Familienauszeit mit 4-jährigem

Reisebericht 49 Antworten · 6'191 Aufrufe · gestartet 24. Juni 2024 von scoutair
Themenstarter43 Beiträge · seit 202424. Juni 2024 · #1
Liebes Forum
Nachdem ich hier schon länger mitlese und eure Reiseberichte mir immer wieder neue Ideen geben, was wir in Namibia noch alles nicht entdeckt haben, habe ich mich dazu entschieden, auch unsere Familienauszeit vom März 2024 zu teilen. Wir haben einen 4-jährigen dabei, weshalb am Schluss des Berichts auch mein Fazit für Reisen mit kleinen Kindern zu finden sein wird.
Der Bericht ist bereits fertig, und so werde ich euch in hoffentlich kurzen Abständen jeweils eine Reiseetappe einstellen können. Fotos sind ebenfalls geplant. Viel Spass!
Themenstarter43 Beiträge · seit 202424. Juni 2024 · #2
Einleitung
Nachdem mein Mann und ich im 2017 Namibia zum ersten Mal bereist hatten, war für uns klar: hier waren wir nicht das letzte Mal. Die Landschaft, die Einsamkeit, die Farben hatten es uns angetan und wir wollten noch mehr Ecken dieses wunderbaren Landes entdecken. Im 2017 haben wir eine vermutlich klassische zweiwöchige Ersttäter-Tour Namibias Süden gemacht (Spitzkoppe, Swakopmund, Sossousvlei, Lüderitz, Fish River Canyon, Kalahari), dieses Mal sollte es uns eher in den Norden ziehen.
Für diese Reise war im Vergleich zu 2017 vieles anders. Wir sind mit unserem 4-jährigen Sohn unterwegs, was wir bei der Routenwahl und den Fahrzeiten entsprechend berücksichtigen wollen. Wir sind für 3.5 Wochen anstatt nur 2 Wochen und im März anstatt im Oktober unterwegs, sodass unsere Garderobe, aber auch die medizinischen Vorkehrungen etwas anders aussehen (wobei dies mit Kindern sowieso ganz anders gehandhabt wird als ohne – jedenfalls durch uns).
Treu geblieben sind wir dem Toyota Hilux sowie dem Lodge Hopping. Mit der Planung hatten wir vermutlich schon rund zwei Jahre im Voraus begonnen, sodass ein Jahr im Voraus bereits alles gebucht war. So hatten wir noch gut ein Jahr Zeit, uns um alles andere (Pässe, Impfungen, Reiseapotheke, Packliste, etc.) zu kümmern und die Vorfreude zu geniessen.
Auch habe ich im Vorfeld mit T4A, Reiseführern, Internetrecherchen (aber leider weniger mit dem Forum) unser persönliches Roadbook erstellt. Wohlweislich haben wir für jeden Tag Routenvarianten mit Kilometer- und Zeitangaben, Ausflugsziele, Restaurantempfehlungen, Permit-Verkaufsstellen, etc. griffbereit vorbereitet. Dies wird sich während der Reise noch bewähren, da wir lieber die Ferien und die Zeit geniessen als uns jeweils am Vorabend noch um die Organisation des kommenden Tages zu kümmern (damals im 2017 hatten wir dies zirka so gehandhabt, aber ohne Kinder geht sowas auch viel einfacher).
Am 11. März 2024 geht es schliesslich los. Nach einer ersten Unsicherheit, ob wir auch wirklich wie geplant am 12. März in Windhoek ankommen werden, klappt dann glücklicherweise doch alles in letzter Minute. Wir konnten weder online einchecken noch konnte uns am Flughafen die Bordkarten für beide Flüge ausgestellt werden, Grund nicht bekannt resp. es wurden verschiedene Gründe genannt. Mit Buchungsbestätigungen hangelten wir uns bis zum Gate in Frankfurt durch und konnten unsere Bordkarten 5 Minuten vor Boarding doch noch in Empfang nehmen. Anschneienden sehr zur Unzufriedenheit der Mitarbeiter am Gate, da sie eine Offload machen mussten. Dort war man davon ausgegangen, dass wir unseren Anschluss sowieso nicht schaffen und hatte unsere Plätze vorsorglich schon mal weitergegeben. Ob das der wahre Grund der Probleme beim Check-in war, werden wir wohl nie erfahren…
Themenstarter43 Beiträge · seit 202425. Juni 2024 · #3
Windhoek
