Ich würde mich freuen, wenn Mitreisende zusteigen würden!
09.04.2021 - Ankunft in Windhoek, Auas Safari Lodge
Am 09.04.2021 landeten wir nach einem ruhigen Flug mit sehr viel Platz mit LH/Eurowings in Windhoek. Wir hatten jede eine Reihe für uns in der Nacht, das war natürlich sehr komfortabel. Die Verpflegung in Krisenzeiten ist noch mal etwas spärlicher, es gab ein vegetarisches Nudelgericht und ein kleines Frühstück.
Beim Aussteigen in Windhoek war das gesamte Rollfeld mit Heuschrecken übersäht, nach dem guten Regen gab es eine regelrechte Insektenplage. Und wie immer - einen wunderbaren Sonnenaufgang zur Begrüßung!
Wir mussten uns in eine Schlange einreihen und unsere negativen Tests vorzeigen und den Papierkram erledigen. Temperaturscans, Hände desinfizieren und wir waren draußen. Der Fahrer von Savanna wartete bereits auf uns für den Transfer. Nach der Übernahme unseres Hilux ging es für uns erstmal zum gemütlichen zweiten Frühstück ins Craft Center um die Ecke von Savanna. Danach statteten wir der Grove Mall einen Besuch ab, um uns mit Keksen, Äpfeln und Getränken einzudecken.
Am Nachmittag kamen wir an der Auas Safari Lodge an.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, wollten wir spazieren gehen, wurden aber von Johanna gewarnt, dass nach dem guten Regen die kleinen Fliegen im hohen Gras eine rechte Plage waren. Das wollten wir erst mal ausprobieren und machten uns auf den Weg, aber mussten bald aufgeben. Die winzig kleinen Fliegen stürzten sich auf uns und hatten es besonders auf Mund und Augen abgesehen, beißen tun sie auch. Auch Masken nützen nichts!
Also gaben wir auf und verbrachten den restlichen Nachmittag auf der Terrasse.
Hier war von den Plagegeistern nichts zu sehen. Wir tranken ein paar Rock-Shandys, schauten den Vögeln zu und genossen die Abendstimmung.
Es lag schon Winter in der Luft und man konnte später eine Jacke gebrauchen. Das Essen war besonders gut, in den kommenden Wochen sollten wir oft gutes Essen bekommen, aber die Küche der Auas Lodge stach heraus.
Am nächsten Morgen haben wir sehr lange gefrühstückt und die Strauße beobachtet, bevor wir uns auf den Weg zur Bagatelle machten.
Teil 228. Aug. 2021
10.04.2021 - Bagatelle Kalahari Lodge
Es war meine Idee die kleineren Schotterpisten „hinten herum“ über die C15 und Dordabis, Uhlenhorst und Hoachanas bis zur Bagatelle zu fahren. Landschaftlich war die Strecke aber nicht so interessant, die Schotterpiste zog sich und außerdem waren die Straßen wohl zwischenzeitlich neu benannt worden? Zumindest passten die Angaben unseres angemieteten Navis nicht zu den Straßenschildern und das war nervig. Beim nächsten Mal würde ich lieber die B1 über Kalkrand nehmen.
Wir kamen an der Bagatelle Kalahari Game Lodge an und bezogen jede ein eigenes Dune Chalet. Das Gepäck und die Gäste werden mit einem Buggy zu den Chalets gefahren. Die Chalets liegen traumhaft auf den Dünen und wir genossen einfach den Nachmittag mit dieser Aussicht.
Das Abendessen war auch hier sehr, sehr lecker.
Für den nächsten Morgen ganz früh hatten wir eine Wanderung mit den San gebucht. Wir folgten den drei jungen Männern in traditioneller San Bekleidung und einem Übersetzer auf den Bushwalk.
Sie zeigten uns Kräuter oder wie Wasser verwahrt wurde (in Straußeneiern) und unser Guide übersetzte.
