Den schönsten Ort des ganzen Vormittags finden wir am Ufer des Lake George. Als wir ankommen sind da schon viele Vögel und ein kleines Krokodil. 😎
Kaum haben wir uns geschickt platziert und die Kamera in Anschlag gebracht, dröhnt von der Pad her ein Motor und einer der riesigen Overlander „betritt“ die Bühne. 😠 Der Truck stoppt und spuckt Mengen an Touris aus – sie schwärmen ohne Rücksicht auf Verluste aus, trampeln an der Uferzone herum 😠 , verscheuchen alle Vögel und schreien sich lauthals auf italienisch an!!! 😈 😈 😈 Zum Glück ist ihr Zeitfenster begrenzt und nach ca. 15 Minuten und hunderten Selfies klettern sie zurück in den Truck und rumpeln davon… 😣 Wir sind allein und bleiben es auch! 😎 Hier ist bestes Vogelkino geboten. Vor allem die Graufischer sind eifrig bei der Balz und Herr Graufischer umwirbt seine Angebetete mit selbstgefangenem frischen Fisch. Ein sehr unterhaltsames Schauspiel…
Auch Triele sind zu sehen:
Mittags lassen wir uns einen schnell gemixten Mais-Tomaten-Thunfischsalat schmecken. 😛 Zum Nachtisch gibt es Wassermelone. Nachmittags sehen wir wieder einige Tiere: Uganda Kobs
Elefanten
In dieser Dreckbrühe herrscht ziemliches Gedränge 🙄
Die Wasserböcke sehen dafür im gelben Gras umso schöner aus!
Immer wieder treffen wir auf Büffel...
Wir entdecken noch Rüppell`s starlings
Und hübsche blühende Büsche...
Auch dieser Grey headed Kingfisher posiert noch für uns:
Am ehemaligen Campsite am Channel-Track lassen wir uns mit Blick auf den Kanal den Kaffee schmecken.
Ein Black-winged Kite beobachtet uns...
Die Bootsfahrt haben wir natürlich längstens verpasst… 😗
Gegen 17 Uhr kehren wir zum Campingplatz zurück und werden von Richard, der am Weg zum Camp arbeitet winkend mit einem „Welcome back“ begrüßt. 😎 Leider kommt er heute nicht vorbei um uns ein Lagerfeuer anzubieten… 🙁 Außer uns und den Wasserböcken ist niemand da!
Wir lassen den Tag mit einem Sundowner ausklingen.
Da es ein wenig zu tröpfeln anfängt tragen wir unser Zeug in den Pavillion um dort zu kochen und zu essen. In der Dämmerung werden wir wiederum von den Mördermücken überfallen – ganze Schwärme gehen uns gehörig auf die Nerven. Das macht keinen Spaß und wir beschließen nach dem Abwasch ins Zelt zu flüchten… 🙁 🙁 Vorher müssen wir noch für kleine Jungs und Mädchen… Die Taschenlampe wird rundum geschwenkt – eine Ginsterkatze huscht davon 🙂 …. weiter links – hmmm das ist jetzt ein bisschen blöd. 😐 Genau zwischen uns und den Ablutions grast bereits ein Hippo. Wir haben es nicht kommen hören. Mehr oder weniger geduldig warten wir bis der Koloss weiter nach links wandert und schräg hinter unserem Auto weiterfrisst. Vorsichtig schleichen wir zu den Ablutions 😗 und nach einem weiteren Schwenk mit der Taschenlampe zurück zum Auto, wo wir vor Mücken und sonstigem Getier ins Dachzelt flüchten.
Fortsetzung folgt…
Teil 2222. März 2023
Baumlöwen? Lange nicht gesehen! Ich erwache von schon fast ohrenbetäubendem Summen… Die Lakeflies (Danke Picco) geben sich ein letztes Stelldichein und umschwirren in der beginnenden Morgendämmerung das Zelt. 🤨 Gut dass unser Moskitonetz dicht ist. Als das Summen verstummt und auch das Grunzen der Hippos sich entfernt hat, trauen wir uns nach draußen. 🤪 Unsere Freunde die Wasserböcke grasen entspannt in der Nähe und wir frühstücken gemütlich. Um kurz nach 8 sind wir abfahrtsbereit und starten zur nächsten Etappe. Wir wollen heute knapp 100 km nach Süden in den Ishasha-Teil des QENP, wo die legendären Baumlöwen zuhause sein sollen. Wir haben keine Eile und nehmen die Channel Track. Außer ein paar Pelikanen, die in weiter Entfernung auf dem Lake Edward dümpeln sehen wir noch einen Crested-Eagle
In Katunguru nehmen wir die Brücke und stoppen an der Tankstelle.
Wir finden noch frisches Obst und starten dann auf einer Rumpelpiste nach Süden. Akazienbäume dominieren das Landschaftsbild.
An ein paar verfallenen Baracken machen wir Kaffeepause. Jetzt ist es nicht mehr weit. An den Hippo Pools stapeln sich die Büffel…
Gegen Mittag erreichen wir die Enjojo Lodge – die letzten Meter bestehen aus grauenhaften Schlaglöchern. 😣 Wir werden freundlich begrüßt und bekommen einen frischen Saft. Hungrig wie wir sind buchen wir gierig die Vollpension und finden uns kurz darauf im herrlich luftigen Restaurant mit Blick auf einen verwaisten Teich wieder. 😗
Gemüsecurry und Reis sind in Ordnung. Der Campingplatz liegt abseits der Chalets und ist sehr nett hergerichtet, mit Lagerfeuerplatz: überdachtem Sitzplatz
Küche, sauberen WCs und Duschen.
Viel Platz für unser Auto:
Weg zum Campingplatz
Termitennest an einem Baum
Da M. mal nicht selber fahren will und uns noch die Leier meiner Schwester – die Guides wissen wo die Tiere sind… da sieht man viel mehr… in den Ohren klingt haben wir einen ziemlich überteuerten Gamedrive samt Fahrer für 15 Uhr vereinbart. So bleibt uns nicht viel Zeit zum Rasten, bevor wir starten. Ein paar Blüten müssen noch schnell fotografiert werden...
Es geht pünktlich los. Wir genießen zur Abwechslung mal die erhöhte Sitzposition und da das Wetter wunderbar ist genießen wir den Gamedrive in vollen Zügen. Die Landschaft gefällt uns sehr: hier mit Eli
Wir freuen uns über viele Tiere: Uganda Kobs
Teil 2322. März 2023
Die Topis sind für uns eine Erstsichtung und wir freuen uns sehr!
Überall entdecken wir Jungtiere – einfach nur niedlich!
Auch Büffel gibt es sehr viele:
Unser Guide gibt sich zwar Mühe, gehört aber nicht zu den besten seiner Zunft. Mehrfach sehen wir Vögel vor ihm 😗 … auch bei deren Namen scheint er nicht hundertprozentig sicher zu sein. Dafür erzählt er uns viel über den Park, die Büffel und Topis. Leider finden wir die Baumlöwen nicht – jeder einzelne Guide oder Ranger denen wir begegnen wir befragt, die Reaktion ist immer dieselbe – Achselzucken und Kopfschütteln… Die Feigenbäume sind verwaist:
Es gibt richtig große Warzenschweine 🙂
Ein Wasserbock posiert für uns 😗
Wir machen noch einen Abstecher an den Ishasha River, der die Grenze zum Kongo bildet. Hier sind ein paar Hippos im Wasser.
Auf dem Rückweg sehen wir noch einen großen Sumpf.
