Ich konnte in den letzten beiden Jahren viele hilfreiche Informationen für unsere Reisen '21 in Namibia und nun '22 in Botsuana aus diesem Forum ziehen und habe immer sehr hilfreiche Tips erhalten, die unsere Reiseplanung definitiv vereinfacht haben. Als kleines Dankeschön habe ich mir vorgenommen einen Reisebericht zu verfassen und euch an unseren tollen Erlebnissen versuchen teilhaben zu lassen. - In den letzten Jahren konnte ich aufgrund meinem Hobby zum Bouldern schon mehrmals nach Südafrika reisen und habe auch immer mehr Interesse am südlichen Afrika und insbesondere dessen Tierwelt gefunden. Nach den ersten kurzen Safari Erfahrungen 2019 im Addo Elephant Park, Hluwluwe und Krüger (SabiSands) haben wir immer mehr Interesse an einer Reise nach Namibia entdeckt. Bereits vor der ersten Reise habe ich mir im Hinterkopf eine Reiseroute für die Nachfolge skizziert und deren Planung nach einer eindrücklichen Namibia-Reise '21 rasch vorangetrieben.
Die Reise ging im September mit meiner Freundin Christine für 4 Wochen durch die grossen nördlichen Highlights von Botsuana - CKGR, Makgadikgadi, Nxai Pans, Chobe Riverfront, Savuti und zum Abschluss Moremi:
03.09.2022 Tamboti Guesthouse 04.09.2022 East Gate Restcamp 05.09.2022 Palm Afrique 06.09.2022 Xade 07.09.2022 Piper Pan 08.09.2022 Passarge Valley Nr.2 09.09.2022 Deception 10.09.2022 Deception 11.09.2022 Khumaga Wildlife Camp 12.09.2022 Khumaga Wildlife Camp 13.09.2022 Baines Baobab Campsite 14.09.2022 Nxai Pan South Camp 15.09.2022 Planet Baobab Rest Camp 16.09.2022 Lekhubu Island Community Camp 17.09.2022 Elephant Sands Bush Lodge Campsite 18.09.2022 Chobe Safari Lodge (Campsite) 19.09.2022 Chobe Safari Lodge (Campsite) 20.09.2022 Ihaha 21.09.2022 Muchenje 22.09.2022 Savuti 23.09.2022 Savuti 24.09.2022 Magotho 25.09.2022 Khwai Safari Grounds 26.09.2022 Khwai North Gate 27.09.2022 Xakanaxa 28.09.2022 Xakanaxa 29.09.2022 Third Bridge 30.09.2022 Third Bridge 01.10.2022 Sedia Hotel 02.10.2022 Campsite 03.10.2022 Weiterflug nach Tansania - Strand- und Tauchurlaub auf Mafia Islan
Erste Erfahrungen im Offroaden haben wir in Namibia sammeln können, trotzdem waren wir etwas unsicher aufgrund der grossen Abgeschiedenheit und der Herausforderungen mit tiefem Sand und besonders die Wasserquerungen und sumpfigen Pfade im Moremi. Die Saison müsste mit September schon mal gute Fahrbedingungen (Sumpf) bieten, dennoch haben wir uns überlegt einen Reisepartner zu suchen. Damit hätten wir zumindest ein zweites Auto in der Nähe, um einander bei allfälligen Problemen aushelfen zu können. Gefunden haben wir den Reisepartner in den Schwiegereltern, die selber schon mehrfach auf Safari, mehrheitlich aber geführt unterwegs waren. Daher war es auch für sie ein unbekanntes Abenteuer, dass sie aber sehr gern mit uns in Angriff genommen haben.
So ging es am 2. September endlich los: Wie sich einige erinnern war das der grosse Streiktag bei Eurowings. Glücklicherweise waren wir Monate zuvor zu spät mit buchen der Flüge und haben gar keinen Platz mehr erhalten - unser Ausweg war ein Umweg über Doha. Die Schwiegereltern hatten da weniger Glück und durften mit dem Zug aus der Schweiz nach Frankfurt anreisen. Trotz den Überraschungen sind sie dann ohne weitere Schwierigkeiten vor uns in Windhoek gelandet.
Nach einem grandiosen Planungsfehler meinerseits (den ich sicher nicht mehr machen werde 😉 ), sind wir mit dem Wissen unseres Taxifahrers doch noch zu einer Notration an Alkohol für den ersten Abend gekommen: Beginne eine Reise in Namibia nie an einem Wochenende, denn da sind die Bottleshops mehrheitlich geschlossen!
Am Sonntag morgen haben wir dann bei Savanna unsere beiden Landi Bushcamper übernommen. Ganz begeistert von der Übergabe waren wir nicht, denn die ganzen vorgängig bestellten Zusatz-Sachen waren nicht bereit gestellt und beide Fahrzeuge hatten noch ein paar Mängel die beseitigt werden mussten. Da nur eine Person die Einführung für unsere beiden Fahrzeuge gemacht hat, in der viele Details an diesen Fahrzeugen zu erklären gewesen sind und noch ein paar Mängel zu beseitigen waren, hat das Ganze geschlagene 3 Stunden gedauert. Nach diesen kleinen Startschwierigkeiten konnten wir dann aber ohne weitere Herausforderungen Richtung Botsuana losfahren.
Die ersten beiden Tage haben wir das Auto kennenlernen , nach der Grenze in Ghanzi die restlichen Frischwaren einkaufen und den Tank Randvoll füllen können, bevor wir für 5 Nächte ins Central Kalahari Game Reserve aufgebrochen sind.
Folgen werden die ersten Tage in der Wildniss des CKGR...
Teil 228. Jan. 2023
5. - 8. Sept. - Palm Afrique Lodge – Xade Nr. 2 – Piper Pan Nr. 1
Nachdem wir mehrere Läden in Ghanzi abgeklappert haben, um Fleisch zu kaufen, haben wir einen grossen Teil unserer Grilladen in der Puma Tankstelle gekauft: Oryx – die Würste und das Hackfleisch hervorragend, die Steaks aber leider zäh. Nach zwei Essen haben wir die verbliebenen Steaks als Reserve tief unten im Gefrierfach verstaut. Diese konnten wir am Ende Camp-Mitarbeitern in Third Bridge zum Nationalfeiertag übergeben, die diese dankend angenommen haben.
Die letzte Nacht in der Zivilisation durften wir in der Palm Afrique Lodge verbringen. Mit unseren luxuriös ausgestatteten Wagen haben wir uns durchgängig für Camping entschieden und kein Hotelzimmer gebucht. Diese Entscheidung haben wir auch bis zum Ende der Reise nicht bereut – kein Vergleich zum letztjährigen klassischen Dachzelt mit dünner Matratze. Als erste Herausforderung durften wir unseren Einkauf für knapp 2 Wochen im Auto verstauen und einen möglichst optimalen Lagerort bestimmen – sozusagen Tetris. Die zahlreichen Fächer haben die Möglichkeiten stark erhöht und wir haben alle möglichen versteckten Fächer im Auto gefunden. Wie sich dann am Folgetag herausgestellt hat, waren nicht alle Fächer für alles geeignet. ?
Kofferraum unseres Landis - soweit noch alles an Ort und Stelle
Nach einem kurzen Bad im kalten Pool und einem Bier an der Bar haben wir uns ans Kochen gemacht. Letztes Jahr haben wir uns des Öfteren von Steaks und Gemüse vom Grill ernährt, mit den Schwiegereltern als passionierte Köche sollten sich die Menus in dieser Reise einiges abwechslungsreicher gestalten. Heute hat es Pouletbrüstchen mit einem Kartoffel-Auberginen -Curry und Tomaten-Gurken-Feta-Salat gegeben. Bereits an diesem Abend haben wir bemerkt, dass mit der zweiten Batterie von René und Jolandas Wagen etwas nicht stimmen konnte, da sich diese trotz der langen Fahrt nach Ghanzi bereits im Verlauf des Abends mit einen sehr tiefen Ladestand meldet. Nach einem Aufladen per Steckdose und ein paar Whatsapp Rückfragen bei den Mechanikern von Savanna haben wir uns entschieden, am nächsten Tag direkt ins CKGR loszufahren. Wir hatten insgesamt 2 Doppelkühlschränke, das müsste schon irgendwie für die folgenden sechs Tage ausreichen. Sollte es dann doch nicht weiter gehen, hätten wir immer noch einen Abstecher nach Maun machen können, bevor wir die Reise am Boteti fortgesetzt hätten. Die einzige Massnahme war den Gefrierschrank in unserem Kühlschrank zu führen und ihre Batterie damit zu entlasten.
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So sind wir am Folgetag beizeiten aufgebrochen und haben die ersten Kilometer bis nach New Xade zügig hinter uns gebracht. Vor dem nächsten Abschnitt waren wir etwas nervös und nachdem sich René bereits auf den ersten 100m kurz festgefahren hat, haben wir uns für ein Frühstück am Wegrand entschieden – Müsli mit Früchten und Joghurt. Die folgenden 70km haben sich dann ganz schön in die Länge gezogen und beinahe durchwegs tiefen Sand geboten –die wohl anspruchsvollsten 70km der gesamten Reise. Mit den kräftigen 4.5L-Motoren unserer Landis sind wir aber gut durchgekommen. Ungefähr in der Hälfte der Strecke hat sich ein Baugefühl bemerkbar gemacht und ich habe vorsichtshalber unseren Laderaum geprüft: Nach dem ganzen Geholper war hinten nichts mehr dort, wo wir es am Vorabend säuberlich eingeräumt hatten. Alle Büchsen lagen kreuz und quer verteilt, leider zuunterst auch mein E-Reader. Damit war diese Reise ein Abendprogramm ohne Lesen angesagt, das Display war komplett zersplittert. Weiter haben wir auch einige Wasserkanister verloren, da wir einige Schrauben im Innenraum nicht erkannt haben – Das waren bis zum letzten Tag die einzigen Wasserlecks, mit denen wir zu kämpfen hatten.
Eine erste Gabelracke - oder schöner Lilac breasted roller
Nicht zum ersten Mal habe ich (im nach hinein) bemerkt, dass wir zwar unzählige schöne Bilder von der Natur haben, aber in den «lustigen» Momenten vergessen haben eine Erinnerung zu schiessen. So gibt es das Chaos nur in unseren Erinnerungen und es ergibt sich eine erste Erkenntnis der Reise: Wenn etwas schiefläuft, mach zuerst ein Foto. Um die Lösung kannst du dich danach noch lange genug kümmern.
Xade - Gate mit Distanzen
Die erste Nacht im CKGR haben wir im Xade Camp Nr. 2 verbracht, eine gute Einstimmung auf die Abgeschiedenheit der Kalahari. Das Camp liegt gut 9km entfernt vom Gate und den anderen Campsites. Bei der Ankunft lernen wir zum ersten Mal Wildbienen kennen, hier verhalten sich aber noch ruhig und belagern einzig offene Flüssigkeiten. Abends konnten wir mit dem aufkommenden Vollmond unsere Psychen etwas beruhigen. Nachtessen: Zähe Oryx Steaks, Reis mit Trockenfrüchten und Nüssen und ein Gurken-Apfel-Salat
Kardinalspecht im Morgenlicht
Am nächsten Morgen brechen wir mit dem Tagesanbruch auf, der geplante Weg über Piper Pan nach Pokohje ist lang.
Dorniger Weg nach Piper Pan
Kap-Borstenhörnchen(?)
Frühstück en-route
Oryx-Familie in einer Pan auf dem Weg nach Piper
Kudus und Springböcke in Piper
Ohrengeier am Wasserloch
Streifengnus suchen Schatten in der Mittagshitze
Schabrakenschakal
Weissflügeltrappe - Northern Black Korhaan
Auf der Campsite in Piper Pan treffen wir erneut auf das südafrikanische Paar aus der Palm Afrique Lodge. Sie raten uns dringendst von einer Übernachtung in Pokhoje ab und laden uns ein, bei Ihnen auf Piper 1 zu übernachten. Diese Einladung nehmen wir dankend an und haben bis spät abends angeregte Diskussionen bei einer Flasche Wein und Gin-Tonic. Zu allem dazu haben Sie uns auch den alten Löwen beim Wasserloch gezeigt.
Alter und stark abgemagerter Löwe
der genüsslich eine braune Hyäne verzehrt. Wohlgemerkt die einzige Hyäne die wir in der gesamten Reise gesehen haben!
Tawny Eagle – Raubadler, der geduldig auf seinen Teil der Beute wartet.
Neben dem grossen gibt es auch viel kleines zu sehen, hier fehlt mir aber das Wissen in welchem Vogel-Kapitel ich überhaupt beginnen muss mit der Suche:
?
?
Grosser Singhabicht
Kap-Borstenhörnchen(?)
Juveniler Singhabicht (?)
Singhabicht (?)
Riesentrappe
Piperpan in Abendstimmung
Elefanten am Piper Wasserloch - das Tier das uns eigentlich am meisten überrascht hat, im CKGR zu sehen
Wir fahren nochmals beim Löwen vorbei, der mittlerweile im Tiefschlaf scheint und seine Beute verdaut.
Seine letzte Mahlzeit war wohl schon lange her...
Alle in emsigen Treiben zum Vorbereiten des Abendessens - Eland Wurst, Bratkartoffeln, Zuchetti vom Grill und einen Gurken-Salat mit Croutons
Uhu/Eule(?), die uns von oben kritisch betrachtet.
Wir geniessen die zusätzliche Zeit in der wundervollen Piper Pan, in der wir leider nie einen freien Platz buchen konnten. Immer wieder sind wir an der Menge der Tiere überrascht, irgendwie haben wir aufgrund der Trockenzeit mit viel weniger gerechnet. Einzig die Katzen haben sich mit Ausnahme des einen Löwen für die restlichen Tage rar gemacht - zumindest optisch.
Sonnenaufgang in Piper Pan
Schön wars an der Piper Pan, definitiv ein Muss zum wieder hinfahren!
Die sanitären Einrichtungen des CKGR
Duschen, die wir aber aufgrund der eigenen Duschen in den Landis nie verwendet haben
Toilette - besser als im harten Boden ein eigenes Loch schaufeln zu müssen.
Weiter geht es mit einer langen Fahrt in das einsame Passarge Valley...
Teil 329. Jan. 2023
8. - 9. Sept. - Piper Pan Nr. 1 – Passarge Valley Nr. 2
Die Fahrt in Richtung Phokoje geht zügig voran, die Landschaft ist weiterhin eindrücklich und wechselt sich mit engen kratzigen Passagen und offenen Pans ab. Auf den ersten Kilometern haben wir noch die Tracks des alten Löwen vom Vortag gefunden – er hat Piper wohl in der Nacht verlassen, und muss dabei nahe an unserem Nachtlager vorbeigekommen sein. Nach einigen Kilometern verschwindet die Spur aber im Busch, gesehen haben wir ihn nicht mehr.
Grosser Singhabicht (?)
Männlicher Strauss
Oryx-Familie in offener Pan
Sekretär
Springbock
Schabrakenschakal
In Phokoje fahren wir kurz in unser eigentlich gebuchtes Camp und können die Aussagen unserer Bekannten nur bestätigen – das Camp ist sehr uneben und dicht von Dornenbüschen umgeben, kein Vergleich zum Camp auf Piper. Gerade noch angenehm für unser Frühstück, dann aber ab auf die noch lange Fahrt. Ein oder zwei Mal haben wir Gegenverkehr auf den engen Tracks, an Kreuzen ist nicht zu denken und die nächste Ausfahrt ist teils Kilometer entfernt. Da gilt es einfach die nächste Lücke zu suchen und das Fahrzeug im Gebüsch zu versenken. Sozusagen mit mehr oder weniger Erfolg…
Nach einer langen Fahrt erreichen wir das Passarge Valley und sind von den weiten offenen Flächen erstaunt. Wie wunderschön es hier ist und wie es wohl in der Regenzeit mit grünen Wiesen und grossen Antilopen-Herden aussehen mag.
