Ethisch-moralische Frage zu Mosambik

30 Antworten · 5'526 Aufrufe · gestartet 29. März 2021 von HeiVi
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7'296 Beiträge · seit 200602. Apr. 2021 · #21
Flotho schrieb:
Ganz oben auf die schwarze Liste der Nichtreiseländer gehören vielmehr Uganda oder Tansania, insbes .z.B. wegen der scharfen staatlichen Verfolgung von Homosexuellen und den daraus resultierenden Übergriffen und auch Tötungen (gibt gerade wieder eine Todesstrafeninitiative in Uganda).

Dieses Problem gibt es allerdings in vielen Ländern Afrikas.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'296 Beiträge · seit 200602. Apr. 2021 · #22
HeiVi schrieb:
Ach ja, und ich fliege NICHT Katar Airways. Das mag auch ein kleines bisschen mit moralisch/ethischen Gründen zusammenhängen.

Ich frage jetzt mal völlig naiv nach dem Grund. Ich weiß wirklich nicht, wie dort die politische Situation ist, ob die Fluggesellschaft staatlich ist und in irgendwelche üble Dinge verstrickt ist oder was Dich sonst zu dem Entschluss gebracht hat. Es interessiert mich aber.

Auch ich habe Länder im Kopf, die ich nicht bereisen möchte. Einerseits möchte ich sie zwar aus Interesse bereisen, aber andererseits halten mich die politischen oder rechtlichen Zustände davon ab.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter605 Beiträge · seit 201202. Apr. 2021 · #23
Hallo Wolfgang,
schau mal in Deine Postbox.
Grüße,
HeiVi
Gast02. Apr. 2021 · #24
Hallo HeiVi
Nach ethisch/moralischen Grundsätzen zu handeln oder handeln zu wollen, zumindest so weit möglich, ist anständig und darüber gibt’s für mich gar nix zu diskutieren. Ich achte das. Auch Nichts zu kritisieren, weil das eine höchstpersönliche Entscheidung ist, die sowieso niemanden etwas angeht.
Deine Einschätzung zu Mosambik und seinen Optionen im Umgang mit der Situation teile ich aber überhaupt nicht, das sehe ich ganz anders. Es hat aber mit obig gar nichts zu tun.
Was könnte Mosambik auch bei gutem Willen effektiv ausrichten und mit welchem Mitteln? MM im Alleingang wenig. Es ist seit Jahren an der Grenze zum failded state. Trotz großer Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, zwei (? oder mehr) Schuldentilgungen, noch mehr Milliarden, davon ein paar Veruntreute (die aber ein eigenes Thema sind) und daher Null Kreditwürdigkeit, ist für eine wirkungsvolle militärische Intervention einfach kein Geld vorhanden. Diese müsste ja auch über Jahre aufrechterhalten werden. Auch die SADC könnte das nicht stemmen, auch wenn Mosambik dem zustimmen würde*). Über ein paar Jahre sind das Milliardenbudgets.
Dann die gewaltige Ausdehnung des Staates, die einerseits eine logistische und kostenmäßige Herausforderung ist und in welchem auch nie eine identitätsstiftende „Staatenwerdung“ stattgefunden hat. Palma ist von Maputo fast so weit entfernt, wie Oslo von Neapel (ein Vielvölkerstaat wie Myanmar, wo ja auch schon seit Jahrzehnten einige ethnisch und religiös motivierte Guerillatruppen ihr Territorium behaupten). Die Motivation der schlecht bis unbezahlten Soldaten aus Maputo oder Tete wird sich in Grenzen halten. Und das gegen fanatisierte religiöse Eiferer?! Ich bin da pessimistisch, ich traue das dem „Staat“ nicht zu, unter Anführungszeichen, weil er nie einer war und nicht geworden ist.
Längerfristig könnte mE gegen diese Bedrohung nur „international“ geholfen werden, politisch wie militärisch. Das Interesse zur Verhinderung einer weiteren Basis für militante Islamisten sollte wohl gegeben sein, trotzdem ist das derzeit Zukunftsmusik. MW will bisher Mosambik das auch selber nicht*).
Also werden wohl Frankreich und RSA u. a. die Mannschaftsstärke ihrer „Männer für’s Grobe“, die schon vor Ort sind, weiter aufstocken müssen. Allerdings dürften bei dem Überfall in Palma auch Geiseln genommen worden sein, was alles noch komplizierter macht.
Aus obigen Gründen sehe ich keine praktische Auswirkung darin, wenn einzelne Touristen Mosambik durch touristischen Besuchsentzug „motivieren“ wollen, "endlich" etwas gegen die Islamisten zu unternehmen.
Aus meiner Sicht war obig auch nicht polemisch, weil ich versucht habe, meine Meinung zu begründen. Dass bei der hier angesprochenen Fragestellung ein Hinweis auf „Gesinnungs- vs. Verantwortungsethik“ sowie das bisher nicht gegebene Interesse Mosambiks an militärischer Unterstützung*) als „Sarkasmus“ aufgefasst werden könnte, verstehe ich auch nicht, es muss aber nicht weiter darauf eingegangen werden. Vielleicht sollte man nicht „kurz und bündig“ sein.
Grüße
PS: Ich fahre auch schon lange nicht in die Türkei, weil mir andere Länder sympathischer sind, bin aber schon mit Turkish nach SA geflogen, weil ich mir die LH nicht leisten konnte. Zimbabwe ist übrigens auch ein Unrechtsstaat…… kann fortgesetzt werden. Die Golfstaaten mit deren Fluglinien gerne geflogen wird, sind Unrechtsstaaten der übelsten Sorte, alles was dort steht wurde mit Sklavenarbeit und unzähligen Toten aus deren Herkunftsländern errichtet, endloses Thema.
zuletzt bearbeitet 03. Apr. 2021
246 Beiträge · seit 201502. Apr. 2021 · #25
BikeAfrica schrieb:

