Chobe

29 Antworten · 5'492 Aufrufe · gestartet 13. März 2022 von GinaChris
Antworten
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201613. März 2022 · #1
Hi,
beginnt jetzt der "Ausverkauf" Chobe? 😵

Department Of Wildlife & National Parks
48 Min. ·
Click the link below to access the form of certificate of authority of signatory for the Expression of Interest to lease tourism sites in Chobe National Park : https://docs.google.com/document/d/1Z-htoTp-fEsXoz3J6sSBROTZ3asDBVLRmgV4VTO5Rdo/edit?fbclid=IwAR30qzcBts1_p4_TaUAXdv4IZVVwCYFxn9h8RDLhlIZrx44B7TJK-3nUR9E

Gruß Gina
1'677 Beiträge · seit 200713. März 2022 · #2
Na ja, angeblich steht ja eine "Zeitenwende" bevor. Unabhängig von jeder politischen Bewertung: wenn die westlichen Sanktionen bleiben, und Russland umgekehrt selber Sanktionen macht, dann wird sich für viele Europäer die Frage nach 50 US$+X ppn Campsites in Botswana nicht mehr stellen, zusammen mit allen anderen potentiellen Preiserhöhungen, gerade auch beim Fliegen. Man muss hoffen, dass es nicht so kommt. Denn dann würde auch der Namibia Tourismus wieder leiden.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Gast13. März 2022 · #3
Hallo Gina, ich verstehe deine Frage nicht und stellt das Tender-Dokument etwas Neues dar?
Danke und Grüße, W.
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201614. März 2022 · #4
Guten Morgen Werner,

wirtschaftlich gesehen, kann ich mir schwer vorstellen, dass jemand, der hier einmal gutes Geld gemacht hat,
seinen Vertrag kündigt, oder nicht um Verlängerung bemüht ist.
Dh vermute ich hinter diesem Aufruf, einen Teil jener Plätze, die im letzten Jahr,
von der durchs Land tourenden Ministerin, zur Neuerschließung touristisches Einnahmequellen ausgemacht wurden.
mMn verträgt halt jedes Gebiet nur eine Menge x an "tourism sites",
ohne dass sein ursprünglicher Zustand dadurch zu sehr leidet, oder es einen "retreat"-Charakter bekommt.

Gruß Gina
8'672 Beiträge · seit 201014. März 2022 · #5
Guten Morgen Gina,

ich habe eben mal bei meinem Kontakt in Botswana nachgefragt. Es handelt sich wohl ausschließlich um Lodge-Plätze, die zwischen Chobe Game Lodge und Ihaha Campsites an der Riverfront angedacht sind. Die Anzahl, auch der Betten, schreibe ich hier nicht nieder, weil es völlig surreal klingt 😣 . Auch wenn mein Kontakt oft zu Scherzen aufgelegt ist, scheint die Info ernstgemeint zu sein, ich habe extra noch einmal nachgefragt. 🙄

LG Bele

P.S. Ich hab nochmal wegen Echtheit der Info nachgefragt, ist wohl so, und es sind noch andere NPs im Gespräch....
Hintergrund: citizen empowerment. Insgesamt sicher auch verständlich, nur dieses Chobe-Projekt klingt völlig überzogen, man kann nur hoffen, dass ein Gleichgewicht gefunden werden kann.
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 14. März 2022
Gast14. März 2022 · #6
Wenn man die Entwicklung der letzten Jahrzehnte (bei Besucherzahlen, Unterkünften, Verschleißerscheinungen bis massive Naturzerstörung) Revue passieren lässt, die auch bisher niemanden gestört hat und sogar als positiv empfunden wird, dann ist obig nur die vorhersehbare Konsequenz davon. Und das wird so lange so weitergehen, solange „der Markt“ mit- (und die Augen zu) -macht und das im Wesentlichen als positiv empfindet. Aus welch immer Gründen, weil die Überentwicklung nicht erkannt wird, sie nicht als bedenklich empfunden wird …. es das Geld wert erscheint ... usw.
Dieses Forum (als Kollektiv gemeint, also nicht irgendwer persönlich) ist aktiver Teil und Treiber dieser Entwicklung und ein aussagekräftiges Abbild davon. 95 % dessen was ich hier lese, macht mir Zweifel, dass erkannt wird, wie sich das entwickelt hat und dass es darauf hinaus läuft. Anstatt für nur drei Wochen im Jahr und in Afrika ein Mal einen Teil der hohen Ansprüche zu Hause zu lassen, nehmen sie sie mit und erkennen nicht, was ihnen dadurch entgeht und was sie damit auslösen …. anrichten.
11:30 Diese Entwicklung ist nicht einzigartig und gibt es vieler Orts, aber die hier betroffenen Plätze sind, besser waren, eben doch einzigartig
zuletzt bearbeitet 14. März 2022
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201614. März 2022 · #7
Hi Bele,

