Reisebericht Uganda 2021 Kopf- und planlos, aber mit Maske nach Uganda. Zwei Wochen Ferien, aber viele Länder unerreichbar, da eine anschließende Quarantäne herrscht. Unser eigener Wagen wartet in Namibia auf uns, für mich unerreichbar im Moment, aber … Uganda steht beim RKI nicht auf der Liste der Risikoländer, der Inzidenzwert liegt bei 0,2-0,3. Das passte ganz gut, also habe ich 10 Tage vor dem Abflug ein Ticket für den Flug HH-Amsterdam-Kigali-Entebbe gebucht. Täglich habe ich die Inzidenzwerte studiert. Sie blieben niedrig. Natürlich habe ich so gebucht, dass ich eventuell kostenfrei stornieren kann. Beruflich arbeite ich in einem Feld, in dem ich täglich mit einer Quarantäne rechnen muss. Aber dieses Mal klappte alles! Juchhu!!! Bei unserem Freund Douglas (Alpha Rent) habe ich nach einem Wagen gefragt und erfahren, dass er zwei Tage nach meiner Anfrage verstorben ist. Das hat uns sehr traurig gestimmt. 🙁 Weitere Autovermietungen waren Roadtrip Africa oder Afromaxx und I-Drive. Nun war I-Drive mit Abstand der günstigste Anbieter, aber es gab nur Nissans. Mein Mann wollte doch lieber einen vertrauten Toyota mieten. Bei unserem letzten Besuch in Uganda sind wir mehr oder weniger über Schlammpisten gerutscht und das Verhalten eines Toyota können wir seit Jahren einschätzen. Aufgrund dieser unplanbaren Coronasituation habe ich erst am Nachmittag vor unserem Abflug, als ein negativer Covid PCR Test bestätigt war und mich keine Schulquarantäne einholen konnte, den Wagen buchen wollen. Bei Roadtrip Africa waren inzwischen alle Autos mit Pop-up Dach ausgebucht und bei Afromaxx war es etwas teurer. Schließlich bin ich mit Rainer Bockmann von Afromaxx ins "E-Mail-Gespräch" gekommen und er bot uns noch einmal 10% auf den Tagespreis. Nun stimmte alles und das stellte sich später auch als Glücksfall heraus. Der Wagen sollte am Sonntagmorgen zum Gästehaus geliefert werden. Mit dem Papyrus Guesthouse in Entebbe habe ich dann auch noch geschrieben und die ersten zwei Nächte dort reserviert. Nun musste noch sehr schnell der Koffer gepackt werden. Meine Packliste habe ich im PC und kann schnell abhaken, was in den Koffer gehört. Am Wichtigsten ist natürlich das Fotoequipment. Eine Malariaprophylaxe hatten wir noch im Schrank liegen und so waren wir bis zum späten Abend reisefertig. Noch nie bin ich so kurzfristig und kopflos in den Urlaub gefahren. Von dieser Reise haben wir nur unseren Eltern und den Kindern etwas erzählt. Wir kamen uns teilweise wie Straftäter vor, wenn man erzählt hätte, dass man nach Afrika fliegt. Zumal gerade die heiße Diskussion über die Mallorca Urlauber entbrannt war.
Samstag, 27/3/21 Um 7.30 Uhr hebt die Maschine pünktlich in Hamburg ab, um 10.00 Uhr starten wir in Amsterdam.
Ich kann es nicht glauben, dann sind wir in der Luft und eine Durchsage des Piloten macht deutlich, dass wir auf dem Weg nach Kigali und Entebbe sind. Ich breche fast vor Glück zusammen und mir kommen die Tränen. Dass, was noch vor 1,5 Jahren so selbstverständlich war, ist nun zum Luxus in Ausnahmesituationen mutiert. Der Flug ist sehr angenehm, alle Passagiere tragen eine Maske. Die Maschine ist auch fast ausgebucht. Touristen befinden sich nur wenige an Bord, aber viele Einheimische, die in Europa leben und ihre Familien in der Heimat besuchen wollen.
Unter uns die Ardennen!
Während des Fluges erhalten wir ein gutes (für ein Flugzeug entsprechend!) Essen, Wein und Bier inklusive und Getränke auch zwischendurch, zum Abend wird eine weitere Mahlzeit serviert. Mit einer Mahlzeit, wie dieser haben wir nicht gerechnet. Bei Eurowings gab es für Manfred nur ein Sparessen im Januar. Das Essen ist bestimmt nicht "First-Class", aber wir haben noch nicht einmal so etwas erwartet. Wir wollten schließlich nur nach Uganda fliegen! 😘
Nach guten 7.30 Stunden landen wir in Kigali, haben dort eine Stunde Aufenthalt. Das Flugzeug wird gereinigt, wir dürfen (müssen) aber sitzen bleiben und eine weitere Stunde später landen wir in Entebbe. Es ist 22.30 Uhr Ortszeit. Bei Betreten des Flughafens wird natürlich erst einmal Fieber gemessen, dann der PCR Test kontrolliert und ein Gesundheitscheck, der schon im Flugzeug ausgefüllt werden musste, überprüft. Man hat das Gefühl, die Gesundheitspapiere sind wichtiger als der Reisepass. Das ist auch gut so. Unmittelbar vor Abflug habe ich online noch ein Visum beantragt und dieses direkt mit einer Kreditkarte bezahlt (50 US$), so dass wir uns nun am 2. Schalter anstellen dürfen und das Visum nur noch in den Pass geklebt werden muss. Dazu wird ein Foto erstellt und ein dicker Aufkleber kommt in den Pass. Die ganze Prozedur dauert mit dem Warten in der Schlange ca. 20 Minuten. Während mein Mann bereits am Gepäckband wartet, besorge ich mir noch schnell eine MTN Simkarte. Natürlich habe ich wieder viel zu viele GB gekauft, aber das Telefonguthaben werde ich noch gut nutzen. Die Karte kostet 20 US$. Es gibt auch kleinere und günstigere Bundles, aber irgendwie war ich mir nicht sicher, wie viele GB ich nutze, wenn ich Fotos per What`s App sende, das GPS nutze und per What`s App telefoniere. 1 GB hätte durchaus gereicht.
Unser Gepäck ist vollständig und mein Mann rollt bereits zur Kontrolle. Die Koffer und Taschen werden erneut durchleuchtet. Dann steuert er den ersten ATM an und zieht Geld. Als ich ankomme, verkündet er stolz, dass er bereits 100000 Uganda Schillinge gezogen hat. Ich beginne zu lachen und er versteht mich nicht. 100000 UGX reichen nicht einmal für eine Tankfüllung, obwohl der Diesel hier günstig ist. Dieser Betrag entspricht ungefähr 23 Euro! Ich ziehe noch einmal 1 Mio. UGX und dann treten wir hinaus in die nächtliche Wärme. Dort wartet bereits Ashraf vom Papyrus Guesthouse auf uns. Das Gästehaus ist nur 15 Minuten vom Flughafen entfernt. Nach einem erneuten Fiebercheck und dem Desinfizieren der Hand, begrüßt uns Joan mit einem Früchtedrink. Wir checken ein, bestellen ein Frühstück für 8.30 Uhr und begeben uns ins Zimmer. Unter dem Moskitonetz schlafen wir sehr gut.
Wie es am Sonntag weiter geht.... demnächst oder später! 🤩
Liebe Grüße Biggi
Teil 221. Apr. 2021
Ihr Lieben Fomis, herzlich willkommen auf unserer kurzen Auszeittour! 😘 Es ist schön, dass Interesse an meinem Bericht besteht. Die Mitleser motivieren mich zum Schreiben. Für uns war es die 2. Ugandareise und daher mussten wir keine großen Rekorde aufstellen, was Trekkingtouren oder Tiersichtungen wie Gorlllas u.ä. betrifft. Es war eine entspannte und ruhige Tour. Vordergründig war natürlich auch der Besuch im Toro Baby Waisenhaus und der Besuch von Stefan und Mariam auf ihrer Farm! Ach, es war so schön - Freiheit: Keine Coronanachrichten, kaum Masken und Essen im Restaurant und die glücklichen Kinder... ! 🙂 😘
Biggi
Teil 321. Apr. 2021
Sonntag, 28/3/21 - Entebbe-
Die Luft ist morgens noch feucht, aber es regnet nicht. Um uns herum zwitschert es, viele Vögel befinden sich in und auf den Bäumen. Unser Frühstück ist hier british gestylt mit baked Beans, Rührei, Tomaten, alles warm und Ugandatee mit Ingwer. Dazu gibt es frisches Obst und Toast.
Wir sind die einzigen Gäste, neben all den Vögeln!
Pünktlich um kurz vor 10.00 Uhr erscheint Rainer Bockmann von Afromaxx mit dem Toyota Land Cruiser. Ein völlig unauffälliges Auto bringt er mit!
Das sind Handyaufnahmen, die sich immer wieder auf den Seite drehen, tut mir leid!
Abgerechnet wird in Euro, wir legen die Scheine auf den Tisch. Für eine Anzahlung war nicht genug Zeit, aber hier funktioniert alles völlig unkompliziert. Ein kurzer Vertrag wird ausgetauscht, eine Kaution müssen wir nicht hinterlegen und Autopapiere benötigt man in Uganda auch nicht. Der Wagen macht einen sehr guten Eindruck, vor allem ist er sehr sauber von innen und außen. Reserveöl, Feuerlöscher, Warndreieck, Verbandskasten, Wagenheber und Reserverad, nichts fehlt!
Bei Alpha Rent waren die Fahrzeuge nicht so sauber und technisch mussten wir auch etwas nachhelfen. Wie wir jetzt hörten, werden sein Sohn und die Ehefrau den Betrieb mit derzeit 35 Fahrzeugen weiterführen. Afromaxx verfügt nur über eigene Fahrzeuge. Das Fahrzeug ist ein Baujahr 2014 und damit noch relativ jung für Uganda. Aufgrund hoher Einfuhrzölle gibt es hier nur wenige Neufahrzeuge. Der Wagen verfügt über eine Kühlbox, die immer dann sehr gut kühlt, wenn der Motor läuft. Diese Box haben wir nicht bestellt, umso mehr freuen wir uns darüber und es hat sich als wirklich sehr gut herausgestellt. Im Shoperite in Entebbe und Kampala gibt es Lebensmittel, die man eher selten oder deutlich teurer im Land findet, so z.B. Joghurt oder Savanna Dry (Das haben wir nur hier gefunden!). Zusätzlich habe ich schon vorher um eine Gastkartusche gebeten. Im Auto befindet sich eine 12 L Gasflasche. Auch das hat prima geklappt. Eigentlich wollte ich nur eine 400 g Kartusche, um hin und wieder eine Tasse Wasser zu kochen. Wir haben schon vor zwei Jahren versucht, so eine kleine Kartusche zu kaufen. Diese scheint es hier nicht zugeben. Die kleinsten Gasflaschen beinhalten 3 Liter. So können wir unterwegs immer mal ein Kännchen mit heißem Wasser aufsetzen und ein Tütencappuccino trinken. Gute Restaurant sind an den Durchgangsstraßen oft sehr rar oder sehen nicht sehr einladend aus. Rainer ist ein sehr sympathischer Mensch, wir verstehen uns von Anfang an sehr gut und klönen noch zwei weitere Stunden über sein Geschäft, die Lage in Kenia und Uganda und über die deutsche Politik. Danach bringen wir ihn nach Hause. Seine Autowerkstatt und sein Haus liegen nur wenige Kilometer entfernt vom Gästehaus. So sind wir schon einmal sehr gut angekommen und trotz der Kürze der Zeit hat alles perfekt geklappt und wir haben auch wieder nette Leute kennengelernt.
Inzwischen ist es Mittag geworden, wir fahren in die Victoria Mall zum Einkaufen und besuchen das Javas Café. Schon an der Einfahrt zum Parkplatz überraschen uns die gut organisierten Hygienemaßnahmen der Menschen. Am Schlagbaum wird Fieber gemessen und uns werden die Hände desinfiziert. Hier kommt niemand ohne Desinfektion auf den Parkplatz.
Fiebermessen und Desinfizieren!
Nach dem Einkauf lassen wir uns im Javas Café nieder, natürlich nach dem Messen der Temperatur und dem Reinigen der Finger. Das gesamte Personal trägt Masken und nach dem Besuch wird jeder Tisch mit Infrarotpistolen und Desinfektionslösung gereinigt, inklusive der Stühle. Wir bestellen einen Cappuccino und einen Karamell Latte mit Peanut Butter Cake (35.000 UGX). Hier ist alles ziemlich lecker! Es gibt übrigens auch Schwarzwälderkirschtorte! 🤩
Der ganze Nachmittag liegt noch vor uns und wir überlegen, was wir Sinnvolles tun können. In Entebbe gibt es einen botanischen Garten, der ebenso zu einem Spaziergang einlädt, wie das Wildlife Education Center mit wilden Tieren, die hier aufgepäppelt werden, teilweise wieder ausgewildert oder ihren Altersruhesitz finden.
Zum Einstieg in unser geliebtes Afrika, erscheint uns das eine gute Idee! ...
