Ganz spontan durch Surinam (Reisebericht)

Reisebericht 96 Antworten · 12,2k Aufrufe · gestartet 19. März 2021 von BikeAfrica
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200619. März 2021 · #1
Nachdem das Thema „Corona“ hier einige spürbar nervt, kommt hier mal ein kurzer Reisebericht über ein eher unübliches Reiseland.
Der Bericht stammt aus dem Archiv vergangener Zeiten, als noch kaum jemand wusste, wo dieses Land liegt, dessen Hauptstadt Paramaribo heißt und Cowboys noch auf Dinosauriern ritten. Touristisch hat das Land keine große Bedeutung – außer bei den Niederländern. Niederländisch ist bis heute auch die einzige Amtssprache in der ehemaligen Kolonie.

Wer zum ersten Mal "Sranantongo" liest, versucht zunächst meist instinktiv, die Buchstaben gedanklich in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Das ist jedoch unnötig, denn Sranantongo ist die Umgangssprache Surinams und die sinnvolle Reihenfolge von Buchstaben besitzt in dieser Sprache nur eine untergeordnete Bedeutung. Deshalb versteht man ja auch nix. Die Sprache ist eine Mischung aus Niederländisch, Portugiesisch, Englisch und diverser afrikanischer Sprachen, die zur Sklavenzeit den Weg nach Südamerika fanden und sich dort vermischt und verändert haben.

Ursprünglich sollte die Reise nach Ostafrika gehen, aber mein Reisepartner Thomas musste aus beruflichen Gründen seinen Urlaub verschieben und der neue Zeitraum fiel nun in die dortige Regenzeit. Als er mir das am Telefon erzählte, schlug ich als neues Ziel Surinam vor.
Thomas hatte vor meinem Vorschlag noch nie von Surinam gehört, weil er früher im Erdkundeunterricht angeblich immer zum Kreide holen geschickt wurde.
Seine Reaktion: „Surinam? Nie gehört. Wo liegt das denn, was gibt’s denn da?“.

Ich erzählte ihm in zahlreichen Sekunden ausschweifend (fast) alles, was ich von dem Land wusste. Thomas wollte schon immer mal in den Regenwald und war spontan begeistert von der Idee und ich war spontan begeistert von seiner spontanen Begeisterung. Nach einer kurzen Prüfung der Sicherheitslage auf der Website des Auswärtigen Amtes stand das Reiseziel nach nur fünf Minuten fest. Am nächsten Tag buchte ich die Flüge, einmal von München und einmal von Frankfurt. Andy, der Besitzer des Reisebüros in Trier, über das ich immer meine Flüge samt Fahrradtransport klären lasse, sagte damals am Telefon: "Ich habe das Reisebüro jetzt seit 25 Jahren. Dort wollte noch nie jemand hin." Das klang schon mal spannend.


Fortsetzung folgt …


Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. März 2021 · #4
Thomas brachte in den folgenden Tagen die Idee ins Spiel, mit Schlauchkajaks zu reisen, die er hätte kostenlos besorgen können. Wir verwarfen die Idee zügig wieder, weil in den Flüssen des Amazonasgebiets auch zahlreiche Kaimane vorkommen, die dann unnötig mit Piranhas in Streit geraten, wenn sie versehentlich in ein Schlauchkajak beißen. Wir entschieden uns daher wieder für das Fahrrad als Verkehrsmittel. Das war allerdings auch nicht ideal, wie sich später herausstellte.

Wenige Wochen später trafen wir uns in Amsterdam und flogen von dort gemeinsam wie im Vorjahr, als wir uns auf dem Flughafen Schiphol erstmals trafen und im Anschluss gemeinsam durch Malawi radelten.