vielen Dank für deine Info; die schlimmer als befürchtet klingt!
Gruß Gina
485 Beiträge · seit 202014. März 2022 · #8
loser schrieb:.... Anstatt für nur drei Wochen im Jahr und in Afrika ein Mal einen Teil der hohen Ansprüche zu Hause zu lassen, nehmen sie sie mit und erkennen nicht, was ihnen dadurch entgeht und was sie damit auslösen …. anrichten.
11:30 Diese Entwicklung ist nicht einzigartig und gibt es vieler Orts, aber die hier betroffenen Plätze sind, besser waren, eben doch einzigartig
Hallo Werner,
also, das geht mir jetzt doch etwas zu weit und wirkt recht belehrend auf mich.
Natürlich lässt sich der von dir angesprochene "Luxus" (den definiert sowieso jeder anders....) mit Naturschutz vereinbaren. Das ist alles eine Frage des Aufwands und nur weil es oft nicht oder nicht konsequent genug gemacht wird, ist es nicht unmöglich.
Ich lese hier nur deinen persönlichen Wunsch raus, dass dort alles so bleibt wie es ist und weiter für Camper exklusiv zur Verfügung steht (weil nix anderes vor Ort ist...) .

Der Camper ist da nicht anders als der Lodge-Besucher, beide haben Ansprüche definiert, die sich auf das Umfeld bzw. Umwelt auswirken. Ob aber dem einen nun was entgeht oder nicht ist rein subjektiv von deiner Warte aus betrachtet. Du legst die Definition von "schön" eben, wie jeder, individuell fest.

Das Beste für die Naturräume dort wäre vermutlich, niemand kommt mehr. Dann regelt die Natur das alles wieder selber auf ihre bekannte harte Tour. Dann ist das aber kein Platz für Menschen, auch nicht für Urlauber.
Sobald man Menschen reinlässt, gibt es Wirkungen dieser Menschen (Autos, Diesel, Grillen, Wasser, ..., Betten, Müll, Bars, Unterkünfte) . Das kann man endlos fortführen.

Das sich der Camper jetzt einbildet, er sei der "bessere Urlauber" erschließt sich mir nicht. Er lebt angeblich in der Natur anstatt im Zimmer, er isst und wäscht draußen, schläft im Dachzelt, kocht selber u.s.w. Der Lodger macht im Prinzip nichts anderes, nur dass er sein "Home" nicht durch die Gegend fährt sondern bereits erstellte Unterkünfte mit Ver- und Entsorgung anfährt.
Was jetzt besser oder schlechter sein soll, wer definiert das?
Nur das, was einem persönlich gefällt oder nicht gefällt, das lässt sich feststellen und abfragen.

In meinem Beispiel, ich übernachte nicht dort, wo es mir zu primitiv ist bzw. wo es mir zu teuer ist, und verpasst habe ich nach meiner Auffassung noch gar nichts. Wenn es vor Ort kein Angebot für mich gibt, komme ich einfach gar nicht bzw. suche mir andere Ziele.

