FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202107. Apr. 2022 · #41
Von Divundu nach Kongola
Heute werden wir um halb sechs durch lautes Donnern geweckt: es gewittert! Damit haben wir nun gar nicht gerechnet, aber vielleicht kühlt es nun etwas ab und wenn der Staub aus der Luft gewaschen wird, ist das auch nichts Schlechtes!
Beim Frühstück am Fluss fliegt ein gemischter Vogelschwarm an uns vorbei: Pelikane, Reiher und andere Vögel landen im Buffalo Park.
Wir bepacken den Hilux und checken um halb neun aus. Jetzt noch schnell in Divundu Geld holen, Brot kaufen und auf geht’s nach Kongola, an den Kwando River - das ist jedenfalls der Plan!
Mit "jetzt noch schnell" wird es allerdings nichts: In Divundu angekommen, funktionieren erstmal beide ATMs nicht. Also geht’s weiter zum Brot kaufen im Metro nebenan. Der Laden hat jetzt aber mal gar nix mehr mit den schicken Super-Märkten in Windhoek und Grootfontein zu tun. Bis ich das Brot überhaupt finde, dauert es zehn Minuten, denn alle Gänge sind voll mit Menschen. An der einen offenen Kasse geht es total chaotisch zu: Alle stehen kreuz und quer an und immer wenn ein Einräumer mit Ware vorbei kommt und alle in die umliegenden Gänge ausweichen, sortiert sich alles neu. An der Kasse geht es überhaupt nicht voran und nach weiteren zehn Minuten gebe ich auf und bringe das Brot zurück. Ich hatte in der Navi-App noch einen zweiten Laden gesehen und will es lieber dort versuchen.
Der zweite Laden entpuppt sich vor Ort als Shell-Tankstelle, aber die Brotauswahl ist hier genauso gut wie nebenan: es gibt eine Sorte Toast-Brot. Für Lars nehme ich noch eine Tüte Chips mit. Die beiden ATMs hier funktionieren leider auch nicht, also müssen wir erstmal mit dem Geld auskommen, das wir noch haben. Wir tanken noch mal voll und auf geht’s zum Mavunje Camp. Es liegen gut 200km vor uns.
Wir fahren und fahren und fahren… durch eine eigentlich ganz schöne, aber spätestens nach 20 km total öde Landschaft immerzu geradeaus. Es gibt kaum Verkehr. Nach ca. der Hälfte der Stecke tauschen wir und ich übernehme das Steuer.
Gegen halb eins erreichen wir endlich den Abzweig zum Mavunje Camp. Die letzten 2 km sind Sandweg, teilweise mit Tiefsandpassagen - wieso hab ich Lars‘ Angebot, das Steuer wieder zu übernehmen, bloß nicht angenommen? Der Hilux und ich halten uns aber wacker und schaffen es bis zum Tor. Dort ist niemand, aber ein Zettel teilt uns mit, dass wir hupen sollen. Sofort kommt eine junge Frau gelaufen und weist uns Campsite 2 zu. Außerdem buchen wir bei ihr gleich für heute Nachmittag eine Bootstour.
Unsere Campsite gefällt uns richtig gut: wir haben ein WC-Hütte, eine Waschbecken-Hütte, eine Dusch-Hütte, eine Küchen-Hütte und eine Esszimmer-Hütte, alles auf Sand. Das Wasser wird bei Bedarf über einen Holzofen erhitzt. Alles scheint so angelegt zu sein, dass es möglichst Hippo- und Elefanten-sicher ist, denn die kommen nachts angeblich manchmal ins Camp.
Wir bauen routiniert unser Dachzelt in der Nähe der WC-Hütte auf, damit der Weg im Fall der Fälle nicht zu weit ist. Dann gibt’s erstmal icecold drinks - neugierig beäugt von Gelbbauchbülbüls, die hoffen, etwas abzubekommen. Tatsächlich fallen ein paar Krümel unseres frisch gekauften Toasts für sie ab. Zum Dank kackt uns einer auf den Tisch - klarer Fall von selber Schuld! 😛
Wir schauen uns nun erstmal um und stoßen auf unsere eigene Chill-Area direkt am Kwando! Wie cool ist das denn!?
Auf dem Weg zurück zu unserer Campsite kommen wir an einer kleinen Herde Lechwes vorbei - näher als jemals vorher im Mahangu. Leider haben wir nicht das richtige Glas an der Kamera.
Dann essen wir noch schnell ein paar Käsetoasts, waschen ab und organisieren ein bisschen das Camping-Leben: so langsam haben wir ein funktionierendes System gefunden, wo wir was im Hilux lassen und wir müssen nicht mehr andauernd alles suchen und erstmal ewig rumkramen.
Um kurz vor drei kommt ein junger Mann an unseren Campside und stellt sich als unser Guide Isaac vor. Er holt uns zur Bootsfahrt auf dem Kwando ab. Der Kwando bildet hier die Grenze zwischen dem Mudumu NP und der Kwando Core Area des Bwabwata NP. Pünktlich steigen wir auf das Boot, Isaac startet den Motor und manövriert uns durch die engen, von Papyrus gesäumten und mit Seerosen bedeckten Wasserwege. Dabei erklärt er uns, dass es in diesem Bereich viele Hippos gibt, die nachts auch regelmäßig in das Camp kommen. Es dauert auch gar nicht lange und wir sehen schon die ersten Flusspferde, die gemütlich im Wasser dümpeln, uns dabei aber genau im Auge behalten.
Nach einer wunderschönen Fahrt durch die Kanäle zum Kwando, auf der wir an den Ufern unzählige Letschwe-Antilopen beobachten und fotografieren können, sehen wir diese Büffel am Gewässerrand stehen. Wie schon gewohnt, ziehen sie sich sofort zurück, sobald wir uns nähern. Trotzdem ist es einfach herrlich, hier auf dem Kwando inmitten der Wildnis auf einem Boot umher zu schippern und dabei Tiere zu beobachten!
Nach knapp anderthalb Stunden nähern wir uns dem berühmten Horseshoe, an dem eine Gruppe Elefanten trinkt. Isaac erklärt uns, dass es leider nicht erlaubt ist, mit einem Boot dorthin zu fahren. Wir bleiben daher auf Abstand und drehen nach einem kurzen Stopp schon wieder um.
Am Ufer auf der Seite des Mudumu-Nationalparks sitzt ein Weißkopfseeadler Schreiseeadler und beäugt skeptisch unser Näherkommen. Wir bringen unsere Kameras in Position, da wir damit rechnen, dass der Adler auffliegt - den „Gefallen“ tut er uns natürlich!
Nach der Sichtung von Riedböcken, Reihern und einem Graufischer kommen wir zu einer weiteren Erstsichtung: Dieser seltene Klunkerkranich ist zum Glück nicht scheu und lässt sich ausgiebig fotografieren.
Wir verlassen den Kranich und sehen in der Ferne eine Gruppe von gut 20 Elefanten am Fluss und Isaac fährt direkt auf sie zu. Hoffentlich hauen die nicht gleich wieder ab! Je näher er kommt, desto vorsichtiger nähert Isaac sich, so dass wir die Herde nicht beunruhigen. Nach kurzer Zeit scheint es fast so, als hätten sie uns ganz vergessen. Es ist sehr schön, sich mal nicht als Störenfried zu fühlen und den Elefanten bei ihrem normalen Verhalten zuzusehen: trinken, Gras rupfen, rangeln, Staub duschen und grummeln. Wir hören bald auf zu fotografieren und beobachten einfach nur noch das Geschehen.
