Reisebericht

2 Wochen Camping für Senioren

von MarcS · begonnen 13. Aug. 2023 · 20 Teile

Teil 113. Aug. 2023
Im Anschluß an die sehr schöne Vater-Sohn Reise nach Botsuana im letzten Corona Winter reifte der Gedanke, noch einmal mit beiden Eltern nach Afrika zu fliegen. Beide süd- und ostafrikaerfahren, meine Mutter aber bisher nur in Lodgen unterwegs. Aber das letzte Mal hat ja gezeigt, dass Camping auch für Senioren Spaß machen kann. Beim Reiseziel stellte sich Namibia oder Botswana zur Wahl, bei der Ausgestaltung nur meine Vorgabe: Keine Lodge Reise.
Die Wahl viel auf Namibia, 14 Tage im März. Aber wie so viele sehenswerte Orte in den Zeitrahmen bringen ? Nach einigem Hin und Her und der Überlegung, dass sich die Fahrzeiten in Grenzen halten sollten, kam eine Schleife von Windhoek mit dem südlichsten Punkt in Soussusvlei, über Swakopmund und Palmwag nach Etosha und wieder zurück nach Windhoek zustande.
Außerdem wollte ich nach dem sehr tierarmen KTP Ausflug wieder ein paar Tage Tiere beobachten, daher ein kleiner Schwerpunkt auf Etosha. Auch wenn das Fahren und Übernachten dort mein Nervenkostüm oft strapaziert. ( nicht wegen der Tiere …)
Erste Schwierigkeit: Das Auto. Es sollte zwei seniorengerechte Schlafplätze haben. Der für unsere damaligen Zwecke sehr gut gebaute Wagen von Britz mit dem Seitenklappbett ist leider nur ein 2 Sitzer. Bushlore konnte den neuen Bushlapa nicht garantieren und die anderen Anbieter in Namibia waren entweder ausgebucht oder sehr hochpreisig. Beides wohl eine Corona Folge. Überraschender Weise war der Ford Ranger von Avis Safari Rental über das heimische Reisebüro buchbar a) bezahlbar b) verfügbar und c) für unser Set up sehr gute geeignet. Ein Klappbett und ein Hochbett, mein Schlafplatz war wieder das mitgebrachte Zelt. Ausnahmsweise habe ich fast alle Nächte vorgebucht und dann ging es schon los.
Treffen am 20.3.23 am Flughafen FRA. Die Eltern etwas malade wegen eines Magen-Darm-Infekts und ich etwas geladen, da mein vor Wochen gebuchter und bezahlter XL Sitz nicht mehr verfügbar war. ( Bisher hat die EWD den Sitz nicht erstattet, nach dem Mahnverfahren geht der Fall jetzt vor das Amtsgericht ).
Unabhängig vom nicht vorhandenen XL Sitz war das einer der schlechtesten Flüge. Unfreundliche und unorganisierte Crew, keine Kissen, keine Decken, zu wenig Getränke, zu wenig Essen. ( Wenn nicht der Rückflug mit EWD genau das Gegenteil gewesen wäre, hätte ich geglaubt, dass das der neue Standard beim Reisen ist ).
Na ja, irgendwann ist auch dieser Flug rum und beim Spaziergang über das Rollfeld empfängt uns wieder afrikanische Luft und dieses Licht…
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Teil 213. Aug. 2023
21.03.2023 Ankunft WDH
Der Flug ist pünktlich, aber bei der Immigration dauert es 1,5 h. Es werden immer neue Korridore in der Absperrung geöffnet und geschlossen. Somit sind am Ende die letzten die ersten, aber sei´s drum.
Der Avis Fahrer Michael wartet auf uns und nach einer etwas chaotischen Überlandfahrt weil er noch drei Sachen gleichzeitig am Handy erledigt, wird uns der Ford Ranger übergeben. Das Fahrzeug hat ein paar Gebrauchspuren, ist aber mit 55tsd km noch gut in Schuß. Bei Avis fährt man nach der Übergabe zusammen zum Tanken und übernimmt das Auto voll. Zurück gleiches, gemeinsames Tanken, voll abgeben.
Die Avis Mitarbeiter sind alle sehr nett und hilfsbereit und der Manager Jaco macht eine sehr ausführliche, gute Übergabe.
Ich nutzte natürlich meine Checkliste wieder nicht, was wir später merken werden. Auf den ersten Blick ist alles da, was wir zum Kochen etc brauchen
Gebucht haben wir im Chameleon Backpacker wegen der zentralen Lage. Es ist ziemlich warm und nach dem Flug sind wir doch etwas angeschlagen. So gibt es nur einen kleinen Rundgang mit eine, Imbiss im sehr netten Craft Cafe und am Abend Steak und Pommes vom Lieferservice.
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Da wir uns nur auf touristischen Hauptrouten bewegen habe ich zum ersten Mal kein eigenes Werkzeug, keine Kleinteile und Beil dabei.
Beim Aus- und Umpacken fällt mir auf: Im Auto ist auch kein Beil. Und kein Werkzeug. Wir beschließen, am nächsten Tag noch schnell bei Avis vorbeizufahren und ein Beil zu holen.
Teil 314. Aug. 2023
22.03.2023
Nach dem Frühstück geht den Eltern schon besser und wir starten zu Avis, wo wir vor verschlossenen Türen stehen. Ein Anruf erklärt, dass sie keinen Kunden erwarten und in der Stadt unterwegs sind. Ein Beil gibt es nur „ on request „. Bitte ? Ich miete einen Camper um in dem Busch zu fahren, habe aber kein Beil für das Feuerholz ? Gemietet kostet es übrigens so viel wie ein neues…

