Von Elefanten zu Zistensängern - 3.5 Wochen

Reisebericht 61 Antworten · 7'797 Aufrufe · gestartet 03. März 2022 von Bushtruckers
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201414. März 2022 · #21
9.2. Samburu zu den Aberdare
Frühstück und Losfahrt um 07.30 Uhr. Vom Elephant Bedroom bis zu Archer’s Post schauen wir klar Tiere und können dem schön im Licht sitzenden Raubadler / Twany Eagle nicht widerstehen.

TawnyEagleSamburu.jpg


Am Ausgang gehe ich meiner Liebe für Sukkulenten nach – Desmidorchis acutangua aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die Blüten stinken und ziehen somit Fliegen zur Bestäubung an. Wäre ich nicht mehr so lange unterwegs, hätte ich Ableger mitgenommen.

Desmidorchisacutangulaplant.jpg


Desmidorchisacutangulaflower.jpg


Wüstenrosen (Adenium obesum) gehören ebenfalls zu den Hundsgiftgewächsen. Wilderer können mit dem Gift die Pfeile vergiften.

DesertRose.jpg


Wiederum geht es auf der Teerstrasse durch Isiolo und über die ziemlich zahlreichen Bumps. Danach die Strasse hoch bis vor Timau, wo unser Herr Gast seinen echt guten Espresso bekommt. Ich darf leider nicht, sonst schlafe ich nachts nicht. Der Schildrabe / Pied Crow ist zwar häufig und kommt auch in meinem Garten vor, aber ihn gut im Licht zu nicht hoch oben zu bekommen, ist anders. Joseph muss nun halt das Auto nochmals stoppen und schaut mich nur verwirrt an. Schildraben ernähren sich nebenbei von Abfall und vermehren sich deshalb lokal zu arg. Sie werden dann zur Bedrohung von anderen Vögeln, deren Nester sie plündern. Noch schlimmer ist die Indische Hauskrähe an der Küste, die leider immer mehr ins Inland vordringt. Man versucht sie zu dezimieren, indem man Eier aus deren Nestern holt – vergeblich.

PiedCrow.jpg


Durch Nanyuki und an Nyeri vorbei bis zum Aberdare Country Club, wo das Mittagessen auf uns wartet. Es war Tellerservice und schmeckte gut. Was nun? Vögel jagen! Und die Nektarvögel sind sicherlich nicht die einfachsten. Doch einer gelingt recht gut – Nandinektarvogel (früher Preussnektarvoge) / Northern Double-collared Sunbird (Cinnyris reichenowi reichenowi – früher Nectarinia preussi kikuyuensis). Man sehe, die Wissenschaftler sind an der Arbeit….

NorthernDouble-collaredSunbirdmale.jpg


Wenn man bei den Aberdare Bergen ist, fällt ein Baum besonders auf, wenn er in Blüte ist. Alle Baumkronen sind grün und mittendrin leuchtet es rosa. Cape Chestnut / frei übersetzt Kapkastanie (Calodendrum capense, Familie Rautengewächse)

CapeChestnut.jpg


Beim Treetops Gate (Eingang zum Aberdare Nationalpark) beobachte ich nach dem Einchecken diese Wespe. Als ich sie fotografierte, schauten mich die Ranger verwundert an. Was für ein Wildtier, die wohl entdeckt hat… Potter Wasp / Solitäre Faltenwespe – ich finde keinen besseren Deutschen Namen auf Internet – besser wäre Töpferwespe

PotterWasp-Synagrissp..jpg
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201414. März 2022 · #22
Bis zum The Ark sehen wir nicht viel. Ich bringe nur kurz mein Gepäck aufs Zimmer und nutze da Licht und die Ruhe auf dem Steg. Nun ein Wunsch geht in Erfüllung! Oliventaube / Olive Pigeon

OlivePigeon.jpg


Und eine unerwartete aber nicht unbekannte Art…. Gelbbartbülbül / Yellow-whiskered Greenbul / Eurillas latirostris. Das Foto war bei der 2. Sichtung, bei den ersten kam der gelbe Bart nicht so klar raus

Yellow-whiskeredGreenbul.jpg


Nektarvögel haben halt ihren Reiz. Hochland-Nektarvogel (früher Fülleborn-Nektarvogel) / Eastern Double-collared Sunbird (Cinnyris mediocris). Endemisch in Kenia Hochland und Nordtansania.

EasternDouble-collaredSunbird.jpg


In dem seichten See, den man/Frau (habe gelernt, das ist nun üblich in Deutschland, dass alle Geschlechter einbezogen werden müssen) von den Plattformen aus gut übersehen kann, ist immer etwas los. Teichhühner / Common Moorhen (Gallinula chloropus meridionalis) sind immer present und suchen nach Nahrung.

CommonMoorhen.jpg


Auf die Bekassine / Common Snipe (Gallinago g. gallinago) treffen wir nicht nur hier. Sie verbringen den Nordwinter in Afrika.

CommonSnipe-2.jpg


Und dann kommen die schwarzen Riesenwaldschweine (Hylochoerus m. meinertzhageni). In Kenia und Nordtansania kommt die grösste der 3 Unterarten vor. Ihr Begleiter, die Madenhacker, scheuen nicht davor zurück auch in Wunden zu bohren, um das Blut zu trinken. Riesenwaldschweineber können ein Stockmass von bis zu 1.1 m erreichen und bis zu 275 kg wiegen.

GiantForestHogwithRed-billedOxpecker.jpg


GiantForestHogyoung.jpg


Riesenwaldschwein mit Madenhacker ↗



Und so sieht es vor der The Ark Lodge aus

TheArkenvironment.jpg


Man hört sie oft rufen und sieht gelegentlich eine grosse Zahl an Tüpfelhyänen. Hier werden sie nicht von Löwen bedroht, da es keine hat. Sie suchen nach günstigen Gelegenheiten ein Büffelkalb oder Buschbock zu reissen.

SpottedHyenaTheArk.jpg


Vor Büffeln haben auch die Riesenwaldschweine Respekt!