Kap-Borstenhörnchen
Einige Bäume und Büsche blühen – bereits die ersten Anzeichen der kommenden Regenzeit?
Unterwegs denke ich einen dunklen Ast mittig auf dem Weg zu erkennen, mache eine Vollbremsung denn es ist eine dunkle Schlange. Wir denken sie sei tot, bemerken dann aber gleich dass sie plötzlich weg ist:
Möglicherweise eine Molesnake / Maulwurfsnatter (?)
(?)
Wir erreichen das Kgoogong Camp beizeiten und sind alle Müde von der langen Fahrt und der Hitze des Tages. Neben den üblichen Wildbienen ist es ruhig und wir beginnen früh mit dem Kochen, schlussendlich wollen wir unser Chili con Carne doch etwas auf dem Feuer brutzeln lassen (zusammen mit Couscous und einem Gurkensalat).
Nach dem guten Nachtessen und einem ersten Gin-Tonic gönnen wir uns nach drei Tagen eine erste Dusche. Offiziell hält die Begleitung Wache, dass sich nichts unbemerkt anschleichen kann - Bei der Aussicht muss aber auch ein Bild gemacht werden 😉
In der Nacht höre ich weit entfernt Löwen und schlafe gut durch den Rest der Nacht durch. Das Brüllen ist die Nächte allgegenwärtig, leider verbleiben dies die einzigen weiteren Beweise der Löwen der Kalahari.
Am Folgetag geht es weiter Richtung Leopard und Sunday Pan und ins Deception Valley…
Teil 402. Feb. 2023
9. - 11. Sept. : Passarge Valley Nr. 2 – Deception Camp Nr. 6 - Rakops
Nachdem wir heute neue Ideen für kommende Ferien an der FESPO gesammelt haben, ist es Zeit für ein nächstes Kapitel des Reiseberichtes...
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Morgenstimmung aus dem Dachzelt heraus
Wie fast jeden Tag wachen wir ohne Wecker vor Sonnenaufgang auf, wohl dem frühen Einschlafen zu verdanken. Nach einigen Kilometern kreuzen wir ein junges Paar, dass etwas zurück einen Riss beobachtet hat – die Ortsbeschreibung ist wage, aber nach ihrer Erklärung soll die Stelle direkt am Wegrand liegen und nicht übersehbar sein. Wir freuen uns bereits auf eine Katze – müssen dann aber enttäuscht feststellen, dass wir die Stelle wohl doch verpasst haben.
Löffelhund - Päärchen
Strasse durch das Passarge-Valley
Kudu-Schädel
Um die Sunday und Leopard Pan hat es dann etwas mehr (menschlichen) Verkehr, wirklich belebt ist es aber auch hier nicht. Wir fahren die Pans in den Folgetagen ein paar Mal ab und finden lediglich die üblichen Verdächtigen: Oryx, Springbock und immer mal wieder Steinböckchen.
Mehrere Oryx auf der Leopard-Pan
Blühender Busch
Springböcke am Wasserloch an der Sunday-Pan
Oryx im Wasserloch
Am Nachmittag fahren wir ein erstes Mal ins Deception Valley und ich versuche mir das Leben der beiden Forscher aus «The Cry of the Calahari» in den 80er Jahren vorzustellen – ein schwieriger Vergleich mit unserer Ausrüstung, das heutige Wegenetz und die wenigen Tage, die wir hier verbringen.
Den Mittag versuchen wir auf einem der Kori-Camps zu verbringen und wollen bereits die Kartoffeln fürs Nachtessen vorkochen. Just in dem Moment taucht eine geführte Reisegruppe mit 5-6 Wagen auf, die sich, anstatt mit einem netten «Hallo» vorzustellen, gleich mit einem «wir sollen uns aus dem Weg machen» zu Wort meldet. Also brechen wir alles ab, leeren das Kochwasser aus und suchen uns ein nächstes freies Camp für den Rest der Mittagspause – etwas mehr Freundlichkeit oder Spontanität wäre nicht hier nicht ganz falsch gewesen.
Borstenhörnchen bei der Mittagsrast
Rotbauchwürger - Chrimson breasted shrike
Auf dem zweiten Camp können wir uns im Schatten ohne weitere Störung ausruhen und versuchen ein paar lustige Aufnahmen mit den Hörnchen zu kriegen. Die Nacht verbringen wir im Deception Camp, da auch hier alles «fully booked» zu sein schien. Für dass wir grundsätzlich praktisch keine anderen Personen sehen, stellen sich uns schon einige Fragezeichen. Unser Camp ist gross, aber von dichtem Buschwerk umgeben. In der zweiten Nacht erhalten wir Nachbarn, aber die verhalten sich ruhig und machen keinen Lärm. Zum Abendessen gibt es das zweite (und letzte Mal) Oryx-Steaks und einen lauwarmen Kartoffelstock mit getrockneten Tomaten.
Deceptionvalley Camp Nr. 6
Vollmond kurz nach Sonnenuntergang
Rotschnabel-Frankolin am Wasser
Wie die Nächte davor hören wir wieder entfernt Löwen brüllen, am nächsten Morgen finden wir dann auch gleich frische Abdrücke auf der Cutline – keine 20m von unserem Camp entfernt. Für eine nächste Reise müssen wir dann doch eine Nachtkamera mit nehme ?
Buschhase
Wie machen uns auf ins Deception Valley und fahren die Pans ab… der Boden ist Pickelhart und macht das Fahren sehr einfach. Ein erstes und einziges Mal versucht sich Jolanda am Steuer des grossen Fahrzeugs – überlässt es dann aber doch lieber wieder René für den Rest der Reise. Ein Landi ist halt doch kein Civic mit Automatik auf einer Teerstrasse…
Singhabicht (?)
Singhabicht (?)
Steinböckchen
Steinböckchen-Paar
Unterwegs finden wir einen auffälligen Singhabicht - Kurz darauf entdecken wir unter ihm im dichten Gebüsch zwei schwarze Gestalten – Honeybadger auf Futtersuche. Wir versuchen ihren Weg zu antizipieren und kommen ihnen näher, aber für ein gutes Bild reicht es leider nicht. Spannend ist es aber allemal den Tieren bei der triebigen Futtersuche zuzusehen.
Singhabicht und zwei Schatten rechts daneben
Gut getarnter Honeybadger
In der Deception Pan gönnen wir uns eine Kaffeepause und geniessen die Pan… Anhand der teils tiefen Spuren kann man vermuten, wie anspruchsvoll das Fahren hier in der Regenzeit sein kann. Christine versucht sich mit Bildern vom Dach des Wagens. Sie verfängt sich aber im Dornenbusch dahinter, so dass auch ich schlussendlich auf das Dach des Wagens klettern muss, um sie zu befreien. Auf dem Rückweg durchs Deception Valley treffen wir ein Deutsches Paar, welches wir tags zuvor auf dem Passarge Valley Camp 1 kurz getroffen haben. Sie haben bemerkt, dass ihr Brauchwassertank leckt und komplett ausgelaufen ist. Da wir mit zwei 100l Tanks genügend Reserven für die 6 Tage vorrätig haben, füllen wir Ihnen zwei ihrer Kanister auf.
Aussicht über die Deception-Pan
Fotografieren auf dem Dach unseres Landis
Hilfe aus der verzwickten Lage
Helmperlhuhn
Schlankmanguste
Grosser Singhabicht
Steinböckchen
In der Nachmittagsfahrt suchen wir nochmals unser Glück in Richtung der Sunday und Leopard Pan – trotz langsamer Fahrt und angestrengter Suche haben wir keine weiteren aussergewöhnlichen Sichtungen. Am heutigen Abend können wir uns etwas zurücklehnen und die Schwiegereltern walten lassen - heute ist ihr Kochabend: Es gibt Paella mit Wurst und einem Salat. Ich kümmere mich ums Feuer und geniesse den ruhigen Abend. Auch unsere Tee-Lichter in leeren Wasserkanistern stellen sich wieder als gute Entdeckung der letzten Reise heraus – etwas Kerzenschein, der nicht gleich beim ersten Windstoss erlischt.
Improvisiertes Teelicht
Wir entscheiden uns am nächsten Morgen direkt in Richtung Gate zu fahren und keine weiteren Abstecher ins Deception Valley oder zum Sunday Wasserloch zu machen. Wir haben gehört, dass auf diesem Abschnitt in den letzten Tagen Geparde gesichtet wurden, die wir aber trotz angestrengter Suche nicht gefunden haben – ein weiterer Grund wieder einmal in das CKGR zurückzukommen.
Zeit die Schlafsäcke auszulüften...
Abfall-Anhänger am Matswere-Gate - dafür ist der Park sehr sauber und wird haben nirgends Abfall gesehen.
Die Fahrt nach Rakops verläuft trotz dem vielen super feinen Staub ohne weitere Herausforderungen. Rakops ist ein äusserst staubiges Kaff - Google Maps kennt hier ausser einer Tankstelle eigentlich gar nichts. Von vorherigen Abklärungen wissen wir von einem kleinen Lebensmittelladen, in welchem wir etwas frisches Gemüse und ein paar weitere Goodies in unseren Vorräten aufstocken. Neben dem Auftanken haben wir aber noch einen weiteren wichtigen Stopp eingeplant: Von Gina aus dem Forum habe ich von Ennies Metzgerei erfahren. Dort haben wir vor 10 Tagen eine Fleischbestellung aufgegeben und waren etwas nervös, ob das mit der Bestellung so funktionieren. Am Ende war die einzige Herausforderung den Laden in einem Hinterhof zu finden, das Fleisch war wie bestellt einzeln vakuumiert und tiefgefroren: Erhalten haben wir Filet, Prime Rib, Sirloin, Rump und T-Bone Steaks für die nächsten acht Tage bis Kasane. Das Fleisch war hervorragend und die Preise nicht zu unterbieten!
Lebensmittelladen in Rakops - Aufstocken einiger Frischwaren wie Früchte und Gemüse
So findet man die Metzgerei von der Hauptstrasse aus
Fleischangebote und Preise der Metzgerei Engleton
Seit Ghanzi sind wir insgesamt 790km durch die Kalahari gefahren und haben knapp 130Liter Diesel verbraucht, das ergibt einen Durchschnittsverbrauch von 16.2l/100km.
Im nächsten Kapitel geht es weiter Richtung Boteti und einer ersten (unterwarteten) Wasserquerung…
Teil 504. Feb. 2023
11. - 13. Sept. : Boteti / Khumaga Camp Nr. 1
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Ausserhalb von Rakops drücken wir unsere Reifen auf Autobahn-Druck hoch und bringen die Stunde Fahrt nach Khumaga rasch hinter uns – in Gedanken schwelgen wir noch etwas in der Wildnis der vergangenen Tage.
Das Hochpumpen klappt einigermassen reibungslos, ausser dass unser Kompressor wohl mehrfach wegen Überhitzung abschaltet. Doch nach jeweils knapp einer Minute Pause ging es jeweils wieder weiter, beim zweiten Wagen ist etwas mehr Fingerspitzengefühl notwendig, da der Füllschlauch sehr porös ist und die Luft eher nass aussen entweicht, als im Pneu zu enden.
Zufahrt zur Khumaga-Ferry
Wir freuen uns auf die Khumaga-Fähre, müssen dann aber erstaunt feststellen, dass diese gar nicht in Betrieb ist und wir eine erste Wasserquerung vor uns haben. Von den Mitarbeitern des Boteti River Camps erfahren wir, dass wir einfach links haltend bei den Sandsäcken durchfahren können. Aufgrund dieser Information, und dass wir eher damit beschäftigt waren, wie der Low-Range in Betrieb genommen wird, sind wir die Querung gar nicht vorgängig abgelaufen. Wie überrascht wir waren, als im letzten Drittel der Wagen plötzlich rechts und kurz darauf auch links in die Tiefe sinkt! Der Puls schiesst hoch, der Spuck ging aber keine 5m und schon sind wir wieder im Trockenen. Entspannt konnten wir nun den Schwiegereltern bei Ihrer Durchfahrt zuschauen.
Erster flacher Teil...
Und plötzlich wird es tiefer...
Eine erste nasse Motorhaube.
Bereits auf den ersten Metern im Park fahren wir eine riesige Zebra-Herde und geniessen die vielen Tiere, die abwechselnd zum Trinken zum Fluss runter laufen. Nach der langen Fahrt aus dem CKGR und einer gemütlichen Mittagsrast brechen wir zu einer ersten Nachmittags-Safari am Boteti auf. Er hat nur wenig Wasser, nichts desto trotz haben wir wundervolle zwei Tage mit vielen spannenden Sichtungen. Wiederholt lernen wir aber auch das harte Leben in der Natur kennen, man sieht zahlreiche Kadaver von verendeten Tieren und auch ein sterbendes Zebra, dass sich in den Drähten des Wildzaunes verfangen hat. Wir haben dies später den Parkmitarbeitern gemeldet, die das Zebra aus dem Zaun befreit haben - aber zu spät, dass es überlebt hätte.
Unzählige Zebras auf der Strasse
Faszinierende Muster
Stramme Hintern - wo sind nur die hungrigen Löwen?
Die sehr trockene Landschaft am Boteti
Vorbereitung fürs Nachtessen nach einem eindrücklichen ersten Tag am Boteti
Später am Abend haben wir die Deutschen aus dem CKGR wiedergesehen, neben dem leckenden Wasser scheint nun wohl noch etwas mit ihrem Fahrwerk nicht mehr zu passen. Sie müssen wohl umplanen und wollen so nicht weiter Richtung Tree Island Campsite fahren und planen stattdessen einen Werkstattbesuch in Maun ein.
Sie bieten uns eine Flasche Wein als Dank für das Wasser an und so ergibt sich ein weiterer gemütlicher Abend am Lagerfeuer mit allerhand spannenden Geschichten. Darin haben wir auch Unterschiede unserer ersten subjektiv tiefen Wasserquerung bemerkt - Nach etwas Vertiefung und einem Videostudium haben wir jedoch bemerkt, dass sie wohl 5m weiter rechts durchgefahren sind und dabei gerade mal bis zur Radnabe nass geworden sind. Wohl doch kein subjektiver Eindruck, sondern sie haben einfach die besseren Informationen erhalten. Bemerkt hätten wir dies wohl auch, wenn wir den Fluss zuvor selbst abgelaufen wären.
Südlicher Gelbschnabeltoko, der gespannt mit seinem Spiegelbild interagiert
In den zwei Tagen fahren wir mehrmals dem Fluss entlang auf und ab und geniessen die Ruhe – es sind neben uns nur ca. 1-2 andere Fahrzeuge unterwegs, gelegentlich noch ein Safarifahrzeug aus einer nahen Lodge. Wir sehen viele Vögel und im Verlauf des Tages begeben sich unzählige Gnus ans Flussbett zum Trinken. Immer wieder tauchen Elefanten aus den Büschen auf, so auch bei uns im Camp und laufen direkt neben unserem Platz zum Wasser durch. Da die Ausfahrten kurz sind, können wir die längere Mittagspause neben unserem zum Ritual gewordenen kalten Kaffee und Biscuits auch noch zum Wäsche waschen und zu einem ersten Fitnesstraining nutzen. In der Mittagshitze sind auch die schönen sanitären Anlagen mit den guten Duschen eine Wohltat und bringen kurzeitig eine Abkühlung.
