Am Nachmittag unternehmen wir eine Bootsfahrt am mächtigen Zambezi-Fluss, einem der größten Flüsse Afrikas. Träge wälzen sich die Wassermassen tief eingeschnitten im Flussbett dahin. Man kann sich nicht vorstellen, dass dieses Gewässer das viertlängste des gesamten afrikanischen Kontinents ist und dass in der Regenzeit rundum alles überflutet ist… Momentan umspülen seine Fluten das Bootsdock der Lodge eher gemächlich. Die am Ufer aufgestapelten Sandsäcke zeugen aber davon, dass dieser Fluss durchaus gefährlich werden kann…
Unser Boot mit Harrison am Steuer tuckert langsam los, wir haben uns in Klappstühlen auf der Plattform niedergelassen, alles wirkt etwas improvisiert. Vorbei geht es zunächst an einigen am Ufer dösenden Krokodilen, auch ein Nilwaran ist zu sehen.
Wir können mit diesem kleinen Gefährt nahe an die Ufer heranfahren, das ist sicher ein Vorteil. So sehen wir dort im Gras auch einen Waffenkiebitz (Blacksmith Lapwing), einen Hammerkopf (Hamerkop) und einen weiteren Klaffschnabel (African Openbill).
Auch ein Schlangenhalsvogel (African Darter) trocknet am Ufer seine Federn.
Wir sehen während unserer Bootsfahrt immer mal wieder ein Mokoro am Ufer vertäut, gelegentlich sind sogar Fischer in den knorrigen Einbaumbooten zu sehen. Interessant wir auch, dass wir immer wieder die Gelegenheit haben zu sehen, wie die Fischer entlang des Flusses wohnen. Fisch ist zum Trocknen auf den Strohdächern ausgebreitet…
An den Ufern stehen auch immer wieder Kühe. Dass sich die Kühe so weit an das Wasser wagen ist vielleicht noch verständlich, dass aber die Kinder am Wasser spielen irritiert… denn immer wieder sehen wir teils mächtige Krokodile fast lautlos ins Wasser gleiten…
Im Schilf sehen wir einen Rallenreiher (Squacco Heron), der seine Beute in Sicherheit bringt.
Ein Seitenarm des Flusses ist von Wasserlilien überzogen – dies ist das Reich der Blaustirn-Blatthühnchen (African Jacana), die über die Blätter dieser Wasserpflanzen marschieren.
Während wir mit dem Boot hier stehen und die grazilen Vögel beobachten, fliegen ein Klaffschnabel und ein Rallenreiher über uns hinweg.
Auf der Weiterfahrt nähern wir uns einem Purpurreiher an, dieser hebt aber ebenfalls sofort ab…
Wir sehen weitere Krokodile, die auf den Sandbänken dösen. Das Ziel unserer Bootsfahrt ist aber ganz eindeutig die große Kolonie der Karminspinte (Southern Carmine Bee-eater), für die die Mubala Lodge inzwischen bekannt ist. Die Kolonie liegt nicht weit von der Lodge entfernt und ist eine der größten überhaupt. Tausende dieser wunderschönen roten Vögel leben hier zusammen und brüten in den Sandböden über dem Zambezi-Fluss.
Wir steigen eben aus dem Boot aus, als sich ein Schreiseeadler näher, je direkt auf uns zusteuert. Gott sei Dank habe ich die Kamera bereits im Anschlag, denn ich will natürlich sofort Bilder der Bienenfresser knipsen…
Der riesige Raubvogel jagt mit weit ausgebreiteten Schwingen direkt auf uns zu, ändert akrobatisch das eine oder andere Mal kurz die Flugrichtung.
Schließlich schießt er direkt neben dem Boot ins Wasser – wir sind verblüfft und begeistert gleichzeitig – so etwas habe ich so noch nie erlebt… Der Vogel taucht tief in die Fluten des Zambezi ein
und fliegt mit einem Fisch zwischen seinen Krallen sofort wieder davon – welch ein grandioses Schauspiel, für mich ein ganz eindrückliches Erlebnis.
Wir marschieren nun das kurze Stück weiter zur Kolonie der Karminspinte, denn schließlich ist der Tag schon weit fortgeschritten! Hier wartet tatsächlich das nächste Erlebnis der Sonderklasse auf uns. Man weiß überhaupt nicht, wohin man zuerst schauen soll… Deshalb an dieser Stelle einige der Bilder, die an diesem Spätnachmittag entstanden sind!
Auf dem Weg zurück begegnen wir noch einem Flusspferd, das aber lediglich grunzt, ansonsten aber keinerlei Probleme bereitet. Nach einer kurzen Erfrischung in den Zimmern gehen wir zurück an die wunderbar gelegene Bar und genießen bei einem Rock-Shandy den ausklingenden Abend, horchen den zahllosen Grillen, Kröten oder Fröschen und sind einfach nur glücklich, an diesem grandiosen Ort sein zu dürfen!
Gefahrene Tageskilometer: 185
Teil 8206. Juni 2022
Reisetag 90 (30. Oktober 2021) – Katima (Zambezi Mubala Lodge)
Den heutigen Tag werden wir noch am Zambezi verbringen. Nach den wunderbaren Vogel-Sichtungen des gestrigen Tages haben wir für den heutigen Vormittag ebenfalls das Boot vorreserviert. Wir wollen unbedingt nochmals zur Kolonie der Karmin-Spinte und dann den Rest des Tages in der Lodge verbringen, um wieder einmal etwas zu entspannen. Wir benötigen einfach wieder einmal einen halben Tag Erholung, die Reise hinterlässt doch langsam ihre Spuren…
Träge rinnt der Zambezi an der Lodge vorbei, als wir kurz bevor die Sonne ihre ersten Strahlen sendet, Richtung Boot schlendern. Beinahe wie ein Meer an Quecksilber liegen die Fluten vor uns, kein bisschen Wind weht, es ist schon am frühen Morgen sehr schwül…
Eine Rotkappenschwalbe (Wire-tailed Swollow) sitzt im Bott, als wir unsere drei Sessel zurechtrücken wollen, am Dach hat sich ein Riesenfischer (Giant Kingfischer) niedergelassen, der eben noch an uns vorbeigeflogen war.
Wir tuckern mit Harrison am Steuer wieder der Vogel-Kolonie entgegen. Die ersten Sonnenstrahlen erreichen uns, als wir die kurze Strecke zu den Bruthöhlen zurücklegen. Die Büsche rundum sind schon über und über voll mit den grell leuchtenden und heftig zwitschernden bunten Gesellen – welch ein Schauspiel.
Am Morgen tragen viele der Spinte Futter zum Bau, Käser, Libellen und andere Insekten werden herbeigeschafft und abgeladen.
Wir setzen uns auf den Boden und beobachten das Treiben, die Vögel gewöhnen sich rasch an unsere Anwesenheit und kommen mitunter sehr nahe…
Manchmal kommt es mir vor, die Vögel zeugen mir stolze ihre Beute, bevor siediese in der Nesthöhle abliefern.
Schweren Herzens schlendern wir nach eineinhalb Stunden wieder Richtung Boot zurück, nicht, ohne uns das eine oder andere Mal umzudrehen und noch rasch ein Foto zu schießen. Diese Brutkolonie ist etwas ganz Spezielles, die Fahrt hierher hat sich mehr als gelohnt. Mit dem Boot fahren wir nun wieder ein Stück den Zambezi entlang, sehen einen jungen Schreiseeadler (African Fish Eagle), der sein Frühstück jagt.