Biggi
Teil 421. Apr. 2021
Wildlife Education Center in Entebbe
Wir entscheiden uns für einen Spaziergang durch das Wildlife E. Center. Vor zwei Jahren waren wir auch schon hier und tatsächlich hat sich manches geändert. Der Eintritt für Ausländer beläuft sich auf 50.600 UGX oder 15 US$. Residents oder auch Expats zahlen deutlich weniger. Deshalb können sich auch viele einheimische Großfamilien diesen Ausflug leisten. Heute ist Sonntag und diesen sonnig heißen Tag nutzen die Einheimischen ebenfalls für einen Ausflug. Was uns aber dort erwartet, konnten wir nicht ahnen. Kurz vor dem Urlaub haben wir den Beitrag von Frank Elstner in Uganda über das Wildlife Education Center gesehen und haben erneut eine Art Zoo erwartet, doch dieses Mal stand das Vergnügen über dem Schutz der Tiere. Dazu später tolle Bilder! 😮 😠
Der eigentliche Parkplatz ist um eine Wiese erweitert und man läuft ein bisschen zum Haupteingang, aber auch hier wird vor dem Kassenhäuschen die Temperatur gemessen und die Hände desinfiziert. Der Ein- und Ausgang ist als Einbahnstraße gekennzeichnet. Im Park verläuft sich die Menschenmenge. Eine Maske ist Pflicht, wird aber von vielen Personen unter der Nase oder gar nicht getragen. Wir haben das Gefühl, die Menschen fühlen sich hier sicher.
Es sind neue Mitbewohner eingezogen… die eigentlich gar nicht nach Afrika passen.
Vielleicht vermehren sie sich ja noch? 😄 🤪 Die Schimpansen leben auf einer eigenen Insel und sind so vor den Menschen geschützt. Von einer Aussichtsplattform kann man mit etwas Glück deren Treiben beobachten. Befinden sie sich im hinteren Teil der Insel, sieht man gar nichts.
Inzwischen sind an der Insel der Schimpansen Namenstafel angebracht worden, so dass man die Tiere kennenlernen kann.
Der oder die hat uns eine nette Show präsentiert. 😛
Neben Löwen, den Servalen oder dem Karakal gibt es auch Zebras und Nashörner, sowie viele Vögel. Der Park liegt direkt am Victoria See und hat eine Regenwaldvegetation. Mit etwas Glück kann man Vögel und die White Collobusse entdecken. Die Bäume sind allerdings entsprechend hoch und das Licht ist dunkel, trotzdem konnten Collobusse entdecken...
Mit Baby.. 😛
Ein Hornbillpärchen schwebte auch über uns ...
(Black and white Casqued Hornbill)
Der Medizingarten wird gut gepflegt, alle Pflanzen sind beschriftet und werden regelmäßig gegossen. Bei unserem letzten Besuch wurden einige Beete neu angelegt. Es war alles fertig. Die Wege im Park sind sauber und es macht viel Spaß hier entlang zu laufen, aber dann…
Die meisten der Besucher tummeln sich im Pool oder auf der Spielwiese mit ihren Kindern. Es wird Eis gegessen oder mit einem Karussell gefahren.
Weit ab von diesen Menschen gehe ich zum See und es verschlägt mir die Sprache. Hier wurde gestern eine Hochzeit gefeiert und die Reste der Party liegen schmutzig und dreckig am Ufer. Sitzkissen aus den Stühlen gerissen, Plastikbecher und Besteck, leere Wasserflaschen und dazwischen die zahlreichen Marabus. Wie ist das möglich? Ein Wildlife Research Center wird zum Tummelplatz von Partygästen. Hier müssen wir nicht mehr hin.
Es kommt noch schlimmer... Dabei gibt es so schöne Ecken hier...
..und wir entdecken auch die kleinen Dinge.. oder die etwas größeren, aber sehr schönen...
Guten Appetit!
Biggi
Teil 522. Apr. 2021
Nach dem WEC -Besuch Vor dem Gelände sitzt eine Frau, die frischen Fisch aus dem See verkauft. Ein großer Fisch kostet 35.000 UGX, erklärt sie uns. Leider sind wir keine Fischesser und kochen auch nicht selber, aber eine muslimische Familie nimmt einen Fisch mit.
Unser Abendessen wollen wir im Restaurant des 2 Friends Beach Hotels einnehmen. Wir fahren dorthin und müssen feststellen, dass der halbe Strand durch das Hochwasser des Sees weggespült ist und das Restaurant jetzt ziemlich klein ist. Die ganze Terrasse über dem See ist zerstört worden und die wenigen Plätze im vorderen Bereich des Restaurants sind völlig überfüllt. Es gäbe nur einen Tisch zum Getränkeabstellen noch und zum Füße waschen! Die stehen fast im Wasser.
In zwei Wochen sind wir wieder hier und wollen dann dort essen. Inzwischen wird es dunkel, die Sonne geht unter ...
Boda Bodas warten vor dem Restaurant auf Kunden. In Uganda herrscht ab 22.00 Uhr eine Ausgangssperre.
...und wir beschließen noch einmal ins Javas Café zu fahren. Das Essen ist dort ziemlich gut. Nach der Desinfektionsprozedur bestellen wir unser Menü. Gegrillte Hähnchenbrust mit Beilagen und Pommes und frischgepressten Ananassaft gibt es für mich. Mit vollem Bauch kehren wir ins Gästehaus zurück und bestellen unser Frühstück für 8.00 Uhr. Ein Gläschen Wein trinken wir noch auf der Veranda und nutzen das WLAN, um erste Grüße in die Welt zu senden. Die Auswahl an Getränken ist hier nicht sehr groß. Es sind schließlich auch keine Gäste da, aber einen südafrikanischen Wein hat sie im Angebot. Wir zahlen 25.000 UGX/entsprechend ca. 6 € pro Glas.
Montag, 29/3/21 In der Nacht fällt der Regen, auf den wir schon gewartet haben. Gegen 4 Uhr beginnt ein heftiges Gewitter. Manchmal überlege ich, ob es die startenden und landenden Flugzeuge sind, die laut donnern und das Bett zum Vibrieren bringen oder der Donner des Gewitters. Als ich aufwache, merke ich, dass ich zwar das Handy zum Laden angeschlossen habe, aber nicht die Steckdose separat angeschaltet habe. 🤩 Ich bin eben doch noch nicht ganz angekommen! Einigermaßen trocken gelangen wir aber ins Restaurant und können auch anschließend unser Gepäck im Auto verstauen. Um nicht jedes Mal alle Taschen aus dem Auto zu tragen, verpacke ich die Bekleidung und Dinge des täglichen Gebrauchs in den Trolleys. Unser Zimmer ist allerdings sehr klein und es gibt keine Möglichkeit, einen großen Koffer und eine Reisetasche umzupacken. Ich muss die Dinge auf dem Bett verteilen und dann in die Trolleys stopfen. Das Gästehaus konnten wir mit der Kreditkarte bezahlen. Im Allgemeinen benötigt man viel Bargeld in Uganda, da nur sehr wenige Unterkünfte oder Tankstellen eine Kreditkarte akzeptieren. Bargeld sollte immer in ausreichender Menge vorhanden sein.
Unser heutiges Ziel steht noch gar nicht fest. Ich habe auch keine Unterkunft gebucht. Im Moment sind nicht viele Touristen im Land und es dürfte kein Problem sein, etwa geeignetes zu finden. Doch schon in ein paar Tagen, soll genau das unser Problem werden. Wir nutzen den Expressway, eine Art Autobahn die Entebbe mit Kampala verbindet. Schon vor zwei Jahren war diese Autobahn fertiggestellt und die Kassenhäuschen eingerichtet. Nun sind wir darauf eingestellt, hier zu zahlen. Die Häuschen sind aber immer noch verwaist und/oder sogar wieder zerstört. Die Autobahn ist immer noch kostenfrei zu nutzen. 😛 😉 Kampala erreichen wir schnell, umrunden das Zentrum und finden dieses Mal, dank Goggle Maps, den richtigen Weg nach Nordwesten. Das Chaos ist in den Vororten trotzdem perfekt, Boda Bodas (Motorradtaxis) überholen links und rechts, dazwischen versucht die Polizei den Verkehr zu regeln. Wir müssen ausweichen und fahren fast über die Tomaten der Farmerin am Straßenrand. Es regnet immer noch ein wenig, links und rechts ist es matschig, dazwischen liegt viel Müll und jeder verkauft irgendetwas oder versucht seinen gelben Kanister mit Wasser zu füllen. Busse und LKWs drängeln mit. Welch ein herrliches Chaos!
Das ist Afrika live und kein Weltspiegel oder Auslandsjournal. Ich liebe das, während Manfred fluchend versucht den Wagen ohne Schrammen aus dem Durcheinander zu bringen. Aber irgendwie funktioniert das hier. Gegen 10.00 Uhr hört der Regen auf. Das Chaos liegt hinter uns und wir wollen zum Ziwa Rhino Sactuary. Das liegt auf dem Weg und wir können dort einen Besuch machen. Leider ist dieses aufgrund der Corona Maßnahmen noch geschlossen. So fahren wir weiter in Richtung Gulu. Etwas außerhalb der Betriebsamkeit nutzen wir einen kleinen Weg, um eine Pause einzulegen und das erste Mal den Kocher auszuprobieren.
Wir stehen unter Beobachtung zweier Jungen, die mit ihren Rindern weiden. Die Kinder halten viel Abstand und schauen genauso neugierig, wie wir. Ich bringe ihnen eine Wasserflasche und Bananen, die sie dankbar annehmen. Inzwischen zeigt sich die Sonne und es ist richtig heiß geworden.
Wir sind gut vorangekommen und überlegen, ob wir in Gulu übernachten oder doch lieber einen Schlenker machen und im Fort Murchinson nächtigen. Ein Anruf bei „Nature Lodges“ ergibt, dass dort noch ein Zimmer frei ist und so buche ich uns dort ein. Den Nachmittag in Gulu zu verbringen finden wir doch nicht so gut. Noch können wir nicht einschätzen, wie es mit der Dunkelziffer an Coroninfektionen im Land aussieht. Gulu galt lange als die Stadt mit den meisten Infektionen nach Kampala. Sehr schnell werden wir aber feststellen, dass unsere Sorgen umsonst sind. Bei Karuma überqueren wir die Stromschnellen oder auch Karuma Falls genannt, des Weißen Nils. Ich steige aus (noch weit von der Brücke entfernt) und will ein paar Fotos machen, als mich ein Boda Boda Fahrer ermahnt. Es sei verboten zu fotografieren. Bisher war mir nur bekannt, dass man keine Brücken aufnehmen darf und bis zur Brücke ist es noch ein Stückchen entfernt.
Fotos, die aus dem fahrenden Auto entstanden sind!
Mit dem Gedanken, auch unser Rückweg führt uns hier entlang, fahren wir weiter. Ich wollte dann ein paar Bilder aus dem Auto heraus aufnehmen. Noch ahnen wir nicht, dass alles anders kommen wird. 🙄 🤪
An der Brücke wacht das Militär und die Baboons. Kurz dahinter zweigt die Straße nach Pakwach ab und wir fahren durch eine saftig grüne Landschaft, am Rande des Murchinson National Parks entlang. Die ersten Kilometer der Straße lassen sich sehr gut fahren, kleine Lehmhütten begleiten unseren Blick, doch dann endet die schöne Fahrt abrupt. Wir hüpfen von Schlagloch zu Schlagloch, 🤢 vor uns liegen LKWs auf der Seite oder müssen direkt repariert werden. 30 Kilometer lang ist die Schlaglochpiste, wir kommen nur noch mit 10-15/Std. pro Stunde voran. Manfred schimpft und flucht! Viele LKWs oder auch rasende Busse kommen uns entgegen und fahren kreuz und quer und sehr rücksichtslos. Typisch Afrika! 😉
Die letzten 25 Kilometer bis zum Abzweiger der Lodge ist die Straße wieder gut, dann folgen noch weitere 4 Kilometer Sand- und Gravelroad, bergauf- und bergab. Zum Glück ist hier alles trocken! Teilweise ist der Weg sehr ausgewaschen. Auf diesem Stückchen, das parallel zum Nil liegt herrscht eine rege Bautätigkeit. Neue Lodges sind in Arbeit. Hoffentlich gibt es auch genug Gäste dafür? Wir passieren die Heritage SafariLodge, in der wir das letzte Mal untergekommen sind. Jedoch ist das Fort Murchinson viel schöner und auch günstiger. Gegen 15.30 Uhr erreichen wir die Lodge. Natürlich findet auch hier das übliche Desinfektionsprogramm statt. Ein paar Eindrücke aus Fort Murchinson:
Restaurant unter Blüten!
