Reisebericht

Makuleke & Tuli Wilderness mit EcoTraining

von kalingua · begonnen 08. Juni 2023 · 17 Teile

Teil 108. Juni 2023
Hallo,

im Oktober 22 war ich mit EcoTraining zwei Wochen im südlichen Afrika unterwegs. Einen RB habe ich schon zeitnah danach im Nachbarforum verfasst, aber da ich auch gerne hier den ein oder anderen RB still mitlese, wollte ich jetzt auch mal etwas „zurückgeben“ und kann so selbst nochmal gut in den Erinnerungen schwelgen. Und vor allem ist es auch eine Art der Reise, von der man nicht häufig liest und auch die beiden Destinationen sind hier nicht oft mit in den Routen enthalten 🙂

Noch kurz zu mir und meiner Reiseerfahrung: Christian, 37, männlich, seit 2017 mit meiner Frau schon 3x in SA gewesen (2017: Kapstadt, Garden Route, Addo + Amakhala PGR; 2018: Panoramaroute, Klaserie PGR, Kruger, Wilderness Trail im Hluhluwe-Imfolozi, St. Lucia, Drakensberge, Nambiti PGR; 2019: Kruger, Panoramaroute, Klaserie PGR, Magoebaskloof, Kruger, ReturnAfrica Pafuri Camp, Mapungubwe, Welgevonden PGR). Schon der erste Game Drive im Addo hat mich mit dem Safari-Fieber infiziert und spätestens beim Wilderness-Trail ein Jahr später hat es mich vollkommen erwischt. Dementsprechend wuchs bei mir der Wunsch viel Zeit im Busch zu verbringen und noch mehr darüber zu erfahren. Eine richtige mehrwöchige Field Guide Ausbildung wäre hier natürlich das Optimum. Da Job, Frau und unser kleiner Sohn dies aber nicht „erlauben“, habe ich eine Alternative gesucht.

Ursprünglich war ein sogenanntes zweiwöchiges EcoQuest mit EcoTraining geplant, das ist eine Art Guide-Schnupperkurs, also neben täglichen Aktivitäten hat man da dann noch „Unterrichtseinheiten“. Aus verschiedenen Gründen hat das dann doch nicht geklappt und relativ kurzfristig hat Natucate – die Agentur, wo ich gebucht habe – zusammen mit EcoTraining mir dann folgendes angeboten:

1 Woche „private Safari“ in der Makuleke Concession, ganz oben im Norden des Krugers &
1 Woche Teilnahme am 55-Days Field Guide Course im Northern Tuli Game Reserve


Und dazu habe ich nicht Nein gesagt, schließlich konnte ich so dann auch tatsächlich in eine echte Guide-Ausbildung reinschnuppern als nur einen Schnupperkurs zu machen. Und Makuleke (die 2 Nächte dort 2019 haben mich einfach umgehauen) und Tuli standen eh ganz oben auf meiner Wunschliste von den EcoTraining-Regionen.

Wer mitfahren möchte, darf gerne aufspringen 🙂



























Teil 208. Juni 2023
06. - 08.10.22

Am 06.10.22 ging es dann für mich mit LH von Berlin aus los, abends stieg ich dann in Frankfurt in den Flieger (super Schnäppchen für die Premium Economy geschossen). Beide Flüge waren unspektakulär entspannt, in JNB landeten wir jedoch mit ner halben Stunde Verspätung (LH bzw FRA waren daran nicht schuld).



Anschließend ging es für mich per kostenlosem Shuttle zum Emerald Guesthouse (ca. 5 Min vom Flughafen entfernt und „Startpunkt“ für alle EcoTraining-Kurse). Für eine Nacht ist das dort vollkommen in Ordnung, auch am Abendbrot und Frühstück gab es für den Preis nichts zu meckern.







Am 08.10.22 wurde ich dann nach dem Frühstück von Safari-Link zum Pafuri-Gate gefahren. Ich war der einzige Fahrgast, die Fahrt verlief unkompliziert und mein Fahrer machte einen guten Job. Gegen 14 Uhr kam ich am Kruger-Gate an und wurde dort von Vici, EcoTraining Makuleke Campmanagerin, und Denise, 1-Year-Student aus der Schweiz und gerade als Backup-Guide hier stationiert, empfangen. Noch kurz die Formalitäten am Gate klären (als EcoTraining-Gast zahlt man nur R110 für den Kruger) und dann war ich nach knapp dreieinhalb Jahren endlich wieder im Kruger.

Bis zum Makuleke Camp fährt man ca. 40 Min, erst auf der H1-9 und dann ab auf die nicht öffentlichen Wege Richtung Limpopo. Wer die H1-9 kennt, weiß dass man auf dem Abschnitt nicht sonderlich viel zu sehen bekommt. So waren es für mich auch nur ein zwei Impalas und ne Handvoll Zebras. Aber egal, ich war glücklich endlich wieder hier zu sein 🙂

Im Camp angekommen wurde ich noch von Henry, langjähriger EcoTraining Instructor und großer Birder, begrüßt und zum Zelt gebracht. Die Zelte für die Schüler / Gäste sind für EcoTraining-Verhältnisse schon Luxus. Relativ große Zelte auf einer Plattform mit überdachter Veranda, einem Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und Klo, 2 Betten mit Moskitonetz und ein paar kleine Sideboards um die Klamotten zu verstauen. Da kann man definitiv nicht meckern.

Meine Unterkunft für die erste Woche






Study Deck




Hinten ist mein Zelt zu sehen


Ankunftsplatz / Garage vom Camp


Nachdem ich mich ein bisschen eingerichtet hatte, ging ich zum „Study Deck“, dort wird gegessen und normalerweise findet dort auch der Unterricht statt. Es gab das übliche Sicherheitsbriefing für mich und ich habe mit Henry abgeklärt, was ich denn gerne als einziger „Gast / Schüler“ sehen will / machen will. Ich wollte auf jeden Fall im Lanner Gorge wandern, nachdem ich ihn 2019 schon von oben gesehen habe. Wie passend, dass Henry das sowieso für den nächsten Morgen geplant hatte. Zwischenzeitlich kam noch Tsundzukani an, der in zwei Tagen als Lead-Guide übernimmt, weil Henry abreist.

Kurz darauf ging es dann auch los mit dem ersten Game Drive. Wir sahen viele Zebras (die gibt’s hier wohl häufiger als Impalas), ein paar Kudus, wegrennende Warthogs und diverse gefederte Freunde 🙂



Double Banded Sandgrouse


White-fronted Bee Eater


Kudu-Reste










Die Landschaft am Limpopo ist schon echt traumhaft


Wir entdeckten weiter weg auf der Spitze eines toten Baumes einen Greifvogel. Es war nicht direkt klar, um was es sich handelte, bis dann ein Foto von mir Klarheit schaffte:





Wir hatten tatsächlich einen Palm-Nut Vulture gesichtet. Die sind generell sehr selten (nur ca. 40 Vögel in ganz Südafrika) und bisher gab es in der Pafuri-Gegend nur eine gemeldete Sichtung. Zur Sichtung kam dann zufällig noch eine Gruppe von The Outpost Lodge (neben ReturnAfrica und EcoTraining die einzige Möglichkeit, die Makuleke Concession zu erkunden). Der Guide war mit einer kleinen 3-Generationen-Familie dabei. Der 10-Jährige saß gelangweilt hinten, seine Eltern saßen in der Mitte und fanden es auch ganz cool, und die Oma vorne ist vollkommen ausgeflippt und hat Gänsehaut bekommen, als ich ihr das Foto zeigte. Die war Birderin durch und durch und fand den Palm-Nut Vulture noch viel besser als die Pels Fishing Owl, die man mit Glück auch in der Region zu Gesicht bekommt.



Und als wir dann zu unserem Sundowner-Platz fahren wollten, liefen plötzlich zwei Elefanten durchs hohe Gras auf der Überflutungsebene (der Limpopo ist hier nicht weit weg gewesen). Es war auch schnell klar, wo sie hinwollten: eine kleines Wasserbecken. Wir konnten uns super positionieren und beobachteten die beiden Bullen beim Trinken.







Der größere von den beiden wollte uns dann genauer begutachten und kam ganz langsam immer näher, bis auf zwei drei Meter kam er heran. Er war echt riesig und wir blieben mucks Mäuschen still. Er lief dann noch einmal vorne rum, positionierte sich an der Seite und riss demonstrativ direkt vor uns ein riesiges Büschel Gras aus, was er auf seinen Rücken schleuderte. Danach zogen die beiden wieder weiter und wir waren alle mehr als happy über diese tolle Elefantensichtung.

>





Wir blieben dann einfach für den Sundowner (auch wenn die Sonne schon untergegangen war) an Ort und Stelle, schauten den Elefanten nach, und machten uns dann im Dunkeln auf den Rückweg. Tsundzi übernahm das Spotlight und entdeckte 2 Genets und eine Bushpig-Familie (sowas sieht man hier auch nicht alle Tage).



Nach dem äußerst gelungenen ersten Game Drive gab es im Camp dann das Abendessen. Es gab panierte Chicken-Stripes, Kartoffeln mit Sour Creme und Cole Slaw und als Nachtisch noch irgendeinen „Milk-Cake“. Alles wirklich sehr lecker. Nach einem Bierchen gings dann für alle ins Bett. Ich hatte mich noch auf die Veranda gesetzt, Fotos durchgeschaut und gesichert. Währenddessen muss um die Ecke, vermutlich am anderen Campende, mindestens ein Elefant gewesen sein, da ich immer wieder hörte, wie große Äste brachen. Hyänen habe ich auch noch gehört. So lässt sich der Abend doch gut ausklingen. Der Wecker wurde auf 4:30 gestellt 🙂
Teil 308. Juni 2023
09.10.22

Um 4:30 klingelte mein Wecker, das Thermometer zeigte angenehme 17 Grad an und kurz darauf ertönten auch die Trommeln zum Aufstehen. Nach der Dusche raschelte es in meiner Zeltecke und ich entdeckte meinen ersten Besucher. Eine Akazienratte kletterte auf meinem aufgeklappten Koffer rum, und die dachte gar nicht daran zu verschwinden, selbst als ich meinen Fuß in ihre Richtung bewegte, machte sie keine Anstalten meinen Koffer in Ruhe zu lassen. Irgendwann verkroch sie sich endlich wieder in ihre Ecke und ich lasse seitdem auch für nen kurzen Moment nichts mehr offen. First Lesson learned 🙂





Nach dem Kaffee machten wir uns wieder zu viert auf den Weg, wir fuhren Richtung ReturnAfrica und kamen irgendwann auch am Airstrip und dem Baobab House vorbei, danach ging es am Ufer des Luvuvhus immer weiter. Auf dem Weg sahen wir viel Plains Game, natürlich Impalas, viele Nyalas, Kudus, sogar ein paar Elands.









Zwischendurch hatte man immer wieder mal einen schönen Blick über den Fluss. Gestoppt haben wir jedoch nur selten und nie lange, schließlich hatten wir ein Ziel: Den Luvuvhu Richtung Lanner Gorge Aussichtspunkt entlang walken. Möglich ist das auch nicht immer, das Zeitfenster zwischen „noch zu viel Wasser“ und „es wird schon wieder zu viel Wasser“ ist nicht sonderlich groß. Henry ist seit 17 Jahren in der Industrie tätig, war schon unzählige Male in Makuleke und dennoch war dies sein erster Walk im Gorge.

Von hier aus starteten wir unseren Walk


Mit Krokodil-Begrüßung


Um 6:30 ging es dann den kurzen Weg in Reih und Glied zum Fluss hinunter, sobald wir aber im Wasser waren, konnte die übliche Walking-Formation aufgebrochen werden. Die Schuhe blieben durchgängig aus, der Luvuvhu floss noch, teilweise war das Wasser knietief, und die Sandbänke waren so klein, dass sich ein An- und Ausziehen der Schuhe nie gelohnt hätte. Die Landschaft dort ist einfach unglaublich schön, schwer in Worte zu fassen und auch die Fotos geben nicht die volle Größe und Schönheit wieder. Ständig konnte man stehenblieben und einfach nur staunen.















Nach anderthalb Stunden machten wir unsere erste Kaffeepause, die große Felsenwand spendete uns zu dieser Zeit auch noch ausreichend Schatten.