Nix für ungut, aber das musste mal raus. Ich habe meine eigene individuelle Auffassung vom Afrika-Urlaub, die bleibt bestehen und auf dieser Basis suche ich mir Angebote vor Ort.
Gruß Burkhard
zuletzt bearbeitet 14. März 2022
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201614. März 2022 · #9
Hi Burkhard,

vorab, ich kann in keinem Satz von Werner erkennen, dass er meinen könnte, Camper wären die "besseren" Urlauber.
Vielmehr betont er die hohen Ansprüche mancher, die tatsächlich nicht viel mit Umweltbewusstsein zu tun haben;
und hier spreche ich auch von Campern.
zB Brauche ich tatsächlich einen Pool, in einem Land welches mit Wasserknappheit kämpft?

Wir urlauben in Lodges, Selbstversorgerunterkünften, und als Camper.

Trotzdem fühle ich mich irgendwie besser, wenn wir es, als Camper zu zweit schaffen, innerhalb von 5 Tagen im CKGR,
mit nur 90 Litern Wasser auszukommen. Inbesondere wenn ich daran denke, dass der Lodgetourist ebendort,
allein für 1x duschen mehr verbraucht.

Es gibt also doch Unterschiede. Dass wir den gleichen, üblen ökologischen Fußabdruck hinterlassen,
um dort hinzukommen wo wir hin wollen, ist unbestritten.

Gruß Gina
1'014 Beiträge · seit 201614. März 2022 · #10
Ich persönlich kann Loser nur beipflichten. Okay, der große Afrikakenner bin ich nicht, aber ich habe über die Jahre in Australien auch beobachten müssen, wie aus einsamer Natur ein Rummelplatz gemacht wird. Und wenn es keine Nachfrage nach besagten Rummelplätzen und immer mehr und immer exclusiveren Unterkünften gäbe, würden sie wohl nicht geplant und gebaut.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 15. März 2022
Gast14. März 2022 · #11
Hallo Burkhard,
Gina hat es schon kurz und bündig auf den Punkt gebracht, hier meine Langfassung. 😉
Es geht hier nicht vorrangig bloß um Camping vs. Lodges, sondern um die Ausschlachtung des Chobe, das ist das Thema. Dass Camping kein volkswirtschaftlich relevantes Tourismusmodell für BW odgl. sein kann, versteht sich von selbst. Bei der Kosten- und Besucherstruktur und ein paar hundert Stellplätzen im ganzen Land sagt das der Hausverstand.
Unsere Zugänge zu dem Thema und Motiv für Äußerungen sind eben unterschiedlich. Du schreibst von deiner Präferenz für Urlaub in Afrika und mehr oder weniger unmittelbaren Wahrnehmungen. Ich habe meine Beobachtungen über einige Jahrzehnte als Basis für eine „Hochrechnung“ für weitere Jahrzehnte mit Verdoppelung oder Verdreifachung der Besucherzahlen mit höchsten „Versorgungsansprüchen“, beschrieben. Denn das ist ja der Anlass für dieses Thema und die schaut dann so für MICH düster aus.

