Reisebericht

Sicherheit in einigen Städten, Erfahrungen,...

von subsonic · begonnen 20. Sept. 2023 · 3 Teile

Teil 120. Sept. 2023
Hello!

Die Uhr tickt ... Mitte Dezember bis Anfang Januar, 20 Tage Namibia als Erstverbrecher, der sich schon ca. ein 3/4 Jahr informiert... und ich frage mich, gibt es Orte (ich meine damit Ortschaften/Städte/Plätze) bei denen man dann doch besser aufpassen oder die man meiden sollte?

Wir bereisen so grob den mittleren Westen bis nördlichen Westen, Etosha wird das östlichste sein und mit einigem Zickzack zurück nach Windhoek. Wir sind jeden Tag wo anders mit meistens nicht mehr als 300km dazwischen, mal bisserle kürzer oder mal weiter. Wir haben oft abgelegene Camps/Lodges/Farms, aber hin und wieder sind wir auch in Städten. Deshalb hier meine Frage, wo man einfach etwas aufpassen muss, oder doch meiden sollte, oder was ihr hier an diesen Orten einfach für ...ich sag mal... verzwickte Situationen erlebt habt (eindeutig sichere Orte lass ich aus, wie Spitzkoppe Camp, abgelegene Farms und sowas 😄 ) ...:

(1) Ha! Windhoek. Ich weiß, dieses "Apartheits-Viertel" im Norden sollte man mit Vorsicht genießen aber wir sind grob im südlichen mittleren Westen, nördlich der Christuskirche und wollen abends natürlich zum Joe, die Kirche angucken usw. auch in der Stadt bummeln, erste Einkäufe machen für den Trip der am nächsten Tag dann losgehen wird 🙂

(2) Walvis Bay. Unser Hotel ist direkt an der Flamingo Lagoon am Hafen. Hier werden wir eher nur mit dem Auto unterwegs sein, südlich 😉 (natürlich nicht selbst Sandwich Harbor versuchen, ist klar!)

(3) Swakopmund. Unser Guesthouse ist in der Nähe des "Platz am Meer" Einkaufszentrums. Vorher sind wir südlich in der Stadt unterwegs. Plan ist, parken direkt am Jetty, die Stadt erkunden und später zum Guesthouse zu fahren. Kann man am Jetty vollgeladen parken oder sollte man besser vorher im Guesthouse das Auto leer machen?

(4) Uis! Ganz im Nord-Westen in nem B&B mit Kaktus-Kaffeebar daneben 😉 Mini-Dörfchen, aber ich denke das ist eher was für die Minenarbeiter, deshalb ... muss man hier aufpassen, aber ich denke nich.

(5) Opuwo!!! Guesthouse im südlichen Mittelteil des Städtchens. Im Süd-Osten beim "Kaokoland/OK Grocery" da wollen wir u.a. essen... hier mache ich mir schon bisschen Gedanken ...!?

(6) Kamanjab - nur zum Vorräte auffüllen, tanken, ATM

(7) Outjo - auch nur zum evtl. Vorräte auffüllen, tanken, ATM

(8) (off topic) - kennt ihr im Etosha das Grünewald Wasserloch? Das ist abseits unserer Route aber soll sehr sehenswert sein. Weiß da wer was? Link bei gMaps

(9) Otjiwarongo! Übernachtung in einem Guesthouse im südlichen Westen. Das sehe ich auch bisschen ...kritisch!!? Kann man bei der Crocodile Farm sicher parken? Und kann man abends in eine örtliche Bar gehen (ca. 23 Minuten zu Fuß) und mit Einheimischen Party machen? Geplant war das CABRITO - oder besser abschminken?

Schon einmal vielen lieben Dank für eure Infos und Erfahrungen! Alles hilft! 😎

Noch ein paar Restfragen:
a) Sollte man beim Einkaufen wirklich nie das Auto aus dem Blick verlieren? Wie machen das dann Leute sie solo unterwegs sind?
b) ATMs ... hier irgendwelche Infos... hab gehört es gibt auch Fake-Wachleute...
c) Hab hier einen alten Beitrag gelesen von einem zerstochenen Reifen beim tanken?? Ist sowas noch aktuell?
d) Wie allgemein werden bleiche Touris dort aktuell aufgenommen? Gibt es Rassismus gegen Weiße?

Teil 224. Juli 2024
-- HIER -- der ausführliche Reisebericht mit Video (und bald Fotos)
Teil 325. Juli 2024
Ich war ja nun 2023/2024 in NAM und konnte meine eigenen Erfahrungen machen.

Prinzipiell würde ich sagen, dass zu 99% dort alles total wunderbare tolle freundliche Menschen sind, aber es gibt natürlich immer Ausnahmen, m.M.n. sind die Einkommensverhältnisse dort ziemlich ungerecht. Man sieht in Windhoek blink-blink Shops und weiter außerhalb betteln kleine Kinder um Wasser ...

In den ländlichen Regionen außerhalb von Städten fühlte ich mich immer sicher.