Den Nachmittag verbringen wir mit Nichtstun. Wir schauen uns ein bisschen auf dem Gelände um, gehen zum Pool und fotografieren den einen oder anderen Baum. Es hat hier erst kürzlich gebrannt und die ganzen Unterkünfte der Angestellten, sowie ein paar Zelte sind den Flammen zum Opfer gefallen. Um 18.00 Uhr gehen wir zum Dinner. Ein Dreigänge-Menü wird angeboten, für uns ist das aber viel zu viel und wir beschränken uns auf den Hauptgang. Das ist schon genug! Aufgrund der Pandemie hat Nature Lodges die Preise in ihren 7 Lodges um 50 % gesenkt. Wir zahlen für das Doppelzimmer mit einem Abendessen 80 US$, nur die Getränke werden extra berechnet. Weil es uns hier so gut gefällt, fragen wir, ob wir auch eine zweite Nacht bleiben können. Am morgigen Tag wollen wir dann in den Murchinson NP. Am nächsten Tag wird es bereits sehr voll in der Lodge, aber wir dürfen noch bleiben. 😉 🙂 Das Frühstück wird nach Wunsch serviert: Pfannenkuchen, Toast, Pflaumenmarmelade, Eier nach Wunsch und viel frisches Obst mit Saft und Tee/Kaffee. Uns gefällt das Essen hier sehr gut, bestellt wird jedes "Teil" einzeln am Abend vorher mit der entsprechenden Uhrzeit. Wir lernen Wilfried kennen, einen der Angestellten der Lodge, der sich anbietet, uns bei Fragen zur Seite zu stehen. Wir planen für die nächsten Tage in den Kidepo NP weiter zu fahren, darum bitte ich ihn, ob er für uns dort anfragen kann, ob es ein freies Zelt gibt. Er erzählt, dass sein Freund Eduard dort arbeitet und den Manager Gerald würde er ebenfalls gut kennen. Er selber hat dort auch gearbeitet. Als Gute-Nacht-Trunk gibt es für uns noch ein Savanna Dry. Leider bieten die Lodges dieses Getränk nicht an. Wir haben uns im Shoperite damit eingedeckt und unsere Kühlbox erlaubt diese köstliche Erfrischung. Eigentlich wollten wir unseren netten Balkon nutzen, aber zu viele Moskitos und Fliegen nerven sehr, sodass wir doch in unser Zimmer gehen.
Irgendwo in der Nachbarschaft ertönt fröhliche Musik, aber wir schlafen selig ein.
Biggi
Teil 623. Apr. 2021
Ihr lieben Mitreisenden, bevor es in den Kidepo geht, dürfen wir noch einen Tag im Murchinson verbringen, der ist nicht ganz so spannend ist, aber das "dicke Ende" folgt eben am Ende! 🤩 Dienstag, 30/3/21 Nach dem guten Frühstück verlassen wir die Lodge bis zum Abend und suchen die verlegte Einfahrt zum Murchinson NP. Die Chinesen bauen eine Straße quer durch den Nationalpark und haben die alte Einfahrt zugeschüttet. Ein bisschen tricky findet man das Nationalparkhäuschen inmitten der Baustelle. Die Ranger freuen sich sichtlich uns zu sehen und sind sehr freundlich. Da man kaum mit Gästen rechnet, ist der Kassierer auch nicht zur Stelle. Wir warten, während ein Ranger zu den angrenzenden Häusern läuft und jemanden organisiert, der uns ein Tagesticket ausstellt. Der Mann muss sich noch anziehen, kommt aber schnell angelaufen. Völlig außer Atem begrüßt er uns und möchte einiges zur deutschen Politik wissen. Seine erste Frage: Wie ist Miss Merkel? ! Ich lache ... 😈 Wir zahlen jetzt auch hier nur die Hälfte der üblichen Gebühren, also 20 US$/pro Person und eine geringe Gebühr von 30.000 UGX fürs Auto. Diese sogenannten Coronapreise sind bis zum 30. Juni verlängert worden. Außer uns gab es nur eine Familie im Fort Murchinson, die auch in den Park gefahren sind. Wir sollen sie aber erst am Abend kennenlernen. Ein bisschen komisch ist es schon, wenn man in einen Nationalpark fährt, der eine autobahnähnliche Straße erhält. Eine breite Prachtstraße quer durch! Die linke Parkhälfte ist derzeit von dieser Richtung nicht erreichbar, da die Straßenränder erst tief und dann sehr hoch sind. Eine Überfahrt ist erst kurz vor der Paraa Lodge möglich. Auf der anderen Parkhälfte sehen wir zwar viele Tiere, aber nur sehr kleine Herden.
Erster Eindruck! Vor uns wurde die Straße gewässert, damit es nicht so staubt! 😊
Steppen Eagle
Piapiac, long -tail- starling Uganda Kobs, einzelne Elefanten oder white Hardebeest, Oribis und Giraffen.
Büffel waren sehr zahlreich vertreten 🤩
Die Warzenschweine hatten auffallend viel Nachwuchs in diesem Jahr. Auch viele Giraffenjunge sehen wir...
Die Dornen müssen besonders schmackhaft sein 🤩
Oribi 😛
Na, und du??? 😈
Abdim´s Stork Wir folgen einem Weg bis zum Delta.
Der Delta Point ist nicht erreichbar, auch sind viele Loops nicht befahrbar, weil immer noch alles unter Wasser steht. Der Nil steht noch mit 10 Metern über seinem normalen Level. Tse Tse Fliegen beißen in den Waldregionen, am Delta müssen wir warten, bis unser Auto frei von diesen Plagegeistern ist, bevor wir aussteigen. Da wo wir noch 2019 langegefahren sind, schlafen jetzt die Nilpferde im Wasser, die Fischer werfen ihre Netze aus und wir stehen in mitten der Wasserhyazinthen. 🤩
Ein Kranich führt einen Balztanz auf, sonst gibt es ein paar weitere Vögel, die sehr scheu sind und immer schneller flüchten, als meine Kamera ist. Besonders interessant ist ein Pärchen, das offensichtlich zwischen den Hyazinthen brütet. Leider gelingen mir keine verwertbaren Bilder. 🙁
Später fahren wir bis zur Paraa Lodge, in der Hoffnung dort eine Lunchpause einzulegen und an der Shell Tankstelle etwas Saft für unser Auto zu erhalten. Auf dem Weg dorthin stehen uns Wasserböcke mit Jungtieren im Weg und ganz nah am Auto tauchen plötzlich Elefanten auf. 🤩
Vor der Lodge müssen wir uns beim Security anmelden und die übliche Desinfektion durchführen. Die Lodge hat nur zwei Zimmer belegt, aber über die Osterfeiertage ist sie ausgebucht. Im Restaurant fragen wir nach einem Cappuccino, die Kaffeemaschine ist angeblich „out of order“. OK! Wir haben eher den Eindruck, dass das Personal keine Lust hat, nur für zwei Kaffee die Maschine anzustellen. 😮
Ein Blick von der Lodge zum Nil! Der Souvenirshop ist geschlossen. Ich frage, ob ich ein paar Karten kaufen kann. In Uganda gibt es eigentlich keine Postkarten, nur hier habe ich das letzte Mal so etwa finden können. Und tatsächlich, eine nette Frau öffnet den Shop und ich kann ein paar Karten nebst Briefmarken kaufen. Seit der Pandemie verkauft die Tankstelle auch kein Sprit/Diesel mehr an Touristen. Ja, Vieles ist jetzt anders.
Die Jungtiere werden gut von der Herde geschützt!
Wir fahren zum „Hafen“. Dort, wo einst die Boote zu den Murchinson Falls ablegten und eine Fähre zum anderen Ufer fuhr, stehen die Elefanten und Marabus. Das Tickethäuschen, die Weltkugel und eine Anzeigetafel stehen im Wasser. Der Nil hat immer noch Hochwasser. Ein surreales Bild eröffnet sich uns. Im Hintergrund fällt unser Blick unweigerlich auf die neue Brücke, die im Juni eröffnet werden soll. Noch muss der ganze Verkehr über Karuma herumgeleitet werden.
Wir erfahren aber, dass über die Osterfeiertage der Bauverkehr eingestellt ist und die Pontonbrücke für den allgemeinen Verkehr von 8.00 -12.00 Uhr freigegeben ist. Eine weitere Öffnung gibt es am Nachmittag. Grundsätzlich lässt man Touristen auch morgens bis 7.00 Uhr über die Brücke, denn die Bauarbeiter kommen erst danach. Die Brücke ist eine fantastische Zeitersparnis und man muss nicht die Schlaglochpiste durchfahren, wenn man weiter in den Süden fahren will. Um uns herum versammeln sich immer mehr Elefanten, ob die auf eine Fähre warten? 🤩
Ein echter Elefantenkuss!!! 🤩
Auf dem Rückweg von der Paraa Lodge läuft uns eine Löwin über den Weg, sie verschwindet aber schnell im Gebüsch. Uns bleiben nur ein paar Beweisfotos.
Wir verlassen nun den Park um nach Pakwach zum Tanken zu fahren. Das sind nur wenige Kilometer über eine ebenso wichtige Brücke, die auch hier vom Militär bewacht wird. Der Ort Pakwach lebt von den durchreisenden LKWs, die auf den Weg in den Kongo sind. Die Grenze ist nicht weit entfernt.
Wie wir den Nachmittag verbringen folgt später... Biggi
Teil 726. Apr. 2021
.. nachmittag im Murchinson Park
In Pakwach gibt es drei markenlose Tankstelle. Wir wurden gewarnt, dass die "einfachen" Tankstellen oft mit Wasser verdünnten Diesel verkaufen und dieses auf Dauer nicht gut für die Maschinen ist. Dennoch mussten wir ein paar Liter dazu tanken, denn die nächste Shell oder Total befindet sich 100 Km weiter in Gulu. Im Ort gibt es auffallend viele Straßenhändler, die auch uns sofort überfallen und noch bevor unser Tank gefüllt ist, bin ich um einen Mörser reicher. Weitere Händler können wir abwimmeln. Überall stehen Polizeifahrzeuge und bewachen die Straße oder die Umgebung. So ein Aufgebot haben wir sonst noch nicht gesehen. Aus einem ATM ziehe ich noch Geld. In Uganda zahlt man fast immer mit Bargeld. Kreditkarten werden nur sehr selten angenommen. Vor allem sollte man sich nicht darauf verlassen. Übrigens haben die Banken sehr unterschiedliche und teilweise bis zu 8 € hohe Gebühren. In der Victoria Mall in Entebbe gibt es die ABSA Bank (ich meine mich daran zu erinnern. Es ist die Bank kurz vor dem Shoperite rechts), die keine Gebühren erhebt, aber schon gegenüber hinter dem Schuhgeschäft BATA befindet sich ein Automat, der tatsächlich 8 € pro Anhebung errechnet. Die Tropic Bank daneben ist auch teuer, hat aber geringere Gebühren. So richtig wohl fühlen wir uns nicht in Pakwach. Es ist das einzige Mal, dass uns Händler belästigen und diverse Dinge verkaufen wollen, die wir nicht benötigen. Sie sind auch sehr hartnäckig im Diskutieren.
Danach nutzen wir noch einmal unser Tagesticket (24 Stunden gültig) und fahren erneut in den Park. Wir fahren die Pakuba Lodge an, um dort eventuell eine Möglichkeit zu haben, etwas zum Trinken zu bekommen. Eine kleine Runde fahren wir um die alten Ruinen, treffen aber nur auf eine Agame, jedenfalls dieses Mal. In ein paar Tagen soll es anders sein.
Von dort folgen wir dem Pakuba Track entlang des Nils, der auch hier sehr nah an den Weg kommt. Eine Brücke ist zerstört, aber es gibt eine Umleitung und so gelangen wir an eine tolle Stelle, an einen Hippo-Pool, wo wir ein Picknick machen können.
alte Brücke!
Umleitung 😛 😛
Uganda Kobs stehen überall Wache! 😊 Vor zwei Jahren stand hier kein Wasser, die Hippos waren für uns nicht erreichbar. Jetzt dösen sie zwischen Wasserhyazinthen. Grundsätzlich gibt es im Park keinen Picknickplatz mehr. Der bisher einzige war der Delta Point mit einem Campingplatz und der ist im Nil versunken.
Wir folgen dem Track und wieder stehen die Elefanten neben dem Auto oder die Giraffen kreuzen unseren Weg.
Dann sehen wir die kleinen putzigen Husarenaffen. Leider etwas entfernt.
Ein ganz scheues Buschböckchen ist auch noch etwas unscharf zu sehen
Gegen 17.00 Uhr verlassen wir den Murchinson Park. 😘
Unser Fazit: Es war sehr nett, aber die großen Herden fanden wir nicht. Für die kleine befahrbare Fläche, haben wir sehr viel Tiere an nur einem Tag gesehen. Wir kommen aber noch einmal zurück, auch wenn wir es jetzt noch nicht wissen. Wir sind ja ziemlich planlos unterwegs und entscheiden täglich, wohin der Weg führt.
