Reisebericht

Ecuador als Roadtrip? What else?

von Bluesbrother928 · begonnen 07. Okt. 2022 · 14 Teile

Teil 107. Okt. 2022
Wer Lust hat sich mit mir auf einen Roadtrip durch Ecuador (2022) zu begeben ist gerne eingeladen.
Aber seid gewarnt - erstens ist der Fahrer Österreicher, zweitens ein mitunter etwas launiger Geselle. Ich werde Euch nicht mit schönen Bildern und perfekten Reisetips verwöhnen, dafür gibt's Videos. Und vielleicht kann ich Euch vermitteln, dass selbst organisiertes Reisen gar nicht so aufwendig ist.
Wir sind meist nach dem Motto unterwegs: "Der Weg ist das Ziel" und "Wenn alles klappt ist es langweilig".
Auch haben wir nicht den Anspruch alles abgehakt zu haben und schon gar nicht: den Tag perfekt genutzt zu haben.
Und so berichte ich auch mehr über Hoppalas und persönliche Begegnungen, als über alle historischen Details, Sehenswürdigkeiten und Hintergrundinformationen.

Unsere Reise hat uns in 3 Wochen von Quito nach Guayaquil geführt und wurde von einer einwöchigen Galapagos Runde gekrönt.

hasta luego, Heinrich
Teil 208. Okt. 2022
Warum Ecuador?
Ist eine lange Geschichte - aber im wesentlichen hatte es mit einem Spanisch Kurs zu tun den ich! - mich spontan entschieden habe zu machen - um meine Frau - zu überraschen. Das war 2020. Irgendwie hat sie wohl Wind davon bekommen und so saßen wir dann gemeinsam im Abendunterricht. Nun es kam alles ganz anderes als gedacht. Ich habe nach 4-5 Abenden erkannt das es nicht reicht Fortschritte mit Babbel zu machen und daraus zu schliessen: mit ein wenig professioneller Hilfe geht das dann von ganz alleine. Spätestens bei Grammatik war es dann mit meiner Motivation vorbei. Nur meine Frau hat brav durchgehalten.
Nun der Fall ist klar, sie hat ja Sprachen studiert und wenn man schon drei Sprachen kann, ist es keine große Kunst noch eine Sprache dazu zu lernen, nicht wahr?

Nun jedenfalls folgten auf den einen Kurs ein weiterer und ein weiterer und wieder ein weiterer. Zwischendurch waren wir 2021 ein weiteres Mal in Namibia im Kaokoveld - siehe unsere entsprechende Story.
Zurück zu Spanisch - Schon in der ersten Stunde kam natürlich die Frage auf - Warum wir Spanisch lernen wollen, unsere Antwort: Ecuador. Alejandro unser Lehrer war sofort begeistert und erklärte uns auch das in Ecuador sehr schönes Spanisch gesprochen wird.

Wie bereist man aber Ecuador? Am besten - so dachten wir - wie Namibia, Camper, Allrad Auto mieten, grobe Planung und los gehts.
Denkste.
Reiseführer, Karten gekauft. Reise Blogs gelesen - auch hier im Forum (zB Sabine!). Dann: ok mit Campen ist nicht so. Aber kein Problem dann eben Allrad Auto und einsame Gegenden aufsuchen. Mit unserer Afrika Erfahrung! ...
Wieder Denkste.
Gibt zwar einige Spezialtouren die das auch für Selbstfahrer anbieten wie zB freedombikerental.com. Die bieten auch 4x4 Autos als Komplett Paket mit Routen, Navi, Unterkünften. Aber bald war klar: So ein 4x4 Pickup mit martialischer Folierung und Ausstattung ist dreimal so teuer. Cool aussehen tun die Trucks aber schon.

Dann GPS Karten Material gesucht. Ohweh, das war eine Odyssey. Einige Euros später hatte ich von drei verschiedenen Anbietern mehr oder weniger die selben GPS Karten die alle miteinander nicht so gut sind wie das Tracks4Africa Material in Afrika.

Somit habe ich beschlossen mit Google Maps zu planen und vor Ort auf Garmin zu verzichten und stattdessen mit Smartphone und Google maps (offline) und maps.me zu fahren.

Langsam ging es dann mit den Planungen los. 4 Wochen sollten es werden, Galapagos wollten wir zwar unbedingt machen, aber das war dann schon arg teuer. Die Fragata Yacht erschien uns als der beste Kompromiss zwischen Kosten und Komfort. Zudem hatten wir schon einiges Positives gehört. Aber wir waren noch nie so lange auf so engem Raum mit anderen Menschen zusammen und vor Seekrankheit hatten wir auch Respekt.

Unsere Anfragen und Kommunikation mit Tierra Verde waren - abwechslungsreich - und boten einen Ausblick auf Südamerikansiche Mentalitäten. Aber in dem Augenblick als meine Frau die von mir begonnene englische Kommunikation in die Hand nahm und zu Spanisch per Whatsapp wechselte lief es wie am Schnürchen - beinahe.
Laura - war super kommunikativ und hilfsbereit. Ich kann sie nur empfehlen. Wir haben sie dann in Quito persönlich kennengelernt. Sie ist eine Seele von einem Menschen, aber immer im Stress 🙂

Dann hatten wir den Termin, die Route fixiert und sprachen schon über die Zahlungen. Endlich konnten wir nun auch die Flüge per KLM buchen.
Kurze Zeit später: Info von Laura, Fragata fällt möglicherweise wegen Wartungsarbeiten aus. Golondrina wäre aber buchbar zur selben Itinary.

Nun die Golondrina wollten wir nicht - zu klein und ein bisschen zu einfach.
Laura verspricht uns aber dran zu bleiben, sie kennt den Kapitän und wahrscheinlich wird die Fragata doch fahren.
Einige Monate später - wir hatten schon überlegt Galapagos ganz zu streichen - ist es dann definitv: Fragata hat Maschinenschaden und ist nicht verfügbar.
Aber - Laura hat eine Alternative - die Anahi. Die aber leider nicht 8 Tage sondern nur 5 Tage fährt - aber immerhin mit Genovesa am Programm. Dafür ist es ein Catamaran und sollte damit nochmal ruhiger auf See sein. Aber der Preis passt und so fixieren wir das. Laura bucht für uns die Yacht und die Flüge nach/von Galapagos. Espanola werden wir dann mit einem Daytrip von Cristobal aus machen. Abgesehen von unseren Namen und Adresse brauchen wir nichts für die Buchung. Auch die Zahlung wird bis zum Abflugtag noch offen bleiben. Also alles ganz locker.