Die Nacht ist kurz, da Junior das elterliche Versprechen, den ganzen Flug über auf dem Tablett Filme schauen zu dürfen, auskosten will. Nach Mitternacht können wir ihn dann doch noch zum Schlafen überreden, sodass wenigstens er dann bis zur Landung ausgeruht ist. Die Einreise ist rasch erledigt und schon werden wir in der Ankunftshalle von einem Chauffeur, welchen die Autovermietung schickt, in Empfang genommen. Auf dem Parkplatz wartet ein gefühlt viel zu kleines Auto auf uns und unser Gepäck. Erstaunlicherweise passt dann doch irgendwie alles rein, aber meine beiden Männer müssen sich den Rücksitz mit einer Menge Gepäck teilen, sodass uns dieser Transfer nach Windhoek doch eher wie eine Ewigkeit vorkommt und alles andere als entspannend ist.
Was solls, wir sehen noch ein paar Paviane und stellen fest, dass es um einiges grüner ist als letztes Mal (was wohl nicht weiter erstaunlich ist). Aber es ist ein eher trockenes grün, nicht so saftig wie wir es von hier kennen (was wohl auch nicht erstaunlich ist).
In Windhoek nehmen wir dann gleich unseren Hilux entgegen, fahren zum Hotel, laden aus und fahren gleich noch zum Einkaufen. Knabbereien für die Fahrt, eine SIM-Karte und einen Fussball für Sohnemann. Wieder zurück im Hotel wird das Gepäck umgeräumt, der Pool inspiziert, gegessen und im Anschluss geht es früh ins Bett.
Themenstarter43 Beiträge · seit 202425. Juni 2024 · #4
Und hier noch die ersten paar Fotos für euch... Ich gebe zu, diese dienen auch ein bisschen dem Zweck der Bekanntmachung mit der Foto-Upload-Funktion des Forums.
zuletzt bearbeitet 25. Juni 2024
31 Beiträge · seit 202326. Juni 2024 · #5
Da lese ich sehr gern mit und bin schon gespannt auf den weiteren Bericht! Da wir demnächst auch mit einer fast 4-jährigen in Namibia unterwegs sein werden, interessiert mich sehr, wie ihr die Reise erlebt habt, was schön war und was ihr beim nächsten Mal anders machen würdet 🙂 danke auch für die Detailinfos, so eine Art Roadbook wie du es erwähnst, werd ich uns auch noch erstellen!
635 Beiträge · seit 202326. Juni 2024 · #6
Da lese ich auch gerne mit.
Ich schreibe ja gerade auch selbst an meinem ersten Bericht und teste die verschiedenen Funktionen des Forums. Die "alten Hasen" geben auch immer mal einen Tipp, wenn etwas nicht gleich so klappt wie gedacht.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Lg, Melanie
Themenstarter43 Beiträge · seit 202426. Juni 2024 · #7
Herzlichen Dank fürs Interesse und Mitlesen. Es freu mich, wenn ihr mich begleitet. Ich werde sonst noch einen Einschub zum Roadbook vorbereiten. Ich fand es einerseits wahnsinnig praktisch, dieses während der Reise einfach zücken zu können und alle für den Tag relevanten Infos bereit zu haben. Andererseits habe ich darin meine Vorfreude auf die Reise ausleben können und die ganze Reise - vor allem die uns neuen Regionen - im Vorfeld mehrmals durchgehen können. So fühlte sich die Reise fast so an, als hätte ich sie schon einmal gemacht.
Themenstarter43 Beiträge · seit 202426. Juni 2024 · #8
Kalahari
Am nächsten Morgen haben wir während dem Frühstück mit Nicole vom lokalen Reisebüro zum Meet&Greet abgemacht. Wir gehen die Reiseroute durch, arbeiten unsere Frageliste durch, nehmen wertvolle Tipps entgegen und lassen gleich die Restaurants in Swakopmund reservieren. Noch rasch die Nummern ausgetauscht und schon müssen wir uns beeilen, da wir bereits auschecken sollten, die Taschen aber noch lange nicht reisefertig gepackt sind. So checken wir leider mit Verspätung aus und wissen, dass wir hier noch optimieren müssen.
Jetzt geht es los in Richtung Süden. Das heutige Ziel ist die Kalahari Red Dunes Lodge nahe Kalkrand und wir haben uns für die Route C26 -> D1237 -> B1 entschieden. Schön, wie sich gleich hinter Windhoek auf dem Kupferbergpass eine Hochebene präsentiert. Wir geniessen die ersten Meter auf Gravel und freuen uns, bald nur noch einem Auto pro Stunde zu begegnen. Ausser einem Leguan sehen wir nicht wirklich Tiere.