Schließlich reißen wir uns los, denn es ist schon halb sieben und wir sind noch weit weg vom Camp und müssen nun Gas geben. Es wird auch langsam dunkel und weil ich meine normale Brille im Camp vergessen habe, habe ich nun die Wahl, alles völlig unscharf oder alles völlig dunkel zu sehen. Schade, denn ausgerechnet jetzt stoßen wir auf eine Sitatunga-Antilope, die auch ganz oben auf unserer Wunsch-Liste stand.
Als wir um halb acht im Camp ankommen, ist es stockdunkel und wir brauchen unsere Stirnlampen. Nachdem wir die Lampen nur noch im Rotlichtmodus benutzen, fliegt uns zum Glück nicht mehr alles in Gesicht, was Flügel hat! Trotzdem beschließe ich für mich, dass heute eine Katzenwäsche reichen muss: Das ganze Krabbelzeug ist mir nicht sympathisch und mir juckt schon alles! Als mir auch noch ein fetter Tausendfüßer vor unserem Bad begegnet, beschließe ich außerdem, heute Nacht auf keinen Fall auf Klo zu müssen…
Um halb neun liegen wir schon im Dachzelt und ein unglaubliches Konzert der Glöckchen-Frösche mit gelegentlichem Hippo-Grunzen ist unsere heutige Nachtmusik.
Es gibt dort keine Weisskopfseeadler, hätte eigentlich von ambitionierten Naturfotografen erwartet, dass dieser nicht mit dem African Fisheagle bzw. dem Schreiseeadler verwechselt wird 😛
beste Grüsse
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202107. Apr. 2022 · #43
Es gibt dort keine Weisskopfseeadler
Da hast Du natürlich Recht, da war ich wohl gerade im Kopf woanders… 😊 Wie gut, dass es hier immer jemanden gibt, der aufpasst - auch wenn es schöner wäre, deshalb nicht gleich einen Spruch zu kassieren…
WildCatFan13 Beiträge · seit 202207. Apr. 2022 · #44
Liebe Elke, schön, dass ihr uns auf eurer tollen Reise weiter mitnehmt. Das Graufischerfoto im Flug hat es mir heute angetan… die Familie der Eisvögel finde ich wirklich toll - leider hab ich zu Hause noch nie einen gesehen, geschweige denn fotografiert! LG Birgit
Hätte ich es böse gemeint, dann hätte ich wohl eher ein anderes Emoji verwendet, irgendwas mit augenrollen oder so. Das mit dem zwinkern sollte eigentlich bereits andeuten, dass es jetzt nicht sooo ernst gemeint war. Aber du hast recht, es liest sich jetzt nicht wirklich super freundlich, sorry dafür war KEINE Absicht 😗 Ich sollte wohl nicht arbeiten und parallel Kommentare schreiben 😄
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202108. Apr. 2022 · #46
Liebe Birgit, vielen Dank für Deine motivierenden Worte! Obwohl ich wirklich keine passionierte Birderin bin, finde ich Eisvögel auch sehr faszinierend, vor allem wenn sie über dem Wasser stehen. LG Elke
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201608. Apr. 2022 · #47
Hallo Elke, vielen Dank für deinen reich bebilderten Reisebericht, den ich gerade in einem Rutsch nachgelesen habe. Ihr hattet schöne Erlebnisse und gerade die Tage, die ihr bisher im Caprivi verbracht habe, habe ich mit großem Interesse verfolgt, denn wir mögen die benachbarte Ndhovu Lodge und die Mahango bzw. Buffalo Core Area sehr und werden im Herbst auch mal wieder vor Ort sein. Ich bin gespannt, wie es bei euch weitergeht.
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202108. Apr. 2022 · #48
Hallo Sascha, wie schön, dass Du nun auch dabei bist! Dein KNP- Bericht mit den super schönen Bildern ist mit „Schuld“ daran, dass es für uns im Juni in den Kruger geht! Wenn wir nur halb so viel Sichtungsglück haben wie Ihr, werden wir sehr zufrieden sein! LG Elke
Champagner8'678 Beiträge · seit 201008. Apr. 2022 · #49
Hallo Elke,
danke für die schönen Erinnerungen an die Mahangu Lodge und an den Mahango NP!
Ich schiebe noch eine kleine Vogelkorrektur nach - es handelt sich bei diesem sehr schönen Foto hier nicht um eine Bart-Eule (das wäre ein Fabelwesen, gibt es nämlich nicht) und auch nicht um einen Bartkauz (da hättet Ihr euch auf andere Kontinente beamen müssen), sondern um einen Kapkauz (African Barred Owlet).
FotoGnu schrieb: Lars entdeckt trotzdem was im Gebüsch und bittet Philip, ein Stück zurück zu fahren. Da sitzt diese hübsche Bart-Eule in einem Busch.
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202108. Apr. 2022 · #50
Hallo Bele, vielen Dank für Dein Foto-Lob, aber genauso für Deine Korrektur! Ich erinnere mich, dass uns Philip den richtigen englischen Namen genannt hatte und dann haben wir den offensichtlich irgendwie völlig deutsch-englisch verschwurbelt und aus Barred Owlet einfach mal Bart-Eule gemacht! 😄 An dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Dankeschön für Deine „Betreutes Wohnen“ RBs, die ich sehr gerne gelesen habe! LG Elke
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202108. Apr. 2022 · #51
Kongola:
Die Nacht war unruhig: die Frösche haben uns schön gleichmäßig in den Schlaf geklingelt, aber irgendwann fing es an zu regnen und dauernd ist irgendwas aufs Zeltdach gefallen. Außerdem mussten wir natürlich doch aufs Klo und nachdem wir wegen der Hippo-Gefahr alles gründlichst abgeleuchtet hatten, war ich erstmal ein gutes Stündchen wach, während Lars gleich wieder eingeratzt ist.
Um halb sechs ist die Nacht aber für uns beide zu Ende. Die Abbau-Routine ist uns während unseres Lodge-Lotterlebens leider etwas abhanden gekommen, so dass wir erst um halb sieben aufbrechen. Wir fahren heute in den Mudumu Nationalpark. Auf dem Weg vom Camp zur Hauptstraße liegt eine alte Kuh vor uns auf dem Weg. Sie will aufstehen, schafft es aber sichtlich nicht hochzukommen. Das arme Ding macht es sicherlich nicht mehr lange! Wir fahren vorsichtig um sie herum.
Nach einer halben Stunde kommen wir am Gate an und sind wir verwirrt: im Häuschen sitzt niemand, aber zwei Männer sind in der Nähe, die uns erklären, dass wir vor dem Tor links abbiegen müssen. Tatsächlich ist da ein kleines Schild, das wir wegen des riesig-großen ganz übersehen hatten. Lars lässt noch schnell Reifendruck ab und weiter geht’s.
