Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201719. Nov. 2023 · #12 Wiederholungstäter, 2 Neulinge, 2 wundervolle Wochen in Namibia
Hallo liebes Forum!
Unsere 2wöchige Tour durch Namibia liegt leider schon wieder hinter uns – es war eine herrliche Reise, und ich möchte hier gerne ein paar Erfahrungen mit euch teilen.
Mein Mann und ich, Mitte 30, waren vor ein paar Jahren schon mal für 2 Wochen in Namibia und haben damals die Runde WDH-Sossusvlei-Swakop-Spitzkoppe-Etosha-Okonjima gemacht. Im Toyota Hilux mit Dachzelt. Wir wurden mit dem Namibia-Virus infiziert und haben auch unsere Freunde angesteckt. Und so haben wir uns im Oktober erneut auf den Weg gemacht, diesmal zu viert mit einem befreundeten Pärchen. Wieder in 1 Toyota und 2 Dachzelte.
Ich habe die Reise wieder selber geplant und gebucht, es wurde ein Mix aus Orten die wir schon kannten und die wir unbedingt wieder besuchen wollten (Spitzkoppe! Und natürlich Etosha) und ein paar neuen Plätzen.
In diesem Bericht möchte ich ein paar Themen niederschreiben, über die wir uns selber im Vorfeld Gedanken gemacht haben, oder die hier im Forum immer wieder mal diskutiert werden. Ich hoffe, dass unsere Erfahrungen zukünftigen Reisenden weiterhelfen werden.
Ich schreibe auch kurze Bewertungen zu unseren Campsites und Touren – wobei ich jetzt schon verraten kann, dass durchwegs ALLES positiv war!
Liebe Grüße,
Tini
Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201719. Nov. 2023 · #2Unsere Route:
26.10. Flug mit Ethiopian von Wien via ADD nach WDH
27.10. Landung um 13h20, Abholung durch Safari Car Rental und Autoübernahme
Übernachtung im Urban Camp in Windhuk
28.10. Einkaufen, dann Fahrt über den Spreetshoogte Pass
Übernachtung im Camp Gecko
29.10. Zwischenstopps in Solitaire, Kuiseb Viewpoints, Henno Martin Shelter
Übernachtung in Mirabib
30.10. Fahrt über die D1983 nach Walvis Bay, Düne 7, Lagune, weiter nach Swakop
Übernachtung im Sophia Dale Base Camp
31.10. Living Desert Tour mit E-Bikes (Fat Bike Tours)
Spaziergang durch Swakopmund
Übernachtung im Sophia Dale Base Camp
01.11. Einkaufen, Cape Cross
Übernachtung im Spitzkoppe Community Camp
02.11. Zwischenstopp im Cactus Coffee in Uis
Übernachtung im Madisa Camp
03.11. Elephant Tracking
Übernachtung im Madisa Camp
04.11. Einkaufen in Khorixas, Zwischenstopp bei der Vingerklip Lodge
Übernachtung in Bambatsi
05.11. Einkaufen in Outjo, dann in den Etosha
Übernachtung in Halali
06.11. Durch den Etosha, Mittagspause in Namutoni
Übernachtung in Halali
07.11. Durch den Etosha
Übernachtung in Okaukuejo
08.11. Über die Autobahn zurück nach Windhuk
Übernachtung in der Immanuel Lodge
09.11. Autorückgabe, Abflug um 14h30
Gefahrene km: 2416
Alle Flüge waren pünktlich, Gepäck ist auch angekommen, und wir hatten keinerlei Pannen unterwegs. Das Glück war auf unserer Seite!
Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201710. Dez. 2023 · #34 Erwachsene in 1 Auto mit 2 Dachzelte:
Ja das geht, und wir sind immer noch befreundet 😉
Dass es eng wird und eine intensive Zeit wenn man so viel aufeinander klebt, war uns bewusst. Wir sind schon vorher zusammen verreist, und wussten, dass wir harmonieren. Mit Leuten die man nicht so gut kennt, würd ich das nie machen.
Der Platz im Auto ist knapp, und man ist ständig am Herumräumen. Wir hatten alle einen Backpacker-Rucksack bzw. Reisetasche dabei und hatten knapp gepackt, und unterwegs mal was gewaschen.
(Sophia Dale war das einzige Camp, das Wäscheservice angeboten hat, wir ließen dort 2 Ladungen Klamotten waschen.)
Reisezeit: März vs. Oktober/November
Unsere erste Reise vor ein paar Jahren haben wir im März gemacht. Im Etosha war es recht grün und es hat es immer wieder mal geregnet. An den Wasserlöchern war tote Hose. Dafür sahen wir riesige Herden von Zebras, Springböcken, Gnus, etc. und sehr viele Vögel überall.