Gabelracke über dem Boteti
Wiederholt finden wir Fussabdrücke von Löwen, nicht aber die Tiere
Elefantenschädel am Flussufer
Waffenkiebitz (?)
Webervögel (?)
Nimmersatt
Weissrückengeier
Juveniler Schreiseeadler
Hippos am Hippopool
Mehrere Krokodile am Sonnenbaden
Zebrakadaver am Strassenrand
Eindrückliche Gnu-Herde, die sich jeden Morgen zum Boteti begibt
Glücklich mit all den Gnus
Kudu-Weibchen
Wäsche waschen unter Beobachtung von Elefanten
Strausse im Flussbett
Gabelracke
Weissrückengeier
Alter Elefantenbulle mit einem eindrücklichen Rüssel
Geruch der ankommenden Elefanten werden frühzeitig erschnuppert
Elefanten umrunden die Hippos in gebührendem Abstand
Reges Treiben am Hippo-Pool
Buntes Gemisch aus Vögel im seichten Wasser des Boteti
Sterbendes Zebra, dass sich im Wildzaun verfangen hat. Dahinter sind die Kuhherden zu sehen, der allgegenwärtige Konflikt zwischen Natur und Nutzung
An beiden Nachtessen gibt es erste Fleischmahlzeiten aus Rakops – Sirloin Steak und ein Auberginen/Kartoffel-Curry, den zweiten Abend ein Filet Stroganov mit Pasta und einem Gurken-Feta-Salat.
Zebrakadaver am Strassenrand
Lokale Fischer am Vorbereiten der Netze
Nach einer weiteren Morgenfahrt brechen wir nach zwei schönen Tagen am Boteti in Richtung Nxai Pans auf. Die Fahrt zum nördlichen Gate gestaltet sich nicht weiter aussergewöhnlich, der übliche tiefe Sand – der mit unseren Fahrzeugen aber ohne Probleme machbar ist und zwischendurch ein paar Elefanten mitten auf dem Pad. Das Wasserloch in der Weghälfte ist leider ausgetrocknet und bietet gar keine Tiersichtungen, so dass wir zügig weiterfahren.
Rosapelikane
Marabu
Grosses Krokodil und Nilgänse
Einfarb-Schlangenadler (?)
Schreiseeadler-Paar
Grosse Gnu-Herde an den Ufern des Boteti
Im nächsten Kapitel geht es weiter Richtung Baines Baobab und Nxai Pans…
Teil 605. Feb. 2023
Kapitel 6 : 13. - 14. Sept. : Baines Baobab Nr. 2
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Die Fahrt nach dem Verlassen des Parks über das Phuduhudu Gate ist nur kurz entspannt, bevor es in den Nxai Pan Park geht und rumpelnd weiter geht. Wir haben uns am Gate erkundigt und die rechte Strasse empfohlen bekommen (entgegen allen vorgängigen Forums-Kommentaren). Sie war fahrbar, hatte aber schon etliche tiefe Stellen und nach einem kurzen Schreckmoment, als das Auto eine andere Richtung genommen als ich gewollt habe, und ich es gerade noch zurück auf die Spur bringen konnte, haben wir dann einen Gang runter geschaltet.
Verbrannte Erde auf der Hinfahrt zur Kudiakam-Pan
Unterwegs zu den Baines Baobabs hat es wenig Sehenswertes gegeben, zwischendurch ein Vogel, mal eine kleine Manguste, aber die Mehrheit des Geländes war niedergebrannt und ziemlich trostlos anzusehen. Nach gut 90min Fahrt ändert sich das Bild und man fährt plötzlich auf die offene Fläche zu und sieht in der Ferne die berühmten Baobabs, die der Maler Thomas Baines bereits vor 160 Jahren auf einem Gemälde gezeichnet hat und heute wohl noch identisch aussehen wir damals.
Nach den Baobaobs geht es in die weite Fläche der Salzpfannen hinaus, unser Ziel Camp Nr. 2 ist noch nicht ersichtlich. Das Navi leitet uns entlang des seitlichen Randes der Pfanne und nicht auf dem direkten Weg mitten durch. Wir haben Zeit und keine grossen Pläne mehr, wodurch wir dem Navi folgen.
Am Ende der Trockenzeit ist es wohl sicher, die Pfanne zu befahren – eine feuchte Stelle könnte wohl doch unangenehme Folgen haben. Auf dem letzten Abschnitt vor der kleinen «Insel», die unser Camp enthält, fahren wir dann doch in Luftlinie über die letzten Meter rüber. Nach ein paar weiteren Minuten erreichen wir das Camp und wollen eine längere Mittagspause einlegen.
Baines Baobab Camp Nr. 2
Angekommen öffnen wir unsere Markise und bereiten ein Rührei mit Toast vor, doch schon kurz darauf bemerken wir die immer aufdringlicher werdenden Wildbienen. Wir versuchen sie mit etwas Wasser in einer aufgeschnittenen Petflasche vom Auto an die entfernte Ecke des Platzes zu locken, merken dann aber rasch, dass die nur noch mehr Bienen angelockt hat. Diesen Anfängerfehler begehen wir wohl kein zweites Mal mehr ? So bleibt uns nur der notfallmässige Aufbruch.
Belagert von tausenden Wildbienen
Kurze Visite auf Camp. Nr.1
Aussicht vom Camp Nr. 1 zu den Baobabs
Nach einer Erkundungsfahrt bis zu den jeweiligen Weg-Enden und einem weiteren Fotostopp bei den Baobabs fahren wir langsam retour zu unserem Platz und versuchen den Sundowner vorne auf der Pan zu nehmen. Für ein paar erste Fotos und das Anstossen reicht es, doch dann hat der Bienenschwarm uns wieder im Visier und wir müssen erneut schnellstens verschwinden.
Etwas zu viel Elan beim Selfie
So fahren wir einen guten Kilometer entlang der Pan und beenden unseren Drink mit etwas Lesen und weiteren Fotos der untergehenden Sonne. Wir kehren erst nach Sonnenuntergang zum Camp zurück, so dass die Bienen bis dann auch tatsächlich schon zu Bett gegangen sind. Da wir keine Tiere gesehen haben, stört uns das später Feuer machen auch nicht.
Panorama vor unserem Camp
Lektüre der weiteren Reiseroute
Endlich Bienenfrei, so lässt es sich aushalten
Auf der glühenden Kohle gibt es Rumpsteaks und Gemüse vom Grill. Insbesondere zu erwähnen die grillierten Randen und den eingekochten Karottensalat. Wir legen etwas Holz nach und machen es uns mit einem Gin-Tonic gemütlich. Der Wind frischt an diesem Abend aber immer mehr auf, bis die Böen plötzlich wie wild Staub durchs Camp wirbeln und vor allem unser Feuer und die Glut in die trockene Graslandschaft bläst. Wir versuchen das Feuer so schnell es geht zu löschen, nebenbei alles weg zu räumen und nicht zuletzt auch alle Löcher am Zelt zu schliessen. Sonst hätten wir in einer Staubwolke geschlafen. Die Nacht wird unruhig und der Wind rüttelt an den Zelten.
Am Morgen zeigt sich nichts mehr von der wilden Nacht und die Sonne bereitet sich für einen wunderbaren Aufgang über den Baobabs vor. Wir stehen noch im Dunklen auf und fahren die paar Kilometer auf die Pfanne und suchen uns mitten in der Pampa den wohl geeignetsten Platz. Das noch frühere Aufstehen als sonst hat sich auf alle Fälle gelohnt:
Bodenbeschaffenheit in der Pfanne
Morgenkaffee vor der Weiterfahrt nach Nxai Pan
Nach dem kühlen und leicht windigen Sonnenaufgang fahren wir retour zum Camp und geniessen einen Morgenkaffee und machen uns auf den Weg zu den Nxai Pans…
Teil 707. Feb. 2023
Kapitel 7 : 14. - 15. Sept. : Nxai Pan
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Der Wind hat wieder aufgefrischt und wirbelt gehörig Staub bei den Baobabs auf.
Nach einer weiteren Kontrolle der Permits, die bei uns immer wieder etwas länger dauert, fahren wir direkt zum Wasserloch. Unser Reiserbüro hat es irgendwie geschafft, auf einer einzigen Quittung alle NP-Eintritte zusammenzufassen, dabei aber die genauen Daten nicht erfasst. So müssen wir gefühlt bei jedem Parkeintritt eine Menge erklären und je nach Eifer der Mitarbeiter werden sogar Telefonate zur Abklärung geführt. Nach der x-ten Wiederholung wir es langsam mühsam.
Die Nxai Pans sind nach der langen Trockenzeit, wie bis jetzt alle Orte dieser Reise, extrem ausgetrocknet. Man kann aber auch hier erahnen, wie schlammig und herausfordernd das Fahren in der Regenzeit werden kann. So müssen wir einfach den Staub aushalten, uns aber wenig um die Wege kümmern.
Am Haupt-Wasserloch angekommen finden wir einige andere Wagen vor, sehen einige Elefanten und etwas weiter entfernt viele Antilopen. Um den anderen Wagen etwas aus dem Weg zu gehen, halten wir am anderen Ende an und halten etwas Abstand.
Streifengnu, Springböcke und ein Schabrakenschakal am Wasserloch
Springbock und ein Raubadler
Erst eine gute viertel Stunde später bemerken wir doch noch, dass der Grund hinter all den Wagen liegt, und wir uns doch noch dazu gesellen: Drei Löwinnen und ein stattliches Männchen liegen gut versteckt hinter hohem Gras. Kurz nachdem wir sie erspäht haben, stehen sie aber auf und laufen in die Savanne hinaus. Wir fahren auf dem Wegnetz drum herum und erspähen noch eines der Weibchen, hoffen aber auf die restlichen drei Tiere und verlieren aber dann alle aus den Augen. Man kann nicht alles haben und sind schlussendlich glücklich, nach etlichen Tagen doch wieder ein paar Löwen zu sehen.
Löwen in Paarungsstimmung unter Beobachtung der vielen Springböcke
Wir fahren die Baobab-Route im Nordosten, die uns aber nur viele Kratzer am Auto beschert. Auf der Rückfahrt über die Savanne erspähen wir einige Gabelracken und versuchen diese im Flug zu erwischen. Nach der ausgiebigen Safari suchen wir unseren Camp Nr. 8 – ganz zuhinterst dicht umgeben vom Gebüsch. Das Manövrieren der grossen Wagen gestaltet sich anspruchsvoll, geht gerade aber so auf.
Die Flugbilder der Gabelracken lassen noch zu wünschen übrig, bis zum Ende der Reise wird es aber noch klappen...
Schabrakenschakal, der nach dem Mittagsschlaf in die Gänge kommt.
Wir stellen fest, dass die Schraube der Arretierung unseres Tisches unter dem Dach gebrochen ist. Das heisst wir können den Tisch nicht mehr befestigen und müssten diesen von nun an hinten im Kofferraum mitführen – das wäre äusserst nervig!
Elefant vor den Abolutions, aber am eigenen Wasserloch
Vor dem abend-Drive fahren wir zum Staff und fragen nach einer Ersatzschraube. Die Mitarbeiter nehmen den verbleibenden Teil mit und verschwinden für eine halbe Stunde. Nach und nach tauchen sie wieder auf und beginnen mit einem Bunsenbrenner daran zu basteln. Nach gefühlt einer weiteren halben Stunde haben wir unsere Schraube wieder und sie hält sogar die nächsten paar Tage bis kurz vor Kasane. Wir sind dankbar für die Hilfe und zeigen uns mit einem kleinen Präsent erdenklich.
Fachkundige Reparatur einer gebrochenen Schraube 😉
In der Abend-Fahrt finden wir etliche Elefanten im besten Licht am Wasserloch. Wir haben Glück und die ankommenden Tiere laufen direkt an unserem Fenster vorbei. Schon eindrücklich, wenn ein solcher Koloss keine zwei Meter neben dem Wagen vorbeiläuft. Hier wäre wohl ein Weitwinkel-Objektiv von Vorteil gewesen.
Sicht aus dem anderen Wagen, wenig Platz zwischen Elefant und unserem Wagen
Schabrakenschakal in der Abendstimmung
Am Abend bereiten wir einen Früchtereis mit Nüssen vor, dazu gibt es eine Wurst vom Grill und einen Gurken-Salat mit Avocado und Croutons. Beim Zubereiten hören wir plötzlich ein Geräusch im Gestrüpp und entdecken einen Elefanten, der direkt bei uns aus dem Busch kommt, kurz auf uns zuhält und neugierig beobachtet. Wir bringen die Nüsse und Dörrfrüchte in Sicherheit und der Elefant zieht weiter. Etwas später schleicht auch noch ein Schakal um die Wagen, hält sich aber in angenehmer Distanz.
Wir beobachten uns gegenseitig, die Nüsse und Trockenfrüchte wurde schon mal in Sicherheit gebracht.
Emsiges Treiben im Camp...
Abendlicher Besuch...
Löffelhund in Morgenstimmung
Eine Gruppe Helmperlhühner
Fleckenflughuhn(?)
Schwarzfersen-Impalas und Springböcke am Wasserloch
Stattlicher Elefantenbulle
Gymnastikübungen 😉
5 Beine und ein Rüssel...
Elefanten-Portrait
Nach einer gemütlichen Safari am Morgen fahren wir weiter nach Gweta zu den Erdmännchen und tags darauf nach Kubu-Island…
Teil 809. Feb. 2023
Kapitel 8 : 15. - 18. Sept. : Planet Baobab, Kubu Island nach Nata
In Gweta müssen wir 90 Liter nachtanken, der Verbrauch ist mit all den tiefsandigen Passagen der letzten Tage ziemlich angestiegen und liegt mit 18.5l/100km recht hoch. Nach einem kurzen Abstecher im Dorf fahren wir in die Lodge und richten uns auf unserem Camp ein, insbesondere kann sich auch die alternde Batterie im zweiten Auto am Stromnetz erholen. Es ist ein gemütlicher Nachmittag am Pool, in dem wir dank WLAN einige Sachen für zuhause erledigen können und meinen Eltern ausrichten, dass es uns nach zwei Wochen in der Wildnis gut geht. Anschliessend geniessen wir einen guten Gin aus Maun und schliessen den Abend mit einem T-Bone-Steak, Curry und Tomatensalat mit Feta ab.
Okavango-Gin, davon haben wir gleich 2 Flaschen nach hause mitgenommen.
Mittlerweile ist eine Blattfeder der hinteren Aufhängung gebrochen, gemäss Rückmeldung der Serviceleute von Savanna aber kein Problem - "We will fix it in Windhoek"
Die Tomaten haben wir kurz davor im Dorf frisch vom Markt gekauft, mussten diese aber direkt am ersten Abend aufbrauchen: Meine bessere Hälfte hat diese im Auto deponiert und sich nach dem Einchecken direkt darauf gesetzt - immerhin sind die Tomaten im Plastiksack geblieben und nicht verteilt auf dem Beifahrersitz ?
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Das Planet Baobab haben wir ausgesucht, da sie geführte Fahrten in die Ntwetwe-Salzpfannen anbieten und viel wichtiger eine Erdmännchen-Familie besuchen, die die Anwesenheit von Menschen gewohnt sind. Wir fahren zwei Stunden in Richtung der Pfannen und lernen einige interessante Fakten zu Natur und Tieren, der eindeutige Höhepunkt ist aber der Ausflug zur kleinen Erdmännchen-Familie mit einigen Eltern-Tieren und vier Jungen. Wenn man ruhig in die Knie geht, nutzen die Tiere die Erhöhung zum Erspähen von Fressfeinden. Es ist ein emsiges Suchen nach Fressen im Boden und wir sind beeindruckt ab all den fetten Maden im Boden. Es ergibt schöne und lustige Selfies, mit einer Tasse Kaffee in der anderen Hand.