Auf die Frage warum die 3 kein Englisch sprechen, antworte unser Guide, dass viele San Kinder die Schule verlassen, weil sie sich dort nicht wohl fühlen und von den anderen Kindern wohl auch gemobbt werden. Für ihn selbst war dies anders, weil er einen Ovambo Vater und eine San Mutter hat (seine Hautfarbe ist sehr dunkel und er sieht nicht wie ein San aus), deswegen wurde er in der Schule akzeptiert und hat sie abgeschlossen und eine Ausbildung gemacht.
Während die jungen Männer vorführen, wie man früher traditionell Strauße gefangen hat, und eine Straußenfalle bauen, jagen ein balzendes Straußenmännchen und eine Henne um uns herum. Wie passend!
Die Straußenfalle funktioniert so, das ein Stein in die Mitte der Falle gelegt wird. Strauße verschlucken regelmäßig Steine, die Steine helfen ihnen die Nahrung in ihrem Magen zu zerkleinern und zu verdauen. Wenn der Strauß den Stein schnappen will - dann schnappt die Falle zu!
Inga hat einen Apfel in der Tasche und möchte den gerne an die Strauße verfüttern. Unser Guide schlägt vor das sie den Apfel doch lieber den Kindern im Schaudorf geben soll. Sie stimmt zu.
Im Schaudorf hält sich der Rest der Familie auf, der Großvater bohrt Löcher in Straußeneierschalen zur Schmuckherstellung. Unser Guide gibt den Apfel den 3 kleinen Kindern, die gerade mal so laufen können. Die drei brechen den Apfel in 3 Stücke und teilen ihn auf und der Großvater kriegt auch noch einen Bissen ab. Es beeindruckt uns, wie die Kinder teilen.
Man kann hier auch noch Schmuck erwerben und wir suchen uns je eine Kette aus. Wir verabreden uns mit unserem Guide für später an der Rezeption, um die Ketten zu bezahlen. Natürlich bekommt er auch noch ein Trinkgeld und die restlichen 2 Kilo Äpfel, die wir dabei haben für die Kinder. Er sieht gerührt aus.
Bevor wir aufbrechen (nach einem langen, gemütlichen Frühstück), checke ich im Bereich der Rezeption noch meine Emails (an den Chalets gibt es kein Netz) und schwupps – habe ich einen kleinen Notfall an der Arbeit und muss die nächsten 1-2 Stunden arbeiten. So wird es Mittag bis wir weiterfahren.
Fortsetzung folgt...
Teil 304. Sept. 2021
11.04.2021 Schützenhaus, Keetmanshoop
In Mariental stocken wir unsere Vorräte auf und dann geht es weiter nach Keetmanshoop. Die Landschaft entlang der Strecke finden wir trostlos. Einen Großteil der Strecke klebt ein weißer Kleinwagen mit mehreren jungen Männern hinter uns. Wenn ich beschleunige, beschleunigen sie, wenn ich langsamer werde, werden sie auch langsamer. Das ist mir nicht geheuer. Die meisten anderen überholen uns und sind deutlich schneller unterwegs. Eigentlich wollten wir irgendwo anhalten, für eine Pause, aber das wird jetzt gestrichen und wir fahren durch. Nach einer gefühlten Ewigkeit biegen sie plötzlich links ab und sind verschwunden. Ob sie unlautere Absichten hatten oder nicht, kann ich natürlich nicht sagen.
Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis Keetmanshoop. Kurz vorher wird die Landschaft schöner. In Keetmanshoop übernachten wir im Schützenhaus. Das erste deutsche Vereinshaus in Namibia. Praktische, saubere Zimmer mit gutem Preis/Leistungsverhältnis für einen Zwischenstopp, auch viele Geschäftsreisende. Das Essen hatten ich mir besser vorgestellt, aber wer weiß, vielleicht haben wir einfach das falsche Gericht gewählt.
Teil 413. Sept. 2021
12.04.2021 - Fahrt zur Fish River Lodge
Am nächsten Morgen statten wir dem MTC Shop einen Besuch ab, tanken und gehen in ein Cafe, dann geht es weiter zur Fish River Lodge.
Die Landschaft entlang der letzten einhundert Kilometer Schotterpiste ist faszinierend und karg, als ob man auf dem Mars wäre – wenn nicht ab und zu ein paar Köcherbäume und Sukkulenten auftauchen würden - wir sehen kein einziges anderes Auto.