Er muss noch etwas üben, den immer wieder kehrt er ohne Beute zurück zu seinem Baum. Nicht weit davon entfernt sitzt ein ausgewachsener Schreiseeadler auf einem abgestorbenen Stamm. Wir versuchen uns etwas anzunähern…
Besonders nahe kommen wir nicht und da hebt er auch schon ab. Diese Raubvögel sind tatsächlich sehr majestätisch. Wir sehen Marabus am Ufer und ein Klaffschnabel landet.
Braunkehlschwalben (Brown-throated Martin) sitzen in den Büschen über dem Wasser und ein Schlangenhalsvogel streckt sich nach allen Seiten.
An einer Sandbank halten wir bei einer Kolonie Scherenschnäbel (African Skimmer), die uns ihre Flugkünste vorführen. Auch ein Stelzenläufer (Black-winged Stilt) ist zu beobachten.
Vorbei geht es an einer riesigen Kolonie Witwenpfeifgänse (White-faced Whistling Duck) langsam wieder zurück zu unserer Lodge.
Von der Lodge genießen wir einen herrlichen Blick zurück auf den Zambezi, bevor wir nun zu einem Brunch ins Restaurant marschieren.
Den Nachmittag verbringen wir heute gemütlich in der Lodge, ich liege im Zimmer und halte ein Mittagsschläfchen. Das kühle Zimmer ist eine Wohltat, um der Schwüle der Mittagshitze zu entfliehen.
Ich gehe zwischenzeitlich auch kurz zum Swimmingpool, kann mich aber nicht dazu durchringen, ins Wasser zu springen. Gegen Abend schnappe ich nochmals meine Kamera und setze mich auf die Terrasse unseres Chalets. Es kommen doch einige Vögel vorbei, auch ein Wasserwaran spaziert Richtung Fluss…
Ein Braunkopfliest (Brown-hooded Kingfisher) lässt sich am Geländer der Terrasse nieder, zudem sehe ich einen Halsbandbartvogel (Black-collared Barbet), eine Weißbrauenrötel (White-browed Robin Chat), einen Braunkehlweber (Southern brown-throated Weaver), einen Grünmantel-Bogenflügel (Grey-backed Camaroptera) und einen Kardinalspecht (Cardinal Woodpecker).
Außerdem lässt sich auch noch ein Trauerdrongo (Fork-tailed Drongo) blicken.
Am späteren Nachmittag treffe ich mich mit meinen Freunden an der Bar und wir lassen den entspannten Tag bei einem Bier und Rock-Shandy ausklingen. Auch das Abendessen schmeckt wieder sehr gut, wir stellen fest, dass wir noch gerne ein paar Tage hier anhängen würden. Doch morgen müssen wir wieder weiterziehen, in zehn Tagen ist der Urlaub auch schon wieder Geschichte, jetzt geht es dann Schlag auf Schlag…
Teil 8307. Juni 2022
Reisetage 91 und 92 (31. Oktober und 1. November 2021) – Katima – Kazile Island Lodge – Rundu
Wir genießen den Morgen in der Lodge, vereinbaren den Rücktransfer mit dem Boot um 11:00 Uhr. Das gibt uns genügend Zeit, einmal nett zu frühstücken und uns auszuschlafen. Das Frühstück wird serviert, aber es gibt genügend Auswahlmöglichkeit und alles schmeckt außerordentlich gut. Es wird der eine oder andere Cafe getrunken, auch die frisch gepressten Säfte können wir genießen. Anschließend gehen wir zur Rezeption und begleichen die Rechnung, ehe wir die Koffer zum Boot bringen. Der Aufenthalt in dieser Lodge war einfach ein Gedicht, hier fehlt es an nichts und auch die landschaftliche Umgebung ist genial. Die Zeit am Zambezi verging wie im Flug, endlich konnte ich mir auch den langgehegten Wunsch nach einem Besuch der Karminspinte erfüllen, die haben mir in Namibia noch gefehlt.
Das Boot ist schon für uns hergerichtet, als wir noch einen Riesenfischer am Abgang zur Rampe entdecken. Der prächtige Kerl sitzt direkt vor uns.
Als wir uns mit Sack und Pack nähern, fliegt er ein kleines Stück weiter, wir können ihn aber immer noch gut beobachten.
Offensichtlich ist er dabei, sein Frühstück zu fischen. Er dreht sich hin und her und starrt gebannt Richtung Fluss.
Direkt am Wasser befindet sich ein alter Wurzelstock, auf dem er sich nun niederlässt. Plötzlich ist er verschwunden und setzt sich mit einer Krabbe im Schnabel wieder neben uns…
Das Problem dabei ist, dass er zusammen mit der Krabbe auch ein Blatt aufgespießt hat, das ihn offensichtlich stört. Er versucht verzweifelt, dieses Ding loszuwerden… Bei einem der Versuche macht sich nun aber die Krabbe wieder selbstständig – da hat der Vogel letztendlich nur das Nachsehen…
Solch wunderbare Beobachtungen sind es, die eine Reise zur Tierwelt im Südlichen Afrika immer spannend machen, es wiederholt sich nichts, immer gibt es Neues zu entdecken.
Wir fahren nun mit dem Boot zurück zum Camp, wo wir unser Gepäck wieder in das Auto verladen. Dann geht es los, wir fahren zurück auf die B8 und von dort weiter auf dieser Hauptstraße nach Westen, bis nach Kongola. In Kongola zweigen wir auf die C49 ab, die uns direkt zum Parkplatz für die Kazile Island Lodge führt, in der wir die kommende Nacht verbringen werden. Am Parkplatz laden wir wieder unser Gepäck aus und dabei fällt mir auf, dass sich mein Mobiltelefon verabschiedet hat – es ist nirgendwo zu finden, auch Anrufe meiner Freunde verhallen ungehört… Ab diesem Moment bin ich unerreichbar und ziemlich unpässlich, ich ärgere mich über dieses Missgeschick…
Ein Boot der Lodge holt uns ab und wir fahren durch einen engen Kanal dem nächsten Quartier entgegen.
Bei der Kazile Island Lodge handelt es sich um eine Zeltlodge, die wunderschön zwischen riesigen Bäumen direkt am Kwando liegt. Vor allem der gewaltige Leberwurstbaum hat es uns angetan. Die langen, schweren Früchte hängen herunter.
Im Schatten dieser mächtigen Bäume lässt es sich aushalten, wir trinken einen Cafe und uns wird mitgeteilt, dass wir die ersten Gäste seit der Schließung der Lodge im März 2020 sind, die Lodge praktisch erst jetzt wieder ihre Tore öffnet. Es kommen auch noch sechs weitere Gäste, zwei Frauen und eine Familie mit zwei Kindern aus Frankreich. Neun Gäste seit März 2020, wir können uns das nicht vorstellen. Inzwischen wurden einige Ausbesserungsarbeiten durchgeführt und wir fühlen uns auf Anhieb wohl. Anschließend beziehen wir unsere Zimmer und nehmen eine Dusche, denn es ist sehr schwül und drückend heiß… Am späteren Nachmittag brechen wir schließlich zu einem Gamedrive auf – zunächst per Boot und anschließend fahren wir mit einem Jeep der Lodge…
Während der Bootsfahrt sehen wir Krokodile und einige Weißstirnbienenfresser (White-fronted Bee-eater), sowie zahlreiche Wasserlilien. Auch eine mit einem Ring markierte Weißbrauenrötel (White-browed Robin-Chat) können wir ausmachen.
Der Kanal windet sich von der Lodge weg stark mäandrierend dahin, eine eindeutige Fließrichtung ist nicht festzustellen.