Dieses Problem gibt es allerdings in vielen Ländern Afrikas.

Gruß
Wolfgang
Da hast Du recht, deshalb stehen auch viele Länder auf unserer schwarzen Liste. Allerdings schaue ich schon genau hin. In der Community gibt es genug Leute, die sich an den Kopf gegriffen haben, dass wir z.B. nach Namibia gereist sind, obwohl sich die Regierung weigert, entsprechende Strafgesetze abzuschaffen. Muss man doch boykottieren ... mich interessiert aber schon, wie diese Gesetze aussehen und ob sie überhaupt durchgesetzt werden oder seit Jahrzehnten totes Recht sind.
Daneben interessiert mich auch die Entwicklungstendenz und die ist nun mal bei Tansania und Uganda extrem negativ. Im Gay Travel Index 2020, der schon ziemlich genaue Kriterien erhebt, liegen Tansania, Uganda und Simbabwe übrigens auf einem geteilten 181. Platz von 202 Ländern ... (wobei m.E. die Situation in Uganda durchaus noch eine weitere Differenzierung nach unten rechtfertigt).

@ Loser: stimmt, das jetzt genau aufzuschlüsseln macht wenig Sinn. Ich will es zum Verständnis aber erklären. Hat auch was mit Zeitpunkt und Reihenfolge der Posts zu tun. Da störte mich dann deine sehr viel später nachgeschobene Frage nach Fluggesellschaften, die sonst eigentlich ganz harmlos ist und vielleicht auch gemeint war, bei mir aber nur als 'noch eine Spitze setzen' ankam.

Gruß Thomas
7'296 Beiträge · seit 200602. Apr. 2021 · #26
Flotho schrieb:
BikeAfrica schrieb:

Dieses Problem gibt es allerdings in vielen Ländern Afrikas.

Gruß
Wolfgang
Da hast Du recht, deshalb stehen auch viele Länder auf unserer schwarzen Liste. Allerdings schaue ich schon genau hin. In der Community gibt es genug Leute, die sich an den Kopf gegriffen haben, dass wir z.B. nach Namibia gereist sind, obwohl sich die Regierung weigert, entsprechende Strafgesetze abzuschaffen. Muss man doch boykottieren ... mich interessiert aber schon, wie diese Gesetze aussehen und ob sie überhaupt durchgesetzt werden oder seit Jahrzehnten totes Recht sind.

Auch wenn es jetzt gerade offtopic wird (aber das passiert bei manchen Threads halt nun mal) ...

