanung anzunähern.
- ich vertrage Hitze nicht gut --> Reisezeit Herbst / Winter
- wir lieben Wüste und karge Landschaften --> Namib und Sossousvlei gesetzt
- wir mögen größtmögliche Freiheit, selbstbestimmtheit --> Selbstfahrer
- unser Budget ist begrenzt --> Camping

Als erstes habe ich die Flüge gebucht. das war ziemlich genau 1/2 Jahr vor Abreise
Als zweites den Mietwagen 4 Monate vor Abreise, das würde ich heute früher angehen, so haben wir keinen "budget" Preis mehr ergattert.
Mit diesen Parametern haben wir dann angefangen unseren kompletten erweiterten Bekanntenkreis nach Tips anzufragen und waren erstaunt, wer schon alles in Namibia war 🙂
Als beste örtliche Tips kamen dabei Boscia und Omandumba raus, dazu viele generelle Tips zu Verhalten und Gegebenheiten vor Ort.
Desweiteren habe ich dieses Forum und 1-2 Facebook Gruppen zum recherchieren genutzt, so kamen an Projekten EHRA, Penduka und das Genocide Museum in Swakopmund dazu. Der Rhino Trust lag leider knapp außerhalb unserer Reichweite, da wären wir auch gerne hin.
Als die Eckpunkte der Route feststanden habe ich über Booking die Unterkünfte in Windhoek, Lüderitz (da hieß es Campen sei im Winter zu krass, windig, kalt) und die NWR Sesriem Campsite fest gebucht. Und bei den anderen grob unsere Absicht angemeldet vorbei zu kommen. Weil noch gerade so vor der Hauptsaison, meinten alle, sie vermerken uns und wir sollen uns einfach kurz vorher noch mal melden, wann genau wir für wie lange kommen.

Ich war sehr positiv überrascht von der Freundlichkeit und Flexibilität unserer Gastgeber*innen. Teilweise haben wir dann schon eine Anzahlung überwiesen ohne festes Datum auszumachen.

Wir hatten das Glück, daß unser Flug mit Discover unproblematisch und pünktlich war. Im Vorfeld hatte ich gehört, daß öfter mal gecancelt und verschoben wird, deshalb hatten wir einen Puffertag in Windhoek eingeplant. Da auch unklar war, wie gut ich (als Fahrerin) den Flug überstehen würde, wollte ich auch nicht direkt am Tag der Ankunft mit dem Mietwagen und dem ungewohnten Linksverkehr los.
Die Unterkunft war ein Neubau Apartment in der Innenstadt. Viel größer und schicker als erwartet und die freundliche Vermieterin hat uns auch ein "super early check in" ermöglicht, weil wir schon gegen 10°° vor Ort waren. Am Flughafen hatte auch alles gut geklappt, kein Stau bei der Einreise oder beim Sim Kartenkauf.

Aussicht auf den Sonnenuntergang:
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Unsere erste Annhäherung an Windhoek ist hmmm etwas bedrückend.
Kaum aus der Tür getreten, stürzen sich sehr hartnäckige bettelnde Halbwüchsige auf uns. Ich kenne (drogensüchtige) Bettler zur Genüge aus Berlin aber da uns alles noch Fremd ist, wir auch verunsichtert sind, wie wir reagieren sollen, was angemessen ist, fühlen wir uns nicht sehr wohl und kehren von unserem ersten Einkauf der wichtigsten Dinge etwas ernüchtert zurück ins Apartment.

Uns war klar, daß Namibia ein Land mit großer Armut ist und daß wir als weiße Reisende prinzipiell erst mal als REICH gelten (auch wenn es sich hierzulande nicht so anfühlt) aber es ist etwas anderes, sich theoretisch damit auseinander zu setzen oder wirklich vor Ort damit konfrontiert zu werden.
Der freundliche und hilfsbereite Security unseres Quartiers erklärt uns, daß die Jungs eher im Auftrag größerer Strukturen unterwegs sind, wir ihnen nicht helfen, wenn wir ihnen Geld geben, trotzdem, es ist hart, auch junge Himbafrauen mit Kleinkind auf dem Rücken freundlich aber bestimmt abzuweisen fällt uns nicht leicht. Das Thema wird uns auf der Reise öfter einholen. Wir trösten uns mit den Projekten, die wir unterwegs ein bißchen unterstützen können.

Beim Stadtbummel kommen wir auch am Craft Centre in den alten Brauerei vorbei und die Straßenbemalung tröstet mich etwas. In Berlin habe ich einmal die Performance einer Namibischen Drag Queen Gruppe gesehen, tolle Leute. 1 Woche später wird das Anti-Homosexualitäts Gesetz gekippt werden.

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Das Craft Centre gefällt uns gut und wir beschließen, am Ende der Reise hier einige Mitbringsel zu kaufen.