Wir sehen sogar einige Klunkerkraniche (Wattled Crane) über uns hinwegfliegen. Die mächtigen Vögel verursachen eigenartige Geräusche.
Etwas später sehen wir zudem zwei dieser großen Vögel in etwas größerer Entfernung am Wasser stehen.
Mit dem Auto treffen wir auf dem Weg zum Horseshoe, einer großen Flussschlinge im Kwando auf einige Tiere, so erspähen wir einige Büffel, die sich ihren Weg durch das hohe Gras bahnen, einen Riedbock und Paviane. Auch einige Impala können wir aufstöbern, ansonsten bleibt es aber sehr ruhig.
Direkt am Kwando sehen wir Kuhreiher (Western Cattle Egret), Witwenpfeifgänse (White-faced Whistling Duck) und einen einsamen Letchwe Bock.
Als wir am Horseshoe parken, steigt im Hintergrund ein mächtiger Gewitterturm auf.
Hier nehmen wir auch den Sundowner zu uns, es gibt eine Auswahl an Getränken sowie Trockenwürste und Biltung, Nüsse und andere Knabbereien. Wir warten und warten und warten…
Die Lichtstimmungen werden immer schöner, im Hintergrund taucht auch eine kleine Herde Elefanten auf, nur rund um uns tut sich nicht viel…
Natürlich weiß ich, dass genau an dieser Stelle normalerweise am Abend viele Elefanten zum Trinken erscheinen – nicht so an diesem Tag! Lediglich zwei Dickhäuter erscheinen und geben ein wenig ein Bild von dem ab, wie es sein könnte…
Langsam aber sicher müssen wir die Rückfahrt antreten. Schließlich wollen wir das Stück mit dem Boot nicht bei völliger Dunkelheit zurücklegen. Erst auf der Rückfahrt sehen wir wieder eine kleinere Elefantenherde, die Richtung Kwando spaziert…
Auch einige Rappenantilopen können wir noch erhaschen, dann wird es aber rasch zu dunkel, um weitere Fotos zu ergattern.
In der Lodge machen wir uns kurz frisch und dann geht es auch schon zum Abendessen. Das Essen schmeckt mir an diesem Abend nicht so besonders, das kann aber durchaus auch damit zusammenhängen, dass ich den Verlust des Handys erst verdauen muss. Heute trinken wir wieder einmal eine Flasche Rotwein, der ist aber vorzüglich. Die Geräusche der Nacht sind überragend, wir hören verschiedene Frösche, das Grunzen der Hippos und auch vereinzelte Rufe von Hyänen können wir ausnehmen. Es ist aber leider immer noch sehr warm und stickig, sodass zumindest ich immer wieder kurz munter bin…
So sitze ich auch schon kurz vor Sonnenaufgang auf der Terrasse unseres Chalets und genieße die Lichtstimmungen des Morgens. Sogar einen Sitatunga-Bock kann ich ausmachen, doch leider ist das Licht noch nicht gut genug für ein Foto. Mit den ersten Sonnenstrahlen schlendere ich weiter zur Hauptterrasse der Lodge und organisiere mir einen Cafe. Hier ist es tatsächlich wunderschön…
Kurz nach 10:00 Uhr werden wir wieder mit dem Boot zurück zum Auto gebracht und wir treten unsere Rückreise durch den Caprivi-Streifen an. Da wir heute keine Besichtigungen eingeplant haben, steht uns ein reiner Fahrtag nach Rundu bevor. Entlang der gesamten Strecke queren immer wieder Esel die Straße, Wildtiere sind jedoch keine zu sehen. Wir fahren gemütlich dahin, wechseln uns beim Fahren aber ab, denn diese ewige Gerade ist doch etwas einschläfernd. Am Nachmittag erreichen wir schließlich die Hakusembe River Lodge westlich von Rundu. Aus dieser Lodge habe ich schon mehrfach Bilder gepostet, sodass ich diesmal meine Kamera und die Speicherkarten schone. Erst am Abend drücke ich einige Male auf den Auslöser, denn die Lichtstimmungen sind sehr schön.
Gott sei Dank ist es hier nicht mehr ganz so heiß, außerdem schafft auch die Klimaanlage Abhilfe, sodass wir diese Nacht wieder durchschlafen können. Wir müssen schließlich ausgeruht sein, denn wir brauchen die Energie für den Etosha Nationalpark!
Gefahrene Tageskilometer: 155 / 442
Teil 8409. Juni 2022
Reisetage 93 bis 95 (2. November bis 4. November 2021) – Rundu – Etosha NP (rund um Namutoni)
Das Vogelgezwitscher am Okawango weckt uns früh, ich trete vor unser Chalet und sehr, dass der Cafe eben angeliefert wird. Das ist ein sehr netter Service der Hakusembe River Lodge, dass frühmorgens Cafe und heißes Wasser zu den Hüttchen gebracht wird. Meist sind auch einige Cookies dabei… so kann ein neuer Tag beginnen.
Heute fällt das Frühstück bei mir etwas spartanischer aus, denn das Abendgestern war sehr lecker und reichlich, es wurde wieder ein wunderbares Buffet kredenzt und ich habe vermutlich zu oft zugelangt… Anschließend schleppen wir die Koffer zum Auto und schon sind wir auch schon wieder unterwegs Richtung Süden.
Die Fahrt von Rundu nach Grootfontein verläuft eher eintönig, zunächst sind noch viele Dörfer neben der Straße zu sehen, auch Holzschnitzereien und Tonwaren werden da und dort angeboten. Da wir aber nichts einkaufen wollen, halten wir auch nicht an. Meine beiden Freunde wollen lediglich eines der zahllosen Autowracks fotografieren, die ebenfalls die Straße säumen. Je weiter wir Richtung Süden vorstoßen, desto trockener wird die Landschaft, die Makalani Palmen, die im Norden fast überall zu sehen sind, verschwinden zusehends, Schirmakazien dominieren das Landschaftsbild. Gelegentlich sieht man den Abzweig zu einer Farm, ansonsten ist die Landschaft südlich des Veterinär-Zaunes fast unbewohnt. Wir werden an dieser Kontrollstelle durchgewunken, stoppen aber dennoch kurz an der Toilettenanlage.
Von hier weg fahren wir die restlichen gut 100 km bis nach Grootfontein zügig durch, es gibt nichts Besonders zu sehen. In Grootfontein stoppen wir im Purple Figtree Cafe, einem sehr netten Lokal mit guten Kuchen, Toasts und einem hervorragenden Cafe. Zudem gibt es natürlich alle Arten gekühlter Getränke. In diesem Cafe stoppe ich meistens, wenn ich in diese Stadt komme. Für uns geht es anschließend weiter nach Tsumeb, wo wir kurz außerhalb der Stadt an der Puma-Tankstelle den Tank auffüllen. Von hier ist es nur noch ein relativ kurzes Stück zur Mushara Lodge, wo wir für die kommenden drei Nächte einchecken. Wir haben damit drei volle Tage im Etosha Nationalpark, das sollte reichen, um auch hier nochmals die Tierwelt erleben zu können.