Wir hatten beim Entschluss zur Reise keine Landkarte (bis zum Beginn der Reise hatten wir immerhin eine), keinen Reiseführer (es gab schlichtweg keinen auf Deutsch oder Englisch) und keine Ahnung, aber davon immerhin reichlich. Wir wussten bei der Ankunft in Surinam nicht, ob es Links- oder Rechtsverkehr gibt oder wie die Währung heißt, wie der Wechselkurs aussieht oder das Preisniveau ist. All das interessierte uns vorher einfach gar nicht. Das einzige, was wir hatten, war ein gewisser Entdeckergeist, um dieses für uns unbekannte Gegend kennenzulernen. Und wir wussten, dass wir beide über eine vergleichbare Kondition, einen kompatiblen Humor und eine Gelassenheit verfügten, die uns einfach immer zu einer Lösung führen würde, egal welches Problem da auch kommen würde. Manche Probleme lösen sich ja fast von selbst, wenn man sich einfach erst mal einen Moment in den Schatten setzt, anstatt sofort in Panik zu verfallen.
Die einzige Vorbereitung (neben Impfungen und Malariaprophylaxe) war eine von Thomas gebuchte Unterkunft für die erste Nacht. Wir fanden ein Taxi, das uns und die Kartons mit den Fahrrädern (letztere mit etwas Seil ziemlich abenteuerlich aufs Dach gebunden) zur Unterkunft brachte. Dort wusste man von unserer Buchung nichts und sie war auch ausgebucht. Das ging ja schon mal gut los.

Für diejenigen, die im Erdkundeunterricht auch immer zum Kreide holen geschickt wurden:
Surinam liegt nördlich von Brasilien (Portugiesisch), östlich von British Guayana (Englisch) und westlich von Französisch Guayana (Französisch). Dieses gehört als französisches Gebiet heute tatsächlich zur EU, obwohl es in Südamerika liegt. Damit liegt auch das größte zusammenhängende Waldgebiet der EU in der Amazonas-Region Südamerikas und so gibt es in der EU nicht nur vierrädrige Jaguare, sondern auch vierbeinige. Im Norden grenzen Surinam und die beiden Guayanas an den Atlantik.

Surinam ist ein klassischer Vielvölkerstaat. Neben den indigenen Völkern leben heute vor allem die Nachfahren der afrikanischen Sklaven, der damals ausgewanderten Niederländer sowie viele Chinesen, Indonesier und Inder in Surinam. Christliche Kirchen, muslimische Moscheen und Hindutempel sieht man überall im Land. Und wer sich schon immer gefragt hat, warum die Fußballnationalmannschaft der Niederlande seit jeher relativ viele dunkelhäutige Spieler aufweist ... diese haben ihre Wurzeln in der ehemaligen Kolonie Surinam.

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Surinam hatte zum Zeitpunkt der Reise prozentual zur Landesfläche den größten Regenwaldbestand mit damals 97%. Durch Abholzungen hat sich das inzwischen leider geändert. Das Klima war entsprechend heiß mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, aber darüber muss man sich im Regenwald ja nicht wundern. Was uns jedoch wunderte, war die Tatsache, dass selbst die Bäume an den Straßen in der Hauptstadt Paramaribo so aussahen, als stünden sie mitten im Regenwald. Keine drei Meter weiter rauscht der Verkehr vorbei.

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Fortsetzung folgt …


Gruß
Wolfgang
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2'497 Beiträge · seit 201120. März 2021 · #5
Hallo Wolfgang,

ich habe als "alte Frau" seit neuestem ein E-bike und versuche mal, ein Stück mitzufahren, bis ich steckenbleibe oder keine Stromquelle mehr finde.

Habe ich das Jahr, in dem diese denkwürdige Reise stattgefunden hat, übersehen oder kannst Du das noch nachreichen?

Liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. März 2021 · #6
Hallo Karin,
chamäleon2011 schrieb:
Habe ich das Jahr, in dem diese denkwürdige Reise stattgefunden hat, übersehen oder kannst Du das noch nachreichen?

ich weiß das gar nicht mehr so genau, aber es müsste 2009 gewesen sein.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. März 2021 · #8
Graskop schrieb:
BikeAfrica schrieb:Nachdem das Thema „Corona“ hier einige spürbar nervt, kommt hier mal ein kurzer Reisebericht über ein eher unübliches Reiseland.
Gruß
Wolfgang
Vielen, vielen Dank 😄
Gruß
Silvio

Aber gerne doch.
Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Bericht angekündigt, wie es überhaupt zu meinen Radreisen in Afrika kam. Dazu bin ich noch nicht gekommen. Jetzt schreibe ich aber gerade aus einem anderen Grund einen Bericht über Surinam und stelle den in längerer Form hier ins Forum.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. März 2021 · #9
... und ich mache gleich mal weiter.

"Die kleine Kneipe in unserer Straße" ...