Baobab im Licht der aufgehenden Sonne
Die Tour schliesst mit einem Abstecher auf die grosse Ntwetwe Pfanne und wir erfahren einige spannende Fakten zur Entstehung der trockenen Einöde. Schon erstaunlich, dass dies vor langer Zeit einer der weltweit grössten Seen gewesen ist. Diesem wurde anscheinend jedoch vor ca. 10'000 Jahren durch tektonische Aktivität die Wasserzufuhr genommen, wodurch der See ausgetrocknet ist. Die Pfannen sind jedoch nicht immer trocken, jedes Jahr zur Regenzeit füllen sich diese durch Regenwasser zu einem See und verunmöglichen jegliches Fahren in dessen Nähe.
Durch die Trockenzeit waren die Fahrbedingungen jedoch unbedenklich, zumindest auf unseren Strecken. Dass sich jedoch nicht immer stimmen muss, zeigt der folgende Eintrag in der Drivebots-Facebookgruppe von Anfang September:
Es kann auch anders gehen - Bild aus Drivebots/Facebook
Nachdem wir wieder zur Lodge zurückgefahren wurden, fahren wir denselben Weg selber noch einmal in Richtung der Pfannen und wagen uns dann alleine in die grosse weisse Salzfläche hinaus. Nach einer ersten Strecke von ca. 15km über die Salzfläche gestaltet sich die Fahrt einfacher als erwartet. Die meiste Strecke verläuft entlang von Inseln und nicht wie erwartet ausschliesslich über die Weite der Salzpfanne. Nichtsdestotrotz ist die Landschaft eindrücklich und wird immer wieder durch Bereiche mit ultrafeinem Staub abgelöst. Als hinteres Fahrzeug sieht man dann einfach mal gar nichts mehr für eine gewisse Zeit –schön, dass wir immer voraus fahren dürfen…
Ein erster Blick auf die Ntwetwe-Salzpfanne
Wilde Pferde auf Wanderung
Wegweiser - wir sind noch korrekt unterwegs
Nach einigen Stunden Fahrt erreichen wir Kubu Island- die Fahrt war lange, holprig und anstrengend. Nach dem langem Fahrtag und fast zwei Wochen ununterbrochen im Auto, tut es gut, die Gegend zu Fuss zu erkunden und sich wieder einmal ausgiebiger zu bewegen.
Im letzten Tageslicht suchen wir eine geeignete Stelle, um später die Milchstrasse mit freistehenden Baobabs zu fotografieren. Als Stärkung kochen wir als Abwechslung Spagetti Carbonara und dazu einen Gurken-Feta-Salat mit Croutons.
Stunden später haben wir unsere Stelle der Wahl aber fast nicht mehr gefunden! Das Distanzgefühl ist in völliger Dunkelheit ein ganz anderes als bei Tageslicht. Mit dem Ergebnis, fotografiert von einem Campingstuhl und ausgepolstert mit meinem Kamerarucksack als Stativ, bin ich recht zufrieden:
Am Folgetag haben wir ausser dem Morgenspaziergang zum Sonnenaufgang und der Weiterfahrt wenig vor. So können wir den Tag gemütlich beginnen und beobachten die schönen Vögel an unserem eigenen kleinen Wasserloch. Ich kann mir wieder einmal etwas Zeit für eine weitere Sporteinheit nehmen, so dass wir erst gegen 10 Uhr, nach einer Fahrrunde um die Insel, in Richtung Nata losfahren.
Granatastrild
Blauastrild
Die lange Fahrt entlang der Sua-Pfanne ist eindrücklich, verläuft aber über fast 100km schnurgerade aus. Zurück auf der Teerstrasse A3 geht es zügig Richtung Norden voran.
Die Nacht verbringen wir in der Elefant Sands Bush Lodge. Das Camp wäre meiner Meinung nach keine Nacht wert, da es während unserem Aufenthalt sehr voll und daher eng ist. Kein Vergleich zur Abgeschiedenheit der letzten zwei Wochen! Das Bier an der grossen Bar ist jedoch äusserst spannend, da die unzähligen Elefanten in nächster Nähe am grossen Wasserloch verweilen. Neben der Aussicht ist auch der Gestank mehr als eindrücklich! Und nachts gibt es auf der Wiese überall süsse Springhasen 😉 Am Abend gibt es das letzte Fleisch aus Rakops: PrimeRib und Kartoffeln/Randen/Zuchetti vom Gril, dazu ein Gurken-Salat Avocado mit Croutons.
Im nächsten Kapitel geht es weiter nach Kasane an die Chobe Riverfront und an die Victoria Falls…
Teil 914. Feb. 2023
Kapitel 9 : 18. - 20. Sept. : Kasane – Chobe Safari Lodge und Victoria Falls
Wir bringen die knapp 260km Autobahn rasch hinter uns und erreichen Kasane gegen Mittag, die zwei Tage sind bereits eng verplant und insbesondere müssen wir Essen für die kommenden zwei Wochen einkaufen. Wir verwenden nahezu dieselbe Einkaufliste wie in Windhoek und Ghanzi, mit dem bisherigen Essen waren wir mehr als zufrieden.
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Bereits am Nachmittag gehen wir gemeinsam im Spar Fleisch einkaufen und werden schnell fündig: die Theke ist gefüllt mit bestem Entrecotes, Rumpsteaks und auch Rindsfilets. Als Abwechselung gibt es auch mal Poulet und Würste. Für die kommenden 12 Tage kommt eine ganz schöne Menge zusammen und wir füllen den Tiefkühler bis fast unter den Deckel. Dank der Stromversorgung am Camp können wir den Kühler auf -18Grad einstellen und das Fleisch ohne Strapazierung der Batterien einfrieren.
Randvoller Tiefkühler für die kommenden 2 Wochen...
Am kommenden Tag erledigen René und Yolanda die restlichen Waren des Grosseinkaufs und begleiten uns nicht an die Victoria Fälle. Da sie diese bereits mehrfach besucht haben, bevorzugen sie einen entspannten Tag mit Lesen im Camp.
Am späten Nachmittag haben wir eine Flussfahrt auf dem Chobe gebucht – durch einen wertvollen Tipp von Bele haben wir den Kontakt von Kempho erhalten. Kurz und bündig wurde uns die Abholzeit per Whatsapp bekannt gegeben – der Shuttleservice und auch der Rest hat einwandfrei geklappt! Wir wollten nicht unbedingt eine Privattour und haben uns mit Begleitung durch andere Gästen einverstanden erklärt – schlussendlich waren wir dann zum selben Preis ganz alleine mit einem Fotobegeisterten Guide gut drei Stunden auf dem Fluss unterwegs. Wir haben eine wundervolle Tour erlebt, von allem etwas - zuerst fast 2 Stunden verschiedene Vögel, dann etwas grössere Tiere der Wasserwelt der Chobe Riverfront.
Welch wundervoller Abend, den wir nach Sonnenuntergang glücklich beenden. Als Abwechslung zur abendlichen Grillade gönnen wir uns ein Nachtessen am Buffet der Chobe Riverfront – ein willkommenes Essen ohne der ganzen Arbeiten darum herum. Die letzten Nächte wurden immer wärmer, und so schieben wir unsere warmen Schlafsäcke so weit als möglich von uns weg.
Früh am nächsten Morgen werden wir an der Rezeption per Shuttle abgeholt und brechen zusammen mit zwei weiteren Pärchen in Richtung Simbabwe und der Victoria Fälle auf. Auch hier klappt dank der guten Organisation von Kempho alles einwandfrei – Bei den Wasserfällen angekommen sind wir ohne Guide unterwegs, wir wollen die Gegend selbstständig erkunden und uns im eigenen Tempo vorwärts bewegen. Die Landschaft ist anfangs neblig und wolkig verhangen, im Verlauf des morgens drückt die Sonne aber durch, so dass wir alle Stationen ein zweites Mal ablaufen und noch einmal bei leichtem Sonnenschein betrachten.
In unserem Übermut, möglichst alles zu erkunden, laufen wir in der drückenden Mittagshitze auch noch zur Grenzbrücke nach Sambia und geniessen die Aussicht. Aufgrund der grossen Hitze machen wir uns aber rasch auf den Rückweg und laufen direkt zum Lookout Cafe hoch über dem Sambesi. Die Aussicht ist grandios, und auch das Essen sehr gut. Aber vorallem geniessen wir auch den Wind und den Schatten und verbringen die restliche Zeit bis zur Rückfahrt im Cafe. Die knapp 90minütige Rückfahrt verbringen wir mehr schlafend als wach, die Grenzformalitäten bringen wir rasch hinter uns und kommen bei Zeiten zurück nach Kasane. Anstatt aber einen gemütlichen Abend zu haben, müssen wir noch einige Erledigungen im Dorf machen und auch unser Brauchwasser für den folgenden Abschnitt auffüllen.
Ganz wichtig ist der Gin-Vorrat, diesen Einkauf wollten wir selbst erledigen. Ebenso haben wir noch etwas mehr Bier und Savanna Dry eingekauft, der Vorrat hätte sonst nicht bis Maun ausgereicht. Als nicht minder wichtig mussten wir einen Metallhändler finden: Die mittlerweile wieder gebrochene Schraube der Tischhalterung musste ersetzt werden. Nach verschiedenen Anlaufstellen wurden wir mitten in Kasane zu «Haskins» geleitet und sind gerade just 5min vor Ladenschluss durch eine fachkundige Bedienung zu einem passenden Pack Schrauben mit Muttern gekommen. Die gut 20 Schrauben müssten definitiv bis ans Ende der Reise ausreichen und haben keine 30Rappen gekostet, vor allem sind wir innerhalb von gut 5min zum gewünschten Produkt gekommen.
Nachdem wir auch noch den Benzintank randvoll gefüllt haben, benötigten wir eine kurze Abkühlung im Hotelpool und haben dazu die letzten Emails geschrieben: wir müssen in Maun noch den Flug über das Delta buchen. Wir verbringen den letzten Abend in Kasane mit einem grossen Dinner: Sirloin Steak, Broccoli an Sweet&Sour-Chili-Sauce und Kürbis und Kartoffeln auf dem Grill, dazu einen Gurken-Feta-Salat.
Riesiges Schraubensortiment im Haskins
Im nächsten Kapitel geht es früh morgens per Auto in die Chobe Riverfront und erkennen, dass «Fully Booked» nicht immer fully booked ist…
Teil 1018. Feb. 2023
Kapitel 10 : 20. – 21. Sept. : Chobe River Front und die unerwartete Nacht in Ihaha
Nach einem letzten Stopp am Bankomat fahren wir zum Gate und können ohne Wartezeit in die Riverfront einfahren. Nichts im Vergleich zu den ganzen Verkehrs-Entlastungsmassnahmen der letzten Jahre.
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Junges Kudu-Männchen
Chobe-Riverfront mit einigen Büffeln
Schwarzfersen-Impalas
Balgende Flusspferde
Sattelstorch
Juveniler Flussuferläufer (Common Sandpiper)
Zwergspint / Little Bee-eater
Wir geniessen die Ruhe entlang des Chobes und entdecken überall Tiere, einzig die berühmten Mengen an Chobe-Elefanten bleiben irgendwie versteckt im Gebüsch. Unterwegs vernehmen wir von entgegenkommenden Selbstfahrern, dass sie ein paar Kilometer weiter eine Gruppe Löwen entdeckt haben. Trotz allem Suchen fahren wir daran vorbei und fahren vergebens bis nach Ihaha.
Gelbschnabel oder Schmarotzer-Milan / Yellow-billed kite
Zwergspint
Juveniler Schreiseeadler
Grosse Büffelherde
Südlicher Karminspint
Hier wollten wir die kommenden zwei Nächte verbringen, haben aber trotz wöchentlichem Nachfragen bei Kwalate per Mail immer die Antwort «Fully booked» retour erhalten. Auch die telefonische Rücksprache von Kempho tags zuvor hat nicht ergeben. Wir erfahren hier aber, dass in der letzten Nacht nur drei der zehn Plätze belegt waren und entscheiden uns somit, später vor Ort noch einmal nach freien Plätzen zu fragen. Sollte es dann doch nicht klappen, müssen wir spät noch bis nach Muchenje im Westen des Parks fahren, wo wir die zwei Ersatznächte anstatt dessen gebucht haben.
Wir fahren wieder zurück in Richtung Serondela Picnic Spot und entdecken dann unterwegs die erwähnten Fahrspuren und gut versteckt dahinter im Gebüsch die Löwen. Endlich wieder ein paar Löwen, es soll aber noch viel besser werden, zum Fotografieren reicht es aber noch nicht aus.
Das späte Mittagessen verbringen am Picnic-Spot, in ständiger Acht vor den gierigen Affen. Diese Tiere sind Menschen gewohnt und scheuen sich auch nicht bei zwei Sekunden Unachtsamkeit einem Biscuits aus der Hand zu stehlen. Von einem Safari-Guide erfahren wir von weiteren Löwen in der Nähe, diesmal ist die Beschreibung einfacher und wir finden das grosse Rudel ohne Probleme. Die Löwen befinden sich alle im tiefen Mittagsschlaf und ausser den beiden Jungtieren bewegen sie sich praktisch nicht.
Müdes Löwenrudel in der Mittagshitze
Es ist Ruhe bei den Flusspferden eingekehrt.
Ein Paar Schreiseeadler
Grosses Kudu-Männchen
In der nachmittags Fahrt fahren wir die Bereiche bis nach Ihaha ein weiteres Mal ab, entdecken aber keine weiteren Besonderheiten. An der Reception erhalten wir nach etwas Insistieren den Stellplatz 9 und können überraschenderweise die Nacht vor Ort bleiben. Das hätten wir nach all den Rückfragen nicht mehr zu hoffen gewagt.
Wir richten uns beizeiten auf unserem Camp ein beginnen früh mit dem Chilli. Etwas später erhalten noch Nachbarn auf dem Platz 10 – zu unserem Missfallen sind dies dieselben drei Fahrzeuge aus Kubu, welche die Ruhe mit dem nervigen Gesurre ihrer Drohne zerrissen haben. Anstatt den Sonnenuntergang in Ruhe geniessen zu können, ertönt erneut direkt über uns eine Drohne. Ich laufe rüber und bitte Sie ohne Umschweife, mit der Drohne anderswo zu fliegen, aber sicher nicht direkt über unseren Köpfen. Zu dieser Zeit habe ich noch gar nicht gewusst, dass eigentlich ein absolutes Drohnen-Flugverbot in den Parks gelten würde.
Ihaha - Camp Nr. 9
Voller Kofferraum mit allerlei Lebensmitteln
Das Essen ist bald soweit...
Chili-Con-Carne aus dem Potjie
Wir geniessen das frühe Nachtessen und wollen den Abend gemütlich mit einem Gin-Tonic und der Aussicht auf den nahen Fluss ausklingen lassen, als es unerwartet zu regnen beginnt. Aufgrund der Müdigkeit des langen Tages denken wir gar nicht an unsere Markise, mit der wir noch länger im Trockenen gesessen wären. Anstatt dessen gehen wir bereits vor 20Uhr zu Bett – noch nicht eingeschlafen, hören wir ein Löwengebrüll, dass sich nach und nach dem Camp nähert. Wir öffnen die Moskitonetze und suchen mit Hilfe der Taschenlampen umher – auch in den Nachbar-Camps weiter vorne beginnen die Taschenlampen nach den Verursachern zu suchen. Ich bin mir sicher, eines der Tiere muss keine 10m direkt vor unserem Camp im Gebüsch sein. Es wäre bestimmt ein spannender Abend geworden, hätten wir den Gin doch noch draussen getrunken.