GiantForestHogandBuffalo.jpg


Eine nette Kletterpflanze auf die man oft trifft – Black-eyes Susan (Thunbergia alata)

Thunbergiaalata.jpg


Turakos gehören zu den schönsten Vögeln in Afrika! Je nach Gebiet ändert die Art. Oft sitzen sie leider im Schatten oder fliegen, wobei die tolle rote Flügelunterseite zur Geltung kommt. Also ist ein guter Ort beim Vogelfütterungsplatz auf dem Steg. Seidenturako / Hartlaub’s Turaco

Hartlaub'sTuraco.jpg


Nach dem Abendessen muss ich natürlich nochmals auf die offene Plattform. Die Flutlichter ziehen eine riesige Menge an Faltern und anderen Insekten an. Fledermäuse fliegen um mich herum und unter sind die Grossfleck-Ginsterkatzen, die sich gütlich tun.

Large-spottedGenet.jpg


Ab ins Bett.
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201416. März 2022 · #23
10.2. Aberdare Nationalpark
Wer es nicht scheut, morgens rechtzeitig aus den Federn zu kriechen, kann dies erleben. Es war aber nur an dem Morgen so toll, dann die nächsten beiden leider nicht mehr
6.38 Uhr Mount Kenia

theArkMt.Kenya.jpg


6.53 Uhr

SunriseTheArk1.jpg


6.54 Uhr

SunriseTheArk2.jpg


6.55 Uhr

SunriseTheArk3.jpg


Es liegen viele tote Falter und andere Insekten rum und das holen sich die tagaktiven Vögel wie die Kapstelze / Cape Wagtail / Motacilla capensis wellsi

CapeWagtail.jpg


Nach dem Frühstück starten wir die Pirsch. Im Wald sehen wir noch kaum Tiere. Das die Stelle wo die Strasse sich verzweigt und links hoch in Hochmoor geht und da wollen wir hin.

Aberdareriver.jpg


An einem Ort, wo wir schon etliche Nektarvögel und auch ein VonHoehnel Chamäleon gefunden hatten, halten wir. Wenigstens ein Schmetterling Medea Sylph – Dickkopffalter und ein paar Blütenpflanzen

MedeaSylph-Metisellamedea.jpg


Beim idyllischen Teich, wo schon etliche Hochmoorpflanzen vorkommen, fotografieren wir kurz

AberdareTeich.jpg


Wo es zum Chania Fall runtergeht (zu Fuss, aber nicht für mich) fliegen 2 Bergbussarde über uns. Leider ist meine Kamera zu langsam für Flugaufnahmen. Dafür Schmetterlinge – African Migrant (Catopsilia florella – Familie Weisslinge / Pieridae). Erst das Männchen und dann African clouded Yellow (Colias electo). Die Blume ist Hebenstretia dentata, eine Hochlandpflanze

AfricanMigrantmale.jpg


AfricanCloudedYellow-Coliaselecto.jpg


Hebenstretiadentata.jpg


Die herrliche Landschaft der Aberdare Berge (Lesatima 4.001 m) für diejenigen, die gut zu Fuss sind

AberdareHochmoorandLesatima.jpg


Durch den Märchenwald geht es zur Fishing Lodge. Es kommen uns so viele Schmetterlinge des African Migrant entgegen, sieht fast so aus, als ob Schneeflocken treiben. Fishing Lodge sind ähnlich der Alphütten und Selbstversorger. Also Essen, Trinken mitbringen. Küche und Küchenutensilien, sowie ein gemütlicher Essraum sind da. Es ist herrlich da oben, auch wenn es gelegentlich unter 0 Grad gehen kann

Forestwithlichen.jpg
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201416. März 2022 · #24
Wer würde auf 2.920 m einen Blutschnabelweber / Red-billed Quelea erwarten? Ich sicherlich nicht…. Aber es war einer

Red-billedQuelea.jpg


Wir geniessen unser Mittagessen auf der Terrasse der Fishing Lodge. Nicht gegessenes, aber noch eingepacktes Mittagessen bekommt der Ranger. Die Aepfel sind für Joseph
Langsam geht es wieder Richtung The Ark. Aber erst habe ich noch riesiges Glück und kann den Aberdare Zistensänger fotografieren. Mein erstes anständiges Bild. Die Art ist endemisch und leider gefährdet.

AberdareCisticola.jpg


Ich habe R versprochen wir finden Jacksons Frankoline / Jackson’s Spurfowl, also langsam fahren, denn oft sind am Wegesrand

JacksonsFrankolin.jpg


Bei einer Gruppe Weisskehlmeerkatzen / Stuhlmann’s Blue Monkey / Cercopithecus mitis stuhlmanni verweilen wir eine Zeit. Sie sind grade intensiv mit Fressen beschäftigt. Die Blue Monkeys, wie sie im Englischen genannt werden, sind auch eine der komplexeren Gruppen. Aber mittlerweile gibt es gute Forscher, die das auch auf einer Karte einzeichnen, welche Unterart wo vorkommt.

White-throatedmonkey.jpg


Viel sehen wir nun nicht mehr und sind bald in der The Ark Lodge, die wir vom Weg aus fotografieren. Ich muss natürlich sofort wieder auf die Plattform und den Steg, ich könnte ja was verpassen. Ein stattlicher Buschbock kommt auf die Lichtung.

BuschbockmaleTheArk.jpg


Büffel Mama mit Kalb kommen zum Trinken. Auf die Jungen haben es die Tüpfelhyänen abgesehen….