Die Sonne senkt sich und wir sind kurz vor der Lodge. In der Fort Murchinson Lodge ist es voll geworden. Wilfried teil uns mit, dass wir auf der Kidepo Savanna Lodge willkommen sind, aber das gewünschte Zelt mit eigenem Bad nur zwei Nächte frei ist. Wir können danach in ein Zelt mit Community Bad umziehen. Das überlegen wir noch, so etwas wollten wir aber in Coronzeiten vermeiden. 🤢
Unser Abendessen ist wieder ziemlich lecker. Danach kommen wir mit der Familie ins Gespräch, die auch gestern schon hier war. Der Vater ist Deutscher, mit einer Belgierin verheiratet, die aber auch deutsch spricht, und drei Töchtern. Die Familie lebt seit 5 Jahren in Uganda und er erzählt, dass die Inzidenzwerte gerade steigen. Aus dem Kongo wurde eine neue Mutation „Nigeriavariante“ eingeschleppt. Der Vater scheint im medizinischen Bereich zu arbeiten. Es klang so und ich wollte ihn nicht ausfragen. Er erzählte auch, dass die Familie morgen über die Pontonbrücke in den Süden ausreist. Heute hat er sich noch einmal erkundigt und erfahren, dass er morgen bis 7.00 Uhr darüber fahren kann. Des Weiteren erfuhren wir, dass schon einige Lodges aufgegeben haben und unter den ausbleibenden Touristen nicht überlebt haben. Solche Gespräche sind manchmal sehr informativ, auch wenn man sich sein eigenes Bild machen sollte. Später lernen wir noch Lodgebesitzer kennen, die ihre Lodge in Jinja schließen mussten, weil das Geld ausblieb. Es ist traurig, was Covid 19 auch hier für Folgen hat. Es sind immer die Menschen, die ohnehin kaum ein Einkommen haben, die jetzt gar nichts mehr bekommen.
Morgen geht es in den Kidepo NP.
Biggi
Teil 827. Apr. 2021
Hallo Tina, Bootsfahrten zu den Murchinson Falls wurden wieder angeboten. 😘
Biggi
Mittwoch, 31/3/21 Wir stehen früh auf, denn der Weg in den Kidepo NP soll lange dauern. Um 6.45 Uhr sitzen wir bereits am Frühstückstisch. Heute Morgen ist es voll, gestern sind viele Gäste angereist und alle wollen früh in den NP. Ich lade noch einen Akku, denn Strom gibt es auf den Zimmern nur auf Anfrage. Uns wurde der Strom dann angestellt, aber ein Gewitter in der Nacht hat ihn wieder verschwinden lassen. Viele Lodge verfügen nur über Generatoren. Der Weg ist inzwischen abgetrocknet und die 4 Kilometer bis zur Teerstraße lassen sich gut fahren. Die nächsten 25 Kilometer kommen wir gut voran, dann müssen wir tatsächlich wieder einige Kilometer dieser Schlaglochpiste durchfahren und erst ab Anaka biegen wir auf einen Shortcut nach Gulu ab.
Häuser auf dem Weg nach Gulu. Dieser ist in einem sehr guten Zustand, man wird nur durch die vielen Speedbumps ausgebremst. Bis Gulu sind es 102 Km, die wir nach 2 Stunden erreicht haben. In Gulu tanken wir voll, da in Uganda der Diesel häufig mit Wasser getreckt wird, sollte wir nur an einer Total oder Shelltankstelle unseren Boliden befüllen. Die erste Shell hatte keinen Diesel mehr, auch das ist hier einzuberechnen, aber die Totaltankstelle war super ausgestattet. Mit vollem Tank fahren wir dann aus dieser wimmeligen und chaotischen Stadt hinaus in Richtung Kitgum. Diese Straße ist sehr gut und hat keine Schlaglöcher. Bis Kitgum passieren wir viele Lehmhaus Kraale.
Mal sind die Häuser eckig, mal sind sie rund.
Ein geringes Verkehrsaufkommen, aber rasende Busse sind mit Vorsicht zu genießen! 😈 Feste Häuser sind kaum noch zu sehen. Hier lebt der Volksstamm der Acholi und weiter östlich die Karimojong. Die Menschen sind alle freundlich. Erst kurz vor Kitgum entdecken wir eine weitere Tanksäule. Besonders viel Sprit gibt es hier nicht. Nun wird die Strecke spannender. Wir biegen auf eine rote Gravelroad ab. Die Oberfläche ist aber gut gegradert und eben. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf.
Um uns herum scheint die Welt unterzugehen.
Bisher schien die Sonne und ausgerechnet jetzt droht der Himmel über uns zu platzen. Nach weiteren 10 Minuten sehen wir gar nichts mehr und können nur noch langsam fahren. Der große Vorteil ist, dass es draußen nicht staubt! Der Regen prasselt auf uns herab, lässt aber nach 30 Minuten langsam nach und es regnet nur noch leicht. In kürzester Zeit sind neben dem Weg tiefe Flüsse entstanden, diese verschwinden aber auch schnell wieder.
Vor uns liegt eine Bergkette, dieser Weg wird immer interessanter, aber auch rutschiger und Regenfotos sind meist nicht so schön.
Am linken Rand erkennt man noch, wie hoch das Wasser stand! Wer in Uganda unterwegs ist, muss immer mit Regen rechnen. Wir nähern uns den Bergen und kurz hinter Karenga versperrt ein umgestürzter LKW den Weg. Die Anwohner des Ortes stehen bei dem Regen auf der Ladefläche und sammeln die Getreidereste zusammen. Schuhe stehen im Weg. Uns gelingt es im Schneckentempo an der Unfallstelle vorbei zu kommen. Die Leute staunen nicht schlecht. Kurz hinter Karenga legen wir eine kurze Pause ein. Es regnet immer noch leicht. Etwas Joghurt mit Müsli gibt es zum Lunch im Auto. Wasser mit einer Vitamintablette als Kaffeeersatz muss reichen. Nach weiteren 25 Km erreichen wir den Kidepo NP und damit die Savannah Lodge.
Die Lodge befindet sich auf einem Bergkamm und verfügt über Zelte, die alle einen traumhaften Blick über die Savanne bis zur Grenze des Sudan eröffnen. Jedes Zelt hat eine eigene Terrasse und ein eigenes Bad. Allerdings werden auch Zelte mit Gemeinschaftsbad angeboten.
Die Zelte stehen verteilt auf dem Gelände.
Das ist eine echte Safarilodge, wie sie sie uns gefällt! Insgesamt sind wir 6 Stunden vom Fort Murchinson bis hierhergefahren. Es ging schneller als erwartet. Von Gulu ist die Strecke in 4 Stunden zu schaffen. Begrüßt werden wir mit einem Rote-Beete-Saft und Desinfektionsmitteln! Eduard, der Freund von Wilfried, weiß sofort, dass wir aus Fort Murchinson kommen und begrüßt uns. Nach dem Einchecken werden wir zu einem Zelt geführt. Es ist so toll hier, wir fühlen uns gleich wohl. Die Lodge liegt wunderhübsch auf einer Bergkuppe. Das Zelt ist mit einem echten Bett, Lampen und sogar Strom ausgestattet. In jedem Zelt steht wartet eine Flasche Desinfektionsmittel auf den Benutzer! 🤩
Wir probieren die Betten aus und chillen etwas und gegen 15.30 Uhr machen wir uns auf zum Gate. Hier wird alles sehr entspannt gesehen. Ich bezahle die ermäßigten Gebühren für zwei Tage und dann sind wir schon unterwegs. Das Wetter ist wieder super, kein Regen mehr! Ernüchterung macht sich breit: Viel Landschaft und wo sind die Tiere? Dann sehen wir ein paar Büffel. Davon gibt es hier reichlich. Ein paar Kobs, aber irgendwie ist hier wenig los.
White Hardebeest und Dassis gibt es hier...
Wir fahren zurück zur Lodge. Dort sprechen wir mit Eduard, der uns sofort einen Tipp gibt. Gamedrives werden im Moment nicht angeboten, da bisher kaum Touristen kamen. Eduard empfiehlt uns einen Freund, der als Ranger arbeitet. Er meint, es wäre gut, wenn er uns zwei/drei Stunden am nächsten Morgen begleitet. Wir sollen ihn am Informationscenter abholen. Eduard telefoniert und arrangiert die Verabredung für den nächsten Morgen. Leider glauben wir, dass wir noch etwas Diesel gebrauchen könnten. Dieser Wagen hat nur einen Tank mit einem Radius von ca. 700 Km. 20 Km zurück in Karenga befindet sich eine kleine Tankstelle. Wir fahren noch einmal los und versuchen 30 L zu tanken. Das Ganze wird ein echtes Abenteuer. Die Tankstelle verfügt über keinen Strom. Die junge Frau tippt 30 L in eine Vorrichtung, die offensichtlich die Liter zählt. Manfred wurde dann aufgefordert, die Pistole zu halten und dann begann die sportliche Übung an der Tanksäule. Mit viel Kraft beginnt die junge Frau an einer Kurbel zu drehen und dabei pumpt sie den Diesel hoch und in unseren Tank: Wir lachen!
Um 19.00 Uhr erwartet uns ein leckeres Abendessen. Wir sind heute noch die einzigen Gäste.
Vor unserem Badezimmerfenster grasen inzwischen die Defassa-Wasserböcke.
Die Lodge grenzt an den NP, es gibt keine Zäune. Ein Grund, weshalb wir mit einem bewaffneten Guide vom Restaurant zum Zelt begleitet werden.
Morgen lernen wir den Kidepo NP lieben...
Biggi
Teil 928. Apr. 2021
Kidepo NP Ein gutes reichhaltiges Frühstück nehmen wir um 6.15 Uhr zu uns und um 7.00 Uhr stehen wir bereits vor dem Informationscenter bei der Apoka Lodge und dem Hostel.
Am Gate zum NP - es ist übrigens nicht verschlossen. Man kann den Balken alleine wegheben. Die Sonne erwacht und die ersten Büffel sind bereits unterwegs. Ein Schlagbaum kurz vor der Apoka Lodge sperrt das ansonsten offene Gelände ab. Unser Permit wird hier noch einmal kontrolliert, dann dürfen wir durch. Am Infocenter wartet Gilbert auf uns. Ich zahle an der Kasse 20 US$ und dann fahren wir los. Gilbert erhält eine FFP2 Maske von mir, denn er fährt ja mit unserem Auto mit. Er ist bewaffnet, erklärt aber, dass er keine Munition habe. Wenn die Löwen sein Gewehr sehen, lassen sie uns schon in Ruhe?! Hoffentlich gibt es hier auch Löwen? 🤩 Wir verlassen das Gelände nach Norden und treffen wenig später auf …..
...eine Gruppe junger Schakale. Hier ist das Gras noch sehr hoch und viele Tiere sind kaum erkennbar. Sie stehen plötzlich neben dem Auto. Gilbert leitet Manfred zu einem Baum, auf dem hin und wieder ein Leo lebt. Leider ist er heute wohl verreist. 🤢 Über einen Kamm befahren wir eine sehr schlechte Road, aber der Blick wandert über ein großes Savannengebiet bis zu den Bergen, die im Norden die Grenze zum Sudan bilden.
Guten Morgen!
Apoka Lodge
Eland, weit entfernt!
Giraffen, Wasserböcke, Buschböcke und Kobs sehen wir. Zahlreiche Oribis grasen neben dem Weg und in der Ferne erblicken wir Zebras und wenige Elands. Die Elands sind sehr scheu. Heute können wir sie kaum erkennen, das ändert sich aber noch. Es geht bergauf und bergab, Boda Bodas begegnen uns. Hier wird teilweise eine Ansiedlung mit Rangern besucht. Die letzten Kilometer vor dem Sudan gelten als Sperrgebiet und dürfen nur vom Militär betreten werden. Es ist völlig ungewohnt, Motorräder in einem NP zu sehen. Die Bilder vermitteln einen Eindruck der Weite der Savanne, die teilweise aber nicht mit dem Auto erreichbar ist. Nur die wenigen Wege sind befahrbar, Offroad-Fahren kostet 150 US$ Strafe. Noch ahnen wir nicht, dass wir bald in diese schwierige Situation kommen werden.
Nach einer guten Stunde verlassen wir die tierreiche Region. Die große Weite ist schon beeindruckend, aber zum Fotografieren sind viele Tiere weit entfernt. Wir begeben uns über die Mainroad zum Picknickplatz. Im Park gibt es zwei solcher Plätze, an denen man auch campen darf. Gilbert hat von einem Freund erfahren, dass er dort Löwen gesehen hat. Wir haben die Löwen während der Nacht brüllen gehört. Tatsächlich liegt auf einer Kopje ein Löwenpärchen. Wir dürfen Offroad fahren und kommen so sehr dicht an die Tiere heran. Nein, das ist noch nicht unser Vergehen des Offroad-fahrens! Ein weiteres Pärchen liegt hinter der Felsgruppe. Schlafende Löwen, die aber hin und wieder hochschauen und dann in den Schatten wandern. Welch ein tolles Erlebnis!
Upps, da liegen auch noch zwei..
Er hat wirklich tolle Farben in seiner Mähne - wurde bestimmt vom Friseur eingefärbt! 🤩 😈
Seine Liebste ist auch erwacht!
Wie gut, dass wir keine 36 Aufnahmen-Diafilme bei uns haben und einfach die SD Karten zum Glühen bringen können! 😈
Teil 1030. Apr. 2021
Es geht weiter... Wir fahren an einen kleinen Pool....
Schnappi, das kleine Krokodil liegt auch auf der Lauer.
Nach drei Stunden bringen wir Gilbert zum Infocenter zurück. Es war eine interessante Tour mit vielen Infos über den Park. Der Park ist sehr groß und weitläufig, deshalb war es gut, die typischen Regionen gezeigt zu bekommen, wo man häufiger auf Tiere trifft.