Jetzt können wir auch endlich die Bausteine im groben zusammenstellen:
Quito - Intag - Mindo - Papallacta - Cotopaxi - Quilotoa - Chimborazo - Cuenca - Guayaquil - Galapagos - Guayaquil
Mindestens nochmal soviele Punkte mussten wir leider aus Zeitmangel wieder streichen. Wie zum Beispiel einen Abstecher zum Rio Napo Regenwald. Aber da hat meine Sorge von der Höhenlage mich abgehalten.
Wir waren noch nie auf einer Höhe über 2800m - schon gar nicht die letzten 20 Jahre und wir wollten unserem Körper in der Hinsicht nicht zu viel zu muten.
Aber auch so ist die Strecke schon recht ambitioniert. Immerhin habe ich einige Doppel und Dreifach Nächtigungen eingeplant.

Klingt jetzt vielleicht alles aufwändig - ist es auch - aber ich möchte keinesfalls anders verreisen - das gehört einfach für uns dazu und macht schon einen Teil des Spaßes aus - Aber Euch geht es sicher genauso?

Das Auto haben wir letztlich via Booking.com und Localiza gebucht. Wir haben uns für einen Kompromiss entschieden - einen Pickup als 4x2, das war deutlich günstiger als alle SUV Varianten.

Der Zeitpunkt des Abfluges rückt näher. Wir rüsten uns mit Schichten Kleidung aus und checken unser technisches Zeug.
GoPRo, DJI Osmo, DJI Air2, Canon R, Canon DSLR, 4-5 Objektive (Ich habe noch mit mir gerungen eine R5 fürs Birding zu kaufen, aber die Vernunft hat doch obsiegt)

2 Wochen vor Abflug - wir wollen US Dollars bei unserer Hausbank bestellen - kommen wir drauf das unser Konto gesperrt ist. Weil wir der Geldwäsche verdächtigt werden - Ja genau - wir Oligarchen - nur weil meine Frau vor einem Vierteljahrhundert Russin war?! Scheint eine Folge der Sanktionen wegen dem Ukraine Krieg zu sein.
Wenn ich den Programmierer des Algorithmus in die Finger bekomme. 10 Tage später und sich in einen Kafka Roman versetzt fühlend - ist unser Konto wieder offen.
Noch 3 Tage zum Abflug. Frische US Dollars konnten wir somit auch keine mitnehmen, weil unsere Hausbank
a) unser Konto gesperrt hatte und
b) das 3 Wochen im Vorhinein angemeldet werden müsse.
Naja wir haben noch einige ältere Dollars die wir zwar 2019 in Botswana nicht anbringen konnten, aber vielleicht sind sie ja in Ecuador relaxter.
Teil 318. Okt. 2022
19.05 Day -1
Langsam beginnt sich Panik Mode bei uns breitzumachen. Die Überweisung für die Cruise ist immer noch nicht getätigt, weil wir zwischen Beneficiary und Ziel Bank entscheiden sollen und keine Ahnung haben, denken schon daran Cash in Euro mitnehmen und dort auf eine Bank einzuzahlen.
Buchungstechnisch hatten wir zum Abflugtag noch nicht alles fixiert:
via booking.com: das Hotel in Quito, Quilotoa, Cuenca, Guayaquil, San Cristobal.
Direkt: Mindo, Intag, Papallacta, Chimborazo
Offen war noch: Cotopaxi und die Strecke zwischen Chimborazo und Cuenca.
Chimborazo bekamen wir zwar bestätigt, haben uns aber vor der gewünschten Anzahlung gedrückt, weil wir die auf ein Konto in Ecuador überweisen hätten müssen. Und - nein es gibt dort keine Kartenzahlung nur Cash.
Somit hatten wir ein bisschen Spielraum bei der Route um situationselastisch reagieren zu können...

Apropros Route: So sieht diese aus und nun auch gleich mit einem Durchlauf des Trips im Zeitraffer.
https://youtu.be/A16kSo0hqiE

20.5 Day 0
Meine Frau hat noch eine Überraschung: Irgendwo hat sie erfahren das Autos in Quito je nach Nummertafelendnummer an bestimmten Wochentagen nicht fahren dürfen. Es sei denn man hat eine Ausnahmegenehmigung. Die Autovermietung bestätigt das und - Nein das gilt auch für Touristen - und Nein eine Ausnahme Genehmigung können sie uns nicht geben - na super! Nicht das wir in Quito fahren wollen, Aber wir müssen einmal aus Quito raus und einmal Quito durchqueren. Aber was solls, wir sind ja Touristen.

21.05 Day 1 Sa Quito 2800m Höhe - 8044 Schritte
Bei der Abfertigung in Wien wird auch immer mehr gespart. Wo irgend möglich wird man zu Self Service Automaten zum Checkin geschickt. Aber wir schaffen es letzlich doch wieder zu einer persönlichen Abfertigung durchzudringen. Vielleicht bin ich zu altmodisch, aber zum fliegen gehört für mich auch dazu das ich mit einem Menschen interagieren kann, der mir dann auch einen guten Flug wünscht 🙂

In Amsterdam gibt es etwas Stress mit der kurzen Zeit zum Umsteigen, aber als wir unser Problem einem der Ordnerinnen vortragen, lotst sie uns an den langen Schlangen vorbei und dann war alles paletti.
Über den Flug mit KLM ist mir nicht sonderlich viel in Erinnerung geblieben. KLM Bordservice war in Ordnung, es gab sogar Drinks - vielleicht der Grund warum ich nichts mehr davon weiß. Bei den Sitzen haben wir wieder geknausert, aber auch die Standardsitze sind ok.

Keinen Stress gab es bei der Einreise, unsere sorgsam ausgefüllten Einreise und Zoll Formulare wollen sie nicht, sondern winken uns durch. Die Gerüchte in diversen Foren das auf Drohnen gescannt wird, haben sich nicht bestätigt.
Der beim Hotel bestellte Transfer stellt sich als Standard Taxi heraus, aber der Fahrer hält brav ein Schild mit unserem Namen hoch, das freut uns. Wir bekommen einen ersten Vorgeschmack von der Autobahn durch Quito die einer Riesen Hochschaubahn gleicht. Und der Fahrstil der Leute ist nun ja - interessant. Ich freue mich schon hier selbst fahren zu dürfen.
Unser Fahrer ist so nett und hält bei einem ATM wo wir prompt mit den ersten US Dollars versorgt werden und gleich gegenüber gibt es einen Shop für Telefonkarten. Meine Frau nimmt Movistar- was sich grundsätzlich auch gut bewährt hat. Das System der Kartenverlängerungen ist zwar sehr einfach. Man kann das Kontingent unter anderem in Pharmacias wieder aufladen, aber bei uns hat das später nicht funktioniert. Erst als wir in Cuenca einen Movistar Shop gefunden haben hat uns die Dame dort das Konto wieder freigeschaltet. Also besser gleich die ganze Dauer und ausreichend Datenmenge nehmen - kostet eh fast nichts ....
Das Hotel: Ikala im Mariscal Viertel ist sehr schön. Unser Standard Zimmer hat alles was man braucht.