Aufgrund der vielen Warnungen vor nächtlichen Stadtbummeln gehen wir früh schlafen, der Flug steckt uns ja auch noch in den Knochen und sind gespannt auf den nächsten Tag, an dem nur das Abholen des Mietwagens, der große Einkauf und die Fahrt nach Boscia auf dem Programm stehen.
zuletzt bearbeitet 13. Juli 2024
Themenstarter38 Beiträge · seit 202415. Juli 2024 · #7
Oooh ich wünsche euch eine ganz tolle Zeit! Hoffentlich habt ihr auch so viel Glück bei der Bogenfels Tour! Und auf deinen Bericht bin ich dann auch sehr gespannt!
Themenstarter38 Beiträge · seit 202415. Juli 2024 · #8
Am 2. Tag ging es dann richtig los. Auto abholen, erklären lassen, kleinere Panikattacken bzgl. Linksverkehr überstehen und zum Superspar fahren. (Das wurde überall empfohlen und ich war über das recht große Glutenfreie Angebot sehr erfreut, hätte auch 3 Wochen Reiskekse überstanden, aber so wars doch angenehmer)
Alle Fahrten in Windhoek waren noch etwas gruselig, mein Partner hatte den Auftrag blos auf die Geisterfahrer äh Gegenverkehr beim Rechtsabbiegen zu achten, aber zum Glück fanden wir schnell aus der Stadt raus und fuhren Richtung Boscia Farm (kurz vor Kalkrand).
Diese wurde uns von Bekannten empfohlen, die Farm unterstützt das Omomas Care Center Projekt, ein Internat für schutzbedürftige Kinder. Leider waren gerade Ferien, aber wir konnten die Schule besuchen und bekamen das Selbstversorgergartenprojekt gezeigt und erklärt. Toll was da geleistet wird. Die Kinder kommen zu Schulzeiten auch auf die Farm um z. B. Kochen zu lernen oder Mechanik und anderes im weitesten Sinne Berufsvorbereitendes.
Die Farm selbst ist wunderschön, liegt auf einer kleinen Anhöhe mit bestem Blick auf die Ebene, es werden Wasserstellen unterhalten, mal kommen Giraffen zum Frühstück, mal Kudus zum Abendessen, mal Tokos zum Lunch vorbei.

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Wir kommen mit den letzten Sonnenstrahlen an, weil wir natürlich unterwegs ständig anhalten, weil alles so neu und spannend ist und werden schon sehnsüchtig erwartet und von Farmmanager Edward überaus herzlich willkommen geheißen.
Wir werden eingeladen, mit den anderen Gästen ein traditionelles Braii zu genießen. Es entsteht ein munteres Sprachgewirr, weil die beiden Männer Brüder und deutschstämmige Namibier sind, die Frauen aber Afrikaans Muttersprachlerinnen aus Südafrika. Wir unterhalten uns größtenteils auf Englisch immer wieder mit Deutschen Abstechern. Sehr sympathisch und es gibt Kartoffelsalat nach Rezept der Deutschen Großmutter. Es ist deren letzter Abend, ab dem nächsten Tag werden wir die einzigen Gäste sein.
Uns erwarten 3 Tage in denen wir nach Strich und Faden verwöhnt werden. Das Essen ist phantastisch, originell, perfekt zubereitet und wir müssen kein einziges mal unsere Diäten erwähnen. Wir hatten sie per E-mail angemeldet und sie werden nie vergessen. Toll! Außerdem nimmt sich Edward jede Menge Zeit für uns, wir haben Game Drives gebucht und bekommen bestens die Tier- und Pflanzenwelt, das Farmleben, die Besonderheiten der Schule und etliches über Land und Leute erklärt. Unser Fahrer ist sehr erfahren und sieht Tiere schon von weiten, so daß wir diverse Antilopen, Giraffen, Paviane, Warzenschweine und spannende Vögel zu sehen bekommen.

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Bei einem Nature Walk erklärt uns der Guide auch die Grundlagen vom Fährtenlesen und mehr über die örtlichen Pflanzen. Von weiteren Angeboten wie Reiten sehen wir ab, Später ärgern wir uns, daß wir nicht den Kochkurs belegt haben, uns war nicht klar, WIE hervorragend die Köchinen Lucia und Sarah sind.

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Wir lernen auch, wie sehr die Dürre die Farmen bedroht. Die Wildtiere bekommen nicht nur Wasser sondern müssen auch zugefüttert werden, das Gras ist aufgrund des fehlenden Regens einfach zu wenig. Im Garten der Schule standen die Regenmengen der letzten Monate angeschrieben.... sie gingen fast gegen null und der Winter steht ja noch bevor.

Ansonsten aklimatisieren wir uns, und sind froh, daß wir uns zum ankommen und die Erkältung auskurieren die Zeit gelassen haben. Weil alles so schön ist, verbringen wir auch unseren eingeplanten Puffer Tag auch auf Boscia, albern ein bißchen mit den allabendlichen spektakulären Sonnenuntergängen herum und genießen alles so richtig.

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Unser Fazit: unbedingt empfehlenswert, für unsere Verhältnisse eher im oberen Preissegment, aber jeden $ wert und zum Ankommen (oder auch zum noch mal Kraft tanken am Ende einer Reise) für uns perfekt gewesen.
Am 5. Tag unserer Reise geht es zum Quivertree Forest Rest Camp, das wir spontan ausgesucht haben und ohne Reservierung ansteuern werden.


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Themenstarter38 Beiträge · seit 202416. Juli 2024 · #9
Der Abschied von Boscia fällt uns schwer, entsprechend spät kommen wir los. Weder Mariental noch Keetmanshop kommen uns sonderlich spannend vor, wir cruisen durch beide durch, essen an einem Truck stop und kommen unangemeldet beim Quiver Tree Forest Camping an, aber Platz ist genug und es ist kein Problem auch wenn er gut besucht ist. Da wir schon knapp vor der Dämmerung ankommen, geht es gleich in den Köcherbaum-Wald, die Silhuetten der Bäume im Sonnenuntergang sind wirklich hübsch.

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Besonders freuen wir uns auch über die niedlichen Klippschliefer, die vermutlich Touristen gewohnt und deshalb alles andere als scheu sind.

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Blöderweise übersehe ich beim Bodenzeltaufbau die Stromsäule und rummse heftig gegen die Ecke. Das Blut auf meiner Hand und das stetige tropfen erschrecken mich und meinen Partner ziemlich, aber es ist nur ein relativ kleiner Cut und wir haben die wohlsortierte Medikamenten und 1. Hilfe Tasche griffbereit und am Ende ist der Schreck größer als die eigentliche Verletzung.
Ich seh es Karmatisch: wenn das das größte körperliche Unglück der Reise wäre, würde ich das gerne hinnehmen.
Spoiler: Es ist zum Glück wirklich das einzige geblieben.

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Am nächsten Morgen brechen wir halbwegs früh zum Giants Playground auf, wo wir etwa 1h in den Felsen rumwandern.