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Also zur Mall und neben dem Großeinkauf noch ein Beil gekauft. Dann geht es endlich los Richtung Süden. Erstes Tagesziel :
Hauchabfontain
Langsam stellt sich ein Gefühl ein für die Weite und die sich immer ändernden Landschaften.
In Kalkrand tanken wir und kaufen zur Vorsicht etwas Feuerholz für 50 N$ das Bundle. Über die C21 geht es weiter, dann der sehenswerte Zarishoogtepass.

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Teil 414. Aug. 2023
Beim Mittagssop ist eine Seitenklappe auf, weil ein Schloß rausgefallen ist. Zum Glück nach Innen, aber die Schraube ist weg. Wie war das ? Kein Werkzeug und keine Kleinteile dabei ? Immer gut, wenn man viel Erfahrung hat... 😉

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Mittels Spannriehmen ( immerhin sind die dabei ), kann alles in Form gehalten werden, aber besonders elegant ist dass nicht. In Hauchabfontain sind wir die einzigen Gäste. Es gibt große, schattige Stellplätze sowie sehr gepflege Sanitäranlagen. Ein kleiner Spaziergang bringt uns zum wasserführenden Canyon, da muß ein Bad sein. Sehr erfrischend.
Die erste Nacht am Lagerfeuer mit tollem Sonnenuntergang und angenehmen Temperaturen.

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Teil 514. Aug. 2023
In der Dunkelheit ist der Weg zum Waschhäuschen tatsächlich so schön mit Laternen beleuchtet wie auf der Homepage. Es ist alles sauber und gepflegt und wir genießen das Frühstück beim Sonnenaufgang.

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Heute müssen wir nur um die Ecke, nach Soussusvlei. Daher beschließen wir, nach dem Frühstück noch eine kleine Wanderung auf der Farm zu machen. Es ist alles gut beschildert und in der Entfernung klettern einige Zebras die steilen Hänge hoch.

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Bei zunehmender Wärme lockt aber dann das klimatisierte Auto und wir cruisen zum Eingang. Es ist ziemlich windig und heiß also kuscheln wir uns unter den Schattenbaum und relaxen im Schatten.