Wir spazieren des Nachmittags zur Mariscal Foch, ein ziemliches Remmidemmi ist da. Nichts von dem was uns auf Tripadvisor zum Essen attraktiv erscheint ist auffindbar, wir wähnen uns in der falschen Stadt. Aber dann finden wir direkt am Foch Platz einen Platz in einem Cafe - Toke - bei dem wir draussen unter einem Heizschwammerl sitzen. Kartoffelsuppe und Ceviche mit Shrimps dazu gibts Popcorn.
Ein kleines Mädchen traut sich zu unserem Tisch und wir kaufen ihr eine Stange Süssigkeiten ab um 1 Dollar, Geben ihr einen 1 Dollar schein - ein paar Ein Dollarscheine hatten wir noch von zu Hause - den sie etwas misstrauisch beäugt. Ich glaube das war ihr erster Schein - üblicherweise gibt es hier Dollar Münzen. Aber dann verstaut sie den Schein sorgfältig in ihrem Portmonnaie. Am Rückweg zum Hotel hinauf macht sich die Höhe von 2800m bemerkbar. Wir gehen alleine durch das dunkle Mariscal Viertel. Obwohl wir gelesen haben das man Acht geben soll. Ausser uns war fast niemand unterwegs. Aber wir haben uns nicht eine Sekunde unsicher gefühlt.
Teil 408. Jan. 2023
Ich vermute, dass die Mitfahrer wieder von Bord gegangen sind. Leider bin ich nicht dazu gekommen weiter zu schreiben. In dem Fall ist es umgekehrt wie in Namibia. Videos habe ich schon einige fertig, aber mit dem Text hapert es durch akute Schreibfaulheit... (Edit - sehe gerade das ich doch ein bissl was mitgeschrieben habe - ist aber Telegramstil)
Ich will Euch die Videos aber nicht vorenthalten, sofern Ihr sie nicht eh schon entdeckt habt 🙂
Wenn Ihr Fragen habt, beantworte ich sie aber gerne...

Gesamtreise:
https://youtu.be/A16kSo0hqiE

22.05 Tag 2 So Quito 2800m Höhe - 17100 Schritte
Ich habe schlecht geschlafen. Schrecke dauernd auf weil ich gefühlt zu wenig atme. Als ob ich Aussetzer hätte. Jedesmal wenn ich wach werde denke ich das ich gerade beinahe erstickt wäre und gerade noch rechtzeitig munter geworden bin. Ich spüre den Luftdruck Unterschied doch sehr. Ein wenig Kopfweh stellt sich ein. Ich nehme ein Kopfwehmittel. Aber dafür ist das Bett super breit. Das Zimmer ist eigentlich sehr gut. Manchmal hört man laute Autos vorbeifahren, aber es hält sich in Grenzen.
Das Frühstück ist excellent, ein sehr hübscher Raum, dazu gechillte Musik. Wir sitzen zufällig neben den beiden Leuten die auch im Flugzeug neben uns sassen. !! Sachen gibts 🙂 nette 70er Deutsche, sehr angenehme Leute.

Taxi zur Basilica. Sind bei einer Messe dabei. Wunderschöner Gesang. Wir drehen die üblichen Runden rund um den Plaza Grande. Es macht Spaß durch die Gassen zu schlendern, überall gibt es etwas zu sehen. Sehr viel Polizei ist präsent.
Zurück zum Hotel (1,5h) gehen wir in der Abenddämmerung - ohne Taxi - zu Fuss. Das Abendessen besteht aus Empanadas und Avocados die wir in einem naheliegenden Mercado kaufen, das wars, wir sind todmüde.
Quito:
https://youtu.be/Yk8QtvxPFvM

23.05 Day +3 Mo Quito 3000m Höhe - 13640 Schritte
Mit dem Schlafen wird es besser. Kann es wirklich sein, dass der niedrigere Luftdruck eine Auswirkung auf die Blase hat, oder ist es Zufall?

Heute wollen wir auf den Panecillo. Wieder nehmen wir ein Taxi. Die sind wirklich günstig hier 2-5 USD je nachdem. Leider ist die Virgen geschlossen - man könnte diese sonst von innen besteigen.
Wir lernen das die Ecuadorians Virgen wie Bierchen aussprechen - was ab sofort für ständige Heiterkeit bei uns sorgt, wenn wir entweder wieder eine Virgen sehen oder ein Bier trinken.
Es hat eine super Aussicht über die Stadt von hier oben. Aber das Häusermeer ist schon verrückt wie es sich so über die Hügel und Täler legt.
Wir wollen zu Fuss runter gehen, es gibt einen einsamen schmalen Fusspfad. Viele Hunde, jedes Haus/Hütte hat gefühlt mindestens zwei, wahrscheinlich einen als Backup, aber sie werden nicht allzu zudringlich. Abgesehen von Golden Retriever bin ich kein besonderer Hundefreund, aber es geht.
Einmal winkt uns ein Anwohner energisch das wir hier falsch wären und wo anders zu gehen hätten. Dann kommen wir wieder auf die Strasse die nach oben führt.
Wenige Leute sind unterwegs. Wir tragen unsere großen Kameras offen weil sich da und dort doch noch nette Shots ergeben. Ein Mann kommt uns entgegen und erklärt uns auf Spanisch die Kameras einzupacken. Wir wundern uns zwar, folgen aber seiner Empfehlung. Wir haben zwar im Reiseführer gelesen das die Gegend nicht sicher sein soll, aber meine Phantasie reicht nicht aus mir vorzustellen das mich am hellichten Tag jemand überfallen sollte.

Wenig später kommen wir an einem Mini Restaurant vorbei wo wir spontan einkehren. Die beiden älteren Damen kochen an der Strasse seltsame Gerichte. Meine Frau ist mutig und nimmt Schweinefuss, Ich dagegen bin feig und nehme das was am unverfänglichsten aussieht Beef mit Reis und einer super Salsa.
Die beiden insistieren das wir nicht zu Fuss weiter gehen sondern mit einem Taxi in die Stadt hinunter fahren. Bis heute weiß ich nicht ob das wirklich gefährlich gewesen wäre - wir konnten die Plaza Grande sogar sehen von hier aus.