Wir finden die Park-Rezeption und ein freundlicher Herr erklärt mir auf einer hübschen Park-Karte (mit freundlicher Unterstützung der KfW-Bank), welche Wege wir am besten fahren sollen und wo die Wege eher unpassierbar sind. Das wäre ja nun echt ein Job für Lars gewesen bei meinem miesen Orientierungssinn! Dann zahle ich noch 250 NAD Parkeintritt und trage mich in eine Liste ein (wir sind die ersten heute morgen). Dann beginnt endlich die Pirschfahrt.
Wir fahren als erstes zum Hippopool, also einem toten Arm bzw. Kanal vom Kwando. Von Hippos ist hier leider nichts zu sehen. In den nächsten anderthalb Stunden durchsuchen wir den Busch nach Tieren, sehen aber nur sehr wenig: ein Baum voll mit Pavianen und darunter eine Herde Impalas - die typische Wach-Gemeinschaft - und zwei Elefanten, die sofort im Busch verschwinden. Eine Roan hält zwar kurz für ein verbuschtes Foto still, bevor sie verschwindet, aber das Foto ist nicht brauchbar.
Wir beschließen, unsere Frühstückspause mit Blick auf den Kwando zu machen. Es sind eine ganze Menge Bienenfresser und Kaminspinte in der Nähe, aber für ein Foto reicht es leider nicht. Erst als wir etwas weiter fahren, erwischen wir die hübschen Vögel in vernünftiger Entfernung und Höhe.
Nach einer weiteren Stunde kommen wir in den Bereich des Kwando-Linyati-Chobe-Deltas mit Botswana auf der gegenüberliegenden Flussseite, aber tiermäßig ist leider auch hier völlig tote Hose. Das frustriert uns zunehmend: so schön es auch ist, hier völlig allein durch die Wildnis zu fahren, sind die Tiersichtungen doch ziemlich mau: Und selbst wenn man endlich mal ein Tier entdeckt, ist es Sekunden später schon tief im Busch verschwunden.
Wir erreichen die Hauptstraße und überlegen, noch einen anderen Bereich des Parks zu befahren. Wir kommen aber nicht weit, denn der Weg wird so krass tiefsandig, dass wir den Versuch lieber abbrechen und zurück Richtung Camp fahren.
Dort ist erstmal chillen in der Hängematte am Kwando angesagt, dann kocht uns Lars ein lecker Mittagessen. Natürlich wird er dabei von den Bülbüls umlagert, die unsere heutige Foto-Ausbeute deutlich bereichern!
Heute schaffen wir es auch endlich mal, uns einen Kaffee zu kochen und wir bereiten auch gleich den Tee und das Müsli für morgen früh vor. Dann waschen wir noch ab - puh, ganz schön anstrengend dieses Camping-Leben! Aber anscheinend haben wir uns endlich etwas an die Hitze gewöhnt und sind nicht mehr völlig fix und fertig.
Gegen vier wagen wir einen 2. Versuch mit dem Mudumu - vielleicht ist ja nachmittags mehr los! Im Geheimen spekulieren wir ja auf Wildhunde, denn ich hatte erst vor Kurzem im Forum von Sichtungen im Mudumu gelesen. An der Parkrezeption wird uns empfohlen, die Asphaltstraße zu nehmen, denn dort sind sie zuletzt gesehen worden.
Auf der linken Seite der Straße nähert sich eine große Elefantenherde, die auf uns zukommt, vermutlich in Richtung Fluss. Wir sind gespannt, ob die sich nähern oder uns ausweichen? Anscheinend halten wir ausreichend Abstand und sie ziehen entspannt vorbei.
Wir verlassen die Asphaltstraße und fahren wieder auf Sandpisten durch den Busch. Nach einer Weile treffen wir auf einen Elefantenbullen, der nah an unserem Weg steht und frisst. Wir wundern uns, dass er gar nicht auf uns reagiert und einfach gemütlich weiter frisst. Dann hebt er plötzlich seinen Rüssel und riecht in unsere Richtung - nun hat er uns definitiv bemerkt und klappt drohend die Ohren vor. Lars setzt vorsichtig ein Stück zurück, aber der Weg hinter uns ist tückisch. Allzu lange wird das nicht unfallfrei gut gehen! Zum Glück dreht der Bulle aber schnell ab und lässt uns schließlich passieren.
Die meiste Zeit fahren wir durch Dornbuschsavanne, aber ab und zu kommen wir zu den wunderschönen Floodplains des Kwando.
Plötzlich tauchen 5 Roan-Antilopen vor uns auf. Leider sind sie so scheu, dass sie sich, nachdem sie uns gesehen haben, augenblicklich den Weg vor uns queren und schleunigst im Dickicht verschwinden. Nach einer Wegschleife haben wir sie plötzlich wieder vor uns und können wenigstens ein Foto machen.
Wie schon heute Vormittag haben wir ein wenig die Orientierung im Park verloren, weil die Park-Karte nicht mit unserer digitalen Karte und beides irgendwie nicht mit der Realität übereinstimmt. Nun wird es aber bald dunkel und wir müssen sehen, dass wir aus dem Park rauskommen. Die Navi-App schickt uns einen richtig schlechten Weg und Lars heizt durch fette Schlaglöcher, Tiefsandabschnitte und eng stehende Dornbüsche. Der arme Hilux! Dann liegt vor uns auf der Straße auch noch ein großer Ast, den wir nicht einfach überfahren können. Wenden kann man hier auch nicht, denn der Pad ist eng und um uns herum ist unübersichtliches Dickicht. Es nützt nix, der Ast muss aus dem Weg! Lars opfert sich und räumt ihn schnell zu Seite. Um sechs erreichen wir endlich die Hauptstraße - das war ein Ritt!
Kurz nach dem Parkausgang haben wir unsere letzte Elefantenbegegnung des Tages.
Um halb sieben kommen wir am Camp an und bauen als erstes unsere Schlafstatt auf. Heute verziehen wir uns aber nicht sofort ins Zelt, sondern haben uns schon vorsorglich nachmittags mit Nobite eingeschmiert. Nun surrt und brummt es zwar immer noch um uns herum, aber zumindest werden wir (hoffentlich) nicht gestochen.
Im Camp leuchten die Glühwürmchen und die Sterne um die Wette und deshalb wollen wir heute endlich Milchstraßen-Fotos machen. Nach vielen Versuchen erhalten wir einige passable Ergebnisse.
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202109. Apr. 2022 · #52
Von Kongola nach Rundu
Um fünf Uhr werden wir wach. Der Plan: Alles flott zusammenpacken und dann früh zum letzten Selbstfahrer Game-Drive in die Kwando Core Area fahren. Tatsächlich sind wir schon um viertel nach sechs abfahrbereit, müssen aber unsere Bootstour noch bezahlen. Da noch niemand im Camp ist, bei dem wir bezahlen können, legen wir die 900 NAD, wie mit Dan telefonisch vereinbart, in ein Buch und simsen ihm den Titel.
Nach kurzer Zeit kommen wir an einen Roadblock, der sich als Entseuchungsstation herausstellt. Einer der Angestellten sprüht die Reifen unseres Autos ein, während wir mit unseren Schuhen in ein spezielles Bad treten müssen. Danach geht es ohne Komplikationen weiter und schon nach fünf Minuten erreichen wir den Parkeingang.