BueffelmitKalbTheArk.jpg


Ein gutes Abendessen und ins Bett

11.2. Aberdare Nationalpark
Der Morgen ist nicht grandios und eher trübe. Somit gibt es von der Morgenpirsch auch nur das Foto von dem Elefantenbullen, der sich bei der Körperpflege auf dem Weg nicht stören liess. Dass der Baum dem Druck standhält…

Elefantenbullekratzen.jpg


Elefantenbullekratzen2.jpg


So flach ist der Tümpel, dass die Gelbschnabelenten / Yellow-billed Ducks den Untergrund aufwirbeln

GelbschnabelentenSpur.jpg


Herr Buschbock, tested seine Weibchen auf Empfängnisbereitschaft

Bushbuck3.jpg


Bushbuck4.jpg


Einige Büffel haben lustige Hornformen

BueffelHorn.jpg


Nun auf den Steg und siehe da ich finde wieder eine neue Vogelart für mich! Dickschnabelgirlitz / Thick-billed Seedeater / Crithagra burtoni albifrons, die Unterart in den Hochlandwäldern in Kenia östlich des Grossen Grabenbruchs

Thick-billedseedeater-Crithagraburtonialbifrons.jpg


Man kann sehen, es sind ein paar Regentropfen gefallen, aber nicht so, dass ich mich hätte verkriechen müssen. Goldschwingen Nektarvogel – Golden-winged Sunbird, Weibchen

Golden-wingedSunbird.jpg


Die Verstrebungen an der Brücke sind ganz eklig angebracht und die Brüstung ist für mich zu hoch. Lehnt man sich aber fest dagegen, dann wird die Kleidung dunkel von der Imprägnierung. Dennoch die Grossfleckginsterkatze und das Suni bringe ich mit Verrenkungen aufs Bild

Large-spottedGenet2.jpg


Suni.jpg


Wuselig, nach Insekten suchend und klein ist der Kikuyu Brillenvogel / Kikuyu White-eye (früher Montane White-eye) / Zosterops kikuyuensis

KikuyuWhite-eye.jpg


Mit dem Regenbogen sage ich gute Nacht für heute

RainbowAberdare.jpg
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
zuletzt bearbeitet 16. März 2022
4'529 Beiträge · seit 200717. März 2022 · #25
Liebe Elvira,

nach meiner "Dankespur" will ich mich nun gerne auch mal in Schriftform melden.
Bei Deinem Bericht bin ich voller Vorfreude dabei.

Meine Frau hat mich nun in Sachen Kenia "weichgekocht" und unser Picco leistet ihr seit langem Schützenhilfe.

Danke für den schönen Bericht !

Viele Grüße
Carsten
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201418. März 2022 · #26
Hallo Carsten

na das freut mich, dass Euch mein Bericht inspiriert. Er ist noch lange nicht fertig....

Picco ist ein guter Motivator und uebrigens viel Spass mit ihm auf Tour zu sein!

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
6'372 Beiträge · seit 201118. März 2022 · #27
Hoi Elvira
Bushtruckers schrieb:Picco ist ein guter Motivator und uebrigens viel Spass mit ihm auf Tour zu sein!
Nur dass keine Gerüchte aufkommen: Wir werden nicht miteinander auf Tour sein, zumindest ist bisher nichts derartiges geplant. 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201418. März 2022 · #28
Hoi Picco

ich habs auch nicht so verstanden, dass sie Dich im Handgepaeck mitnehmen.... so lange Koffer muessten ja auch erst Mal gebaut werden 😮 😄

Viele Gruesse aus der Hitze
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201419. März 2022 · #29
12.2. Solio Conservancy
Wir packen und essen unser Frühstück. Dann fährt uns Joseph aus dem Park raus und zur Rhino Watch Lodge. Dort lassen wir unser Gepäck und fassen unsere Lunchboxen. Danach eine kurze Strecke zum Eingang zu Solio. Das Bezahlen dauert etwas und ich kaufe auch eine Karte, die uns zwar dann nicht allzu viel hilft. Also noch die tolle Cussonia holstii aufnehmen. Der übersetzte Name ist Kohlbaum oder auch Elefantenzahnbürste

Cussoniaholstii.jpg


Und nun fängt der Nashorntag an… die Rasenmäher in Aktion. Da ich schon so viele Nashornbilder habe, halte ich mich etwas zurück. Ich muss sie ja immer selber verlesen und bearbeiten….

Whiterhinos.jpg


Was man am besten tut, wenn es heiss ist…

Breitmaulnashoernerliegend.jpg


Was bestechend ist in Solio, sind die vielen Gelbrindenakazien

ZebrasGelbrindenakazien.jpg


Defassa Wasserböcke und Impalas im Sumpfgebiet

WasserboeckeundImpalasimSumpf.jpg


Wir müssen auf Toilette und es ist auch Mittagszeit. Wo? Drin darf man nirgends mehr aussteigen. Also zum Eingang, aber nicht so weit wie zu dem wo wir bezahlt hatten. Ein Schild weisst uns auf die Toilette hin und da werde ich gleich von einem Schwarm Bienen empfangen, die sich da häuslich einrichten wollen. Nichts wie weg, ich kenne die kenianischen Bienen, da welche gleich ausserhalb meines Gartens nisten. Also hinter den Busch und R sagen, dass er M warnt. M kommt an und sagt, dass sie grade von einer Biene gestochen wurde – hast Du die Warnung nicht bekommen, doch… aber…. Aha, man/Frau glaubte mir nicht. Zum Glück ist sie nicht allergisch und es tut einfach eine Zeitlang weh, auch nicht toll.

Dieser schwarze, nicht kastrierte Kater, miaut und miaut. Na ja, zu gut gefüttert sieht er nicht aus und wir geben ihm die Hühnerbeinknochen und was wir sonst noch übrig haben, was Katzen fressen können. Da wird er etwas ruhiger.

ScharzerKater.jpg


Danach fahren wir wieder los und gleich geht die Nashorntour weiter. Solio ist bekannt für die grosse Anzahl an Spitz- und Breitmaulnashörnern. 2020 + 2021 hat Kenia kein Nashorn durch Wilderei verloren! Hut ab und weiter so. Nicht in die Fusstapfen von Südafrika und Botswana reintreteten.

Whiterhinosgroup.jpg


Ich hoffte, die beiden Böcke liefern sich einen Kampf, aber dem war nicht so

Impalamales.jpg


Sogar Netzgiraffen finden wir in Solio und seht warum sie so lange Hälse haben

Netzgiraffen.jpg


Netzgiraffefressen.jpg


Dieses junge Südliche Breitmaulnashorn wurde dann aktiv, so süss…

Whiterhinowithyoung.jpg


Junges Breitmaulnashorn ↗



Sogar eine Gruppe Beisa Oryx Antilopen zeigt sich. Das hätte ich nicht erwartet.