Infocenter
Rundhütten - Hostel
Wasserlöcher, wie man es aus dem Krüger NP kennen, gibt es hier nicht. Wir kehren dann noch einmal in die Savannenregion hinter der Apoka Lodge zurück und fahren quer durch. Es gibt kleine Wege, die aber oft auch matschig sind. Es sind wieder Wasserböcke, Oribis und White Hardebeest zu sehen.
Zum Lunch wollen wir auf den Picknickplatz und dort einen Cappuccino kochen, Joghurt, Müsli, Muffins und Obst essen. In respektvollem und sicherem Abstand zu den Löwen können wir in den Schutzhütten eine Pause einlegen.
Duschen und Toiletten In einer dieser Schutzhütten wurde Chris, der Eigentümer der Rwakobo Lodge am Lake Mburo, von einem Blitz erschlagen. Wir erfahren das erst in ein paar Tagen später, daher können wir uns noch sehr entspannt hier aufhalten. Chris lernten wir auf unserer Tour 2019 persönlich kennen und führten nette Gespräche mit ihm. Seine ugandische Frau, seine zwei kleinen Kinder und eine (zufällige) Krankenschwester waren zusammen hier, als sie vom Gewitter überrascht wurden. Chris hatte keine Chance, trotz der Hilfe der Krankenschwester. Es hat uns sehr erschüttert, das zu erfahren. Wir fahren noch ein paar Loops im unteren Bereich des Parks ab und kehren bald zur Lodge zurück, um auf unserer tollen Terrasse zu relaxen. Gegen 16.00 Uhr fahren wir erneut in den Park und dieses Mal ist ein Loop durchs Narus Valley, in Richtung einer alten Idi Amin Lodge, unser Ziel. Große Herden Büffel grasen hier. Es sind mehrere tausend Tiere, Zebras und eine große Herde Elands sind auch unterwegs. Fantastische Tiere bewegen sich vor unserem Auto. Wir sind ganz begeistert.
Der hat sich wohl mit einem Partner gestritten 🤢
Ein Albinobüffel!
Die Wege sind eng, ausgewaschen und bestehen aus rotem Lehmboden. Links und rechts des Weges gibt es tiefe Gräben. Gerade als Manfred ausspricht, dass er hier keinen Regenschauer erleben möchte, ziehen dunkle Wolken auf und nur wenig später gehen dicke Tropfen auf uns nieder. Die Wege sind eigentlich unpassierbar, aber wir müssen ja irgendwie zurück. Ganz langsam rollen wir vorwärts, die Reifen haben keinen Grip mehr, da sich bereits eine dicke, mind. 3 cm dicke Lehmschicht drumherum gebildet hat. Und irgendwann passiert das Unvermeidbare – wir rutschen, quasi aus dem Stand, in einen Graben. Der Wagen hängt in Schieflage, meine Tür lässt sich nicht öffnen. Ich checke zuerst das Handynetz – kein Empfang! Hier ist die letzten Wochen kein Auto entlanggefahren und es wird auch so schnell niemand kommen. Bis zur Lodge ist es zu Fuß zu weit. Manfred ist dann schon aktiv, schaltet das Differenzial ein und lässt den Wagen langsam vor und zurück rutschen. Irgendwo gibt es etwas Gras unter dem Reifen und tatsächlich kommt er wieder auf den Weg. Ich steige aus, es regnet kaum noch.
Dicke lehmbehaftete Reifen und ein Weg so breit wie unser Auto. Der Weg ist so schmal, dass nicht einmal die volle Auflagefläche haftet. Ich lotse Manfred wenige Zentimeter voran und nach 3 Metern gibt es keinen Graben mehr. Er muss nun Offroad weiter, da der Weg nicht befahrbar ist. Offroad-fahren ist strafbar und kostet 150 US$, aber alles ist günstiger als den Wagen im Graben zu lassen. Nach ein paar Kilometern löst sich der Lehm, der Weg wir sandiger. Wir kehren auf den Weg zurück. Der Schreck ist groß, an Fotografieren ist nicht zu denken. Und dann soll es noch spannend werden….
Vor uns stehen plötzlich 25 Giraffen. Wie fantastisch ist das denn? Ich fotografieren viel, doch langsam wird es dunkel und wir haben noch einige Kilometer bis zum Gate.
Der Weg wird wieder rutschig und matschig, doch irgendwie erreichen wir die Mainroad und gegen 18.30 Uhr das Gate.
Diese Aufnahme entstand am nächsten Morgen. Die Mainroad war zwar immer noch rutschig, aber hier gab es nicht den dicken roten Lehm und die tiefen Gräben. Der Securitiy lacht und wir glauben, verspätet zu sein, doch er macht uns klar, dass er bis 19.00/20.00 oder 21.00 Uhr hier sitzt. Glücklich erreichen wir die Lodge und können immer noch nicht glauben, dass wir aus dem Graben alleine herausgekommen sind. Wie setzen uns in die Lapa und bestellen erst einmal je einen Gin Tonic! Eduard teilt uns inzwischen mit, dass wir doch noch eine weitere 3. Nacht im Zelt bleiben können. Hurra! Nach der Ernüchterung des gestrigen Tages, gefällt uns der Park inzwischen mit seiner Weite sehr gut. Die Landschaft erinnert stark an die Weite der Serengeti. Es ist aber auch kein Wunder, denn die Ostgrenze stößt an Kenia. Ich bitte Eduard noch einmal beim Fort Murchinson anzurufen, ob dort noch einmal 2 Nächte möglich sind. Eine Nacht ist noch ein Zimmer frei, lautet seine Antwort. Ich rufe dann bei Nature Lodges an und möchte diese Nacht buchen, doch leider ist inzwischen alles ausgebucht. Wir überlegen, wo und wie wir weiterreisen. Mir fällt dann die Pakuba Lodge im Murchinson Park ein. Allerdings ist sie nicht so günstig, wie die Nature Lodges. Da wir nun wissen. Dass wir über die Brücke ausreisen können, wollen wir doch lieber diese Strecke fahren, als über Gulu, Karuma und Masindi. In der Pakuba Lodge erhalten wir das vorletzte Zimmer für 170 US$/Nacht inklusive HP. Jetzt können wir uns ganz entspannt zurücklegen und die Umgebung genießen. Der Blick geht nach Norden, 20 KM, dann beginnt der Sudan und 50 Km nach Osten liegt Kenia. Keine Zäune verhindern die Tierwanderungen. Viele Elefanten sollen gerade in Kenia sein. Es wurden in den letzten Tagen keine Elis gesehen. Heute ist die Lodge ausgebucht. Viele Expats reisen an, aber auch Volontäre aus Australien und den USA sind dabei. Ein deutsches Mädchen hat ihre Eltern und Großeltern zu Besuch. Sie reisen mit ihr durchs Land, während sie hier ein Praktikum absolviert. Es sind Ferien in Uganda. Wir kommen mit einer Niederländerin und ihrem Sohn ins Gespräch, die schon seit 17 Jahren im Land lebt und in einer großen Company in Kampala arbeitet. Sie haben für den übernächsten Tag eine Wanderung auf den M--- mit einem Ranger gebucht. Sie verbringen ihre Ferien hier häufiger. Das Dinner um 19.00 Uhr ist wieder richtig gut!
Und morgen geht es erneut entspannt ins Narus Valley und tatsächlich hält der Park noch ein paar Überraschungen bereit...
Biggi 😉
Teil 1130. Apr. 2021
Freitag, 2/4/21
Heute gehen wir spät zum Frühstück, gegen 7.30 Uhr. Unser Permit ist noch bis 15.33 Uhr gültig und wir wollen ganz entspannt ein bisschen umherfahren. Das Frühstück erfolgt heute in Buffettform. Die Niederländerin mit ihrem Sohn ist ebenfalls spät dran und so tauschen wir noch ein paar Infos aus. Der Sohn möchte heute endlich die Geparden finden.
Am Gate kennt man uns schon und winkt uns freundlich zu, wir folgen der Mainroad zum ersten Picknickplatz. Die Löwen sind natürlich weitergezogen. Jetzt haben wir die Möglichkeit den Observation Point mit dem Fernglas zu nutzen und uns die Tiertafeln anzuschauen.
Eine Lilie blüht hier versteckt 😮 Zufällig treffen wir dort erneut auf Gilbert, der mit einer Gästegruppe unterwegs ist. Stolz trägt er unsere FFP 2 Maske! 😉 😛
Die Kleinen sehen so flauschig aus 😛
Ein typischer Weg mit interessanten Footprints Am Pool sonnt sich heute morgen ein Varan ...
Schnappi liegt auch wieder auf der Lauer...
Ein Lillytrotter (Jacana) ist auf Futtersuche Ein Geier wartet auf die richtige Thermik
Den Zebras kommen wir auch näher...
Immer noch ziemlich planlos fahren wir einfach weiter in Richtung Airstrip und biegen dahinter zu einem alten Steinbruch ab. Von dort eröffnet sich und ein fantastischer Blick über die Ebene des Kidepo Valley bis zu der Bergkette der Morungule Mountains. Dahinter liegt Kenia. Diese Weite ist beeindruckend, wenn man aus dem verhältnismäßig engen Deutschland kommt. Plötzlich erkenne ich kleine schwarze Punkte, die sich in unsere Richtung bewegen.
Es ist kaum zu glauben, denn die Elefanten sollen gerade nicht hier sein, aber es sieht nach Eli und Eli und Eli aus! Mit der Kamera im Anschlag beobachte ich die Herde. Sie bewegt sich relativ schnell quer durch die Ebene. Es müssen ca. 26 Tiere sein. Wir überlegen, welchen Plan sie haben und setzen uns ins Auto, um ihnen näher zu kommen. Es sieht so aus, als wenn sie zu den großen Bäumen am Südrand marschieren. Wir fahren los! Dann ändern sie ihre Richtung und wir warten. Wir warten an einem Querweg zur Mainroad und haben dann das große Glück, dass die Herde genau auf uns zu steuert. Innerhalb kürzester Zeit haben die Tiere eine große Entfernung zurückgelegt. Beschützend werden die Jungtiere in die Mitte der Herde genommen und dann überqueren sie sogar direkt vor unserem Auto den Weg. Herrlich, was für ein Glück! Wir folgen ihnen noch ein Stückchen um eine Kopje herum und dann ziehen sie in Richtung Sudan weiter durch ein trockenes Flussbett. Leider gibt es hier keine Wasserlöcher, an denen sie rasten. Ihr Ziel bleibt uns unbekannt.
Auch der Nachmittag strapaziert noch einmal unsere Nerven - es wird spannend! 🤩 ...
Teil 1202. Mai 2021
Der letzte Nachmittag im Kidepo NP!
Inzwischen ist es Zeit für einen Lunch und wir fahren wieder den uns bekannten Picknickplatz an. Ein paar Wolken ziehen auf und so nutzen wir die Schutzhütte. Anschließend folgen wir einem Loop durchs Narus Valley. Und dann sehen wir plötzlich... 🤩 Es ist unfassbar, was wir hier alles erleben. Das hat all unsere Erwartungen übertroffen. Nach der Ernüchterung am ersten Nachmittag, hat sich der Park nun doch zu einem Lieblingsort gewandelt. Die Wege sind noch feucht und teilweise rutschig, am Horizont sind Wolken zu sehen. Wir wollen nur noch einen kurzen Loop fahren... Da kreuzt eine Löwin unseren Weg und ich kann sie nur aus dem Fahrerfenster entfernt erwischen.... , sie begibt sich schnell auf die Grasfläche der Savanne und nur Sekunden später läuft sie zielgerichtet einen Bogen.
Aus dem Augenwinkel sehe ich etwas Dunkles, dann erfolgt ein jämmerliches Quieken und die Löwin war erfolgreich. That is the circle of life!
Mit ihrem Warzenschweinchen im Maul läuft sie aber weiter. Wir sind uns nicht sicher, ob es eventuell die Löwin vom gestrigen Tag war, denn sie trägt ein Halsband. Sie frisst das Tier nicht. Wir können ihr nur bis an den Rand einer Buschgruppe folgen, dann ist sie verschwunden. Vielleicht hat sie auch Jungtiere zu versorgen oder sie bringt ihrem Gemahl das Mittagessen. Jedoch ist das Schweinchen nur sehr klein, sodass die Vermutung nahe liegt, dass sie ihren Jungen das Fleischessen beibringen will. Wir erfahren es nicht!
🤩 😘 🤩 😘 Ein paar Antilopen begegnen uns noch und dann beschließen wir, dass wir so viel gesehen haben, dass der restliche Nachmittag auf der Terrasse vor unserem Zelt genossen werden kann.