Die Rezeption des Parks ist noch nicht so richtig besetzt. Eine Dame erklärt uns, dass wir gerne zuerst in den Park fahren und danach bezahlen können. Außerdem empfiehlt sie uns noch die beste Route, um die in den letzten Tagen mehrfach gesichteten Wildhunde entdecken zu können, beschreibt den Zustand des Weges auf unsere Nachfrage hin als gut und ergänzt, dass aber 4x4 notwendig ist.
Die „good road“ erweist sich aus unserer Sicht als recht tiefsandig, aber Lars und der Hilux kämpfen sich wacker voran, auch wenn man, wenn man denn überhaupt wollte, kaum mehr als 10 km/h fahren kann. So stark sind wir in diesem Urlaub bislang noch nirgends durchgeschaukelt worden.
Gleich zu Beginn der Piste sehen wir sehr viele Paviane und zwei Kudus. Wir halten aber eigentlich nur nach den Wildhunden Ausschau, weil wir die unbedingt finden wollen!
Wir halten kurz an einem sehr schönen Lookout, der im Gegenlicht aber leider nicht richtig zur Geltung kommt.
Die Landschaft ist zunächst typisch Dornbuschsavanne und somit sehr unübersichtlich. Nach ein paar Kilometern verändert sich die Vegetation in lichten Wald, was das Spotten sehr erleichtert. Noch mehr erleichtert uns das Spotten, dass ein Wildhund direkt vor uns über die Straße läuft. Unglaublich!
Normalerweise kann ich Fotos gut aussortieren, bei den Wildhunden gelingt mir das nicht - da müsst Ihr nun leider durch 😉
Rechts von uns auf einer Lichtung liegt ein ganzes Rudel Wildhunde mit Jungtieren. Die Jungen sind schon so groß, dass das Rudel mobil ist, aber noch nicht so groß, dass sie viele Kilometer am Tag machen könnten. Das erklärt vielleicht, warum es immer in der gleichen Gegend gesichtet wurde. An dieser Stelle hat das Rudel einen Impala-Bock gerissen - wir sind froh, dass wir das nicht mit ansehen mussten. So großartig ich Wildhunde auch finde: zu sehen, wie sie ihre Beute bei lebendigem Leib zerreißen, muss ich nicht.
Die großen Hunde sind schon satt, aber die kleinen fressen noch am Kadaver. Außerdem balgen sich die Hunde und pflegen ihren sozialen Umgang. Nach etwa einer Stunde kehrt bei den Wildhunden etwas Ruhe ein und wir haben Zeit für Frühstück und Tee. Welch ein Privileg, hier völlig allein mit knapp 20 Wildhunden den Tag zu beginnen!
Nach einer weiteren Stunde brechen wir auf, weil die Hunde inzwischen eigentlich nur noch rumliegen. Auf dem Rückweg kommen wir hier ja sowieso noch mal vorbei und wir wollen schauen, was die Kwando Core Area noch für uns bereit hält.
Wir fahren weiter und erreichen ohne weitere Sichtungen die Nambwa Lodge und die dazugehörigen Campsite, wo wir eine kurze Rast einlegen, um uns die Beine zu vertreten. Der Bereich der Campsites liegt wunderbar in einem kleinen Wäldchen, in dem wir auch einen Bushbock entdecken. Wir pirschen uns an, aber ein gutes Fotos will leider nicht gelingen.
Da wir heute noch über 400km Rückweg vor uns haben, das Licht hart wird und außer den Wildhunden eigentlich nichts zu sehen war, beschließen wir, nicht weiter in den Park vorzudringen, sondern umzukehren.
Zurück bei den Wildhunden hat sich nicht viel getan, außer dass es schon ganz schön nach Aas riecht. Erstaunlicherweise steht auch kein anderes Auto bei den Hunden, obwohl wir unterwegs immerhin zwei Autos getroffen hatten und von der tollen Sichtung berichtet hatten. Wir schießen noch ein paar letzte Fotos und verabschieden uns vom Rudel und mit einem letzten Selfie am Lookout innerlich auch schon vom Caprivi, obwohl wir ja eigentlich noch mitten drin sind. Tatsächlich kommt uns im Park auch noch ein aller letztes Motiv vor den Sucher, das ja auch wirklich nicht hat fehlen dürfen!
An der Rezeption angekommen, zahle ich unseren Eintritt nach und trage die Wildhundsichtung auf das Sightingboard ein, während Lars den Luftdruck unserer Reifen wieder auf ein asphalttaugliches Niveau von 2,2 Bar bringt. Dann klemme ich mich hinter das Lenkrad und auf geht es nach Hakusembe!
Wie schon auf dem Hinweg zieht sich die Strecke endlos und wir fahren so schnell es erlaubt ist bzw. es uns mit Tieren und Menschen auf der Straße möglich erscheint. Irgendwo im Nirgendwo halten wir neben einer jungen Frau am Straßenrand: Da heute unsere letzte Camping-Nacht sein wird und wir nicht mehr kochen werden, haben wir unsere zu viel gekauften Lebensmittel, Klopapier und Alu-Folie in einen Beutel gepackt und geben sie der Frau. Sie versteht anscheinend nicht gut Englisch und weiß erst gar nicht, was ich überhaupt will, aber schließlich nimmt sie den Beutel an. Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung, ob sie mit dem Inhalt etwas anfangen kann, hoffe es aber.
Völlig durchgegart und fertig von der langen Fahrt, kommen wir um halb vier in Hakusembe an. Wie schon beim ersten Mal werden wir sehr freundlich begrüßt und erhalten ein Erfrischungsgetränk mit einer kurzen Einweisung. Danach fahren wir auf unsere Campsite, dieses Mal, wie vorher bestellt, die Nr. 3. Sie liegt wirklich schön an der Flussbiegung und gefällt uns sehr gut.
Nachdem wir das Zelt aufgebaut und geduscht haben, freuen wir uns schon auf den Pool! Leider ist dieser komplett von einer Großfamilie besetzt, deren erwachsene Mitglieder schon ganz schön getankt haben und sich lautstark unterhalten und amüsieren. Wir setzen uns etwas entfernt in ein Lounge-Sofa und sichten bei Rock Shandy und Beer Shandy ca. 600 Wildhundbilder.
Als es zu dämmern beginnt, gehen wir zurück zur Campsite, essen eine Kleinigkeit und machen uns fertig für die Nacht. Nachdem Lars beobachtet, wie ein paar Angolaner zu Fuß den niedrigen Fluss überqueren, schließen wir alles ins Bad oder ins Auto ein, was nicht niet- und nagelfest ist: wir hatten gelesen, dass Camper hier schon mal von Angolanern beklaut worden sind, die sich mit dem Diebesgut einfach über den Fluss davon gemacht haben. Vielleicht ist das auch der Grund, dass der Platz von einem sehr hellen Strahler ausgeleuchtet wird. Komisch, von Campsite 1 aus, war uns das Ding gar nicht aufgefallen! Hier zerstört er das Wildnis-Flair und macht Sternen-Fotografie unmöglich. Egal, wir haben heute genug fotografiert und sinken zufrieden ein letztes Mal in unserem Dachzelt in die Kissen.
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202110. Apr. 2022 · #53
Kurze Warnung vorab: heute gibt es nur zwei Fotos und die haben ausschließlich dokumentarischen Charakter.