Grosse Spinne
Ein paar Minuten später kommen aus der nahen Abolution zwei Personen und Laufen seelenruhig in der Dunkelheit rüber zu Camp 10. Keine Ahnung, ob ihnen bewusst war, dass sich gerade Löwen in unmittelbarer Nähe befinden! Der Rest der Nacht verläuft ruhig und ohne weitere Ereignisse.
Im nächsten Kapitel verbringen wir einen weiteren Tag in der Chobe Riverfront und die Nacht im ursprünglich reservierten Muchenje…
Teil 1121. Feb. 2023
Kapitel 11 : 21. – 22. Sept. : Chobe River Front zum Zweiten
Am Morgen finden wir keine 10 Meter neben unserem Camp Abdrücke von Löwen, wir haben uns letzte Nacht also nicht getäuscht. Wir sind guter Dinge heute noch mehr Löwen zu sehen und sind auf einen weiteren Tag an der Riverfront gespannt.
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Erst geht es Richtung Westen, den wir gestern noch nicht erkunden konnten. Im ersten Abschnitt geniessen wir die frühe Morgenstimmung und die vielen Antilopen am Wasser. Auf dem Rückweg drehen wir Inland und fahren das Simwanza Tal hoch. Nach anfänglich gähnender Leere tauchen plötzlich links und rechts überall Elefanten aus dem Dickicht auf. Jetzt wissen wir also, wo sich die gestern vermissten Chobe-Elefanten alle versteckt haben.
Morgenstimmung am Fluss
Rosapelikan
Sandpiste im Hinterland der Riverfront
Zurück im Camp geniessen wir den verdienten Morgenkaffee und vertreten uns noch ein letztes Mal die Füsse vor dem langen Tag. Wir wollen nochmals zurück nach Kasane um sicherheitshalber unsere Tanks nach den vielen sandigen Kilometern entlang des Chobes aufzufüllen. Wir wissen von der Tankstelle in Muchenje, unserem heutigen Tagesziel, doch auch davon, dass immer wieder von fehlendem Treibstoff die Rede ist.
Impala-Herde direkt beim Camp Ihaha
Frühstücks-Kaffee vor der Weiterfahrt
Fotografieren vom Camp aus, direkt daneben die Fussabdrücke der Löwen von letzter Nacht
Ihaha Camp Nr. 9
Gabelracke im Start
Bereits nach wenigen Kilometern finden wir die Löwen von letzter Nacht, gehört haben wir ein Tier, nachgezählt sind es wohl acht Tiere, die in der Nacht an uns vorbei gelaufen sind. Nach einiger Zeit entdecken wir zwischen den Erwachsenen Tieren auch zwei ganz kleine Jungtiere, die noch von der Mutter gesäugt werden.
Zwei Löwinnen...
Dahinter noch ein ganz kleines Junges...
Und noch ein zweites, beide werden von der Mutter gesäugt
Die beiden Kleinen im Schatten eines Baumes
Die weitere Fahrt bis kurz vor Kasane verläuft ruhig, bis wir auf wenigen Metern zuerst zwei weitere Löwinnen finden. Diese beobachten gespannt die nahen Antilopen und man sieht förmlich das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Gabelracke
Kudu-Weibchen und Impalas
Löwin am Beobachten von Beute
Das Wasser scheint ihr im Mund zusammen zulaufen
Ein paar Meter weiter liegen faul zwei Männchen unter einem Baum, sie hatten wohl eine strenge und erfolgreiche Nacht. Nach einer kurzen Weile bei den Löwen wird es langweilig und wir machen uns auf den Weg in die Stadt. Nachdem wir die Tanks wieder bis zum letzten Tropfen aufgefüllt hatten, fahren wir wieder zurück in die Wildnis und finden die beiden Männchen in derselben Lage wie eine Stunde zuvor. Da haben wir wohl wenig verpasst, die Weibchen sind aber nicht mehr auffindbar.
Zwei Löwen am Ausruhen
Hippo-Gruppe
Da es bereits Nachmittag geworden ist, sehen wir nun immer mehr Elefanten, die sich nach und nach zum Wasser begeben. Endlich lernen wir schiere Menge an Chobe-Elefanten kennen, für die der Park in der Trockenzeit berühmt geworden ist. Dazwischen hat es immer wieder ganz kleine Jungtiere, leider aber auch welche mit abgebissenem Rüssel. Wie er sich wohl durch das Leben schlagen wird?
Elefantenherde im Fluss
Auf der Fahrt nach Westen halten wir ein letztes Mal beim Löwenrudel vom Morgen und verabschieden uns nach kurzer Zeit. Wir fahren entlang des Wassers und zielen das Ngoma-Gate direkt beim Grenzübergang nach Namibia an. Was nirgends erwähnt wird sind aber die letzten gut 4 Kilometer, in der die Strasse weg vom Wasser im Inland über ein paar Hügelzüge verläuft. Gemäss Google Maps ein kurzer Abschnitt von 15Minuten, in Realität ein richtig übles und tiefst-sandiges Geholper. Fast schon ein Wunder, dass wir uns hier nicht festgefahren haben. Wie wir später vom Besitzer der Muchenje Campsites erfahren, wird empfohlen das Stück zurzeit nicht zu fahren, da immer wieder Fahrzeuge steckenbleiben.
Letzte Vorbeifahrt am Camp Ihaha
Zebramangusten
Grosse Ansammlung von Rosapelikanen
Rappenantilopen (Sable)
Wir erhalten ein schönes Camp am Rand der Anlage und richten uns für das Nachtessen ein. Die Abläufe sind inzwischen zur Routine geworden und jeder geht seinen Aufgaben nach. Bei der Ankunft haben wir auch den eingezäunten Gemüsegarten bemerkt und Jolanda geht später zur Reception und kommt mit riesigen Auberginen und mehreren Bündeln Blattsalat retour. Eine willkommene Abwechslung, die der Besitzer für uns direkt vom Strauch gepflückt hat. Neben dem frischen Gemüse hat das Camp auch Hahnenwasser in Trinkqualität und wir können die Batterie vom zweiten Auto ein letztes Mal richtig an der Steckdose aufladen.
Wir essen ein Rindsfilet vom Grill, garniert mit Kartoffeln und Randen, dazu den frischen Blattsalat mit Feta.
Morgen soll es beizeiten los gehen, wir fahren dabei ins legendäre Savuti…
Teil 1225. Feb. 2023
Kapitel 12 : 22. – 24. Sept. : Legendäres Savuti
Heute gibt es eine lange Etappe durch zwei Tage Savuti, ein dichtes Programm mit vielen wunderbaren Erlebnissen...
Wir sind zwar wieder früh auf, doch wollen noch ein letztes Mal das Internet bei der Reception nutzen und können so die letzten Details für die Flüge in Maun organisieren. Gegen 8Uhr sind wird dann doch abfahrbereit und füllen die letzt möglichen Tropfen Diesel in unsere Tanks – der Sprit muss für die nächsten 10 Tage ausreichen. So ganz genau können wir noch nicht abschätzen, wie viele Kilometer wir tagtäglich noch an Safari dazu verfahren werden. Aufgrund dessen führe ich die kommenden Tage Buch über den aktuellen Kilometerstand und so bemerken wir Tag für Tag mehr, dass wir ausreichend Sprit dabei haben werden.
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Die ersten Kilometer verlaufen ruhig, die Strasse ist noch geteert. Direkt nach Kachikau endet diese aber und es wird schnell sehr sandig. Wider Erwarten gestaltet sich die Fahrt aber als sehr kurzweilig, wir erreichen ohne grosse Herausforderung das Goha-Gate. Beim nächsten Besuch möchten wir auch noch den Bereich um Linyanti erkunden, dafür hatten wir in dieser Riese leider keine Zeit mehr.
Sandpiste kurz nach Kachikau
Elefant am Harvey-Wasserloch
Pferdeantilope
Kampfadler
... im Abflug
Rotschnabeltoko / Red-billed-hornbill
Im weiteren Verlauf nehmen wir die Route in Richtung des Airstips, wir wollten nicht den beiden weiteren Fahrzeugen vor uns hinterherfahren. So erreichen wir kurz vor Mittag die Harvey’s Pan und können die ersten Savuti Elefanten im Wasserloch beobachten. Wir checken im Camp ein und beziehen für die Mittagspause unser Camp für die erste Nacht. Das Camp Nr. 3 ist am nördlichen Rand mit Sicht auf das trockene Flussbett und liegt wie auch andere Camps im tiefen Sand. Nach der Mittagsrast in der Hitze entschliessen wir uns nach Süden in Richtung der Marabou-Pans zu fahren. Am Gate haben wir von anderen Reisenden erfahren, dass ein Rudel Löwen vor einem Tag einen Elefanten gerissen haben soll. Diesen und die zugehörigen Löwen finden wir tatsächlich, wobei es wenig wahrscheinlich sein kann, dass eine solche Beute in so kurzer Zeit verschwinden kann. Kaum angekommen öffnen wir die Fenster zum Fotografieren, müssen aber beinahe unser Mittagsessen beinahe wieder hergeben. Der Gestank ist grauenhaft und ich habe genau im Wind parkiert! Nach einer kleinen Korrektur des Anfängerfehlers können wir das Spektakel geniessen und abwechselnd unsere Aufmerksamkeit den umherfliegenden Gabelracken oder den Löwen widmen. Im weiteren Verlauf des frühen abends fahren wir durch die Savuti Marsches und über den trockenen Savuti Channel zurück zum Camp.
Einsame Giraffe an den Pitsi-Pans
Doch nicht so einsam, wir entdecken weitere Giraffen...
Grosser Löwe im Schatten
Davor die Beute von vorletzter Nacht
Daneben einige Gabelracken
Nach einer Erleichterung, kann es mit dem Festmahl weiter gehen
Fuchsmanguste
Eine weitere Gabelracke vor dem endlosen goldigen Gräsermeer
Heute gibt es Poulet an einer Chakalaka und Sweat&Sour-Sauce, dazu einen weiteren grünen Salat. Ein weiteres gelungenes Essen, dessen Resten später in der Nacht auch ein weiterer Gast zu geniessen scheint. Kaum eingeschlafen werden wir von einem Riesenlärm geweckt – ein Honeybadger zerstört unseren «gesicherten» Abfalleimer und macht sich genüsslich unter unserem Auto hinter die Poulet-Resten. Wir können ihn mit den Taschenlampen verscheuchen und er trottet gemütlich in Richtung der nächstliegenden Nachbarn davon.
Abendstimmung im Camp Nr. 3
Im ersten Tageslicht fahren wir los Richtung Norden und sind auf einen weiteren Tag gespannt, was uns Savuti bieten wird. Der Morgen verläuft jedoch zunächst ohne nennenswerte Ereignisse und so entscheiden wir uns in Richtung Quarry Hill zu fahren, um in der noch kühlen Morgenluft ein paar Aufnahmen der Landschaft machen zu können. Ich habe vom Aufstieg zum Quarry Hill gelesen, muss dann aber davor stehend eingestehen, den Wagen in solchem Gelände zu wenig zu kennen und traue mich nicht in die Steigung. Ganz eingestehen will ich es anfangs noch nicht und laufe mal zu Fuss über den ersten Absatz. Doch auch von oben will es nicht besser aussehen und so gebe ich widerwillig Forfait – vielleicht dann beim nächsten Besuch ?
Frühes Morgenlicht am Disasterpan Wasserloch
Alle Bäume werden genauestens Begutachtet, leider ohne Sichtungserfolg eines Leoparden
Schwarzfersen-Impala
Riesentrappe am Balzen
Aussicht auf die erste Steigung am Quarry Hill - zu steil für meine begrenzte Fahrkenntnis
Steinböckchen
Wir fahren also retour in Richtung des Camps und machen einen weiteren Abstecher über die Disaster Pan. Direkt hinter einer Engstelle zwischen zwei Büschen steht plötzlich ein riesiger Löwe direkt vor unserer Motorhaube. Er streicht rum und verstreut überall an den umliegenden Büschen seinen Duft. Kurze Zeit später verschwindet er wieder im Gebüsch und wir entschliessen uns ihn weiter oben abzupassen. An der ersten vermuteten Stelle geschieht nichts und wir befürchten schon, analog zur Nxai Pan kein Glück zu haben. Doch bereits an der nächsten Kreuzung finden wir den Prachtkerl neben der Hauptstrasse liegend, weit und breit kein anderes Fahrzeug in Sicht.
Prachtslöwe ganz für uns alleine...
Eindrücklich grosse Pfotenabdrücke im Sand
Gelbschnabel- oder Schmarotzermilan / Yellow billed kite
... im Abflug
Zurück im Camp erfahren wir, dass der Löwe kurz zuvor mitten durchs Camp gelaufen ist und seine riesigen Pfotenabdrücke direkt auf unserem Stellplatz hinterlassen hat. Wir geniessen einen weiteren Kaffee und gönnen uns ein Honigbrot. Abends zuvor haben wir ein weiteres Brot gebacken, das Ergebnis lässt sich sehen lassen.
Wegweiser im Camp
Selbstgebackenes Brot, perfekt für ein Honigbrot und Kaffee
Im weiteren Verlauf des morgens fahren wir zu den Felszeichnungen der Buschmänner. Ohne gross zu überlegen, laufen wir zu den Felswänden hoch und finden die wenigen Zeichnungen. Ich kann es nicht lassen, und muss auch noch den Gipfel erklimmen und will die Aussicht geniessen. Im Nachhinein hätte ich den Ausflug etwas kritischer betrachten müssen, die Gegend ist doch auch Heimat von Leoparden und weiteren grossen Räubern…
Felszeichnung am Buschman Hill
Zuoberst auf dem Felsen, kritischer Blick ob sich doch nicht irgendwo ein Raubtier versteckt...
Aussicht in Richtung des Camp Savuti
Aussicht auf den trockenen Savuti-Channel
Frühstücks-Pause unter dem grossen Baobab
Elefanten am Rhinovlei - leider aber keine Rhinos
Graulärmvogel / Go-away-bird
Zum Mittag sind wir zurück im Camp, müssen jetzt aber für die zweite Nacht auf den Stellplatz Nummer 10 wechseln. Dieser nach der letzten Nacht noch in viel tieferem Sand und man muss aufpassen, nicht mitten auf dem Camp stecken zu bleiben. Bei drückender Mittagshitze entschliesse ich mich, wieder einmal eine Trainingseinheit zu absolvieren. Von nichts kommt nicht – es gibt definitiv schöneres als diese Einheiten in der Hitze, aber nach 6 Wochen ohne Training wären die Nachwehen danach noch viel mühsamer. Am Nachmittag erkunden wir die Gegend runter zur Rhinovlei Wasserloch und zum Nachtessen gibt es eine Paella mit einem Gurken-Feta-Salat.
Training fürs Klettern bei 30+Grad, kein allzu grosser Spass
Die Trinkwasserflaschen kann man auch als Zusatzgewicht nutzen 😉
Sektretär
Pferdeantilopen
Wieder Elefanten an der Harvey-Pan
Wenn man den Rüssel mal nicht halten will...