Hier zeigt sich aber wieder das man zwar mit wenigen Leuten auch Englisch reden kann, aber die echte Verbindung entsteht erst wenn man Spanisch spricht. Taxifahrer, oder auch die beiden älteren Damen mit ihrem kleinen Imbiss. Es ist so viel herzlicher wenn sie sehen das man sich auf Spanisch abmüht.
Assia bewährt sich super, als Spanisch Vertiefungs Kurs ist der Urlaub zwar ein wenig teuer, aber das passt schon für mich. Den Stress hat ja sie 🙂

Unser Taxi gerät prompt in einen Stau und so flüchten wir dann doch und gehen zu Fuss weiter.
Am Plaza Grande ist gerade eine Parade - wir verlieren uns kurz im Trubel, aber wir behalten die Nerven und eine Viertelstunde später finden wir uns wieder.

Ständig sind wir mit halbem Auge auf Ausschau nach vertrauenswürdig aussehenden ATMs. Mal mag meine Karte nicht, mal die von meiner Frau nicht, aber wir schaffen es dann 400 USD zu ziehen.

Mit der Höhe wird es auch besser. Wir tun uns schon leichter bei dem ständigen auf und ab der Stadt. Dann am Nachmittag blitzt und donnert es, und wir entschliessen uns doch noch ein richtiges Dinner zu nehmen. Unsere Wahl das X LO wo ich spontan hingefahren wäre, hat auf Nachfrage der beiden rührigen Rezeptionistinnen leider zu. So empfehlen sie uns zwei Alternativen, die uns dann vor Ort aber zu steif aussehen und uns auch einfach zu teuer sind. Wir nutzen wieder die Chance bei einem ATM Geld zu ziehen, diesmal gewinnt Assias Karte.
Wir erklimmen einen Berg zum Hotel Vista del Angel. Dabei überholen wir recht locker alle anderen die auch den Weg nach oben suchen und wir kommen nicht mal übermässig ausser Atem.
Dort gibt es eine Superschöne Terasse mit Blick über halb Quito. Wir nehmen zwei Caipirinhas (Ausnahmsweise) und einmal frittierte Schweinebauchstücke und frittiertes Hendl. Was super schmeckt, aber auch viel ist.
Ab 8-9 Uhr füllt sich das Lokal langsam, und die Chillout Musik beginnt zu lauterem Dancefloor zu mutieren, da flüchten wir zu einem letzten nächtlichen Rundgang um den Plaza Grande. Alles ist ziemlich leer, nur Polizei die Absperrgitter aufstellt ist unterwegs. Wir ergattern ein Taxi und ab gehts nach Hause.

Quito ist schon eine krasse Stadt, die Abgase sind unglaublich. Besonders die der Busse. Gepaart mit der dünnen Luft ist das zu Fuss gehen besonders am Anfang eine Herausforderung. Die Strassen und Gebäude sind in unterschiedlichen Stadien des Verfalls. Aber alles hat einen gewissen Charme. Und die Leute sind sehr freundlich - besonders wenn man Spanisch spricht.
Teil 508. Jan. 2023
24.05 Di Quito Abfahrt nach Intag 3200m Höhe - 4634 Schritte
https://youtu.be/yc7ewe4_GmY
Wir haben gut geschlafen, die innere Uhr mahnt ab 5 Uhr zum aufstehen, was eh sehr praktisch ist, trotzdem fühle ich mich ein nicht ganz ausgeschlafen. Meine innere Uhr geht halt immer noch vor.
Das Zimmer war wirklich voll ok. Bett ist echt super ca 2m breit, perfekte straffe Matraze. Badezimmer Dusche warmes Wasser.
Ist zwar nicht das ruhigste Zimmer, aber die Strassengeräusche beginnen erst ab 6, und dann auch recht dezent, abgesehen von dem einen Moped oder Auto mit kaputtem Auspuff.

Hotel Ausgecheckt. War ein wirklich schöner Aufenthalt hier. Leute, Art des Hotel, Frühstück.

Ein Taxi bringt uns zu Localiza. Gut das wir Google dabei haben, so können wir dem Fahrer den Weg zeigen ...
Alles passt, wir bekommen sogar einen 4x4 zum selben Preis wie den gebuchten 4x2. Laura von Tierra Verde kommt auch vorbei, sie freut sich riesig über Parfum und Mozartkugeln. Wir klären noch die restlichen Formalitäten der Cruise. Eine halbe Stunden später habe ich GoPro und montiert und verkabelt unsere Handy und Kamera Lademöglichkeiten installiert.

Juan von Localiza hat uns erklärt wie das mit dem Telepass für die Toll Roads ist, wir versuchen redlich einen Pass zu ergattern, dann geben wir es auf und hoffen das es auch ohne gehen wird - Es wird 🙂

Der Verkehr ist interessant, aber mich erschüttert beim Autofahren schon lange nichts mehr wirklich. Meine Marokko, Afrika, Australien Erfahrungen machen sich bezahlt.
Es macht Spaß, der Diesel vom Ford Ranger ist kräftig und so kann man locker durch das Gewühl surfen.
Erstes Ziel ist La Midad del Mundo. Die Zufahrt zum Parkplatz zu finden hat uns eine halbe Stunde gekostet. Ist ein hübscher Park der viel an Informationen enthält. Irgendwie vergessen wir die obligatorischen Dinge abzuhaken - wie zB - wirft man zu Mittag wirklich keinen Schatten am Äquator?, wie war das noch mit dem Wasser links herum und rechts herum?
Aber wir wollen endlich in die Natur und Gegend sehen.
Unterwegs sehen wir viele Rosenfarmen. Die bunte Blumenpracht wird an den Strassen im Überfluss angeboten. An einer Stelle erspähen wir einige Bizcochos Restaurants. Hier werden Biskotten (Löffelbiskuits) ähnliche Backwaren angeboten. Diese werden mit einer Art Caramel Creme gegessen. Nicht ganz so wie ich mir das erwartet hatte, aber eigentlich recht lecker. Richtiges Mittagessen nehmen wir keines, die Bizcochos und Knabberzeugs helfen uns über den Tag.
Otavalo lassen wir links bzw rechts liegen und fahren direkt weiter zur Laguna Coicocha. Da gibt es eine formelle Zufahrt wo man sich bei einem Ranger anmelden muss. (Kostenlos) Dann kommen wir direkt zum Ufer des wunderschönen Kratersees. Die Sonne steht leider gegen uns und für einen ersten Dronenflug ist es mir zu weit zu fliegen - 2 km in eine Richtung und das bei einer Höhe von 3200m damit ich auf die andere Seite der beiden malerischen Inseln komme.
So beschliessen wir wieder weiterzufahren und von der anderen Seite einen Zugang zu finden.
Um es kurz zu machen, es gibt keinen öffentlichen Zugang sonst, nur private Zufahrten, aber wir finden einen kleinen Platz wo wir halten und von wo ich mit der Drone fliegen kann. Ich muss zwar "blind" fliegen weil ich mich hinter dem Kraterrand befinde. Man merkt aber sofort das sich die Drone in der dünneren Luft deutlich mehr anstrengen muss. Die Sorge mit der Akku Kapaziät die durch die Höhe und den ständigen Wind beeinträchtigt wird, wird mich den ganzen Urlaub hindurch begleiten.
Aber es gelingen mir einige Minuten an hübschen Eindrucken von der Laguna - genauso wie es durch eine Laune von Windows auch mein Computer als Anmeldebildschirm angezeigt hat.