Dann biegt man ab in den eigentlichen Naturpark, der zur Fish River Lodge gehört und nach weiteren 30 – 40 Kilometern kommt man an dieser Aussicht an.
Ich bin begeistert. Inga ist skeptisch. Nach dem guten Regen wimmelt es hier von Insekten, überall springen Heuschrecken umher und dass gefällt ihr gar nicht. Sie hat eine ziemlich Insektenphobie. Nachdem in den ersten beiden Unterkünften zumindest noch eine Handvoll anderer Gäste anwesend waren, sind wir hier nur vier Gäste.
Ich genieße den Abend hier sehr. Es ist, als ob man eine gigantische Leinwand der Natur betrachtet.
Das Abendessen ist sehr gut und es ist sehr, sehr heiß. Die Küste und der Süden erleben gerade eine Hitzewelle. Die Chalets sind sehr schön, aber sie heizen sich aufgrund der großen Glasflächen ringsum auch ganz ordentlich auf. Man kann ein Oberlicht öffnen, um ein wenig Durchzug zu erzeugen. Nach dem ich das Futter aus der Bettdecke entfernt habe, kann ich schlafen. Nachts, so gegen 3 Uhr, rüttelt der Wind mit Macht am Chalet. Aufgrund der Temperaturunterschiede im Canyon gibt es hier starke Winde. Wärmere Luft aus der Tiefe des Canyons stößt gegen kältere Luftschichten und dies löst starke Winde aus. Ich sitze ein wenig draußen und bewundere die Sterne, dann schlafe ich weiter.
Teil 513. Sept. 2021
13.04.2021 - Ganztages Ausflug in den Fish River Canyon
Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück in den Canyon hinunter.
Durch unseren Guide erfahren wir einiges über die Geologie dieses Gebiets und die Tiere, die hier leben. Aus der Ferne sehen wir ein Springbockmännchen, welches sein Revier verteidigt und eine Klippspringer Antilope. Außerdem leben hier Oryx Antilopen, Strauße und die seltenen Bergzebras.
Ganz langsam über steile, steinige Stufen geht es hinab in den Canyon.
Hier stehen viele Köcherbäume.
Köcherbäume werden so genannt, weil die geraden Äste dieser „Bäume“ von den San – den Ureinwohnern des südlichen Afrikas - ausgehöhlt und genutzt wurden, um Pfeile im Köcher zu transportieren. Köcherbäume sind eigentlich keine Bäume, sondern Aloen. Diese Aloen können hunderte Jahre alt werden. Leider sterben derzeit viele Köcherbäume und wir sehen auch viele abgestorbenen Exemplare. Die Ursache des Sterbens ist unklar. Ist es eine Folge des Klimawandels? Oder liegt es daran, dass diese Köcherbäume in einer regnerischen Periode entstanden sind und sie nun gleichzeitig ihr Lebensende erreichen? Dies ist wohl ungeklärt.
An einem schönen Aussichtspunkt halten wir und dürfen uns ein wenig die Füße vertreten.
Wir erfahren einiges über die Ursprünge der Gesteinsarten und auch einiger Pflanzen. Entlang des Weges finden sich auch Überreste einiger einfacher Steinhäuser aus der Zeit, als dieses Land noch Farmland war und man versuchte, hier Landwirtschaft zu betreiben. Heute ist dieses Land ein privates Naturreservat von 45.000 Hektar Größe. Das Gebiet schützt einen Bereich der Sukkulenten-Karoo und beherbergt eine Vielfalt an endemischen Pflanzen.
Nach einer weiteren steilen Abfahrt erreichen wir die letzte große Stufe vor der Abfahrt in den Canyon und genießen die Aussicht.
Dann erreichen wir die Rock Pools. Hier kann man über große, natürliche Steinstufen zum Fish River hinabsteigen. Mittagspause! Nach einer Lunchpause im Schatten und einem kurzen Bad im Fluss (wer möchte darf schwimmen) machen wir uns wieder auf den Rückweg.