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Es ist nett und weil es die ersten Felsen dieser Art sind, später werden wir ähnlich spektakuläre Landschaften sehen, aber es ist auf jeden Fall einen Stop wert und liegt ja gut an der Strecke.

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Weiter geht es auf der B4 Richtung Lüderitz. Wir halten an den verlassenen Bahnhöfen von Gaogeb und Garub, sehen die wilden Pferde und lassen uns Zeit um die Weite zu genießen. Wir blödeln gerne ein bißchen rum 😉

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In Lüderitz haben wir ein Apartment gemietet, wir wurden vor den eisigen Winden, Sandstürmen und der Kälte gewarnt, außerdem wollten wir nicht auf dem Gelände des ehemaligen KZ campen.
Das Wetter war die 3 Tage allerding sehr mild und freundlich, nur einen Abend gab es mal Nebel, das Wetter wäre also durchaus campingtauglich gewesen. Aber sas Apartment ist sehr großzügig und hat einen tollen Blick auf den Hafen.
Am nächsten Tag soll es früh auf die Bogenfels Tour gehen.

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Themenstarter38 Beiträge · seit 202417. Juli 2024 · #10
Auf die Bogenfels Tour habe ich mich wirklich sehr gefreut. Ich habe ein Faible für "Lost Places" und wollte sehr gerne auch noch Produktionsanlagen sehen und etwas jenseits der üblichen Pfade von Kolmanskop sehen.
Der Bogenfels und die Wüste an sich waren weitere gute Gründe die doch ziemlich teure Tour zu buchen.

Wir hatten mehrfach Glück und gutes Timing. 2 Wochen vorher hatte es in der Gegend recht ergiebig geregnet, weshalb viele Pflanzen ausgetrieben haben und die Wüste an vielen Stellen einen grünen Schimmer hatte.
Außerdem war der Präsident vor wenigen Wochen in der Gegend, weshalb die Piste in ausgezeichnetem Zustand ist, sie wurde für ihn natürlich frisch geglättet.
Dank der Empfehlung hier im Forum hat es auch geklappt mit Mitreisenden, den doppelten Preis hätten wir uns nicht leisten können. Das ältere Ehepaar hatte auch eine bewegte Lebensgeschichte, es waren Deutschstämmige Namibier, die aus Gründen nach Neuseeland ausgewandert waren. Wirklich reizende Menschen und wir hatten wieder ein lustiges Sprachgewirr aus Deutsch, Englisch und Afrikaans (Muttersprache des Guides).
Guide und Mitreisende waren sehr an seltenen Pflanzen interessiert, eigentlich nicht meine / unsere große Leidenschaft, aber es war höchst faszinierend, was Guide Gerhard alles wusste. Es gibt wohl ein aktuelles Buch über in der Namib endemische Pflanzen und es ist wirklich irre, welche Überlebensstrategien die Evolution hervorgebracht hat.

z.B. diese Fensterpflanze, die mit so einer art Glasfasertechnik das Licht in die unterm Sand geschützten Teile der Pflanze transportiert, wo dann die Photosynthese stattfindet.
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Oder diese Namibia Cinerea, da hatten wir das Glück über die erste blühende zu stolpern, die selbst Gerhard je gesehen hat. Dank an den Regen vor 2 Wochen!
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Für mich persönlich waren natürlich Pomona und Grillenthal besonders spannend. Da hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, aber klar, wenn sich nur 1 von 4 Leuten wirklich total in den verlassenen Ruinen austoben möchte, muß man halt Kompromisse machen. Aber der Austausch war auch schön, die Freude an den entdeckten Pflanzen mit den anderen zu teilen, kleine Details aus der Diamantenzeit zu finden und natürlich die große Minenanlage zu erkunden.
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Zur Tour gehört auch ein Lunch in Pomona, der sehr lecker war, auch unsere Diätbedürfnisse wurden wunderbar berücksichtigt. Nur auf Sekt und Bier hatte niemand von uns 4 Lust, ich kann mir nicht vorstellen, daß Alkohol das Erlebnis dieser Tour verbessern kann, aber Menschen sind halt verschieden.
Sobald wir die Hauptpiste verlassen hatten, wurde die Fahrt ziemlich ruppig, das möchte ich nicht in angeschwipstem Zustand machen.

Gerhard war ein wirklich bestens informierter Guide, dessen Wissen sehr vielfältig ist. Geologie, Geschichte, Pflanzen, Politik, wir konnten zu jedem nur denkbaren Thema unsere Fragen stellen und erhellende Antworten bekommen.

z.B. daß in Märchental (dem ergiebigsten Diamantenfeld überhaupt) der Sand wirklich komplett (!!) abgetragen wurde bis aufs Basisgestein. Am Ende wurde wohl mit Pinseln auch noch der letzte Krümel abgebaut und gesiebt. Zurück blieb quasi nur nackter Fels, für die empfindliche Natur natürlich eine Katastrophe.
Auf Nachfrage hielten wir auch an den Arbeiterquartieren. Was in Kolmanskop mit Stacheldraht vor den Besuchern verborgen wird, kann in Pomona frei besucht werden. Winzige Betonkojen, in denen die Arbeiter weniger als 2m³ Privatraum zur Verfügung haben wurden dort gestapelt, so daß etliche Menschen in eine kleine Baracke gepfercht werden konnten. In Kolmanskop gab es sogar nur 3 lange "Lagerhallen" in denen jeweils mehrere hundert leben mußten.
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Dann bekamen wir als besonderes Leckerli noch eine Grotte gezeigt, die schon den Ingenieuren Pomonas als Ausflugsziel diente. Bank und Tische stehen dort seit den 30ern. Es ist dort ganzjährig kühl, auch im Hochsommer und der Sandstrand und die Felsen sind wunderschön. Die Zeit mußten wir zwar beim Erkunden Pomonas abzwacken, aber es war sehr schön, diesen besonderen Ort zu besuchen.
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Der Bogenfels ist von hier aus schon zu sehen
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Als Endpunkt der Tour dann der berühmte Bogenfels, den man leider nicht mehr besteigen darf. Ein Teil des Bogens ist schon abgebrochen und es wird befürchtet, daß er in absehbarer Zeit wohl ganz einstürzen wird. Es gibt noch Kaffee und Kuchen und schon muss der Heimweg angetreten werden.
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Unterwegs sehen wir noch ein extrem entspanntes Oryx, das anscheinend sehr gerne modelt und ein paar jugendliche Strauße.