Anstatt des erhofften Leos taucht wiederum eine Löwin am Disaster-Wasserloch auf
... kritisch beäugt von einer Giraffe
Die Kamera-Einstellungen zum Fotografieren einer fliegenden Gabelracke scheinen langsam zu passen...
Wunderbar leuchtende Flügel
Elefanten-Besuch zum Feierabendbier im Camp 10
Am nächsten Morgen stehen wir noch in der Dunkelheit auf und fahren mit dem ersten Tageslicht los. Wir wollen eine letzte kurze Ausfahrt machen, bevor es in Richtung Mababe Gate weiter gehen wird. Gleich beim ersten Wasserloch direkt hinter dem Camp treffen wir auf ein kleines Rudel Wildhunde, welch schöner Start in den Tag. Es gesellen sich einige weitere Fahrzeuge dazu, fahren aber kurz darauf weiter – haben diese alle nicht erkannt, welch spezielle Sichtung dies ist?
Wildhunde-Rudel am Wasserloch
Streifengnu auf der Disaster-Pan
Eichhörnchen im Camp
Rotschnabeltoko
Nach einem abschliessenden Kaffee auf dem Savuti SKL Camp fahren wir in Richtung der Marsh Road los. Wir steuern erneut die Marabou Pan an und finden den Kadaver des Elefanten völlig abgefressenen vor. Schon erstaunlich was 36 Stunden ausmachen können.
Elefantenskelett, gut drei Tage nach dem Riss
Gelbschnabelmilan auf Beutesuche
Die Löwinnen liegen erschöpft unter einem Busch...
Wir werden kritisch vom Löwen mit seinen durchdringenden Augen beobachtet
Unterwegs fahren wir auf ein Safari-Fahrzeug eines Hotels auf, können aber nicht entdecken, was sie beobachten. Nachdem wir Minuten später bis auf das Heck aufschliessen und uns die hinteren Gäste wiederholt versuchen zu zeigen, was sie entdeckt haben, werden auch wir fündig: Wir haben stets viel zu weit gesucht, anstatt dessen finden wir keine drei Meter vor uns eine Fuchsmanguste, der sich genüsslich an einer Taube satt frisst.
Fuchsmanguste mit Beute
Stets die Umgebung im Auge behalten!
Die verbleibende Fahrt durch die Marshes verläuft komplett tierlos und holprig. Die Landschaft ist nach der langen Trockenzeit komplett ausgetrocknet, so dass wir auch beinahe nicht mal Vögel beobachten können. Beim Auschecken aus dem Park wird uns noch eine Ginsterkatze im Dach gezeigt, doch man sieht nur deren Hintern im Dachgebälk, nicht wirklich fotogen posiert…
Im nächsten Kapitel fahren wir in die nördliche Khwai Concession und schliessen den bereits eindrücklichen Tag mit weiteren aussergewöhnlichen Sichtungen ab…
Nach dem Auschecken aus dem Park und der obligaten Erklärung, wieso keine Daten auf unserem Voucher stehen, fahren wir die kurze verbleibende Strecke zur Khwai Concession. Gleich nach der ersten Kurve stecken zwei Wagen im tiefen Sand und haben einen aufgebockt – scheint ein Platten zu sein, sie kommen aber unsere Hilfe zurecht. Schon kurz zuvor am Ende der Sandridge-Road stand ein Konvoi von mehreren Fahrzeugen still – wohl ein Elektronikproblem an einem Fahrzeug! Zum Glück sind wir von solchen Problemen verschont geblieben.
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Nach einer kurzen Strecke auf der «Transit-Autobahn» zum nördlichen Moremi-Northgate biegen wir links auf die Cutline. Nach wenigen Kilometern öffnet sich die Landschaft und wir sehen zum ersten Mal den Khwai-River und damit der nördlichste Seitenarm des Okavango-Deltas. Es zeigt sich eine komplett andere Landschaft, nach der trockenen Savanne der letzten Tage. Überall hat es Elefanten und Hippos im Fluss und das Wasser fliesst mit einer gut sichtbaren Geschwindigkeit.
Wir fahren zu unserem Camp und richten uns für die Mittagspause ein. Wir haben den schönen und offenen Platz Nr. 1 erhalten, der ganz am Rand der Anlage liegt – komplett für uns alleine. Da es gemäss Beschreibung der Anlage keine Sanitäranlagen haben soll, hebe ich hinter einer Hecke ein tiefes Loch aus, das wir dann bis zur Abreise wieder zuschütten.
Magotho Camp Nr. 1
Unser Bauchgefühl hätte uns in Richtung des Chobe-Bereichs geleitet, der Camp-Wart empfiehlt uns aber nach Norden zu fahren – es wurden Löwen in der Nähe gesichtet. Wir vertrauen auf ihn und fahren dem Khwai entlang und geniessen die Nachmittagssonne. Bereits nach kurzer Zeit finden wir eine Ansammlung von Wagen, die neben einem Baum stehen – das müssen also die Löwen sein. Wir biegen vom Weg ab und sehen aber gleich, dass uns da etwas anderes anblickt: ein gepunkteter Kopf im Schatten des Baumes – unser allererster Leo! Wir gesellen uns zwischen die Autos und geniessen für ein paar Minuten das graziöse Tier, bis er aufsteht und davon trottet. Bereits nach kurzer Strecke sehen wir nur noch den weissen Punkt am Ende des Schwanzes, dann ist er weg…
Unser erster Leo - im Schatten eines Baumes
Wir setzen unsere Fahrt fort und keine 5 Minuten später sehe ich am Rande des Wassers einen weiteren Leoparden. Diesmal ein kleineres Tier, wohl noch jung oder ein Weibchen. Als es vom Trinken aufsteht, läuft es mit einem Eichhörnchen in der Schnauze davon – ein gar kleiner Nachmittags-Snack.
Gleich danach ein zweiter Leo...
... mit Snack für Zwischendurch
Nach einer weiteren kurzen Strecke nehmen wir einen bestialischen Gestank wahr und sehen einen Elefanten-Kadaver im Wasser liegen. Wir fahren daran vorbei und halten 100m weiter in der Flusskehre. Da werden wir vom Camp-Wart eingeholt, der uns winkend den Löwen zeigen will. Direkt bei der Wasserleiche liegt ein stattliches Männchen, aber so versteckt hinter einem Busch, dass wir ihn niemals selbst entdeckt hätten.
An derselben Stelle vom ersten Leo stehen wieder einige Fahrzeuge im Gebüsch, ist der Leo wieder aus dem Gebüsch gekommen? Aber nein, es ist das erwähnte Löwenrudel mit etwa 5 Weibchen. Ich bin mir fast sicher, dass diese schon vorhin hier gelegen sind, als wir 20m nebenan den Leoparden beobachten haben. Der grosse Leo scheint sich wohl nicht wirklich von den Löwen gestört zu haben.
Löwenrudel, keine 20m neben dem ersten Leo von vorhin!
Wir fahren zurück zum Camp und stossen mit einem kühlen Bier auf unseren sensationellen Tag an: Wildhunde, Löwenrudel, zwei Leoparden, ein einzelner Löwe und zum Abschluss ein weiteres Rudel - Was für ein Tag!!!
Zum Nachtessen gibt es Rumpsteak vom Grill und dazu ein Kartoffel-Auberginen-Curry mit einem Gurken-Avocado-Salat. Im dunklen der Nacht bei Gin und Tonic nähern sich ein paar Elefanten, die wir genüsslich beobachten. Wir gehen nach dem langen und wieder anstrengenden Tag früh zu Bett und verbringen eine ruhige Nacht.
Beim ersten Tageslicht fahren wir in Richtung Osten in den Chobe entlang des Khwai, wir sind ganz alleine unterwegs können viel Leben entlang vom Wasser entdecken. Immer wieder hat es kleine Wasserquerungen, der Wasserstand ist für Ende September noch sehr hoch.
Ellipsenwasserböcke von hinten
Sporngänse
Graureiher und Witwenpfeiffgänse
Schreiseeadler im Abflug
Nach einer schönen Morgenfahrt kehren wir zum Camp zurück und geniessen einen weiteren Kaffee. Danach machen wir uns auf die Suche nach einer Durchfahrt durch den Mbudi, so dass wir das weitere Gebiet entlang des Khwai und auch den Weg in unser nächstes Camp erkunden können. Wir haben aber schon von diversen Personen vernommen, dass der Wasserstand extrem hoch sei und man den Mbudi besser nicht durchfahren sollte. Wir schauen uns diverse Durchfahrten an und waten in einzelne hinein, doch alle sind nach unserem Bauchgefühl nicht gut genug. Auch bei der «Transit-Road» gibt es kein Durchkommen, so entscheiden wir uns das nächste Camp aussen rum zu erreichen.
Gelbschnabelmilan
Hammerkopf
Diskussion, welche Spur fahrbar wäre
Besser doch erst nach dem Ausprobieren
Gabelracke - mittlerweile ganz zufrieden mit dem Ergebniss
Kleine Druchfahrt - aber kein Vergleich zum eigentlichen Mbudi
Etwas weiter ist dann aber ganz Schluss, kein Weiterkommen mehr möglich
Auch hier nicht...
Auch das nächste Camp ist wunderbar am Wasser gelegen, wir entscheiden uns aber noch vor dem Mittag nochmals in Richtung des Khwai zu fahren. Gemäss dem Campmitarbeiter sei der Mbudi an keiner Stelle so flach wie hier beim Camp ?
Direkt am Rand des Camps treffen wir auf einen Südafrikaner, der am Wegrand mit seiner Familie wartet. Anscheinend ist weiter vorne eine grosse Elefantengruppe im Wald direkt neben der Strasse, die er nicht passieren wolle. Wir warten ebenfalls und schliessen uns ihm für die kommende Wasserquerung an. Er erklärt uns, wie wir durchfahren sollen und halten uns leicht rechts, trotzdem reicht das Wasser bis knapp zur Motorhaube. Alleine hätten wir uns hier wohl nicht ohne weiteres durch getraut. Als wir durch sind, möchte ich die Informationen an die Schwiegereltern rüber funken, doch René macht sich bereits auf den Weg. So fährt er direkt durch und erwischt voll die tiefe Mulde, so dass ihnen das Wasser bis auf die Motorhaube reicht. Yolanda macht einen leicht angespannten Eindruck, der Südafrikaner lacht und meint nun sei das Auto wenigstens wieder gewaschen ?
Wasserquerung direkt beim Khwai-Safari-Ground-Camp
Raubadler / Tawny Eagle
Wir fahren alleine weiter und suchen uns einen Weg durch die vielen nassen Passagen. Der Weg entlang des Mbudi endet bald in einer tiefen Wasserlache – wir kehren um und suchen weiter. Auf Höhe der Transit-Road stehen wir vor einer Kreuzung mit Wasser in beiden Richtungen. Wir entscheiden uns für links – die Strasse im engen Kanal scheint passierbar, zumal das trockene Land gleich links und rechts davon ist. Aus irgendeinem Grund fahre ich hinein, ohne zuerst durch zulaufen. Es wird immer tiefer, das Wasser steht gefühlt nicht mehr allzu weit unter den Fenstern. Doch plötzlich stehen wir still, es hat einen Absatz im Weg, an dem ich trotz Untersetzung hängenbleibe. Kurz zurücksetzen und mit mehr Schwung nochmals weiter – zum Glück wird es etwas flacher und wir können auf einer Anhöhe anhalten, immer noch im Wasser stehend. Die Querung geht weiter, nun aber flächig Wasser und mit Büschen gespickt. Zum Glück kommt von der Seite der Südafrikaner daher und dankend lassen wir ihm den Vortritt. Die ruppige Querung hätten wir so nie allein fahren wollen. Wir geben den Schwiegereltern ein ok und sie schaffen den Abschnitt im ersten Anlauf. Unsere Nerven sind nach diesem Erlebnis leicht angespannt und Christine war etwas genervt, dass ich nach dem ersten Scheitern nicht ganz umgekehrt bin.
Die Querung von eben, auf der Rückfahrt...
Wir fahren noch gut einen Kilometer weiter, wollen dann aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit zurück zum Camp. Bis zu unseren Tracks vom morgen auf der anderen Seite des Mbudi hätten vielleicht noch 500m gefehlt. Wir lassen diesen Abschnitt aber für eine weitere Reise offen, in der es vielleicht einen etwas weniger hohen Wasserstand haben wird. Für die Retourfahrt folgen wir dem Navi, das Wirrwarr an Wegen und Kreuzungen ist extrem unübersichtlich und wir hätten wohl den Rückweg nicht ohne weiteres gefunden. An der grossen Wasserquerung angekommen, finden wir gegen 30 Elefanten mitten in der Querung vor. Die Kleinen spielen herum und werden von den Grossen teils unter Wasser gedrückt, ein faszinierendes Spektakel. An ein Durchfahren ist jedoch nicht zu denken, solange die Elefanten im Wasser sind. Während wir das Geschehen für gut 30 Minuten beobachten können, sehe ich noch andere Spuren am anderen Ende der Querung. Als die Elefanten sich etwas zurück ziehen, laufe ich die gut 20m breite Querung an verschiedenen Stellen auf und ab. Unsere Route von früher ist so tief, dass ich zu fuss nicht durchkomme ohne nasse Unterwäsche zu bekommen, weiter rechts reicht das Wasser aber nur bis Mitte Oberschenkel. So wird diese Querung neu zu einer entspannten Furt.
Aussicht von unserem Campsite auf die Elefanten gegenüber
Wir geniessen die Mittagszeit im Camp und nutzen die freie Zeit für etwas stetching und mentale Erholung nach dem vielen Wasser. Für die abendfahrt sind wir alle einig, dass wir aussen rum nochmals in Richtung Magotho fahren, um eine möglichst entspannte Fahrt ohne viel Wasser queren zu müssen. Die Fahrt wird entspannt, verläuft aber auch ohne weitere Höhepunkte.
Steinböckchenpaar im Schatten
Stichelracke / Purpleroller
Letsche-Weibchen
Rotschnabel-Frankolin
Krokodil am Flussufer
Streching am Flussufer
Gedeckter Tisch mit Aussicht
Zum Nachtessen gibt es Rindsfilet vom Grill und einen italienischen Kartoffelstock.
Im nächsten Kapitel fahren wir erwartungsvoll in Richtung Moremi…
Teil 1428. Feb. 2023
Kapitel 14 : 26. – 27. Sept. : Moremi - Khwai Northgate und es gibt keine Hyänen
Wir haben gut geschlafen, ruhig war die Nacht aber nicht gerade. Überall um unser Camp herum waren Elefanten am Fressen und haben immer wieder grosse Äste und Bäume gefällt. Neben unserem Camp hat es auch ein einzelnes Hippo im Wasser, dass wir in der Nacht mehrfach gehört haben. In der heutigen Morgenfahrt wollen den verbleibenden Abschnitt entlang des Flusses bis zum Dorf Khwai erkunden. Nach dem vielen Wasser des letzten Tages entscheiden wir uns, wiederum aussenrum zu fahren und von hinten hineinzufahren – so können wir eine mögliche Sackgasse möglichst umgehen.
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Hippo direkt vor unserem Camp
Hippo-Familie im Pool
Das von mehreren Personen erwähnte Löwenrudel und ihre kleinen Kids konnten wir leider nicht finden, dafür aber ganz viele Elefanten und noch mehr rote Letchwes - Eine Antilopenart die wir vor dem Khwai noch nicht gesehen haben.