Hier sieht man im Größenvergleich wie hoch die Felswand war










Um 9:30 legten wir eine Schwimmpause ein, die Sonne brannte schon recht ordentlich und der Sand war mittlerweile so erhitzt, dass man darauf nur noch ein paar Schritte laufen konnte. Die Stelle, die wir uns ausgesucht hatten, war teilweise auch so tief, dass man nicht mehr stehen konnte, und auch voll von größeren Fischen. Das kühle Nass tat echt gut und wir hatten definitiv unseren Spaß.





White-crowned Lapwing Eier an unserer "Badestelle"


Und dann war es auch langsam Zeit für den Rückweg, wir hatten eigentlich gar nicht geplant so lange unterwegs zu sein und dementsprechend spärlich war unsere Verpflegung. Somit ging es ohne großartig längere Stopps mit zwei kürzeren Schattenpausen zurück durch den Fluss.



White-fronted Bee-eater über uns


An der letzten Biegung vor unserem Auto Stand dann an Ufer ein Dagga Boy. Nachdem alle Möglichkeiten durchgesprochen wurden, wie der Büffel eventuell reagieren könnte, liefen wir im Wasser den Weg, den der Büffel am allerwenigsten nehmen würde. Der hatte offenbar aber sowieso keinen Bock auf uns und lief die Böschung hoch als wir näherkamen.





Nach 5,5 Std im Fluss und ca. 16.000 Schritten durchs Wasser oder auf Sand saßen wir wieder im Auto und machten uns auf den Rückweg.

An Impalas und Nyalas wurde vorbeigefahren. Gestoppt hatten wir jedoch für Elands, die zusammen sich mit Wasserböcken an einer malerischen Stelle zusammengefunden hatten.







Da im Hintergrund ist die Brücke der H1-9 wonach dann die Makuleke Concession beginnt


Und kurz bevor wir wieder auf die Teerstraße bogen, lag noch mitten auf dem Weg ein White-fronted Bee Eater im Sand. So heizt er sich bzw seine Feder richtig auf und entfernt so auch Parasiten.



Der Walk war so lang und anstrengend, dass Tsundzi sogar auf den Gravel Roads einschlief


7,5 Std später waren wir dann endlich zurück im Camp. So spät, dass wir direkt Breakfast und Lunch auf einmal serviert bekamen. Das, und viele kalte Getränke, waren nach dem „Morning“ Walk auch echt nötig. Das Thermometer zeigte 14 Uhr dann 38 Grad an, im Schatten und in meinem Zelt. Ich hatte es versucht, aber bei den Temperaturen und null Wind war an einen Mittagsschlaf für mich nicht zu denken, auch wenn ich ihn echt gebraucht hätte. Somit ging ich aufs Study Deck, sicherte Fotos usw.

Auf einen ausgiebigen Nachmittagsdrive wurde heute verzichtet, dafür fuhren wir einfach auf direktestem Wege zum Sundowner zum Limpopo. Gesichtet hatten wir trotzdem noch eine Giraffe. In anderen Teilen des Krugers teilweise an jeder Ecke zu sehen, hier oben im Norden aber echte Seltenheit.



Baboons machen sich aus dem Staub, als wir uns dem Limpopo nährten




Der Sonnenuntergang im trockenen Limpopo (bis Anfang September ist eher wohl immer noch geflossen) war sehr entspannt und schön. Ein typischer südafrikanischer Sonnenuntergang, von denen man nie genug haben kann.





Die zweite Hälfte des Rückweges fuhren wir dann in kompletter Dunkelheit, also Dunkel war es nicht, denn der Vollmond sorgte für ausreichend Beleuchtung, aber jegliches Licht vom Auto war aus. Auch eine besondere Erfahrung.

Zum Abendessen gab es reichlich Beef Stew mit Reis, Kürbis und Brokkoli. Sehr lecker. Alle verzogen sich anschließend recht flott in ihre Zelte. Ich setzte mich mit Laptop noch auf meine Veranda zur Fotosicherung und Reisebericht schreiben. Plötzlich hörte ich aus dem inneren meines Zeltes ein Rascheln. Tatsächlich befand sich direkt hinter mir eine kleine Echse. Als ich reinkam, verdrückte sie gerade den Rest einer Motte. Danke dafür, aber erschreckt hatte ich mich trotzdem ein bisschen.

Um 22 Uhr legte ich mich nach einer kalten Dusche dann ins Bett und hoffte, dass es Nachts noch deutlich abkühlen würde, 27 Grad sind mir zum Schlafen einfach zu warm 🙂
Teil 409. Juni 2023
10.10.22

Auch heute klingelte um 4:30 der Wecker und auch um 5:30 sind wir wieder losgefahren, nur diesmal bei 23 anstatt 17 Grad.





Eins meiner Lieblingsfotos aus Makuleke 🙂


Marabou auf der Überflutungsebene


Verreaux's Eagle-owl


Beweisfoto meines ersten Brown-headed Parrots


Unser Fahrzeug (“Ecotraining Makuleke 2”), das Sonnenverdeck ist zwar für Fotos nicht immer optimal, aber bei den Temperaturen der Woche war es auf jeden Fall nicht verkehrt.


Es ging runter zum Limpopo und von dort aus dann zu Fuß weiter bis in einen Jackelberry Tree Forrest. Der Himmel war bewölkt und es wurde nicht allzu warm. Der Walk blieb sichtungslos (was die Vierbeiner betrifft), aber nicht weniger schön. Der Bereich um dem Limpopo ist recht dicht bewachsen, auch mit Fever Trees, und große Baobabs sind in Makuleke natürlich auch nie weit entfernt.

African harrier-hawk / Gymnogene






Unsere Kaffeepause machten wir unter einem riesigen Jackelberry, der Wald dort was hatte was von einem Märchenwald.


Trumpeter Hornbill










Der Rückweg führte uns vom Prinzip die gleiche Strecke zurück, nur diesmal ein bisschen weiter weg vom Limpopo.





Martial Eagle


Auf der Rückfahrt entdeckten wir noch eine recht frische tote Eland. Offenbar ein natürlicher Tod und bisher von Aasfressern noch unentdeckt. Das bleibt aber sicherlich nicht lange so, somit stand der Plan für den Nachmittagsdrive auch schon mal fest.





Um 9:30 waren wir zum Frühstück und hieß es auch Abschied nehmen von Henry. Er hatte andere Verpflichtungen und muss zurück nach Hoedspruit. Schade aus zweierlei Gründen, zum einen ist er echt ein super Typ mit unglaublich viel Erfahrung. Zum anderen bedeutete es, dass es für mich in Makuleke keine weiteren Walks geben würde. Weder Tsundzi (ihm fehlen noch ca. 50 Std als Backup) noch Denise haben die Bescheinigung zur First Rifle. Aber da es gestern eh schon meinen Wunsch-Walk gab, war das jetzt auch nicht so wild für mich 🙂

Nach dem Frühstück habe ich erstmal noch nen Stündchen geschlafen und bin dann im Camp mit Kamera bewaffnet umherzogen. Wirklich viele Vögel konnte ich leider nicht entdecken, entweder habe ich sie nur gehört oder sie waren zu weit weg. Ein bisschen Glück hatte ich jedoch schon:

Female Village Indigobird


Southern grey-headed sparrow




Brown-hooded Kingfisher (übrigens eher nicht am Wasser anzutreffen, da keine Fische auf seinem Speiseplan stehen)


Kurrichance Thrush


Beim anschließenden Fotosichern und Akkus aufladen (zur Mittagszeit wird bei Bedarf der Generator angeworfen) schaute dann nen Squirrel vorbei.


Nach dem Lunch bin ich mit Tsundzi alleine losgefahren, Denise hatte noch Camp Duties zu erledigen. Direkt losgekommen sind wir aber nicht, da auf beiden Campseiten noch Elefanten im schnellen Tempo vorbeizogen.



Wir wollten natürlich zu dem toten Eland. Auf dem Weg dahin sahen wir viele Vögel und Elefanten, darunter einen nassen, Kudus und Zebras.

Broad-billed Roller


Brown Snake Eagle


Black-chested Snake Eagle


Black-headed Oriole


Dark-capped Bulbul






Hamerkop


Goliath Heron




Beim Eland hatte sich bisher noch nichts getan. Aber irgendwann werden die Hyänen schon kommen. Von denen soll es hier übrigens recht viele geben, die sind unter anderem auch ein Grund, wieso es hier keine Löwen gibt (Ende 2022/Anfang 2023 wurden 2 Males aus dem Süden, die in den Marloth Park gelangt sind, in Pafuri ausgesetzt. Mittlerweile sind sie aber aus der Region verschwunden und dafür wird ab und zu ein anderer männlicher Löwe gesichtet). Es müsste schon ein großes starkes Rudeln kommen, um es mit den Clans aufzunehmen und viel Freude hätten sie dann trotzdem nicht. Wenig Freude hatten die Löwen in der Vergangenheit auch gegenüber in Simbabwe, wo sie lange gejagt wurden.

Esel aus Simbabwe


Wir fuhren dann weiter zu einem schönen Sundowner Spot mit Blick über den Limpopo, an der Stelle waren noch ein paar kleine Tümpel übrig, ansonsten ist er aber staubtrocken gewesen. Vom Sonnenuntergang haben wir dann aber nicht viel mitbekommen, Tsundzi erzählte mir seine Geschichte bzw. berufliche Laufbahn. Er ist seit 6 Jahren in der Industrie, hat anfangs 3 Jahre in Londolozi als Tracker gearbeitet (seine Familie wohnt vor den Toren Sabi Sands und viele aus seiner Verwandschaft arbeiten auch in dem Geschäft), hat dann als Instructor bei der Tracking-School angefangen und ist mittlerweile Lead Tracking Instructor bei EcoTracker (Fusion der Tracking-School mit EcoTraining). Und nebenbei hat er ein gemeinnütziges Projekt ins Leben gerufen, um den Kindern in seinem Dorf die Möglichkeit, in der Industrie zu arbeiten, zu eröffnen. Er geht dafür in die Grundschulen, erzählt den Kindern was über Conservation, fährt mit ihnen in den Kruger und besorgt ihnen Schulrucksäcke usw. (er hat mir erzählt, dass die Poacher an Schulkinder herantreten und ihnen coole Rucksäcke schenken. Mit diesem Rucksack soll das Kind dann jedoch zb. nach der Schule zusammen mit nem Poacher nach Johannesburg fahren. Und kein Polizist wird bei einer Kontrolle in dem Schulrucksack nach einem Rhinohorn suchen. Perfide Geschichte 😵 ). Mit diesen Sachen möchte er verhindern, dass die Kinder auf die schiefe Bahn geraten und die Natur schätzen lernen.

Auf dem Rückweg entdeckte Tsundzi noch ein Civet. Nachdem wir morgens in der Gegend die Tracks gesehen haben, gab es später noch das passende Tier dazu (nur jedoch kein entsprechendes Foto)

Zum Dinner gab es Hähnchenspieße, Würstchen und Pap. Ein leckeres Braai-Essen.



Anschließend setzte ich mich in mein Zelt und tippte den Reisebericht. Gegen 21:30 konnte ich in der Ferne brechende Äste hören. Irgendwann wurde das Geräusch immer lauter und ich versuchte mit der Taschenlampe durch meine Zeltfenster (so dicke Fliegengitter) zu leuchten, das funktionierte nicht. Also schaltete ich alle Lampen im Zelt aus und konnte so dank dem Mondlicht gut nach draußen schauen… Mein Herz blieb fast stehen, denn ein riesiger Elefantenbulle stand mittlerweile schon genau vor meiner Veranda. Er hob den Rüssel und riss sich ein paar Blätter vom Baum. Danach lief der zwischen Baum und Veranda direkt an meine Zeltseite. Das riesige Tier verdeckte fast vollständig die Seite. Er stand dort ruhig, machte seine Grummelgeräusche und ich kauerte mich in die Mitte des Zeltes und starrte ihn ängstlich, aber auch fasziniert an. Der riesige Elefant gespenstisch angestrahlt vom Mondlicht, und ich nur anderthalb Meter von ihm entfernt, einzig getrennt durch eine dünne Zeltwand. Nachdem er endlich gemächlich hinter meinem Zelt entlang lief konnte ich durchatmen. Aber auch nicht lange, ständig kamen weitere Elefantenbullen genau an meinem Zelt vorbei. Teilweise wieder direkt dran, teilweise ein paar Meter entfernt. Ich wollte nicht ihre Aufmerksamkeit auf mich ziehen, so blieb ich weitestgehend ruhig, bewegte mich nur langsam, damit die Dielen nicht zu dolle knarzten und ließ das Licht aus (letztendlich war mein Verhalten übertrieben vorsichtig, aber irgendwie habe ich mich damit besser gefühlt). Nur an Schlaf war da für mich nicht zu denken, a) war das ganze viel zu spannend und b) machten die Elefanten zu viel Lärm beim Äste abbrechen. Und immer wenn ich dachte, es ist jetzt endlich Ruhe, kam schon der nächste Elefant vorbei. Das ganze zog sich ca. anderthalb Stunden, bis ich dann um 23:30 im Bett lag und endlich einschlief…
Teil 509. Juni 2023
11.10.22

Die Nacht war für alle im Camp “dank” der Elefanten äußerst kurz, die waren hier letztendlich überall und haben jeden vom Schlaf abgehalten. Nichtsdestotrotz ging es für uns um 5:15 los. Wir wollten schnell nach dem toten Eland schauen und dann weiter zum Crooks Corner.