Hier rastet der erste und einzige Klaffschnabel des Urlaubs:
Im feuchten Schwemmland grasen zahlreiche Tiere 🙂
Auch eine Trappe lässt sich noch sehen
Die Bestimmung von Greifvögeln fällt uns immer schwer... sehen alle irgendwie ähnlich aus 😐
Insgesamt ist der Drive sehr abwechslungsreich und wir sind auch ohne Löwen glücklich und zufrieden. 😎 Leider scheint der Lodge-Manager fast beleidigt , als wir einen weiteren Gamedrive für den nächsten Tag ablehnen und seine Freundlichkeit kühlt merklich ab… 😕 Ist uns egal – das ist 150US$ sind für 2 Leute einfach zu teuer… Wir gönnen uns eine Dusche und ratschen am Lagerfeuer mit einer holländischen Familie die auf Weltreise sind, später gehen wir ins Restaurant, wo wir uns Chicken Curry und Banana Fritters schmecken lassen.
Fortsetzung folgt…
Teil 2426. März 2023
Safaritag im QENP Nach einer ruhigen Nacht stehen wir in der Morgendämmerung auf und lassen uns im Restaurant ein leckeres Frühstück mit Obst, Eiern und Brot schmecken. Einzig die Marmelade verdient diesen Namen nicht – das ist der reine Zucker! 😣 Das Dachzelt ist blitzschnell zusammengeklappt und bewaffnet mit einem „Packed Lunch“ starten wir in Richtung South Gate. Unterwegs sehen wir entlang der Straße bereits wunderschöne Fig Trees. 🙂
Am Gate bezahlen wir beim langsamsten Ranger aller Zeiten. 😗 Äußerst akribisch füllt er unser Permit aus… wir üben uns in Geduld und ich befrage in der Zwischenzeit einen anderen Ranger zu eventuellen Löwensichtungen. Leider wurden die Löwen seit 5 Tagen von niemandem gesichtet. Macht nichts. Wir freuen uns über jedes Tier – und davon gibt es wirklich viele. 😎 Wir entdecken einen Elefanten
einen Mausvogel
Büffel
einen Madagaskar Spint
zur Abwechslung diese schöne Blüte 😉
und Uganda Kobs.
Auch die Landschaft gefällt uns sehr gut.
Paviane mit Baby bieten Abwechslung
Ebenso dieser schöne Schmetterling
Ein Hippo tarnt sich im Sumpf 😄
Auch am Ufer sind Hippos
Wir sehen wieder einen Klaffschnabel und einige White-faced Whistling ducks
Wir halten unter einem Fig-Tree, die auch ohne Löwen wunderschön sind und trinken einen Vormittagskaffee. Es sind nur wenige Fahrzeuge unterwegs und wir genießen die Ruhe. 🙂 Gegen Mittag steuern wir den Campingplatz am Ishasha River an.
Wir setzen uns in den Pavillion und lassen uns Pfannkuchen mit Gemüse, gekochtes Eie und gebratene Hühnchenteile schmecken. Als Nachtisch gibt es Kekse und Melone. 😛
Ein „Aufpasser“ kommt vorbei – die Ugander fürchten wohl Übergriffe aus dem Kongo und wollen kein Risiko eingehen. 🙁 Zweimal kommen Safarifahrzeuge um hier Picknick zu machen. Wir haben nette Gespräche mit den anderen Touris – auch von ihnen hat keiner die Löwen gesehen. Am schönsten ist jedoch das Hippo-Kino. Mehrere sind im Fluss und legen sich schließlich auf einer Sandbank zur Ruhe, wobei eine Hippomama ihr Kleines fast unter ihrem dicken Hinterteil begräbt. 😄
Nachdem wir auch noch Kaffee getrunken haben reißen wir uns schließlich los und fahren nach Norden. Wir freuen uns über diesen netten kleinen Wasserbock 😘
und über das ebenso niedliche Topi 😘
Lange verweilen wir bei White-throated Bee-eaters
Besonders beeindruckend sind auch die Feuchtwiesen, wo es nur so von Büffeln, Kobs, Wasserböcken, Warzenschweinen, Reihern und anderen Wasservögeln wimmelt.
Sogar zwei Kronenkraniche entdecken wir – die freuen uns besonders, auch wenn sie für ein anständiges Foto zu weit weg sind.
Bei der Rückfahrt sehen wir noch dieses Perlhuhn:
Einen Sooty Chat
Und diesen Grey-backed Fiscal
Zurück auf dem Campingplatz lassen wir uns den Sundowner in Form eines kühlen Nile-Biers schmecken und ratschen wieder mit den Holländern.
Das Abendessen – Beef Stroganoff und Kartoffelbrei – ist in Ordnung. Eine richtig große Fledermaus kreist im Restaurant auf Beutejagd über unseren Köpfen – faszinierend! 🤩 Auf dem Campingplatz sitzen wir noch ein wenig am Feuer und beobachten bei der Sitzecke eine große Spinne und einen Frosch. Außer den Holländern und uns übernachten hier alle Guides in den festen Safarizelten, so dass der Parkplatz richtig voll ist. Fortsetzung folgt…
Teil 2528. März 2023
Schlechter Kaffee und eine schöne Lodge Wieder stehen wir im Morgengrauen auf. Das Frühstück besteht aus Ei, Toast, Würstchen, Tomaten und Früchten. Gut gestärkt brechen wir auf und sind um 8 Uhr am Katookye Gate. Wir haben eine Fahrstrecke (mit kurzem Gamedrive) von 156 km vor uns. Da wir den ganzen Tag Zeit haben wollen wir unser Glück noch einmal mit den Baumlöwen versuchen. Unser Permit ist noch gültig, so dass wir nur 8 US$ für das Auto bezahlen. Die letzte Fahrt durch den QENP bringt uns keine neuen Tiere – die Löwen sind immer noch nicht zurück (das hatten uns schon die Ranger gesagt). Insgesamt ist nicht viel los. Wir sehen aber immerhin ein paar Topis, Büffel, Warzenschweine und Kobs. 🙂 Ein Black Crake kraxelt auf einem Busch herum...
Ein Hagedasch-Ibis sucht nach Futter...
Eine Glanzente rastet auf einem Baum...
Ein Buschbock versteckt sich im "Gebüsch" 😗
Die Fireball-Lilies können nicht weglaufen... 😉
Noch ein letzter Blick auf die morgendliche Umgebung...
... und auf einen löwenlosen "Löwenbaum"!
Nach zwei Stunden verlassen wir den Park durch das South Gate und starten in Richtung Bwindi Impenetrable Forest. Obwohl wir keine Gorilla-Permit haben, wollen wir dem Nationalpark einen Besuch abstatten. Da wir beide Wälder in jeder Form lieben ist der Regenwald ein Muss für uns. Wir haben zwei Nächte in der Eco Hills Gorilla Lodge gebucht und wollen einen Forest Walk machen. Wir halten an einem Straßenstand um Obst und Gemüse zu kaufen. Wir fragen nach Kaffee – unserer ist aus und werden hilfsbereit zu einem kleinen Laden begleitet, wo wir 12 Portionspäckchen Kaffee erstehen. 🙂 Die Straße wird zunehmend schlechter.
Es rumpelt, es ist eng, Schlagloch reiht sich an Schlagloch und in den unzähligen Dörfern ist wie immer in Uganda viel Betrieb. Uns fällt auf, dass die Kinder hier sehr aufdringlich sind… Sie laufen hinter unserem Auto her, halten die Hand auf und schreien lauthals „Give me money!!!“ 🙁 🙁 In einem Waldstück machen wir ein Picknick bestehend aus dem letzten Käse und bröseligen Semmelresten der Marke „Safari-Buns“. Das Zeug ist ewig haltbar, schmeckt aber eher zum Abgewöhnen… 😣 Anschließend folgt das ultimative Kaffee-Erlebnis. Jeder öffnet ein Päckchen ugandischen Kaffee und wir kippen heißes Wasser aus der Thermoskanne darüber. Heraus kommt ein schwärzliches Gebräu, das nicht mal ansatzweise nach Kaffee schmeckt… zudem schwimmen die Kaffeeteilchen drin setzen sich auch nicht ab. Ich versuche das Zeug durch die Zähne zu schlürfen, damit möglichst viel Kaffeesatz in der Tasse bleibt… brrrr… 😣 klappt nur mäßig und ich beschließe mich lieber fortan in Kaffee-Abstinenz zu üben! 😮 Die Berge hier sind bis zum letzten bewirtschaftet...