Am Nachmittag zieht ein kurzes Gewitter auf, aber schon nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei und wir relaxen. Ich besorge heißes Wasser und bei einem weiteren Cappuccino schauen wir in die Landschaft und genießen. Zum Sundowner setzen wir uns auf die Terrasse beim Restaurant, ein Gin Tonic; der berühmte Waragi Gin aus Uganda, schmeckt sehr gut. Das Abendessen fällt auch wieder viel zu üppig aus und dann fallen wir ein letztes Mal in die Betten im Zelt. In den letzten Nächten hatten wir immer unbekannten Besuch in unserem Bad. Fledermäuse sind ausgeschlossen, gespannte Bänder machen das Fliegen unmöglich, aber regelmäßig finden wir kleine schwarze Kotreste auf unserer Toilette. Eine größere Maus könnte es sein, aber wir vermuten eher einen Leguan oder eine andere Echsenart. Das Tier muss nachts über einen der Holzbalken laufen und sich dort entleeren. Viellicht wäre es auch ein Bushbaby. Nachts hört man es rascheln… im Dachgebälk. Es bleibt spannend! Unser Fazit: Die lange Anreise lohnt sich, die herrliche Landschaft, die Weite und die unterschiedlichen Tiere waren für uns die Reise wert. Wir haben gar nicht so viel erwartet und waren vielleicht deshalb sehr positiv überrascht. Dazu kommt die gute Lodge mit ihrer fantastischen und einzigartigen Lage und die derzeit günstigen Preise.
Biggi
Teil 1303. Mai 2021
Samstag, 3/4/21
Am Samstagmorgen verlassen wir die Lodge gegen 7.20 Uhr bei herrlich blauem Himmel. Es ist sehr staubig auf der Straße bis Kitgum, aber landschaftlich ist es wunderschön.
Wir überqueren die Bergkette und kommen durch viele kleine Dörfer.
Das Wasserpumpen ist harte Arbeit 🤩
In den kleinen Dörfern bekommt man den Motorradsprit in abgefüllten Flaschen an so einer Tanke! Eine kurze Pause machen wir auf einem Feld, denn Parkplätze gibt es nicht und auch keine Möglichkeiten, den ein oder anderen Weg einzufahren. Nach 4 Stunden erreichen wir Gulu und die erste Shell Tankstelle. 175.000 UGX für 48 L, das ist ok! Gulu ist ein chaotisches Zentrum mit täglichem Straßenmarkt.
Boda Bodas stehen überall im Weg und werden auch auf der Straße repariert.
Kirchen oder Moscheen befinden sich in jedem noch so kleinen Dorf.
Bis Purongo fahren wir auf einer sehr guten Straße, dann folgen 25 Kilometer die ungeliebte Schlaglochpiste, die bei Manfred einen cholerischen Anfall auslöst! Um 14.36 Uhr stehen wir aber erneut am Gate zum Murchinson NP, bezahlen unsere Gebühren und steuern die Pakuba Lodge an.
Während sich Manfred ein wenig ausruht, setze ich mich auf die Terrasse, genieße einen Cappuccino und sende Grüße in die Welt! Marabus und andere kleine Vögel sind zu Besuch. Der Blick reicht von hier über den Nil und ist fantastisch. Manfred kommt auch bald hinzu und dann beschließen wir erneut einen Gamedrive zu machen. In der Ferne ziehen allerdings dunkle Wolken auf, aber wir fahren erst einmal los. Die Wege sind teilweise nicht so lehmig, sondern eher sandig.
Groß und Klein unterwegs! Elefanten kreuzen unseren Weg, Kobs und Giraffen, aber auch Husarenaffen sind unterwegs.
Herrliche leere Landschaft - 😛
Schwänzli hoch! 😘 🤩 Über den Pakuba Track gelangen wir am Hippo Pool vorbei und fahren bis zum Delta, auch hier sind die Hippos im Wasser zu beobachten. Viel ist hier aber nicht los. Irgendwo sind am Morgen Löwen gesichtet worden. Wir finden sie nicht, aber dafür etwas viel Schöneres. Doch vorher fahren wir noch einige andere Wege, der Himmel wird immer dunkler, es ist viel los im Park und dann bricht der Regen mit Blitz und Donner über uns aus. Tiere im Regen und der Blick in die Ferne ist auch interessant.
Köpfchen hinunter und dann wird es nicht nass...
Wir drehen um und fast wäre noch ein Unglück passiert: Im Tiefsand kommt uns ein Jeep entgegen und als er genau neben uns ist, rutscht der Wagen und der Fahrer kann ihn nur knapp kontrollieren. Unser Außenspiegel wird touchiert, aber es ging alles gut. Den Pakuba Track fahren wir langsam zurück, Elefanten sind wieder unterwegs, White Hardebeest und Oribibs. Es ist immer dasselbe Bild. Kurz vor der Pakuba Lodge befinden sich die Reste der Idi Amin Lodge. Wir machen noch einen Abstecher dorthin und glauben nicht, wer dort eingezogen ist und schläft. Der Regen hat aufgehört. Erst sind nur ein paar Punkte zu erkennen, wir müssen den Wagen umstellen und ich klettere aufs Dach und dann sitzt er mir gegenüber.
Wer schläft denn da? Ein Leopard, ein hübsches Tier und dann noch einer. Es gibt ein Junges dazu, nicht mehr ganz klein, aber noch bei der Mutter. Fotos werden gemacht, auch wenn die Position nicht sehr gut ist. Ich bin irgendwie zu klein. 🤩 Dann erwachen Mutter und Kind, strecken sich...
Das Jungtier erwacht, schaut aber nur zur Mutter.
Er/Sie rollt sich auf den Rücken und man möchte es am liebsten kraulen...
Bei dem Gebiss verwirft man die Gedanken ans Kraulen
..... und machen sich auf den Weg zur Jagd. Just in dem Moment wollten wir eine bessere Position finden und sind ein paar Meter weiter gefahren. Sie verschwinden 🙁 Wir können den Tieren nicht mehr folgen, es wird bereits dunkel. Es war ein aufregendes Erlebnis und ein besonderer Abschluss unserer Nationalpark Tour.
Nun ist unsere Erlebnisliste mit Tieren sehr gut gefüllt. Entspannt können wir uns nun dem Leben der Menschen widmen.
Am abendlichen Buffett gibt es wieder lauter Leckereien. Das Restaurant ist stark gefüllt. Deutsche Urlauber oder Touristen sind allerdings nur wenige da. Von einem Tisch schallen deutsche Laute zu uns herüber. Zur Lodge gehört auch ein Souvenirshop, den wir kurz besuchen. Nach einem Savanna Dry fallen wir ins Reich der Träume und sind äußerst dankbar für all die tollen Erlebnisse. 😘
Biggi
Teil 1403. Mai 2021
Sonntag, 4/4/21
Nach wie vor gilt, dass über die Osterferien die Pontonbrücke über den Nil für den öffentlichen Verkehr geöffnet ist. Nach einem üppigen Frühstück verlassen wir den Park über die neugebaute Mainroad in Richtung Paraa Lodge. Einige Büffel, White Hardebeest, zahlreiche Oribis, Kobe und Elefanten stehen am Rande oder auf der Road.
noch ziemlich verschlafen..
Wir erreichen die Brücke nach fast 20 Minuten und stehen vor einem verschlossenen Tor! Oh, jetzt ist sie doch geschlossen und ich plane bereits in Gedanken, den langen Umweg durch die 30 Kilometer Schlaglöcher. Aber wir finden einen Weg! Die Chinesen arbeiten auch am Ostersonntag und planen, die Brücke bis zum Juni fertigzustellen. Unterhalb der neuen Brücke befindet sich die Behelfs- und Pontonbrücke. Sie ist frei befahrbar. Am anderen Ende steht sogar ein Hinweis, dass die Brücke von 8.00- 12.00 Uhr und am Nachmittag geöffnet ist. Es ist 7.45 Uhr als wir darüberfahren, aber gar kein Problem!
Die Straße hinter der Brücke durch den National Park ist bereits bis Masindi komplett fertiggestellt. Eine „Autobahn“ führt durch den Park! In diesem Teil des Regenwaldes planen die Chinesen nach Öl zu bohren. 😈 Eine Pipeline soll von hier, von dieser Pufferzone um den National Park bis nach Tanga Port durchgebaut werden. Schon bei unserem letzten Besuch hörten wir davon und konnten nicht glauben, dass diese Projekte verwirklicht werden. Nun ist es bittere Realität. Darüber hinaus werden große Zuckerrohrplantagen angelegt und der Wald abgeholzt. Ein Gespräch mit einem Deutschen im Fort Murchinson machte uns aber klar, wie viele Firmen in Uganda für uns arbeiten, ob wir nicht auch indirekt an dem Raubbau beteiligt sind? Außerdem sind in Deutschland nur knapp 2% der Landfläche als National Park ausgewiesen (darüber habe ich mir vorher noch keine Gedanken gemacht, vielleicht sind es jetzt auch schon ein paar Prozente mehr), vielleicht sollten wir einmal darüber nachdenken, wie wir mit der Natur umgehen, bevor wir über andere Länder urteilen. Natürlich ist es für sehr traurig, zu sehen, wie sich die Landschaft hier verändert.
Blick über den Regenwald, noch ist es schön!
Neue Straße durch den Budongo Forest. Baboons hocken links und rechts des Weges, noch vor 1,5 Jahren sind wir vom Budongo Forest bis Masindi auf einer schlammigen und rutschigen schmalen Lehmpiste gereist. Nur 1,5 Jahre später beginnt hier ein Zerstören größeren Ausmaßes. Die Chinesen wollten einen Staudamm an den Murchinson Falls bauen. Das Projekt ist vorerst verworfen, aber die Bohrungen nach Öl und das Anlegen von Zuckerrohrplantagen schreitet voran. Eine der letzten Schimpansenpopulation lebt noch in diesem Abschnitt des Parks. Wie lange noch?
Es sieht so schön aus, Schmarotzerpflanzen auf den Bäumen, weiße Blüten dazwischen...
Dann verlassen wir den NP. Masindi erreichen wir schneller als geplant. Überall laufen Menschen in besonders hübschen Kleidern zum nächsten Gottesdienst. Ein überaus buntes und fröhliches Bild zeigt sich uns. Familien halten sogar ein Picknick auf der Wiese vor der Kirche ab, Fotografen stehen bereit, wie bei einer Hochzeit.
Die weiteren Kilometer bis Hoima sind teilweise noch nicht fertig und wir fahren wieder über die alten Lehmwege. Auch in Hoima zeigt sich ein buntes Straßenbild.
Irgendwo dazwischen halten wir auf einem freien Platz, der aber offensichtlich zu einer Firma gehört. Es liegen Steine umher, die bestimmt verkauft werden. Ein Busch und ein Plätzchen, um unsere Gasflasche zu aktivieren, alles passt. Nach einiger Zeit kommt ein junger, fröhlicher Mann vorbei. Er wohnt hier, er ist nett und erzählt von sich. In der Hand hält er eine JBL Box, tanzend geht er davon. Sein Tag begann auch mit einem Gottesdienst, um 13.00 Uhr wird er wieder zur Kirche gehen. Er erzählt, dass den ganzen Tag Gottesdienste stattfinden, schließlich ist heute Ostern. Wir fahren nach der Pause über eine gute ausgebaute Straße bis Fort Portal. 60 KM vor der Stadt beginnen die grünen Teeplantagen. Die ganze Landschaft wirkt sauber und sehr friedlich. In Fort Portal ist wieder viel Leben auf der Straße, die Stadtdurchfahrt ist eine Großbaustelle. Boda Bodas, Minibusse, Fahrräder und Fußgänger alles bewegt sich durch die Stadt. Wir fahren direkt zur Farm von Stefan und Mariam, die ca. 12 Km außerhalb auf einem Hügel liegt. Die Zufahrt ist in diesem Jahr gegradert und easy zu erreichen. Man kann sogar bei viel Regen die Farm erreichen. Vor zwei Jahren sind wir irgendwie hier her gerutscht.
Dann stehen wir vor dem Tor und haben das Gefühl, wir kommen nach Hause.
Restaurant von Kluges Gästefarm 😘 Ein netter Empfang mit Saft und Händedesinfektion. Wir ziehen in unser Zimmer und müssen erst einmal alles Gepäck aus dem Auto räumen. Entspannung – ein Cappuccino in der Sonne und ein Blick auf eine Kuhweide. Später gehen wir zum Restaurant und werden von Stefan begrüßt. Diese Begrüßung fällt überaus herzlich und mit viel Waragi Gin aus. Für Manfred ist es zu viel Gin, er kann nie „nein“ sagen. Wie sitzen mit Stefan zusammen und reden und reden. Es gibt so viel zu erzählen. Mariam kommt auch noch hinzu und wir freuen uns alle, hier zu sein. Zum Abendessen gibt es heute ein Buffet. Es sind noch einige Tagesgäste und Expats mit kleinen Kindern hier. Einige Bungalows sind ausgebucht. Es ist Ferienzeit. Manfred schafft nach dem Essen nur noch den Weg ins Bett, während ich noch am Lagefeuer sitze und den herrlichen, lauen Sommerabend genieße.
Was wir hier noch so erleben, demnächst...
Biggi
Teil 1505. Mai 2021
Montag, 5/4/21 Heute wollen wir einfach nur relaxen und die Umgebung genießen und mal nicht mit dem Auto fahren. Zur Farm gehört ein Regenwaldforest, wir gehen später dorthin und steigen bergab in den Sumpf. Aber vorher schauen wir uns noch den Campingplatz der Farm an. Dort treffen wir auf Robert Zorn und seine Frau. Beide lebten lange in Namibia und sind jetzt mit einem Truck auf Reisen. Seine Frau erholt sich gerade von einer Malaria und so stehen sie hier schon länger. Wir reden über Namibia und die Welt und die Zeit fliegt wieder nur so dahin. Irgendwie ticken die Uhren hier schneller!