Der Rückweg fühlt sich um einiges holpriger an als der Hinweg. Die großen Steinstufen von unten nach oben zu überwinden, ist schwieriger und es wird auch ein anderes Tempo vorgelegt als beim Hinunterfahren und nicht angehalten. Gegen 15:00 Uhr sind wir zurück an der Lodge.
Teil 621. Sept. 2021
.... Eigentlich wäre es schon nett gewesen, an der Fish River Lodge eine weitere Nacht zu verbringen, aber da wir fast drei Wochen unterwegs sind und in Einzelzimmern wohnen, leisten wir uns das nicht, sondern fahren noch weiter. Wir haben morgens schon vor dem Ausflug gepackt und laden jetzt unsere Koffer ein.
Es ist schon fast dunkel bis wir am Desert Horse Inn in Aus ankommen.
Hier ist sogar einiges los und das Restaurant ist voll. Wir bestellen uns ein Curry.
14.04.2021 Desert Horse Inn
Wir schauen uns noch die Eagles Nests Chalet an und gehen hier etwas spazieren.
In Gharub machen wir am Bahnhof eine Pause. Wildpferde sind keine zu sehen.
Teil 721. Sept. 2021
Die Teerstraße nach Lüderitz ist super ausgebaut und man kann hier zügig unterwegs sein.
Wir ziehen im Nest Hotel ein und bekommen zwei verbundene Einzelzimmer. Man kann eine weitere innenliegende Tür zum Nachbarzimmer mit so einem kleinen Metall-Schiebeschloss öffnen.
Wir gehen auf einen Stadtspaziergang, schauen uns ein bisschen die Stadt an und Inga braucht noch ein paar Dinge aus dem Supermarkt.
Die Lage des Nest Hotels direkt am Meer auf Felsen gebaut mit Blick auf die Bucht ist schön.
Teil 824. Sept. 2021
15.04.2021 - Lüderitz
Gestern war es sehr, sehr heiß gewesen, knapp unter 40 Grad. Die UV-Strahlung war so hoch gewesen, dass meine Beine nach dem Spaziergang am Abend hummerrot-gescheckt waren – trotz Sonnencreme.
Heute Morgen sah es draußen so aus:
Eigentlich ganz angenehm, bedeckt und nur noch 30 Grad.
Inga war nicht sehr an Kolmanskoppe interessiert, aber ich konnte sie zu einem Besuch überreden. Also statteten wir nach dem Frühstück Kolmanskoppe einen Besuch ab, der verlassenen Geisterstadt aus der Zeit des Diamantenrauschs vor den Toren von Lüderitz.
Danach fuhren wir auf die Diaz-Halbinsel, vorbei an Flamingos...
Wir wanderten über eine klapprige Brücke hoch zum Diaz Kreuz.
Wir hielten an vielen Stränden, gingen spazieren, beobachteten Vögel.
Ich denke dies müssten ein Cape Gull - eine Kap Möwe sein und rechts im Bild ein Caspian Tern – Kaspische Seeschwalbe.
Inga hatte noch nie Kelp gesehen und war total fasziniert von den Kelp Algen Stängeln, die überall am Strand lagen.
Diese riesigen Wälder aus Kelp in kühlen Meeresströmungen erzeugen zusammen mit anderen Algenarten im Meer einen Großteil des Sauerstoffs, den wir atmen.
Danach statteten wir dem Desert Deli in Lüderitz einen Besuch für ab. Sehr leckeren Kuchen und Sandwiches und Kaffee gibt es hier.
Zum Hafen fahren wir auch noch. Viel los ist hier allerdings nicht.
Abendstimmung im Nest Hotel.
Teil 905. Okt. 2021
16.04.2021 - Lüderitz
Heute hatten wir eine Tour mit dem Penguin Catamaran gebucht. Mit uns waren 2 südafrikanische Paare und eine polnische Familie unterwegs.
André erzählte uns einiges über die Geschichte von Lüderitz und über das Diamant-Schürfen von der Meeresseite her vor Lüderitz - er hat viele Jahre als Taucher Diamanten vor Lüderitz geschürft. Wie mit einem Staubsauger wird der Meeresboden abgesaugt. Heute führt Andrè Bootstouren mit seinem Katamaran um die Diaz Halbinsel für Touristen durch.