Karminspinte
Grosse Elefanten-Familie, die hinter uns aus dem Busch kommt
Letschwe-Bulle vor Elefanten
Kleiner Elefant, der sich aufdringlich benimmt
Letschwe und grosses Krokodil im Hintergrund
Plötzlich haben wir auf dem Weg vor uns wieder einmal ein paar Hühner, wie so oft rennen sie vor den Rädern, jedoch nicht seitlich weg. Ich trete voll auf die Bremse, denn daneben habe ich noch etwas Kleines entdeckt. Diese frisch geschlüpften Tiefe kommen kaum die Seitenwände des Weges hoch und hätten nie rechtzeitig vor unseren Rädern weg rennen können. Super süss die Kleinen:
Nachtflughuhn / Double-banded sandgrouse (Männchen und Kids)
Weitere Letschwes
Gabelracke
Nach einer weiteren schönen Morgenfahrt drehen wir um und fahren zügig in Richtung des Moremi Northgates, passieren die erste der berüchtigten Brücken und betreten den famösen Moremi.
Eintritts-Brücke in den Moremi am Northgate
Erneut kann ich die Mittagspause für eine Trainingseinheit nutzen. Wie so oft gehen wir auch kurz Duschen, so kann man etwas abkühlen und die erdrückende Mittagshitze lässt sich für einige Minuten besser aushalten.
Die Nachmittagsfahrt fahren wir wiederum dem Khwai entlang nach Norden, diesmal jedoch innerhalb des Moremi. Dabei können wir wiederum viele Antilopen und Elefanten beobachten, als einzigen Höhepunkt finden wir wiederum einen Wasserkadaver eines Elefanten. Wobei nicht der Elefant, sondern die unzähligen und teils riesigen Krokodile um den Kadaver herum interessierten. Einzelne der Tiere sind wohl gegen 6 Meter lang und liegen dicht an dicht um den Kadaver und entreissen diesem Fetzen von Fleisch. Der Gestank ist erneut unbeschreiblich, lässt sich aber mit dem Wind und einem cleveren Abstellen des Wagens einigermassen aushalten.
Ellipsen-Wasserbock
Schwarzfersen-Antilope
Grosse Echse (?)
Warzenschweine
Elefant im Weg
Letschwe-Herde im hohen Gras
Sattelstorch
Grosse Krokodile am Elefantenkadaver
Das Hippo findet keinen Gefallen am Fressgelage, wird aber relativ schnell von den Kroks in die Schranken gewiesen.
Für die Rückfahrt nehmen wir den schnelleren Weg im Inland und erreichen so zügig und knapp vor dem Sonnenuntergang das Camp. Auf der Rückfahrt sehen unsere Schwiegereltern noch eine Wildkatze, die direkt hinter unserem Wagen den Weg überquert - Wir leider nicht…
Für den heutigen Abend sind wir nervös, haben wir doch einige Geschichten über Hyänen im Northgate Campsite gelesen. Da gewisse Touristen sogar versucht haben diese zu füttern (!), kann man auch gut nachvollziehen, wieso die Hyänen hier immer aufdringlicher geworden sind. Wir können unsere Spagetthi Carbonara und den Tomaten-Apfel-Avocado-Salat, wie auch den folgenden Gin-Tonic aber ohne Störungen geniessen.
In wie fern wir in der Nacht doch vielleicht noch Besuch von Hyänen gehabt haben, können wir nicht sagen (da hat uns die Nachtbildkamera gefehlt). Aber bis zum Ende der Reise werden wir nicht eine einzige Hyäne gesehen haben – mit Ausnahme der braunen Hyäne als Mahlzeit für den alten Löwen in Piperpan ganz am Beginn der Reise.
Im nächsten Kapitel fahren wir für eine erste Nacht nach Xakanaxa, der Weg dorthin gestaltet sich aber etwas sumpfig…
Teil 1502. März 2023
Kapitel 15 : 27. – 29. Sept. : Moremi – Xakanaxa
Da es auf dem Weg bis nach Xakanaxa noch viele Wege zum Erkunden hat, fahren wir direkt morgens in Richtung Westen los und versuchen einen Abzweiger nach dem anderen. Im öfters landen wir jedoch in einem Dead-End, die Wege enden abrupt vor tiefem Wasser oder Sumpf…
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Streifengnus
Gleitaar
Graureiher mit Beute
Viele Klunkerkraniche
Sattelstorch
Weissbrauen-Kuckuck / White-Browed Coucal
Graufischer / Pied-Kingfisher
Elefant im Weg - kein Durchkommen
Zebraherde
Grosse Büffelherde
Wir sehen viele Vögel und unzählige Elefanten… Immer wieder biegen wir in Richtung des Flusses ab, wie auch bei der folgenden Abzweigung: Karte bei Google öffnen ↗
Nach wenigen Metern stehen wir vor einer unscheinbaren Querung, die ich in beiden Spuren hin und zurück laufe. Die tiefste Stelle reicht knapp übers Knie, ich spüre die Fahrrinnen und auch, dass der Boden leicht sumpfig ist – aber nicht so, dass es irgend ein mulmiges Gefühl in mir geweckt hätte. Nach einer kurzen Rücksprache bin ich für einen Versuch und los geht’s – Nach den ersten 10 Metern wird es strenger und ich versuche mit mehr Gas entgegenzuwirken, doch keine 2m vor dem Ende ist Schluss und nichts geht mehr. Weder Vor noch Zurück, noch mit allen Diff-Locks bewegt sich der Wagen weiter – verdammt, jetzt ist es passiert! Von hinten kommt der Funkspruch, ob wir durch sind - wir müssen leider mit einem knappen "Nein" antworten.
Wenigstens ist das Wasser an dieser Stelle so tief, dass wir die Türen normal öffnen können. Wir schauen uns die Misere von aussen an und suchen nach der besten Lösung. In der Anspannung der Situation vergessen wir zurückzutreten und die Situation gebührend festzuhalten!
Wir öffnen die Motorhaube und lösen die Winch, in ca. 19m Entfernung hat es einen ersten Baum, an welchem wir uns rausziehen wollen. Die Winch dreht, aber nichts passiert – nach einem Kontrollblick an der Motorhaube vorbei, sehen wir den schiefen Baum. Neuer Versuch - Einen weiteren Meter entfernt hat es einen nächsten, dickeren Baum. Das Stahlkabel der Winch ist bereits im roten Bereich, weiter weg hätte es nicht sein dürfen! Ein paar Minuten später sind wir raus, das Auto aber gehörig schwarz vom Schlamm… Ab da sind wir etwas vorsichtiger und haben uns kritischer überlegt, in welche Querung wir noch hinein fahren wollen…
Die beiden einzigen Bilder der Misere
Wir erreichen ohne weitere Probleme Xakanaxa, fahren aber ab den Dombo Hippo Pools den weiten Weg im «Inland». Die direkte Strasse liegt unter Wasser und ist nicht passierbar – das haben wir schon früher von entgegenkommenden Reisenden erfahren und müssen die Erfahrung nicht selbst nochmals machen.
Mittagslektüre des verzweigten Wegnetzes im Moremi
Bei den Paradise Pools
Nachmittags erkunden wir die Gegend um die Paradise Pools und fahren in Richtung der Jesses Pools, die aktuell eher ein grosser See sind! Wir können uns einen ersten Eindruck über die verzweigten Wege verschaffen, fahren aber früh zurück zum Camp. Heute hatten wir definitiv genügend Adrenalin getankt. Zur Entspannung und Abwechslung gibt es eine Wurst mit Kürbis, Randen und Kartoffeln vom Grill, zusammen mit einem Gurken-Apfel-Feta-Salat und einem besonders starken Gin-Tonic.
In der Nacht nähert sich ein Elefant unserem Camp und läuft genau auf unsere Wäscheleine zu. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit tastet es sich der Leine entlang und nimmt den Umweg über den Sumpf hinter dem Baum durch, ohne die Leine weiter zu berühren…
Sonnenaufgang im Camp Xakanaxa
... über dem Schilf
Rotbräunliche und herbstliche Farbstimmung
Letschwe-Herde im offenen Feld
Witwenpfeifgänse
... im Flug
Gabelracke mit grosser Beute
Gut sichtbar, wie bei einem Letschwe die Hinterläufe höher sind
Fourth Bridge - in zweifelhaftem Zustand (einzelne Pfeiler sind angebrochen)
Blassuhu (?) mit Beute
Die neue und alte Third Bridge
Am nächsten Morgen erkunden wir grosse Abschnitte bis nach Third Bridge, gegen Mittag sind wir zurück in Xakanaka und entscheiden uns für einen langen Mittag im Camp. Als wir hinfahren, sehen wir bereits etwas entfernt einen Elefanten, der sich uns später nähert. Wir bleiben draussen, die Schwiegereltern stehen etwas ungünstiger und müssen sich ins Auto zurückziehen. Der Elefant stellt sich an den Baum direkt neben Ihnen und hebt mit seinem Rüssel einen Stuhl an und wirft ihn weg. Die Stühle waren ihm im Weg, denn er will sich am Baum kratzen...
Mittagsbesuch - unsere Stühle standen im Weg, damit er sich am Baum kratzen kann
Mittagsschlaf im weichen Gras
Am Nachmittag haben wir eine Flussfahrt gebucht, die uns auf die Xakanaxa-Lagune hinaus und weit in den Norden führt. Wir geniessen die Fahrt auf dem Boot, es holpert mal nicht ständig und der Fahrtwind auf dem Wasser erzeugt eine kühle Brise im Gegensatz zur steten Hitze an Land…
Bootsausflug zur Xakanaxa-Lagune
Afrikanische Zwergente
Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana
Weissbrauen Kuckuck
Graufischer / Pied Kingfisher
Sonnenuntergang in der Lagune
Wir kommen spät und im dunklen zurück zum Camp und kochen ein Filet Stroganov mit Pasta. Diese Nacht sind wir beinahe allein, unsere Nachbarn von voriger Nacht sind weg und weitere Gäste hat es nur im hinteren Bereich des Camps.
Im nächsten Kapitel fahren wir nach Third Bridge und hoffen nach ein paar katzenlosen Tagen endlich auf Besserung… In den morgendlichen Fahrten haben wir immer wieder frische Pfotenabdrücke gefunden, den zugehörigen Rest der Tiere blieb für uns aber versteckt…
Heute geht es weiter nach Third Bridge, wir beginnen den Tag erneut mit einer Fahrt zu den Paradise Pools und fahren dann weiter zum Jesses Pool. Heute möchten wir eine mögliche Verbindung weiter in Richtung der Dead Tree Island suchen, doch alle Wege westlich der Jesses Pools und nördlich von Motlaba Island sind abgeschnitten. Wir haben am Gate erfahren, dass Dead Tree Island aktuell sehr gefährlich sei, dass aber gerade gar kein Weg nur annähernd in diese Richtung möglich ist, hätte ich nicht erwartet. Meine Neugier wird jäh gebremst…
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Sonnenaufgangstimmung
Hartlaubsdrosselhäherling (Hartlaub's Babbler )
Wiedehopf
Junggesellen-Letschwe
Karmin-Spint
Jesses-Pool
Verstecktes Hippo
Heute fahren wir hinter ein paar Lodge-Fahrzeugen her, die ähnlich schnell wie wir unterwegs sind. Auf einmal fahren sie zügiger und verschwinden aus unserem Blickfeld, wir denken uns wenig dabei und setzen unser gemütliches Tempo fort. Gegenüber den Vortagen entdecken wir doch noch eine neue Abzweigung, und kommen unterwartet etwas tiefer ins Gelände.
Bereits nach wenigen Fahrminuten erblicken wir eine Ansammlung von Fahrzeugen neben dem Pad und geraten in freudige Erwartung. Da wird uns auch klar, wieso die beiden Lodge-Fahrzeuge plötzlich davon gebraust sind ? Wir ergattern uns einen Platz zwischen den bereits dort stehenden Fahrzeugen und erblicken einen grossen Löwen, der sich genüsslich in einem kleinen Büffel verbeisst. Über ihm kreisen viele Geier und unzählige Milane, die sich ihm immer aufdringlicher nähern und ein Stück vom Leckerbissen ergaunern wollen.
Löwe mit frischer Beute
Plötzlich erblicken wir hinter einem Fahrzeug einen weiteren Löwen, der schon einen gut gefüllten Bauch hat. Wir geniessen die beiden prachtvollen Tiere und versuchen dazwischen immer wieder die Vögel im Flug zu erwischen… Irgendeinmal wird es dem Löwen bei der Beute zu viel, hebt den gesamten Büffel an und läuft mit ihm davon - Schon eindrücklich mit welcher Kraft diese Tiere zupacken können!
Daneben der bereits vollgefressene Bruder
Weissrückengeier
Gelbschnabelmilan auf dem abgetrennten Büffelschädel
Plötzlich tauchen hinter dem nahen Hügel die Löwen Nummer 3 und 4 auf und beäugen den genervten Bruder kritisch… Die meisten Fahrzeuge fahren hinter den Hügel zu den beiden neuen Tieren, wir entscheiden uns vorerst weiterzufahren und in der Nähe eine Frühstückspause einzulegen. Wir spekulieren, dass die Lodge-Fahrzeuge ihre Gäste irgendwann zurück zum Hotel bringen müssen und wir dann etwas weniger Gedränge haben werden.
Ein weiteres Deadend...
Als wir 30 Minuten später zurückkommen, sind wir allein bei den Löwen und können uns in der ersten Reihe platzieren… hinter dem Hügel befindet sich noch ein weiteres Tier, so dass es insgesamt 5 stattliche Löwen sind, die dicht an dicht im Schatten eines Busches liegen und immer wieder Kuscheleinheiten untereinander austauschen.
Nun sind wir in der ersten Reihe...
Die fünf Brüder vereint...
Als wir in Third Bridge ankommen, werden wir auf einige Zwischenfälle mit Elefanten in den letzten Tagen aufmerksam gemacht. In der Nacht soll ein Mitarbeiter mit dem Wagen patrouillieren und so für Ruhe sorgen. Glücklicherweise ist in den beiden Nächten der lärmende Wagen des Mitarbeiters, der direkt vor unseren Wagen wendet, der einzige Störenfried.
Da wir uns immer öfters für längere Mittagspausen entscheiden, kann ich eine erneute Trainingseinheit einlegen – unter kritischer Beobachtung eines Zebras nebenan. Wir haben den Stellplatz Nummer 1 erhalten, der sich ganz am Rande der Anlage befindet – ruhig gelegen und umrundet von Wasser.
Kurzes Krafttraining unter Beobachtung eines Zebras
Wohl gerade knapp mit dem Leben davon gekommen...
Tief aufgeschlitzter Hinterlauf
Juveniler Schreiseeadler
Am Nachmittag fahren wir die lange Runde um die Mboma Island, die Zeit geht rascher voran als uns lieb ist und der Sonnenuntergang rückt rasch näher. Als plötzlich eine Elefantenherde mitten auf dem Pad vor uns steht, geht erst mal gar nichts mehr. Da der Weg um eine 180Grad Kurven geht, getraue ich mich nicht, den Elefanten langsam anzunähern und sie vielleicht etwas wegdrängen zu können. Aufgrund der Kurve hätte ich nie auf der Strasse zurücksetzen können. So geniessen wir gezwungenermassen die ruhig fressenden Tiere, solange wir eben müssen. Die verbleibende Strecke beeilen wir uns, so dass wir doch gerade noch zum Sonnenuntergang im Camp einfahren. Wir legen ein T-Bone Steak auf den Grill und essen dazu einen Reissalat und Gurken-Feta-Salat.