... hieß mal ein Lied von Peter Alexander Besungen wurde da eine gemütliche Kneipe. Auch wir fanden so etwas in fußläufiger Entfernung unserer Unterkunft in der Hauptstadt Paramaribo. Es war die gemütlichste Kneipe weit und breit, alleine schon deshalb, weil es auch die einzige war. Man beachte nur die chinesischen Lampen hinter dem geschmackvoll vergitterten Tresen.

Meinem Reisepartner Thomas ist die ausufernde euphorische Begeisterung ansatzweise anhand der Körperhaltung anzusehen (Gesicht an der Stelle überpinselt). Egal ... die chinesische Besitzerin und Köchin war sehr freundlich und das Essen war klasse. Vor allem freute sie sich, dass uns ihre selbstgemachte Habanero-Chilisauce so zusagte, die sie uns zunächst ganz vorsichtig in winziger Menge auf den Tisch stellte, weil sie fürchtete, sie wäre uns zu scharf. Bei jeder Frage nach etwas Nachschub wurde die Portion und ihre Freude größer.
Wir waren am Anfang, in der Mitte und am Ende der Reise in Paramaribo und jedes Mal wieder dort. Thomas fragte die Inhaberin, ob sie ihm einen Piranha zubereiten würde, wenn er einen vom Markt mitbringe und am nächsten Tag konnte er dort Piranha essen (nun … wers mag, aber allemal besser als andersrum).
Ab dem zweiten Besuch kam die Chilisauce auch gleich in der richtigen Größenordnung. 😉

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Fortsetzung folgt ...


Gruß
Wolfgang
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560 Beiträge · seit 202120. März 2021 · #10
Hi Wolfgang!
Das satte Grün der ersten Fotos ist eine Augenweide (wir haben im Moment nur Weiß vor dem Fenster 😣 ), deshalb setze ich mich noch schnell auf den Gepäckträger und fahre mit!
Will unbedingt mehr von Südamerika sehen, nachdem wir vor zwei Jahren 4 Wochen mit zwei schrottreifen Jeeps und ohne Guide durch Bolivien gefahren sind!
Bin gespannt, was du von Surinam so berichtest!
Viele Grüße,
Kathrin
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. März 2021 · #11
Katma1722 schrieb:
Will unbedingt mehr von Südamerika sehen, nachdem wir vor zwei Jahren 4 Wochen mit zwei schrottreifen Jeeps und ohne Guide durch Bolivien gefahren sind!

Bolivien habe ich auch noch auf dem Schirm, falls man die Straße des Todes noch bergauf fahren darf. Und die Atacama wäre auch noch was. Da wird es aber jeweils sprachlich schwierig. Da verstehe ich ja selbst nicht, was ich sage. 😉

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. März 2021 · #12
So, weiter geht’s. Diesmal mehr Fotos und weniger Text.

Die Uferpromenade Paramaribos besteht aus sehenswerten Holzhäusern. Zumindest die meisten sind aus Holz.

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Einige wurden damals gerade komplett restauriert.

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Die komplette sog. Waterfront steht in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

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Der auf der anderen Straßenseite liegende kleine Hafen und besonders die Boote sahen jedoch ein wenig bemitleidenswert aus.

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Irgendwo in der Stadt sahen wir einen Pkw, der gerade über Pisten in die Stadt kam und wir ahnten, was uns bald erwarten würde. Unsere Fahrräder würden unterwegs defintiv an Gewicht zunehmen.

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Fortsetzung folgt …


Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 21. März 2021
6'369 Beiträge · seit 201121. März 2021 · #13
Hoi zämä
BikeAfrica schrieb:Zumindest die meisten sind aus Holz.
...oder Holzkohle, wie man sehen kann! Immerhin konsequent organisch!
BikeAfrica schrieb:Der auf der anderen Straßenseite liegende kleine Hafen und besonders die Boote sahen jedoch ein wenig bemitleidenswert aus.
Ach was, etwas Farbe und schon ist alles wieder wie neu! 😉

Ja, schaut schön aus und der Suzuki (?) verspricht eine interessante Reise!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. März 2021 · #14
Es regnete häufig und rückblickend hätten wir wohl auch in der Regenzeit durch Ostafrika radeln können. Einmal hatten wir Glück wie hier und kamen bei gerade einsetzendem Regen an einer kleinen Dorfkneipe vorbei und konnten unter einem Vordach Unterschlupf finden. Wenn man aber erst einmal ein paar Minuten im Regen war, kann man sich solche Unterstände sparen, denn dann ist man sowieso schon durchnässt. Dann kann man auch gleich weiterfahren.