Es ist ein wunderschöner Morgen und es ist sehr entspannend auf dem Katamaran unterwegs zu sein. Wir umrunden die Diaz Halbinsel und von der Seeseite her kann man die verlassenen Gebäude noch besser sehen als von Land.
Kormorane haben die verlassenen Siedlungen bezogen.
Pinguine fühlen sich hier wohl.
Die kleinen Delfine, die hier leben, jagen um den Katamaran herum, sind aber schwer zu fotografieren.
Als wir nach 2 Stunden wieder am Hafen eintreffen, wartet dort ein älterer Herr, der offensichtlich mit deutschsprachigen Menschen ein Schwätzchen halten möchte. Er wurde in Kolmanskoppe geboren, hat dann mit seiner Frau in Südafrika gelebt und ist nach dem Tod der Frau nach Lüderitz zurück gekehrt, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Es ist schon interessant, einem Zeitzeugen zu begegnen, der wirklich in Kolmanskoppe gelebt hat und so erzählt er uns davon, wie er in dieser Bucht das Schwimmen gelernt hat und wie es hier früher war. Ein bisschen haftet seinen Erzählungen aber auch etwas Giftiges an und auf "die Schwarzen" ist er nicht gut zu sprechen. Natürlich war auch alles besser, als die Deutschen hier das Sagen hatten.
Wir reißen uns los, und bekommen gerade noch so etwas zum Lunch im Desert Deli. Sie lassen den Laden sogar etwas länger auf für uns. Wir hatten vergessen das heute Samstag ist und wirklich alles schon Mittags schließt. Die Dame, die hier bedient, ist ganz reizend.
Nach dem Lunch fahren wir noch nach Shark Island und zum Achat Strand.
Die Sonne knallt aber derartig erbarmungslos vom Himmel, das wir keine große Lust zum Spazierengehen haben und bald wieder zum Hotel zurück kehren.
Zurück am Hotel entdecke ich dieses entzückende Kerlchen. Herr oder Frau African Oystercatcher.
Nachdem wir den Wagen schon mal vollgetankt haben verbringen wir den restlichen Nachmittag und Abend auf der Terrasse des Nest Hotels, die wir meist nur mit einer Handvoll anderer Menschen geteilt haben. Wir haben hier jeden Abend gegessen und waren zufrieden.
Teil 1012. Okt. 2021
17.04.2021 – Von Lüderitz bis zur Desert Hill Lodge
Wir haben heute eine lange Strecke von fast 500 km vor uns. Getankt haben wir gestern schon, Inga will noch mal kurz in den Supermarkt, der hier am Sonntag geöffnet hat. Dann sind wir unterwegs.
Kurz nach dem wir die Stadt verlassen haben, sehen wir ein paar Oryxe.
Mit den wilden Pferden haben wir diesmal mehr Glück als auf dem Hinweg. Zwei sind direkt an der Straße.
Inga verfüttert erst mal den kompletten frisch gekauften Apfel Vorrat an die Pferde. Eigentlich bin ich ja gegen das Füttern von wilden Tieren, aber bei diesen Pferden hier, die sich zwischen Hyänen in rauher Landschaft durchschlagen, sehe ich das auch nicht so eng.
Die Pferde sind den Kontakt zu Menschen anscheinend gewöhnt, die hochschwangere Stute trottet hinter Inga her, nachdem alle Äpfel verfüttert sind.
Auch in der Ferne sind einige Pferde zu sehen….
Melonen gibt es hier auch, ich denke das müssten Nara-Melonen Tsamma Melonen sein?
.....
Teil 1116. Okt. 2021
.... dann sind wir weitergefahren. Nach Aus ging es links auf die Schotterpiste C13 in Richtung Helmeringhausen.
Beim Fahren haben wir uns abgewechselt und ab und zu haben wir eine Pause gemacht.
Dann sind wir auf die C27 abgebogen. Landschaftlich ist es sehr, sehr schön und auch abwechslungsreich. Wir sahen keine anderen Fahrzeuge unterwegs.