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Eine wirklich tolle Tour, nicht billig, aber ich finde es hat sich wirklich gelohnt.

Übrigens, falls jemand zu einem der Themen noch weitere Fotos sehen will, sagt gerne bescheid, ich bin erst bei der ersten Durchsicht und bereite etwas zufällig auf, was mir gerade ins Auge sticht. Ich habe natürlich viel zu viele Fotos gemacht 😉
Wie ihr an der Sättigung vielleicht erahnt, sind auch einige Handy Fotos dabei.
Genutztes Equipment:
Iphone 8
Huaway ???
Nikon D810
Themenstarter38 Beiträge · seit 202419. Juli 2024 · #11
Nächster Tag: Kolmanskop und Lüderitz

Ich denke, zu den Schönheiten von Kolmanskop muss ich nicht viel sagen, sie sind wohlbekannt und zurecht beliebt!
Der Verfall da spricht mich ästhetisch total an und ist so ganz anders als hier im feuchten Europa.

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Wir waren so gegen 10°° da, sind ein bißchen rumgewandert und haben uns die hochherrschaftlichen Häuser angeguckt um uns dann der 11°° Führung anzuschließen.

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Wir hatten großes Glück, außer uns waren nur Südafrikanische Gäste da, also bekamen wir eine exklusiv Führung zu 2. auf Deutsch und alle anderen haben sich die Afrikaans Tour geteilt.
Unser Guide ist eins der etwa 400 "DDR Kinder" und war ein überaus angenehmer Mensch, wieder bestens informiert und offen für alle unsere Fragen, die vor allem über das offizielle Narrativ über Kolmanskop hinaus gingen.
Wir hatten schon viel über Kolmanskop gelesen aber einiges war uns dann doch noch neu, z.B. daß für das Elektrizitätswerk extra feinste Steinkohle aus Wales importiert wurde, daß für den Beton bautauglicher Sand importiert wurde, den man heute noch an einigen Stellen erkennt, weil er so anders ist als der Wüstensand. Über die teilweise absurde Dekadenz und auch über das Thema, wie es eigentlich den einfachen Arbeitern erging.
Da wir ja schon die Kojen (s.o.) in Pomona gesehen hatten konnten wir ihn direkt drauf ansprechen. Dieser Teil ist ja ausdrücklich nicht für Touristen zugänglich. Die Massenunterkünfte in Kolmaskop müssen noch schlimmer sein, für die 800 - 1000 Menschen gab es eigentlich nur die 3 großen Langhäuser.

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Wirklich schockiert hat mich, daß das vielgepriesene "erste Röntgengerät der Südhalbkugel" hauptsächlich dazu diente, die Arbeiter 2x am Tag zu röntgen, damit evt. Diamantenschmuggel unterbunden wird. Daß all diese Strahlendosen extrem gesundheitsschädlich waren, liegt nahe. Die durchschnittliche Überlebenserwartung lag dementsprechend bei wenigen Jahren. Das galt übrigens nicht nur für die Schwarzen Arbeiter sondern auch für die deutschen Jung- und Handwerksgesellen, die vor Ort arbeiteten. Auch die kleine Polizeistation mit Arrest wird wohl nicht regulär erwähnt.

Versteht mich nicht falsch, ich finde es gut, daß Kolmanskop erhalten bleibt, daß man es besuchen kann, daß es Museal aufbereitet wird. Ich fände es nur viel spannender, wenn das Bild nicht so unvollständig wäre, das da vermittelt wird. Die Zeiten damals waren halt auch total verrückt.

Wir hatten dann noch Zeit um all die herrlich versandeten Nebengebäude zu fotografieren (ich) und die historische Ausstellung ausführlich zu besuchen (mein Partner) bevor wir uns dann kurz vor 13°° in der Turnahalle wieder getroffen haben. Dort spielte unser Guide gerade sehr schön auf dem über 100 Jahre alten, damals aus Deutschland importierten Klavier und lud mich zu einer kleinen Improvisation ein .... es war eins meiner Highlights der Reise würd ich sagen, in diesem Setting, mit diesem besonderen Menschen und dann u.a. "always look on the bright side of life" zu spielen / singen... das war schon besonders.
Die wenigen noch verbliebenen Besucher applaudierten sogar 🙂

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Zurück in Lüderitz gönnten wir uns einen späten aber ausgiebigen Lunch in Ritzie's Seafood Restaurant.
Der Service war deutlich besser als im Reiseführer beschrieben und das Essen wirklich sehr lecker.

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Ein bißchen Stadtbummel durch die Innenstadt und der Besuch auf Shark Island.
Es erstaunt uns, wie unkommentiert hier Genocide Memorial, Gedenkplatten für Lüderitz und Vogelsang neben dem Mahnmal und Gedenkstein für Fredericks stehen. Eine Einordnung oder Informationen zu Geschichte und Kontext fehlte uns.

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Das Wetter ist total angenehm und so genießen wir die Halbinsel auch einfach so, beobachten Vögel (die rotschnäblige Seeamsel haben wir so zwar nicht im Vogelbuch gefunden, aber Austernfischer sind ja auch ganz hübsch) und die Bucht von Lüderitz. Sogar unsere Ferienwohnung sehen wir von hier aus.