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Die Pisten waren oft aufgeweicht und Fahrräder und Gepäck mit Schlamm bedeckt. Am Tag dieser Fotos enthielt irgendwann nur noch die untere Flasche Wasser, aber ich hatte aus unerklärlichen Gründen plötzlich gar keinen Durst mehr. Die Laufflächen der Reifen waren schon wieder vergleichsweise sauber, weil die letzten 20 km über Asphalt gingen.

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Ich meinte am Abend bzgl. des Dauerregens über den gesamten Tag:
„Wir hatten noch Glück. Das meiste ging vorbei“.
Thomas antwortete:
„Es hätte schlimmer kommen können. Es hätte auch Scheiße regnen können“.
Der Spruch war der trockenste Moment des gesamten Tages.
Auch wenn die Bedingungen zeitweise widrig waren und diverse Pannen unsere Reise behinderten, so ging uns doch der Humor und die gute Laune nie verloren.
Ich hatte alleine in der ersten Woche gleich zwei aufgeschlitzte Reifen und Schläuche und eine gebrochene Schraube am Gepäckträger, aber das passiert halt nun mal. Alles, was vorhanden ist, geht irgendwann mal kaputt.

Da unsere Landkarte offenbar von einem Praktikanten erstellt wurde, landeten wir am Abend quasi in einer Sackgasse. Am nächsten Tag ging es noch weiter bis zum nächsten Dorf und dann war die Piste zu Ende. Auf unserer Karte sah das anders aus. Das habe ich aber auch in Afrika schon mehrmals erlebt, dass auf einer Karte Pisten verzeichnet waren, die es gar nicht gab. Einmal handelte es sich sogar um eine angebliche Asphaltstraße, wo es nicht einmal einen Trampelpfad gab. Da wurde wohl eine Straße geplant und bereits in die Landkarten eingezeichnet, dann aber letztlich nie gebaut.

Anderthalb Tage hatten wir dadurch verloren bzw. sind sinnlos umhergegurkt. Da wir aber ohnehin keinen so wirklichen Plan hatten, war es auch nicht wirklich schlimm.
Unsere Route führte dann nach Umkehr alternativ über eine Brücke, die ähnlich konstruiert war wie manche Brücken in Alaska/Canada. Ich kenne Leute, die sie mit dem Rad oder zu Fuß nicht überqueren könnten, weil man direkt nach unten durchsehen kann.

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Fortsetzung folgt …

Gruß
Wolfgang
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560 Beiträge · seit 202121. März 2021 · #15
Bolivien habe ich auch noch auf dem Schirm, falls man die Straße des Todes noch bergauf fahren darf. Und die Atacama wäre auch noch was. Da wird es aber jeweils sprachlich schwierig. Da verstehe ich ja selbst nicht, was ich sage. 😉

Gruß
Wolfgang


Hmmm... kannst du Portugiesisch oder können die Surinam(er? esen?) Englisch??? Bolivien hat einen viel schlechteren Ruf als es verdient! Mit ein paar Brocken Spanisch kommt man schon um die Runden - manchmal hilft wer beim Übersetzen und auch mit Händen und Füßen kann man sich meistens gut verständigen 😄
Die Landschaften sind mit das beeindruckendste was ich je gesehen habe - vor allem natürlich der Altiplano mit den gigantischen Salzwüsten aber auch der Sajama Nationalpark. Die Todesstrecke haben wir mal außen vor gelassen. Nach 3/1/2 Wochen hatten wir es von Santa Cruz nach La Paz geschafft und haben dann noch schnell ein Flugzeug bestiegen und 4 Tage Dschungel und Pampa drangehängt. Wir waren sicher nicht zum letzten Mal da - vor allem ist das Land (abgesehen von Uyuni, Sucre und dem Titicacasee) total untouristisch - meist hat man die schönsten Landschaften für sich allein und die Bolivianer sind extrem hilfsbereit und kriegen jede Schrottkiste wieder zum Laufen - notfalls mit Teebeutel und Paprikapulver 😄 Ich kann nur sagen - nix wie hin!!!
Viele Grüße,
Kathrin
zuletzt bearbeitet 21. März 2021
1'250 Beiträge · seit 200921. März 2021 · #16
Hallo Wolfgang,

dank Eures Umweges, konnte ich aufholen.
Falls Du Dich wunderst, dass Du so schwer treten must,
liegt es am Fahrradanhänger, indem ein Nilpferd sitzt. 😁

Die Bilder aus Paramaribo haben mir befallen.
Das sieht dort interessanter als in Georgetown aus.