Eastern Double-collared Sunbird Auf der Farm sind wir von vielen Blumen und Vögeln umgeben... Später gelangen wir aber doch in den Forest. Vögel sind viele zu hören, aber kaum zu sehen in diesem Dickicht. Es ist feucht und die Wege sind kaum passierbar, da sie sehr verbuscht sind. Hohes Papyrusgras wächst hier...
Wir laufen nur einen kleinen Rundweg und enden im Gemüsegarten von Stefan unter Bananenbäumen.
Crowned Hornbill
Yellow-bellied Sunbird Eine kleine Pause am Pool und auf unserer Terrasse, dann beschließt Manfred das Angebot von Stefan anzunehmen und unseren Wagen mit einem Hochdruckreiniger vom roten Lehm zu befreien. Eigentlich war es kein Angebot, Manfred musste Stefans Anweisung befolgen…Er fährt vor das Haus und erhält spontan Hilfe von der 10-jährigen Jamira. Sie ist die Nichte von Stefan und lebt derzeit auch auf der Farm.
Ein Koch eilt ebenfalls zur Hilfe, obwohl gerade heute viel zu tun ist. Es muss ein Catering für 90 Leute hergerichtet werden. Aber alle Vorarbeiten sind erledigt.
Manfred steht eigentlich nur herum und schaut zu, wie gründlich der Koch und Jamira den Wagen reinigen. Ich hätte mir auch nicht wirklich vorstellen können, dass Manfred in Afrika einen Wagen selber wäscht. ??? Bei Stefan im Wohnzimmer trinken wir Kaffee und Tee. Es gibt noch so viel zu erzählen. Stefan nimmt sich viel Zeit für uns. Mariam ist bereits mit ein paar Angestellten zu dem Cateringort in die Berge gefahren und lädt erste Tische ab. Wir sehen sie erst am Abend wieder.
Der Blick von der Terrasse zu den Rwenzori Bergen/Mondbergen Robert und seine Frau essen heute auch im Restaurant. Stefan sorgt für eine gute Nahrung, die das Blut nach der Malaria wieder „aufbaut“. Mit Rote Beete Saft, einer reichhaltigen Suppe und Rinderleber, die es in den nächsten Tagen noch gibt, wird Beate wieder aufgepäppelt. Stefan ist wirklich ein herzensguter Mensch. Für uns gibt es heute die besten Steaks in Uganda mit hausgemachten Pommes und frischem Salat aus dem Garten. Ein Faulenzertag tut einfach mal gut... 😛 😉
Morgen bewegen wir wieder unser sauberes Auto...
Biggi
Teil 1612. Mai 2021
Dienstag, 6/4/21 Unser Tag im Baby Home und auf Crater Lake Tour
Wir sind im Toro Baby Home in Fort Portal mit Betty um 10.30 Uhr verabredet. Um keine Viren einzuschleppen, machen Manfred und ich zuerst einen Corona-Schnelltest. Ich habe 10 Stück aus Deutschland mitgenommen. In Fort Portal besuchen wir zuerst den Andrews Supermarkt und kaufen mehrere große Kartons mit Windeln und Babynahrung. Leider ist die Erstlingsnahrung heute ausverkauft. Ich erhalte die letzten zwei Dosen Nr. 1 und weitere Nahrung der Nummer 2. Für die Kinder nehmen wir noch viele Packungen Kekse mit und dann geht es zum Waisenhaus. Hier sind nicht alle Kinder Waisen, aber manche verloren ihre Mutter bei der Geburt. Leider kommt das noch häufig in Uganda vor. Mit der Leiterin Betty habe ich vorab geschrieben und sie war über unseren Besuch informiert. Die Freude ist sehr groß, als wir auf den Hof fahren. Unsere großen Kartons mit Windeln sind sehr willkommen und werden gleich ausgeladen, Die Kinder kommen alle neugierig an und freuen sich über den Besuch. Im Babyhome treffen wir dieses Mal auch auf Christin aus Deutschland. Sie bleibt 6 Monate hier und absolviert ein freiwilliges soziales ½ Jahr. Für die Muttis ist sie eine große Hilfe, da sie sich täglich um die Kinder kümmert, mit ihnen zum Impfen geht und auch die Wäsche wäscht. Sie freut sich, mit uns deutsch zu sprechen. Seit 6 Wochen ist sie hier. Nebenbei gibt es noch mehrere spanische Volontäre, die aber teilweise nur 3 Wochen hier sind. Wir lernen eine Lehrerin kennen, die ihre Ferien bei den Kindern verbringt. Eine junge Kinderkrankenschwester aus Spanien ist auch dabei. Sie war auch bei unserem letzten Besuch im Oktober 2019 hier und konnte sich an uns erinnern. Auf ihrem Handy hatte sie sogar noch Fotos von damals. Ein junger Spanier fiel mir besonders auf, weil er überaus herzlich mit den Kindern umging. Er drückte und knuddelte sie, gab Küsschen und fütterte. Anschließend durften die Kinder auf seinem Handy einen Zeichentrickfilm in englischer Sprache sehen. Mit der behinderten Gift hat er Beinübungen gemacht und immer darauf geachtet, dass sie auch zum Film schaut.
Wenn man diese Liebe sieht, kommen einem die Tränen. Es war so herzerweichend und spätestens jetzt wusste ich, warum wir die Reise auf uns genommen haben.
Natürlich waren all unsere Tiererlebnisse wunderschön, aber gerade in der Coronazeit in Deutschland, war ich sehr frustriert von dem Egoismus und der Lieblosigkeit, die sich unter den Menschen verbreitet. Hier erleben wir täglich so viel Wärme und Liebe, dass ich oftmals vor Glück geweint habe. Die vielen Kinder, die Babys, all die Menschen, die dafür sorgen, dass es den Kindern gut geht, die sie pflegen, ihnen etwas beibringen und sie im Arm halten und drücken, das entschädigt für so Vieles.
Kindergartenkinder in der Nursery school Nur zu gern habe ich Windeln gekauft, Bananen oder Äpfel. Ich brauche in Deutschland keinen Kleiderschrank mit 50 Paar Schuhen und ständig neue Pullover. Ich bin viel glücklicher, wenn ich helfen kann. Mit Betty sind wir später noch einmal zum Supermarkt gefahren, da ich für Rachel, die körperlich behindert ist, Windelhöschen gekauft habe. Wir haben sie gegen Windel mit Klebestreifen getauscht. Mit Betty habe ich dann Bananen und Äpfel eingekauft. Eine riesige Kiste mit Bananen und 36 Äpfel für 12 €. Das ist ein kleiner Betrag, aber es hat eine unendlich große und kostbare Wirkung, die damit erzielt wird. Im Heim haben wir uns den Kindern gewidmet, sind durch alle „Häuser“ geführt worden und haben alle Kinder begrüßt. Mir fehlten die Finger für so viele kleine Kinder. Seit unserem letzten Besuch hat sich hier viel verändert, es sind nicht nur die Kinder, die wechseln, es ist auch das Mobiliar. Marina ist besonders engagiert, was die Hilfe betrifft und hat bei ihrem letzten Besuch im Januar neben Kisten als Bänken, auch viele Renovierungsarbeiten angezettelt. Die Kinder haben einen frischgestrichenen Aufenthaltsraum mit bunten Motiven an den Wänden. Hier hat auch Christin mitgearbeitet.
Der Spielplatz wurde renoviert, jetzt folgt noch eine Sandkiste, …. Ich könnte noch so viel auflisten. Es war eine Freude, alle so wohlauf zu sehen. Etwas ängstlich haben wir noch eine Maske getragen, mussten aber bald feststellen, dass auch die Volontäre, die ja außerhalb des Heimes wohnen und Kontakt zu Einheimischen haben, keine Maske tragen. Bei unserem Einkauf mit Betty habe ich als einzige eine Maske getragen. In Fort Portal laufen nur wenige Menschen mit einer Maske umher.
Mit einer Mother und Betty
Die Kinder werden nach und nach zum Mittagsschlaf vorbereitet und wir verlassen vorerst das Baby Home. Ich habe viele Fotos gemacht, jedoch halte ich es für nicht ganz ungefährlich, hier die Kinder zu zeigen. 🤨 Unsere Mittagspause verbringen wir im Garden Restaurant. Hier gibt es sogar einen sehr leckeren Cappuccino!
Gegenüber dem Garden Restaurant bekommt man auch etwas zum Essen 😈 Danach fahren wir zu den Kraterseen, viele kleine Dörfer müssen wir durchfahren.
Auf Fahrrädern und Boda Bodas wird alles transportiert, was das Leben so her gibt!
In dieser Gegend sind besonders viele Fahrräder mit Matoke, den Kochbananen unterwegs.
Verladeplatz!
Diese Landschaft könnte man auch im Schwarzwald finden.
Es ist eine sehr nette Gegend. Unsere Strecke endet auf der Ndali Lodge. Ich dachte, hier könnten wir etwas trinken und den Blick bis zum Lake George genießen.
Der Blick reicht bis zum Lake George! 🙂 Leider nimmt die Lodge seit dem Lockdown keine Tagesgäste auf. Ein Angestellter ist aber so nett und führt uns eines der Cottages vor. Die Lodge liegt sehr schön auf einem Kamm und der Blick ist bestimmt einzigartig. Der Angestellte, Gilbert so stellte er sich vor, spricht gerade über die 300 unterschiedlichen Vögel, die man hier sehen kann, als vor uns 4 Blue Turackos aus einem Busch auffliegen und ich habe leider nur meine kleine Kamera dabei. Sie sehen sehr schön aus! Wir verlassen diese Gegend nach Norden, von Süden kamen wir, und folgen nur ganz kleinen Wegen (wohl besser für Motorräder geeignet) bis zur Farm.
Brennofen für Ziegel
Unterwegs aus dem Auto aufgenommen! einfache Häuser
Einfache Bauweise mit Stöckern und Lehm und Dung!
Die große Hauptstraße haben wir gar nicht mehr erreicht. Ich liebe das Leben in diesen Dörfern und fahre gern hier durch.
Auf der Farm versorgt Stefan uns wieder mit einem leckeren und viel zu üppigen Essen. Heute hat er für Beate eine spezielle Suppe gekocht, a la Borsch. Wir mussten die Suppe unbedingt probieren und danach war ich schon fast satt. Es gab noch ein leckeres Curry mit buntem Reis.
Das Catering ist ganz gut verlaufen und alle Angestellten kamen mit viel leeren Töpfen zurück. Sie wurden vorher und auch jetzt auf Hochglanz poliert.
Biggi
Teil 1713. Mai 2021
Mittwoch, 6/4/21 Auf dem Weg zum Semliki National Park
Betty schrieb mir, dass der China Market auch das Erstlingsmilchpulver hat. Also fahren wir heute Morgen zuerst zum Einkaufen. Den Markt finden wir nicht gleich. Er befindet sich in einer Bauruine, nie hätten wir hier einen Supermarkt vermutet. Nach ein paar Runden, die schon in der Nähe des Marktes gedreht wurden, frage ich einen jungen Mann, wo der Markt sich befindet. Er erklärt es nicht, sondern gibt mir zu verstehen, dass ich ihm folgen soll. Schnellen Schrittes läuft er bergauf und bergab, biegt nach links und nach rechts ab und dann stehen wir vor dem Supermarkt. Das ist sehr nett gewesen, ich bin aus der Puste und er geht schnellen Schrittes wieder zurück!! China Supermarkt! 😮 Leider hat der Supermarkt heute auch kein gewünschtes Milchpulver.
Wir fahren zum Andrews Markt zurück. Er sollte gestern Abend noch eine Lieferung bekommen haben. In Afrika weiß man ja nie, aber hier kann man sich drauf verlassen. Das Milchpulver wurde geliefert. Im Regal stehen 6 Dosen. Ich kaufe sie alle. Der Kassierer steht anschließend hinter seinem Tresen auf und verbeugt und bedankt sich bei mir mit den Worten „Thank you for supporting the children!“ Ich bin sprachlos, man stelle sich so etwas mal in Deutschland vor. Natürlich wusste er, dass wir am Vortag bereits für ca. 150 € Windeln gekauft haben. Das ist ein utopisch hoher Betrag für Uganda. Wir liefern unsere Dosen mit Babynahrung im Heim ab. Sofort kommen die älteren Kinder angelaufen und wollen beim Tragen helfen. Ich gebe je einem Kinder eine Dose und sie bringen sie zur Vorratskammer.
Der „Teacher“ sitzt mit den größeren Kindern auf der Wiese und heute gibt es die Äpfel, die wir gestern gekauft haben. Dabei lernen die Kinder, wie ein Apfel aufgebaut ist; Kerngehäuse und Stiel. Viele Kinder kennen kaum dieses Obst. Spielerisch wird den Kindern durch die neue Lehrerin das Wissen beigebracht.