Die Strasse führt dann direkt in die Wolken. Zeitweise wird die Strasse schlechter, Schlaglöcher, leichte Hangrutschungen, aber nichts aufregendes.
Gegen Abend kommen wir im Intag Cloud Forest Refuge an. Begrüsst werden wir von einem weissen schmutzigen Fellknäuel, der auf uns gewartet zu haben schien. Die amerikanischen Gäste haben ihn Muddy Feet getauft.

Wir bekommen ein Zimmer im ersten Stock oberhalb des Gemeinschaftsraumes. Ausser uns sind noch 3 Leute aus Georgia/USA da.
Die Essen werden wir in dem Gemeinschaftsraum an einem großen Tisch einnehmen von dem man auch Birdwatching machen kann. So entwickeln sich interessante Gespräche zumal eine der Damen vor einiger Zeit in Cotacachi sesshaft geworden ist.

Die Lodge befindet sich mitten im Regenwald nur eine schmale Lehmstrasse führt vorbei. Es ist überall recht feucht auch im Zimmer. Aber es gibt einen Elektroofen der durch die Wärme die Feuchtigkeit erträglich macht.
Trotzdem ist es kühl im Zimmer. Aber unser Bett hat 3 Alpacka Decken und darunter ist es zu zweit recht kuschelig.
Teil 608. Jan. 2023
25.05. Mi Intag 2000m Höhe - 8805 Schritte
https://youtu.be/GpInNpyrL7w
Jetzt wirklich im Telegramstil:
Morgenwalk mit Oswaldo in Gummistiefeln. Wie ein Märchenwald. Phantastisches Frühstück. Ananas Papaya Saft, etwas Vogelbeobachten, dann fahren wir richtung Apuela, Mirador, in Apuela früchte gekauft, dann Forelle gegessen
Cascadas, Weg leider überflutet dank Drone aber doch gesehen, aufdringlicher Esel, in Apuela Wasser gekauft, in Pucara noch einen Mirador Cache gesucht, spannender kleiner Weg, leider wenig view vom Mirador da zugewachsen.
Es regnet in Strömen ab 5, Abendessen von Lupe wieder sehr gut, Oswaldo erklärt uns den Weg nach Mindo, wir bestellen eine Decke bei ihm, weil er nach Otavalo fährt.
Heizung im Zimmer aktiviert
Teil 709. Jan. 2023
26.05. Do Intag 10379 Schritte
https://youtu.be/vVOfga2C0ho
Assia stellt fest das sie jetzt alle Sprachen verlernt hat. (Ist auch schwer mit Russisch, Deutsch, Englisch, Spanisch), Dank der kleinen Heizung ist es im Zimmer nicht mehr so klamm und feucht.
Die Oswaldo Runde zu zweit gegangen, Viele Vögel gefilmt und Fotografiert beim "Hideout"
Gualiman besucht, Blattschneider Ameisen, Tempel del Sol, Cascade von oben gesehen, Termas Nangulvi, Oswaldo hat tatsächlich eine Decke besorgen können - wunderschön und genauso wie wir das erhofft haben - mit Lama, Abendessen
Teil 815. Jan. 2023
27.05. Fr Intag nach Mindo 6242 Schritte
https://youtu.be/FwqNl3ek-ZA
Morgenwalk mit Oswaldo und Muddy Feet, Beim Frühstück ein paar neue Birds gesehen.
Abschied, Abfahrt - Route nach Google maps programmiert. In Apuela kaufen wir sicherheitshalber 5 Gallonen Diesel aus einem Fass. 4-5 km nach den Termas Nangulvi nehmen wir die (für uns) richtige Abzweigung über El Palmal. Dachten dass wir diese Route auch mit Oswaldo abgestimmt hatten. Aber der Weg wird immer steiler - der eine Motorradfahrer der uns entgegenkommt sieht uns seltsam an. Hat Oswaldo nicht gesagt das hier auch ein Bus fährt? Mittlerweile ist der Weg so eng, steil und zugewachsen das uns das spanisch vorkommt. Nun kommt auch der 4x4 zum Einsatz. Auch matschiger wird der Weg. Soviel zur Frage ob man in Ecuador einen 4x4 braucht ... Ja braucht man - wenn man dort fahrt wo man nicht soll bzw. muss. Bis zur nächsten Ecke noch - sagen wir schon gefühlt zum 20sten Mal, da kommt uns eine junge Frau (Daysi) entgegen, die wir sogleich befragen ob das der Weg nach Mindo sei.
Sie schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und meint, höchsten zu Fuss kann man hier weiterkommen gleich hinter ihrem Haus ist der Weg zu Ende. Sie lädt uns in Ihr Haus ein und bewirtet uns mit selbstgebrautem Kombucha.
Auch die ausgedruckte google map route und der Weg auf der Karte kann sie nicht davon überzeugen das der Weg doch befahrbar sein muss. Ich zweifle zwar immer noch daran, wir haben schliesslich 4x4 und sind Afrika erfahren - die hat doch keine Ahnung wo wir überall fahren können. Aber schliesslich lasse ich mich doch davon überzeugen das wir umdrehen müssen.
Daysi züchtet Häschen wenn auch nicht zum kuscheln sondern als Nahrungsergänzung. Wir bedanken uns und geben Ihrer Tochter die Süssigkeiten Stange die wir in Quito am ersten Tag dem Mädchen abgekauft haben.
(Einige Monate später schreibt mir Daysi per Whatsapp, dass Sie wegziehen würden und ihre kleine Farm verkaufen wollen ob ich kein Interesse hätte?)
Also gehts wieder retour und unten am Fluss entlang, trotzdem ist es eine mühsame Strecke viele ausgewaschene Löcher. Dafür bekommen wir als Mittagessen auf Holzkohle gegrilltes Hendl an der Strasse für 4 USD zu zweit. Vermutlich eines der besten gegrillten Hühnchen in unserem Leben. Gegen 1800 kommen wir in MIndo Lindo an. Pedro macht uns ein improvisiertes Abendessen mit Käse und Weckerl. Etwas feucht ist es wieder aber es geht. Das Zimmer ist sauber und hat riesige Fenster in den Urwald hinaus. Das Bett nicht so bequem wie bei Intag aber uns ist es egal. Alles ist von Pedro gut gepflegt.
Rückblickend gesehen - auch heute noch - zeigt google.maps eine mögliche Route über El Palmal an - per Sat View sieht man aber, dass hier kein Durchkommen sein kann. Lesson learned oder not learned ist - man kann noch so gut ausgedruckte maps haben, wenn der andere dem man diese zeigt diese nicht interpretieren kann und stattdessen seine eigene map zeichnet und dann noch dazu Ortsbezeichnungen verwendet die man nicht zuordnen kann, passieren solche Sachen eben. Aus Afrika kommend ist man vom T4A Kartenmaterial halt verwöhnt.
Mit einem Driver Guide wäre das natürlich nicht passiert, aber so ist es doch viel mehr Abenteuer und spannender und Daysi war super lieb.
Teil 921. Jan. 2023
28.05 Sa Mindo 11808 Schritte
https://youtu.be/B00cSPuLmDE
Dank der Panorama Fenster sind wir im Schlafzimmer fast mitten im Dschungel. Wir suchen uns Botas und gehen einen kleinen Teil des schönen Pfades der durch das riesige Grundstück führt. Hier könnte man einen halben Tag zubringen. Aber bald schon treibt uns der Hunger zurück. Heike ist gestern Nacht aus Deutschland zurückgekommen und trotz JetLag ist sie schon auf den Beinen und erzählt uns von den Vögeln die von der Terasse des Haupthauses zu sehen sind.