Gegen Nachmittag wurde es immer dunkler am Himmel.
Als wir auf die D 827 abbogen, stand die Sonne schon tief und ein ordentliches Gewitter ging herunter. Ab hier gibt es dann auch keine Bilder mehr. Das Fahren zog sich ganz schön und die letzten Kilometer bis zur Lodge dunkelte es schon. Wir waren froh, an der Desert Hills Lodge anzukommen! Außer uns waren nur 2 andere Gäste hier und wir sind direkt zum Abendessen gegangen.
Teil 1202. Nov. 2021
....Da wir so spät angekommen sind, beschließen wir, morgen erst am Nachmittag zum Sossusvlei zu fahren. Wir checken im Dunkeln in unsere Chalets ein.
Die Chalets sind Rundbauten und sie sind innen und außen komplett mit Stroh gedeckt. Zwischen den beiden Schichten ist noch ein anderes Material verbaut. Es riecht angenehm nach frischem Stroh im Chalet. Die Chalets sind recht neu und das sieht man auch, sie sind großzügig eingerichtet mit viel Platz. Hinter dem Bett gibt es eine große Ablagefläche und viele, viele Steckdosen und USB Ports.
18.04.2021 - Desert Hills Lodge und Namib Naukluft Park
Am nächsten Morgen schaue ich mich erst einmal um.
Es ist sehr, sehr schön hier. Ein warmer Wind streicht über das gelbe Gras und die Luft riecht fantastisch nach wilden Kräutern, die ich nicht identifizieren kann.
Dann gehen wir zum Frühstück.
In Richtung später Vormittag machen wir uns auf den Weg zum Namib Naukluft Parkeingang.
Ich fahre als erstes zum Sesriem Canyon, weil ich mir den Canyon gerne mal mit Wasser gefüllt anschauen möchte. Wir steigen aus und gehen zum Canyon, da bleibt Inga wie angewurzelt stehen, schaut mich an, als ob ich den Verstand verloren hätte und sagt: „Da geh ich nicht runter!“. Was, wieso das denn? Meine Schwiegereltern sind in ihren Achtzigern da runter gestiegen und hatten kein Problem damit.
Während wir dort so stehen, kommen zwei weiße Namibier und fangen an, sich Badekleidung anzuziehen. Ich würde auf Vater und Sohn tippen. Die beiden wollen im Canyon schwimmen gehen. Sie fragen, ob wir mitkommen möchten? Inga ist nicht zu überreden. Also gibt es nur ein schnelles Bild vom Canyon von oben.
Im ersten Moment bin ich verärgert über ihre Weigerung, aber dann geht mir auf, dass das so ein Art Panik Attacke bei ihr war. Panik vor engen Schluchten. Also lassen wir das ausfallen und fahren zur Sossusvlei Lodge.
Wir haben vor Jahren schon einmal Lunch Pause in der Bar der Sossusvlei Lodge gemacht und Inga sagt, hier hätte sie das beste Sandwich ihres Lebens gegessen. Tuna Sandwich mit Kartoffel Salat als Beilage. Das steht zwar mittlerweile nicht mehr auf der Karte, aber die Küche ist so nett und macht das für uns – supernett von den Angestellten. Mittags ist man hier in der Bar meist ganz für sich, das gefällt uns gut und so ein ganzes Buffet wie in der Haupt Lodge angeboten wird, würden wir sowieso nicht wollen. ....
Teil 1310. Nov. 2021
… Nach der Mittagspause tankten wir und ließen den Tankwart noch etwas Luft von den Reifen lassen für die Fahrt zum Vlei. Unterwegs im Park begegneten uns ein paar Springböcke, es gab ein bisschen frisches Grün zu sehen und ein Straußenmännchen begleitete uns eine Weile.
Das Licht war jetzt noch recht hart. Nur an der Düne 45 sahen wir ein anderes Auto.
Am Parkplatz, bevor der Tief Sand beginnt, war niemand außer uns und auch der Shuttle Service schien am Nachmittag nicht zu verkehren.