Elefanten im Weg
Nach gut 30min geben sie endlich den Weg frei
Baum voller Geier, den Kadaver dazu haben wir nicht gefunden
Marabou
Camp Nr. 1 - Vorbereitung zum Nachtessen
Es beginnt unser vorletzter Tag und wir möchten unbedingt noch einen Gepard finden. Die letzte grosse Katze, die uns bislang auf dieser Reise verborgen geblieben ist. Wir fahren aber erst in Richtung der Löwen von gestern, die wohl aber weiter gezogen sind. Auf der Rückfahrt versuchen wir den Bodumatau-Loop von Norden zu erkunden und hoffen ein gutes Stück weiteres Neuland zu entdecken. Doch auch hier stehen wir nach wenigen 100 Metern vor einer nassen Sackgasse.
Morgenstimmung aus dem Dachzelt
Sonnenaufgang über dem Schilf
Giraffenkadaver
Stelzenläufer
Zebrafamilie
Deadend - dahinter würde es in Richtung Deadtree-Island weitergehen
Sattelstorch
Warzenschweine
Schnelles (nasses) Ende am Bodumatau-Loop
Ehemalige Fourth-Bridge
Zwei Nilgänse
Graufischer
Als wir mittags zurück zum Camp kommen, hören wir von anderen Personen, dass sie kurz vor der First Bridge einen Gepard gesehen haben. Trotz der fortgeschrittenen Zeit entscheiden wir uns, doch zu fahren und versuchen unser Glück. Gefunden haben wir zwar drei Löwinnen, aber die Fahrt bis zur First Bridge dauert zu lange, so dass der Gepard bereits das Weite gesucht hat.
Karminspint im Flug
Zwei der drei Löwinnen direkt nach der (gesperrten) Second Bridge
Am Nachmittag fahren wir ein weiteres mal in Richtung der First Bridge, aber auch hier finden wir den Geparden nicht. Für diesen werden wir gerne ein weiteres Mal zurück nach Botswana kommen! Zurück im Camp verschenken wir noch die letzten Steaks aus Ghanzi, die wir selbst nicht mehr gegessen haben. Obwohl etwas zäh, waren die drei Campmitarbeiter sehr froh über die Grillade – passend zum Nationalfeiertag von Botsuana.
Grosse Büffelherde, die zwischen First und Third Bridge herum weilt
Helmperlhuhn
Libelle
Defekte (und gesperrte) Second Bridge
Den letzten Abend haben wir uns ein Filet aufgespart, dazu gibt es eine Kartoffel-Fritada, einen Karottensalat mit Kürbis und Randen vom Grill.
Im nächsten Kapitel fahren wir zurück in die Zivilisation nach Maun und geniessen einen Sightseeingflug über das Delta…
Teil 1704. März 2023
Kapitel 17 : 1. – 3. Okt. : Moremi nach Maun und Windhoek
Nun ist es also so weit, der letzte Tag im Busch beginnt und wir müssen wohl oder übel in Richtung Windhoek aufbrechen…
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Campsite Nr. 2 mit Leberwurstbaum
Nach einem ersten Kaffee in der wärmenden Sonne fahren wir los in Richtung First Bridge, wir treffen auf die üblichen verdächtigen Büffel, Giraffen, Elefanten und immer mal wieder Gabelracken… Wir sind froh, es unbeschadet über alle Brücken geschafft zu haben und nicht weiter darauf angewiesen zu sein – ab jetzt liegt bis zum Gate nur noch fester Boden vor uns, mit der Abwechslung einer oder zwei kleiner Wasserquerungen…
Gabelracke auf Wegweiser
... und auf Futtersuche
Giraffe mit Rotschnabel-Madenhacker
Gabelracken-Paar
Büffelherde kurz nach First Bridge
Wir wollen aber nicht direkt zum Gate, sondern die Zeit im Moremi noch möglichst ausdehnen – wir müssen erst am Nachmittag in Maun sein. So nehmen wir die erste Abzweigung nach links und versuchen uns an den Ausläufern des Bodumatau-Loops von Süden. Wir finden neue Spuren, die aber allesamt irgendwo an tiefem Wasser enden! Dafür gibt es im vielen Wasser vor allem schöne Sichtungen von Letschwe-Gruppen, die durchs Wasser waten.
Rosapelikane auf Baumkrone
Grosser Hippo-Pool, aber definitiv kein Durchkommen mit dem Wagen
Letschwe-Herde im seichten Wasser
Sattelstorch
Die Zeit zieht sich aufgrund der Irrfahrten in die Länge und so müssen wir den südlichen Zugang auslassen – es liegen ja auch noch die Xini Lagoon und die Gegend um die Black Pools vor uns… Wir realisieren aber relativ rasch, dass es auch nur noch für einen kurzen Ausflug in Xini reicht – die Black Pools waren wohl etwas zu gutgläubig in meiner Zeitrechnung…
Schreiseeadler-Paar
Junge Giraffe
Elefant in den Xini Pools
In einer nächsten Reise möchten wir auch gerne mehr Zeit für dieses Gegend einplanen, sie wäre es auf jeden Fall wert! So erhaschen wir nur einen kurzen Blick auf die offene Gegend und machen uns auf den Weg zum South-Gate.
Ich erwische einen guten Weg und wir entdecken nach kurzer Fahrt eine Anhäufung von Autos um einen Baum – so dürfen wir Zeit mit einem letzten kleinen Rudel Löwen verbringen. Ganz besonders schön sind die zwei Kleinen, die um die Elterntiere herum tollen. Welch schöner Abschluss im Moremi…
Xini-Pride (?) mit Jungtieren
Nach dem Gate geht es für 80km mehr oder weniger Gerade aus, einziger Unterschied liegt in der sich abwechselnden Beschaffenheit des Wellblechs… Im Großen und Ganzen hätten wir die Piste aber schlechter erwartet, so dass wir zügig in Richtung Maun vorankommen.
Kurze vor Ende der Schotterpiste legen wir eine Pinkelpause am Strassenrand ein und ich überprüfe kurz unsere hinteren Türschlösser – die sich immer mal wieder von selbst lösen… Bereits hinter dem Wagen sehe ich, dass Wasser aus dem Heck tropft, oder wohl besser läuft! Wir denken zuerst an eine leckenden Trinkwasserkanister, die Menge kann aber nicht stimmen. Bei genauerem Hinschauen entdecke ich, dass der im Heck platzierte High-Lift-Jack aufgrund des Gerüttels den Ablaufschlauch aus dem grossen Brauchwasserkanister durchschlagen hat – unser gesamtes Wasser von gegen 100l läuft gerade ungehindert in das Heck unseres Wagens aus! Wir öffnen das Wasserventil, so dass wenigstens ein Teil direkt über den Ablauf läuft und wir später nicht alles aus dem Heck schöpfen müssen. Welch Pech, dass dies noch 5km vor Ende der Schotterpiste passieren muss – aber auch welch Glück, dass es erst jetzt nach beinahe 3500 gefahrenen Kilometern passiert…
In Maun wollen wir noch zwei Flaschen Okawango Gin für zuhause kaufen, dieser hat uns unterwegs sehr gut gepasst. Nebenbei Füllen wir unsere mittlerweile doch recht leeren Tanks nochmals ganz auf für die lange Rückfahrt nach Windhoek – die elf Tage durch Savuti, Khwai und Moremi haben 175 Liter Diesel für knapp 1000km Strecke gebraucht, unser höchster Verbrauch der Reise.
Gegen 16:30Uhr fahren wir zum Flughafen und checken für unser letztes Highlight der Reise ein – ein Helikopterflug von 45 Minuten über dem Delta. Wir durchlaufen die normalen Security-Checks des internationalen Flughafens und werden danach wieder vom Mitarbeiter von Helicopter Horizons mit unseren Wasserflaschen empfangen.
Ready for Takeoff...
Auf dem hinteren Teil des Flughafens werden wir von unseren beiden! Piloten empfangen – wir werden je Paar mit kleinen 4 Sitzern unterwegs sein und haben daher unseren eigenen Piloten. Die Entscheidung wer mit wem fliegt ist schnell geklärt, wir erhalten den Jungen Schweden, die Schwiegereltern den auch deutsch sprechenden Piloten…
Viele Brände
Was nun kommt wird uns lange in Erinnerung bleiben – und ist schwierig auf genug aussagekräftige Bilder zu bannen… Die Landschaft des Okawango-Deltas von oben ist einfach nur eindrücklich: die sich stets abwechselnden Flussläufe, die grossen Wasserflächen die sich in kleine Waldstücke übergehen, überall grosse und kleine Herden von unterschiedlichen Tieren die wir jeweils umrunden bevor wir weiterfliegen… Wir erleben die Landschaft teils von ganz nah im Tiefflug entlang eines Flusslaufes und dann wieder von weiter oben das eine gute Übersicht verschafft. Die Welt ist riesig, gesehen haben wir aber nur einen minimalen Teil des gesamten Deltas! Aus unserer Sicht ein definitives Must-Do und ein würdiger Abschluss unserer vierwöchigen Reise durch Botswana.
Die Nervosität vor dem Abflug ist mittlerweile verflogen
Büffelherde im offenen Grasland
Da wir spät vom Helikopterflug zurück zum Hotel kommen, wollen wir uns zum Abschluss wieder einmal in einem Restaurant bekochen lassen, für mich und René gibt es ein rosa gebratenes Filet mit Pommes, für die beiden anderen begnügen sich mit dem kleineren Burger.
Die letzten Tage haben wir uns einige Male über die Rückfahrt unterhalten und entschliessen diese doch in zwei Etappen aufzuteilen. Die letzte Nacht verbringen wir allein in der West Nest Lodge ca. 2 Stunden vor Windhoek, so dass wir am nächsten morgen zeitig die Wagen zurück geben können und bereit für den Rück- oder bei uns Weiterflug sind.
Ein letztes Mal tanken in Botswana (Rakops)
Kurze Rast vor der Weiterfahrt
Am letzten Abend brauchen wir unsere Vorräte möglichst auf und kochen Pasta mit einer Tomaten-Thon-Sauce, inkl. Frisch gekauftem Parmesan und ergänzen dies mit einem Karottensalat. Die Hauptaufgabe des abends ist aber den Wagen aufzuräumen und all das verstreute Material wieder in den einen Rucksack hinzuzwängen! Gar keine so einfache Aufgabe, wie sich herausgestellt hat ?
Letzte Nacht im Dachzelt
Die noch übrig gebliebenen Lebensmittel und anderen Gegenstände packen wir in Tüten und geben diese der Lodge für ihre Mitarbeiter ab. Die letzten zwei Stunden Fahrt vergehen wie im Flug und wir bringen die 4300km ohne grössere technische Probleme mit dem Auto erfolgreich hinter uns. Wir haben es ein weiteres Mal geschafft, ohne einen Platten ans Ziel zu kommen und haben das Auto nach 30 Minuten retour gegeben – wir geben alles an, was wir an Problemen gehabt haben und hoffen für die nächsten Mieter, dass auch alles repariert werden wird. Savanna bringt uns später am Tag an den Flughafen, die Schwiegereltern fliegen erst einen Tag später nach Hause. Für uns geht es über Johannesburg weiter nach Tansania.
Abflug nach Johannesburg
Da mir mit unserem morgigen Abflug nach Costa Rica etwas die Zeit davon gelaufen ist, packe ich eine Kurzversion der letzten zwei Wochen auch noch hier dazu:
Kapitel 18 : 4. – 15. Okt. : Mafia Island und Sansibar
Die zwei Wochen am Meer nutzen wir auch zum Entspannen von den anstrengenden vier Wochen Safari in Botswana: viel Lesen am Strand, abgewechselt mit Ausflügen in den Marine Park der Chole Bay in Mafia Island.
Anflug auf Mafia Island
Unser Fortbewegungsmittel für die nächsten zwei Wochen
Relaxen und Lesen am Strand
Nach all dem Fleisch in Botswana geniessen wir Seafood direkt aus dem Meer: Lobster, Fisch und Shrimps und was das Meer sonst noch alles so hergibt. An einzelnen Abenden essen wir direkt am Strand in einem kleinen Strandimbiss, der extra für uns geöffnet geblieben ist und grosse Platten der Extraklasse vorbereitet (auch ich bin satt geworden!) hat.
Unser Lieblingsrestaurant am Strand
Seafood-Curry und Lobster
Die aktiven Tage verbringen wir mit Tauchen und erkunden die wunderbare Unterwasserwelt des Marine Parks. Die Gegend ist aber anspruchsvoll, und absolut von den Gezeiten dominiert: Getaucht wird in der grossen Bucht, die nur zwei Ein- und Ausgangs-Channels hat, und dass bei einem Gezeitenwechsel von gegen 3m Hub! Selbst die Tauchgänge kurz vor und nach der Hightide sind ereignisreich und die Strömungen hart an unserer Komfortgrenze.
Tauchspots der Chole-Bay
Happy auf der Rückfahrt nach den Tauchgängen
Im Süden der Inseln ist gerade Walhai-Saison, die wir mit einem kleinen Boot suchen. Sobald einer gesichtet wird, können wir mit Taucherbrille und Flossen aus dem Boot springen und den riesigen Tieren nachschwimmen, solange die eigene Ausdauer es erlaubt. Danach wird wieder eingeladen und man sucht das nächste Tier – so können wir in den nächsten Stunden garantiert mit einem guten duzend Walhaien schwimmen (teils unterschiedliche Tiere, teils mehrmals dasselbe nacheinander). Leider haben wir keine Bilder vom Ausflug und die versprochenen Gopro-Videos sind leider nie in meinem Posteingang angekommen.
Einfahrt zu unserer Lodge
Seafood-Platte als Abschlussessen
... mit Aussicht auf den Vollmond
Die letzten drei Tage wechseln wir nach Sansibar, ursprünglich wollten wir von dort mit Edelweiss direkt zurück nach Zürich fliegen. Eine wunderbar optimierte Flugstrecke ohne Umsteigen und mit minimalem Risiko aus sich verschärfenden Covid-Massnahmen… Doch bis wir uns endlich zum Flüge buchen durchreissen konnten, war der Edelweissflug nicht mehr verfügbar… So müssen wir in der Rückreise wieder dem Umweg über Dar Es Salaam und Doha nehmen, dafür zu einem unschlagbaren Preis!
In den Tagen auf Sansibar geniessen wir die alte Hauptstadt Stonetown, schlendern durch die engen Gassen und lassen die Eindrücke der Marktstände auf uns wirken. Abgerundet von einem Ausflug durch eine Gewürzplantage im Inland schliessen wir die Reise mit vielen Erinnerungen und einem hochstehenden Sternemenu über den Dächern von Stonetown ab…
Frischer Thunfisch auf dem Markt
Eine weitere Seafood-Platte in Stonetown
Unterwegs auf einer Gewürz-Plantage
Eine Chilli-Auswahl, von der wir auch ein Sortiment nach Hause mitgenommen haben
Abschlussessen im Emerson Spice - 6 Gänge Seafood-Kunst
Ein letzter Sonnenuntergang in Afrika
Besten Dank für all euer Interesse an unserer Reise und auch für die vielen wertvollen Tips aus dem Forum, die unsere vier Wochen Botswana schlussendlich so reibungslos ermöglicht haben.
Nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise und so habe ich mittlerweile unsere nächste Route in Afrika ausgearbeitet: Ab Mitte März 2024 soll es für annähernd 4 Wochen durch den südlichen Teil von Botswana gehen: KTP, CKGR, Boteti und Nxai Pan am Ende der Regenzeit: 🗺️Google-KarteBeim Laden überträgt dein Browser Daten an Google.Karte laden
Doch wie bereits geschrieben – die Rucksäcke sind gepackt und jetzt geht es erstmal ans Meer nach Costa Rica ?