Auf dem Weg dahin gab es erstmal Elefanten. Darunter auch ganz kurz eine kleine Breeding Herd, die erste hier für mich, ansonsten hatten wir bisher ausnahmslos Bullen(Gruppen) gesehen. Wir konnten auch sehen, dass ein kleiner Elefant Probleme mit seinem Fuß hat.





Hier kann man erahnen, dass bei dem Fuß etwas nicht stimmt.


An der nächsten Wasserstelle war gerade eine Hyäne mit ihrem Bad fertig. Für uns natürlich ein gutes Zeichen für den Eland-Kadaver. Aber nichts da… Der Kadaver blieb auch in dieser Nacht unangerührt und die Hyäne lief in eine andere Richtung.





Somit machten wir uns weiter auf den Weg zu unserem Kaffee-Pausen-Ziel.

Swainson's Spurfowl


Elands sind fast so gut im Weglaufen wie Warthogs.


Der Weg führte kurz am Fever Tree Forest vorbei, wo wir einen schwarzen Baboon entdeckten (2018 hatten wir schon einen leuzistisches Baboon am Cape Vidal gesehen)




Dann gab es noch eine kleine Herde Büffel, ein süßes Zebra an einem Kratzbaum und natürlich den ein oder anderen Vogel.

African fish eagle










Purple Roller (leider nicht im besten Licht)


Am Crooks Corner angekommen, ging es runter in den Limpopo. Ich legte mich vor dem Luvuvhu in den Sand und versuchte Low-Angle-Shots von den beiden ansässigen Hippos zu machen.





Das klappte soweit auch ganz gut, nur leider verschwand eins schnell und das andere machte keine Anstalten das Maul zu öffnen.







Als auch das untertauchte und sich selbst nach 10 min nicht mehr blicken ließ, gab ich mein Vorhaben auf. Da mittlerweile zwei Fahrzeuge von ReturnAfrica angekommen sind, packten wir zusammen und fuhren noch ein Stück weiter um dort dann in Ruhe unseren Kaffee zu trinken.





“White-fronted bee-eater with a bee”




Beim anschließenden Frühstück war jedem die Müdigkeit anzusehen, zum Glück war es noch nicht so heiß, sodass ich mit vollem Magen knapp 2 Stunden geschlafen habe. Danach ging für mich bewaffnet mit Laptop aufs Study Deck zum Bilder sichten, aussortieren und sichern.

Um 16 Uhr ging es wieder los zum Game Drive. Auch diesmal ging es für uns Richtung Kadaver – irgendwann muss doch mal jemand zum kostenlosen Buffet vorbeikommen.



Auf dem Weg dorthin entdeckten wir die kleine Breeding Herd vom Morgen wieder. Der Elefant mit dem verletzten Bein, hat offenbar am hinteren Teil noch ein Stück einer Snare im Fuß. Der Fuß ist dolle geschwollen und behindert ihn beim Laufen, er hinkt. Beeindruckend war zu sehen, wir er sich Sand auf seine Wunde warf um Parasiten zu entfernen. Der kleinste in der Herde wurde von den anderen Familienmitgliedern gut abgeschirmt und auch sonst wirkte die Herde recht nervös, vermutlich wegen dem ganz Kleinen und dem verletzten Jüngling. Außerdem war es heute äußerst windig, was Elefanten nicht sonderlich gefällt.









Hier erkennt man gut die Snare




Die Herde zog langsam weiter und wir machten uns auch weiter Richtung Kadaver. Leider war der immer noch unangerührt… Dafür konnte ich an der Stelle noch schön einen Fish Eagle im Flug erwischen.









Da wir recht lange brauchten, bis wir hier ankamen, warfen wir unseren Plan, bis zum Luvuvuhu zu fahren, über Bord und blieben noch bei weiteren Elefanten in der Gegend.

















Burchel's coucal






Anschließend sind wir dann runter zum Limpopo zu fahern. Dort sind ständig Schwärme von Red-billed queleas umhergeflogen.

Ecotraining hat vor einiger Zeit übrigens ihren Slogan von “Pioneer & Leader in Safari Guide & Wildlife Training” in “Guides and Guardians” geändert, da auch immer mehr Internationale Kurse dort buchen und davon nur ein Bruchteil tatsächlich dann auch in Südafrika arbeitet. Sie aber auch in ihren Heimatländern als “Guardians” fungieren.








Nach dem Abendessen (ne gute Bolo) sah ich vor meinem Zelt noch eine Genet. Und in meinem Zelt eine Fledermaus. Natürlich nicht gefährlich, aber direkt überm Bett auch nicht wirklich angenehm. Tsundzukani hat sie dann freundlich (mit einem Besenähnlichen Ding zum Ausschlagen von Feuer) herausgebeten. Zum Einschlafen gab es dann noch viel lautes Hyänen-Geschrei.
Teil 612. Juni 2023
12.10.22

Das war die erste Nacht, wo ich schon um 21 Uhr eingeschlafen bin und echt gut ohne Störung geschlafen habe. Nur war es morgens mit 17 Grad recht frisch (Spoiler: Nachmittags kratzte das Quecksilber dann trotzdem an der 40 Grad Marke). Wie schon gestern, ging es wieder um 5:15 los.



Ring-necked dove


Diesmal ging es jedoch ohne Eland-Kadaver-Check auf direktem Weg zum Luvuvhu. Auf dem Weg dahin gab es zwei schöne Elefantenbegegnungen. Einfach immer wieder beeindruckend und intensiv, wenn so ein riesiges Tier erst ne kleine Show abliefert und dann direkt neben dem Fahrzeug vorbeiläuft, so nah, dass man ihn anfassen könnte.













Außerdem noch ein paar Gnus, die sind hier auch nicht allzu oft anzutreffen.


Laughing Dove


Zum Luvuvhu gelangt vom EcoTraining Camp am schnellsten, wenn man zur Teerstraße fährt und dann kurz vor der Brücke rechts abbiegt, am Baobab House von ReturnAfrica vorbei und „schon“ ist man am Fluss. Der Weg bietet immer wieder großartige Aussichten. Und man trifft dort viele Nyalas an, und auch sonst viel Plains Game.

Grey-headed Bushshrike


Red-crested Korhaan




Meves's Starling




Die Egyptian Goose machte lautstark Radau


An unserem Kaffeespot gab es viele White-fronted Bee-eaters.








Crested Gunieafowl


Auf dem Rückweg entdeckten wir noch einen ganz kleinen Jackal-Puppie, jedoch gut versteckt, aber trotzdem äußerst süß.




Futterreste


African Hoopoe


Saddle-billed stork






Golden-breasted Bunting


Da wir noch gut in der Zeit waren, schauten wir auf dem Rückweg nochmal beim Kadaver vorbei. Leider haben die Hyänen in der Nacht alles verspeist und nichts übriggelassen. Ich hoffe jetzt mal, dass es tatsächlich in der Nacht passierte, und nicht erst morgens während wir zum Fluss gefahren sind. Aber da man nachts echt viele Hyänen gehört hat, haut das vermutlich gut hin. Somit sind wir insgesamt 5x am Kadaver gewesen, 4x blieb er unangerührt und 1x war nichts mehr da…


Kurz vorm Frühstück war ich noch auf meiner Veranda, als ich plötzlich etwas im Augenwinkel auf dem Weg (bzw der Feuerschneise) ums Camp herum sah… Eine riesige Black Mamba schlich da entlang. Ich holte sofort meine Kamera und konnte dann sehen, dass sie gerade eine Akazienratte erlegt hatte. Vermutlich die Akazienratte, die mich schon mehrfach im Zelt besucht und erschreckt hatte. Mit ausreichend Abstand und dem 100-500 mm ging ich die paar Treppenstufen hinunter und konnte so noch sehen, wie die Black Mamba die Ratte verdrückte.











Trotz meiner lauten Rufe, dass hier eine Schlange mit Kill ist, war ich der Einzige, der das miterleben durfte. Echt krass. Eine der gefährlichsten Schlangen Südafrikas bzw. der Welt direkt vor meinem Zelt, und dann auch noch mit Kill. Wow. Beim Frühstück erfuhr ich dann, dass die wohl häufiger im / ums Camp gesichtet wird. Und auch, dass im EcoTraining Camp in Selati eine Mozambique Spitting Corba „wohnt“. Passiert ist in den ganzen Jahren zum Glück noch nie was und die Schlangen werden auch nur entfernt bzw. kurzfristig umgesetzt, wenn sie direkt im / an einem Zelt sind.

Nach einem kurzen Mittagsschlaf ging ich meinem üblichen Zeitvertreib nach und fotografierte auch noch einige Birds im Camp.

Bearded scrub robin




Brown-hooded kingfisher


Red-billed Firefinch


Female Southern Masked Weavers mit Blue Waxbill


Crested Francolin


Crested Barbet


Um 16 Uhr ging es dann wieder los. Unsere Route der letzten Tage zum Eland-Kadaver brauchten wir nun nicht mehr fahren (auch wenn die echt immer schön war). Wir fuhren in die andere Richtung, also den Limpopo hoch Richtung Pafuri Gate. Auch hier gab es wieder tolle Elefantensichtungen.



An einem großen Dam hielten wir für ein paar Fotos.

Yellow Billed Storks, Grey Herons & African spoonbills


Juv Saddled-billed Stork








Und wir nannten uns nun „Team Carcass“, denn wir entdeckten noch einen toten Buffalo. Ok, der lag direkt neben dem Weg, unübersehbar. Aber die Gegend ist so gelegen, dass dort eigentlich nur EcoTraining langfährt. Auch hier ist von einem natürlichen Tod auszugehen, jedoch hatte er eine Snare am Vorderfuß. Vermutlich war das letztendlich die Ursache für seinen Tod. Der Plan für den nächsten Nachmittagsdrive – leider meinen letzten hier – stand damit aber auch schon mal fest.





Wir wollten dann weiter zu unserem Sundownerplatz, sind aber nicht weit gekommen, da ein großer Elefantenbulle den Weg versperrte. Und er versperrte ihn wirklich, ungefähr 30 min kamen wir nicht vorwärts. Der Elefant stand weitestgehend regungslos vor uns. Und auch null aggressiv, obwohl er mitten in der Musth war. Rückwärts wieder zurück kam erstmal auch nicht in Frage, da 50 Meter hinter uns auf dem Weg auch Elefanten waren. Zwischendurch wurde die Situation kurz brenzlich, denn unser Fahrzeug ließ sich plötzlich nicht mehr starten. Wir scherzten schon, dass wir zu wenig Bier dabeihätten, um hier noch Ewigkeiten zu warten, als es dann doch wieder ansprang. Glück gehabt. Somit konnten wir dann auch endlich rückwärtsfahren, wenden und zurückfahren. Die Elefanten waren zwar noch da, aber nach der halben Stunde mittlerweile schon weiter im Bush ohne uns den Weg zu versperren.



Zecken mögen auch Elefanten (der kleine weiße Punkt in der Mitte des Fotos)




Unseren Sundowner hatten wir dann am Dam von vorhin, auch vollkommen ok 🙂


Auf dem Rückweg jubelte Tsundzukani plötzlich wild los. Er hatte ein Chamäleon entdeckt, sein zweites dieser Saison, und war darüber echt happy. Mir ist es auch unbegreiflich, wie er das kleine Ding spotten konnte. Aber er meinte, wenn man weiß wonach man Ausschau halten muss, ist es wohl gar nicht so schwer. Also für nen geübten Tracker / Spotter…



Beim Abendessen war dann der EcoTraining-Fahrer mit anwesend. Er ist morgens von Johannesburg aus mit den Teilnehmern vom 55 Tage Kurs zur Grenze und dann nach Makuleke gefahren, wo er den morgigen Tag „frei“ zu Erholung hat, um mich dann am Freitagmorgen ebenfalls zur Grenze zu fahren. Ich war natürlich neugierig, wen er denn so gefahren hat. Insgesamt sind es wohl 8 Teilnehmer, 1x Deutsch, 1x Holländisch, 1x Amerikanisch, 1x Neuseeländisch und 4x Südafrikanisch. Davon 1 Person um die 70 Jahre, der Rest recht jung. Ich bin gespannt… und auch schon ein klein wenig wehmütig, denn für mich gibt es nur noch 2 Drives in Makuleke.
Teil 712. Juni 2023
13.10.22

Der letzte Tag in Makuleke beginnt für mich recht müde, denn gegen 3:30 schlich eine Hyäne durchs Camp, was die Baboons so gar nicht cool fanden und dies auch jeden lautstark wissen ließen.