Anschließend kümmern wir uns um die ganz kleinen Zwillinge. Wir wickeln sie, kleiden sie frisch ein und geben ihnen die Flasche. Die Zwillinge haben heute einen wichtigen Termin. Sie werden im Krankenhaus nebenan geimpft. Christin geht mit einer Helferin und den Zwillingen dorthin.
Jedes Kinder verfügt über eine Impfkarte bzw. einen Gesundheitspass. Dann geht das Drücken und Knuddeln weiter. In einem Haus, war wohl Nr. 3, schrie ein Frühchen, ich trete an das Bett, ziehe den Moskitovorhang zur Seite und musste unter den ganzen Decken erst einmal das kleine Würmchen finden. Es ist so super klein.
Das Spielhäuschen ist so hübsch geworden, auch die Schaukeln sind jetzt neu gestrichen.
Es fällt täglich so viel Wäsche an und immer noch wird das meiste davon mit der Hand gewaschen. Ein "Waschfrau" unterstützt zwar die Muttis, dennoch bleibt viel zu tun. Irgendwann verabschieden wir uns. Es fällt mir immer schwer. Man könnte hier Tage verbringen und sich mit dem Kinder beschäftigen. Diese werden nun aber wieder zum Mittagsschlaf gelegt.
Wir verbringen unsere Lunchzeit erneut im Garden Restaurant ...
...und fahren dann in Richtung der kongolesische Grenze. Die Straße ist gut ausgebaut, unterwegs sind einige wenige Schlaglöcher, der Verkehr ist gering. An einem der zwei View Point halten wir und genießen den Blick in das Kongobecken.
Jugendliche müssen Steine klein klopfen, um ein wenig Geld zu verdienen
Viele Berghänge sind bereits abgeholzt, Bananen wachsen aber überall.
Dorfversammlung
Holz wird an der Straße angeboten.. Die Bundibugyio Road soll eine der landschaftlich schönsten Straßen in Uganda sein.
Sie führt in den Semuliki oder auch Semliki National Park, der für seine Primaten u.a. auch Schimpansen und die sehr reichhaltige Vogelwelt, bekannt ist. Zusätzlich kann man eine Wanderung zu heißen Quellen und zu einem Wasserfall unternehmen. Wir sind derzeit weniger an den Quellen und mehr an den Menschen dort interessiert. Der National Park ist sehr verbuscht und schützt den einzigen Tiefland-Regenwald in Uganda.
Einfache Hütten, vor denen Bohnen oder Ksava (Maniokwurzel) getrocknet werden
Aber in dieser Region leben die Pymäen. Nun erwartet man sehr kleine Menschen. Nein, sie sind zwar nicht besonders groß, aber fallen als Pymäen auch nicht besonders auf. Uns fällt aber auf, dass sie auf Touristen eher unfreundlich reagieren. An einer Brücke betrachte ich das Alltagsleben.
Der Fluss als Lebensquelle, zum Waschen des Motorrades, der Wäsche und zum Baden.
Am S N P stellen wir uns erneut an den Rand, um eine kleine Pause zu machen und ein paar der Primaten in den Bäumen zu beobachten. Vor uns turnen die White and Red Tail Colubusse durch die Bäume...
Da die Affen zum einen weitentfernt sind und zum anderen ständig in Bewegung sind, sind gute Fotos rar. 🤩
Die Nase finde ich besonders witzig!
Und dann gab es auch noch diese frechen Äffchen...
Hier halten die Menschen Abstand ein und laufen an uns vorbei. Nun ist unser Auto auch nicht gerade unauffällig und wer lässt sich schon gerne fotografieren? Aber auch ohne Kamera, begegnet man den Touristen nicht besonders freundlich. Irgendwann stehen wir vor dem Schlagbaum zum Kongo. Große LKWs laden ihre Waren um, die Grenze ist unspektakulär und wenig gesichert. Das ist hier nicht notwendig.
Später erhaschen wir einen Blick über den National Park zum Grenzfluss, dem Semuliki. Eine schöne Landschaft; rechts von uns türmen sich die Mondberge auf, links durchzieht der Regenwald die Landschaft.
Fahrradgeschäfte - sehr beliebt! Die Strecke von Fort Portal beträgt 102 Km bis zur Grenze und dauert ziemlich genau 2 Stunden.
Gegen Abend erreichen wir Fort Portal ...
Biggi
Teil 1814. Mai 2021
Die letzten Tage sind schnell zusammengefasst, denn es geht wieder Heim 😮 😕
Donnerstag, 8/4/21 Heute wollten wir eigentlich in den Queen Elizabeth Park fahren, doch bei Manfred hat sich Durchfall eingestellt. Eigentlich war das zu erwarten, da er immer nach 10 Tagen Malarone Prophylaxe darunter leidet. Er kennt das schon und setzt somit das Präparat ab. Im Vorweg haben wir schon über Doxicyclin nachgedacht, doch dieses Medikament muss man noch 4 Wochen nach der Reise einnehmen, so dass wir wieder auf Malarone zurückgegriffen haben, außerdem lagerte das noch bei uns. Wir bleiben somit noch einen Tag auf der Farm zum Ausspannen. Das tut gut, lesen, Vögel fotografieren, Reisetagebuch führen und nur herumliegen. Gegen Abend treffen wir uns mit Robert und Beate und sitzen mit Mariam und Stefan zusammen. Es gibt wieder ein leckeres Curry nebst alkoholischen Getränken. Stefan sorgt für viel laute Musik und wir haben alle einen fantastischen Abend. Wie gut, dass wir hier geblieben sind.
Freitag, 9/4/21 Wir müssen uns schweren Herzens von Stefan und Mariam verabschieden, unser Weg führt nun direkt nach Entebbe.
In Fort Portal wird die Mainroad gerade erneuert, Bauarbeiten sind in vollem Gange, abgesperrt wird nichts. Jeder fährt irgendwie quer zwischen Bauarbeitern und Baufahrzeugen hindurch - that`s Africa!
Vorsicht bitte, nicht über meine Füße!
Ein wohlgeordnetes Chaos, das gut funktioniert!
Wer mag kann zwischendurch sein Gebet erledigen. In Uganda sind ca. 10 % der Bevölkerung Muslime.
Während wir uns noch um unseren Wagen kümmern müssen, baut vor uns ein Webervogel sein Nest.
Vor dem Bau muss er sich putzen... sehr wichtig! 🤩
Die erste Strecke durch den Kibale Forest und durch die vielen Teeplantagen ist landschaftlich sehr schön und wir kommen gut voran. Ca. 60 Km vor Fort Portal, von Norden kommend, beginnen die saftig grünen Teeplantagen.
Im Forest beobachten wir erneut die Primaten in den bunten Bäumen.
Dann holen uns die schrecklichen Schlaglöcher ein. Die Strecke zieht sich, wir machen eine kurze Pause an einer Einfahrt zu einem Gehöft. Gegenüber der Einfahrt sind viele neugierige Augen auf uns gerichtet, aber niemand nähert sich. Das ändern wir; denn wir haben noch einen 5 Liter Wasserkanister über. Manfred nimmt den Kanister und besucht die Familie. Sie sprechen kein Englisch und begegnen uns erst etwas ängstlich, dann aber sehr freundlich, als sie verstehen, dass wir ihnen das Wasser schenken. Als wir abfahren, winken uns alle freudestrahlend zu. Lauter fröhliche Gesichter schauen zu uns.
Auf den Straßenmärkten bekommt man fast alles, was das Herz begehrt!
Kampalas großes Gewühle erreichen wir nach fast 5 Stunden ....
...und biegen schnell auf den Expressway ab. 30 Kilometer bis zum Hotel in Entebbe, aber vorher gibt es noch eine Erfrischung im Javas Café. Dieses Mal habe ich das 2 Friends Beach Hotel gebucht. Es liegt direkt am See und verfügt über ziemlich große Zimmer mit guter Ausstattung und befindet sich nur 600 m von der Victoria Mall entfernt.
Ziel erreicht!
Für heute habe ich auch bei Kazuri den PCR Test bestellt. Eine Angestellte kommt ins Hotel, nimmt alle Daten auf und führt den Test kurz und schnell in der Nase durch. Die Online Anmeldung war für 16.30 -17.30 Uhr, als um 17.30 Uhr noch niemand erschien, hat ein Hotelangestellter angerufen und keine 6 Minuten später stand die Angestellte da. Am nächsten Morgen soll das Ergebnis ins Hotel gebracht werden. Wir sind gespannt. Der Hotelservice ist etwas teurer, als wenn man in deren Labor fährt, doch das war uns die Sache wert. Das sind wir faul, obwohl das Labor in der Nähe liegt. Zum Abendessen geht es erneut ins Javas Café, im Handcraftshop erwerbe ich noch ein paar Schalen und Karten. Zum Dank erhalten Manfred und ich je einen Schlüsselanhänger als Geschenk! 🤩 Es kommen nur noch wenige Touristen und kaufen hier ein.
Biggi
Teil 1914. Mai 2021
Der letzte Tag! 😠
Samstag, 10/4/21 Botanischer Garten
Unser letzter Tag in Uganda. Wir frühstücken spät, treffen dabei auf ein deutsches Pärchen, mit denen wir tatsächlich über 2 Stunden bei Tee und Kaffee über Uganda und die deutsche Politik reden. Der Mann, der zufällig auch Manfred heißt, ist ebenfalls Lehrer und wie Manfred politisch aktiv. Da gibt es viel Gesprächsstoff. Unser Testergebnis wir uns später gebracht: Negativ! Wie glücklich man doch über so eine Nachricht sein kann. Wir haben aber gestern Morgen schon vorab einen Schnelltest gemacht und waren uns relativ sicher, dass das Ergebnis nur negativ sein kann.
Nun nutzen wir den Tag, um im botanischen Garten spazieren zu gehen. Es gibt viele einzelne Bäume und Pflanzen, die man im Regenwald irgendwo im Dunkeln entdeckt.
Ein bisschen störend ist es, dass die Einheimischen mit dem Auto durch den Park fahren und picknicken. Leider wird der Müll auch hier hin und wieder vergessen oder die Meerkatzen verteilen die gestohlenen Reste.
Eine Hochzeitsgesellschaft hatte am Nachmittag einen Fototermin auf der grünen Wiese, ein Collobusaffe ließ sich gut fotografieren und die Meerkatzen hatten frischen Nachwuchs.
Neugierig erobert sich der Kleine die Welt, er soll erst zwei Tage alt sein(?)
Es macht viel Spaß, dem Kleinen bei seinen Versuchen zuzusehen.
Von botanischen Garten hat man einen guten Blick zu den Hotels. Ein paar Kingfischer tummeln sich in der Nähe...
Ein hübscher Falke!
In dieser Palme hielten sich viele dieser Vögel auf, ich kenne sie nicht.
Urwald - die Pflanzen wachsen ineinander, ein Durchdringen ist nur schwer möglich.
Ein paar Lebewesen bevölkern doch diesen Regenwald.
Wenn ich nun die Bilder betrachte, wird mir bewusst, wie schön der letzte Tag noch gewesen ist. Ein letztes Mal sind WIR im nahegelegenen Javas Café eingekehrt. Es ist schließlich fast die einzige Möglichkeit, außer in den großen Hotels, etwas Gutes zum Essen zu bekommen. Im Shoperite haben wir noch ein paar Kaffeebohnen gekauft (Gorilla Bohnen) und dann geht es ins Hotel zurück. Die Koffer müssen noch gepackt werden, dann gibt es weitere Getränke (Sundowner!) und ...
Nur wenige Meter vom Hotel entfernt, findet täglich ein kleiner Fischmarkt statt.
Vor 1 1/2 Jahren gab es hier noch mehr "Strand", jetzt steht das Wasser sehr hoch.
Mit diesen Bildern endet ein ganz besonderer Urlaub für uns. Besonders, weil die Umstände so besonders sind. Ohne die Pandemie wären wir jetzt nicht in Uganda gewesen. Es waren nur 2 Wochen, aber die sind so wertvoll zum Energiesammeln für die Zeit in Deutschland! 🤩 😘 😘 😘 ...am Abend (18.30 Uhr) trifft Rainer Bockmann ein, um den Wagen in Empfang zu nehmen. Wir haben natürlich noch einiges zum Erzählen gehabt und so ging eine weitere Stunde dahin. Unser Abendessen haben wir im Hotel geordert und wollten am Strand sitzen, doch zu viele nervige Fliegen haben uns vertrieben. Im Poolrestaurant konnte man deutlich entspannter essen. Der Eigentümer des Hotels, Henrik aus Island, war ebenfalls zugegen und hat uns in ein Gespräch verwickelt. Besuch aus Island war auch gerade da. Dabei erfuhren wir, dass sein Bruder eine Lodge in Jinja führte, die er jetzt aber schließen musste, weil die Gäste ausblieben. Insgesamt hat er drei Brüder, die es von Island in wärme Gebiete der Erde zog. Die Lodge bietet einen Shuttleservice zum Flughafen und gegen 21.30 Uhr mussten wir uns endgültig verabschieden. Unser Flug geht um 23.30 Uhr über Amsterdam nach Hamburg. Es war soooo schön, fern von Corona-Nachrichten. Eine Wohltat für die Seele, dass es so etwas geben kann. Am Sonntag, den 11. April 2021 landen wir gegen 11.30 Uhr in Hamburg!