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Der Rest der Route verläuft unspektakulär, ausser dass wir fast am Tropic of Capricorn Schild vorbeigefahren wären. Das Schild steht nicht auf derselben Höhe wie unser GPS den Tropic anzeigt. Die gut 200km meisten wir heute in 2h23.

Die Lodge kennen wir schon von 2017, obwohl sie zwischenzeitlich wegen Überschwemmungsschaden komplett neu aufgebaut werden musste. Nach sieben Jahren fällt uns der Unterschied aber nicht gross auf. Die Zufahrt ist wie letztes Mal spannend, da wir neben Gnus und Strausse auch Giraffen sehen. Wie schon letztes Mal fotografieren wir sie nicht und hoffen auf ein Foto zu einem späteren Zeitpunkt. Was sich, wie schon letztes Mal, nicht erfüllen wird.

Nach dem Einchecken nehmen wir den Pool in Beschlag und geniessen den Tag. Wir sind in Namibia angekommen und können uns nun ganz entspannt auf die weitere Reise freuen.


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Kurz vor dem Nachtessen findet mein Mann noch Fledermäuse, die sich in den Bungalow verirrt hatten, sodass unser Zimmer in unserer Abwesenheit nochmals gründlich durchsucht und die Irrläufer nach draussen befördert werden. Alle konnten aber nicht gefangen werden, die nächtliche Ruhe haben sie aber nicht gestört.

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Themenstarter43 Beiträge · seit 202426. Juni 2024 · #9
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zuletzt bearbeitet 26. Juni 2024
Themenstarter43 Beiträge · seit 202427. Juni 2024 · #10
Den nächsten Tag verbringen wir in der Lodge mit einer Fahrrad-Tour und zwei kleineren Wanderungen. Wir sehen Gnus, Springböcke, Zebras, einen Wüstenfuchs, Mangusten und Russköpfchen sowie diverse Vögel und Insekten, die ich aber nicht benennen kann. Natürlich darf der obligate Besuch beim Pool nicht fehlen und mir ist schon jetzt klar, dass ich dies während des gesamten Aufenthalts über mich ergehen lassen muss. Da ich bereits weiss, dass sich die Pool-Temperaturen nicht allzu warm anfühlen, freue ich mich mässig darauf – aber da Sohnemann dabei glücklich ist, nimmt man sowas auf sich (die Aufgabe bleibt an mir hängen da man meinen Mann als wasserscheu bezeichnen kann).

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Themenstarter43 Beiträge · seit 202427. Juni 2024 · #11
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zuletzt bearbeitet 27. Juni 2024
Themenstarter43 Beiträge · seit 202428. Juni 2024 · #12
Einschub Roadbook
Die Idee zum Roadbook kam mir während den Reisevorbereitungen zirka ein Jahr vor der Reise. Gründe, weshalb ich mich dann dafür entschieden habe eines zu machen, gibt es mehrere. Ich wollte meine Recherchen zur Reiseroute, die ich im Vorfeld tätigte, irgendwo notieren. Ich wollte meine Vorfreude irgendwie festhalten und meine längst vergessene, kreative Ader reaktivieren.