Nachdem Frühstück fotografieren wir noch einige Tucane, Doves, Tanagers und Hummingbirds. Dann fahren wir nach Mindo. Hier wuselt es von Shops die Aktivitäten anbieten. Wir kaufen erstmal Wasser und Obst. Wie auch in Afrika werden unsere leeren Wasserflaschen gerne zurückgenommen.

Dann fahren wir weiter zu den Mariposas de Mindo. Grundsätzlich ist das eine hübsche Anlage. Wenn man noch nie in einem Schmetterlings Haus war ist das natürlich super, weil man mit den Schmetterlingen auf Tuchfühlung ist. Besonders die schönen blue Morphos sind eine Augenweide. Wir haben in Wien halt auch zwei Schmetterlingshäuser mit ebensolchen. Aber es ist trotzdem ein interessantes Erlebnis. Auch die Erklärungen dazu die wir in der Mini Führung erhalten.

Wieder hungrig geworden fahren wir erneut nach Mindo hinein und können uns nicht so recht für die ganzen Lokale erwärmen, die alle mehr oder weniger das anbieten was man als Tourist gerne hätte. Schliesslich entscheiden wir uns für die Cevicheria Archy. In der offenen Küche werken drei Leute herum und wir sind die einzigen Gäste. Wir bekommen unglaublich guten Hugo Maracuja und Pineapple. Pina, Fischsuppe, Ceviche.

Gestärkt fahren wir zu den Cascades wo wir uns davor der Herausforderung der Gondelbahn stellen müssen. Mit einem stationärem Automotor wird die Gondel hin und her über die Schlucht gesteuert. Mittlerweile neige ich bei solchen Konstruktionen, zu einer eher fatalistischen Sichtweise. Auch ohne TÜV Inspektion (die ja auch keine 100% Sicherheit bietet) ist die Wahrscheinlichkeit, das genau bei uns das Tragseil reisst - und wir abstürzen, das Treibseil reisst und wir die Nacht über der Schlucht verbringen müssen, der Operator das Ende verpasst und wir mit Karacho gegen das Ende donnern - überschaubar.
Die luftige Höhe gewährt einen schönen Blick über die Schlucht und dann sind wir auch schon am Ende. Es folgt ein schöner Spaziergang an vielen Cascades entlang. Es hat zwar wenige Tiere, aber inmitten der Natur zu sein ist wunderschön. Einige Wasserfälle mit kaltem klarem Wasser später und etwas verschwitzt treten wir bei einsetzendem Regen die Rückfahrt mit der Gondel an.

Wieder zurück in Mindo schlagen wir uns den Bauch mit leckerem Helado von Mishqui Quinde voll. Da wir noch Zeit haben und diesmal der Regen richtig herunter giesst, flüchten wir zu Yumbos Kakau tour. Hier bekommen wir eine Privat Führung und lernen so manches über die Herstellung von Schokolade. Angesichts des üppigen Schokolade Shops am Ende, sehen wir uns schon mit Armweise Mitbringseln beladen von dann ziehen. Aber die Preise ernüchtern uns schlagartig. Immerhin erstehen wir für Heike und Pedro noch zwei Schokobrownies. Die beiden laden uns dann zu einem Abendessen mit Käse und Brot ein, dann fallen wir auch schon ins Bett. Morgen wird es sehr früh werden da wir mit Heike zum Rio Silanche Bird Watching Tower fahren werden.
Teil 1029. Jan. 2023
29.05 So Rio Silanche 400m Höhe - 3529 Schritte
Um 4 Uhr stehen wir auf und um 4:30 ist ungefrühstückt Abfahrt Abfahrt mit Heike nach Rio Silanche. Da wir mit unserem Auto fahren, macht uns Heike einen Sonderpreis für die Tour. In dem Bird Sanctuary wurde ein Tree top Observation Tower errichtet, der für bestimmte Guides zugänglich ist. Wir sind dort zusammen mit 2 anderen "Gruppen" insgesamt 3 andere Touris und deren Führer. Der Turm ist 15m hoch und auf der Plattform oben drängen sich 8 Leute. Heike gibt sich Mühe uns Vögel zu zeigen. Aber mit unserem 100-400mm/VollFormat haben wir definitiv zu wenig Reichweite. Ein Fotograf aus Tschechien mit einem 600/f4/VollFormat und entsprechendem Stativ hat zwar bessere Voraussetzungen. Aber zum einen ist das Licht nicht so besonders und die Vögel sind teilweise auch mehr als 30m weit weg. Ohne zusätzliche Anfütterung (was hier verpönt ist) ergeben sich eher Bilder mit Erinnerungswert . Auch das Anlocken mit Vogelstimmen, dass der Privatguide für den Fotografen per Handyapp und Lautsprecher praktiziert, hat nur mässigen Erfolg. Zudem stellt sich Regen ein. Aber das Erlebnis zählt. Heike hat eine Picknick Tasche dabei und versorgt uns mit Kaffee.