Wir kommen an Teeplantagen...
... und Kohle-Meilern vorbei
Nach rund 7 Stunden!!! Erreichen wir ziemlich platt die Lodge.
Alles ist dunkel, kein Auto weit und breit. 😮 Zum Glück täuscht der erste Eindruck und wir werden sogleich freundlich von Kefa, dem guten Geist der Lodge begrüßt. 🙂 Wir bekommen heiße Handtücher und – Kaffee!! Besser als unsere Plörre schmeckt der allemal! 😛 Wir bekommen eine wunderbare Kabin mit Blick auf den Bwindi Forest, großer Terrasse, heißem Wasser, einer Toilette mit Panoramafenster und einem wunderbar großen Bett! Nach zahlreichen Erklärungen fallen wir ermattet in die Korbsessel und genießen erstmal die wunderbare Umgebung.
Lodge-Managerin Anett kommt vorbei um unsere Bestellung fürs Abendessen aufzunehmen. Den restlichen Nachmittag verbringen wir lesend. Später trinken wir einen Sundowner und genießen den Blick auf den Regenwald. Bevor wir Essen nehmen wir mal wieder Verbindung mit zuhause auf – im Restaurantbereich gibt es Wlan, dann setzen wir uns zum Essen. Wir sind die einzigen Gäste und werden mit einem wunderbaren Menue verwöhnt. Zwiebelsuppe, Fisch und Pfannkuchen-Nachspeise gehören zu den kulinarischen Highlights der Reise. 😛 😛 😛 Kefa macht extra ein Feuer im Kamin auf der Terrasse und wir sitzen noch ein wenig davor. Als wir die richtige Bettschwere haben lassen wir uns glücklich in unser Kingsize-Bett fallen. Nach den Tagen im Dachzelt ist das purer Luxus! 🙂 Fortsetzung folgt…
Teil 2629. März 2023
Bwindi ohne Gorillas = Nature Walk und fauler Nachmittag Heute Morgen ist es besonders hart, das kuschelig warme Bett zu verlassen. Durch die Morgendämmerung schleppen wir uns zum Frühstück. Es gibt Tee und frische Früchte, außerdem haben wir Avocado-Toast bestellt. Das sind pro Person zwei riesige Scheiben, dick mir Avocado bestrichen, obendrauf noch ein Ei, dazu Tomaten und Bacon…. 🤩 Unmöglich kann ich das alles essen! Das tut mir total leid und ich bitte sie den Toast für später aufzuheben – ich glaube sie haben ihn dann selber gegessen – mittags war er auf alle Fälle unauffindbar! 😗 Anschließend fahren wir nach Rushaga, wo Anett einen Forest-Walk für uns vereinbart hat. Sie besteht darauf, dass Kefa uns begleitet. O.K. Wir haben also ein Kindermädchen… 😗 In Rushaga geraten wir mitten ins Gorilla-Briefing. Oh Mann… so viele Leute!!! 😣 Die Ranger sind total im Stress und wissen im Moment nichts mit uns anzufangen. Kein Problem. Wir setzen uns erstmal zu den Gorilla-Treckern und lauschen den interessanten und sehr ausführlichen Erklärungen. (Im Mgahinga dauert es nicht annähernd so lange!) Irgendwann ziehen die Gruppen los und es wird angenehm ruhig. Wir bekommen Richard als Guide zugeteilt und nach der etwas komplizierten Zahlung von 70 US$ pro Person geht es los. Richard ist O.K. – mehr aber auch nicht. Wir können die Dauer des Walks wählen und entscheiden uns für 3-4 Stunden, damit auch genug Zeit für Fotos und Staunen bleibt! Gleich zu Beginn begrüßt uns dieses Baumhörnchen
M. und ich sind wirkliche Wald- und Pflanzenfans und wir freuen uns unglaublich auf den Vormittag im Bwindi, von dem wir schon so viel gehört haben. Wir werden nicht enttäuscht. Die Wanderung durch den mit Flechten-, Farn- und Moos behangenen Wald ist wunderschön! Die Flora ist unglaublich vielfältig.
Wir stoßen auf Waldelefanten-Spuren und sehen Colobus-Affen. Da wir nur das kleine Objektiv dabei haben gibt es von den Vögeln keine Bilder – wir beschränken uns aufs Genießen, sehen aber Ross´s Turaco, Rwenzori-Turaco, Great Blue Turako und einen Trogon. Für uns am schönsten sind die vielen vielen Baumfarne – wir wandeln durch einen Märchenwald.
Da wir keine Gorillas verfolgen können wir uns in unserem Tempo treiben lassen. Es geht steil bergauf, steil bergab und schließlich erreichen wir einen wunderschönen Wasserfall.
Teil 2729. März 2023
Auch der Rückweg wird nicht langweilig... Es gibt weiterhin viel zu entdecken! Eine schöne Blüte (die laufen oder fliegen wenigstens nicht weg 🤪 )
einen Schmetterling
beeindruckende Urwaldriesen
interessanten roten Laubaustrieb
und diesen Golden-breasted Bunting (Danke Sue!), der sich wahrscheinlich auf seine Tarnung verlassen hat 😄
Die Zeit vergeht wie im Flug und gegen eins erreichen wir das Headquarter, wo uns Kefa bereits erwartet. Vor dem Gate beginnt sofort das Dorf mit zahlreichen Craftshops. Die Männer lassen mich aussteigen und ich unterhalte mich prächtig mit den Einheimischen und zahle für schöne Stoffe und ein paar Mitbringsel völlig überteuerte Preise… 😉
Zurück in der Lodge ordern wir einen späten Lunch, den wir nach einer angenehmen – seit langem wieder einmal heißen Dusche auf der Terrasse genießen. Der Blick auf den Regenwald ist einfach wunderschön!
Wir beobachten White-tailed Blue-flycatcher
Astrilde
und eine Eidechse:
Am gegenüberliegenden Hang klettern einige Blue Monkeys herum. (Schlechtes Beweisfoto...)
Wir genießen die Ruhe und die Atmosphäre und trinken auch noch Kaffee. Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit lesen, faulenzen, Vögel beobachten, Ananas essen und die Umgebung erkunden
– wir sind immer noch die einzigen Gäste. An der Qualität der Lodge kann das aber nicht liegen – wahrscheinlich gibt es einfach zu viele Lodges… Den Sundowner genießen wir auf der Terrasse:
Abends übertrifft sich der Koch wiedermal selbst: es gibt Karottensuppe mit frisch gebackenen Brötchen, als Hauptspeise hauchdünnes, lecker mariniertes Beef mit Kartoffeln, Gemüse und Pfeffersauce und als Nachspeise gebratene Ananas in cremiger Sauce mit Schokostreuseln. 😛 😛 😛 Der Koch schaut vorbei und wir machen ihm für seine Kreationen ein riesen Kompliment, was ihn sichtlich freut! 🙂 Wir lassen den gelungenen Tag bei einem Bierchen am Kaminfeuer ausklingen, bevor wir uns in unser gemütliches Bett zurückziehen!