Unser Highlight war 1 Nashorn, das abends ans Wasserloch kam. Das war’s. Keine Elefanten, Löwen schon gar nicht, und nur dieses eine Nashorn.
Da es unsere erste Afrikareise war, waren wir von allem was wir sahen restlos begeistert, und freuten uns über jedes kleine Getier das uns vor die Linse kam.
Wenn ich es aber nun mit unsere Reise Ende Okt/Anfang Nov. vergleiche, dann war es damals im Etosha echt lahm. Ich bin froh, dass wir die erste Reise in der Regenzeit und die zweite in der Trockenzeit gemacht haben und nicht umgekehrt, denn sonst wären wir vielleicht enttäuscht gewesen ob der wenigen Sichtungen.
Diesmal hatten wir Elefanten en masse, Nashörner genauso, sowie Sichtungen von Geparden und Löwen.
Navigation mit Google Maps Offlinekarten:
Ja. Tadellos.
Ob jede Strecke auf die Minute genau gestimmt hätte kann ich nicht sagen und ist auch irrelevant, weil man ja sowieso immer Foto- oder Klostopps macht. Und im Urlaub muss man keine terminliche Punktlandung machen. Zur Einschätzung der Dauer hat‘s gut gepasst.
Nur im Etosha haben wir die Überblickskarte aus dem Reiseführer benutzt, einfach um eine bessere Übersicht über den Park und die Wasserlöcher zu haben.
Und die einzige Route die Google Maps nicht kannte, war von der Immanuel Lodge bei Windhuk zurück auf die Autobahn.
Die Papierkarte, die wir auch dabei hatten, kam gar nicht zum Einsatz.
Swakopmund: Living Desert Tour, aber mit dem Fahrrad!
Bei unserer letzten Reise hatten wir die übliche Living Desert Tour im Jeep gemacht.
Nun wollten wir nicht exakt die gleiche Tour nochmal machen, unseren Freunden aber trotzdem nicht diese interessante Exkursion vorenthalten.
Und dann sind wir auf eine perfekte Alternative gestoßen:
Fat Bike Tours Swakopmund bieten eine geführte Living Desert Tour mit Fahrrädern an!
Mit einem minimalen Aufpreis kann man e-bikes mieten, was wir gemacht haben und was die Tour echt mühelos gemacht hat.
Und es ist eine super Abwechslung sich mal ein bisschen zu bewegen, man verbringt ja ohnehin genug Zeit im Auto.
Unser Guide Jürgen war wunderbar, man hat ihm angemerkt, dass ihm die Wüste und ihre Bewohner sehr am Herzen liegen. Er hat uns eine sehr interessante Tour bereitet, und am Ende konnten wir die Bikes noch ein bisschen ausnutzen und über die Dünen rauf und runter fahren.
Volle Empfehlung!
Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201710. Dez. 2023 · #4Walvis Bay – Lagune besichtigen: Wie geht das?
Es war uns im Vorhinein nicht klar, wo genau man hinfahren sollte um die Lagune zu besichtigen, wo parken und wo hingehen… Haben zuerst mal im Ort an der Esplanade geparkt, um gleich festzustellen, dass hier nur eine Hand voll Flamingos zu sehen sind, und sonst nichts.
Man fährt also mit dem Auto die Lagune entlang, die Straße in Richtung Süden… und fährt und fährt immer weiter, auf beiden Seiten der Straße waren viele Flamingos und andere Vögel zu sehen, dann an den Salzwerken und am Pink Lake vorbei, bis die Straße zu Ende ist. Dort sind wir noch zu Fuß über den Strand spaziert und haben ein paar Robben gesehen.
Keine Taxi-Empfehlung in Swakopmund
Da wir in Swakopmund 2 Nächte im Sophia Dale Basecamp waren, dachten wir, dass wir unser Auto stehen lassen und mit dem Taxi in die Stadt rein fahren können. Als wir die Vermieterin um eine Taxireservierung fragten, lehnte sie das aber ab, und erklärte uns, dass es in Swakop keine zuverlässigen Taxiunternehmen gebe. Es sei schon öfters vorgekommen, dass ein Fahrer die Gäste auf halber Strecke zum Sophia Dale aussteigen ließ, weil es ihm zu weit wurde. Oder plötzlich mehr Geld verlangt hätte, um weiterzufahren. Sie wolle nicht verantwortlich sein, dass uns sowas passiert und würde uns daher kein Taxi bestellen.
Als Ortsfremde müssen wir uns natürlich auf das Urteil der Einwohner verlassen, und deswegen haben wir kein Taxi genommen. Also doch wieder in der Früh Zelte abbauen und alles im Auto verstauen, um losfahren zu können…
Cape Cross: Ist es den langen Umweg wert oder nicht?