BeisaOryx.jpg


Wir beobachten noch ein paar Vögel, aber das Licht ist nach wie vor recht grell. Für den Sekretär / Secretary bird geht es grade

Sekretaer.jpg


So langsam machen wir uns auf den Weg zur Rhino Watch Lodge, bestellen unser Abendessen und machen es uns in unseren Behausungen bequem. Es dauerte bis sie sich organisierten und wussten, wo wir hinkommen sollen und wo unser Gepäck gelagert ist. Meine Gäste bekommen ein Haus ganz oben mit schöner Aussicht und ich mache das Fitnessprogramm den Hang hoch auch gleich mit. Mein Zelt ist unweit des Restaurants und sehr nett eingerichtet. Das Abendessen schmeckt und der Speisesaal ist geschmackvoll eingerichtet.

RhinoWatchLodgeBungalow.jpg


RhinoWatchLodgeTentinside.jpg


RhinoWatchLodgeTent.jpg


RhinoWatchLodgediningroom.jpg
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
zuletzt bearbeitet 19. März 2022
5'479 Beiträge · seit 200919. März 2022 · #30
Hallo Elvira,

verstehe ich es richtig, dass man Solio auch als Selbstfahrer besuchen kann?

Alles Gute
Thomas
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201419. März 2022 · #31
13.2. Mweiga – Baringo See
Frühstück und auf geht es. Entlang des Aequators, wo wir auch mal kurz für Toilette bei einem Souvenirshop halten und am Menengai Krater vorbei (der brennt jetzt leider grade… und ich hoffe, sie können das Feuer rasch löschen) nach Nakuru Stadt. Dort gehen wir in den Supermarkt im grossen Einkaufszentrum am Ende der Stadt. Obwohl der Parkplatz bewacht ist, bleibt immer einer beim Auto. Heute ist es Joseph und ich kaufe für ihn ein.

Richtung Norden, durch die Sisalplantagen und wieder über den Aequator. Wir halten unsere Gehirn jedesmal fest, damit es durch die andere Drehungsrichtung nicht jedesmal einen Schock bekommt. Die Strasse ist gut, aber Schock – durch die Landaufteilung in kleine Parzellen sind noch mehr Akazienbäume verschwunden und Erosion setzt arg ein. Eine Frage der Zeit, bis es hier zu Nahrungsmangel kommt und zwar noch heftiger, als in den vergangen Jahren.

Die Strecke von der Abzweigung zum Bogoria See nach Marigat war immer wieder von reissenden Flüssen und weggeschwemmten oder überspülten Brücken heimgesucht. Nun haben sie wirklich was solides hingebaut. Eine ist noch nicht befahrbar.

Bruecke1.jpg


Bruecke2.jpg


Bruecke3.jpg


Der Weg zum Tumbili Cliff Camp ist wieder befahrbar. Eine Zeitlang kam man nur mit dem Boot hin. Sie mussten umleiten und es ist etwas holprig. Wir beziehen unsere tollen Zelte mit Blick auf den Baringo See und das Mittagessen ist auch schon fertig. Das herzliche Willkommen von den Angestellten lässt uns gleich wieder wie zuhause fühlen. Aber es ist heiss!

TumbiliCliffLodgesignboard.jpg


Dennoch am Nachmittag auf Vogelpirsch im Grundstück. Leider sind die Webervögel in der Mauser, zeigen also nicht ihr tolles Brutkleid. Zwergweber / Little Weaver – er hat sein südlichstes Verbreitungsgebiet in Kenia am Baringo See

LittleWeaver.jpg


Nach einem leckeren Abendessen, das der Koch auf unseren Wunsch zugeschnitten zubereitet, heisst es ab ins Bett. Morgen wird früh Tagwach sein.

Es sind noch 4 weitere Gäste hier, Franzosen. Lustig sich in Französisch, Deutsch und Englisch zu unterhalten, halt mit den Worten, die einem einfallen und der andere versteht. Mein Schulfranzösisch hat sich halt recht verflüchtigt, aber verstehen kann ich immer noch einiges. Sehr nette Leute und wir geniessen die Zeit mit denen.

14.2. Wir haben uns mit Moses, unserem hiesigen Guide um 07.30 Uhr zur Bootstour verabredet. Dann sind auch schon alle von uns wach, da genügend Kaffee in den Magen gekommen ist.

So sieht es um 07.06 Uhr aus

Sonnenaufgang.jpg


Und um 07.30 Uhr ab ins Boot und brav Schwimmweste anziehen, obwohl es jetzt schon toll warm ist.
Ein Fischadler / Osprey fliegt vorbei, schade, dass er nicht sitzt, dafür tut es der Blauwangenspint / Blue-cheeked Bee-eater umso schöner. Auch der Graufischer / Pied Kingfisher spielt mit. Er sitzt auf einem Zweig eines wegen Hochwassers abgestorbenen Mesquite Busches. Diese wurden vor zig Jahren aus Südamerika eingeführt und bekamen ein echtes Disaster. Sie wieder wegzubringen bräuchte Bagger, denn die Pfahlwurzeln gehen tief in den Boden.

Blue-cheekedBee-eater.jpg


PiedKingfisher.jpg


Von diesem Fischer kauft Moses Fisch, um später den Schreiseeadler zu füttern

Fischer.jpg


Frau Schlangenhalsvogel / Darter präsentiert sich

Darterfemale.jpg


Hier schon mal einen Einblick, wie hoch das Wasser war / ist. Die Soi Lodge war mal über 100 m vom Wasser entfernt. Leider ist das tolle Robert's Camp, wo man immer viele Vogelarten fand, ganz unter Wasser

SoiLodge.jpg


Rauchschwalben / Barn Swallows kommen während dem Nordwinter immer in grossen Zahlen hier vor. Eine Weissbrauen-Uferschwalbe hat sich in den Schwarm gemischt – Banded Martin / Riparia cincta suahelica

Barnswallows.jpg


Der Helmstar / Bristle-crowned Starling ist eine Art des nördlicheren Kenias. Man findet ihn auch in Shaba z.B.