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Die Größe des Platzes und die Menge der Übernachtungsmöglichkeiten im Umfeld läßt für die Hochsaison Menschenmassen erwarten. Aber noch hält es sich in Grenzen.
Am Abend fahren wir zum Sundowner ins Vlei und genießen unseren Gin / Tonic allein mit ein paar Orxy. Auch hier ist der Parkplatz riesig, aber fast leer. Wir bleiben so lange wie möglich und fahren dem Sonnenuntergang entgegen. Fahrerisch ist das letzte Stück übrigens kein Problem, aber es gibt tagsüber auch einen Shuttle. Abendessen gibt es im Restaurant, da wegen des Windes Grillen und Feuer nur bedingt möglich ist. Es ist aber ganz gut und ohne Küchendienst geht es ins Bett. Diese Nacht ist relativ kühl.

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Teil 614. Aug. 2023
24.03.2023
Die zweite Nacht hat gezeigt, unser Set up funktioniert. Jeder ist mit seinem Schlafplatz zufrieden und langsam haben wir uns eingerichtet.
Die Plätze hier sind zwar nicht groß, aber weit verstreut. Das ist selbst bei so geringer Belegung ganz angenehm.

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Wir fahren in der Früh zum Vlei. Bei ein paar Touristen kann man im Dead Vlei noch Bilder ohne andere Menschen machen, obwohl sich einige Dutzend hier tummeln. Bei ein paar hundert oder tausend ist es vorbei mit der Illusion.

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Frühstück gibt es an der Sundowner Stelle nun mit 3-4 anderen Autos und einigen Fußgruppen, die die umliegenden Dünen erklimmen.

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Auf der Rückfahrt kommt uns ein Pärchen zu Fuß entgegen, allerdings grußlos. Etwas später passieren wir ihr festgefahrenes Auto. Wie das an der Stelle geht und warum sie uns oder andere nicht angehalten haben, wer weiß. Etwas später müssen wir doch noch ran. Ein junger Man hat sich festgefahren und ist im Begriff, seine Kupplung zu ruinieren. Seine Freunde im anderen Auto sind auch keine Hilfe, da keiner einen Plan hat was zu tun ist. Luftdruck abgesenkt ? Nein, nie gehört. Also Luftdruck runter, etwas graben und ein bißchen schieben geht’s wieder. Er freut sich und verrät, dass seine Freundin viel besser off road fahren kann, er sich aber keine Blöße geben wollte. Sehr sympathische Selbsteinschätzung. Wir tanken voll und weiter geht’s Richtung Meer.
Teil 714. Aug. 2023
Auf der Fahrt nach Swakobmund ist eine Übernachtung vorgesehen, aber noch nicht klar, wo. Dafür gibt es einen leckeren Kuchen auf Solitäre.
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Das ist wirklich ein lohnenswerter Stop. Insbesondere, weil es in der großen Schraubenkiste in der Werkstatt die richtige Schrauben für unsere Klappe gibt. Die dafür eingetauschte Sonnenbrille macht den Mechaniker zum Star, weil sie ihm so gut steht. Und seine Kollegen sind ein bißchen neidig…
Auf dem Weg durch spektakuläre Landschaften und den Spreethogepass kommt das Schild „ Hakos Gästefarm „ genau richtig.

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Ein schönes Anwesen, deren Eigentümer sich auf Astronome spezialisiert hat. Dafür gibt es einige Sternwarten auf dem Grundstück.