Die Mushara Lodge liegt wenige Kilometer östlich des Von Lindequist Tores im äußersten Osten des Etosha Nationalparks. In den namibischen Wintermonaten bevorzuge ich diesen Teil des Nationalparks. Es handelt sich aber natürlich um eine rein persönliche Einschätzung, dass die Tierdichte um diese Jahreszeit dort besonders hoch ist. Vor allem die Wasserstellen Tsumcor, Klein Namutoni, Chudop oder Klein Okevi gefallen mir sehr gut, dort hatte ich auch bisher immer sehr gute Sichtungen. Leider ist das Wasserloch von Chudop diesmal durch ein Filmteam „blockiert“ – man kann zwar ungehindert zugfahren, das dort aufgebaute Zelt trägt aber sicher nicht dazu bei, dass mehr Tiere angezogen werden. Bereits bei meinem Besuch wenige Wochen zuvor (siehe Reisebericht, Teil C) war diese Filmcrew anwesend und es waren kaum Tiere zu sehen, sodass wir diesmal auf einen Besuch dort verzichtet haben. Wir unternehmen jeweils halbtägige Pirschfahrten mit dem eigenen Auto, fahren in den doch sehr heißen Mittagsstunden zurück in die Lodge, um dort am Pool oder in den kühleren Zimmern zu entspannen. Das sind einige Mehrkilometer, aber die nehmen wir bewusst in Kauf. Die erste Pirschfahrt führt uns in die Ebene nördlich von Chudop, wo wir rund um Doringdraai unser Glück versuchen wollen. Hier sehen wir gleich mehrere Hyänen, ansonsten aber kaum Tiere, was uns stark verwundert.
Wir sehen aber bald den Grund dafür, dass sich die Grasfresser nicht zeigen: Mehrere Löwinnen, darunter auch einige sehr junge Raubkatzen, sitzen rund um einen Kill. Auch weitere Hyänen und vor allem Schakale sind zu sehen.
Wir versuchen eine Stelle zu finden, die uns näher an das Geschehen bringt, das ist aber aussichtslos, denn der Kadaver liegt weit weg von jeder Verbindungsstraße. Dennoch beobachten wir das Geschehen einige Zeit, inzwischen ändern sich auch die Lichtverhältnisse deutlich, die Sonne leuchtet die Szenerie nun schon gut aus.
Plötzlich erhebt sich ein Löwenmännchen, das wir zuvor überhaupt nicht sehen konnten, und trottet langsam Richtung Namutoni davon. Sofort ist mir bewusst, dass wir dieses Prachtexemplar an einer der umliegenden Wasserstellen aufspüren könnten. So fahren wir nach Koinachas und es dauert nicht lange…
Der völlig vollgefressene Kerl trabt gemächlich zum Wasser und lässt sich dort nieder – wir sind begeistert, denn die Szenerie ist am Morgen besonders schön, die Raubkatze spiegelt sich im Wasser. Wir sind zudem das einzige Auto weit und breit und können uns damit gut so aufstellen, dass wir einen hervorragenden Blick genießen.
Er schlürft das Wasser in sich hinein, wir hören die gurgelnden Laute deutlich durch die offenen Autofenster.
Wir hoffen, dass es vielleicht weitere Löwinnen gibt, die es ihm gleichtun, aber es passiert ansonsten rein gar nichts. Letztendlich zieht sich auch der Löwen-Pascha zurück und legt sich in den Schatten eines Baumes, wir können ihn nicht mehr ausnehmen. Schließlich brechen wir auf und fahren vorbei an Namutoni in nördliche Richtung zur Andoni-Ebene. In dieser unendlichen Weite, die nur von Gras bewachsen ist, hatte ich zuvor auch schon sehr schöne Sichtungen. Wir müssen uns ein wenig beeilen, denn die Zeit schreitet voran und das Licht wird nicht besser. Entlang des Weges sind kaum Tiere zu sehen, jedenfalls keine, die wir nicht auch später noch sehen könnten. Wir stoppen nur kurz bei einer kleinen Herde Gnus und einer Giraffe, die vor uns den Weg gekreuzt hat.
Auch am Wasserloch Klein Okevi stoppen wir kurz, hier sitzt eine Riesentrappe (Kori Bustard) und ein Hase hockt unter einem Busch.
In der Andoni-Ebene angekommen, fahren wir sofort in östliche Richtung, hier führt ein kleiner Loop zur großen Wasserstelle. Diesen Weg wähle ich, weil ein Auto gut sichtbar dort herumsteht – das kann ein gutes Zeichen sein… Wir sehen auch bald die nächsten Löwen, sie liegen direkt neben der Pad: Ein weiteres Männchen und eine Löwin.
Natürlich hoffen wir, dass sich die beiden paaren könnten, das Männchen erhebt sich auch einige Male, sinkt aber jeweils sofort wieder zu Boden.
Plötzlich hören wir ohrenbetäubende Geräusche und eine Staffel Militärhubschrauber fliegt über uns hinweg – die Löwen schauen auf und flüchten sich in die Büsche… damit war es das auch schon, eine Paarung werden wir hier nicht mehr sehen… Wir fahren weiter zur Andoni-Wasserstelle, wo sich viele Zebras, Gnus und Springböcke versammelt haben. Unterwegs stoppen wir bei einem Termitenhügel, auf dem sich ein Termitenschmätzer (Ant-eating Chat) niedergelassen hat.
Auch einige Paradieskraniche (Blue Crane) haben sich dort versammelt.
Nach einiger Zeit treten wir den Rückzug an und machen uns auf den Weg Richtung Namutoni. Wir fahren dabei aber nicht entlang der Hauptroute, sondern über die Pad bei Stinkwater. Entlang dieser Strecke ist es wieder recht ruhig, wir stoppen lediglich bei einem Steinböckchen und etwas später bei einer Gruppe Springböcke, die von der Pfanne heranzieht.
Das ist ein guter Platz, um die unendliche Weite dieser Ebene zu erleben… Anschließend geht es für uns noch zum Wasserloch von Tsumcor, einem meiner liebsten Plätze im Nationalpark. Es ist inzwischen knapp nach Mittag, aber hier kann ich einfach nicht vorbeifahren… Obwohl das Fotolicht nicht sonderlich gut ist, bleiben wir länger stehen, um Kudus, Giraffen und auch eine kleinere Herde Elefanten zu beobachten.
Ein Fahlregenpfeifer (Chestnut-banded Plover) sitzt lange neben uns auf einem Stein und beobachtet die Szenerie ebenso…
Erst als eine größere Gruppe Elefanten daherstürmt, zeiht sich der Vogel zurück…
Ich habe im letzten Teil meines Berichtes sehr viele Bilder von Elefanten an diesem Wasserloch gezeigt, so verzichte ich bei den nicht optimalen Lichtbedingungen auf weitere Fotos. Jetzt geht es aber endgültig zurück über Namutoni zu unserer Lodge. Unterwegs zeige ich meinen beiden Freunden noch kurz die Stelle am Beginn des Fisher’s Pan Drives, wo ich den frisch gerissenen Kadaver eines Springbockes fotografiert hatte… Ich traue meinen Augen nicht, denn am Kalkriff oberhalb des Weges sitzt der Leopard, den ich aufgrund seines eingerissenen rechten Ohres sofort wieder erkenne…
Der Kerl starrt uns an, bleibt aber völlig gelassen – welch großes Glück, der erste Leo für meine beiden Freunde. Auch ich bin begeistert, die beiden vermutlich ein Stück mehr…
Auch diesmal gibt es also wieder eine Raubkatze im Etosha Nationalpark zur Mittagszeit! Wir fahren nun endgültig zurück zur Mushara Lodge und genießen die Pause nach diesem ereignisreichen Halbtag – dann wird der Gamedrive am Nachmittag wohl etwas kürzer ausfallen müssen…
Fortsetzung folgt!