Diese Frage können wir nicht eindeutig beantworten. Es ist ein Erlebnis, die große Menge an Robben zu sehen. Auch ein Erlebnis ist der Gestank, den kann man nicht beschreiben sondern muss ihn selber mal eingeatmet haben... sowie die lustigen Geräusche, die die Tiere von sich geben.
Allerdings ist der Besuchersteg recht kurz und der penetrante Gestank hat es uns nicht länger als eine halbe Stunde dort aushalten lassen. Es waren also fast 2 Stunden Umweg für einen kurzen Aufenthalt.
Etosha Sichtungsbücher:
Scheint, als hätten diese langsam ausgedient und würden durch neue Medien ersetzt. Wir haben in allen 3 Camps Okaukuejo, Halali und Namutoni in die Bücher geschaut, aber die letzten Einträge waren überall schon mehrere Tage alt.
Wir haben etwas von einer Etosha App gelesen, das klingt sinnvoll, kann aber nichts dazu sagen, da wir komplett offline unterwegs waren.
Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201710. Dez. 2023 · #5Campsites, die herausgestochen sind:
• Madisa Camp! Was für ein gemütlicher Ort! Das war ein Volltreffer.
• Außerdem Spitzkoppe und Bambatsi, die kannten wir bereits von unserer ersten Reise, und sind wieder zurückgekehrt weil es unsere Lieblingsorte waren.
Mahlzeiten, die in Erinnerung bleiben:
• Das Grillpaket im Camp Gecko
• Vingerklip Lodge zum Mittags-Stopp
• Das Abendessen in der Immanuel Lodge
Kosten:
Im Gesamten hat uns die Reise 2000 € pp gekostet.
Davon:
670 € pp Flug,
1670 € das Auto mit Campingausstattung für 13 Tage,
250 € pp Übernachtungskosten für 12x campen und 1x Hotel
40 € pp für die Living Desert tour mit E-Bikes
75 € pp das Elephant Tracking in Madisa
Und der Rest sind Einkäufe, Tanken, ein paar Mal Essen gehen und Drinks, Nationalparkgebühren.
OPopossum31 Beiträge · seit 202310. Dez. 2023 · #6Hallo Tini,
Vielen Dank für die gute und detailreiche Zusammenfassung eurer Reise! Die Infos und Tipps sind für mich als Neuling sehr hilfreich!
Viele Grüße,
opossum
SuMa84 Beiträge · seit 202310. Dez. 2023 · #7Liebe Tini,
Danke für die detaillierte Zusammenstellung Eurer Reise.
Wir planen für nächsten April unsere erste Namibiareise und ich habe hier im Forum schon so viele wertvolle Informationen gefunden. Wir werden eine sehr ähnliche Runde drehen, ua. auch zum Madisa Camp. Hierzu nun meine Frage: habt Ihr das Elephant Tracking bereits im voraus gebucht oder kann man das vor Ort noch machen?
Liebe Grüsse
Susanne
trsi708 Beiträge · seit 201511. Dez. 2023 · #8Danke für deine Infos - die ich zwar als alter Namibia-Hase nicht mehr benötige 😉 Vieles kann ich aber unterschreiben.
Ich möchte einfach ergänzen, dass ich die letzten zwei Jahre im März wunderbare Tiersichtungen im Etosha hatte: Viele Löwen, sehr viele Nashörner, in diesem Jahr sogar auch richtig viele Elefanten. Jedes Mal Geparden und Leoparden. Vor allem im Osten des Parks konnte ich mich kaum sattsehen. Dazu grosse Herden, viele Jungtiere, viele Vögel. Ganz zu schweigen davon, dass ich es landschaftlich im März sehr viel schöner finde.
Es lässt sich meiner Meinung nach also nicht am Monat festmachen, ob und welche Tiere man entdeckt. Aber ja, im März findet man sie eher unterwegs und weniger, indem man einfach die Wasserlöcher abklappert. Persönlich würde ich den März immer vorziehen, weils dann einfach nicht so trostlos ist wie Ende Trockenzeit. Man kann m.M.n. die Tiere in viel natürlicherer Umgebung beobachten. Ende Trockenzeit stehen sie meist einfach rund um die Wasserlöcher und warten auf bessere Zeiten 🤨 Wobei ja gut ist, wenn möglichst viele im Oktober gehe und ich im Märm möglichst alleine unterwegs sein kann 😄
In Swakopmund habe ich übrigens noch immer einen Taxi genommen - da gibt es durchaus zuverlässige. Ich verstehe nicht ganz, wieso sie bei dem Camp niemanden an der Hand haben dafür.