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Zu den Gästezimmern gibt es 4 kleine aber schöne Stellplätze mit Sanitäranlagen und einem großen Gemeinschaftshaus. Davor campt später noch ein anderes Paar, aber das stört gar nicht. Die Gastgeberin freut sich über den ungeplanten Besuch und ist froh, etwas plaudern zu können. Auf der Anfahrt von der Hauptstrasse zur Farm hat sich aufgrund der Verschränkung wieder die Klappe geöffnet, weil die letzte Halteniete der Kühlschrankschublade auch aufgegeben hat. Einen Teil der Dosen und Ausrüstung im Seitenfach fehlt. Wir wissen aber nicht wo genau auf den letzten 10 KM die Klappe aufging, daher ist Suchen zwecklos.

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Teil 814. Aug. 2023
Auf der Fahr zurück zur Strasse finden wir ein paar verlorene Teile wieder. Ein paar Küchenutensilien fehlen, aber nichts wichtiges.
Die wechselnden Landschaften sind immer wieder schön und langsam kommt Walfish Bay in Sicht. Gegen Mittag sind wir in Swakob und finden problemlos unser Apartment, wenige Gehminuten vom Strand. Die Einfahrt und der Hof sind nicht für große Fahrzeuge gemacht, aber mit ein paar Zentimetern Luft geht es. Die beiden Apartments sind sehr geschmackvoll eingerichtet und mit allem ausgestattet. Wir nutzen die Gelegenheit für eine kleine Waschmaschinenladung.
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Heute ist ein 70.3 Triathlon, den wir uns anschauen. Die Anwohner regen sich genau so über die Sperrungen auf wie bei uns. Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt und die Österreicher freuen sich über ein bißchen ( bayerischen ) Support. Am Nachmittag bummeln wir ein wenig die den Ort und beschließen am Abend auf der Mole zu essen. Wir sind etwas früh, die Jetty ist noch zu. Aber im Tug sitzen und essen wir sehr gut. Auf dem Heimweg ist es kühl windig. Gut, dass wir nicht zelten müssen.

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Teil 914. Aug. 2023
26.03.2023
Es ist feucht-klamm und nebelig. So gar nicht Afrika.
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Der Spar ist um die Ecke, aber da Sonntag ist, bekommen wir keinen Alkohol. Dafür gesunde Eier...
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Am Ortsende tanken wir wieder voll und fahren nach Cape Cross. Das hat sich in den letzten 20 Jahren ganz schön verändert.
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Wir haben Glück, es sind nur wenige andere Touristen da und die Felsen am Parkplatz entpuppen sich als unzählige Robben. Sehr spannend die Tiere zu beobachten, man könnte Stunden hier verbringen.
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Aber wie auf ein Signal bewegen sie sich in Richtung Wasser. Da dann auch noch zahlreiche andere Touristen kommen, die aufdringlich und zum Teil laut schreiend die Robben bedrängen ist nach kurzer Zeit nur noch ein kleiner Teil an Land. Für die Deutschen, die die Tiere richtig wegtreiben, muß man sich fremdschämen. Die Franzosen und Chinesen sind einfach nur vollkommen distanzlos. Diejenigen, die jetzt noch ankommen werden sich wundern, wo die viel beschriebene Robbenkolonie sein soll.

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Teil 1014. Aug. 2023
Ein paar Kilometer im Landesinneren lichten sich die Wolken und die Sonne hat uns wieder.
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Ich habe in Spitzkoppe gebucht. Da waren wir noch nicht und es ist wirklich lohnenswert. Allerdings habe ich nicht wie geglaubt das Community Camping an den Felsen gebucht, sondern ein privates Camp außerhalb des Dorfes. Das ist aber für die Angestellten der Community nichts neues und freundlich weisen sie uns den Weg. Das Camp ist in Hörweite des Dorfs, hat großzügige Stellplätze und einen Pool. Die Verschattung, Dusche und WC sind die oft erlebte Mischung aus noch nicht fertig und schon wieder kaputt. Aber insgesamt die bessere Wahl, wie ich finde. Zum einen stehen die Camper an den Felsen dicht an dicht, zum anderen gibt es hier zumindest eine Dusche und WC.