Teil 8510. Juni 2022
Fortsetzung Reisetage 93 bis 95 (2. November bis 4. November 2021) – Etosha NP (rund um Namutoni)
Nach diesem grandiosen Vormittag, der ohnehin schwer zu toppen sein wird – und wo es gelungen ist, dass auch meine beiden Reisefreunde einen Leoparden sehen – entschließe ich mich, den Nachmittag über in der Lodge zu bleiben. Meine Freunde wollen nämlich ohnedies einmal einen Gamedrive mit den Fahrzeugen der Lodge und mit deren Guides bestreiten. Da Gamedrives im Preis inklusive sind, ist das selbstverständliche eine gute Idee. Ich breite mich also im Zimmer und im Restaurant aus, während die beiden wieder loslegen. Sie sehen einiges an diesem Nachmittag, aber keine Katzen – das wundert mich irgendwie, denn eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass die Löwen, die in der Nacht gekillt hatten, sicher nicht verschwunden sein werden…
So legen wir gemeinsam erst am nächsten Morgen wieder los. Pünktlich um 6:15 Uhr stehen wir wieder vor dem Von Lindequist Gate und fahren in den Nationalpark. Es steht nur ein weiteres Auto von einer umliegenden Lodge da, ansonsten wieder einmal gähnende Leere – das ist insofern interessant, als wir im Camp Namutoni keine Zimmer bekommen hatten – „ausgebucht“ war uns mitgeteilt worden. Jetzt bin ich mir sicher, dass das Camp maximal zu einem Viertel gefüllt ist… Aber egal, wir sind nun auch so hier und freuen uns über die grandiose Tierwelt in diesem Park.
Bereits auf dem Weg Richtung Namutoni stoppen wir bei einigen Damara-Dikdiks, diese kleinen Antilopen haben hier ihren Lebensraum.
Auch heute treffen wir wieder auf eine Hyäne, diese ist aber rasch auch wieder verschwunden.
Die erste Zeit gestaltet sich überhaupt sehr zäh, es sind kaum Tiere auszumachen. Wir fahren zum Wasserloch von Koinachas – nichts, wir fahren die Schleife bei Doringdraai – nichts und auch in Klein Okevi – Fehlanzeige. Wenn wir wenigstens ein paar Vögel sehen würden… Aber die Tiere, die wir entdecken, sind recht weit entfernt und Fotos lohen sich wirklich. Man merkt einfach, dass wir schon viele gute Bilder haben, wir werden wählerischer! Die Stimmung im Auto ist trotzdem gut, wir haben uns eigentlich die gesamte Zeit über hervorragend verstanden, Dissonanzen gab es praktisch nicht.
Ein Gnu trottet neben der Pad und ein Schakal steht recht gut im Licht. Das ist für längere Zeit unsere gesamte Ausbeute. An der Fisher’s Pan grasen einige Zebras und Gnus und wir sehen eine schöne Gabelracke (Lilac-breasted Roller).
Hier sehen wir zudem ein Steinböckchen und einige Rußnektarvögel (Dusky Sunbird).
Am Wasserloch von Chudop, das wir schließlich ebenfalls noch besuchen, sind ebenfalls kaum Tiere zu sehen. Dafür hat sich ein Filmteam ausgebreitet. Ich versuche mit den Damen und Herren ins Gespräch zu kommen, diese sind aber sehr abweisend. Wenigstens gelingt es uns, einige Impala-Böcke und eine Riesentrappe abzulichten.
Die heiße Mittagszeit verbringen wir heute wieder am Pool in der Lodge und wir kehren erst am Nachmittag wieder in den Nationalpark zurück. Am Vormittag haben wir doch recht viele Kilometer für verhältnismäßig wenig Ausbeute zurückgelegt. Auch das zeigt, wie viel Glück wir bisher bei unseren Gamesdrives hatten! Den nachmittag starten wir in Klein Namutoni, wo eine Gruppe Weißrückengeier (White-backed Vulture) zusammenkauert. Zudem sind etliche Giraffen am Wasserloch.
Die Giraffen ziehen sich ein wenig zurück, als eine Hyäne erscheint und direkt auf das Wasser zusteuert.
Es dauert aber nicht lange, dann wagen sich auch die anderen Tiere wieder heran. Zudem sitzen zwei Raubadler (Tawny Eagle).
Anschließend fahren wir über Koinachas zurück nach Doringdraai, wo wir zunächst bei einem Springbock und einigen Sträußen anhalten.
Wir fahren diesen kurzen Loop und sehen tatsächlich einen Löwenkater, der aus dem Busch in die offene Fläche tritt.
Wir starren nur auf ihn hin und übersehen dabei fast einen zweiten Kater, der sich von der anderen Seite dem Auto nähert.
Der Kerl tritt direkt an unser Auto heran und schüttelt unmittelbar vor uns seine Mähne…
Anschließend marschiert er auf den anderen Pascha zu.
Zusammen lassen sie sich nieder.
Wir fahren nun nochmals den kurzen Loop ab, in der Hoffnung weitere Raubkatzen ausfindig machen zu können. Wir sehen aber keine Löwinnen oder Jungtiere, wobei wir aber sicher sind, dass es sich um die Gruppe handelt, die zwei Tage zuvor hier ein Gnus gerissen hatte. Als wir jedoch zu den beiden Löwenkatern zurückkommen, sehen wir, dass sich eine Löwin zu ihnen gesellt hat…
Die Drei bleiben aber ganz ruhig liegen, wir stehen einige Zeit neben ihnen, aber es tut sich weiter nichts. Vermutlich werden sie hier auf den Einbruch der Nacht warten, um dann wieder zu jagen. So lange können wir aber nicht warten, wir müssen schließlich den Park verlassen. Also fahren wir langsam Richtung Gate zurück, ohne entlang der Strecke weitere wesentliche Sichtungen zu verzeichnen. Wir stoppen lediglich bei einer größeren Gnu-Herde, die sich weiter weg in der Ebene versammelt hat.
Wir genießen den letzten Abend in der Lodge bei einem guten Glas Wein und freuen uns auf den folgenden Tag im Park, wenn wir von Namutoni über Halali bis nach Okaukuejo fahren werden. Diese Bilder werde ich aber erst in etwa einer Woche posten, denn ich brauche jetzt wieder einmal kurz Urlaub vom Urlaub… Bis bald!
Teil 8624. Juni 2022
Reisetage 96 und 97 (5. und 6. November 2021) – Etosha NP (Namutoni – Okaukuejo) – Windhoek
Es ist kaum vorstellbar, aber heute steht der letzte „Safaritag“ auf dem Programm – ich habe nicht nachgerechnet, aber es gab bisher eine große Zahl an Tagen in diversen Nationalparks eine unglaubliche Fülle begeisternder Sichtungen. Erst die Aufarbeitung des „Fotoertrages“ bringt ans Licht, wie viele Tiere ich in den letzten Wochen vor die Linse bekommen habe. Natürlich ist auch schon etwas Müdigkeit dabei, wir halten nicht mehr an jedem Tier an – aber dennoch hält auch dieser Tag wieder einige sehr schöne Erlebnisse für uns bereit…
Von der Mushara Lodge, in der es uns übrigens sehr gut gefallen hat, geht es frühmorgens wieder zum Von Lindequist Gate, wo wir wieder die ersten sind, die in den Park rollen. Auch heute hält sich der Ansturm in Grenzen, zwei weitere Autos wollen mit uns in den Park. Westlich von Namutoni sehen wir an der Pfanne eine Vielzahl an Gnus und Zebras. Eine sabbernde Hyäne kreuzt die Pad.