Die Gastfreundschaft hier in der Gorilla Hills Eco Lodge fanden wir außergewöhnlich, das Essen und auch die Cabins großartig. Für 100US$ pro Nacht ein echtes Schnäppchen! Fortsetzung folgt…
Teil 2801. Apr. 2023
Auf der Straße des Grauens… … dieser Titel trifft unser heutiges Gefühl ziemlich gut! 😮 Morgens ist noch alles entspannt. Wir frühstücken gemütlich in der Lodge – wie schon die Tage zuvor bestens umsorgt von Kefa. Als wir unser Gepäck holen sehen wir im Tal noch diesen Buschbock:
Manchmal, so behauptet zumindest Kefa, kommen sogar Elefanten vorbei. Gegen 9 Uhr sind wir unterwegs in Richtung Kisoro. Die Straße ist genauso grottig wie auf der Herfahrt. 😣 Mengen an Menschen sind unterwegs. Die steilsten Hänge sind urbar gemacht. Total verrückt. Uganda ist hier im Südwesten wirklich extrem dicht besiedelt – die Hütten sind überall verteilt, als hätte jemand Getreidekörner breitwürfig auf ein Feld geworfen. Kisoro entpuppt sich als recht groß und erstaunlich aufgeräumt. Wir füllen den Tank auf und statten dem UWA-Office einen Besuch ab. Der sehr freundliche Angestellte prüft unsere Gorilla Permits – eins wurde erst verspätet ausgestellt – und versichert uns, dass alles in Ordnung ist. 😎 In einem kleinen Laden stocken wir unsere Vorräte auf – es gibt sogar Instant-Nescafé… 😛 😛 Wir finden ein nettes kleines Café – das erste seit Entebbe… Da müssen wir natürlich rein. Es riecht lecker nach frisch gemahlenen Bohnen – wir bestellen jeder einen Milchkaffee. Der ist mehr weiß als schwarz – dafür bekommt jeder einen halben Liter für schlappe 10.000 Shilling, das sind ca. 2,50 Euro.
Kaum haben wir Kisoro verlassen beginnt die Straße des Grauens. 😮 Wir schaffen es wieder einmal, vom Hauptweg abzukommen… Hier bestimmt Vulkangestein den Untergrund. Hier sieht es noch gut aus!!
Aber es wird schlimmer... die Lust zu fotografieren vergeht mir! Teilweise geht der Weg über die reinsten Geröllfelder – Vulkangestein kann ziemlich scharfkantig sein und wir fürchten um unsere Reifen. 😕 Es wird noch schlimmer und wir fahren über Felsen!!! 😮 Zum Umkehren ist es längst zu spät. Alles ist unglaublich eng, links und rechts ist der Weg von Steinmauern gesäumt. Dass es teilweise extrem steil bergauf geht macht die Sache nicht besser. Ich zittere, M. flucht leise vor sich hin und wir beschwören den braven Toyota. Mehr als einmal laufen Kinder hinter uns her – kein Wunder – wir können nur Schritttempo fahren. Alles ist sehr ärmlich und in der Nähe der kleinen Dörfer leider auch sehr vermüllt. Abgesehen davon wäre die Landschaft vermutlich sehr schön: kleine Felder begrenzt von Lavasteinmauern, grüne Wiesen, Schafe, Ziegen und Kühe. Die drei Vulkane sind leider wolkenverhangen und zu allem Überfluss fängt es auch noch an zu regnen. Irgendwann ist der Weg so schmal, dass wir Angst haben stecken zu bleiben. Nach einer Kuppe – es geht wieder über Felsbrocken – steht ein Touri-Jeep. Uns fällt ein Stein vom Herzen. Wenn der das geschafft hat – packen wir das auch. Total erschöpft und fertig mit den Nerven erreichen wir um kurz nach eins die „Hauptstraße“ – die nur in wenig besserem Zustand ist – und kurz darauf das Gate zum Mgahinga Nationalpark. Hier geht es nicht mehr weiter. Wir sind nur 38km gefahren und trotzdem total bratfertig. 😣 Wir werden freundlich begrüßt und dürfen einfahren um auf dem Parkplatz Picknick zu machen. Nach dem Stress haben wir Hunger. Wir atmen erstmal tief durch und machen uns dann über unseren Packed-Lunch her, der aus Samosas, Eiern, Cookies, Obst und Nüssen besteht. 😛 Leider regnet es ziemlich heftig, so dass wir im Auto bleiben. Anschließend sind wir gestärkt und machen uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Vorher fragen wir bei dem Ranger am Tor nach einer Vulkan-Besteigung für den nächsten Tag. Er meint wir sollen einfach um 7.30 Uhr da sein. Das Ntebeko Homestay finden wir problemlos – es liegt rund 3km weiter rechterhand der Straße.
Wir werden von einem jungen Mann erwartet, der sich als Emma vorstellt und der sich zu unserem Kindermädchen für die nächsten Tage erklärt. 😕 Emma zeigt uns alles – wir haben das ganze Haus für uns, da wir die einzigen Gäste sind. Es gibt einen gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereich mit Sitzecke und Esstisch. Wir dürfen die Küche benutzen, die über eine Spüle und eine Gasflasche mit Kochaufsatz verfügt. Unser Zimmer hat den Charme einer Gefängniszelle – mit Bett und 1 Stuhl. 😄
Im Bad gibt es einen Mini-Boiler für die Dusche und ein kleines Waschbecken + WC. Frühstück ist inklusive und das Ganze kostet für 3 Nächte 54US$. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben machen wir mit Emma einen Village-Walk. Es geht über steinige Wiesen:
Hier grasen Kühe:
Die Berge am Horizont liegen bereits in der Demokratischen Republik Kongo:
Der höchste Vulkan, der Mt. Muhavura - das heißt soviel wie "Der Wächter" zeigt sich hinter den Regenwolken!
Unser Ziel ist ein kleinen Vulkankrater.
Von dort können wir den Lake Mutanda und die Berge an der Grenze zum Kongo sehen.
Blumen fotografiere ich immer gerne 😗
Der Krater hat zwei Calderas in denen Ackerbau betrieben wird.
Die Gegend ist das Hauptanbaugebiet für Irish Potatoes, die so heißen, damit man sie von der weit verbreiteten Süßkartoffel unterscheiden kann.
Emma ist sehr nett und gesprächig. Er erzählt uns, dass er erst seit kurzem Guide ist, dass er aus einem kleinen Dorf in der Nähe stammt, das seine Eltern sehr arm sind, er aber einen deutsche Paten hatte, der seine Schulbildung finanziert hat und, und, und… Obwohl es wieder angefangen hat leicht zu regnen genießen wir die frische Luft und die Bewegung. 🙂 Diese Schafe finden den Regen wohl nicht so toll! 😗
Die drei Vulkane: Mt. Muhavura (4127m), Mt Gahinga (3475m) und Mt. Sabinyo (3645m) sind leider weiterhin wolkenverhangen. Sie gehören zum Virungamassiv und markieren die Grenze zu Ruanda und zum Kongo. Im Umfeld der Vulkane erstreckt sich auch der Mgahinga Gorilla Nationalpark, der kleinste Nationalpark Ugandas. Er wurde 1991 gegründet und 1992 auf 33,7 qkm erweitert.
Gegen halb sechs sind wir zurück. Wir kochen uns einen Tee, spielen Clever und machen uns dann für das Abendessen einen Salat aus Avocado, Kraut, Tomate und Thunfisch. Bei Emma bestellen wir für den nächsten Tag Frühstück und einen Packed Lunch. Wir quatschen noch ein bisschen, dann ziehen wir uns in unser Zimmer zurück.
Fortsetzung folgt…
Teil 2901. Apr. 2023
From here you normally see into the Caldera… So früh sind wir schon lange nicht mehr aufgestanden. Schon um 6.15 Uhr sitzen wir am Tisch. Emma werkelt eifrig in der Küche… Das Frühstück besteht aus Tee, Obst und Pfannkuchen. Anschließend begleitet uns Emma zur Amajambere Community. Hier ist ein Restaurant und es werden auch Cabins vermietet – schade, dass wir das nicht wussten! Wir bekommen den bestellten packed Lunch, dann geht es zum Mgahinga Office. Wir wollen den Mt. Gahinga besteigen – den kleinsten der drei Vulkane, aber trotzdem mehr als 3000m hoch. Ich hoffe, das schaffe ich… 😕 Am Office gibt es eine Tanz- und Gesangsvorführung von Mitgliedern der lokalen Gemeinden.
Der Mt. Muhavura schmückt sich auch heute mit einer Wolkenhaube.