Zum Kaffeestop sollte es in den Fever Tree Forest gehen. Denn direkt daneben befindet sich auch ein großer Dam, in dem viele Hippos sein sollen, schließlich fehlt mir noch ein Foto von einem Hippo mit offenem Maul. Und den steuerten wir zuerst an. Auf der etwa einstündigen Fahrt gab es Büffel, ein paar Elefanten und natürlich den ein oder anderen Vogel.





Nen kleineren Ast hat er wohl nicht gefunden


Kori Bustard


Female Purple Indigobird


Beim Dam angekommen gingen wir runter ans Ufer, begrüßt wurden wir von Elands.






Ein halbe Stunde saßen wir am Ufer und beobachteten ein Gruppe von ca. 20 Hippos. Es passierte jedoch nicht wirklich viel, kurz mal ein bisschen Action, aber kein weit geöffnetes Maul.














Irgendwann tat mir ein Hippo dann doch noch den Gefallen, zwar war das Maul nicht sperrangelweit offen, aber immerhin wurden halbwegs die Zähne gezeigt.


Danach ging es in den Fever Tree Forrest, dort stand aber schon ein Fahrzeug von The Outpost. Da wollten wir nicht stören und fuhren dann ein Stück weiter an den Luvuvhu an einen schönen Spot.




Juvenile Fish Eagle




Auf dem Rückweg entfernten wir noch einen umgeworfenen Baum vom Weg


Und entdeckten eine Schlangenhaut


Auf den Mittagsschlaf nach dem Frühstück verzichtete ich, denn es stand noch einiges auf dem „Programm“. Ich hatte bisher noch vollkommen verplant ein paar Fotos und Videos vom Camp zu machen. Dann war ich noch mit Tsundzukani zum Vogelbestimmen verabredet und wollte auch nochmal ausgiebig die Vögel an dem kleinen Vogelbecken fotografieren. Da ist immer viel los, aber leider liegt es direkt unter einem dichten dunklen Busch. Die Lichtverhältnisse sind echt nicht optimal, insbesondere wenn man die Verschlusszeit so wählt, dass auch fliegende Vögel erwischt werden. Der Schärfebereich ist nicht sonderlich groß, trotz F10, und die ISO war teilweise bei 25.600 (also echt richtig hoch). Mit Lightroom & Topaz und dank dem ausgezeichneten Rauschverhalten der R6 sind die Fotos aber dann doch recht brauchbar geworden. Es folgen jetzt viele Vogelfotos, zu sehen gibt es Red-billed Firefinch (male, female & juvenile), Blue Waxbills, Southern Masked Weaver (male & female), Grey-headed Sparrows, Yellow-bellied Greenbul, Dark-capped bulbul, Meves's Starling, Emerald-spotted Wood Dove und zusätzlich viele kleine Insekten die zufällig mit im Schärfebereich gelandet sind:

































Man achte auf den blinden Passagier auf dem Hauer


Nach dem Lunch wollten wir – „Team Carcass“ – natürlich nochmal zum toten Buffalo. Den haben die Hyänen leider noch nicht gerochen (der Wind stand wohl auch ungünstig), gestunken hat der Kadaver aber trotzdem tierisch. Niemand hatte ihn angerührt, nur die Anzahl der Maden am Kopf hat sich in den 24 Stunden ungefähr verhundertfacht. Es waren sooo viele sind, dass durchgehend Massen von oben runterpruzelten.





Die beiden Bullen hatten tatsächlich beide nur noch einen linken Stoßzahn






Am Dam daneben beobachteten wir dann einen Elefantenbullen, der offenbar ein wenig Probleme hatte aus dem Schlamm zu gelangen. Immer wieder bewegte er sich ein Stück, sammelte neue Kräfte, bis er dann endlich rausschaffte.











Marabou mit fliegendem Fisch im Wasser


Spur-winged Goose


Da uns diesmal kein Elefant den Weg versperrte, konnten wir die Fahrt zum Sundowner-Spot fortsetzen. Der Weg war jedoch nur äußerst langsam und mit viel Kopfeinziehen / zur Seite ducken zu befahren. Hier ist schon so lange keiner mehr gefahren, dass die Büsche und Äste teilweise weit in Weg ragten. Teilweise musste man auch rätseln, wo es überhaupt langgeht.



Irgendwann hatten wir den Abschnitt aber hinter uns gebracht und landeten plötzlich auf einer weiten Ebene. Von dort ging es dann den Hügel für einen letzten Sundowner hinauf. Makuleke verabschiedete sich bei mir mit einem wirklich schönen Sonnenuntergang.





Zwischen den Bäumen ist der Dam von gerade eben zu erkennen








Zum Essen gab es dann leckere Braai-Hähnchensticks, dabei brechende Äste von Elefanten nicht unweit vom Camp entfernt und anschließend noch ein Thick tailed Bushbaby über den Zelten.



Teil 813. Juni 2023
14.10.22 – Teil 1

Der Wecker klingelte wieder mal früh, denn um 5:30 Uhr musste ich Makuleke leider schon verlassen 🙁




Fazit Makuleke
Das EcoTraining-Camp in Makuleke ist schon echt „Luxus“. Die Zelte sind schön groß, sauber und ganz gut in Schuss. Das Bad mit Dusche ist äußerst praktisch und warmes Wasser kam recht zügig (bei den Temperaturen musste man eher warten, dass das Wasser kalt wurde). Das Essen war immer leckere „südafrikanische Hausmannskost“, gegessen würde mit den Guides und Campmanagerin zusammen auf dem Study Deck. Von allem war immer mehr als reichlich vorhanden, nen zweiter Teller war für jeden drin und dann war immer noch viel in den Töpfen übrig (aber keine Ahnung, ob das auch so ist, wenn das Camp voll belegt ist). Ans „alleine sein“ zwischen den Aktivitäten hatte ich mich schnell gewöhnt und meine Routine (mit Powernap, Fotos sichten & sichern und Reisebericht schreiben) nachm Frühstück war auch schnell gefunden.

Glück hatte ich auf jeden Fall mit meinen Guides, wir verstanden uns super und haben viel zusammen gelacht. Und insbesondere Henry und Tsundzi waren äußerst kompetent. Glück hatte ich natürlich auch, dass ich der einzige Gast war und dementsprechend auch meine Wünsche gut umgesetzt werden konnten. Mit vielen anderen Gästen hätte ich vermutlich kaum ne dreiviertel Stunde am Dam auf mein Hippofoto warten können. Auch konnte ich immer entscheiden, wie lange wir bei einem Sighting bleiben. Das funktioniert natürlich vom Prinzip auch mit anderen Gästen, aber da nimmt man dann ja auch Rücksicht wenn die Interessen nicht unbedingt dieselben sind.

Man fährt gewiss nicht nach Makuleke für die Big5 (die gibt’s hier ja eh nicht), sondern vorrangig wegen der atemberaubenden und abwechslungsreichen Landschaft. Und die habe ich gesehen, Makuleke hat echt noch viel mehr als „nur“ den Fever Tree Forest und den Lanner Gorge Aussichtspunkt zu bieten. Aber auch die Vögel stehen hier hoch im Kurs, nicht ohne Grund finden da regelmäßig Birdingkurse & Trips statt. Aber auch ansonsten gab es viel zu sehen. Zebras gibt es dort vermutlich mehr als Impalas, insbesondere die Gegend um den Luvuvhu ist voll mit Antilopen. Elands gibt es hier auch recht viele, die sind ansonsten im Kruger ja äußerst selten bis gar nicht vorhanden. Große Büffelherden (wie ich eigentlich erwartet hatte) gab es für mich nur einmal sehr weit entfernt, ansonsten nur sehr kleine Herden oder eben vereinzelte Daggaboys. Dafür hatten wir echt unglaublich tolle Elefantenbegegnungen, regelmäßig wirklich seeehr nah und intensiv. Das niemand vor unseren Augen an den beiden Kadavern war, ist zwar im ersten Moment (insbesondere beim Eland) echt schade gewesen, rückblickend aber auch nicht so wild. Es war trotzdem spannend da regelmäßig die Lage zu checken. Die häufige Aussage, dass im Norden des Krugers nicht so viele Tiere sind, würde ich zumindest für Makuleke nicht unterschreiben.

Von mir auf jeden Fall eine klare Empfehlung für (das EcoTraining-Camp) Makuleke 🙂
Teil 913. Juni 2023
14.10.22 – Teil 2

Drees, der EcoTraining-Fahrer, fuhr mit mir aus dem Kruger raus – gesehen haben wir auf dem Weg zum Gate nichts. Mein Exit-Permit wollte am Gate auch niemand sehen. Und dann ging es schon weiter Richtung Pond Drift Border.

Wir waren echt flott unterwegs, stoppten nur einmal kurz in Musina in der Mall für ein paar Snacks und nach insgesamt 3 Stunden waren wir schon am Grenzübergang. Die Strecke um den Mapungubwe wurde offenbar erst kürzlich neu gemacht bzw. die unzähligen Schlaglöcher, die es in meiner Erinnerung nach 2019 noch gab, ausgebessert. Da sonst niemand an der Grenze war (ich glaube hier gehen eh fast nur Leute über die Grenze, die auch in den Tuli Block wollen) ging auch das richtig flott. Einmal ausstempeln lassen in Südafrika, 50 Meter fahren und dann in Botswana nen winzigen Zettel ausfüllen und den Stempel bekommen. Interessanterweise wollte der Grenzpolizeibeamte in Südafrika und auch in Botswana kurz nen Blick auf meine Kameras werfen – keine Ahnung wieso.

Ian, Instructor bei EcoTraining, sammelte mich ein und dann ging es los nach Tuli Wilderness. Die Fahrt zum Camp dauerte ungefähr anderthalb Stunden und teilweise wurde man ordentlich durchgeschüttelt. Zu sehen gab es richtig viele Elefanten, Zebras und weiteres Plains Game (keine Fotos gemacht).

Im Camp angekommen, gab es eine kleine Führung für mich. Es ist nicht eins der beiden „Luxus“-Camps von Tuli Wilderness geworden (EcoTraining hatte die auch schon mal aus Ausweichcamps genutzt, deswegen hatte ich ein wenig darauf gehofft 😉 Bis Mitte 22 hatten sie in Mashatu auch noch ihr eigenes Camp, der Vertrag lief jetzt aber aus, weil an der Stelle ein neue Lodge entstehen soll. Mittlerweile ist jedoch ein neues regulären EcoTraining-Camp irgendwo im Tuli Block geplant), sondern Eagle Rock Nest. Das ist eine Art Sleepout-Zimmer auf einer Plattform vor dem sogenannten Eagle Rock (eine felsige Koppie / Berg wo Verraux's Eagle nesten), welches erst vor einem halben Jahr gebaut wurde.

Oben das “Zimmer”, unten links 2 Duschen, 1 Klo und 2 Waschbecken, unten rechts die Küche.


In der Mitte das Study bzw. Speise „Zelt“, dahinter im Halbkreis angeordnet unsere Zelte.


Auch der Gruppe wurde ich vorgestellt, die den Kurs auch erst 2 Tage zuvor begonnen hat (und sich somit auch noch in der Kennenlernphase befand, was für mich als "Reinschnupperer" vorteilhaft war). Die Students schlafen in normalen (Iglo-) Zelten, die hier temporär aufgestellt werden. Die 8 Students haben hier jeweils ein Zelt für sich, außer einem jungen Holländer, der sich mit mir sein Zelt teilen musste. Neben ihm, war da ein 67-jähriger Südafrikaner, der zur Jahrtausendwende in Berlin die südafrikanische Botschaft mit aufbaute und auch sonst viel zu erzählen hatte. Einen leidenschaftlichen Birder Ende 20 gab es auch noch. Die weiblichen Students waren bis auf eine Ausnahme (Anfang 30, ambitionierte Fotografin, die anschließend gerne als Photographic Guide arbeiten würde) sehr jung. Die meisten machen den Kurs ohne berufliche Ambitionen oder sind sich zumindest noch nicht ganz sicher. Ausnahme hier ein echtes südafrikanisches Bushgirl, die ihren Freund manchmal schon als Backup im Greater Kruger begleitet und nach dem Kurs dann dafür auch bezahlt werden kann. Als weiterer Instructor ist Mike Anderson (Wildearth-Zuschauer dürften ihn während der Corona-Zeit häufiger gesehen haben) hier. Und für die Drives und Walks ist außerdem Sox, ein Guide von Tuli Wilderness, hier, da die EcoTraining-Leute die Gegend nicht gut genug kennen.