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Wir buchen noch eine geführte Tour für den Abend, da man die heiligen Plätze auch nur mit Führer besuchen darf ( und zum Teil gar nicht finden würde ).
Um 17.00 Uhr holt uns Benjamin ab. Der private Zeltplatz ist ein Start up eines Locals, der früher in der Community Anlage gearbeitet hat, wie er selber auch. Es scheint ganz gut zu funktionieren.
Wir erkunden mit dem Auto uns zu Fuß die traumhafte Felslandschaft und erfahren viel über Land und Leute und die Historie. Die Zeltplätze innerhalb des Spitzkoppegeländes füllen sich zusehens.

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Der Anstieg zum Bushman Paradise ist ziemlich steil, aber mit vernünftigen Schuhen gut zu gehen. Da müssen Benjamin und ich allein rauf, die Eltern warten lieber am Auto.

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Wegen der Sanitäranlagen und weil wir fast allein sind, sind wir ganz froh, das falsche Camp gebucht zu haben.

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Teil 1116. Aug. 2023
27.03.2023
Ab 5.30 krähen die Hähne des Dorfes, aber es war ansonsten eine gute Nacht.

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Unser Ziel heute ist Palmwag, da war ich auch noch nicht. Die Gegend bis dahin ist kaum besiedelt, nur ein paar Souvenirverkäuferinnen stehen am Straßenrand.

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In Uis tanken wir wieder und füllen im kleinen Supermarkt ein paar Vorräte auf.
Gegen Mittag erreichen wir Palmwag und werden dort freundlich begrüßt. Die Anlange mit Pools wird von Campern und Lodgegästen genutzt, es gibt auch ein Restaurant und eine Bar. Der Hauselefant stellt sich während unseres Aufenthalts leider nicht ein.

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Wir machen nach einer Verschnaufpause einen Gamedrive im Konsessionsgebiet. Fahrerisch durchaus anspruchsvoll wegen der schlechten Sichtbarkeit des Tracks und der zum Teil sehr großen und scharfkantigen Felsen. Die Mondlandschaft ist toll anzuschauen, bis auf wenige Zebras und eine Hyäne machen sich die Tiere leider rar. Trotzdem ist der Ausflug bis zum Viewpoint die Rumpelei wert.
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Es sind noch 3-4 andere Camper hier, aber der Abstand ist groß genug. Am Abend regnet es an den umliegenden Bergen vereinzelt. Ein schöner Platz zum Wiederkommen. Und Mülltrennung gibt es auch 😉

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Teil 1216. Aug. 2023
28.03.2023
Heute geht es nach Osten zum Olifantsrus Camping im Etosha Park. Am Palmwag Gate tanken wir wieder voll und nach einem kurzen Ratsch geht es los. Unterwegs beobachten wir noch eine Giraffe, die durch einen Weidezaun von ihrem Kalb getrennt ist. Beide suchen nach einer Möglihckeit wieder zusammen zu kommen, aber auf die nächsten paar hundert Meter ist das aussichtslos.

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Um 11.00 Uhr sind wir am Gate. Dort wird auch eine Plastiktütenkontrolle im Fahrzeug durchgeführt, alles läuft freundlich und professionell ab. Der erste Gamedrive zum Camp ist durchwachsen. Einige Giraffen und Schildkröten, aber sonst wenig Bewegung.

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Außerdem sind einige Bauarbeiten an den Straßen im Gang. Dafür gefällt uns die Umgebung des Camps gut. Es hat letzte Nacht geregnet und zum Teil steht noch Wasser auf dem Platz. Man sieht aber auch zum Glück, wo das Wasser langelaufen ist. Da muß das Zelt nicht unbedingt stehen. Da wir ziemlich früh sind, können wir uns noch einen schönen Platz am Zaun und Zugang zur riesigen Hide aussuchen. Es kommen immer wieder große Herden von Böcken ans Wasser, aber erst in der Dunkelheit ein einsamer Elefant. Trotz des Zauns und ein paar wenigen Nachbarn fast wie Bushcamping. Nur mit Waschhaus…

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Teil 1316. Aug. 2023
29.03.
Die Hide ist riesig und zweistöckig, mit einer Fensterfront in Wasserhöhe. Wenn mehr Tiere da wären, sicher toll.
Man kann auch nachts dort sitzen, aber trotz zahlreicher Versuche bleibt es relativ ruhig,
Trotzdem schön und da es im Umland immer wieder regnet, müssen die Tieren auch nicht herkommen.