Nach dem Briefing geht es los. Rund 1400 Höhenmeter liegen vor uns. Außer M. und mir ist ein Tiroler Bergfex mit von der Partie. Begleitet werden wir von zwei bewaffneten Rangern und dem Chief Guide, Emanuel. Die Männer legen ein Tempo vor, als ginge es um einen Berglauf. 😣
So geht das leider gar nicht. 😮 Ich muss mir meine Kräfte einteilen und bremse… Slowly, slowly wird meine Devise. Zunächst steigen wir – noch mäßig steil durch üppigen Sekundärwald auf. Noch ist die Sicht auf den Mt. Gahinga gut:
Der Boden ist feucht und wir entdecken zahlreiche Riesen-Regenwürmer! 🙄
Auch interessante Blüten finden sich rechts und links des Weges:
Spannend wird es, als wir den Bambus Wald erreichen. Ich wusste nicht, dass es das in Afrika gibt… Bis hier ist es noch gut zu schaffen. 🙂
Der Bambuswald gefällt uns sehr gut!
Schließlich erreichen wir bei rund 2700m den „Fuß“ des Vulkankegels. Jetzt geht es steil bergauf. Ständig geht es über halsbrecherische Leitern. Ich werde sehr sehr langsam. Manche der Leitern kann ich nur krabbelnd bewältigen. 🙁 Je höher wir steigen, desto skurriler wird die Vegetation. Flechtenbehangene Bäume bieten ein faszinierendes Bild.
Moose und Farne wachsen, immer wieder bleibe ich stehen um die Umgebung zu bewundern und zu fotografieren. Ein willkommener Grund für eine Schnaufpause. Trotzdem werde ich noch langsamer. Ich spüre die dünne Luft und gerate an meine Grenzen. 🙁 Die Sicht wird immer schlechter und es wird kalt. Unser Bergfex hat sich inzwischen mit einem der Ranger abgesetzt. Mühsam quäle ich mich die letzten Meter hoch. Geschafft! 🙂 Wir haben den Kraterrand erreicht. 🤩 🤩
Die Sicht ist praktisch Null! „From here, you normally see into the Caldera!“, erklärt uns Emanuel. 😄 Hmmm – aha! Das Crater Swamp versinkt in dichtem Nebel, ebenso wie alles andere. Belohnt werden wir dafür durch eine eindrucksvolle, im Nebel mystisch wirkende Vegetation. Der Craterrand ist komplett mit Baumerika, Riesenlobelien und anderen exotischen Pflanzen bewachsen.
Wir ziehen Regenhosen gegen den kalten Wind an und trinken einen heißen Tee. Ich bin stolz, dass ich es geschafft habe und wir genießen die einmalige Stimmung. Es ist eine bizarre Welt! 😘
Ein kleiner Pfad führt uns zu einem weiteren Aussichtspunkt, von dem aus man bei passendem Wetter den Mt. Muhavura sehen kann – wir sehen nur Nebel.
Als wir die Kälte nicht mehr aushalten, machen wir uns an den Abstieg – nun müssen wir die vom Nebel rutschigen Leitern wieder hinunter 🙁 – zu dumm dass wir keine Stöcke dabei haben.
Unsere Ranger tragen Gummistiefel mit denen sie leichtfüßig wie Antilopen den Abstieg meistern. 😮 Ich komme mir ziemlich plump vor und rutsche des Öfteren halb auf dem Hinterteil. 😣 Egal – Hauptsache es passiert nichts. Schließlich wollen wir morgen zu den Gorillas. Unterwegs sehen wir noch einen Rwenzori-Turaco und einen Buschbock.
Als es wärmer wird machen wir am Hang eine Mittagspause. Ranger und Bergfex freuen sich über unsere üppigen Lunchpakete, die wir gerne mit ihnen teilen. 😎 Das Wetter ist weiter unten deutlich besser und wir können zum Mt. Sabinyo hinübersehen:
Gegen 14 Uhr erreichen wir das Parkoffice. Wir geben unseren Begleitern noch ein Trinkgeld und spazieren dann zur Amajambere Community, wo und unser Auto parkt. Kurz entschlossen setzen wir uns auf die schöne Terrasse, beobachten die vielen Vögel im Garten und lassen uns einen Kaffee schmecken. Praktisch dass man hier eine ganze Kanne Kaffee bekommt wenn man einen Kaffee bestellt!! Ein Hyrax spaziert vorbei und kraxelt auf einen Baum – leider ist die Kamera im Auto… 😣 Den restlichen Nachmittag haben wir keine Lust mehr auf Aktivitäten. Ich bin total platt und genieße es zu lesen und zu faulenzen. Um 18 Uhr kehren wir ins Restaurant zurück. Es ist richtig frisch geworden und ich bin froh über meine Skiunterwäsche. Wir setzen uns an den offenen Kamin, wo Emma ein Feuer anzündet und trinken ein Bierchen. 😛 Das Abendessen ist sehr lecker, die Portionen sind aber total überdimensioniert. Ich platze fast und nach dem langen und anstrengenden Tag gehen wir frühzeitig ins Bett!
Fortsetzung folgt…
Teil 3003. Apr. 2023
Gorillas im Sonnenschein Im Morgengrauen sitzen wir am Frühstückstisch und lassen uns von Emma mit riesigen Bananen-Pfannkuchen stopfen. Uganda ist definitiv kein Land um abzunehmen… 😉 Pünktlich um 7 Uhr sind wir im Nationalpark Office – Emma besteht darauf uns zu begleiten, steht dann aber eher so rum – er übt noch! 😗 Wir schauen der Tanzgruppe von gestern zu, die die Besucher wieder mit einer kleinen Darbietung willkommen heißen. 🙂 Im Office gibt es dann leider etwas Stress mit unserer Extra-Permit. 🙁 Der Officer stellt sich stur und behauptet das passt so nicht. Ich sehe die Aussicht, die Gorillas zu sehen schwinden… 🙁 🙁 Nach langem Hin- und Her erklärt er, er würde das Büro in Kampala anrufen und schickt uns zum Briefing. Mit einem mulmigen Gefühl lauschen wir den Informationen, was ungefähr halb so lange dauert wie im Bwindi. Tatsächlich sind wir 11 Leute statt 10 woraufhin eine Amerikanerin auch sogleich anfängt zu meckern… 😣 Martin der heutige Chief Guide beschwichtigt sie und als wir fertig sind treffen wir draußen auf die Träger. Der muffige Officer ist verschwunden 😐 und es gibt keine weiteren Beanstandungen der Permits – mir fällt ein Stein vom Herzen und so langsam stellt sich die Vorfreude ein. 😎 Martin erklärt uns, dass der Mgahinga Gorilla Park der einzige Park in Uganda ist, der jemals erweitert werden konnte – Teile des Sekundärwaldes kamen dazu, so dass die ansässige Gorilla Gruppe, die Nyakagezi Group genug Futter findet und nicht mehr darauf angewiesen ist, nach Ruanda zu wandern. Die Einheimischen wünschen sich im Gegenzug Jobs – zum Beispiel als Träger – nur 5 der 11 Teilnehmer heuern daraufhin einen Träger an, was ich ehrlich gesagt enttäuschend finde. Es geht hier nicht darum, dass man seinen Rucksack nicht selber tragen kann, sondern darum, die Akzeptanz für den Schutz der Gorillas zu erhöhen. Mein Träger, Julius ist auf jeden Fall sehr zuvorkommend und erklärt mir, wenn ich wiedermal stehen bleibe um zu fotografieren, alle möglichen Pflanzen. Das Tempo ist sehr langsam, da wir zwei alte Damen dabei haben. Die Mecker-Amerikanerin vom Briefing positioniert sich direkt hinter unserem Guide und macht allen klar, dass das der ihr zustehende Platz ist… 😵 Uns soll es recht sein. Wir bilden das Schlusslicht und behalten die Übersicht! 🙂 Der Pfad den wir einschlagen führt an der Grenze des Nationalparks entlang in Richtung Westen. Der Himmel ist leicht bewölkt mit etwas Sonne und die Luft ist deutlich klarer als die letzten Tage.