Ich legte den 4x4 High ein und los ging es in den Tief Sand. Direkt fing ein ohrenbetäubendes metallisch kreischendes Geräusch an, dass den Ursprung irgendwo vorne rechts zu haben schien. Ach du Schande!
Ich fahre gerne tiefsandige Strecken und habe auch Übung damit, aber dieses Geräusch war nicht normal. Wenn man einmal im tiefen Sand drin ist, kann man nicht so einfach wieder anhalten, sonst bleibt man ziemlich sicher stecken. Ich wühlte mich also erstmal weiter durch den Sand, begleitet von diesem metallischen Kreisch-Geräusch. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam eine Stelle, an der der Sand etwas verdichtet und fester war. Hier konnte ich anhalten, ohne Gefahr, stecken zu bleiben.
Wir beratschlagten. Was tun? Weiterfahren oder Umdrehen?
Teil 1421. Nov. 2021
....Inga überließ die Entscheidung mir. Mir schien es zu riskant, weiterzufahren und vielleicht auf der anderen Seite das Auto nicht mehr bewegen zu können. Außerdem schienen kaum Leute hier draußen zu sein, falls wir Hilfe brauchen würden. Also umdrehen. Nachdem wir den Weg, begleitet vom unveränderten Kreisch-Geräusch zurückgefahren waren, brauchten wir erstmal eine Pause am Parkplatz. Puuh…
Wenn ich das Rauchen nicht vor vielen Jahren aufgegeben hätte, das wäre ein Moment für eine Zigarette gewesen. Ich schaute mir erstmal den Wagen genauer an. Ein Reifen hatte viel zu wenig Luft. Aber das konnte ja wohl nicht die Ursache für unser Problem gewesen sein. Bis zur Tankstelle würde es noch gehen.
Also rollten wir gemächlich und vorsichtig wieder zurück in Richtung Parkeingang/Tankstelle. Unterwegs kamen uns doch noch ein paar Fahrzeuge entgegen. Wir waren wohl noch etwas früh dran gewesen. Mit dem Wagen schien jetzt, wieder im 2x4 und auf Asphalt, alles ganz normal. Kein komisches Geräusch. Der Tankwart, der uns vorhin bedient hatte, war nicht mehr da. Sein Kollege meinte, er könne kein Loch an diesem Reifen erkennen, der Reifen wäre gut im Schuss, mit tiefem Profil. Er hat den Reifen auch noch in der Wasserwanne auf Beschädigungen geprüft. Er hat vermutet, dass sein Kollege beim Luft-Ablassen das Ventil eingeklemmt hat und deswegen die Luft langsam entwichen ist.
Mittlerweile war es später Nachmittag und Zeit für den Rückweg. Wir hielten noch einmal an, hörten den Bell-Geckos beim abendlichen Konzert zu und bewunderten einen Regenbogen.
Ein Schakal kreuzte unseren Weg.
An der Lodge waren wir jetzt nicht mehr nur zu viert. Eine kleine Reisegruppe aus Deutschland im Helikopter war eingetroffen und ein paar junge Franzosen.
Beim Abendessen überlegten wir, ich hätte das Sossusvlei wirklich sehr gerne gesehen, voll mit Wasser, das gibt es ja wirklich nicht oft. Wenn wir noch einen Tag länger bleiben würden, könnten wir eine Tour buchen. Aber wir hatten für morgen schon bei Meike in Swakopmund reserviert, also verwarfen wir den Gedanken wieder.
19.04.2021 Desert Hills nach Swakopmund
Nach dem Frühstück brachen wir auf und machten den obligatorischen Stopp bei Solitaire für Apfelkuchen und Kaffee.
Inga ging es heute nicht so gut, sie hatte sich in Lüderitz am Türschloss den Finger geratscht und das Ganze war jetzt rot und entzündet. Außerdem - nach der ungewohnten Hitze der letzten Tage - hatte ein Zahn begonnen zu puckern. Daher war sie heute etwas mutlos.
Am Kuiseb sahen wir ein paar Bergzebras. Das war ganz toll wie sie ganz kurz plötzlich im Nirgendwo auftauchten und genauso schnell wieder verschwanden.