Viele Grüße
Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. März 2021 · #17
Katma1722 schrieb:
Hmmm... kannst du Portugiesisch oder können die Surinam(er? esen?) Englisch??? Bolivien hat einen viel schlechteren Ruf als es verdient! Mit ein paar Brocken Spanisch kommt man schon um die Runden - manchmal hilft wer beim Übersetzen und auch mit Händen und Füßen kann man sich meistens gut verständigen 😄

Ich war zwar auf allen bewohnten Kontinenten (Neuseeland gehört ja zu Australien) mit dem Fahrrad unterwegs, aber mein Sprachtalent ist sensationell schlecht. Ich kann mich mit Englisch verständigen, so dass mein Gegenüber mich versteht (Lesen klappt, aber Sprechen verlerne ich von Jahr zu Jahr wieder). Ich hatte Französisch in der Schule, aber wie ich da ohne Note 5 durchkam, weiß ich nicht. Selbst Swahili konnte ich zwischenzeitlich besser.
Spanisch und Portugiesisch kann ich gar nicht.

In Surinam ist Englisch sehr verbreitet und ansonsten Niederländisch, was ja dem Afrikaans sehr verwandt ist. Das habe ich seinerzeit auch gut verstanden, aber inzwischen sind die Dinge wieder in einem Sieb namens Gedächtnis versickert.

Natürlich kommt man auch überall ohne Sprachkenntnisse durch (hatte ich auch schon) . Ich finde es aber sehr viel interessanter, mich unterwegs mit den Menschen aus der "einfachen Bevölkerung" unterhalten zu können.
Da halte ich es mit Erich Kästner:
"Toren besuchen im fremden Land die Museen.
Weise gehen in die Tavernen"
In den einfachen Kaschemmen erfährt man mehr über ein Land als in Reiseführern. Das ist zumindest meine Meinung.

Deshalb finde ich es schöner, mich verständigen zu können. Irgendwie kommt man natürlich immer durch.
Und manchmal ist es auch lustig, wenn man dann in irgendeiner Kneipe hockt, in der z.B. jemand zwischen Englisch und der Umgangssprache übersetzen kann. Dann entsteht so ein spontanes Sprachtandem zwischen den Anwesenden.
Wenn keiner übersetzen kann oder man die Sprache nicht spricht, geht viel vom Eindruck verloren.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. März 2021 · #18
Kiboko schrieb:
Die Bilder aus Paramaribo haben mir befallen.
Das sieht dort interessanter als in Georgetown aus.

Du würdest sicherlich bessere Bilder davon machen können (vielleicht passiert das ja noch?).
Meine sind quasi im Vorbeigehen mit 'ner Knipskiste von 2002 (?) passiert.

Meine Fotos sind nicht immer so toll, aber beim Anschauen entsteht dann die Erinnerung an den Moment.

Gruß
Wolfgang
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795 Beiträge · seit 200721. März 2021 · #19
Hallo Wolfgang,

wir genießen deinen tollen Bericht und die schönen Fotos und reisen gerne mit - aber überdacht.
Wir freuen uns auf jede Fortsetzung!

LG, Gerd + Ulla
Themenstarter7'296 Beiträge · seit 200622. März 2021 · #20
Goldmull schrieb:
wir genießen deinen tollen Bericht und die schönen Fotos und reisen gerne mit - aber überdacht.
Wir freuen uns auf jede Fortsetzung!

Vielen Dank fürs Feedback.
Regen ist im Grunde kein Problem bei hohen Temperaturen. Zum Teil ist es sogar erfrischend. Wir sind da auch zeitweise mit freiem Oberkörper gefahren.

Am Fahrrad ist es halt immer eine Schweinerei.

Gruß
Wolfgang
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