Man kann doch sicher außer Streit stellen, dass der Ressourcenverbrauch und Ver- und Entsorgungsaufwand für rundumbetreuten Hoteltourismus der obersten Kategorie der weitaus höchste von allen anderen Ausprägungen des Reisens ist, und zwar um Größenordnungen. Die Details erspare ich mir jetzt, weil es sich von selbst versteht. All das muss hin und her gekarrt, mit zig Gütern und viel Energie ver-, die Abfälle entsorgt werden.
Sicherlich kann man eine kleine Luxusoase für ein paar Gäste so betreiben, dass es bez. Strom, Wasser und Fäkalien auch ziemlich „nachhaltig“ ist. Hier geht es aber um eine offensichtlich gravierende Erhöhung der Bettenzahl im oberen bis obersten Segment auf engem Raum. Das war für mich Anlass für obig. Wenn man das, mal abgesehen vom Erlebniswert der Gäste, „nachhaltig“ machen wollte, müsste man gewaltig für Infrastruktur umgraben usw., denn lange könnte man das nicht so machen, wie jetzt auf niedrigem Niveau gerade noch funktionierend. Die Bewohner im Ötztal oder in Hallstadt haben auch nicht geglaubt, dass die am Gletscher ablegte Schxxxe irgendwann bei ihnen im Tal ankommt.
Und vor allem, wo und wie sollen die zigTausende zusätzlichen Touristen „Safari“ machen. Die gepriesene Riverfront ist doch jetzt schon längst eine Landschaftsruine, durch Autos und Elefanten.
Dass die BW-Regierung und auch wahrscheinlich ein Großteil der Bürger das so will, ist völlig außer Streit, weil ihre Sache, die keinen Zaungast aus dem Ausland etwas angeht und vollkommen normal und auch nicht anders, als wir es bei uns mit unseren schönsten Plätzen gemacht haben und weiter machen.
Es wird sowieso so weitergehen, so lange "der Markt" das so goutiert. Aber eine Meinung dazu kann man trotzdem äußern und toll finden muss man es auch nicht, dafür geniere ich mich nicht.
Dazu kommt noch, dass dem Staat und Land selber so wenig davon bleibt, dass sich der Verschleiß von „Naturkapital“ kaum mehr lohnt.
Grüße
Bei einem können wir uns sicher einigen: Was für den einen Naturzerstörung ist, ist für andere eben Fortschritt.
Und ich kampiere übrigens schon seit 14 Jahren nicht mehr.
zuletzt bearbeitet 15. März 2022
1'095 Beiträge · seit 200914. März 2022 · #12
Vollkommen d‘accord, Werner.

Ich persönlich bin fasziniert wie angewidert zugleich von dem Phänomen „Chobe River Front“.
Ich empfinde das als „nicht typisch Botswana“, so wie ich die Vic Falls als „nicht typisch Simbabwe“ empfinde.

Kasane ist busy wie Arusha und da haben wir schon das eigentliche Problem, das die River Front so abartig macht: kein anderer mir bekannter Park in Botswana hat eine derart hohe und ungesunde Dichte an Tagestouristen. Dazu kommen Guides, die ich nirgends sonst so rücksichtslos der Tierwelt ggü erfahre wie dort. Sie wollen halt den Tagestouristen „Tip-trächtige“ Erlebnisse bescheren und überschreiten dabei dann eben gerne Grenzen. Es wird spannend, denn der Park wird es imho nicht verkraften, zu dem jetzigen Trubel noch eine weitere Anzahl Übernachtungsgäste am Tag hinzuzubekommen. Wenn nun die Anzahl Tagesgäste reduziert werden sollte, würde sich das wohl eher positiv auswirken, da die Lodges 2 Game-Drives durchführen aber Mittags und am frühen Nachmittag im Terrain „fehlen“.

Ketzerisch könnte man nun zu dem Schluss kommen, dass die totale Ausbeutung der River Front als Preis akzeptabel wäre, wenn der restliche Grossteil des Landes seine Ruhe behält. Das Duo River Front und Vic Falls bietet sich für „Ausbeutung“ an.

Liebe Grüsse Guido
485 Beiträge · seit 202014. März 2022 · #13
loser schrieb:... Anstatt für nur drei Wochen im Jahr und in Afrika ein Mal einen Teil der hohen Ansprüche zu Hause zu lassen, nehmen sie sie mit und erkennen nicht, was ihnen dadurch entgeht und was sie damit auslösen …. anrichten.
ich wiederhole mal das Zitat mit der Aufforderung "die hohen Ansprüche zu Hause zu lassen", dass mich stört ....
GinaChris schrieb:Trotzdem fühle ich mich irgendwie besser, wenn wir es, als Camper zu zweit schaffen, innerhalb von 5 Tagen im CKGR, mit nur 90 Litern Wasser auszukommen. Inbesondere wenn ich daran denke, dass der Lodgetourist ebendort,
allein für 1x duschen mehr verbraucht.
Es gibt also doch Unterschiede....