Windhoek:
  • prinzipiell überall super liebe, hilfsbereite und freundliche Menschen, aber es gab auch 3 Ausnahmen:
  • Zwischen Christuskirche und der großen NedBank (Fidel Castro St.) sind noch immer diese "wir wuchsen in der DDR auf und brauchen Geld für ein Treffen"-Leute, die einem ihre Geschichte verkaufen wollen
  • versuchter Taschendiebstahl an der Rückseite vom Shoprite Supermark, Ecke Werner List St./John Meinert St. - wobei mir hier von Einheimischen sofort geholfen wurde!
  • irgendwo in Windhoek im Auto: Jemand der wild ans Fenster klopfte und wohl Geld wollte.
  • am letzten Tag fuhren wir etwas zickzack durch das "Apartheid-Viertel" Katutura - meinem Eindruck nach sah es dort weitaus positiver aus als man es sich vorstellt.
Walvis Bay:
Es ist m.M.n. keine sichtbare Touristenstadt, eher eine Hafenstadt. Gefühlt jedes zweite oder dritte Haus wird von Hunden bewacht, die oftmals nicht so "gut" wie in Deutschland erzogen sind. Gefährlich wurde es aber nicht. Alle Leute, mit denen wir zu tun hatten, waren super lieb.

Swakopmund:
Auch hier, alles super (wo wir waren), aber es gibt dennoch glaube überall im Land verteilt diese Straßenrand-Verkäufer. Lästig, aber wenn man definitiv 'NEIN' sagen kann, geht das schon.

Uis:
Die Petrosol Tanke soll wohl extrem gefährlich sein, es wurde von aufgeschlitzten Reifen berichtet und Kreditkartendiebstahl (Google Rezensionen), aber wir machten eine komplett gegenteilige Erfahrung. Wir trafen auch einige freundliche (nicht aufdringliche) Himbas vor einem typisch afrikanischen Supermarkt (Uis Supermarket). Von der entzückenden Tankwärterin erfuhr ich, dass das Städtchen sehr sicher sei.

Opuwo:
Keine schönen Erfahrungen gemacht...
  • Meine Bekannte und ich waren hier die reinste Attraktion ("die einzigen zwei Weißen in der Stadt") und wurden regelrecht belagert von Himbas, die ihre Armbänder verkaufen wollten. Meine Bekannte machte den Fehler und kaufte etwas, und so hatten wir bis zum Restaurant einen PULK an Himbas hinter uns herlaufen und auf uns einreden, noch mehr zu kaufen...
  • der Außenbereich vom Restaurant war mit einem hohen Metallzaun abgetrennt. Uns trafen etliche "leidend bettelnde" Blicke
  • nach dem Restaurant zurück in unsere Unterkunft hatten wir wieder einen lästigen Pulk Himbas hinter uns, bei denen wirklich das 1000ste Nein nicht wirkte. Ich bin dann zu einer "normal wirkenden" Frau hin und habe sie gebeten, ihnen zu sagen, dass mein Nein Nein bedeutet und wir nichts weiter kaufen. Zum Glück war der Pulk lange genug abgelenkt und wir konnten "flüchten" 🙂
  • Nähert man sich einem Supermarkt (OK Foods) kommen gleich etliche "Parkplatz-Boys" auf einen zugerannt, wollen für ein kleines Trinkgeld aufs Auto aufpassen (ist ja okay, bei EINEM), teilweise kommen Himbas mit Prospekten und zeigen, was ich kaufen soll und beschweren sich dann später, wenn man nicht alles was sie 'forderten' gekauft hat.
Epupa:
Hier machten wir kaum Erfahrungen, waren fast nur im Camp, mit dem Himbaführer kurz in einem afrikanischen Supermarkt Geschenke für das Himbadorf kaufen. Das kleine Städtchen scheint sehr arm zu sein.

Kamanjab:
Scheint ein sehr armes Städchen zu sein.
  • An der Shell nachtanken... sofort waren wieder Himba-Armkettenverkäuferinnen vor Ort und Kerle, die versuchen heraus zu finden, wie seine Mutter heißt, wie man selbst heißt, und wie heißt deine Begleitung? Und sofort soll man Nüsse kaufen mit eingeritzten Namen. Antwort für die nächste Reise: "no name, no nuts" 🙂
  • Oase Supermarkt: Wieder zu viele, die auf dein Auto aufpassen wollen und regelrecht "Einkaufsbestellungen" bei dir abgeben. Am Ende wurde sich fast um die 10 N$ Trinkgeld geprügelt! Innen roch es hinten nach Kot. Der Monster Energydrink war abgelaufen. Ich war froh, da wegfahren zu können!
Outjo:
Wir waren nur im OK Foods zum Proviant-Auffüllen. Sehr sauber, offizielle Parkwächter, kein Stress, fühlte mich sehr sicher.

Otjiwarongo:
Die Stadt hat bis auf die Crocodile Farm nicht viel zu bieten, also waren wir nur im Hotel (Out Of Africa Town Lodge) und in der Farm am nächsten Tag. Das was wir von dem Städtchen sahen, sah aber okay aus.

Karibib:
Hier sind wir nur durchgefahren, aber das kleine Städtchen machte einen sauberen und sicheren Eindruck.

Usakos:
Auch hier fuhren wir nur durch, fühlte mich hier aber nicht wirklich sicher und wollte dort auch nicht länger bleiben.

Das sind alles nur meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen.

Mein Fazit: NAM ist sicher, wenn man einige Basics (Hirn) beachtet.

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