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Wir wußten nicht, daß in Lüderitz alles um 18°° dicht macht, also verschieben wir den anstehenden Großeinkauf für die nächsten Camping Tage auf den morgigen Sonntag.
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zuletzt bearbeitet 19. Juli 2024
768 Beiträge · seit 201719. Juli 2024 · #12
Hallo Nan@, ich bin auch noch zugestiegen. Mir gefällt dein Reisebericht mit den vielen Informationen und euren Gedanken sehr gut. Vielleicht habe ich es überlesen, aber wann war die Reise? Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Themenstarter38 Beiträge · seit 202420. Juli 2024 · #13
Vielen Dank, und oh ... hoppla, ich glaube das hab ich auch nirgendwo so genau geschrieben.

Wir waren vom 13.6. - 8.7. unterwegs
1'055 Beiträge · seit 201620. Juli 2024 · #14
Hallo nan@
für eine Einsteigertour habt ihr euch wirklich Zeit gelassen und bemerkenswert unbekannte Quartiere ausgesucht . Das finde ich sehr interessant . Danke für die detaillierten Ausführungen zu Kolmannskoppe - obwohl ich 2x dort war , waren sie mir nicht bekannt . Freue mich auf den weiteren Bericht .

LG Conny
Namibia zum 1. Elefantenrunde Abschied für immer Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?") [url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Themenstarter38 Beiträge · seit 202421. Juli 2024 · #15
Sonntags morgens haben wir also schnell das Apartment klar Schiff gemacht, einkaufen gefahren und ab gings Richtung Aus.

Auf dem Hinweg hatten wir die Wildpferde nicht fotografiert und die Karawane an Südafrikanischen Hilluxen schreckte uns ab, zum Wasserloch abzubiegen, also hielten wir nur kurz an einer geeigneten Stelle, knipsten ein bißchen rum und fuhren weiter.
In Aus wollten wir das Kriegsgefangenenlager / Gedenkstein besuchen, ein weiteres Kapitel Geschichte. In der großen "Reise KnowHow" Karte ist es etwas falsch eingezeichnet, aber wir haben es dank OpenStreetmaps doch gefunden.
Von den Baracken sind nur noch wenige Steinreste übrig, ab und an findet man noch verrostetes Metall und eben den Gedenkstein, der an die Zeit der Gefangenschaft von 1915 - 19 erinnert. Die Formulierung "Ehrenvolle Übergabe" fällt uns auf, irgendwie pathetisch, was soll das bedeuten? Ein anderes Wort für "kampflos" ? Wir sind keine Historiker und kennen die genauen Umstände nicht, aber das Lager muß sehr hart gewesen sein. Wir beschließen, bei Gelegenheit nachzulesen.

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Auf dem Friedhof von Aus gibt es auch noch entsprechende Grabsteine, wir fahren allerdings weiter.

Schließlich haben wir vor, über die D707, laut Internet "die schönste Straße Namibias" entlang der Tirasberge zu fahren und wollen genug Zeit haben, die Strecke zu genießen und ab und an auszusteigen. Ebenfalls laut Internet soll es einen Verbund an Gästefarmen geben und wir gucken uns eine schön abgelegene raus.
Ok... wir genießen die Fahrt, aber über die Qualität von Internetinformationen müssen wir noch mal nachdenken.
Die Strecke an sich ist eine ziemlich gerade Piste, die ohne nennenswerte Kurven oder Steigungen neben den Tirasbergen entlang führt. Offensichtlich ist sie nicht sehr populär. Auf 200km sehen wir kein anderes Auto und auf langen km ist sie eine fiese Waschbrettpiste. Es ist so eine öde Fahrerei, daß ich meinen Partner fahren lasse, der vor etwa 30 Jahren das letzte mal gefahren ist ... aufregend 😉

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Die Berge rechts sehen wirklich schön aus und auch der Blick in die Wüste links ist hübsch.... wir haben nur irgendwie eine Bergstrecke erwartet... schlechte Vorbereitung unsererseits... können wir niemandem vorwerfen. Leider waren auch die anderen Infos nicht gut. Die Webseite zu den Tirasbergen offensichtlich lange nicht upgedatet. Wir stießen überall auf verschlossene Tore (kein Empfang also konnten wir auch nicht anrufen) oder Schilder "geschlossen" oder beides, einmal erst nach 10km Pad mit recht tiefem Sand und schlechter Wendemöglichkeit. Langsam sank unsere Laune und wir fürchteten schon, bis Betta durchbrettern zu müssen, dort wären wir vermutlich nicht mehr im hellen angekommen.
Die letzte Möglichkeit war also Koiimasis. Das klang für uns nicht soooo attraktiv, weil wir eine schnieke Luxusfarm jenseits unserer Preisvorstellungen befürchteten, wir hatten über die Lodge am Berg gelesen. Schön zwar, aber teuer.
Immerhin, bei deren Abfahrt hing ein ermutigendes Schild mit "we are open" also doch lieber schnieke als auf der Schlechten Strecke in die Dunkelheit fahren müssen. Es sind etwa 20km Sandpad bis zur Rezeption und ich war mittelbegeistert, aber zum Trost grüßten uns viele Antilopen, Strauße und sogar meganiedliche Löffelhunde von der Ebene neben dem Pad.

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An der Rezeption angekommen, war kein Mensch weit und breit zu sehen, nur ein ziemlich betäubender Lärm von der Geflügelfarm, sehr ungewohnt nach all der Stille. Bei der angegebenen Telefonnummer ging nur eine Mailbox ran, wir suchten also in den "nur für staff" Bereichen nach Menschen. Es war eine längere Suche und die angetroffenen wunderten sich auch, daß "die Lady" nicht da wäre. Sie versprachen auch noch mal anzurufen, wir sprachen dann auf die Mailbox, daß wir uns jetzt einen Platz suchen würden, weil es schon dämmerte und wir dann morgen zum einchecken / bezahlen kommen würden und hoffen, daß das OK sei.