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Nach dem Frühstück geht es weiter nach Okaukuejo. Mit einigen schönen Sichtungen und tollen Wetterbildern sind wir mittags beim Camp.

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Es ist (noch ) ziemlich leer und ich frage die beiden Einweiser, welchen Platz sie nehmen würden. Ihrem Rat folgen wir und haben einen tollen Schattenbaum, Licht und Wasser.

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Am Wasserloch herrscht ein Kommen und Gehen wie immer. Der Campguard kommt immer vorbei, wenn es einen Wechsel der Tiere gibt und so sehen wir schon am Mittag das erste Nashorn.

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Heute ist Entpannen angesagt. Zwischen den einzelnen Power Naps sorgt das Treiben am Wasserloch für genug Abwechslung. Gegen Abend wird der Platz richtig voll. 99 % der Camper sind ruhig und rücksichtsvoll. Insbesondere die Overlander werden scheinbar eingeschworen nicht aufzufallen. Aber 2 – 3 Paar in der Nachbarschaft spielen lautstark bis 23.00 Uhr irgendwelche Würfelspiele. Ich werde nie verstehen, warum die hier sind.

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Teil 1416. Aug. 2023
30.03. Ich war nachts noch zwei Mal beim Wasserloch und es gibt immer etwas zu sehen. Auch der Early Morning Walk führt uns gleich dahin. Unsere Mitcamper sind zum großen Teil schon unterwegs, so ist wieder Ruhe eingekehrt. Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber auch im eingezäunten Camp gibt es genug andere Nachtgeräusche zu hören als die Nachbarn, die sich so verhalten als ob sie am Gardasee stehen.
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Zwischen 7:30 und 8:00 kommen wir morgens los. Die Touris, die wir unterwegs befragen haben trotz Frühstart auch nicht mehr Sichtungsglück. Es ist halt immer die Frage der richtigen Zeit am richtigen Ort...
Ein einsames Auto verrät die Position einer Löwin, die sich aber wegen der stärker werdenden Hitze nicht weiter bewegen wird.

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Also cruisen wir weiter zum Pfannenrand. Der Tag verläuft mehr oder wenige unspektakulär. Wenn man vom vollkommen desolaten Zustand fast aller WCs absieht, die im Park ausgeschildert sind.

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Die sind spektakulär schlecht. Am späteren Nachmittag fahren wir noch einmal in Richtung Löwin. Mit einigem Abstand folgen wir einem anderen Fahrzeug, die in Höhe eines Nashorns fahren. Gleich darauf taucht ein zweites Nashorn auf, so dass jeder eines hat. Nach ausgiebiger Besichtigung schließen wir zu ihnen auf und freuen uns gemeinsam über das Erlebnis.

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Ich frage sie, ob sie Löwen sehen wollen ? Dann geradeaus und nach 3,8 km auf der linken Seite.. Ungläubige Blicke. Aber tatsächlich, bei der Löwin vom Vormittag herrscht mittlerweile Rush hour, was sowohl die Fahrzeugdichte als auch die Löwendichte angeht. Wobei die Löwen deutlich dizipliinierter sind.
Der Fahrzeugblock trennt die Cubs von der Mutter, sie muß sie erst 100 Meter in die falsche Richtung locken, bevor sie die Trasse überqueren wollen. Dann geht es wieder zurück. Wir haben Abstand zum Fahrzeugpulk gehalten. Das gibt uns Möglichkeiten zum rangieren und so viel Überblick, dass wir sehen wohin die allgemeine Marschrichtung des Rudels geht.
So gelingen Abseits der Blockade noch ein paar schone Sichtungen.