... die ökologisch betrachtet eben gelöst werden müssen. Egal wo das Wasser verbraucht wird, es muss irgendwo herkommen und es einfach wegzuschütten wie heute ist eben das Problem. Wenn es sauber in den Kreislauf zurückkommt ist der "Verbrauch" gleich NULL, das ist die Lösung, egal ob Camp oder Lodge.
loser schrieb:Dass die BW-Regierung und auch wahrscheinlich ein Großteil der Bürger das so will, ist völlig außer Streit, weil ihre Sache, die keinen Zaungast aus dem Ausland etwas angeht und vollkommen normal und auch nicht anders, als wir es bei uns mit unseren schönsten Plätzen gemacht haben und weiter machen.
Es wird sowieso so weitergehen, so lange "der Markt" das so goutiert.

Jetzt bleibt nur noch die Wahl, da mit zumachen (mit Urlaub dort) oder es bleiben zu lassen. Um das nachhaltig zu machen, müsste man deren Regierung überzeugen, dort anders vorzugehen, aber doch nicht den Touristen die "Schuld zu geben" (im übertragenen Sinne), weil sie nicht bereit zum Verzicht sind. Oben steht es ja richtig: diese Entscheidung trifft eben das Ziel-Land selber, kann gut sein für die Wirtschaft und schlecht für die Umwelt .... oder umgekehrt ???? Ich weigere mich denen den Rat zu geben "nehmt mal weiter den billigeren Camper anstatt die teureren Lodger". Wenn sie es falsch machen hat das Auswirkungen direkt vor Ort bei der Bevölkerung bzw. bei der Tierwelt etc.
Jeder von uns wird die Entscheidung selbst treffen müssen, ob es ihm zusagt, was dort evtl. angeboten wird.