Schon auf dem Weg gibt es viel zu entdecken: Acanthus
Moose und Farne
eine Fliegenversammlung 🤪
Männertreu
Nach knapp 45 Minuten werden wir nochmals an die Verhaltensregeln erinnert. Wir lassen unsere Rucksäcke bei den Trägern. Nur die Kameras dürfen wir mitnehmen. Die Gorillagruppe ist jetzt sehr nahe! Die Nyakagezi Group setzt sich aus 3 Silberrücken, 2 erwachsenen Weibchen, 3 Teenagern und einem 18 Monate altem Baby zusammen. Der dominante Silberrücken heißt Mark und ist 45 Jahre alt. Er lebt mit den anderen Silberrücken friedlich zusammen. Nach weiteren 15 Minuten heißt es „Masken auf“. Kurz darauf sehen wir ihn – den ersten Gorilla. Es handelt sich um den jüngsten der drei Silberrücken.
Er frisst gerade und ignoriert uns komplett. Erwachsene Gorillas verspeisen zwischen 20kg (Weibchen) und 34 kg (Männchen) pflanzliche Nahrung pro Tag. Berggorillas leben nur noch an den Hängen der Virunga Vulkane und im Bwindi Regenwald. Ihr Bestand wird heute auf etwas über 1000 Individuen geschätzt. Wir folgen dem jungen Silberrücken und finden den Rest der Gruppe!
Diesen Tieren, mit denen wir 95 Prozent der Gene teilen so nahe sein zu dürfen ist ein besonderes Erlebnis. Das zu beschreiben ist sehr schwierig und sicher erlebt jeder das anders, deshalb lasse ich jetzt einfach mal die Bilder sprechen: Mark und Nyiramwiza
Teil 3103. Apr. 2023
Auf einer Lichtung genießt die Familie die warmen Sonnenstrahlen:
Die Fliegen sind lästig und es geht zurück ins Gebüsch:
Mama Nshuti und Baby Rukundo
Immer wieder ziehen die Tiere weiter und wir folgen ihnen und beobachten sie beim Fressen.
Die Form der Gorilla Nase und der "Falten" darüber sind das Pendant zum menschlichen Fingerabdruck
Mark strahlt eine unglaubliche Souveränität aus, während die jüngeren Silberrücken zeigen müssen, dass sie hier das Sagen haben. Wir bekommen einen Eindruck des „Brusttrommelns“, was ganz schön einschüchternd ist. Mehrfach gehen die jungen Männchen so nahe an uns vorbei, dass ihr Fell unsere Beine streift. Mark dagegen sucht sich einen Sitzplatz und passt auf seine Familie auf:
Schließlich widmet sich auch Mark wieder dem Fressen:
Ich bin einfach nur glücklich, das erleben zu dürfen!!!
Viel zu schnell vergeht die Zeit und nach einem letzten Blick gehen wir zurück, wo unsere Träger schon mit den Rucksäcken warten.
Die Amerikanerin hat alle Selfies mit Gorilla im Kasten und ist zufrieden... 😉 Am Office bekommen wir noch alle eine Urkunde überreicht. M. und ich machen mit einem Begleiter nochmals einen kurzen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, wobei wir beide unseren Gedanken nachhängen und die Begegnung mit Mark und seiner Familie sacken lassen.
Natürlich wird noch das eine oder andere fotografiert:
Teil 3203. Apr. 2023
Um kurz nach 13 Uhr finden wir uns auf der Terrasse des Amajambere Camps ein. Wir sitzen gemütlich draußen, essen Kartoffelsuppe und Pfannkuchen und trinken Tee (Kaffee ist leider aus). Im Garten ist beste Unterhaltung geboten. Es gibt zahlreiche Vögel und schöne Blumen. Lilie
White-browed Robin Chat
Fuchsie
Engelstrompeten
Rwenzori Nektarvogel
Schließlich zieht der Himmel zu und es beginnt wieder einmal zu regnen. Der Muhavura hüllt sich wieder in Wolken:
Da die Terrasse gut geschützt ist, harren wir aus und beobachten weiter die Vögel. Baglafecht-Weaver??
Gegen halb drei hört es auf zu regnen und wir fahren zurück zur Unterkunft, wo wir unsere Stühle aus dem Auto holen und uns in die Sonne setzen. Kinder schauen zum Zaun herein und versuchen unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Wir winken, was zur Folge hat, dass sie gar keine Ruhe mehr geben – nicht das sie betteln, sie wollen einfach gesehen werden! 🙂 Wir machen es schließlich wie die Gorillas und ignorieren sie – bald wird es ihnen zu langweilig den Touris beim Lesen zuzusehen und sie trollen sich. 😗 Wir lassen uns Obst schmecken und freuen uns über die Sonne. 😎 😎 Leider fängt es gegen 16.30 Uhr wieder an zu regnen und wir gehen ins Haus, wo wir Tee kochen, lesen und Kniffel spielen. Urlaub eben! Aus leichtem Regen wird strömender Regen als wir gegen 18 Uhr zurück zum Restaurant fahren. Es ist wieder empfindlich abgekühlt und wir sitzen am Kaminfeuer und lassen uns ein Bierchen und später wieder ein leckeres Abendessen schmecken. Diesmal habe ich um eine kleinere Portion gebeten, die ich auch bekomme. Fortsetzung folgt…
Teil 3312. Apr. 2023
Es geht zum Lake Mburo Langsam neigt sich der Urlaub seinem Ende zu. 🙁 Heute brechen wir auf zum Lake Mburo, der letzten Station einer erlebnisreichen Reise. 292km liegen vor uns. Auch heute werden wir wieder mit dicken Pfannkuchen und Obst gestopft. Obwohl wir heute nur eine Portion bestellt haben ist es mehr als ausreichend. Wir packen das Auto und auf geht es in Richtung Kisoro. Wir nehmen Juliette, eine Mitarbeiterin der Amajambere Community mit nach Kisoro – sie zeigt uns den Weg, so dass wir diesmal nicht auf der Straße des Grauens enden. 😗 Ab Kisoro ist die Straße durchgehend geteert und in sehr gutem Zustand, so dass wir flott vorwärts kommen. Wir genießen die letzten Ausblicke auf die Virunga Vulkane.
Wie immer sind auf den Straßen viele Menschen unterwegs.
Gefährliche Arbeit
Wir fahren durch eine einsame Waldlandschaft, wo wir Pause machen und Kaffee kochen.
Es gibt interessante Felsen
Wir entdecken einige Fresien
Der Himmel ist klar und wir genießen Kaffee und Sonnenstrahlen. Als wir weiterfahren sitzen ein paar Paviane am Straßenrand.
Ab Kabale wirkt die Gegend deutlich „aufgeräumt“. Die Landschaft ist abwechslungsreich und die Fahrt ist kurzweilig, weil es immer etwas zu sehen gibt.
Ugandische Wälder werden zu Holzkohle für Europa verarbeitet... 🙁
Am Lake Bunyoni Viewpoint halten wir für ein Foto. Einige Kinder laufen zu uns, halten die Hand auf und fordern in barschem Ton: "Give me money!" 😣 Ich frage: "Why?" Der Älteste antwortet prompt und sehr schlagfertig: "To buy me books." - Hmmm. Wir geben ihnen trotzdem nichts und sie ziehen ab.
Gerade noch ist es wunderbar sonnig, dann bewölkt sich der Himmel zusehends:
Kurz darauf schüttet es wie aus Eimern.
Zum Glück hört es bald wieder auf und die Sonne scheint wieder. Für unser Picknick finden wir einen schönen Platz auf einer Wiese. Wir essen die letzten Safari-Buns, die das ewige Leben zu haben scheinen, leider aber immer noch scheußlich schmecken. 😣 Dazu gibt es Baked Beans mit Thunfisch und Kapern… Wir genießen die Einsamkeit und Weite und gegen halb vier erreichen wir den Abzweiger zum Lake Mburo Nationalpark. Die Fahrt zum Leopard Rest Camp ist ein Mini-Gamedrive und wir freuen uns über die ersten Zebras des Urlaubs.