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Auf der Rückfahrt bekommen wir als Bonus noch ein Nashorn in einer Suhle. Dazu die tolle Abenstimmung, das war wieder ein schöner Tag

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Teil 1516. Aug. 2023
31.03.
Unsere neuen Nachbarn heute Nacht haben beschlossen, ab 22.00 Uhr die Autoküche in Ordnung zu bringen und den Wagen umzupacken. Das geht natürlich nicht ohne 100 Mal die Türen zuzuschlagen. Gegen Mitternacht frage ich nach, ob sie nicht noch mehr Lärm machen können. Sie waren etwas überrascht, gaben dann aber Ruhe. Na ja, dass hatten wir in Third Bridge auch schon, ist also nicht unbedingt eine Besonderheit der Parkcamps. Trotzdem finde ich es nervig.
Heute geht es nach Halali. Unser Sichtungsglück hält sich in Grenzen, aber wir genießen die Landschaft und auch, dass wir kaum anderen Fahrzeugen begegnen. Der Campingplatz ist riesig, aber fast leer. Auch hier finden wir wieder einen Platz mit Schattenbaum und nicht weit zum Wasserloch. Dort ist es aber zu unterschiedlichen Zeiten relativ ruhig, was die Tiere angeht. Umso mehr Menschen kommen und gehen unverrichteter Dinge.

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Teil 1616. Aug. 2023
01.04.2023
Eine amerikanische Gruppe hat gestern eine Party gefeiert, mit LED Lichterketten und Musik. Langsam sehe ich ein, dass ich mit meiner Vorstellung von Camp- Camping in der Minderheit bin.
Dafür gibt es wieder einen schönen Game Drive Tag mit dem großen Nichts und Elefanten.

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Erst am frühen Abend sind wir zurück und haben das Glück, den Sundowner mit 8! Verschiedenen Nashörner und einer Elefantenherde am Wasserloch zu genießen. Trotz der vielen Menschen ist zu total ruhig bis auf den Jungen mit der Chipstüte ( ungefähr so wie im Kino ) und den Amerikaner mit dem Fußball ! Die große asiatische Reisegruppe kommt zum Glück erst, als wir gehen. Dafür ist es heute Nacht am Platz ruhig, ist auch mal schön.

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Teil 1716. Aug. 2023
02.04.2023
Tanken fällt heute aus, die die Kreditkartenmaschine defekt ist. Aber kein Problem, es war nur für den Fall der Fälle. Auf der Fahrt nach Namutoni begegnen wir stundenlang keinem Auto. Es hat hier auch geregnet, überall steht Wasser und die Tiere sind weit verstreut.

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Es ist heute ziemlich heiß und schwül, da kommt der Pool im Camp gerade recht. In der Ferne braut sich schon wieder ein Gewitter zusammen.
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Wir cruisen am Nachmittag noch einmal am Pfannenrand und haben wieder mehr Glück.

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Das Camp erreichen wir kurz vor einem heftigen Gewitter, innerhalb kurzer Zeit ist alles überschwemmt. Kochen und Essen unter der Markise kenne ich vom letzten Mal, da ist das Ding wirklich unbezahlbar.

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Teil 1816. Aug. 2023
03.04.2023
Unsere französischen Nachbarn entschuldigen sich für den Lärm, den ihre Landsleute letzte Nacht gemacht haben. Sonst hätte man Löwengebrüll, Hyänengeheul und Zebrawiehern noch besser genießen können…

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Wir verlassen den Park mit vielen schönen Eindrücken den Park und machen uns auf zum Waterberg. Am frühen Nachmittag sind wir da. Ein amerikanisches Paar regt sich gerade auf, dass es im Lande keine gluten- und lactosefreien Produkte gibt und reist ziemlich aufgebracht ab. Kunststück, im Laden gibt es fast nichts … . Wäre mal interessant, wo sie jetzt zum Einkaufen hinfahren. Die Menschen sind halt genau so interessant wie die Natur.