Wir suchten uns dann ganz am Ende des Tals eine Campsite aus, wir waren die einzigen Gäste und waren mehr als begeistert von den wunderschönen Felsformationen.

Während wir so halbwegs am ankommen waren, tauchte auch ein Jeep auf und der total entspannte Betreiber meinte, alles ok so, kein Problem, wir können alles morgen erledigen, freute sich, daß wir da sind und wandern wollen, zeigte uns die Einrichtungen und gab uns noch den Tip, lieber eine geführe Wanderung in die Felsen zu machen, weil die von unten deutlich leichter aussehen, als wenn man im Hang ist.
Wir nehmen solche Warnungen gerne ernst und baten ihn, doch dem Guide bescheid zu geben, daß wir gerne mit ihm laufen würden.
So genossen wir den Abend, die Stille, den aufgehenden Mond auf den Felsen und freuten uns, daß unsere kleine Fehlinfo-Tour ein doch so schönes Ende gefunden hat.

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248 Beiträge · seit 201521. Juli 2024 · #16
Hallo Nan@,
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
....Ok... wir genießen die Fahrt, aber über die Qualität von Internetinformationen müssen wir noch mal nachdenken.
Die Strecke an sich ist eine ziemlich gerade Piste, die ohne nennenswerte Kurven oder Steigungen neben den Tirasbergen entlang führt. Offensichtlich ist sie nicht sehr populär. Auf 200km sehen wir kein anderes Auto und auf langen km ist sie eine fiese Waschbrettpiste. Es ist so eine öde Fahrerei,........

Ich kann dich auch verstehen, aber das machen einige Strecken in Namibia aus.
Manche lieben sie, manche können denen nichts abgewinnen.
Wenn es nicht gerade eine Waschbrettpiste ist, liebe ich es, auf dem Sand der D707 dahinzugleiten und in das Nichts zu fahren. 😉
Die Campsites, ob Koiimasis, Namtib, früher auch Gunsbewys, oder Kanaan sind jedenfalls alle sehr schön und ich hoffe ihr hattet auf Koiimasis eine gute Zeit.

Beste Grüße
Oliver
der Weg ist das Ziel..... 2000 Januar Namibia (Anfängerroute ohne Forum) https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299399-zurueck-in-die-zukunft-namibiareise-2000.html?start=0 // 2015 Februar Solotour (abseits der Änfängertour)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285792-4x4hilux-meine-fotoausruestung-und-ich.html // 2017 Februar Solotour ( der Süden, Kalahari und KTP)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291851-der-sueden-ein-hilux-kameraequipment-und-ich.html?limitstart=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html // 2019 März Solotour (Damaraland und Kaokoveld) https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html// 2023 April Altes und Neues (Kalahari -Namib- Damaraland- Etosha- Waterberg)..... to be continued
Themenstarter38 Beiträge · seit 202422. Juli 2024 · #17
Ja, definitiv ist die Schönheit von Strecken und Landschaften Geschmacksache.
Ich kann auch einer 800km geradeaus durch eine Wüste vom Charme eines frisch planierten Bauplatzes was abgewinnen (Oman 2019) aber unsere Erwartung war einfach falsch (selber Schuld) und das Waschbrett war echt hart, "dahingleiten im Sand".... neee... das war das, was uns später als "African massage" erklärt wurde 😉 . Dazu die ganze Strecke eng eingezäunt irgendwie waren wir enttäuscht.
Unser Pech war halt, daß Namtib Betriebsferien hatte und die Info, daß man den Schlüssel für Numis an einer der anderen Farmen abholen kann auch nicht mehr aktuell, weil eben überall verschlossene Tore / Ketten.

Über unsere schöne Zeit in Koiimasis schreibe ich noch.... die Fotos sind noch nicht bearbeitet 😉
Themenstarter38 Beiträge · seit 202425. Juli 2024 · #18
Wie immer kommen wir nicht so richtig ausm Knick und so schaffen wir es gerade rechtzeitig zu unserer Verabredung mit dem Guide, der uns durch die Felsen führen wird.
Es ist ein wettergegerbter Namibier mit bewegter Lebensgeschichte und einem überaus freundlichen Hund. Zu Anfang ist er eher wortkarg, taut aber im Laufe der Wanderung zunehmend auf, auch ohne, daß wir ihn viel gefragt hätten.
Er ist, soweit ich das verstanden habe noch nicht so lange auf Koiimasis, hat aber Freude am Wandern und der Chef (Wulf?) ist froh, ihn da einsetzen zu können.

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Wir stellen schnell fest, daß Wulf nicht übertrieben hat. Es gibt keine Wege, die Felsen sind, wenn man mal drin steckt sehr unübersichtlich, ziemlich steil, manchmal tückisch und es ist gut, einen Ortskundigen dabei zu haben. Er sieht auch mit geübtem Auge die kleinen Gemsböckchen, ein Klippenadlerpaar, nur unsere Lieblinge, die Klippschliefer entdecken wir zuerst 😉

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Das Schöne ist, daß sich alle paar Höhenmeter eine weitere wundervolle Aussicht auftut, das gibt uns genug Ausreden um ab und zu mal ein kurzes Verschnaufpäuschen einzulegen.

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Etwa noch mal 200 Höhenmeter? unter dem Gipfel bringen wir unserem Guide Frick schonend bei, daß es nicht sicher für uns wäre, bis ganz nach oben zu gehen. Wir würden es von der Kondition wohl schaffen, haben aber Bedenken, was unsere Muskeln auf dem steilen Abstieg sagen würden.

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Wir sind nicht enttäuscht, zu schön waren die Ausblicke über die Ebene bis zu den fernen Bergen am Horizont.

Als besondere Sichtung bekommen wir noch das Nest der Klippenadler zu sehen, samt Küken darin. Allerdings ist es so weit entfernt und so unzugänglich, ich kann euch leider kein besseres Foto liefern, auch das nur mit dem Äußersten, was ich mit dem Tele hinbekomme.