Helmstar.jpg


Steine und Maschendraht wurden angebracht, um das Land vor noch mehr Erosion zu schützen. Die Baringo Krokodile sind bekannt, nicht aggressiv zu sein, doch mit dem Hochwasser haben sie ihr Verhalten leicht verändert und es kam zu wenigen Zwischenfällen. Zum Glück sind es hier keine riesigen Krokodile.

Krokodile.jpg


Silberreiher mit tollen Seidenfedern. Die Blätter sind von einem Mesquite Baum

GreatWhiteEgret.jpg


Mit 1.40 m der grösste Reiher – Goliath Reiher / Goliath Heron

GoliathHeron.jpg


Mit doppeltem Band – männlicher Graufischer / Pied Kingfisher / Ceryle r. rudis

PiedKingfisherMale.jpg


Da waren mal Felder und Häuser

HaeuserunterWasser.jpg


Wenn der Ruf des Schreiseeadler / Fish Eagle hallt, dann hüpft mein Herz. Das ist die Stimme Afrika’s und die darf nie verstummen

FishEaglepair.jpg


Eine weitere Gattung, die drastisch anders aussieht, wenn sie im Brutkleid sind. Weissfleissflügel Seeschwalbe / White-winged black tern. Der Englische Name gibt an, dass ein Grossteil des Vogels im Brutkleid schwarz ist

White-wingedblacktern.jpg


Und nun eine totale Ueberraschung. Wie Moses die entdeckt hat…. Eine junge Felsenpython. Wer mich kennt, weiss, dass ich Schlangen liebe…. Toll ist es, mit Leuten unterwegs zu sein, die sich auch für alles begeistern können. Die Franzosen gesellen sich eine Weile später auch dazu und freuen sich.

Felsenpython.jpg


Den schönen Karminspint / Northern Carmine Bee-eater können wir doch nicht unfotografiert lassen

NorthernCarmineBee-eater.jpg


Für ein gutes Bild, wenn der Schreiseeadler / Fish Eagle seinen Fisch von der Wasseroberfläche fischt sind ich und meine Kamera einfach zu langsam

FishEaglewithfish.jpg


Nach 3 Stunden geht es zurück zur Lodge. Das Licht wird nun auch zu grell.
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2022
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201419. März 2022 · #32
Hallo Thomas

ja, kann man.

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
661 Beiträge · seit 201519. März 2022 · #33
En schöne Obig liebi Elvira

Deine Vögel gefallen mir sehr gut……..obwohl ich kein Birder bin……….aber vielleicht einmal werde. Die Gegend ist auch sehr interessant und off the beaten track.
Liebs Grüessli
Judith
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201419. März 2022 · #34
Liebe Judith

ich bin auch nur Hobby Birder, aber fleissig am Lernen 😄 wie Du weisst, liebe ich alle Tiere und finde das Beobachten interessant.
Nur ein Beispiel, ich habe 8 verschiedene Traenken im Garten und die verschiedenen Arten trinken anders. Der Graukopf liest schiesst aus der Luft und holt einen Schluck im Fliegen, andere sitzen am Rand und schoepfen Schlueckchen fuer Schlueckchen.
Und so geht es mir mit den Tierarten - was tun sie. Drum habe ich auch angefangen Videoclips zu machen, dann da sieht man die Bewegungen.

Aus aes liaebs Gruaessli id Baergae
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
5'479 Beiträge · seit 200919. März 2022 · #35
Mit Moses waren wir auch unterwegs. Eine Empfehlung von Sunworld und ein klasse Guide.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201420. März 2022 · #36
Hallo Topobaer

es hat einige gute am Baringo See und ich arbeite nicht nur mit Moses.

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201421. März 2022 · #37
Vor dem Mittagessen etwas Vögel beobachten. Ein Pärchen Hemprichtoko / Hemprich’s Hornbill ist grade zu Besuch und ach, das Licht kommt steil von oben. Das Männchen hat einen kleinen Schnabelaufsatz.

Hemprichtoko.jpg


HemprichtokoWeibchen.jpg


Ich habe mein Internet Modem mitgebracht und interessanterweise funktioniert es. Ich wollte die Verbindung gerne mit meinen Gästen teilen, doch das Passwort kam mir nicht in den Sinn. Irgendwas hatte ich verstellt, als es am Tag vor meiner Safari tot war….

Ein geruhsamer Nachmittag und etwas rumstrolchen als die grösste Hitze vorbei war. Aber viel kam mir nicht ins Blickfeld.

15.2. Moses hatte uns überzeugt schon um 06.30 Uhr mit dem loszufahren. Aber das nicht ohne Frühstück im Bauch und meiner Tasse heisser Schockolade (Energie) und einer Tasse Kaffee (Wachmacher)

06.46

FruehmorgensamBaringoSee2.jpg


07.01

FruehmorgensamBaringoSee3.jpg


Ein noch nicht voll ausgewachsener Purpurreiher / Purple Heron

PurpleHeronimmature.jpg


07.09 – Morgenstund hat Gold im Mund und wiederum haben wir Glück der See ist sehr ruhig

FruehmorgensamBaringoSee4.jpg


Riedscharben / Reed or Long-tailed Cormorant

ReedCormorants.jpg


Auf dem Weg zur Insel begegnet uns diese Gruppe noch unausgefärbter, also junger Rötelpelikane / Pink-backed Pelicans

Roetelpelikanejung.jpg


Roetelpelikanejung2.jpg


Leider finden wir auf der Insel nicht die gesuchten Vogelarten. Pech gehabt.