Von Rundu nach Waterberg
Auch heute werden wir wieder um fünf von den angolanischen Hähnen geweckt. Die Nacht war ruhig und mit 12 Grad ziemlich kalt. Wir gönnen uns den Luxus und bleiben bis 6.45 Uhr liegen und wärmen anschließend unsere Knochen unter der Dusche. Es liegt ein langer Fahrtag vor uns: 576 km zur Waterberg Valley Lodge, für die wir angeblich fast 8 Stunden brauchen sollen. Jetzt aber erstmal in Ruhe frühstücken und abbauen.
Da dies unsere letzte Dachzelt-Nacht war, packen wir alle Camping-Utensilien ordentlich zusammen. Außerdem frühstücken wir das erste Mal überhaupt auf der Campsite statt unterwegs. Alles mal gemütlich zu machen, hat auch was für sich und wir genießen die Trödelei. Um halb neun checken wir aus und fahren los.
Nach ca. 2 km kommt uns eine alte, ärmliche Frau entgegen, der wir unsere Schlafsäcke schenken. Wir wollen sie nicht mit nach Hause nehmen und sie freut sich riesig und bedankt sich herzlich.
Nach kurzer Fahrt auf der B10 erreichen wir wieder die altbekannte B8. Von nun an sind es ca. 2,5 Stunden nach Grootfontein. Also Tempomat auf 120 km/h und Musik an!
In Mururani findet eine Führerschein- und Fahrzeugkontrolle statt. Die Fahrzeugkontrolle bezieht sich auf Fleisch, das man aus Seuchenschutzgründen nicht von Nord nach Süd mitnehmen darf. Lars muss unseren Kühlschrank und unsere Boxen öffnen, aber natürlich ist da bei uns nichts zu finden.
Gegen halb zwölf erreichen wir Grootfontein und kommen an dem Einkaufszentrum an, bei dem wir auf dem Hinweg Geld geholt haben: hier wollten wir heute wieder Geld holen, aber es stehen mindestens 20 Personen in einer Schlange davor, so dass wir lieber weiterfahren. Am nächsten ATM das gleiche Spiel: es ist Monatsanfang und die Schlange ist richtig lang. Lars erinnert sich, dass es bei der Shell-Tankstelle einen ATM gab und tanken wollen wir auch, also fahren wir dorthin.
Tatsächlich ist vor dem ATM nur eine Person, so dass ich mich gut gelaunt auf den Weg mache, während Lars im Auto unsere Sachen bewacht. Wäre er doch bloß mitgekommen… Und ja, ich weiß, dass das, was nun folgt, wirklich richtig dämlich war. Wenn mir einer vorher gesagt hätte, dass mir sowas Dummes jemals passieren würde, hätte ich es nicht geglaubt. Seid also bitte gnädig mit etwaigen Kommentaren - Ihr dürft sicher sein, dass ich mir alle nur möglichen Vorwürfe schon selber gemacht habe!
Als ich am Automaten bin, kommt ein Mann von hinten und spricht mich freundlich an, dass ich den Automaten falsch bedienen würde. „Nicht schon wieder“, denke ich. Noch ehe ich mich versehe, bricht er den Vorgang ab und als der Automat meine Karte ausspuckt, greift er sofort danach. Ich bekomme Panik, aber er steckt, die Karte (vermeintlich) sofort wieder in den Automaten, drückt ein paar Tasten und meint, nun könnte ich Geld abheben. Ich gebe also meine PIN ein und schirme dabei meine Eingabe sorgsam vor ihm ab - nützt aber wohl nix: der Typ entfernt sich, während ich mich noch wundere, was für eine seltsame Meldung der Automat nun schon wieder anzeigt. Als ich bemerke, dass er weg ist, dämmert mir endlich, dass der Kerl meine Karte gestohlen hat!
Ich schaue mich hilfesuchend um und rufe mehrfach verzweifelt „He has stolen my card“, was durchaus für Aufmerksamkeit sorgt: eine freundliche Frau kommt auf mich zu und schlägt mir vor, mit mir zur Bank zu fahren, denn die könnten mir helfen. In meiner Aufregung nehme ich an, dass die Bank meine Karte sperren könnte. Die nette Dame nimmt an, dass es der Automat war, der meine Karte „gestohlen“ hätte und mir die Bank helfen könnte, sie wiederzubekommen. Auch Lars versteht die Situation leider nicht richtig und so fahren wir der freundlichen Frau schnell zur National Bank nach. Dort klärt sich - übrigens wieder bei der unfreundlichen Dame vom ersten Besuch - der Irrtum auf. Und natürlich kann die National Bank in Namibia keine Postbank Visa Karte sperren!
Also als Nächstes den zentralen Sperrnotruf anrufen. Die Nummer habe ich im Handy abgespeichert. Leider kann ich mit meiner namibischen SIM-Karte aber keine Auslandsgespräche führen - Mist! Lars hat zum Glück noch ein Handy mit deutscher SIM-Karte dabei und so rufen wir mit seinem Telefon unter 0049116116 den zentralen Sperrnotruf an. Warteschleife - ich dreh durch! Nach kurzer Zeit, die mir ewig vorkommt, meldet sich eine freundliche Dame an der Hotline und teilt mir mit, dass sie ja fast alle Karten sperren könne, aber die Postbank Visa Karte leider nicht. Sie könne mir aber gerne die Telefonnummer von Visa geben, dann könne ich die Karte dort sperren lassen. Ob ich meine Kartennummer parat hätte? Leider nein, die hatte ich nirgends aufgeschrieben. Tja, dann müsse ich bei der Postbank anrufen, die Nummer hätte sie aber leider nicht…
OK, wieder Google befragt und schnell die Nummer gefunden, gut! Leider komme ich dann erstmal in die Standard-Abfrage der Postbank Telefonwarteschleife: „Wenn Sie dies oder das möchten, drücken Sie bitte die eins…“ Ich dreh innerlich noch mehr durch: wieso kommt nicht gleich als erstes, ob ich eine Karte sperren möchte?!
Und so dauert es geschlagene 15 Minuten bis ich die Karte sperren kann, nachdem wir ja schon Zeit damit verloren haben, zur Bank zu fahren. Die Dame an der Hotline gibt mir noch eine Nummer, über die ich abfragen kann, welche Abbuchungen bereits erfolgt sind. Dort rufe ich sofort an und lande in der nächsten Warteschleife.
In der Zwischenzeit fährt Lars uns zur Polizeistation und wir stellen uns dort in die Warteschlange in der prallen Sonne. Es sind mindestens 15 Leute vor uns in der Schlange und wir müssen ein ganzes Weilchen warten. Kurz bevor wir endlich dran sind, kommt ein Polizist zu uns raus und meint, wir sollen mit seinen Kollegen zum Tatort fahren. Die Männer sind in Zivil und fahren zu sechst in einem Kleinbus vor zur Tanke. Ich erkläre, was passiert ist und Lars erreicht in der Zwischenzeit endlich jemanden bei der Postbank. Nachdem ich mich legitimiert habe, schaut er nach, welche Buchungen vorgenommen wurden! Mir wird ganz schwindelig:
11:44 h: 2530 NAD 11:48 h: 1030 NAD 11:56 h: 7030 NAD 12:03 h: 1700 NAD 12:09 h: 660 NAD
Er kann nicht mit Gewissheit sagen, ob das alles tatsächlich abgebucht wurde oder nicht. Und schriftlich will er mir schon mal gar nichts geben. Daher notiere ich alle Zeiten und Beträge in der Notiz-App meines Handys. Dann informiere ich einen der sechs Polizisten. Da eine der Abbuchungen nicht von einem Automaten, sondern aus einem Geschäft stammt, wollen die Polizisten dort nun hin, obwohl die Abbuchung inzwischen über eine halbe Stunde her ist. Vorher geben sie uns aber noch „Polizeischutz“, denn wir brauchen ja immer noch Geld. Lars holt also unter den wachsamen Augen der Polizisten 2000 NAD mit seiner EC-Karte.