Zur Begrüßung wurde mir dann auch noch ein Impala gezeigt. Das hing seit dieser Nacht ca. 15 Metern entfernt von meinem Zelt.



Und an diesem Morgen wurde auch eine Brown Hyena direkt vor den Zelten in Kill-Nähe gesichtet.

Giraffen waren während meiner Ankunft auch überall ums Camp verstreut.








Oben links ist übrigens der Kill


White-browed Sparrow-Weaver


Crested Barbet


Das war alles schon mal sehr vielversprechend und vielleicht habe ich nach zwei erfolglosen Kadavern in Makuleke jetzt Glück…

Um 16:30 fuhren wir los zum Game Drive. Es wird immer wieder für alles mögliche, auch Bäume und Sträucher angehalten, und die Students müssen Fragen beantworten. Die Aktivitäten sind natürlich auch zum Vergnügen, aber hauptsächlich zur Prüfungsvorbereitung und dementsprechend wird prüfungsrelevantes Wissen abgefragt / vermittelt.

Wir sahen Elefanten:




3 Löwen bei ihrer Lieblingsbeschäftigung (nur ca. 200 Meter vom Camp entfernt):






Dassies sieht man hier auch häufig:


Banded mongoose


Southern Red-billed Hornbill


Crowned Lapwing


Helmeted guineafowl


Landschaftlich ist es hier ganz anders als in Makuleke






Kurz vor unserem Sundowner-Spot sehen wir auch noch Bat Eared Foxes (die standen ganz weit oben auf meiner Wunschliste für Tuli, die sehen einfach sooo süß aus)




Den Sundowner konnten wir jedoch nicht richtig genießen, denn es gab Meldung aus dem Camp, dass ein Leopard gesichtet wurde. Also schnell das Bier austrinken, ab ins Fahrzeug und zurück ins Camp gedüst. Wir suchten die Gegend ums Camp ab, fanden Elefanten und Hyänen (ca. 300 Meter vom Camp entfernt), aber keinen Leoparden, also wurde die Suche abgebrochen.

Also dass wir keinen Leoparden gesehen haben, nahmen wir alle an. Tatsächlich hatte meine Kamera einen gesehen, aber das habe ich auch erst zuhause am Rechner erkannt (auch wenn man den Leo nicht wirklich gut erkennt)






Beim Sachen ablegen im Zelt, leuchteten wir zum Kill… und tatsächlich war da ein Leopard im Baum. Ein junges Leopardenmännchen, ca. 6-7 Monate alt. Also standen wir alle vor unserem Zelt, mit Spotlight bewaffnet, und beobachteten, wie ein Leopard - gerade mal 15 Meter entfernt und ohne einen „schützenden Zaun“ dazwischen - sich am Impala bediente. Wow. 🤩





Nach dem Abendessen, es war Braai Night, schauten wir wieder beim Kill vorbei. Diesmal war die Mama am Essen. Irgendwann gesellte sich auch wieder der Youngster dazu, lag ungefähr 10 Meter entfernt vor uns am Boden. Nochmal einfach nur Wow. Die beiden wechselten sich dann beim Fressen ab. Zwischendurch lief eine Spotted Hyena unter dem Baum entlang und verschwand dann hinter der Leopardenmama mit ausreichend Abstand im Dunkeln. Einfach nur Wow. 🤩





Nach ner knapper Stunden Leo-Show gingen dann alle in ihre Zelt zum Schlafen. Wirklich aufregend zu wissen, dass während man im Zelt liegt, tatsächlich noch 2 Leoparden nur nen paar Meter entfernt von einem sind 🤪
Teil 1019. Juni 2023
15.10.22

Ich wachte gegen 5 Uhr auf (Wake Up Call war erst um 5:30) und ging raus zum Duschen. Vorher schaute ich nochmal vorsichtig beim Kill nach. Er war verschwunden, nichts hing mehr vom Baum und am Boden lag nur ein winziger Knochenrest. Also haben die beiden Leoparden sich offenbar sattgegessen und die Hyänen haben sich anschließend die Knochenreste geholt. Und das alles nur 15 Meter von meinem Zelt entfernt während ich schlief. Wow.

Kurz nach dem Sonnenaufgang sahen wir dann noch vom Viewing Deck aus, wie Mama mit Cub zurück Richtung Eagle Rock liefen. Beide mit Schwänzen hoch in die Luft gestreckt, auch ein Zeichen an mögliche Beute, dass sie gerade nicht auf der Jagd sind.


Für die Students stand als Morgenaktivität Vehicle Safety auf dem Plan, also sie mussten lernen wie man Reifen wechselt, was vor dem Game Drive am Auto überprüft werden muss usw. Weil das nicht unbedingt so interessant für mich war, kam ich erneut in den Genuss einer Private Safari, denn Sox drehte mit mir ne Runde. Also hätte mich auch den Students angeschlossen, aber Mike & Ian hatte schon ohne mein Wissen Sox für mich bestellt, da sag ich natürlich nicht nein.


Wir sahen zuerst die Bat Eared Foxes, einfach süß, von denen kann ich definitiv nicht genug bekommen.




Steenbok




Fotogene White-fronted bee-eater & Lilac-breasted roller gibt es auch in Tuli Wilderness




Wir fuhren dann weiter zum Eagle Rock. Die beiden Verrauxes's Eagle waren in der Luft. Die sind echt riesig, zählen zu den 3 größten Adlern im südlichen Afrika. Zwar waren die natürlich gut weit weg, aber ich habe echt ganz coole Fotos von ihnen im Flug machen können.










Namaqua Dove


Black-headed Oriole






Crested Barbet – interessant aber auch die Zeichnungen auf dem Ast. Keine Ahnung, was es ist, aber es sieht für mich so aus, als hätten da mal unter der Rinde mal Larven gelebt, die sich so ins Holz gefressen haben.


Der Weg führte uns dann weiter hinein ins Tuli Reserve. Hier gibt es auch weite offene Savannen. Generell ist hier eher trockene Savanne, kurz vorm Übergang zur ariden Landschaft.




Hier findet man auch besonders helle Giraffen. Die hellen haben wohl ihre Ursprungsgene eher aus Namibia, die dunkleren eher aus Südafrika. Insbesondere wenn eine helle neben einer „normalen“ Giraffe steht, sieht man schön den Unterschied.






Nach zwei schönen Stunden ohne besonderes spektakuläre Sichtungen war ich dann wieder zurück im Camp. Kurz davor zog gerade noch eine riesige Breeding Herd Richtung Spitze vom Eagle Rock, denn da unten im Fluss ist noch ein klein wenig Wasser.


Kurz darauf gab es das Frühstück. Das musste jedoch nach oben aufs Viewing Deck verschoben werden. Denn über Nacht zog ein ordentlicher Wind auf, der uns die nächsten Tage begleiten sollte. Der Wind blies so heftig, dass unten im „Study / Essens-Zelt“ die Teller in nur einer Minute mit Sand bedeckt waren. „Tuli“ bedeutet Dreck / Staub. Und davon merkte man nun das erste Mal was. Der Wind ist auch ein Vorbote für den Sommer, denn so wird das ganze Laub nochmal „weggefegt“. Egal was man machte, nach 10 min war man eigentlich überall mit feinem Sand bedeckt. Und selbst wenn man es nicht direkt merkte, spätestens beim Händewaschen sah man es. Und auch in die Zelte gelang der feine Sand und breitete sich überall aus. Einzig auf dem Viewing Deck war man vor dem Sand halbwegs sicher, der Wind (laut Wetterbericht bis zu 45 km/h) bliess dort oben natürlich trotzdem ordentlich. Dort gab es dann auch die erste Lecture, an der ich auch teilnahm. Thema war Ecology, also ein sehr einfach gehaltener Überblick. Zuvor mussten die Students noch einen Minitest absolvieren, 5 Fragen zum Thema der Lecture zuvor. Diese kurzen Tests gibt es zu jeder Lecture, 50 Prozent der Fragen müssen insgesamt richtig beantwortet werden. Beim richtigen Abschlusstest muss man mindestens 75 Prozent erreichen.

Elefanten, die recht nah am Camp vorbeizogen








Anschließend folgte das übliche Prozedere. Die Students lernten und füllten ihre Workbooks aus. Ich machte nen kurzen Nap und ging anschließend meine Fotos in Lightroom durch.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Und jetzt schaut jeder nochmal die Fotos des Morgens an und vllt fällt euch ja was auf…
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Ich war gerade bei den Verrauxes`s Eagles. Für ein Foto musste ich in die untere Ecke zoomen, um dort die Schärfe zu kontrollieren. Ich klickte dann weiter zum nächsten Foto…. Und plötzlich war da ein Leopard.




Ich war einen kurzen Moment verwirrt, denn so ein Bild von einem Leopard habe ich überhaupt gar nicht gemacht und nen Leoparden hatten wir morgens auch nicht gesehen. Und dann machte es klick: Ich hatte zufällig einen Leoparden fotografiert, während ich auf die Adler konzentriert war. Sowas hatte ich bisher auch noch nicht. Und noch viel cooler machte die Sache, dass es offenbar ein Männchen ist, somit sind hier in unmittelbarer Campnähe insgesamt 3 Leos. Wow.

Der Nachmittagsdrive führte uns dann wieder zum Eagle Rock. Auch Elefanten sieht man da mal ganz oben.






Die Verrauxes Eagles starteten gerade zusammen in die Luft. Und offenbar waren sie auf der Jagd – so zumindest der erste Gedanke. Und dann entdeckten wir das Leopardenmännchen, was die Adler vertreiben wollten, so wie heute morgen schon. Wow.




Der Leopard ließ sich beim Schläfchen aber nicht großartig von den Adlern stören




Anschließend beobachteten wir noch zwei Giraffen beim Kampf, auch sehr eindrucksvoll.










Die Dame, um die der Streit vermutlich ging, interessierte sich aber nicht für die beiden und ging was trinken.


Für den Sundowner ging es dann auf einen kleinen Felsenhügel hinauf. Aber lange blieben wir nicht oben, damit wir noch ein bisschen vom Restlicht für den Drive zurück hatten.








Gesehen haben wir nochmal die Foxes und Matabele Ameisen, die gerade vom gemeinschaftlichen Beutezug zurückkamen.




Highlight des Night Drives war aber Mike, der im Dunkeln die wirklich schwer erkennbaren Wege nicht richtig ausmachen konnte, teilweise die Anweisungen von Sox aus der hintersten Reihe falsch verstand, wild offroad fuhr und keinerlei Ahnung hatte, wo unser Camp lag. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß.

Und wir kamen noch rechtzeitig abseits des Weges vorm Camp an, um vor unseren Zelten den jungen Leoparden zu sehen. Er verschwand dann aber recht zügig im Busch und wurde anschließend nicht mehr gesichtet.


Zum Abend hin ließ der Wind zum Glück etwas nach und wir konnten alle gemeinsam unten am Tisch essen (leckeres Beef-Stew). Vermutlich durch den Wind waren recht viele Insekten unterwegs. Auch mehrere Sun-Spiders. Und zwei Thick-tailed Scorpions liefen wild durchs Camp. Eine gute Erinnerung daran, abends auf jeden Fall weiterhin geschlossene Schuhe zu tragen und immer den Boden abzuleuchten.
Teil 1119. Juni 2023
16.10.22

Die Nacht war wirklich kein Vergnügen. Zwischen 1:00 und 3:30 Uhr blies der Wind so gewaltig, dass es tierisch laut im Zelt war, ganz zu schweigen davon, dass regelmäßig die Zeltplane gegen mich schlug. So bin ich dann auch schon ne halbe Stunde vorm Wake-Up Call aufgestanden und setzte mich zu Ian und Mike ans Feuer. Das machte ich eigentlich jeden Morgen und quatschte mit ihnen über die Safari-Industrie, EcoTraining oder auch Wildearth.tv

Um 6 Uhr fuhren wir dann los. Auf dem Plan stand ein längerer Walk am Limpopo. Hierfür mussten wir ca. anderthalb Stunden fahren. Da wir unterwegs aber noch die Brown Hyena an ihrer Den-Gegend suchten – leider vergeblich – und noch für das ein oder andere anhielten, brauchten wir gut 2 Stunden.