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Im laufe der nächsten Tage merke ich allerdings, wie ich Übung mit dem langen 600mm bekomme. Ich habe es nur für diese Reise geliehen und habe nur 2x vorher die Gelegenheit gehabt zu üben. Vor allem auch die Kraft, das schwere Ding ruhig zu halten ist wirklich Trainigssache, noch dazu, wenn man gerade eine anstrengende Bergtour macht.... *keuch*

Auf jeden Fall sind wir froh, als wir mit heilen Knochen wieder unten sind und verabschieden uns voller Dank bei Frick und versprechen, ihm Fotos zu schicken.

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Es ist später als wir gedacht haben aber die schöne Tour war es allemale wert und heute steht nur noch die Weiterfahrt nach Betta an. Die Piste ist jetzt auch besser und mit den schönen Eindrücken als Basis genießen wir auch die Fahrt heute viel mehr als am Vortag. Die Wüste kleidet sich in ein wirklich hübsches Streifengewand.
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Auf der Fahrt haben wir noch eine etwas gruselige Begegnung mit einem Oryx. Das arme Tier ist zwischen den allgegenwärtigen Zäunen und der Fahrbahn und erschrickt sich fürchterlich vor uns. Erstmal rennt es panisch in den Zaun, dann wieder Richtung Straße, dann davon. Ich will es natürlich nicht hetzten und bleibe erst mal länger stehen, aber als es außer Sicht ist und wir wieder anfahren, taucht es bald wieder auf und es fängt wieder an zu galloppieren.
Uns fehlt hier leider die Erfahrung, wie man diese Situation am besten löst. Am Ende fahren wir eine Weile langsam hinter ihm her und als es in relativ lässig wirkendem Trab ist, geb ich ordentlich Gas und bevor es sich versieht, sind wir doch dran vorbei.. .püh... was wiegt so ein Tier? Ich glaube ein Unfall wäre für beide Seiten sehr unerfreulich, aber so ging ja noch mal alles gut.

Wir kommen wie immer kurz vor Rezeptionsschluss in Betta an. Je nach Laune hatten wir auch überlegt in Kronenhof zu übernachten, aber es war schon am Dämmern und wir hatten keine Lust auf Umwege mehr. Außerdem haben wir irgendwie ein Faible für Straßenkreuzungen im Nichts und fanden den Ort spontan einladend.
Mir gefallen auch die Oldtimer und ganz besonders feiern wir das große Sundowner Podest, das jede Campsite hat! Ich glaube, das ist etwas sehr Namibisches, oder? Der Sundowner wird so zelebriert, daß man auf dieser flachen Ebene natürlich ein Podest braucht um den Sonnenuntergang richtig zu würdigen?

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Dementsprechend kaufen wir im Rezeptionsshop bei dem wirklich sehr netten Verkäufer noch Cider und Radler um Podest und Sonnenuntergang angemessen zu genießen. Jede Campstelle hat ein eigenes sehr großzügiges sauberes Sanitärhäuschen, einen halboffenen Spülbereich, großen halbüberdachten Grillbereich und eben das Podest. Eine freundliche Fachfrau zündet uns noch schnell den Badeofen an und kurz darauf genießen wir ausgiebig das heiße Wasser. Ich fühle mich nostalgisch an Westberlin der späten 80er erinnert, da waren Badeöfen noch weit verbreitet.
Weil die Nacht ganz bezaubernd ist, genießen wir die Milchstraße noch so lange bis der (fast noch voll-) Mond aufgeht und ich mache noch ein Souvenierfoto.
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zuletzt bearbeitet 26. Juli 2024
Themenstarter38 Beiträge · seit 202426. Juli 2024 · #19
Heute steht nur die Fahrt von Betta nach Sesriem an.
Die Piste ist rauh aber leer und so können wir gefahrlos fast überall anhalten und unsere Schildersammlung vervollständigen.
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Die Landschaft ist schön aber relativ leer. Also wir sehen keine Tier außer mal einem Oryx in weiter Ferne. Aber dafür sind die Farben der verschiedenen Sand / Felsen / Strukturen wunderschön.

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Wir kommen relativ früh in Sesriem an. Wir haben uns für 3 Nächte im NWR Camping eingebucht, vermutlich länger als die meisten anderen. Aber wir wollen uns Zeit lassen und die Schönheit der Landschaft ausgiebig genießen.
Es ist ein sehr windiger Tag und das Zentrum mit Restaurant, Bar und Camp Rezeption ist sehr voll. Die Angestellten sind professionell freundlich und hilfsbereit. Unsere Campsite ist nicht sehr schön, nur zwei relativ kleine krüppelige Bäume spenden kaum Schatten, aber die Lage ist ok, außerdem begrüßen uns gleich freundliche Oryxe die anscheinend so halb zahm auf dem Campground leben.

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Wir wünschen uns eine der schönen Stellen mit Mäuerchen und großem Kameldornbaum, aber die geduldige Rezeptionistin findet keine andere, die 3 Tage am Stück frei ist und so bleiben wir dann, wo wir sind. Ich fand es auf jeden Fall super nett, daß sie sich überhaupt die Zeit zum nachgucken nimmt. Die Tage werden wir ja sowieso unterwegs verbringen, also ist es auch ein bisschen egal. Das Zelt ist schnell aufgebaut und wir haben so genug Zeit um zum Sonnenuntergang zur Elim Düne zu fahren.

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Der Wind peitscht uns den Sand ordentlich um die Ohren und nach kurzer Zeit sind wir ziemlich paniert. Wir klettern in der Dünenlandschaft, machen ein paar Bilder, lungern an einer halbwegs windgeschützten Stelle rum, genießen die wunderbare Aussicht und das sich ändernde Licht. Im Laufe der Zeit spazieren noch einige andere Menschen an uns vorbei aber es ist nicht sehr voll, der Wind ist schon ziemlich heftig.