Wir sollen nun wieder zur Polizeistation fahren, um die Anzeige aufzugeben. Die Polizisten meinen, sie würden dort anrufen, damit wir nicht wieder in der Schlange warten müssen. Als wir an der Station ankommen, weiß natürlich keiner was von irgendwas. Der Polizist am Tresen meint, er könne die Anzeige aufnehmen und wir müssten dafür eine Gebühr zahlen - what? Nun rege ich mich erstmal auf, was leider nur zum Ergebnis hat, dass wir um 14.00 Uhr wiederkommen sollen, dann wäre ein Officer da. Wir überlegen, ob wir die Anzeige nicht einfach sein lassen, aber der Herr von der Postbank Hotline hatte uns dringend dazu geraten, eine aufzugeben, um vielleicht Ersatzansprüche durchsetzen zu können…
Wir fahren also wieder ins Purple Fig Bistro und essen und trinken etwas. Die Stimmung ist natürlich ganz anders als bei unserem letzten Aufenthalt: ich mache mir Vorwürfe und bin völlig fix und fertig, während Lars versucht mich zu trösten, aber natürlich auch nicht gerade froh über den Schlamassel ist.
Pünktlich um 14.00 Uhr stehen wir wieder auf der Matte der Polizeistation und nach einigem Palaver kommt ein junger Officer, der unsere Anzeige aufnehmen will. Ich erzähle gefühlt zum hundertsten Mal, was passiert ist und dann wird’s richtig komisch: keiner in der Station will die sechs Polizisten kennen, die mit uns zur Tankstelle gefahren sind! Scheiße! Der Officer will das checken und verschwindet.
Und bleibt erstmal verschwunden.
Während er weg ist, checken wir die Navi-App: Angeblich werden wir noch fünf Stunden bis Waterberg brauchen und bis dahin ist es stockfinster! Wir sind nun beide innerlich kurz vorm Durchdrehen und versuchen, den Vorgang zu beschleunigen. Unsere Zeitnot kümmert hier aber niemanden. Nach einer halben Stunde kommt der Officer wieder und will nun endlich unsere Anzeige aufnehmen. Ihm fehlt aber noch Papier. Also verschwindet er wieder. Dann dürfen wir ihn in ein anderes Büro begleiten. Dort will er erstmal Stühle für uns besorgen. „Nein, wir brauchen keine Stühle!“ - zu spät, er ist schon wieder weg!
Als er mit einem Stuhl wiederkommt, können wir ihn gerade noch daran hindern, einen zweiten zu holen. Dann möchte er einen Ausdruck meiner Notizen über die Abbuchungen von der Kreditkarte. Ich erkläre ihm mehrfach, dass das nur persönliche Notizen sind und nichts Offizielles, und biete ihm an, ihm die Daten auf einen Zettel zu schreiben, aber er lässt sich nicht beirren: ohne Ausdruck keine Anzeige. Woher sollen wir denn jetzt bitte einen Scheiß-Ausdruck hernehmen!?
Zum Glück kommt ein älterer und vermutlich vorgesetzter Officer dazu und fragt, was los ist. Ich spiele meinen letzten Trumpf und fange hemmungslos an zu heulen (nicht dass mir nicht sowieso schon die ganze Zeit danach gewesen wäre!). Der Officer zeigt sich verständnisvoll und weist seinen jungen Kollegen an, dass wir die Anzeige auch ohne Ausdruck aufgeben können.
Als erstes wird mein Name und meine Pass-ID notiert. Dann gefällt dem Officer die Pass-ID nicht, weil sie nicht mit meinem Geburtstag übereinstimmt. Also fängt er noch mal von vorne an: Name, Adresse, Geburtsdatum und Bank - soweit so klar. Beruf, Arbeitgeber, Kontaktnummer des Arbeitgebers - warum? Egal, keine Fragen. Dann schildere ich noch mal den Hergang, kürze aber etwas ab, um Zeit zu sparen, denn er ist handschriftlich nicht eben der Schnellste. Schließlich trägt er noch ein, wann welche Beträge abgebucht wurden. Inzwischen ist eine Seite voll geschrieben und er holt fünf Minuten lang ein neues Blatt Papier. Nicht dass bei seinem Kollegen nicht jede Menge Papier herumliegen würde - ist aber wohl nicht das richtige.
In der Zwischenzeit fährt Lars schon mal tanken und sein Kollege beginnt ein Gespräch mit mir über Corona. (Wie so oft in Afrika ist „Werder Bremen“ der Icebreaker.) Beide Polizisten haben Angehörige an Covid verloren, aber wollen sich nicht impfen lassen: sie vertrauen in Gott und Jesus und raten mir dies bezüglich des Diebstahls meiner Karte auch an.
Schließlich hat der Polizist noch eine zweite Seite vollgeschrieben und bittet mich, alles zu prüfen und zu unterschreiben. Ich lese seinen Bericht nicht mal mehr durch: Lars und ich wollen einfach nur noch weg! Ich prüfe nur genau, ob er meine Email-Adresse richtig geschrieben hat, denn sie wollen mir den Police Report für die Bank per Mail schicken - nicht dass ich hier nur einen Computer gesehen hätte. Wenigstens bekomme ich noch einen kleinen Zettel mit offiziellem Stempel und Fallnummer. Keine Ahnung, ob sich dafür der ganze Aufwand gelohnt hat: Ich fand den Aufenthalt auf der Police Station jedenfalls schlimmer als den Diebstahl an sich: selten bin ich mir so hilflos vorgekommen.
Wir verlassen Grootfontein um halb vier und Lars beginnt ein Rennen mit der Zeit bis zum Sonnenuntergang: er fährt maximal erlaubte Geschwindigkeit und überholt, wann immer möglich. Zum Glück sind laut Navi-App die ersten 280 km Asphaltstraße und nur knapp 30 km direkt zur Lodge Piste. Die App zeigt unbeirrt 5 Stunden Fahrtzeit an, anscheinend sind die 30 km Piste das Problem bei ihrer Zeitrechnung.
Vor uns ist eine Radarkontrolle - bitte nicht das auch noch! Wir haben genug von der namibischen Polizei! Zum Glück werden wir nicht angehalten.
Um zwanzig nach sechs erreichen wir den Abzweig zur Gravelroad. Schneller als 60km/h ist hier auf keinen Fall drin, denn die Straße ist schlüpfrig und rechts und links sind Wildtiere unterwegs. Wir passieren das Tor zum Reservat und sehen Giraffen, Steinböckchen, Dikdiks und jede Menge Perlhühner - eines springt vor unser Auto und bringt uns dazu, noch vorsichtiger zu fahren.