Wir drehen noch eine Runde durch den Regenwald. Wir entdecken wieder eine Gruppe Blattschneiderameisen. Heike erzählt uns das sie mit den Blättern Pilze züchten.

Am Rückweg nach Mindo machen wir im Rio Blanco Hostal Restaurant halt. Dort gibt es Vögel im Überfluss zu fotografieren.
Video zu dem Ausflug muss ich nachreichen.
Teil 1129. Jan. 2023
30.05 Mo Mindo 1250m Höhe - 6503 Schritte
https://youtu.be/WJMHe8J9LjU
Ziel ist um 06:00 beim Treffpunkt mit Anchelito zu sein, dem Cock of the Rock and Ant Pittas Flüsterer.
Also stehen wir um 04:45 auf. Eine halbe Stunde Fahrt brauchen wir und ausserdem müssen wir noch alle Siebensachen wieder im Auto verstauen. Assias Wecker läutet zwar schon um 04:00 (wie gestern) aber das kann schon mal passieren. Pünktlich gehts los und Heinrich fährt flott drauflos - natürlich in die verkehrte Richtung. Bis der Fehler von der besten Beifahrerin aller Zeiten - vorsichtig - zur Sprache gebracht wird. Wir wenden und sind dann erstaunlicherweise trotzdem super pünktlich am Treffpunkt. Anchelito wartet schon und führt uns zum Hideout für den Cock of the Rock. Auch er behilft sich mit dem Anlocken per Rufen, teils selbst gemacht! , teils per Handy und Lautsprecher.
Und so zeigt er sich tatsächlich, zwar in gehöriger Entfernung und es gelingen einige zwar verrauschte Bilder aber immerhin. Anschliessend geht es weiter den Berg hinauf. Viele Sichtungen, Zur Erholung gibt es Frühstück von Schwester und Schwägerin gekocht, mit sensationell gutem Kaffee - einfach im Reindl gekocht quasi türkisch.
Dann gehts weiter um die Ant Pittas zu finden, tatsächlich sind wir teilweise erfolgreich, nur Maria und Andrejita wollen sich heute nicht zeigen. Anchelito übergibt dann an Andi und dieser fährt mit uns noch weiter den Berg hoch. Beim runterfahren treffen wir noch Benicio. Er erzählt uns von der dramatischen Situation des Grundstücks. Scheinbar gibt es nachdem Ableben der Mutter Uneinigkeit zwischen den 9 Kindern, was mit dem Grundstück geschehen soll. Die Brüder versuchen per Crowd Funding das Geld zusammen zubekommen um ihr Lebenswerk zu retten, dami nicht alles verkauft - und für Viehzucht verwendet wird. Am Haupthaus setzen wir Andi ab und ganz zufällig sehen wir noch mal einen Cock of the rock bei Tageslicht, aber er ist halt schon ein scheuer Kerl.
Das Crowd Funding Projekt war übrigens letztlich erfolgreich. Eigentlich ging es nur um lächerliche 150.000 USD um das 49 Hektar Areal zu retten. Für manche Erdenbürger ist das gerademal die Tankfüllung für Ihre Superyacht.
Nachlesen kann man dies hier: https://notyouraverageamerican.com/save-refugio-paz-de-las-aves/
Teil 1204. Feb. 2023
30.05 Mo ab Refugio de las Paz nach Papallacta
https://youtu.be/SUZPhWO3Ec0
Es geht weiter Richtung Quito und quer hindurch. Das Fahren hier ist ein Abenteuer, eine richtige Berg- und Talbahn, aber dreispurig und mit einem holprigen Asphalt. Alle fahren wo sie wollen, aber es funktioniert. Dank unserem Powerdiesel surfen wir schwungvoll durch den Verkehr.
Meine Frau lotst uns souverän durch alle Kreisverkehre, trotzdem schaffe ich es beim allerletzten eine Ausfahrt zu spät rauszufahren und es hilft nichts, wir müssen eine super ausgebaute Strecke bis zum Flughafen und dann wieder zurück fahren.

Und dann geht es immer weiter und weiter in die Berge hinauf. Wir sind nun 3 Tage in Quito auf 2800m gewesen, die 6 Tage in Lindo und Mindo waren auf 1500 bis 2000 Meter. So hoffe ich das sich mein Körper trotzdem einigermassen an die Höhe gewöhnt hat.
Aber jedesmal wenn ich denke das wir jetzt dann oben sind, gehts wieder weiter nach oben. Die Strasse ist zwar 2+2 spurig mit einer fetten doppelten Mittellinie, trotzdem kommt mir plötzlich auf leerer Strasse auf meiner Überholspur ein Auto entgegen!!
Langsam beginne ich die Höhe zu spüren. Und es geht immer noch weiter hinauf. Und dann bei einer Kapelle am Pass kommen wir an einer Tafel vorbei: Paso Papallacta 4063 m. Und das auf einer Schnellstrassen ähnlichen Strasse, nicht auf einer schmalen Mautstrasse wie der Großglockner Hochalpen Strasse die bis auf 2576m Höhe hinaufgeht - Moment mal, das ist ja noch nicht mal die Höhe von Quito... Ich springe also bei Regen aus dem Auto um noch ein Foto zu machen, laufe 20 meter hin und her wieder ins Auto und ... bin tatsächlich etwas schwindlig. Na super. Aber ab jetzt gehts wieder bergab bis wir in Papallacta in den Termas ankommen bei ca 3300 Meter. Das Hotel ist sehr schön angelegt. Wir haben es geschafft das Zimmer doppelt zu buchen, aber an der Recepcion sind sie sehr nett. Wir bekommen das doppelt gebuchte vorab mit Kreditkarte bezahlte Zimmer, dann tatsächlich am Abreisetag in Bar zurückgezahlt!