Und bevor ich falsch verstanden werde, ich kann mir auch nicht vorstellen, die Chobe River Front noch mal zu besuchen, wenn die mit Lodges vollgenagelt wurde und die Elefanten angekettet werden müssen, damit sie vor Ort bleiben.
Seyko schrieb:Ketzerisch könnte man nun zu dem Schluss kommen, dass die totale Ausbeutung der River Front als Preis akzeptabel wäre, wenn der restliche Grossteil des Landes seine Ruhe behält. Das Duo River Front und Vic Falls bietet sich für „Ausbeutung“ an.
Oh Mann, was für ein Szenario ... 😠
Gruß Burkhard
zuletzt bearbeitet 14. März 2022
43 Beiträge · seit 202214. März 2022 · #14
Wir haben Ende November mit Einheimischen (selbstständig im Tourismus tätig) über das Projekt „Riverfront“ gesprochen. Sie sind happy damit, da sie nach Corona dringend auf Verbesserungen im Tourismusumfeld angewiesen sind. Ich bin der Meinung wir haben kein Recht uns darüber zu „entrüsten“. Wir haben auch unsere Flussufer an Elbe, Rhein und wo auch immer touristisch „entwickelt“, was wir wohl zu kritischen Stimmen aus Botswana dazu gesagt hätten!
Gruß Zimba
PS und wenn ich das richtig verstanden habe geht es nicht darum „Elefanten anzubinden“!
607 Beiträge · seit 201014. März 2022 · #15
Schönen Abend,
aus solchen Streitthemen halte ich mich eigentlich heraus. Aber hier möchte doch einwerfen, dass manche Individualisten der Meinung sind , dass diese Individualität um jeden Preis erhalten werden muss.
Seit vielen Jahren reisen wir in der Welt an Plätzen wo die Natur noch Natur sein darf, und an einigen davon gibt es in der Zwischenzeit viele Touristen, ich werfe hier mal ein: Massai Mara, Etosha, Krüger um es auf Afrika zu begrenzen. Die Touristenzahl dürfte sich in diesen Bereichen vermutlich seit 1991(da war ich das 1.Mal in der Massai Mara) vervielfacht haben. Dort war ich 2019 wieder einmal und ich hatte den Eindruck, dass die Tiervielfalt erhalten geblieben ist. Allerdings leidet der Naturschutz dort enorm, da der Druck durch die Viehzucht darum herum extrem hoch ist.
Dies könnte im Chobe vielleicht verhindert werden, wenn sehr viele Touristen da sind, dann wird die Parkverwaltung+ Hotels darauf achten, dass Nutztiere nicht in den Park können.
Ja, es wird so sein, wie im Krüger, dass viele Autos an einem Riss stehen, aber ist das so wichtig, wie oft man alleine ein Tier beobachten kann, wichtig finde ich: dass man es überhaupt kann. Ich finde die Artenvielfalt im Krüger ist immer noch beeindruckend, obwohl die Touristenzahlen es auch sind.
Die Tiere im Krüger haben mit den Touristen auf jeden Fall wenig Probleme, als die Touristen untereinander. Wer weiß ob mit weniger Touristen dort, die Nashörner schon ausgestorben wären.
Wenn ich bei einer Sichtung stehe und es kommt ein Auto dazu, dann denke ich oft: was der sich wohl denkt, vielleicht genau wie ich, es geht nur um die Natur.
Natürlich geht ein gutes Stück Natur durch die Infrastruktur kaputt, aber vielleicht bleibt ein Großteil länger erhalten. Es ist immer noch besser, als es einer zerstörerischen Landwirtschaft zu überlassen.
Im Chobe Westteil, ist die Landwirtschaft schon weit vorangekommen, und man sieht öfters Rinder als einem( also mir) lieb ist.
Vielleicht bauen sie ja keinen Bunker dort, und ja es war im Okt. 2021 wirklich besonders schön im Chobe, bzw. in Botswana. Ja es war angenehm, willkommen zu sein, sogar am Parkgate.
Und ich hoffe sie teeren die Chobe Riverfront nicht.
Aber trotzdem muss ich akzeptieren was dort passiert, ich bin nur Gast. Und ich bin immer dankbar, dass ich in solche Länder noch reisen darf. An einigen Orten wo ich schon war, kann man heute gar nicht mehr hin.
Viele Grüße Wolfgang
Gast15. März 2022 · #16
Hippie schrieb: aber ist das so wichtig, wie oft man alleine ein Tier beobachten kann, wichtig finde ich: dass man es überhaupt kann.
😁 😁 😁 genau und nicht unbedingt,
denn würde die Garanca in einer Privatvorstellung schöner singen als in der Oper?
Aber ging es nur wirklich darum?
und daher
Es war sehr schön,
es hat mich sehr gefreut!
Wie schon ........... sagte
zuletzt bearbeitet 15. März 2022
11 Beiträge · seit 201915. März 2022 · #17
Liebe Fomis
Obwohl ich seit einiger Zeit im Forum mitlese und noch nicht viel beigetragen habe, reizt es mich doch auch mal etwas bedenkenswertes beizutragen.

Es geht mir vor allem darum, dass gewisse Dinge etwas relativiert werden, weil wir auf sehr hohem Niveau jammern. Das hat sich gerade bei diesem Thema wieder gezeigt.

Sind wir nicht alle etwas egoistisch, wenn wir den Anspruch haben überall bei Tierbeobachtungen alleine zu sein? Viele leben in ziemlich engen Verhältnissen und wenn sie in Afrika sind stört sie ein Campnachbar auf 100m. Motto: Ich bin immer der bessere Tourist und die anderen sind Störenfriede.