Crimson-breasted Shrike


Namaqua Doves












Am Limpopo angekommen gab es erstmal Frühstückspakete bevor wir dann losgingen.


Hauptaugenmerk lag auf den Birds, für die immer wieder angehalten wurde. Fragen wurden wie immer auch gestellt, also beidseitig, die Instructor fragten die Students ab, und die Students hatten natürlich auch so ihre Fragen. Hier war der Limpopo äußerst schmal, also im Vergleich zu Makuleke wo er gefühlt ein Kilometer breit war, und hatte auch noch einiges an Wasser. Viele Kilometer machten wir nicht, aber es war trotzdem ein schöner Walk.

Pied Kingfisher




Helmeted Guineafowls


African Hoopoe








Bennets Woodpecker


Hamerkop


Hadada Ibis


Juv Fish Eagle


Ashy Flycatcher


Kratzspuren eines Aardvarks


Leadwood




Marabou Storks




Groundscraper Thrush




Nach ca. zweieinhalb Stunden waren wir zurück am Auto, kurz davor entdeckten wir noch recht frische Spuren eines Leoparden, der etwas über den Boden zog. Das erklärte wohl diverse Alarm-Calls von Vögeln und Squirrels, die wir kurz zuvor hörten. Der Leopard mit Beute blieb für uns aber unentdeckt, trotzdem cool zu wissen, dass tatsächlich einer in der Nähe war / ist.

Auf dem Rückweg sahen wir noch einen Martial Eagle


Und wir machten einen Abstecher zur Marschebene. Dort soll ein 9-köpfiges Löwenrudel am Morgen ein Eland-Kalb erlegt haben. Wir entdeckten zuerst Baboons, Warthogs, Impalas und ein einzelnes Eland (vermutlich die Mutter auf Suche nach dem Kalb).






Dann weit entfernt eine Löwin in Lauerstellung, im Visier ein unachtsames Warthog. Leider war das alles sehr weit weg und leider konnten wir auch nicht wirklich näher fahren, die Gefahr bei der Fahrt über die bumpy Ebene das vollbesetzte Fahrzeug zu zerstören, war den Guides zu groß. Aber man konnte trotzdem noch erkennen, wie eine zweite Löwin auftauchte und nachdem das Warthog die Löwen entdeckte, ein liebloser Jadgversuch gestartet wurde.


Leider hatte ich zum Walk das 100-500 nicht mitgenommen (das ist tatsächlich gar nicht soo schwer, sodass ich es bei den nächsten Walks immer drauf hatte) somit sind die Fotos leider nicht wirklich was geworden.

Kori Bustard (Afrikas schwerster flugfähiger Vogel)


Da wir erst kurz nach 12 Uhr zurück im Camp waren, wurde die Nachmittagsaktivität gestrichen. Dafür gab es eine Lecture zum Thema Guiding Skills. Also wie ist das Briefing abzuhalten, wie baut man eine Beziehung zu den Gästen auf, wie vermittelt man ein tolles Erlebnis, auch wenn die gewünschten Tiere nicht gesichtet werden usw. Echt interessant und auch gut von Mike vermittelt, einiges davon lässt sich auch gut fürs normale Arbeitsleben mitnehmen.

Später am Nachmittag gingen wir noch die gesichteten Birds vom Vormittag durch, inkl Calls, die die Students auswendig können müssen, bzw die Birds anhand der Calls erkennen müssen. Aber auch vom Camp aus war immer etwas zu sehen.












Zum Dinner gab es ne ordentliche Portion Bolo und dann sind wie immer alle relativ zügig ins Bett gegangen.
Teil 1220. Juni 2023
17.10.2022

Auch diese Nacht wurde es gegen 2 Uhr wieder gewaltig windig. An wenig Schlaf bin ich aber gewöhnt, also alles halb so wild 🙂

Um 6 Uhr starteten wir den Drive. Ab heute sind die Students dran mit dem Fahren. Wirkliches Guiding steht noch nicht auf dem Plan, sie müssen das Briefing am Abend zuvor und morgens im Fahrzeug abhalten und der Instructor stellt bei Sightings dem fahrenden Student Fragen. Nach der Hälfte des Drive gibt es ein kurzes Feedback von allen und anschließend ist der nächste Student dran. Auch sind seit Beginn des Kurses immer 2 Students im Duty Team, müssen also alle wecken, den Tisch decken, Essen präsentieren (außerdem Fragen stellen, erst wer was richtig beantwortet hat, darf sich was vom Essen nehmen), die Cooler-Box für den Sundowner packen usw.

Die Matabele Ants im Tageslicht




Ein Verreaux's Eagle hat sich hier auch aufs Bild geschlichen


Nachdem mir Makuleke die männlichen Kudus schuldig blieb, gab es hier in Tuli sehr viele davon


Namaqua dove




Red-headed Finch Pärchen




Kleine Termiten-Kunde


Kurrichane Thrush


Natal Spurfowl


Die erste Runde des Drives verlief relativ unspektakulär, aber war natürlich trotzdem schön. Irgendwann entdeckte ich dann Elefanten. Seit dem gestrigen Drive, bei dem ich unsere ca. 10 unterschiedlichen Elefantensichtungen als erstes gesichtet hatte (in der Regel waren die auch recht weit enfernt), versucht jeder – auch die Guides – Elefanten vor mir zu sichten. Bisher erfolglos.

In der Breeding Herd war auch ein Baby dabei, gerade mal ein zwei Wochen alt. Äußerst putzig, aber leider nicht sonderlich gut sichtbar zwischen den Büschen und den anderen Elefanten. Als ein anderes Jungtier plötzlich bei der Mutter von dem Baby trinken wollte, wurde es lautstark in seine Schranken gewiesen.






Nach dem Fahrerwechsel entdeckten wir in der Luft kreisende Geier, da wollten wir natürlich nachschauen, was da los ist.








Nach ein bisschen Fahrerei kamen wir der Stelle immer näher, Sox bekam über Funk die Info, dass hier Löwen ein Eland gerissen haben (das machen die hier offenbar häufiger – Büffel gibt es hier keine, weil Viehzucht am Tuli Block angrenzt und sie die Gefahr von Maul und Klauenseuche reduzieren wollten. Und Rhinos sind aus Sicherheitsgründen irgendwann ausgesiedelt worden).




Der Kill lag zwischen Mopanes, aber wir konnten trotzdem gut hinmanövieren. Ein großes Löwenmännchen mit sehr dunkler Mähne lag noch vollgefressen daneben. Nach ca. 5 Minuten entfernte er sich vom Kill, lief tiefer in den Mopanebusch und rief nach seiner Pride.




Die anderen beiden Fahrzeuge von Tuli Wilderness suchten erfolglos nach den Löwen, wir blieben am Kill und warteten darauf, dass die Geier loslegten. Die Geier waren jedoch äußerst schreckhaft und vorsichtig. Wissend, dass der Löwe nicht weit ist, und ohne gute Fluchtmöglichkeiten zwischen den Mopanes, dauerte es echt lange, bis einer zaghaft den Anfang machte. Er als vier Geier am Eland waren und sich die Mägen vollstopften, kamen auch die anderen Geier aus der Umgebung auf den Kadaver gestürzt. Wirklich beeindruckend a) flogen die riesigen Vögel teilweise äußerst dicht über uns um einen Landeplatz zu finden und b) verdrückten sie zusammen echt schnell viel Fleisch.

Achtung: Es folgen jetzt viele Geierbilder (neben den ganzen White-backed Vultures kam später noch ein Cape Vulture dazu)






















Da es langsam immer später wurde, fuhren wir wieder los, kurz bevor wir wieder auf dem richtigen Weg waren, zogen wir uns Offroad noch einen Reifenplatzer zu. Zum Glück hatten die Students das ja gerade erst gelernt und somit konnten wir auch echt schnell wieder weiterfahren. Aufregend war es aber auf jeden Fall, schließlich konnten die Löwen noch nicht weit weg sein und die Geier waren auch in unserer Nähe.






Nur hatten wir jetzt kein Ersatzreifen mehr, da ein neuer erst Nachmittags eintreffen sollte, wurde für später ein Walk angekündigt. Nach dem Frühstück gab es die nächste Lecture, Thema diesmal Biomes, also die unterschiedlichen Ökosysteme Südafrikas mit ihren speziellen Eigenschaften.


Bei 30 Grad im Schatten ist mir nen Drive zwar lieber, aber Walks sind immer eine super Sache, auch Nachmittags. Vom Viewing Deck konnten wir sehen, wie Elefanten vorm Eagle Rock waren, so ging es dann um 16 Uhr zu Fuß los Richtung Elefanten. Der Wind stand für uns günstig, große Büsche lieferten uns ausreichend Deckung und wir kamen so recht nah an sie heran, ohne dass sie uns bemerkten. Eine tolle Erfahrung.








Es ging dann am Fuße des Eagle Rock weiter Richtung Fluss. Wir hielten für Tracks, Kudus, Klippspringer und Baboons.

Unser Camp






Kleines Suchbild:


Auflösung:


Die Baboons waren oben auf dem Berg versammelt und machten einen riesigen Radau. Immer wieder gingen ein paar große Männchen näher an eine kleine „Höhle“ heran und immer wieder brach die Gruppe in extrem lautes Geschrei aus. Offenbar ist dort in der Höhle der junge Leopard gewesen und die Baboons nutzten ihre Gelegenheit ihn ordentlich zu mobben. Als weder der junge Leopard sich raustraute, die Baboons sich noch weiter reintrauten und die Mama nicht zur Hilfe auftauchte, gingen wir weiter.




Am Fluss angekommen war dort erneut eine sehr kleine Breeding Herd. Die Mutter grub ein tiefes Loch um dort an frisches Wasser zu gelangen. Wirklich toll sowas auf Eye-Level zu sehen und zu fotografieren. Nur leider konnte ich nicht noch mehr Fotos machen, aus eigener Dummheit hatte ich vergessen einen Ersatzakku einzupacken und der Akku in der Kamera ging flott auf die 0% zu. Das passiert mir auch nicht noch ein mal.














Bei untergehender Sonne erreichten wir dann wieder das Camp. Ein wirklich toller Walk in Campnähe. Und vorallem hatte ich in den 2 Stunden Walk vermutlich so viele Tiere gesehen, wie in allen vorherigen Walks zusammen.




Um 20 Uhr gingen dann auch schon wieder alle in ihre Zelte, es sollte eine windstille Nacht werden.
Teil 1320. Juni 2023
18.10.2022

Es blieb eine windstille Nacht, die erste hier in Tuli. Geschlafen hab ich die ersten 6 Stunden super, danach dann nicht mehr so gut, es war wohl ausreichend Schlaf. Als ich Nachts auf Toilette gegangen bin, hörte ich Löwen brüllen und Elefanten Äste abbrechen, gesehen habe ich nichts. Um 4:30 stand ich dann auf, ne halbe Stunde vorm Wake-Up Call. Hyänen riefen, als ich unter der Dusche stand 🙂

Um 6 Uhr ging dann unser Morningdrive los. Wir alle wollten wissen, was noch vom Eland übrig ist.

Martial Eagle


Keine Ahnung, ob die dicke Kugel tatsächlich deren Bauch ist. Aber wenn ja, haben alle Geier mehr als genug vom Eland abbekommen.




Insgesamt waren 4 Jackals noch in der Nähe




Der Kadaver wurde seit unserem letzten Besuch auch noch gedreht, gestern war der Kopf noch auf der rechten Seite und nicht links.




Ne Runde aufwärmen


Als wir dann wieder aus dem Mopane-Bush herausfuhren, gab es tatsächlich wieder kurz vorm erreichen des regulären Weges einen kaputten Reifen 🤪 Und nein, das ist kein Scherz. Wirklich nicht 😗 Wir hatten echt innerhalb von noch nicht mal 24 Stunden 2 geplatzte Reifen an ein und derselben Stelle. Nicht nur der Ort war identisch, auch erwischte es wieder den hinteren rechten Reifen. Schon ein krass komischer Zufall.