Die Zufahrt zu den Cabins ist wie einer Brücke von Madison County nachempfunden und führt über einen rauschenden Fluss. Die Cabins haben sogar kleine Pools mit heissem Wasser zum baden vor der Türe. Unsere Cabin verfügt über ein Wohnzimmer mit Kamin, ein Schlafzimmer und hat Fussbodenheizung 🙂

Unser erster Streit war eh schon überfällig, also ist hier scheinbar der richtige Zeitpunkt. Ich verzichte auf das ersehnte Bad in den heissen Becken und auch auf das gemeinsame Abendessen und mache es mir an einem improvisierten Schreibtisch mit Chips und Bier gemütlich und überspiele wieder mal Daten von Memory Cards, mache Backups schreibe Stichworte zusammen. Meine Frau geht einstweilen solo essen und versucht nachher - vergeblich - ein Feuer im Kamin zu entzünden. Irgendwie habe ich mit Thermen auf Reisen kein Glück. Passiert schon wiederholt das wir an so einer Location streiten. Aber ich nehme mir diesmal vor, den Schlaf für einen Reset zu nützen und nicht nachtragend zu sein.
Teil 1311. Feb. 2023
31.05 Di Papallacta 3300 - 3800m Höhe 16049 Schritte
https://youtu.be/UyY3JrMcB0o
Wecker 5:45 Wir schaffen es um 06:30 im Auto zu sitzen. Die Unstimmigkeiten von gestern lassen wir hinter uns.
Ich habe keinen richtigen Plan, aber wir wollen versuchen zum Sonnenaufgang nach oben zu kommen.
Nachdem ich wieder mal in die falsche Richtung fahre - ich dachte wir müssen raus aus dem Termas Areal um nach oben fahren zu können - dabei prüft der Portier am Schranken tatsächlich ob wir die Zimmerrechnung beglichen haben. Minuten später merke ich meinen Irrtum und drehe wieder um. Begrüsse den Portier wieder, der sich wundert, dann erfahren wir, dass man zu den Lakes und Cascades bei den Termas hinten raus fahren muss, aber das ginge erst ab 0800. Nun wir bezirzen den anderen Security Typen der auch den Termen Zugang bewacht und fragen ihn ob er uns das Tor aufmachen kann. Was er auch per Fernbedienung tut.
Auf einer schmalen Gravel road geht es immer höher, bis zu einem Ranger Haus im Parque Nacional Cayambe - Coca. Wir versuchen einen Weg hinaufzugehen der irgendwann bei einigen Lakes enden sollte, aber eigentlich geht es uns nur um einen guten Blick auf den Antisana Vulkan 5704m. Der uns aber durch Wolken verwehrt wird.
Wo wir schon mal da sind, machen wir einen Spaziergang zu einem Lake, kämpfen ein bissl mit der dünnen Luft, landen dann auf einer Höhe von ca 3800m. Ausser uns ist niemand weit und breit. So eine Einsamkeit kannten wir bislang nur vom Kaokoveld in Namibia.
Dann kommt die Sonne heraus und mit einmal sind die Wolken weg und der Antisana zeigt sich in seiner ganzen Schönheit.
Ich riskiere noch einen Drohnenflug, aber auch hier ist die Höhe ein Thema. Von oben sieht man kleine Seen, die Landschaft entfaltet sich in ihrer ganzen Pracht. Ich fliege 1,5 km weg von meinem Standort, entdecke dabei einen wunderschönen weiteren See. Dabei reisst die Verbindung ab. Immerhin schaffe ich es blind wieder ein Stück zurück zu fliegen bis ich wieder Verbindung habe. Dann mahnt mich auch schon die Batterie Restzeit zurückzufliegen. Die dünnere Luft kostet eben sehr viel Flugzeit.

Wir fahren wieder zurück, doch der Schranken beim Rangerhaus der vorher offen war ist zu. Keiner zu sehen. Nun der Ranger ist gerade beim frühstücken und ist etwas sauer, weil wir eigentlich mit dem Auto gar nicht reinfahren hätten dürfen und auch wandern ist erst ab 8 Uhr erlaubt. Nun wir zeigen uns gehörig zerknirscht, er taut langsam auf und letztlich spendiert er uns sogar einen Becher Kaffee. Ohne die Spanisch Kenntnisse meiner Frau hätten wir uns aber wenig zu sagen gehabt, was auch für die anderen beiden Interaktion am Morgen gilt.
Frühstück im Termas Hotel gibt es noch, obwohl wir erst um 10:15 eintrudeln. Generell kann man sagen das alle hier super nett und hilfsbereit sind. (Vielleicht liegts auch am Spanisch meiner Frau)
Unsere Doppelbuchung lässt sich auch lösen.
Teil 1418. Feb. 2023
Fortsetzung 31.05
https://youtu.be/xjOVvjjXVu4
Wir fahren zur Guango Lodge hinunter auf Höhe ca 2800m, wo wir für 2 x 10USD Eintritt die Kolibris bestaunen dürfen. Wir treffen den Fotobirder aus Rumänien samt seinem Guide vom Turm in Rio Silanche wieder, diesmal wirkt er glücklicher als damals, am Turm hat er wenig vor sein 15000€ Equipment bekommen. Dann bekommen wir noch Botas (Gummistiefel) und einen Plan für einen Rundweg. Wir nehmen prompt einen Abzweig der steil nach oben führt aber wenig an Aussicht zu bieten hat, dafür ein Wiese voller Callas. Dann wieder am richtigen Weg an einem spektakulären Wasserfall vorbei und am Rio Papallacta wieder zurück zur Lodge. Wir sind einigermaßen geschafft, betrachten und fotografieren noch die Kolibris. Ob es nun richtig ist, die Kolibris mit Zuckerwasser anzulocken, kann man geteilt sehen. Aber in dieser Nähe und dieser Vielfalt haben wir das noch nie erlebt. Die wenigen Sichtungen die wir in freier Natur hatten waren zwar "echt" aber halt doch viel weniger spektakulär. Bei der Rückfahrt essen wir noch in einem Restaurant in dem wir die einzigen Gäste sind, das Tagesmenu - Hendlsuppe und Forelle.
Meine zweite Hälfte hat zwei Spa Behandlungen gebucht. Währenddessen lege ich mich in einen der kleinen Pools vor der Hütte. Das Wasser ist super warm und angenehm. So lässt es sich leben. Rechtzeitig zur Rückkehr meiner Frau zünde ich den Kamin an, so freut sie sich das er nun doch brennt, was sie gestern nicht geschafft hat - wir hatten Unstimmigkeiten richtig? Da hatte ich keine Lust für solchen romantischen Firlefanz. Aber die Afrika Erfahrungen zahlen sich halt doch aus in Sachen Feuer machen, das kann man dann.
Vom Hotel bekommen wir zwei riesige Breakfast Pakete - weil wir morgen wieder früh abfahren wollen.
Gehen noch um 20:30 in die Terme (die bis 21:30) offen hat. War sehr stimmungsvoll im Dunkeln.
Auf Abendessen verzichten wir, wir essen eh viel zu viel - sagt meine Frau.

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