Wenig später sehen wir zwei Spitzmaulnashörner aus der Pfanne in unsere Richtung marschieren. Diese treffen nun auf zwei Breitmaulnashörner, die Richtung Osten unterwegs sind. Wir sind gespannt, wie sich dieses Nashornmeeting „gestalten“ wird… Auch eine Hyäne schaut den vier Kolossen zu.
Plötzlich sprinten die Breitmaulnashörner los und jagen auf uns zu – ich starte hektisch das Auto, will sicher nicht der „Stolperstein“ der beiden werden… Diese bremsen sich vor uns ein und jagen in wildem Galopp parallel zur Pad weiter…
Wir beobachten die beiden einige Zeit und fahren schließlich weiter Richtung Halali, wo wir auf das schwanz- und ohrlose Spitzmaulnashorn stoßen, das schon mehrfach in diesem Forum beschrieben wurde…
Wir beschließen, die Runde über „Helio“ zu fahren, weil ich dort vermutlich noch nie gestoppt hatte. Diesen Platz zwischen den Bergkuppen unweit von Halali habe ich bisher im links liegen gelassen. Diese Idee entpuppt sich als nicht schlecht, denn dort treffen wir auf ein großes Rudel Löwinnen – zwölf dieser Raubkatzen liegen dort dicht an dicht… Lediglich ein weiteres Auto steht noch herum, sodass wir alle Zeit und Freiheiten haben, diesen Anblick zu genießen…
Wir sehen uns ein wenig um und entdecken immer mehr Katzen im Gras rundherum.
Die Tiere sind völlig entspannt und dösen vor sich hin, nur gelegentlich wird der Kopf gehoben…
Grundsätzlich wird jedoch geschlafen…
Nachdem wir relativ lange hier stehen, machen wir uns doch auf Richtung Okaukuejo, an Halali fahren wir einfach vorbei. Wir stoppen kurz bei zwei Riesentrappen (Kori Bustard) und fahren dann weiter an den Pfannenrand bei Salvadora und Sueda, wo wie immer zahlreiche Zebras zur Tränke kommen.
Der Anblick der zahllosen Streifen vor der unendlichen Weite der Pfanne ist für mich so etwas wie ein Synonym dieses Nationalparks…
Wir werfen einen letzten Blick zurück auf die Etosha Pfanne und ich weiß, dass ich wieder hierher zurückkehren werde – vielleicht nicht in den nächsten ein, zwei Jahren, aber sicher irgendwann in der Zukunft! Auch eine weitere Hyäne, die wie aus dem Nichtsauftaucht, starrt Richtung Pfanne.
Wir haben tatsächlich schon so viele Löwen gesehen während unserer Reise, doch an diesem Tag wird das alles nochmals getoppt… unweit des Picknickplatzes treffen wir auf die nächste Gruppe: Vier Löwinnen marschieren neben der Pad dahin… im Hintergrund flimmert das unendliche Weiß der Pfanne.
Die Löwinnen sind sehr nahe am Auto, trotten neben uns her.
Sie verschwinden aber schließlich in einem Wasserdurchlass unterhalb der Pad – von der Straße aus sind so unmöglich zu sehen… Mit ein Grund, in diesem Park nie und nimmer das Auto zu verlassen… Da kann es tatsächlich sehr schnell gehen! Damit lassen wir es bewenden, wir haben im wahrsten Sinn des Wortes „genug gesehen“. Die letzten Tage waren anstrengend, wir wollen in die Lodge fahren und uns dort ein wenig ausruhen. So verlassen wir am frühen Nachmittag durch das Anderson Gate den Park und fahren weiter in die wenig entfernte Gondwana Etosha Safari Lodge, die sich malerisch auf einem Hügel ausbreitet. Von hier aus genießt man den Blick über die großartige Savannenlandschaft südlich des Nationalparks.
Wir ruhen uns aus und sortieren unsere Ausrüstung, den Abend verbringen wir auf der Terrasse vor dem Restaurant gemeinsam mit einer lärmenden Gruppe Franzosen… Einige der Reisenden legen ihre verschwitzten Füße auf den Tisch, dazu wird mächtig getrunken und laut diskutiert – wir halten es nicht lange aus und verzichten auf Bilder vom Sonnenuntergang… Am nächsten Morgen verlassen wir nach dem guten Frühstück die Lodge, wir haben einen langen Fahrtag vor uns. Wir müssen zurück nach Windhoek, um dort einen weiteren PCR-Test für die darauffolgende Ausreise nach Südafrika abzulegen…
Fazit Gondwana Etosha Safari Lodge: Bei einem Aufenthalt in dieser Lodge macht man nichts verkehrt. Der solide Service der Gondwana-Lodges ist auch hier gegeben, die Zimmer sind geräumig und sauber, alle Chalets entlang eines Hügelkammes angeordnet. Zwei Pools bieten Abkühlung, das Restaurant ist schmucklos und eher „hallenartig“, das Essen dafür sehr lecker. Wenn man im Park keinen Platz findet, oder vielleicht am Vorabend nicht mehr direkt in den Nationalpark fahren möchte, dann ist nichts verkehrt, hier zu nächtigen…
Über Outjo und Otjiwarongo fahren wir auf der sehr langweiligen B1 immer in südliche Richtung. In Okahandja stoppen wir kurz im Cafe am Holzschnitzermarkt, aber wir wollen alle drei die Strecke möglichst rasch hinter uns bringen, sodass wir bald wieder aufbrechen. Kurz vor 14:00 Uhr sind wir zurück in Windhoek, wo wir direkt zur Casa Piccolo fahren, die uns inzwischen bereits vertraut ist. Dort beheben wir die bereits vorbereiteten Papiere für die Testung und fahren gleich anschließend in die Independence Avenue, um uns dort dem Test zu unterziehen. Alles läuft schon sehr routinemäßig ab.
Nach der Testung fahren wir nochmals zur Heinitzburg, um dort einen abschließenden Cafe zu trinken. Beim letzten Besuch hat uns der Starkregen mit Hagel vertrieben, diesmal sitzen wir auf der Terrasse und genießen den Blick über die Stadt.
Von hier aus erkennt man sehr gut die Beckenlage der Stadt, man sieht aber auch, dass die Besiedelung rasant zunimmt und immer mehr Hügel verbaut werden. Auf einen Besuch im Stadtzentrum verzichten wir, wir genießen die Ruhe in unserem Quartier. Am Abend fahren wir in das nahegelegene Restaurant „Stellenbosch“ wo wir vorzüglich speisen. Dieses Restaurant ist tatsächlich ausgezeichnet und hält den guten Kritiken im Internet stand.