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zuletzt bearbeitet 26. Juli 2024
Themenstarter38 Beiträge · seit 202428. Juli 2024 · #20
Tag 2 in Sesriem, es ist immer noch sehr windig und man fühlt sich etwas wie ohne Handschuhe in der Sandstrahlbox ... autschi!

Deshalb beschließen wir, es mit dem Sesriem Canyon zu versuchen, in der Hoffnung, daß es da etwas geschützter ist. Eine gute Idee, aber leider wirken die Canyonwände teilweise auch windverstärkend.
Trotzdem ist die Landschaft toll und es ist sogar relativ leer.

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Wir wandern erst mal mit dem Rücken zum Wind durch den Canyon bis er sich nach etwa 3 km öffnet.

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zwischendurch erkunden wir immer mal wieder kleine Abzweige, in denen der Wind nicht so pfeift und genießen die Steinformationen.

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Der Rückweg ist fies, der Wind prügelt uns die Sandkörner jetzt richtig ins Gesicht und eigentlich ist es zu heiß für die Vollvermummung, aber nur das Gesicht vermummt und die Arme geopfert... so ist es aushaltbar.

Auf dem Rückweg nehmen wir auch noch den Abzweig zum Wasserloch, das wir wundersamerweise tatsächlich einige Minuten für uns haben, bevor ein Paar mit Guide kommt, die sich aber schnell auch wieder verdrücken. Der Guide hat eigentlich nur Banalitäten zu erzählen, daß er das Wasser nicht trinken würde und ähnliches, unser Reiseführer war da ergiebiger, aber wer weiß, was er vorher schon alles erzählt hatte.

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Kaum sind die 3 wieder weg, kommen schon die nächsten Besucher und wir belassen es dabei und machen uns auf den Rückweg. An der knifflig steilen Engstelle kommt uns eine mutmaßlich südafrikanische Familie entgegen, wir sind erstaunt, mit welcher Vehemenz der Vater (?) die zögernde Tochter (?) durchzerrt um dann seiner Frau (?) nicht mal eine helfende Hand reicht. Ich erledige das für ihn, die Frau bedankt sich fast beschämt, ihr Kerl ist schon außer Sicht.... und wir 2 freuen uns, daß unser Umgang miteinander so nicht ist.

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Nach der kleinen Wanderung sind wir doch recht ausgehungert und haben keine Lust, im Sand zu kochen und beschließen im Camp Restaurant zu essen. Leiter haben aufgrund des Wetters gefühlt ALLE Touristen im Nationalpark die selbe Idee und es ist sehr voll. Wir finden allerdings noch einen halben freien Tisch bei einem russischsprachigen Pärchen.
Hier zeigen sich dann leider einige Touris von ihrer unerfreulichen Klischeehaften Seite. Eine Süddeutsche Reisegruppe (ich tippe auf Baden) mosert die gesamte Zeit lautstark an so ziemlich allem herum, vor allem daran, wie lange alles dauert. Wie gesagt, die Hütte ist brechend voll und die Küchenbesatzung vermutlich sowieso am rotieren.
Eine südafrikanische Großgruppe von über 20 Leuten (sie waren kurz vor uns angekommen) hat einen überaus unangenehm krawalligen Anführer, der zerrt wild Tische hin und her, schnappt sich ungefragt von anderen Tischen die wenigen leeren Stühle, mault die Angestellten an und krakeelt durch die ganze Halle, daß NWR ja "nothing works right" hieße. Har har... wie witzig, die Bedienungen lächeln es säuerlich weg.
Wir erspähen die nette Campsite Angestellte, mit der wir am Vorabend schon nett geplaudert haben, die wegen des Hochbetriebs im Restaurant aushilft und entschuldigen uns während der Bestellung für das unfreundliche Benehmen der Großgruppen und versichtern, daß die deutsche Meckergruppe nicht repräsentativ sei und wundersamerweise kommt unsere Bestellung auch eigentlich sehr zügig. 😉
Ein deutsch / schweizer Pärchen übernimmt die freiwerdenden Plätze an unserem Tisch und wir bekommen eine kleine Demonstration in die Segnungen einer Google Wetter App, die Besserung in Sachen Wind verspricht.

Also bleiben wir bei unserem Plan und fahren nach dem Lunch Richtung Hidden Vlei. Für den folgenden Tag haben wir uns dann Dead und Sossousvlei vorgenommen und finden es ganz angenehm, schon mal Strecke und Entfernung anzutesten.

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Der aufgewirbelte Sand lässt alles leicht diesig und geheimnisvoll aussehen. Ich find's schön!


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Wir lassen uns unterwegs wieder Zeit für Fotos und kleine Stops, aber wegen des Windes klettern wir nicht auf die Dünen am Wegesrand sondern fahren bis zum Ende der Teerstraße durch. Außer uns sind kaum Autos da, die Shuttles haben schon Feierabend gemacht und wir treffen niemanden und haben Hidden Vlei komplett für uns.
Die kleine Wanderung ist mäßig anstrengend, sehr schön und abwechslungsreich. Das Hinweisschild, man soll nur zu 3. laufen, finde ich übertrieben, der Weg ist gut markiert, weiß jemand warum?

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Leider sind wir dann doch zu spät dran um noch die Star Düne zu besteigen, wir haben uns mal wieder verdaddelt und wollen ja nicht zu spät ans Tor kommen. Aber so genießen wir die Farben, die Kargheit, die Dünen... das schöne Licht... hach! *schwärm*

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Wir kommen tatsächlich erst um viertel vor 7 beim Tor an, aber dort ist weit und breit niemand zu sehen, ist das immer so? Was passiert eigentlich, wenn man sich verspätet?

Zurück im Camp haben sich die Massen verlaufen und wir gönnen uns Abendessen, ein ausführliches Schwätzchen mit den Angestellten bei irgendeiner Fußballübertragung und einem Absacker. Was für ein schöner Tag!