Während des Reifenwechsels war ich gerade kurz mal die Buschtoilette nutzen, im Augenwinkel sah ich weiter weg eine Bewegung, und direkt folgten auch die Rufe „Lions!“. Und tatsächlich konnten wir in der Ferne welche sehen. Und sie bewegten sich auch in unsere Richtung. So macht Reifenwechsel doch gleich doppelt so viel Spaß… 😄

Genau zwischen Student und Auto im hinteren Busch tauchen gleich die Löwen auf




Die Löwen hielten aber gebührend Abstand und als wir wieder alle im Fahrzeug saßen, machten wir uns auf die Suche nach ihnen. Lange brauchten wir nicht suchen, ein äußerst schöner männlicher Löwe (aus offensichtlichen Gründe hier in Tuli als „Blondie“ bekannt) und ein Weibchen liefen vor uns auf dem Weg, gingen immer wieder mal in den Busch, schauten uns an. Leider waren sie dann zwischen den ganzen Mopane nicht mehr so gut sichtbar. Aber trotzdem ein cooles Sighting. Blondie wich dem Weibchen auch nicht von der Stelle, er wartet darauf, dass sie ihn endlich ranlässt.


Im Vorbeifahren hätte man sie so vermutlich einfach übersehen








Nachdem die beiden tiefer im Busch verschwunden sind, machten wir uns auf den Rückweg zum Camp.

Pearl-spotted Owlet




Da lebt ne ganze Kolonie von Spinnen drinnen






Auch den Elefanten wurde es langsam zu warm in der Sonne


Nach einem leckeren Frühstück gab es dann das übliche Programm, kurzes Powernap, Bilder sichten und sichern, Reisebericht schreiben. Aufs Duschen mussten wir erstmal verzichten, die Solaranlage hat zu wenig Energie für die Wasserpumpe geliefert. Akkus aufladen war dementsprechend auch nicht möglich 😐

Termiten im Camp






Um 16 Uhr ging es dann wieder auf einen Walk, bei 35 Grad eigentlich nicht wirklich angenehm. Durch den ständigen Wind und die dicke Wolkendecke aber dennoch ganz gut erträglich. Den Schlenker zum Eagle Rock gab es diesmal nicht, wir liefen direkt runter zum Fluss. Immer wieder natürlich mit Stopps für Tracks & Signs, um die Students auf ihre Field Obs Prüfung vorzubereiten. Den trockenen Fluss sind wir dann auch ein Stück entlanggelaufen um dort, gegenüber von dem schönen roten Sand, eine Wasserpause zu machen.














Auf dem Rückweg zum Camp haben wir dann noch Jackals und Bat Eared Foxes gesehen.












Zum Sundowner waren wir wieder auf dem Viewing Deck, im Dunkeln auf Game Walk ist nicht so günstig. Und nach dem Essen saßen wir alle noch für nen Bierchen ums Feuer, denn dies war Mikes letzter Abend, am nächsten Mittag geht für ihn nach Wild at Tuli für den Advanced Birding Course.
Teil 1421. Juni 2023
19.10.22

Nach Sonnenaufgang entdecken wir vor unserer Campeinfahrt frische Löwenspuren. Und sie waren nicht nur vor der Campeinfahrt, sondern auch vor den Zelten. Offenbar lagen in der Nacht zwei Löwen noch nicht einmal 5 Meter vor meinem Zelt. Da hatte ich bei meinen beiden nächtlichen Toilettengängen wohl echt Glück gehabt, dass ich nur Impalas und keine Löwen entdeckt hatte. Irgendwie schon cool zu wissen, dass die Löwen so dicht waren, anderseits aber auch echt beängstigend, wenn man Nachts das Zelt verlassen muss 🤪

Hier mal eine detaillierte grafische Darstellung wo ich geschlafen habe, wo die Löwen lagen, und wo sie langgelaufen sind (deren Laufrichtung war auch mein Laufweg zur Toilette).


Sox hatte schnell eine Vermutung, wohin die Löwen gegangen sind, Richtung Fluss hinter den Eagle Rock. Der Weg dorthin führte uns an ein paar schönen Sichtungen vorbei und zeigte auch immer wieder eine andere Landschaft.








Familiar Chat




Keine Ahnung mehr, was das für ein Käfer ist, aber er kann schmerzhaft werden. Generell gilt wohl, je bunter (als Warnung), desto gefährlicher / giftiger.








Swainson's Francolin
















Die Löwen waren dann auch gefunden. Zwei Löwendamen lag sehr weit entfernt im trockenen Flussbett, teilweise auch in Lauerstellung. Leider ist das Flussbett verboten zu befahren, der Motloutse Fluss bildet die Grenze zu Mashatu, somit konnten wir nicht näher an sie heran.








Blue Waxbill


Kori Bustard


Violet-backed Starling






Und Tschüss


Nach dem Frühstück gab es noch eine letzte Lecture von Mike. Plants & Tree. Wie sind die aufgebaut, wie kann man die unterschiedlichen Blatttypen unterscheiden und wie geht man am besten bei der Baumbestimmung vor. Mike verabschiedete sich dann nach Wild at Tuli und Michael, Backup Guide, kam aus Wild at Tuli als „Ablöse“. Offenbar haben wir hier in Tuli Wilderness echt besonders Glück, denn in Wild at Tuli (ca. 35 km Luftlinie südwestlich von unserem Camp) ist wohl hauptsächlich Mopane und Katzensichtungen sind eine große Seltenheit.

Zur Mittagszeit brachten Stuart & Julie, die äußerst sympathischen Pächter von Tuli Wilderness, ein neues großes Solarpanel und aufgeladene Batterien vorbei, damit wir endlich wieder Akkus laden können. Eigentlich ist das Camp und deren Energieversorgung hier nur auf ein bis zwei Nächte ausgelegt, und nicht für 11 Personen für über eine Woche. Mit dem neuen Panel sollte es Problem aber behoben sein.



White-browed Sparrow-Weaver


Um kurz nach 16 Uhr ging es dann wieder zu Fuß los. Ian machte daraus aber keinen Abfrage-Walk, sondern einfach einen Walk zum Genießen (natürlich wurde trotzdem ab und zu mal nach ne Spur und Co. gefragt, aber weniger als sonst). Wir nährten uns zweimal Elefanten, auch echt recht nah. Der Wind stand immer günstig für uns und wir standen vor etwas, was unsere Form verschleierte, bzw. uns für den Elefanten mit dem Busch hinter uns verschmelzen ließ. Echt schöne Begegnungen.






Besonders schön war die Begegnung unten am Fluss
















Auf dem Rückweg gab dann noch eine interessante Spur bzw. Zeichen für Honeybadger-Aktivität. Es waren zwei Löcher zu sehen, daneben ausgehöhlte Kugeln. Die Kugeln sind die Bälle, die die Dung Beetle formen und worin die Weibchen die Eier legen. Der Honeybadger buddelte diese aus und gönnte sich die Eier / Larven des Dung Beetles.






Die Ameisen haben ordentlich Termiten-Beute gemacht


Teil 1522. Juni 2023
20.10.22

Diese Nacht lagen keine Löwen vor unseren Zelten. Nur einmal gegen 3:30 Uhr wurde ich kurz wach, als ein Löwenmännchen echt laut und länger gebrüllt hat. Ansonsten hatte ich durchgeschlafen und wohl den besten Schlaf bisher hier in Tuli. Ich hatte gestern Abend nämlich noch das Feldbettgestell (viel zu schmal für mich und meine übliche Schlafposition, also eigentlich konnte man nur kerzengerade auf dem Bauch oder Rücken liegen, wirklich unbequem, sehr laut bei jeder Bewegung) rausgestellt und nur die „Matratze“ ins Zelt gelegt. Darauf habe ich wirklich ausgezeichnet geschlafen und bin fit und ohne Schmerzen um kurz vor 5 Uhr aufgestanden. Nur kam ich leider viel zu spät auf diese Idee… 🤪

Unser Drive startete wie immer um 6 Uhr (keine Ahnung wieso so „spät“, für meine Verhältnisse hätten wir ruhig immer vor Sonnenaufgang starten können und durchs späte Losfahren ist uns eventuell die ein oder andere Sichtung flöten gegangen) …

Crested Francolin








Da hinten ist das Mohave Camp von Tuli Wilderness




Heute wurde vermehrt für Spuren angehalten. Eine fand ich besonders interessant bzw wirklich gut sichtbar. Offenbar hatte eine Hyäne in der späten Nacht / am frühen Morgen Beute (vermutet wurde Impala) gemacht und sie nen weites Stück gezogen. Trotz sehr starkem Wind konnte man alles echt gut erkennen, teilweise sogar noch die Fellspuren des Impalas.








Noch mit mittlerweile veraltetem “EcoTraining on Mashatu“ Aufkleber. Der Vertrag in Mashatu wurde zu Ende 2020 eigentlich gekündigt. Der Mashatu-Besitzer wollte auf dem Gebiet vom EcoTraining-Camp eine neue Luxuslodge hinsetzen, wegen Corona wollte er aber erstmal kein Geld in die Hand nehmen und EcoTraining durfte deswegen bis Ende September 2022 weiterhin in Mashatu bleiben. Und da EcoTraining eigentlich schon gekündigt war, gab es auch kein weiteres Budget um das alte Camp in Schuss zu halten, zuletzt war es wohl auch wirklich nicht mehr schön dort, also von den Zelten und sanitären Anlagen her. Inzwischen hat EcoTraining wohl auch ein neues Gebiet irgendwo im Tuli Block (nicht Wild at Tuli) gefunden, wo demnächst ein neues reguläres Camp aufgebaut werden soll.






Wir sind dann wieder zum Fluss gefahren, wo wir gestern die Löwinnen gesehen hatten. Unterwegs gab es dann noch eine Slender Mongose (ansonsten hier bisher nur Banded Mongose gesehen)


Wieder mal ein Kori Bustard im Flug (dafür, dass die eigentlich nur sehr selten fliegen, finde ich 2 Fliegende in 1 Woche echt ne gute Quote)






Tawny Eagle


African Hawk-Eagle


Auf dem Rückweg gab es dann noch eine große Gruppe von Kudu-Bullen. Wir hatten insgesamt 9 Stück gezählt, so viele hatte zumindest ich noch nie zusammen gesehen.








Auf den frühen Mittagsschlaf nach dem Frühstück verzichtete ich, ich wollte noch den letzten Tag nutzen und mal schauen, was das Birdlife so ums Camp herum bietet. Viele habe ich nicht entdeckt, dafür ein Kudu hinter den Stuff-Zelten.


Lesser Masked Weaver


Dark-capped Bulbul


Caught in the act


Und dann sind auch schon Elefanten vom Fluss Richtung Camp gezogen, mit dabei ein kleiner Baby-Elefant, einfach zu putzig.








Nachmittags gab es dann wieder einen Walk. Ein wenig traurig war ich schon, ein schöner Drive mit nem guten Sundownerspot hätte mir als letzte Aktivität in Tuli Wilderness eigentlich mehr zugesagt. Aber Ian wollte laufen, und wie sich dann herausstellte, konnte es nicht besser werden 🙂

Die Elefanten waren immer noch in Campnähe. Und schon nach 100 Meter sahen wir einen jungen Bullen. Wir blieben in Single Line ganz ruhig stehen. Der Bulle kam immer näher, riechen konnte er uns nicht, der starke Wind war auf unserer Seite. Aber er hat trotzdem etwas wahrgenommen und kam auf vllt gerade mal 5 Meter an die Spitze unserer Gruppe heran. Erst suchte er Deckung hinter einem Termitenhügel, dann machte er sich vor uns groß und wollte uns zeigen, wer der Boss ist. Wirklich ein krasser Moment zum Luftanhalten. Nach seiner kurzen Show lief er etwas irritiert weiter, so richtig zuordnen konnte er uns offenbar nicht.