Wir wollen die Natur möglichst unverfälscht und es soll ja nichts verändert werden im Vergleich zu jener glückseligen Zeit als wir irgendwo die ersten waren. Dann jammert man auch schon, dass etwas wieder teurer wird, obwohl die Preise mit Europa verglichen extrem tief sind. Dass die Bewohner des Landes auch das Bedürfnis haben ein kleines Stück vom Kuchen zu bekommen, wird ausgeblendet. Wir können uns diese Reisen leisten, weil es vor Ort so billig ist. Für die Anreise plus Auto geben wir oft mehr aus als für den Rest.

Jemand findet es rücksichtsvoll, dass er für eine Reise nur 90l Wasser braucht, aber in der gleichen Zeit wird mit rumfahren die mehrfache Menge Diesel verbrannt. Den horrenden Verbrauch von Kerosen, um überhaupt mal nach Afrika zu kommen (teilweise mehrmals jährlich) blenden wir dabei komplett aus. Dabei ist dies möglicherweise entscheidender als die Frage, ob Lodge oder Camping. Unter anderem hat bei einem Lodge Aufenthalt auch die örtliche Bevölkerung etwas davon (mal mehr mal weniger, vom Betreiber abhängig, das ist klar).

Können wir uns, etwas ketzerisch gefragt, wirklich als Natürschützer bezeichnen, wenn man all das bedenkt. Ist irgend etwas bei einer wie auch immer durchgeführten Reise nachhaltig?

Jeder beansprucht, der beste Reisende zu sein, das geht nicht auf.

Ich frag ja nur. Nur um es klarzustellen, ich reise auch und es macht mir oft Freude und manchmal nicht, wie allen.

Freundliche Grüsse
Heinz
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201615. März 2022 · #18
Hi Heinz,

ich bin diejenige, die sich gut dabei fühlt, nur 90 Liter Wasser innerhalb von 5 Tagen zu zweit verbrauchen,
aber ich habe nicht geschrieben, dass ich das rücksichtsvoll finde.
Vielleicht hast du meinen Beitrag ja nur überflogen, denn da steht auch, dass ich mir des üblen Fußabdruckes,
den wir hinterlassen um dort hinzukommen (fliegen, fahren) durchaus bewusst bin.

Und nein, ich fahre nicht nach Botswana weil es dort billig ist, denn eine ungerodete campsite um Pula 350,
fällt bei mir nicht unter "billig".

Wenn die örtliche Bevölkerung mehr von den Tourismuseinnahmen hätte, würde ich das mehr als begrüßen!
Leider ist es aber noch nicht so lange her, dass Botswana nur an Staatsbürger Landverkäufe zulässt.
Und liest man das Kleingedruckte bei den neuesten Tourismusinitiativen, fällt auf:
besitzen dürfen es nur Staatsbürger, betreiben aber auch Nicht-Staatsbürger.
Jetzt rate mal wo die Einnahmen hingehen werden...

Und nein, solange ich diesen üblen Fußabdruck hinterlasse, maße ich mir es nicht an, mich als Naturschützerin zu bezeichnen.

Gruß Gina
11 Beiträge · seit 201915. März 2022 · #19
Hallo Gina

Ich wollte nicht explizit dich angreifen. Die Situation ist für uns alle mehr oder weniger gleich. Ich habe deinen Eintrag sehr wohl gelesen und verstanden und bin mit vielem einverstanden. Meine Relativierung bezüglich Wasserverbrauch und Dieselverbrauch bleibt aber, da die Diskrepanz gewaltig ist.

Mit den Besitzverhältnissen hast du wohl recht, aber es hilft den Einwohnern auch, wenn sie im Tourismus eine Arbeit finden und nicht nur, wenn ihnen das Objekt gehört.

Gruss Heinz
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201616. März 2022 · #20
Guten Morgen,

um das, an der Riverfront Geplante, noch etwas näher zu beleuchten:
Ab Ihaha, ca 25 km nach O, stehen 8, jeweils 3 ha große Plätze,
mit einer Bebauungserlaubnis für bis zu 50 Zimmer/75 Betten je angebotener Parzelle bereit.
https://www.pressreader.com/botswana/the-midweek-sun/20220302/281741272876236

Gruß Gina