Die Anlage besteht aus drei Lodges, die preislich zwischen Schweine-teuer und ziemlich teuer liegen. Wir hatten uns für die ziemlich teure Valley Lodge entschieden und bekommen nun ein Upgrade auf die Plateau Lodge. Als wir an Bungalow 5 ankommen, freuen wir uns über das Upgrade: das Häuschen liegt hoch am Tafelberg und wir blicken auf die Ebene. Weil es schon fast ganz dunkel ist, sieht man nicht wirklich viel, aber wir können den privaten Pool auf unserer Terrasse erkennen. Der Bungalow selber ist sehr schick, aber wir haben gerade keine Lust Fotos zu machen, bevor wir hier alles verwüsten.
Unsere Freude wird ein kleines bisschen getrübt, als Lars eine Maus und zwei große Spinnen entdeckt. Wir haben ja nichts gegen Mäuse, aber nach der Erfahrung in Halali wollen wir sie nicht in der Bude haben. Auch diese Maus ist überhaupt nicht scheu und jedes Mal, wenn Lars sie mit meinem Badelatschen fast raus bugsiert hat, dreht sie wieder um und läuft zurück. Irgendwann siegen wir über die Maus und die Spinne ist dran. Sie lässt sich schneller überreden. Die zweite Spinne sitzt zu hoch, an die kommen wir nicht dran. Daher machen wir ein Foto, um im Restaurant zu fragen, ob sie gefährlich ist oder harmlos.
Wir machen uns etwas frisch und gehen dann zum Essen. Wir bekommen Nudeln mit Gemüse und zum Dessert Mouse au Chocolat. Durch das Restaurant und in die Küche flitzen ein oder zwei Mäuse. Das will nicht so recht zu dem ansonsten edlen Ambiente passen.
Unsere Spinne ist zum Glück harmlos, aber Simon, unser Kellner, bietet trotzdem an, mit uns mitzukommen und sie zu entfernen. Normalerweise würde ich ja drauf verzichten, denn mit Spinnen habe ich deutlich weniger Probleme als mit Flatterzeug und Tausendfüßern, aber nach diesem Tag nehme ich das Angebot dankbar an: meine Nerven liegen immer noch blank und da tut etwas Fürsorge gut.
Was für ein Tag! Ihr habt mein vollstes Mitgefühl!
Macht euch aber keine Vorwürfe, das kann offenbar jedem passieren. Meinem Sohn ist an diesem Wochenende in Windhoek in einer Mall auf ähnliche Weise die Kreditkarte gestohlen worden. Er ist bereits seit einem halben Jahr in Namibia und kennt sich eigentlich gut aus. Der Trickbetrüger hat es geschafft, dass man Sohn seine Karte in einen Schlitz gesteckt hat, der nicht für Kreditkarten gedacht war. Bei der darauf folgenden Eingabe muss man seine Telefonnummer eingeben. Obwohl auch er das Eingabefeld abgeschirmt hat, wurde dabei die PIN im Klartext am Bildschirm angezeigt... Erst als er dann verschwunden war, hat mein Sohn gemerkt, dass offenbar etwas nicht stimmt, weil die Karte nicht mehr aus dem Automat kam. (Das war sie schon vorher und der Trickbetrüger hat es offenbar durch Ablenkung geschafft, diese an sich zu nehmen)
Glück im Unglück: Mein Sohn konnte unmittelbar nach dem Verlust der Kreditkarte diese per Handy über die DKB App sperren. Daher sind alle unzähligen folgenden Abbuchungsversuche danach fehlgeschlagen. Der erste Abbuchungsversuche war über 25.000€ 😄 Ebenfalls hilfreich war, dass er die Anrufe zur Kartensperrung nach Deutschland über Skype machen konnte. Setzt aber natürlich Datenempfang voraus.
Sein Fazit. Nur noch an Geldautomaten Geld abheben, wo ein Security Guard daneben steht (das ist eigentlich in Namibia die Regel)
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202111. Apr. 2022 · #55
Hallo Konus, vielen Dank für Deine mitfühlenden Worte! Es ist ja beruhigend (aber natürlich nicht schön) zu hören, dass es Deinem Sohn ähnlich erging, obwohl die Masche in seinem Fall ja noch deutlich ausgefeilter klingt als bei uns. Ein Security Guard war bei uns übrigens auch vor Ort, aber die junge Dame meinte auf Rückfrage nur, sie habe davon nichts mitbekommen, sie sei da wohl gerade auf Klo gewesen. Ich kann das ehrlicherweise weder bestätigen noch widerlegen. Auf jeden Fall gut, dass Dein Sohn die Karte sofort sperren konnte. Da wären wir beim nächsten Mal auch definitiv schneller, auch wenn es uns die Postbank nicht gerade leicht gemacht hat… Wie es mit denen in Deutschland weiterging, schreibe ich noch am Ende des Reiseberichts. VG Elke
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202111. Apr. 2022 · #56
Waterberg
Wir wachen um sechs Uhr auf und nehmen uns vor, den Mist von gestern abzuhaken und den Tag hier nochmal zu genießen. Der phantastische Ausblick und eine heiße Dusche, machen da schon mal einen guten Anfang.
Dann gehen wir zum Frühstück und von ein paar hygienischen Bedenken aufgrund der munter durch die Küche flitzenden Mäuse abgesehen, genießen wir das Essen und anschließend die Aussicht. Auf dem Rückweg zum Bungalow sehen wir eine uns unbekannte Antilope, die bis auf ein paar Meter an uns heran kommt. Leider haben wir keine Kamera dabei!
Um halb neun fahren wir mit dem Auto zur Wilderness-Lodge, um von dort zu einer kleinen Wanderung aufzubrechen. Auf dem Weg dahin sehen wir Dikdiks, Kudus und noch einmal die unbekannte Antilope. Die Tiere scheinen alle nicht besonders scheu zu sein und wir freuen uns auf unsere Wanderung!
Es dauert etwas, bis wir den Einstieg zum Porcupine Trail finden, dann geht es über Stock und Stein höher den Waterberg hinauf. Obwohl es noch früh ist, ist schon wieder sehr heiß und so machen wir viele Pausen. Auf dem Trail sehen wir leider nicht viele Tiere, nur ein paar scheue Klippschliefer und Eidechsen.
Der Porcupine Trail endet an einer Quelle, wo wir auch noch mal Pause machen und ich mir einen Papyrus-Stengel mitnehme. Ich hoffe, einen Ableger daraus gezogen zu bekommen. (Hat leider nicht geklappt.)
Zurück wandern wir den Fontain-Trail gemütlich durch das schattige Tal. Um halb elf kommen wir wieder an unserem Auto an und auf dem Rückweg zum Bungalow stoßen wir noch mal auf zwei Dassies.
Zurück im Bungalow ergibt der Anruf beim Card Service der Postbank nichts Neues: jede Menge Buchungen auf der Karte. Ob die Transaktionen wirklich erfolgt sind oder nicht, weiß man erst in ein paar Tagen. Der Herr an der Hotline macht mir aber Hoffnung, dass wir das Geld zurück bekommen werden.
Die Mittagszeit verbringen wir mit Chillen am Pool und einem kleinen Mittagsschläfchen.
Für den Nachmittag haben wir einen Rhino-Drive gebucht und stehen überpünktlich am Treffpunkt bereit. Erst stehen wir dort zu viert, dann zu sechst, dann zu acht und schließlich zu zehnt. Unsere Gesichter werden mit jedem Teilnehmer immer länger: die Fahrzeuge haben drei Dreiereihen (und einen Beifahrersitz), es wird also maximal eng.