In meinem kurzen Reel könnt ihr ihn auch in Aktion sehen:
Instagram Reel

Weitere Elefanten waren danach auch noch in der Nähe








Anschließend liefen wir wieder Richtung Eagle Rock und dann am Fuße weiter zum Fluss. Nicht großartig später sahen wir weitere Elefanten. Eine kleine Gruppe stand unter einem Baum im Schatten, eine kleiner Graben und insgesamt ca. 20 Meter waren zwischen uns. Was wir dann sahen, hatten wir nicht erwartet… Tatsächlich war dort ein winziger Babyelefant, höchstens 1-2 Stunden alt, noch leicht rosa und total wacklig auf den Beinen 😮




Wir blieben mucksmäuschenstill. Das Baby war leider nicht richtig gut sichtbar, Baum und Mama schotteten es gut ab. Kurzzeitig nahm die Mama auch irgendwas von uns wahr, schaute zu uns rüber, da sie uns aber nicht riechen konnte und das Baby mehr Aufmerksamkeit verlangte, ließ sie ihren Blick von uns ab. Wir liefen dann sicherheitshalber weiter zum Fluss, ein Stück den Berg hoch um noch mehr Abstand zu gewinnen und für den Fall der Fälle auf elefantenunfreundlicherem Terrain zu sein. Wir und auch Ian konnten kaum glauben, was wir da gesehen haben. Ian war zumindest in seinen 27 Jahren Erfahrung noch nie zu Fuß so nah an einem neugeborenen Elefanten. Wir hatten auch echt Glück mit dem Wind, dem Graben zwischen uns und dem Berg. In offenerem Gelände hätte das vielleicht auch ganz anders ausgehen können… 😗

Als wir schon ein Stück weiter weg waren, kamen weitere Elefanten aus der Herde zur Begrüßung des neuen Mitgliedes. Wir hatten es also noch vor den anderen Herdenmitgliedern gesehen. Wow. Am Fluss suchten wir uns noch einen höheren Punkt und genossen einfach die Zeit.


Die Verreaux's Eagle waren natürlich auch da






Versteckte Giraffen








Es gab nen schönen letzten Sundowner auf dem Viewing Deck.




Nach dem Abendessen versuchte ich mich noch kurz an der Astrofotografie (das Kit-Objetkiv als weitwinkligstes ist dafür natürlich nicht wirklich geeignet) und ging dann auch ins Zelt für die letzte Nacht im afrikanischen Bush.






Teil 1623. Juni 2023
21.10.22

Gegen 3:30 wurde ich kurz wach, Hyänen haben wirklich extrem laut gerufen, sie mussten echt nah gewesen sein. Irgendwelche Geräusche im Camp habe ich auch vernommen, aber nichts erkannt. Laut Spuren am Morgen ist aber wieder mindestens ein Löwe in der Nacht direkt vor meinem Zelt vorgebeigelaufen.

Löwenspuren vor meinem Zelt


Elefanten liefen zum Sonnenaufgang am Camp vorbei










Nach dem Kaffee verstaute ich alles im Koffer und um 6:30 war dann auch für alle leider Verabschiedung vom Eagle Rock Nest Camp und dem Tuli Wilderness Team. Ein wirklich wunderschöner Ort mit unglaublichen Sichtungen und Erlebnissen, da hatten wir echt richtig großes Glück.


2 Stunden brauchten wir bis zur Grenze, wir hielten nochmal für Elefanten.








Und noch eine weitere Breeding Herd, die unseren Weg kreuzte


Kleines High-Key-Experiment


Brown Snake Eagle








Und dann kamen wir noch zur einer tollen Wasserlochszene, die mich ein wenig an Etosha erinnert (bzw. meiner Vorstellung davon), auch durch die Landschaft und die Vielzahl unterschiedlicher Tierarten.










Mit den Schwärmen von Red-billed Queleas wurde es noch besser.






Und dann gab es kurz vor Grenzankunft noch die letzten Elefanten der Reise






Die Formalitäten an beiden Grenzen waren wieder unkompliziert und schnell erledigt. Mit dem EcoTraining Fahrer ging es dann Richtung Limpokwena. Die Gruppe musste nämlich das Camp wechseln und bevor es für mich nach Johannesburg geht, stand erstmal die Transferfahrt für die Gruppe an. In Alldays machten wir nen längeren Stop, damit die Students ihre Snacks und Co aufstocken konnten. Mit der riesigen Mall in Musina kann Alldays natürlich nicht mithalten. Gegen 12 Uhr erreichten wir dann das neue Camp für die Gruppe. Limpokwena ist ein kleines Reserve direkt an der Grenze. Zu sehen gab es auf dem Weg vom Gate zum Camp nur Mopane, das scheint dort fast überall zu sein. Bloß nicht in Flussnähe. Dort liegt auch das River Island Camp, tatsächlich eine kleine „Insel“ im Mogalakwena River. Wirklich umgehauen hat mich das Camp aber nicht, die Zelte hatten zwar Strom, aber die Toiletten sahen echt schäbig aus, traurig war ich trotzdem der Gruppe nun Tschüss zu sagen. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Gruppe auch nicht lange im Camp blieb, nach 3 Tagen kippte der Wassertank um sie durften in die Limpokwena Lodge mit Pool umziehen. Sichtungsmäßig war es dort aber nicht so der Renner. Für den letzten Monat ging es für die Gruppe dann nach Kuduland.







Danach ging es mit Dreese los Richtung Johannesburg, um 18:30, also 12 Stunden nach Abfahrt vom Tuli Camp, war ich endlich im Emeralds. Nach dem Abendessen versuchte ich schnell zu schlafen, klappte wegen der Lautstärke jedoch nur bedingt.



FAZIT Tuli Wilderness
Tuli Wilderness hat mich echt umgehauen, wir hatten meiner Meinung nach echt unglaubliches Glück mit den Sichtungen und Erlebnissen. Nen Leoparden mit Youngster und Kill die ganze Nacht vorm IglU-Zelt - ohne Zaun dazwischen - das dürfte nen Once-in-a-Lifetime-Erlebnis sein (zumindest für mich). Ebenso die Löwen, die nachts direkt vorm Zelt geschlafen haben („zum Glück“ ja ohne Sichtung), ein Neugeborenes Elefantenbaby auf einem Walk, zufällig nen Leoparden fotografiert, den gerade Adler verscheuchen wollten, täglich Bat-eared Foxes und auch sonst viele tolle Sichtungen. Die erhoffte Brown Hyena gab es zwar nicht für mich, auch keine Cheetahs (zu meinem Zeitpunkt waren mehr Löwen als üblich im Gebiet und deswegen sind sie nach Mashatu „geflüchtet“) aber dafür entschädigen die anderen Sichtungen umso mehr 😘

Landschaftlich war Tuli Wilderness auch noch mal was ganz anderes, die recht trockene Savanne mit den vielen Felsen zwischendrin hat mir echt gut gefallen. Und zu viel Mopane gab es auch nicht. Das Camp war spitze, regelmäßig liefen Elefanten und Giraffen vorbei, Vögel gab auch immer (auch wenn man sie nicht immer gesehen hat), die Baboons hielten gebührend Abstand. Dafür, dass das Camp erst ein halbes Jahr existiert und ja auch nur ab und zu mal für nen „Sleep out“ von Tuli Wilderness genutzt wird, die Tiere der Umgebung also noch nicht an Menschen an dem Ort gewöhnt sind, war dort eigentlich immer viel los. Die Zelte waren auch vollkommen ausreichend vom Platzangebot her, selbst zu zweit. Dass ich mich nicht mit dem Feldbettgestell anfreunden konnte, war mein Problem, die anderen konnten darauf ganz gut schlafen. Das Essen war auch immer sehr lecker. An den beiden Duschen, dem Doppelwaschbecken und der Toilette gab es auch echt nichts zu meckern, das war tatsächlich sogar ganz schick und mit netten Deko-Elementen versehen (Fotos habe ich davon irgendwie verplant). Dass nach nen paar Tagen häufiger Wolken am Himmel waren und das erste Solarpanel nicht mehr ausreichte, wir nen halben Tag nicht duschen durften und anderthalb Tage aufs Akkus aufladen verzichten mussten, war jetzt auch nicht so wild… TIA 😄

Unser Zelt ließ sich leider nicht richtig schließen, also der Eingangs-Insektenschutz, aber die Fenster waren so groß, dass man auch so gut lüften konnte. 34 Grad zum Mittagsschlaf waren trotzdem keine Seltenheit.


Hier sieht man auch ganz gut, wie viel tatsächlich in so ein Zelt reinpasst, der Koffer (damit die Zeltplane durch den starken Wind nicht ständig gegen mich schlägt, direkt dort platziert) ist auch kein kleiner, sondern ein echt großer. Foto entstand nachdem ich das Bettgestellt entfernte.


Ein gutes Beispiel dafür, wieso Tuli "Staub / Dreck" bedeutet 🤪


Hier zur geographischen Einordnung nochmal ein Kartenausschnitt


Der kleine rote Kreis nochmal in groß. Hier fanden tatsächlich die meisten unserer Aktivitäten statt, unsere Drives starteten / endeten in der Regel vorm Eagle Rock Loop. Und unsere Walks fanden, abgesehen vom großen Walk am Limpopo, nur in dem Ausschnitt statt. Die weißen Striche sind die Wege, wo die Elefanten täglich am Camp vorbeizogen. „Elefanten“ ist die Stelle, wo wir zweimal zu Fuß Elefanten unten im trockenen Flussbett beobachteten.


Von mir auf jeden Fall ne dicke Empfehlung für Tuli Wilderness 🙂 Im Vergleich zum angrenzenden berühmten Mashatu ist es auch wirklich bezahlbar und sicherlich eine gute Alternative, wenn man mal in den Tuli Block möchte.
Teil 1723. Juni 2023
22.10.2022

Die Nacht habe ich nicht so gut geschlafen, aber ich konnte immerhin halbwegs ausschlafen. Um 8 Uhr hatte ich mich fürs Frühstück angemeldet, anschließend habe ich entspannt den Koffer gepackt (zuvor in Tuli hatte ich einfach nur alles reingestopft) und wurde dann pünktlich um 10 Uhr mit dem Emeralds Transfer zum Flughafen gefahren. Bis zum Abflug hatte ich noch 9 Stunden rumzukriegen. Koffer abgeben ging laut Schaltermitarbeitern noch nicht, es hatte auch noch kein Lufthansa-Schalter offen. Also suchte ich mir nen gemütliches Restaurant mit ausreichend Platz am Tisch (geworden ist es Spurs, wo ich mir um 11 Uhr nen leckeres Steak bestellte). Da ich dort nicht den ganzen Tag den Tisch blockieren wollte, suchte ich mir irgendwann nen anderen Laden (das Cafe am Ende der Schalterhalle, war für Kaffee und Cola in Ordnung). Die Zeit verbrachte ich mit Fotos editieren. Gegen 15 Uhr konnte ich dann meinen Koffer aufgeben, flott durch die Sicherheitskontrolle gehen und anschließend ins nächste Restaurant. Die letzte Stunde bis zum Abflug verbrachte ich noch mit ein bisschen Shopping und dann waren meine 9 Stunden Wartezeit am Flughafen auch schon um 🤪



Der Flug war recht entspannt und planmäßig. Auch ohne Notausgangplatz hatte ich in der Premium Economy ausreichend Platz.


Die Landung in Frankfurt war pünktlich. Nur die Sicherheitskontrolle dauerte etwas, da meine versiegelte Flasche Vanille-Amarula für den Scan wohl zu dickflüssig war, und erstmal die Polizei geholt werden musste, um die Flasche genauer zu untersuchen und dann durchzuwinken. DiD (Das ist Deutschland) 🙄

Für den Flug nach Berlin gab es nur ca. 30 Passagiere, ich hatte also ausreichend Platz. Berlin begrüßte mich dann mit Nebel.

Und eine Stunde später war ich wieder zuhause bei meiner Familie 😘



FAZIT

Auch wenn die Reise anders wurde als ursprünglich geplant, war ich wirklich mehr als zufrieden. Vermutlich hätte es gar nicht besser sein können. Erst eine Woche Privat-Safari in Makuleke und anschließend noch eine Woche tatsächlich in einen echten Field Guide Course reinschnuppern. Ich habe unglaublich viel gesehen, erlebt und gelernt. Die 2. R6 mit RF 100-500 + 1.4 Extender zu mieten, war zwar nicht günstig, aber die richtige Entscheidung. Zusammen mit meiner eigenen R6 und dem RF 70-200 eine perfekte Kombination für eigentlich jede Situation. Wer ähnliches mal erleben möchte, dem kann ich auf jeden Fall Natucate empfehlen, eine wirklich super Beratung und Chef-Daniel besucht selbst regelmäßig die EcoTraining. Und nach meinem Reinschnuppern beneide ich echt jeden, der den 55 Tage Kurs (oder sogar ein ganzes Jahr) machen kann 🙂

Wer jetzt das ganze noch in bewegten Bildern sehen möchte, kann sich gerne noch meine beiden „Filme“ zur Reise anschauen:

Magical Makuleke
https://youtu.be/4464BgDL-hU

Botswana's Hidden Gem
https://youtu.be/_r3kB6X9JCs

Danke allen Mitfahrern 🙂

Zur Diskussion mit allen 35 Beiträgen