Gefahrene Tageskilometer: 216 / 407
Teil 8728. Juni 2022
Reisetage 98 und 99 (7. und 8. November 2021) – Windhoek – Kalahari Game Lodge
Nach dem Frühstück, das auch heute wieder hervorragend schmeckt, brechen wir auf Richtung Rehoboth. Wir verabschieden uns von Claudia und ihrem Team, das uns mehrfach in dieser Zeit hervorragend betreut hat. Nicht nur die nette, preisgünstige Pension, die sie sehr umsichtig betreibt, sondern vor allem auch die außergewöhnliche Unterstützung bei der Administration unserer PCR-Tests möchte ich explizit nochmals hervorheben. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und ich werde gerne wieder kommen…
Für uns steht heute ein langer Fahrtag an, wir wollen uns beim Fahren wieder abwechseln und die Strecke einfach „hinter uns bringen“. Wir fahren dazu zunächst auf die B1, der wir über Rehoboth und Kalkrand bis nach Mariental folgen. Hier betanken wir das Auto nochmals, ehe es über die Pad weiter geht. Die Landschaft ist ausgebrochen schön und ich frage mich eben, weshalb es davon kein Foto gibt – vermutlich ist bereits eine Art Sättigung eingetreten… Jedenfalls sind wir sehr angetan vom Rundherum, meine beiden Freunde stoppen auch das eine oder andere Mal. Ich gehe dabei immer rund um das Auto – das habe ich mir einfach angewöhnt… Bei einem dieser Stopps erkenne ich, dass das rechte Vorderrad etwas weniger Reifendruck haben dürfte. Zur Vorsicht nehme ich den Kompressor heraus und prüfe den Druck. Wie sich herausstellt, fehlt doch einiges, also wird der Reifen zunächst aufgepumpt. Wir fahren rund 15 km weiter und ich stoppe, um den Reifen ein weiteres Mal zu kontrollieren, mir gefällt auch das Fahrverhalten des Autos nicht… Der langen Rede kurzer Sinn: Wir müssen den ersten (und letzten) Reifenwechsel durchführen. Das Prozedere ist ja nicht so ganz einfach, denn ein Landcruiser ist doch schwer, auch der Reifen, der neu aufgezogen wird, hat ein ordentliches Gewicht. Da müssen wir nun Schwerarbeit in der Hitze des frühen Nachmittags verrichten.
Eigentlich hätten wir einen Gamedrive für den späteren Nachmittag in der Lodge vorreserviert gehabt – daraus dürfte nun aber nichts werden…. Das Rad ist nach einer guten halben Stunde gewechselt, alles wieder im Kofferraum verstaut. Die Arbeitshandschuhe, die ich extra für diesen Zweck mitgenommen hatte, habe ich nicht übergestreift – warum, weiß ich bis heute nicht…
Wir fahren also nun weiter zur Lodge und beziehen die beiden Chalets „Steenbock A und Steenbock B“, die etwas abseits des Restaurants und der daran angeschlossenen Rezeption liegen. Wir sind zusammen mit einem deutschen Pärchen die einzigen Gäste, lediglich zum kleinen Swimmingpool kommen am späteren Nachmittag zwei Familien aus dem etwas entfernt gelegenen Campingplatz angetrabt. Die Kinder haben ihren Spaß, wir sitzen dagegen im Schatten und schlürfen Rock Shandy. Den Gamedrive sagen wir ab, das stellt aber kein Problem dar…
Die Landschaft rund um die Lodge ist beeindruckend, ständig kommen Springböcke oder Oryx-Antilopen zur Tränke. Die malerische Landschaft der Kalahari mit ihren roten Sanddünen und den großen Akazien entlang der Trockenflüsse bestimmt das Bild. Gelegentlich huscht ein Buschhörnchen vorbei. Auch die Mahali-Weber (White-browed Sparrow Weaver) sind allgegenwärtig.
Lange Zeit beobachte ich einen Wiedehopf (African Hoopoe), der in einem Baum vor der Rezeption seine Jungen füttert. Ständig flattert er vorbei, um neues Futter anzuschleppen.
Gegen Abend marschiere ich nochmals zurück zu unserem Chalet, denn mit der sinkenden Sonne wird es bald recht kühl, ich hole mir einen Pullover. Die Lichtstimmung ist inzwischen sehr schön, ich bin begeistert vom Zauber der Landschaft.
Unter dem Dach unserer Chalets brüten einige Schwalben (?).
Das Abendessen schmeckt vorzüglich und danach tauschen wir uns noch kurz mit dem deutschen Ehepaar aus, das am darauffolgenden Morgen auch am angebotenen Gamedrive der Lodge teilnehmen wird. Nach einem schnellen „Absacker“ marschieren wir zurück zu unserer Unterkunft und verbringen eine herrliche Nacht mit angenehmen Temperaturen und absoluter Stille…
Der Gamedrive führt uns noch vor dem Frühstück in ein abgeschlossenes Revier, das durch einen hohen, gesicherten Zaun vom Rest der Lodge getrennt ist. Gewaltige Webervogelnester hängen an den Bäumen und hin und wieder sehen wir Oryx-Antilopen.
Wir durchfahren Salzpfannen, die zwischen den Dünenkämmen eingeschlossen sind und stoppen bei einer kleinen Leopardschildkröte.
Auch eine riesige schwarze Schlange sehen wir gerade noch, doch das Reptil zieht sich sofort zurück, sodass wir den Kopf nicht erkennen können.
Unser Hauptaugenmerk gilt aber nochmals den Löwen, denn im Revier sind zwei Rudel dieser Raubkatzen unterwegs. Nach längerer Suche treffen wir tatsächlich auf einen Löwenkater, der mit fünf Löwinnen umherstreift. Es ist ein besonderes Erlebnis, diese Großkatzen in dieser Landschaft zu sehen.
Eine Löwin ist sehr aktiv, sie läuft ständig die Dünen rauf und runter.
Der Rest des Rudels hat sich inzwischen einen Schattenplatz gesucht.
Der mächtige Kalahari-Löwe mit seiner schwarzen Mähne döst ebenfalls vor sich hin.
Als wir uns weiter annähern, heben die Katzen wenigstens die Köpfe.
Lange sind wir aber nicht interessant, dann senkt auch der Kater an Ort und Stelle wieder sein mächtiges Haupt.
Wir stoppen hier eine Weile und beobachten die wunderschönen Tiere aus nächster Nähe – mit Sicherheit unsere letzten Löwen in diesem Urlaub… Auf der Rückfahrt zur Lodge fotografieren wir noch ein Steinböckchen und einige Giraffen, die ein Neugeborenes in ihrer Gruppe mitführen.
Den Rest des Tages verbringen wir nochmals rund um die Lodge, wir genießen es, einfach auch mal wieder ein Buch zu lesen oder mit einem Cafe oder einem Rock-Shandy im Schatten zu sitzen. Nach der langen Fahrt des Vortages ist es wichtig, einen Tag der Erholung einzustreuen.
Gefahrene Tageskilometer: 566 / 0
Teil 8829. Juni 2022
Reisetage 100 bis 103 (9. bis 12. November 2021) – Kalahari Game Lodge – Upington – Vryburg – Wien
Wir wissen, jetzt wird es schnell gehen. Im Endeffekt steht lediglich noch die Rückfahrt nach Johannesburg am Programm. Dafür liegt aber noch eine relativ lange Wegstrecke vor uns, die wir in drei Etappen zurücklegen wollen. Die erste Hürde müssen wir gleich am heutigen Tag nehmen: Bis 12:10 Uhr müssen wir den Grenzübergang in Ariamsvlei zu Südafrika passiert haben, denn dann läuft (strenggenommen – und wir wissen natürlich nicht, wie streng das genommen wird) unser in Südafrika 72 Stunden lang gültiger PCR-Test aus Windhoek ab. Das bedeutet für uns, dass wir bereits kurz vor 5:00 Uhr morgens zurück auf der Pad sind. Wir planen zeitlich einen Reifenwechsel ein, man kann ja nie wissen…
Wir bekommen an diesem Tag also auch kein Frühstück, haben uns gestern nach dem Abendessen aber einige Kleinigkeiten für Zwischendurch aus der Küche mitgenommen.
Fazit Kalahari Game Lodge: Die Lodge liegt in einer traumhaft schönen Landschaft – genau so stellt man sich die Kalahari vor. Leider ist hier – wenn der Grenzübergang bei Mata Mata in den Kgalagadi NP geschlossen ist – eine Sackgasse, die es der Lodge auch schwer machen dürfte, überhaupt zu überleben, sollte dieser Umstand beibehalten werden. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt, das Essen ist vorzüglich, die Chalets sind geräumig und sehr sauber. Der Gamedrive war gut, aber einen zweiten würden wir nicht unbedingt machen wollen.