Dann ging es herunter nach Walvis Bay und Swakopmund.
Meike von Meike's Guesthouse begrüßte uns sehr herzlich und munterte Inga auf, wenn sie Hilfe für ihren Zahn brauchen würde, würde sie die hier in Swakopmund bekommen. Ich hatte etwas antibiotische Salbe dabei für den Finger. Dann gingen wir zu Fuß zum Deutschen Haus zum Abendessen und wir saßen auf der Terrasse. Es war immer noch sehr heiß, bestimmt noch 30 Grad. Inga griff zur Desinfizierung des Mundraums zu ein paar Schnaepsen. Der Abend wurde noch sehr lustig.
Teil 1501. Dez. 2021
20.04.2021 - Von Swakopmund zum Cape Cross
Über Nacht hatte es abgekühlt und Ingas Zahn hatte sich wieder beruhigt. Die Schnapstherapie hatte anscheinend gewirkt. Wir unterhielten uns beim Frühstück ein bisschen mit Meike und ihrem Mann.
Danach brachen wir auf und besuchten das Wrack der Zeila. Wir gingen spazieren, ich kaufte den beiden Händlern die dort waren, ein paar Halbedelsteine ab und Inga fing an, Plastikmüll am Strand einzusammeln. Dafür gab es später eine eigens designierte Tüte im Auto. Die Händler haben aus Walknochen einen "Kapitän" für die Zeila zusammen gebaut.
Hier der "Kapitän" der Zeila:
Die Zeila:
Dann gingen wir zum Fisch essen auf die Terrasse des "De Duine" in Henties Bay.
Nächster Punkt auf dem Tagesplan war ein Besuch der Robbenkolonie von Cape Cross.
Danach checkten wir in der Cape Cross Lodge ein - und nein, man kann die Robben nicht bis hier her riechen.... Obwohl die Lodge nur 3 km von der Kolonie entfernt liegt.
Es gibt hier ein kleines Naturkundemuseum.
Wir wurden gewarnt vor den Schakalen. Es gab einen Ausbruch von Tollwut unter den Schakalen und es hatte schon eine mehrstellige Zahl von Tieren deswegen getötet werden müssen.
Es gab noch einen Sundowner auf der Terrasse und eine kleinen Spaziergang, ein weiteres leckeres Abendessen und eine geruhsame Nacht zum beruhigenden Rauschen des Meeres.
Das war ein rundherum schöner und entspannter Tag gewesen!
Teil 1615. Dez. 2021
21.04.2021 - Von Cape Cross nach Palmwag
Die Sonne ging auf über der Cape Cross Lodge.
Auf der C35 in Richtung Uis hatten wir schöne Ausblicke auf die Spitzkoppe und später auf den Brandberg.
Hier waren auch noch einige andere Fahrzeuge unterwegs. Im Cactus & Coffee in Uis legten wir eine Pause ein. Es ist dort so gemütlich, dass es uns richtig schwerfiel, uns wieder loszureißen. Das Angebot an Comfort Food, Sandwiches und Kuchen dort ist sehr empfehlenswert.
Interessante Magazine liegen bereit, um darin zu stöbern.
Kurz hinter Uis kam der Abzweig auf die D2319. Hier bogen wir ab in Richtung Sorris-Sorris, dann ging es wieder ein Stück auf der C35 weiter und dann nahmen wir die D2612.
Irgendwann durchquerten wir das trockene Flußbett des Aba Huab.
Dann stießen wir auf die C39 und fuhren weiter in Richtung Torra Conservancy/Palmwag.
In der Torra Conservancy trafen wir auf eine Gruppe männlicher Strauße im frischen Grün.
Kurz bevor wir die Palmwag Lodge erreichten, standen rechts und links von der Straße einige Giraffen.
Was für eine karge Umgebung! Auf der gesamte Strecke ab Sorris-Sorris sind wir vielleicht 2-3 anderen Fahrzeugen begegnet.
In der Palmwag Lodge erlebten wir einen tollen Sonnenuntergang und bezogen unsere Chalets für die Nacht.