Auch Wasserböcke und ein paar der beeindruckenden Ankole Rinder lassen sich sehen.
An einer kleinen Feuchtwiese fischen Heilige Ibisse und ein Hammerkopf nach Futter.
Das Leopard Rest Camp gefällt uns sehr gut. 🙂
Es gibt eine große Auswahl an Campsites zur freien Auswahl, saubere Ablutions, eine überdachte Freiluftküche und eine große Dachterrasse mit Restaurant und Sofa-Ecken. 😎 Die Stimmung ist entspannt und nachdem wir das Zelt ausgeklappt haben lassen wir uns auf der Terrasse einen Sundowner schmecken. Hier ein Bild von der unteren Terrasse:
Abends essen wir im Restaurant, da wir fast alles was wir noch an Essen hatten Emma geschenkt haben. Das Essen ist allerdings eher durchschnittlich.
Fortsetzung folgt…
Teil 3412. Apr. 2023
Geschenkter Tag im Lake Mburo Nationalpark Regen, Regen, Regen… In der Nacht wache ich davon auf, dass der Regen auf unser Zeltdach trommelt. Sehr gemütlich denke ich – bis morgen früh hört es bestimmt auf … und schlafe wieder ein. Morgens gegen 6 Uhr immer noch strömender Regen. 😮 Gegen 7 Uhr lässt der Regen etwas nach und wir kriechen aus dem Zelt. Wir frühstücken unter dem Dach der Freiluftküche. Der Himmel wird etwas heller und wir können das Zelt im Trockenen zusammenklappen. Frohgemut starten wir zum Gate des Lake Mburo NP, wo wir den Eintritt bezahlen. 😎 Schon kurz nach dem Gate entdecken wir weit entfernt eine große Herde Eland-Antilopen – ich mag diese beeindruckend großen Antilopen sehr gerne.
Es gibt viele Zebras und wir freuen uns über die putzigen Fohlen. 😘
Im Lake Mburo NP leben auch Impalas, die wir in diesem Urlaub bisher vermisst haben.
Auch kleine Impalas liegen im Gras 😘
Dann wird der Himmel wieder grau und grauer und es beginnt zu regnen. Wir lassen uns die Laune nicht verderben – schließlich sitzen wir im trockenen Auto und zockeln in Richtung See. Von Ferne sehen wir Giraffen.
Es gibt Büffel
Ein Buschbock lässt sich gar nicht von uns stören!
Vor allem aber sehen wir Vögel, Vögel, Vögel… 😎 Manche, wie diese Little Bee-Eaters sind ziemlich bedröppelt... 😄
Yellow-rumped Tinkerbird
Teil 3512. Apr. 2023
Wir treffen ein paar Birder, die uns diesen Crested Barbet zeigen:
Mausvögel hängen an den Ästen im Gebüsch 🤪
Die Kaffeepause verlegen wir ins Auto – wir stehen am Straßenrand und amüsieren uns mit etlichen Webervögeln die sich im Regen auf der Straße tummeln.
Bisher haben wir nur ein einziges Auto getroffen. Besonders freuen wir uns über die Sichtung dieser African Fish Eagles.
Rüppell`s starling
Wunderschöne Woodland Kingfisher
Wir blicken auf den Lake Mburo.
Ein Wasserbock mit Jungtier steht am Rande des Weges.
Auf einem Baum sitzen zwei Nilgänse:
Die Zeit vergeht – wie immer auf Gamedrives viel zu schnell und wir fahren zum Lakeside Restaurant, wo wir uns köstlichen Tilapia schmecken lassen. 😛 😛
Direkt vor uns im See sorgen einige Hippos für Unterhaltung, es gibt Kingfisher und Meerkatzen, die über den Parkplatz streifen und auf ahnungslose Touristen lauern…
Teil 3612. Apr. 2023
Endlich wird auf das Wetter besser und so entschließen wir uns spontan zu einer Bootsfahrt. Die Sonne kommt heraus und wir besteigen das Boot. Die Fahrt führt zunächst zum Schilfgürtel, wo wir Graufischer und Malachit Eisvögel entdecken – wie immer bin ich mit der Kamera zu langsam… Anschließend schippern wir gemütlich am Ufer entlang.
Unser Guide erklärt alles Mögliche und entdeckt viele Tiere für uns und die anderen Touris – wir ratschen mit drei Amerikanern (zwei ältere Ladies und ihr Guide), die wir schon vom Gorilla Trecking kennen. Entlang des Ufers und weiter draußen gibt es zahlreiche Hippos
Manche haben Jungtiere dabei.
Afrikanische Fischadler gibt es in großen Mengen – die Uferzone scheint eine Art Fischadler-Reihenhaussiedlung zu sein…
Das müsste ein Fischadler-Jungvogel sein...
Natürlich gibt es auch Krokodile:
Eine Kolonie Graufischer:
Unsere persönlichen Highlights sind ein Ross´s Turaco und ein Double-toothed-Barbet, von dem mir – wie könnte es anders sein – kein gescheites Bild gelingen will. Egal – wir freuen uns über diese Erstsichtung. 😎
Wir halten nochmal für diese Hippodame samt Nachwuchs...
Dann geht die Fahrt langsam zurück.
Da das Boot etwas größer ist, können wir an Deck herumspazieren. Es ist jetzt sonnig und angenehm warm. 😎
Teil 3712. Apr. 2023
Nach 2 Stunden ist die Fahrt zu Ende und wir fahren in Richtung Zebra Track. Die Namensgeber sind schon unterwegs:
Dummerweise haben wir vergessen zu tanken und da M. Angst hat, dass uns das Benzin ausgeht können wir nicht mehr allzu weit herumfahren. 😣 Im Gras entdecken wir eine Gruppe kleine Impalas – so süß!
Ganz in der Nähe machen wir Kaffeepause und genießen den Blick über die Savannenlandschaft mit Termitenhügeln und weiteren Vögeln. Striped Kingfisher
Palmnut Vulture
Keine-Ahnung-Adler
Und noch einem Little Bee-Eater
Dann machen wir uns langsam auf den Rückweg.
Der letzte Gamedrive endet mit Zebras,
Topis,
einem Wasserbock,
Büffeln, Warzenschweinen,
und Eland Antilopen.
So schön… wir sind ein bisschen traurig aber auch froh, dass wir das alles erleben durften. Den restlichen Nachmittag lassen wir mit Bier und dem dicken „Birds of East Africa“ auf der Terrasse im Leopards Rest Camp ausklingen. Abends koche ich die letzten Spagetti mit Kürbis-Tomatensauce und zum Nachtisch gibt es leckere Mango. 😛 Hätte nicht Qatar-Airways unsere Rückflüge um einen Tag nach hinten verschoben, wäre uns ein wunderschöner letzter Safaritag im Nationalpark durch die Lappen gegangen.
Morgen geht es dann endgültig zurück nach Entebbe…
Teil 3814. Apr. 2023
Zurück nach Entebbe In der Nacht bleibt es trocken und auch am Morgen werden wir vom Regen verschont. Wir frühstücken in Gesellschaft einiger Vögel, dann wird es Zeit aufzubrechen.