Die Fahrt dauerte wiederum 3 Stunden und heute hatten wir Kissen mitgenommen, um unsere Hintern ein bisschen weicher sitzen zu lassen
Wo Vögel gefüttert werden, ist es natürlich einfacher zu fotografieren Textorweber / Village or Black-headed Weaver - Ploceus cucullatus paroptus

VillageWeaver-Ploceuscucullatusparoptus.jpg


Die Brillentauben / African Mourning Dove - Streptopelia decipiens perspicillata haben einen sehr charakteristischen Ruf und man hört sie immer

AfricanMourningDove-Streptopeliadecipiensperspicillata.jpg


Ein Textorweber in der Mauser. Manchmal sehen sie so gescheckt aus, dass man kaum mehr weiss, wen man vor sich hat

VillageweaverMauser.jpg


Was für eine nette Überraschung, sie servieren das Essen draussen unter der grossen Schirmakazie

Essendraussen.jpg


Die Welse wissen, dass gelegentlich was zu essen runterfällt…

Welse.jpg


Der Schweifglanzstar / Rüppel’s (glossy) Starling muss wie andere schillernde Vögel genau im richtigen Winkel erwischt werden, damit die Farben voll zur Geltung kommen. Manchmal hat man/Frau Glück

Rueppel'sStarling-Lamprotornisp.purpuropterus.jpg


Als es nicht mehr so heiss ist, spaziere ich und aus dem Grundstück raus. Da liegt Wasser und das nutzen einige Wasservögel. Fotografieren ist unmöglich, da totales Gegenlicht. Durch den Matsch zu waten ohne zu sehen was da unten ist, habe ich echt keine Lust. Man sieht warum wir auf Generatorstrom sind. Stromleitungen sind umgefallen.

VomWasserzerstoert1.jpg


VomWasserzerstoert2.jpg


VomWasserzerstoert3.jpg


Beim Zurückspazieren schaue ich einem Pärchen Brubruwürger / Brubru zu, wie sie Inekten / Raupen suchen.

Brubru.jpg


Und schon ist wieder ein Tag vorbei….
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201421. März 2022 · #38
16.2. Cliffwanderung und Überraschungen

Um 7 sind wir Startklar und Joseph holt uns mit dem Auto ab. Und das der erste Eindruck vom tollen Kliff

KliffR+M.jpg


Einer der gesuchten Vogelarten – Schwarzkopf-Bartvogel / Black-throated Barbet / Tricholaema melanocephala stigmatothorax. Man beachte die kleinen, aber fiesen Dornen der Acacia (Vachellia) mellifera. Doch diese Akazie hat Blüten, die von den Honigbienen heiss geliebt werden.

Black-throatedBarbet.jpg


Leider kein scharfes, aber interessantes Bild wie ein Lannerfalke / Lanner Falcon einen Klippenadler (früher Kaffernadler) / Verreaux’s Eagle mobbed

KlippenadlerLannerfalke.jpg


Es ist bekannt, dass Klippenadler hier vorkommen und die Klippschliefer jagen. Ein Nest ist auf einem Vorsprung und wird jeweils benutzt. Es ist ein wunderschöner Anblick sie dem Kliff entlang segeln zu sehen

Klippenadler.jpg


Ein Pärchen Somalirussmeisen / Somali or Acacia Tit / Melaniparus thruppi barakae. Oft sind sie echt wuselig. Und wie sie von vorne aussehen

AcaciaTit-Melaniparusthruppibarakae.jpg


AcaciaTit1-Melaniparusthruppibarakae.jpg


Wir beenden unsere Suchaktion beim Kliff und fahren unserem Spotter, der mit dem Motorrad vorgesucht hat, nach. Am Strassenrand hält er, wir steigen aus und was nun? Ein recht stattlicher, dunkler Skorpion (Pandinurus exitialis) möchte eigentlich nicht gestört werden, denn Tageslicht mögen sie nicht. Aber für die Fotosession muss er nun kurz hinhalten. Wenn Zangen gross sind und der Schwanz dünn, dann ist der Stich nicht gefährlich, tut nur weh, ausser man hat eine Allergie. Sind die Zangen klein und der Schwanz dick, dann heisst es aufpassen. Grösse und Farbe sein kein Kriterium, um die Gefährlichkeit zu erkennen. Das ausgeprägte Organ ist die Hauptwaffe, um Beute zu erbeuten.

Pandinurusexitialis.jpg


Wieder ein kurzes Stück mit dem Auto und dann zu Fuss durch den Wirrwarr der leider eingeführten Opuntien. Aufpassen, dass man keinen Stachel erwischt… Dafür aber die grosse Belohnung – Grauuhu / Greyish Eagle-Owl. Mit Verrenken und vorsichtig an eine gute Position sich stellen, gelingen ganz anständige Fotos

GreyishEagle-Owl.jpg


Nun muss man ja auch wieder auf diesen Rattenpfaden aus dem Kakteengewirr raus. Ich verpasse den Anschluss und echt, keine Ahnung mehr welche der kleinen Lücken die richtige ist. Moses kommt und rettet mich. Dafür kommt gleich eine interessante Beobachtung mit den Ohrfleck-Bartvögeln / D’Arnaud’s Barbet / Trachyphonus d. darnaudii. Das Männchen mit schwarz an der Brust, rechts das Weibchen. Der Schnabel ist von den Opuntien Früchten rot gefärbt.

D'Arnaud'sBarbet-Trachyphonusd.darnaudii.jpg


Ohrfleckbartvogel ↗



Wiederum ein kleines Stück mit dem Auto dem Motorradfahrer hinterher. Er führt uns zu einem anderen Stein und nun hüpft mein Herz! Meine erste Ägyptische oder Nordafrikanische Sandrasselotter / North East African Carpet Viper oder Egyptian Saw-scal Viper / Echis pyramidum leakeyi – so benannt nach Jonathan Leakey (aus der Fossilienausgrabungsfamilie Leakey), der lange am Baringo See lebt und Schlangen erforschte.

north-eastcarpetviper.jpg


Wir beobachten die Schlange einen Moment und sie möchte eigentlich nicht dem Tageslicht und unserem Anblick ausgesetzt sein.
Mit Matej und Zuzana Molinay war ich ja kurz im letzten August in der Masai Mara. Sie gehören zu den besten Schlangenfilmern und haben Filme von Schlangen weltweit gedreht. Ich sehe mir diese Filme mit grosser Faszination an. Unter anderem haben sie auch die Sandrasselotter am Baringo See gefilmt. In einem Land wo es Schlangen gibt, nach deren Biss man sterben kann, ist es immer gut zu wissen, wo kommen sie vor, wie verhalten sie sich. Das kann schon etliche Unfälle vermeiden.