Wir folgen zunächst dem Auobrivier in nordwestlicher Richtung. In diesem Streckenabschnitt kommen wir nur relativ langsam voran, denn es sind sehr viele Tiere auf der Straße: Steinböckchen, Löffelhunde und sogar ein Pangolin können wir ausmachen. Leider gibt es keine Möglichkeit für ein Foto… Langsam beginnt die Dämmerung einzusetzen und mit jeder Minute wird die Sicht besser! Wir tasten uns also vorwärts, machen aber doch etwas Strecke. Über die D511 geht es weiter Richtung C17, die uns nach Koes bringt, von wo wir weiter nach Keetmanshoop fahren. Die Pads, die wir auswählen, sind in einem erstaunlich guten Zustand, das hilft natürlich. Kurz vor Keetmanshoop fahren wir am Spielplatz der Riesen und am Köcherbaumwald vorbei – hier müssen wir kurz anhalten, das Morgenlicht ist einfach zu schön, um nur durchzurasen, außerdem tut es gut, sich die Beine ein wenig zu vertreten.
In Keetmanshoop erreichen wir wieder die Asphaltstraße und von da weg geht es dann zügig voran. Wir erreichen die Grenze in Nakop um kurz vor 11:00 Uhr, wir haben also ausreichend Zeit. Der Übertritt nach Südafrika verläuft unproblematisch, es sind zudem kaum Autos oder LKWs vor Ort, sodass wir sofort abgefertigt werden. Das Theater bei der Einreise nach Namibia an diesem Grenzübergang ist aber selbstverständlich nochmals Gesprächsthema…
Der rasche Grenzübertritt bedeutet andererseits aber auch, dass wir kurz nach Mittag in Upington, unserem heutigen Tagesziel, eintreffen. Wir fahren zunächst in die Mall, um uns dort ein „verspätetes Frühstück“ zu gönnen. Die Kalahari-Mall ist sehr gut sortiert, hier kann man alles einkaufen und es gibt auch einige nette Cafes und Restaurants, zumeist jedoch fast Food Läden… Wir bleiben etwas sitzen, es gibt keinen Grund mehr zur Hektik, denn wir haben schon viel geschafft, wir sind zumindest wieder zurück in dem Land, aus dem wir abfliegen werden…
Anschließend geht es wieder zum Waterfront Guesthouse, wo wir bereits auf der Hinfahrt Station gemacht haben. Sieglinda und ihr Mann sind gute Gastgeber und ein Aufenthalt am Ufer des Oranje immer sehr nett. Fotos fehlen diesmal, die wurden von mir bereits auf der Hinfahrt eingestellt. Am Abend gibt es einen wunderbaren Braai und wir fallen vollgegessen und glücklich in die Federn… Das böse Erwachen folgt aber auf den Fuß…
Am nächsten Morgen möchte ich unseren Kühlschrank im Autos ausräumen und betrete mit dem Parkplatz ein Schlachtfeld. Während der Nacht haben Diebe alle Autos aufgebrochen. Eines dieser Autos hatte IT-Zubehör geladen und der gesamte Wageninhalt ist quer über den Platz verstreut. Hier hatte jemand tatsächlich gewütet. Auch zwei Polizisten sind bereits vor Ort und beginnen damit, die Daten aufzunehmen. An unserem Auto ist Gott sei Dank kein nennenswerter Schaden entstanden, lediglich das Vorhängeschloss an der hinteren Türe ist aufgebrochen und der Kühlschrank im Wageninneren ist leer – eine halbe Flasche Whiskey und eine große Flasche Cola sind weg, das können wir verschmerzen. Das Bier haben wir am letzten Abend ja noch selbst getrunken… ansonsten sind auch – im Gegensatz zu den anderen Autos – die Fenster nicht eingeschlagen. Wir hatten wohl Glück im Unglück… Während des Frühstücks werden unsere Daten erhoben und man verspricht uns, den Unfallbericht zukommen zu lassen – bis heute habe ich keinerlei Unterlagen erhalten!
Anschließend geht es für uns zurück Richtung Johannesburg, wir fahren zunächst nach Kathu, wo wir im Mugg & Bean wieder eine kurze Pause einlegen. Zudem wollen meine beiden Freunde die riesigen Bulldozer sehen, die in der Kupfermine arbeiten. Einiger der gewaltigen Fahrzeuge sind ausgestellt. Anschließend geht es weiter nach Kuruman und von dort nach Vryburg, wo wir das Auto nochmals auftanken. Wir nächtigen außerhalb von Vryburg in der Morakane Safari Lodge, wo wir die einzigen Gäste sind. In der Lodge gibt es ein schön angelegtes Wasserloch, an dem sich den ganzen Nachmittag über immer wieder Tiere zum Trinken versammeln. Hier beobachten wir Elenantilopen, Büffel und Nyala.
Darüber hinaus sind auch viele Vögel anzutreffen.
Das Abendessen, das ausgezeichnet schmeckt, nehmen wir direkt in der Lodge ein. Die Lodge erweist sich als gut geeigneter Platz für einen Zwischenstopp, die Chalets sind sehr geräumig und sauber. Wir fühlen uns sehr wohl. Dass es sich eigentlich auch um eine Jagdfarm handelt, merkt man dagegen an den vielen ausgestopften Tieren im Restaurantbereich – dieser Anblick ist doch etwas gewöhnungsbedürftig…
Nach dem Frühstück verlassen wir unser letztes Quartier und fahren schließlich über Klerksdorp und Wolmaransstad weiter nach Johannesburg, wo wir direkt bei Bushlore unser Auto zurückgeben. Da das Bushlore Depot nördlich der Stadt liegt, werden wir von einem Fahrer zum Flughafen gebracht. Jetzt geht alles sehr schnell, wir trennen uns von unserem liebgewordenen fahrbaren Untersatz, der sich wieder als sehr zuverlässig herausgestellt hat. Ich bin froh, wieder unfallfrei durch die wunderbaren Länder im Süden Afrikas gereist zu sein. In der Lounge genießen wir noch das ein oder andere Glas Wein, ehe wir dann am Abend mit Swiss nach Zürich abheben. Der Anschlussflug am nächsten Morgen verläuft ebenso pünktlich wie der Langstreckenflug, sodass wir pünktlich in Wien landen. Aufgrund des günstigen Upgrades in die Business-Class wird der lange Flug auch etwas angenehmer, ich habe genügend Platz und vor allem auch die Gelegenheit, zwischen Zürich und Wien die wunderbaren schneebedeckten Alpengipfel zu bestaunen. Zum Landeanflug nach Wien nehme ich nochmals meine Kamera zur Hand und knipse einige Bilder zwischen dem Stift Melk, das sehr schön an der Donau liegt und Wien. Da der Landeanflug direkt über die Wiener Innenstadt erfolgt, gibt’s auch davon einige Bilder!
Ich möchte mich an dieser Stelle bei den zahlreichen Leserinnen und Lesern dieser Zeilen bedanken – ich hoffe, dass ich einige Anregungen geben konnte und dass es nicht langweilig war, mich auf dieser langen Bilderreise zu begleiten! Vielleicht gibt es wieder einmal einen Reisebericht – für den kommenden Sommer ist eine Reise durch Uganda geplant, der afrikanische Kontinent lässt mich ja nicht los… Alles Gute, bleibt gesund, Peter