Und Cape Cross empfinde ich gar nicht so schlimm. Natürlich riecht es intensiv - und ich habe ein ausgezeichnetes Riechorgan - aber es ist gut auszuhalten. Der Umweg ist aber tatsächlich beträchtlich für das Gebotene. Es ist nun zwar einiges gemacht worden: Nebst dem neuen Zahlhaus mit neuen Toiletten ist auch der leidige Picknick-Unterstand, der seit Jahren (Jahrzehnten) von den Robben besetzt war, abgebaut worden und der "Laufsteg" soweit wieder instand gesetzt. Immerhin.
VG trsi
Meine Afrikaerfahrungen: 2003 Tunesien und Libyen (2 Wochen) ¦ 2009 Namibia & Botswana (3 Wochen) ¦ 2011 Nambia, Sambia & Botswana (7 Wochen) ¦ 2016 Namibia & Botswana (4 Wochen) ¦ 2018 Kamerun (12 Tage) ¦ Namibia & KTP (5 Wochen) ¦ 2019 Uganda & Tansania (5 Wochen) ¦ 2020 Namibia (3 Wochen) ¦ 2021 Tansania (2 Wochen) ¦ Namibia (6 Wochen) ¦ 2022 Sabbatical in Namibia und Kapstadt (6.5 Monate) ¦ 2023 Namibia (2x 3 Wochen) ¦ 2024 Namibia (3 Wochen) ¦ 2025 Namibia & KTP (6 Wochen) ¦ 2026 Namibia (3 Wochen)
Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201711. Dez. 2023 · #9Hallo Trsi, ja du hast recht man kann es natürlich nicht allein an der Jahreszeit festmachen - die Portion Glück gehört auch dazu, es ist ja kein Zoo. Große Herden und viele Vögel haben wir damals im März auch gesehen, und wir fanden es wirklich faszinierend!
Das mit dem Taxi in Swakopmund hab ich auch nicht ganz verstanden, wieso sie keine Kontakte zu zuverlässigen Fahrern haben.
@Susanne, wir haben das Elephant Tracking im Voraus gebucht, weil wir es sowieso machen wollten.
Wenn ihr es euch offen lassen wollt, dann dürft ihr halt auch nicht traurig sein, falls es schon ausgebucht sein sollte.
Wir haben auch 1x Abendessen auf Madisa vorbestellt. Dieses geht nicht spontan vor Ort zu buchen.
SuMa84 Beiträge · seit 202311. Dez. 2023 · #10Danke vielmals für deine rasche Antwort - das Abendessen haben wir gleich mitgebucht und bezahlt, das war mir bekannt. Beim Elephant Trecking warten wir mal noch ab, da wir davor mit Freunden in einer anderen Lodge bereits Elefanten suchen gehen. Vielleicht gestalten wir den Tag dann halt spontan.
Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten bis es endlich losgeht 🙂
Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201711. Dez. 2023 · #11SuMa schrieb:Danke vielmals für deine rasche Antwort - das Abendessen haben wir gleich mitgebucht und bezahlt, das war mir bekannt. Beim Elephant Trecking warten wir mal noch ab, da wir davor mit Freunden in einer anderen Lodge bereits Elefanten suchen gehen. Vielleicht gestalten wir den Tag dann halt spontan.
Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten bis es endlich losgeht 🙂
Wenn ihr vorher schon Elefanten tracken geht, und dann wahrscheinlich auch noch im Etosha viele Elis sehen werdet, ist es vielleicht wirklich nicht nötig. Wir sind von Madisa aus ca. 1,5 Stunden gefahren bis wir auf die Elefanten trafen, also war nicht grad ums Eck.
Man kann den Tag auch ganz wunderbar damit verbringen, die schöne Pool Area zu genießen und auf die Felsen rundherum zu klettern.
Tini___Themenstarter107 Beiträge · seit 201711. Dez. 2023 · #12Permit für den Namib Naukluft Park und Mirabib Campsite
Da wir nicht nach Sesriem fuhren und in Windhoek an einem Freitag Nachmittag ankamen, haben wir das Permit im Voraus bei Bwana Tucke bestellt, und es wurde für uns im Urban Camp hinterlegt.
War natürlich ein Stück teurer als der Kauf vor Ort, klar machen die das nicht umsonst, aber der Preis war es uns wert.
Da unser Flug pünktlich angekommen ist, hätten wir es geschafft noch vor 17 Uhr zu dem Office in Windhoek zu fahren wo es das Permit gibt. Aber das weiß man ja vorher nicht, und wir waren dann auch ganz froh, dass wir uns nach der langen Anreise nicht auch noch um Permits kümmern mussten.