Ich habe mich in Namibia mehrfach gewundert über verschleierte Angebote einheimischer homosexueller Männer. Dann habe ich später gelesen, dass Homosexualität im Land verboten ist. Klar, dass entsprechend veranlagte Männer dann bevorzugt Touristen ansprechen. Da ist die Gefahr geringer, in der Folge Probleme zu bekommen.

Das hat aber meine Sinne geschärft. Ich war ja auch z.T. mit männlichen Reisepartnern unterwegs und in manchen Ländern ist es einfach verboten, dass sich zwei Männer ein Hotelzimmer teilen. Da kann man im blödesten Fall sehr große Probleme bekommen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
246 Beiträge · seit 201503. Apr. 2021 · #27
BikeAfrica schrieb:

Auch wenn es jetzt gerade offtopic wird (aber das passiert bei manchen Threads halt nun mal) ...

Ich habe mich in Namibia mehrfach gewundert über verschleierte Angebote einheimischer homosexueller Männer. Dann habe ich später gelesen, dass Homosexualität im Land verboten ist. Klar, dass entsprechend veranlagte Männer dann bevorzugt Touristen ansprechen. Da ist die Gefahr geringer, in der Folge Probleme zu bekommen.

Das hat aber meine Sinne geschärft. Ich war ja auch z.T. mit männlichen Reisepartnern unterwegs und in manchen Ländern ist es einfach verboten, dass sich zwei Männer ein Hotelzimmer teilen. Da kann man im blödesten Fall sehr große Probleme bekommen.

Gruß
Wolfgang
[hide]Mag sein. Ich bin zu blind, um entsprechendes wahrzunehmen. Der Hinweis mit den Zimmern ist aber gut.

Dann schlage ich mal den Bogen, um wieder halbwegs on topic zu kommen: Mosambik hat (wie Angola) in den letzten Jahren aber z.B. die Entkriminalisierung hinbekommen. Also ernstgemeinte Frage an Heivi: Sollte man verschiedene Faktoren gegeneinander aufrechnen?

Gruß Thomas
zuletzt bearbeitet 03. Apr. 2021
Themenstarter605 Beiträge · seit 201204. Apr. 2021 · #28
Flotho schrieb:
Dann schlage ich mal den Bogen, um wieder halbwegs on topic zu kommen: Mosambik hat (wie Angola) in den letzten Jahren aber z.B. die Entkriminalisierung hinbekommen. Also ernstgemeinte Frage an Heivi: Sollte man verschiedene Faktoren gegeneinander aufrechnen?

Gruß Thomas
Hallo Thomas,
die Frage hat mich schon lange beschäftigt und tut es weiterhin, ich finde da für mich im Moment keine zufriedenstellende Antwort. Das ist ja irgendwie so, als wäre die Pest mit der Cholera vertrieben worden, oder? Die eine Krankheit haben wir nicht mehr im Angebot (oder in einer stark verminderten Form) die konnten wir ganz gut ausrotten, stattdessen haben wir eine neue Seuche, die zwar anders unterwegs ist, aber im Endeffekt auch zum "Tod" (sinnbildlich gesprochen) führt. Hm.
Etwas ratlos,
HeiVi
P.S. Ein frohes Osterfest!
4'984 Beiträge · seit 201606. Apr. 2021 · #30
BOTS06042021.png


Gruß Gina
Gast06. Apr. 2021 · #31

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https://www.nytimes.com/2021/03/15/world/africa/mozambique-american-troops-isis-insurgency.html
"Published March 15, 2021, Updated March 30, 2021
NAIROBI, Kenya — American Special Forces soldiers began training Mozambican troops this week as part of an effort to repel a spreading insurgency in northeastern Mozambique that American officials say is linked to the Islamic State. ...The American program is modest in size and scope: a dozen Army Green Berets are to train Mozambican marines for the next two months. But it signals the entry of the United States military into a counterinsurgency effort that has been aided so far mainly by South African mercenaries, who have faced accusations of human rights abuses. ...“I don’t think anyone saw this coming,” Col. Richard Schmidt, the deputy commander of U.S. Special Operations Forces in Africa, said in a telephone interview from Maputo, Mozambique’s capital. “For this to crop up so quickly is concerning.”... Mozambican counterinsurgency efforts have been hampered by divisions between the country’s military and its powerful police, so it has turned to private soldiers for help.....
"
zuletzt bearbeitet 06. Apr. 2021