Das Zelt ist schnell eingeklappt, wir zahlen und dann geht es los zur letzten Etappe unserer Reise. Auf dem Weg zur Hauptstraße sehen wir noch ein letztes Mal einige Tiere. Paviane:
Heilige Ibisse:
Weitere Vögel:
Die letzten Wildtiere des Urlaubs:
Nachdem wir an der ersten Tankstelle getankt haben heißt es fahren, fahren, fahren. Bis Entebbe sind es 247 km. Auf den Straßen herrscht der übliche Uganda-Trubel, es gibt Obst- und Gemüsestände, kunstvoll aufgerichtete Kartoffel und Tomatentürmchen, Kohle, Flechtwaren, Bodas, kleine und große Busse, Laster, Kühe, Ziegen, …
Die Straße ist in sehr gutem Zustand, leider finden wir aber keine Möglichkeit für einen entspannten Kaffee anzuhalten. Alles ist eine einzige Aneinanderreihung von Hütten, Dörfern oder wahlweise Papyrussumpf. 😐 So erreichen wir um kurz vor 12 Uhr den Äquator. Hier herrscht, anders als bei unserer letzten Überquerung ein reges Treiben. Wir kaufen ein paar Last-Minute-Souvenirs für die Daheimgebliebenen und kehren im Äquator-Café ein. Hier genießen wir den besten Cappuccino seit drei Wochen und ausgebackene Kringel, die ein bisschen wie die bayerischen Krapfen zuhause schmecken. 😛 Nach dem obligatorischen Äquatorfoto machen wir uns wieder auf den Weg. Je näher wir Kampala kommen, desto voller wird es auf den Straßen. An den großen Papyrussümpfen bieten Fischverkäufer ihre Waren direkt am Straßenrand feil…. Lecker – mit Abgasgeschmack… 😗
Ein letzter heftiger Gewitterregen und wir haben das Blue Monkey Guesthouse erreicht, wo wir freundlich empfangen werden. Hier gibt es eine tolle Terrasse und einen wunderschönen Garten mit vielen Vögeln. Wir verbringen den restlichen Nachmittag mit faulenzen, Kaffee trinken und Vögel beobachten. Bulbuls baden in der Tränke, Nektarvögel schwirren um die Blumen und in einem großen Baum in der Nachbarschaft landen Ibisse und Marabus. Ich bin zu faul, den Fotoapparat zu holen… Den letzten Sundowner genießen wir mit Blick auf den Victoriasee.
Dann müssen wir leider das Auto ausräumen und alles verpacken – der Urlaub geht unweigerlich seinem Ende zu. 🙁 Später gibt es leckeres Essen vom indischen Lieferservice auf der Terrasse. Nachts haben wir ein Erlebnis der besonderen Art. Die hiesige Freikirche „7 Days Adventist Church“ feiert in der Nachbarschaft ihren monatlichen Gottesdienst. Es läuft Dudelmusik in Dauerbeschallung und zwei Prediger brüllen sich gegenseitig in voller Megafonlautstärke an … es ist einfach nur grauenhaft. 😈 😈 Diese Zumutung dauert bis halb sechs Uhr früh und auch die bereitliegenden Ohrenstöpsel helfen nur bedingt. 😣
Fortsetzung folgt…
Teil 3914. Apr. 2023
Urlaubsende mit Stressfaktor Heute haben wir keinen Stress – denken wir morgens, als wir aufstehen und auf der wunderschönen Terrasse frühstücken. Die nächtliche Dauerbeschallung hat ein Ende und der Flieger geht erst um 17.30 Uhr. Das Frühstück ist großartig: Omelett, Obst, frisches Brot, Smoothie, Bohnen, Speck… 😛 😛 😛 Nachdem wir alles gepackt und im Auto verstaut haben hängen wir gemütlich auf der Terrasse herum, lesen, blättern im Pflanzenbuch und kaufen noch zwei wunderschöne handgetöpferte Elefantentassen für unsere Urlaubstassen-Sammlung zuhause. Einige Sundbirds sind im Garten unterwegs
Wir lassen den Blick zum Viktoriasee schweifen. Nach einem leckeren Cappuccino verabschieden wir uns und brechen auf.
Nach einem Stopp am Obststand – ein bisschen Ingwer und ein paar Mangos finden noch Platz in unserem Gepäck – fahren wir zur Uferpromenade am Lake Viktoria. Wir schlendern ein bisschen herum, dann kehren wir bei den „2Friends“ ein.
Mit Blick auf den See lassen wir uns in Bananenblättern geschmorten Tilapia schmecken. Sehr lecker!! 😛 😛
Nach einem weiteren Kaffee, bei dem uns Kingfischer, Reiher, Bachstelzen,
Kormoran und ein Hammerkopf unterhalten, fahren wir gegen halb 3 zum Flughafen. Wir denken: Passt! 🙂 Falsch gedacht! 🙁 Zum Urlaubsausklang bekommen wir noch so richtig Stress! 1. Stopp an der Polizeikontrolle: Zwei finster dreinblickende Soldaten mit Maschinengewehren bedeuten uns auszusteigen und inspizieren das Auto. NEIN! Die Gasflasche darf nicht mit zum Flughafen! M. fängt an zu diskutieren – ich denke: Gib ihm einfach die dämliche Gasflasche!!! 😕 😕 O.K. Die Gasflasche wandert aus dem Auto auf den Mittelstreifen. Wir sollen unserem Vermieter Bescheid sagen, dass er sie da abholen kann… 😕 Wir wollen einsteigen. NEIN! Du nicht!!! -wird mir bedeutet. M. fährt alleine weiter und ich folge einigen anderen Fußgängern durch eine Scankontrolle… 2. Stress bei der Parkplatzsuche: Kein Vermieter weit und breit, dafür Chaos pur. Irgendwie schafft es M. den Toyota in eine entstehende Lücke zu bugsieren. Wir laden unser Gepäck aus – kein Vermieter in Sicht… 15 Uhr war vereinbart. Wir stehen unschlüssig herum und warten… Langsam werde ich nervös… wir gehen zum Eingang – kein Vermieter. Ich bleibe mit dem Gepäck hier, M. will es nochmal beim Auto versuchen. Während er weg ist logge ich mich ins Flughafen Wlan ein. Na toll… ich habe eine Email von Joseph, in der er fragt, wann und wo wir uns treffen… wir dachten das wäre klar. Ich schreibe ihm wenig hoffnungsvoll – anrufen können wir ja dummerweise nicht. Nie wieder würde ich ein Auto am Flughafen in Entebbe zurückgeben… Währenddessen wird M. auf dem Parkplatz von zwei Typen angesprochen, ob er Hilfe braucht. Sie rufen den Vermieter an und reichen das Telefon an M. weiter – der Typ am Telefon sagt, er soll den beiden anderen Typen den Schlüssel geben… Hmmmm… M. ist skeptisch, beschließt aber, den beiden zu vertrauen… 😕 😕 Um es vorweg zu nehmen: Joseph erhält sowohl das Auto, als auch die Gasflasche zurück. Wir sind erleichtert, als wir zuhause seine Email erhalten… 🙂 3. Gefühlt müssen wir durch hunderte Pass-, Ticket-, Gepäck-, und sonstige abstruse Kontrollen… Die Uhr tickt… 4. Die Check-in Schlange ist ewig lang und bewegt sich kaum… 😣 Nach einem laschen letzten Sicherheitscheck erreichen wir um 17 Uhr das Abflug-Gate – Aufatmen!!! Wir warten noch ewig, die Mitarbeiter sind genervt, der Flieger ist nicht pünktlich. Zum Glück haben wir in Doha genug Zeit. Irgendwann sind wir drin und nach dem Start gibt es einen letzten wehmütigen Blick auf den Viktoriasee und Abendessen. Gegen 23.15 Uhr landen wir im schwülheißen Doha. Um 2.15 Uhr nachts hebt die Maschine nach München pünktlich ab und am Mittag haben wir nach weiteren Zug- und Autofahrten die Heimat erreicht. Uns fällt ein Spruch von Emma ein: „I think – in Germany you live an enjoyable life!“ – Es hat uns wieder.
Unser Fazit: Uganda ist eines der aufregendsten Länder die wir je bereist haben, mit freundlichen Menschen, faszinierenden Landschaften und einzigartigen Tierbegegnungen! Falls irgend möglich wollen wir auf jeden Fall wiederkommen! 🙂 🙂 🙂
Vielen Dank an alle Mitfahrer und Danke-Button Drücker. Schön, dass ihr dabei wart und liebe Grüße an euch alle, Kathrin