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Außer uns sind auf dem schrägen und ausgewaschenen Platz nur noch drei andere Camper. Dafür bekommen wir Besuch von anderen Bewohnern. Nur die Paviane werden zum Glück vom Guide sofort mittels Zwille vertrieben. Das Waschhaus ist in Ordnung und auch der Pool ist ganz ok.

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Wir essen im Restaurant und genießen den Abend bei einem letzten Lagerfeuer.

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Teil 1916. Aug. 2023
04.04.2023
Alles, was wir noch an Vorräten haben schenken wir den beiden Bedienungen vom Restaurant. Sie freuen sich sehr und wir auch, dass die Reste in gute Hände kommen.
Vor der Abfahrt besuchen wir noch den Friedhof. Da kann man schon ins Grübeln kommen, wenn man die Daten betrachtet.

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Zurück in WDH gibt es noch eine Besichtigung des Museums mit Kaffee auf der Dachterrasse und einen Rundgang in der Stadt.
Windhoek verabschiedet uns mit einem Strahlen, das macht den Abschied nach der schönen Reise schwer.

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Ein paar Souveniers müssen auch noch mit und dann geht’s zur Autoübergabe. Ich habe wie immer eine Liste geschrieben, was alles defekt ist ( außer den offensichtlichen Dingen ) wie z.B. das Radlager links und Risse in der Halterung des Aufbaus. Wie immer interessiert das keinen und morgen bekommt der nächste Kunde das Auto mit Mängeln, die abzustellen wären. Dafür müssen wir die verlorenen Ausrüstungsgegenstände nicht zahlen, da wir den Ärger mit der Klappe hatten.
Wir tanken noch gemeinsam auf unsere Rechnung voll und dann bringt uns der Stationsleiter zum Flughafen. Neben den autospezifischen Dingen haben wir ein interessantes Gespräch über das Land und die Entwicklung aus seiner Sicht. ( Hoffentlich fragt mich kein Namibianer über die Entwicklung in Deutschland ). Bis auf das fehlende Beil und Werkzeug war die Avis Erfahrung gut. Auch die Kaution war schnell wieder auf der Kreditkarte. Das Auto war auch gut, der Ford hat gegenüber dem kleinen Hilux Motor deutlich mehr Leistung. Die nach oben öffnende Heckklappe ist wirklich blöd, das Rack für Feuerholz über der Kabine sehr praktisch.
Die Befürchtungen bezüglich des EWD Rückfluges wurde alle nicht wahr. Eine freundliche Crew, genug zu Essen, mehr Freigetränke als gebucht, komfortabel. Ein schöner Schlußpunkt und mit ein bisschen hin – und her hat die Bahn uns auch wieder heimgebracht.
Schön wars!
Teil 2015. Sept. 2023
Hallo Zusammen,
tut mir leid, da ist mir vor Abflug doch die Zeit ausgegangen mich für das Mitlesen und die Kommentare zu bedanken.

@ Friederike: Ich darf aus dem Reisetagebuch meiner Mutter zitieren, die Zitate treffen die Eindrücke wohl am Besten: "Für mich war der Staub besonders schlimm - alles ist staubig" ; "Ich habe mir nicht vorstellen können, wie schön alleincampen sein kann..."; Unvorstellbar, diese Landschaft ist nicht zu beschreiben" ; und nach den Eindrücken zum Schluß: " Ich kann verstehen, dass die Kinder ( also wir ) die Stille vorziehen "

Der Bericht der Bot-Nam Reise in die Stille folgt mit weniger Tempo.

Beste Grüße
Marc

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