Nordafrikanische Sandrasselotter ↗



Am Baringo See leben viele Leute in Hütten mit Löchern, da kommen halt Schlangen rein, um Ratten und Wasser zu holen. Nachts gehen die Leute mit Schlappen und ohne Taschenlampe. Und diese kleine Viper ist enorm gut getarnt! Warnt aber durch ein rasselndes Geräusch, indem sie Schuppen aneinander reibt.
Unter dem gleichen Stein haust auch noch ein kleiner, bräunlicher Skorpion – Hottentotta eminii. Diese gehören in die Familie Buthidae, mit 919 Arten die grösste Skorpionfamilie. Diese haben nun den dicken Schwanz und die kleinen Scheren – also hohes Giftpotential. Dieser Kleine kann nicht so viel anrichten, tut aber laut Aussage von lokalen Leuten, mehr weh als der Stich von dem schwarzen Skorpion.

Hottentottaeminii.jpg


Warum schreibe ich das so genau. Viele, die hier lesen, fahren auf Safari und können mit den Kleintieren in Kontakt kommen. Dann ist es wichtig zu wissen, mit wem man es zu tun hat, wie man sich verhalten muss, um Schmerz und mehr zu vermeiden.

3 Bindenbandrennvögel / Heuglin’s Courser / Rhinoptilus c. cinctus stehen unter einem Busch. Es dauert eine Weile, bis wir die gut getarnten, nachtaktiven Vögel ausmachen können. Ich schiesse nur ein Bild aus der Ferne und lasse R üben…. Dennoch toll, sie zu sehen

Heuglin'sCourser.jpg


Unser letzter Stop dient der Kurz-Schleppen Nachtschwalbe / Slender-tailed Nightjar. Leider ist sie ganz schlecht sichtbar, also hier ein Bild von einer anderen Exkursion nach Baringo

Slender-tailedNightjar.jpg


Wir sind wieder zurück in der Lodge nach dem tollen und abwechslungsreichen Spaziergang. R sagt mir, da ist eine Kröte an der Bar. Garmankröte wegen den winzigen, schwarzen Punkten an den Warzen. Am Abend hören wir sie auch rufen.

GarmanToad.jpg


Man sieht es nicht alle Tage, wenn neue Jacksontokos produziert werden. Hoffen wir, dass sie alle Jungen, dann hochbringen

Jackson'sHornbillmating.jpg


Unser letzter Abend an diesem traumhaften, wenn auch recht heissen Ort (im Moment ist es wohl noch heisser, da wir grade eine Hitzephase haben)
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201425. März 2022 · #39
17.2. wieder einmal heisst es packen. Heute geht es nach Naivasha. Aber die Alektoweber / White-billed Buffalo Weber lassen wir uns nicht entgehen. Wir bekommen den Tip von Moses, dass sie in Marigat Nester haben. Also hat Joseph keine Wahl und hält für uns an. Ich brauche ein Bild von denen für die neue Webseite.

White-billedBuffaloWeaver.jpg


White-billedBuffaloWeaverNest.jpg


Auch von den Termitenhügeln mit Kamin brauche ich ein neues Bild. Also schaue ich weit voraus, dass Joseph Zeit hat, auf der Hauptstrasse anzuhalten.

Termitemoundwithchimney.jpg


In Nakuru halten wir nochmals beim Einkaufszentrum und dann schnurstracks zur Sopa Naivasha Lodge. Einiges hat sich hier verändert. Man kann nicht mehr frei auf die Wiese, da ist ein Zaun. Das wegen einem selbtstverschuldeten Tod durch eine Nilpferdmutter.

SopaNaivashaLodge.jpg


R + M müssen umziehen, denn die haben nicht wie ich gebucht habe, ein Zimmer mit 2 Betten, sondern eins mit einem Bett bekommen. Nun haben sie mal den kürzeren Weg als ich. Mein Zimmer oben mit Aussicht gefällt mir. Das Mittagessen bei dem man vom Speiseplan auslesen kann ist fertig.

Wir haben einen freien Nachmittag und so nach 14.00 strolchen wir, auch nehmen wir wie vorgeschrieben, einen Hotelangestellten mit, um bis zum nun viel näher gekommenen See zu spazieren.

Giraffen fressen alles – auch die eingeführten Kakteen

GiraffefrisstKaktus.jpg


18.2. Bootsfahrt beim Elsamere
Um 07.30 Uhr nach dem Frühstück und dem Kaffee sind wir beim Elsamere. Die Bootsfahrt beginnt auch gleich und nun wird es wirklich vogellastig…..
Gut an seinen gelben Füssen zu erkennen, der Seidenreiher / Little Egret

LittleEgret.jpg


Den Edel- oder Mittelreiher / Intermediate or Yellow-billed Egret / Ardea intermedia brachyrhuncha erkennt man am Schwarz, das nicht bis hinters Auge reicht wie beim Silberreiher. Er ist auch bedeutend kleiner und sein Hals macht nicht ein so scharfes S. Hier hat er grade einen kleinen Wels erwischt

IntermediateEgret.jpg


Der Riesenfischer / Giant Kingfisher / Megaceryle m. maxima ist immer ein gesuchtes Fotoobjekt und heute präsentieren sie sich einfach toll. Immer wachsam blickt er sich um. Ein Weibchen haben wir nur schlecht erwischt.

GiantKingfishermale2.jpg


GiantKingfishermale3.jpg


Weissbrustkormorane / White-breasted Cormorants / Phalocrocorax l. lucidus. Oft sind sie in grossen Scharen anzutreffen. Sieht er nicht schön aus im Detail?