Mit etwas Verspätung kommt das Safari-Fahrzeug um die Ecke und es sitzen neben dem Fahrer schon zwei Personen drin. Dem Fahrer wird schnell klar, dass er überbucht ist und er versucht den Sachverhalt zu klären. Für afrikanischen Verhältnisse total ungewöhnlich, gibt es jetzt aber nicht endloses Palaver, sondern eine klare Ansage von ihm. Es solle sofort ein zweites Fahrzeug geschickt werden, denn schließlich würden die Leute warten. Lars und ich sowie ein französisches Paar steigen schnell zu und los geht’s!
Leider ist das Reserve heute Nachmittag wie ausgestorben: in einer halben Stunde sehen wir gerade mal einen Toko und eine Trappe. Mir ist das gerade ganz recht, denn ich habe gemerkt, dass ich nur noch Platz für 25 Bilder auf der Speicherkarte habe! Den Rucksack mit dem Speicherkarten-Mäppchen haben wir nicht dabei: ein Anfänger-Fehler, den ich immer wieder gerne mache! Also schnell mal hundert Bilder gelöscht und Platz gemacht.
Im Laufe der nächsten halben Stunde sehen wir Strauße und Springböcke, also nichts, wofür ich meinen kostbaren Speicherplatz gerade opfern würde.
Eine weitere halbe Stunde später, kommen wir bei drei Nashörnern an, einem Bullen und einer Kuh mit Kalb. Unser Guide lässt uns aussteigen und nah an die Nashörner rangehen. Sie sind Menschen gewohnt, denn sie werden rund um die Uhr bewacht.
Wow, was für ein Erlebnis! Wir haben schon einmal wilde Nashörner zu Fuß getrackt, was wahnsinnig aufregend war. Hier ist es völlig anders, aber nicht minder beeindruckend: Die Tiere sind nur wenige Meter entfernt und der Guide hat auch nichts dagegen, dass wir uns für eine tiefe Perspektive in den Dreck schmeißen. Nur unsere Mitreisenden sind darüber etwas irritiert…
Als sich uns die neugierigen Tiere nähern, weichen wir vorsichtig zurück. Der Guide lacht und meint, wir sollten keine Angst haben. OK, das kommt uns entgegen! Als sie uns aber noch näher auf die Pelle rücken, pfeift und ruft der Guide und die Nashörner weichen wieder etwas zurück. Insgesamt sind sie aber total entspannt und wir auch: es ist wirklich ganz berührend, diesen wundervollen Tieren so nahe zu kommen! Wir bleiben ca. 20 Minuten und machen viele Fotos, wobei das Licht leider noch sehr hart ist und das hohe Gras etwas stört.
Dann fahren wir weiter zu einer anderen Kuh mit Adoptivkalb und fotografieren auch dort. Die Tiere kommen noch näher ran und wir bekommen Bilder in toller Perspektive: nah und von unten - das wäre in einem Fahrzeug niemals möglich! Lars und ich sind im Fotografen-Himmel!
Zu guter Letzt fahren wir die dritte kleine Gruppe des Reservats an: wieder eine Kuh mit Kalb. Hier ist das Gras ganz niedrig und das Licht total schön. Da wir schon einige gute Aufnahmen im Kasten haben, experimentieren wir mit dem Weitwinkel-Objektiv, was dem Körperbau der Tiere allerdings nicht besonders schmeichelt.
Hier findet auch gleich der Sundowner statt, aber ich muss zugeben, dass Lars und ich heute überhaupt kein Interesse an Drinks und netten Gesprächen haben - dafür ist es einfach viel zu schön, „auf Augenhöhe“ mit den imposanten Tiere zu sein und ihre Nähe zu genießen!
(Übrigens berichten und zeigen wir hier dieses Erlebnis so offen, weil auf der Website von Waterberg Wilderness ausdrücklich auf die Rhinos hingewiesen wird. Wilderer erfahren hier also nichts Neues.)
Völlig beseelt von diesem Erlebnis fahren wir zurück zur Lodge und ich bin froh, für zwei Stunden mal überhaupt nicht an den gestrigen Tag gedacht zu haben. Gegen sieben sind wir wieder an der Lodge und gehen gleich essen. Es gibt eine Gemüsesuppe und Coleslaw als Starter, dann Fisch mit Reis und Gemüse als Hauptgang und schließlich Tiramisu als Dessert. Das Dessert lassen wir direkt wieder aus und machen uns auf den Weg zu unserem Bungalow.
Wir wollen nämlich den grandiosen Sternenhimmel noch mal zusammen mit der Felskante des Waterbergs fotografieren. Danach fallen wir todmüde aber hochzufrieden ins bequeme Bett.
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201412. Apr. 2022 · #57
Hallo Elke,
gestern bin ich endlich dazu gekommen mir deinen Bericht anzuschauen. Bei der Schilderung all eurer Erlebnisse und den tollen Bilder konnte ich gar nicht aufhören zu lesen und bin an sofort "live" dabei. Ich hoffe ihr habt durch das unschöne Erlebnis am Kartenautomat nur einen großen Schrecken bekommen und nicht auch noch einen finanziellen Schaden erlitten.
Gromi1'415 Beiträge · seit 201412. Apr. 2022 · #58
Hallo Elke ...und die Moral von der Geschicht': geh' an ATMs alleine nicht 😮 !! hatten wir doch ein ähnliches Erlebnis 2011 in Plettenberg. Da wollte uns auch ein "aufmerksames (sprich uns beobachtendes),nettes und gut gekleidetes" Pärchen helfen, weil bei der ersten Eingabe es nicht funktioniert hatte. Nur durch Ernstens demonstratives Wegweisen der beiden und schnelles entfernen der Karte, blieben wir vor einem Schaden bewahrt 😉 berichtet die Margitta
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
mach Dir nichts aus dem Vorfall, mir ist vor Jahren genau das gleiche in Swakopmund passiert. Ich hätte mich hinterher ohrfeigen können für so viel Dummheit und dass nach alle den Jahren, die wir schon nach Namibia fahren. Aber der Kerl war so schnell, mein Mann auch nicht mit am Automaten und ich habe das auch nicht gleich geschnallt, was da passiert ist. Der Bankmitarbeiter hat noch geschaut, ob die Karte im Automaten geblieben ist, aber da war schon alles zu spät. Seit dem gehen wir nur noch zusammen an den Automaten. Habe die Karte nach ca. 15 Minuten sperren lassen, aber da war auch schon einiges runter. Aber ich habe alles ohne Probleme in Deutschland erstattet bekommen.
Aber trotzdem ein schöner Bericht mit traumhaften Fotos.
Viele Grüße Silke
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202112. Apr. 2022 · #60
Hallo Konni, schön, dass Du nachgereist bist und vielen Dank für Deine positive Rückmeldung! Das motiviert, den Bericht trotz des schönen Wetters zügig weiter zu schreiben! Am Ende hat uns die Bank das Geld erstattet, aber das war ein längerer Weg. Dazu schreibe ich am Schluss noch was - vielleicht hilft das anderen, ihre Ansprüche durchzusetzen. Liebe Grüße Elke