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Und ich wollte eine entspannte Reise erleben (was ja mit kleinen Kindern ohnehin nicht ganz garantiert ist…), ohne jeweils am Vorabend den Reiseführer durchackern zu müssen, um herausfinden zu können, was man am nächsten Tag machen könnte, welche Routen es gibt oder wo man eine Pause einlegen oder zu Nacht essen kann. Und schliesslich wollte ich neben dem Fotobuch eine Erinnerung für meinen Sohn schaffen, welcher sich, wenn er grösser ist, vermutlich nicht mehr an die Reise erinnern wird. Und da auch unsere Erinnerungen verblassen, schien es mir ferner auch nützlich im Hinblick auf eine weitere Reise einige Dinge zu notieren.
So habe ich mir also überlegt, wie dieses Buch aussehen soll und habe im Internet fast schon wochenlang recherchiert, ob ich ein meinen Vorstellungen entsprechendes Layout eines Reisetagebuches finden kann. Nach einer Fehlbestellung und der Erkenntnis, dass vermutlich jede weitere Bestellung ebenfalls nicht meinen Vorstellungen entsprechen wird, habe ich das Layout selbst festgelegt und tagelang ins Buch übertragen.
Ich habe mich dafür entschieden, für jeden Tag drei Doppelseiten vorzubereiten. Die erste wird sich um das Tagesprogramm (Routenvarianten inkl. km und Zeitangaben aus T4A, POIs, Übernachtung, Essen, einem Kartenausschnitt sowie für uns wichtige Infos wie die Einnahme der Prophylaxe) kümmern.

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Eine zweite Doppelseite ist der Tageszeichnung gewidmet. Hier soll unser Sohn die Möglichkeit haben, mit uns den jeweiligen Tag zeichnerisch zu verarbeiten.

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Auf der dritten Doppelseite werden die Ausgaben, Tiersichtungen, Meteo-Infos, die Bedeutung der Tageszeichnung sowie ein kleiner Tagesabriss festgehalten. Der noch übrige Platz wird mit Bordkarten, Eintrittskarten, Permits, Broschüren, einer Aufmerksamkeit der Lodge, Zimmernummer, einem GPS-Log, etc. gefüllt. Eine kunterbunte Ansammlung an Erinnerungen, welche das Fotobuch begleiten soll.
Ganz hinten habe ich mir ferner sämtliche wichtigen Telefonnummern sowie meine vorbereiteten Fragen an die Autovermietung und das lokale Reisebüro notiert und die erste Einkaufsliste vorbereitet. Nach der Heimreise habe ich das Ganze noch mit der Packliste (und was wir effektiv benötigt haben resp. was man das nächste Mal getrost zu Hause lassen könnte) sowie den Erkenntnissen, welche uns eine kommende Reise noch besser vorbereiten lassen, ergänzt.
Ihr seht an den Fotos, dass das Buch auch während der Reise gelebt hat. Wir haben die durchgeführten Aktivitäten abgehakt, teilweise bewertet, Zusatzinfos eingetragen, etc.
807 Beiträge · seit 201829. Juni 2024 · #13
Guten Abend Scoutair!

Vielen Dank für diese erfrischend andere "Sicht der Dinge"!.....

.....insbesondere 2 der Dinge:

1. Ich finde die Herangehensweise bei deinem "Roadbook" sehr interessant.....und die erste Doppelseite, die wohl den Untertitel;
"Namibia auf einer Seite", gut tragen könnte, ist sehr, sehr gut gelungen.....danke dafür!

2. Vielleicht noch beeindruckender sind die zwei Bilder die zeigen wie du deinen Sohn mit dem Land, der Natur und den Realitäten dieser vertraut machst. Man wird als Zuschauer in die jeweilige Szene hereingezogen und fragt sich unwillkürlich; "Was wird wolhl in dem kleinen Kopf beim Anblick der (für ihm sicherlich riesigen) Gnus, oder bei der Konfrontation mit der Realität des Todes vorgehen!"

Liebe Grüße,
busko

P.S: Lobenswert ist auch die Bekleidung deines Sohnes.....alles richtig gemacht!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
2'497 Beiträge · seit 201129. Juni 2024 · #14
Liebe Scoutair,

da möchte ich mich nur schnell Busco anschließen: eine sehr intereessante und schöne Herangehensweise an das Land.
Ich bin auch eher eine Vorplanerin, aber in dem Umfang hab ich das nch nicht gemacht und vor allem nicht in der künstlerischen Güte. Besonders die Mitwirkungsmöglichkeit eures Sohnes ist beeindruckend.

Ich werde auch gerne weiter mitreisen und bin gespannt auf eure Erlebnisse.

Liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2024
Themenstarter43 Beiträge · seit 202430. Juni 2024 · #15
Hallo busko, Hallo Karin

Besten Dank für euer schönes Feedback.

Ich hake sonst gerne noch bei der Kleidung ein. Mir war das schon extrem wichtig, dass er (wir übrigens auch, wir gehen ja mit gutem Beispiel voran) gut vor der Sonne geschützt ist. Es war aber gar nicht so einfach, im Winter Kleidung (leicht und wenn möglich in Farben, die die Mücken nicht anziehen) in entsprechender Grösse zu finden. Die Kleider konnte ich ja nicht zu früh im Voraus kaufen, da ich ja die Grösse zur Reisezeit nicht kannte und wenn man Pech hat und das Kind einen Schub macht, nichts mehr passt. Und viel zu gross ist auch nicht gut. Vor allem für den Hut habe ich doch eine Zeit lang im Netz recherchiert... Und natürlich gehört eine Menge Sonnencrème LSF 50 mit ins Gepäck. So ausgerüstet hatten wir, trotz viel Pool und kurzen Hosen, nie einen Sonnenbrand.

Liebe Grüsse
scoutair
zuletzt bearbeitet 30. Juni 2024
Themenstarter43 Beiträge · seit 202430. Juni 2024 · #16
So, dann gehen wir doch weiter nach:

Sesriem/Sossousvlei
Das heutige Tagesziel ist die Sossous Dune Lodge. Nachdem wir ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und gepackt hatten, geht es auch schon los. Da die C21 in schlechtem Zustand sein soll, entscheiden wir uns für die schnellste Route B1 -> C19 > D826. Bis Maltahöhe brauchen wir 2 Stunden. Wir stellen jetzt schon fest, dass die Zeiten, welche bei T4A ausgewiesen sind, eher sportlich sind – und wir gehören nicht zur Kategorie der Schleicher (überschreiten aber den gesetzlichen Rahmen auch nicht). Diese Erkenntnis ist für uns für den weiteren Verlauf der Reise wichtig.
Unterwegs nehmen wir noch 2 GeoCaches mit (wir haben vorgängig alle Caches entlang der Route(-n) herausgesucht und in einem Hand-GPS gespeichert) und sind beeindruckt vom landschaftlich schönen und spannenden Tsarishoogte Pass.

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Das Mittagessen bleibt kalt. Da wir eigentlich über Mittag jeweils etwas Kleines kochen wollten, hat uns der Autovermieter einen Kocher mitgegeben. Naiv, müde und gestresst wie wir bei der Übernahme waren, haben wir den natürlich nicht getestet und stellen jetzt fest, dass er nicht funktioniert. Halb so schlimm, verhungern tun wir nicht, aber ein blöder Fehler. Und zu guter Letzt geht in der Mittagspause auch noch der Fussball kaputt, da sich ein riesiger Dorn hineinbohrt. Tja, da ist nichts mehr zu machen ausser Sohnemann auf Swakopmund und einen neuen Ball zu vertrösten.

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Themenstarter43 Beiträge · seit 202430. Juni 2024 · #17
Irgendwann kommen wir dann am Ziel an, lösen die Permits für den Park und fahren zur Lodge. Einchecken und Pool in Beschlag nehmen, vielmehr liegt bei dieser Hitze auch nicht drin. Wir schätzen, dass ein Thermometer gegen 40° anzeigen würde. Die Lodge gehört nicht zu unseren Favoriten, weil uns im 2017 das Essen überhaupt nicht geschmeckt hatte und es hier wahnsinnig heiss ist. Heiss ist es auch dieses Mal, und die Hitze bekommt man auch mit Durchlüften einfach nicht aus dem Bungalow raus (und Querlüften mit der Türe soll man wegen den Tieren nicht), aber immerhin hat sich die Qualität des Essens markant verbessert.
Wir sind also wieder hier einquartiert, weil es eben nur in dieser Lodge möglich ist, am Morgen als eine der ersten hinten im Vlei zu stehen, weil sie als einzige im Park drinnen steht und die Gäste eine Stunde vor Sonnenaufgang losfahren dürfen.
31 Beiträge · seit 202301. Juli 2024 · #18
Vielen Dank für den Bericht und die hilfreichen Detailinfos! Über das Roadbook habe ich sehr gestaunt, wunderschön und tolle Ideen! Ich hab mir das deutlich simpler gehalten vorgestellt 😁
Bei deiner Beschreibung der regelmäßigen verpflichtenden Poolzeit musste ich lachen, das kommt mit unserer Tochter sicher ähnlich auf uns zu 😄
Themenstarter43 Beiträge · seit 202402. Juli 2024 · #19
Bitte, gerne. Ja, der Pool blieb meist an mir hängen. Dafür hat sich mein Mann dem Spielen im Sand angenommen. Die zwei haben manch eine Mini-Expedition in die Dünen unternommen, sind hochgekraxelt und runter gerannt/gesprungen.

So, dann geht es jetzt aber mal weiter...
Themenstarter43 Beiträge · seit 202402. Juli 2024 · #20
Und so geht es nach einer kurzen Nacht um 05:20 Uhr, ausgerüstet mit einem Lunchpaket, los. Beim 2x4 Parkplatz kommen wir an, als erst gerade die Dämmerung einsetzt. Daher warten wir gleich noch ein paar Minuten mit der Weiterfahrt, damit man den Weg nicht erahnen muss, sondern ihn auch sehen kann.

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Aufs Luftablassen verzichten wir (wie schon im 2017), und das klappt ganz gut so, obwohl uns der Sand tiefer vorkommt als das letzte Mal und ich schon ein bisschen auf Nadeln sitze, ob wir auch hinten ankommen und uns nicht etwa festfahren. Aber es geht alles gut und als wir uns vom 4x4 Parkplatz aus schliesslich auf den Weg ins Deadvlei machen, sind wir weder die einzigen noch die ersten (wo auch immer all diese Leute plötzlich hergekommen sind), stehen aber immer noch hinten, bevor die ersten Sonnenstrahlen den Boden berühren.

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Nach der Besichtigung der Bäume (mir scheint, als wären diese in den letzten 7 Jahren arg in Mitleidenschaft gezogen worden – wohl durch die Besucher, welche keinen Respekt mehr vor unserer Natur haben und alles geben, damit sie drei Insta-Klicks mehr generieren) geht es auf Kraxeltour am BigDaddy. Mit Junior kommen wir etwa bis auf halbe Höhe, bevor wir uns in den Spass des Runterrennens schicken. Der Rest des Tages verläuft unspektakulär mit Pool, Elim-Düne und ein paar Tiersichtungen. Auf den Sesriem Canyon verzichten wir, da Sohnemann den Pool bevorzugt.

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Erst Spätabends kommt nochmals Action auf, als eine Gruppe Schakale um das Wasserloch einen riesen Krach veranstalten. Der «Übeltäter» kann dank Kameraausrüstung meines Mannes identifiziert werden. Es handelt sich entgegen der Meinung sämtlicher Hotelangestellten nicht um einen Leoparden, sondern um einen Gepard. Obwohl es gemäss den Locals hier keine Geparde gäbe hatten wir sowohl im 2017 als auch im 2024 eine Gepard-Sichtung – dieses Mal inkl. Fotobeweis.

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