White-breastedCormorant.jpg


White-breastedCormorantportrait.jpg


Unser Bootsführer fährt wirklich sehr gut. Langsam und stoppt, wo wir wollen. Den Schreiseeadlern müssen wir einen Moment zuschauen. Sie sind einfach ein toller Anblick

FishEaglepair-2.jpg


Nun sieht man die Linie, die bis hinters Auge reicht – Silberreiher / Great White Egret mit was immer das an Beute ist

GreatWhiteEgret-2.jpg


Und schon sind wieder 3 Stunden um…. Es gibt Kaffee und ein kühles Getränk im Elsamere. Der Garten ist einfach nach wie vor toll! Das Auto von George Adamson in dem auch die Löwin Elsa mitfahren durfte – ich hätte ihn sehr gerne kennengelernt

NightingaleAuto.jpg
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201425. März 2022 · #40
Kikuyu Colobus (Colobus guereza kikuyuensis) gehören zu meinen Lieblingsaffen. Die Unterart kommt in Zentralkenia vor. Sie leben in Familiengruppen mit einem dominierenden Männchen. Früh am Morgen schallen ihre Rufe durch die Luft, damit das Territorium für den Tag festgelegt ist. Sie leben von Pflanzenmaterial, das teils schwer verdaulich ist. Wie Kühe haben sie einen Magen mit 4 Kammern. Eine davon enthält Bakterien. Diese werden zum Teil mitverdaut und somit bekommen sie auch proteinhaltige Nahrung.

KikuyuColobusmale.jpg


Kikuyu Colobus ↗



Wir geniessen ein wie immer sehr leckeres Mittagessen. Danach zieht der Himmel zu und wir fahren zurück zur Sopa Lodge. Es wird noch dunkler und Regen fällt…
19.2. Zur Crescent Island
Heute ist nicht grade unser Tag… Wir hatten verabredet, dass der Bootsführer von Elsamere uns am Sopa Steg abholt. Nein, ginge nicht, das koste KSH 10.000 – US$ 95. Wir sagen der am Empfang wir sind hier für 4 Nächte und dann das? Sie könne nicht entscheiden, das müsse an höherer Stelle entschieden werden. Die Antwort bleibt die gleiche. Also kommuniziere ich und wir verabreden, dass er uns beim YMCA Club abholt. Er hätte sowieso ein Problem mit dem Motor und wechsle ihn aus. Joseph hole ich von seinem Frühstück weg, das war ja nicht geplant, dass er fahren muss. Er bringt uns zum YMCA und wir laufen ein Stück zum Wasser. Da kommt unser Boot mit Bootsführer. Also los….

Nach einem guten Stück zügiger Fahrt über das offene Wasser stoppt der Motor. Mmhhhh. Er versucht mit allen Mitteln ihn zum Laufen zu bringen, aber er will nicht. Letzte Lösung einen Motor von einer anderen Lodge kommen lassen. Das dauert nun natürlich. Es ist frisch, doch zum Glück ist der See sehr ruhig und ich werde nicht seekrank. Denn das passierte mir mal auf dem Bielersee in der Schweiz. Als der Motor dann endlich kam, ging der Austausch rasch und wir konnten weiter zur Crescent Island.

ElviraaufdemBoot.jpg


Hier die ersten Begrüsser – Zwergtaucher / Little Grebe

LittleGrebes.jpg


Wir legen an und bezahlen. Dem Bootsführer sage ich 2x, warte HIER auf uns… und wir spazieren los. Das erste was ins Auge sticht sind die Feuerball-Lilien

FireballLily.jpg


R + M erinnern sich, wie es hier mal aussah, bevor das Hochwasser kam. Die vielen toten Bäume stimmen traurig

CrescentIslandtoteBaeume.jpg


Vögel sind nicht kooperativ, dafür erwische ich ein Naivasha Dikdik

NaivashaDikdik-2.jpg


Und da war mal ein Weg…. Nun kommt man nur noch per Boot zur Crescent Island.

CrescentIslandHochwasser.jpg


Wir spazieren zurück zum Anlegeplatz. Unser Bootsführer ist nicht zu sehen…. Uns wurde gesagt, jemand hätte ihm gesagt, er solle an einem anderen Ort auf uns warten. Mmmhhh. Ich rufe ihn auch noch auf dem Handy an und wir müssen einen Moment warten. Blöd, denn das Licht wird immer greller. Er entschuldigte sich, aber ich sagte ihm nur, warum er auf andere hört und nicht mich. Zudem hätte er meine Handy Nummer…. Aber das war der letzte Patzer für heute

Ich wundere mich immer wieder, da stellen sie mit viel Geld eine riesige Kirche hin und die Leute leben in Blechhütten ohne Toilette und fliessendem Wasser. Müllabfuhr kann man ganz vergessen, es wir leider oft in den See geschwemmt….

Kirche.jpg


Einer Gruppe Weissbrustkormorane schauen wir einen Moment zu, als wir um die Insel fuhren. Leider sind wir halt nun etwas spät und das gute Licht ist schon weg

Weissbrustkormorane ↗



Und nun die Rosapelikane auf die wir uns schon gefreut haben

Rosapelikane ↗



Es ist Zeit zum YMCA Steg zurückzufahren, wo Joseph uns erwartet. Wäre ein guter Punkt für Wasservögel – Rötelpelikan / Pink-backed Pelican

Pink-backedPelican.jpg


Das Mittagessen ist Buffet in der Sopa Lodge. Dann mal wieder ein Regenschauer und später mache ich mich mit der Kamera, die sowieso mein ständiger Begleiter ist, auf die Socken.

Hildebrandtfrankolin / Hildebrandt’s Spurfowl / Pternistes hildebrandti altumi

Hildebrandt'sSpurfowl-Pternisteshildebrandtialtumi.jpg


Weissbrauenrötel / White-browded Robin-Chat sind die typischen Rötel im Grossen Grabenbruch. Man hört sie früh am Morgen singen und Duettieren. Sie haben ein sehr vielseitiges Angebot an Gesängen.

White-browedRobin-Chat.jpg


Zum toll dekorierten Abendbuffet und ins Bett.
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris