clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202106. Jan. 2021 · #1Hallo liebe Fomis,
ich bin neu hier im Forum, weil meinen Mann und mich nun allmählich wieder die Reiselust nach Afrika plagt, und wir überlegen ab/im Oktober nach Kenia oder Tansania zu reisen. Wir waren bisher 4mal in Südafrika mit Kalahari und Krüger Park und einmal in Namibia. Immer als Selbstfahrer und selbst organisiert. Nun lese ich aus mehreren Berichten doch heraus, dass sich sowohl Kenia als auch Tansania nicht so besonders gut für eine Selbstfahrerreise (für nicht so erfahrene Allradfahrer) eignet. Da wir eigentlich nur an den Tieren interessiert sind, kommen halt die üblichen Parks in Betracht ( ich denke vor allem Massai Mara, Serengeti). Allerdings sind wir gar keine Gruppenurlauber und wären auf eine Privattour mit Guide angewiesen. Nun stellt man schnell fest, dass dies ein recht kostspieliges Unterfangen ist. Jedenfalls, was ich so an Tourbeschreibungen der größeren Reiseveranstalter gelesen habe. Nun zu meiner Frage: Kennt ihr kleinere Veranstalter bzw. Veranstalter vor Ort, die professionell arbeiten (vor allem in Coronazeiten) und individuell auf Wünsche eingehen und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben?
Und auch Unterkünfte im niedrigeren Preisbereich anbieten können? Wir sind nicht so auf Luxus imBusch aus. Es muss doch noch was anderes geben als die 500$ Lodges oder einen Campingplatz. Nur wo?
Ich hatte in der Stichwortsuche nach Antworten geforscht, aber leider kam gar nichts, obwohl ich vermute, dass diese Frage hier schon mal/öfter angesprochen wurde.
Ich würde mich also freuen, wenn der eine oder andere seine Ideen mit mir teilen würde!
Vielen Dank!
clawi
Nadine3112460 Beiträge · seit 201806. Jan. 2021 · #2Hallo Clawi,
Eine Selbstfahrerreise in Tansania kann man gut machen, wir haben das erst im November 2020 gemacht, ich werde auch demnächst einen Reisebericht hier schreiben. Allerdings sind wir schon einigermaßen erfahrene Allradfahrer. Ich persönlich denke aber, dass man in der Trockenzeit auch als nicht so erfahrer 4x4-Fahrer den Northern Circuit in Tansania gut machen kann. Aber auch dann bleibt das Ganze im Vergleich zum südlichen Afrika kostspielig! Wir hatten Unterkünfte in der Preisrange zwischen 50 und 280 € pro Nacht. Bedenke, dass die Eintrittsgelder für die Nationalparks enorm hoch sind! Nur um ein Beispiel zu nennen, wir haben für 1 Woche in der Serengeti (mit Unterkünften im Park) 1.900 USD nur für das Permit und die Fees bezahlt.
Zu Kenia kann ich nichts sagen, aber ich weiß, dass die Gebühren für die NPs dort auch nicht wesentlich günstiger sind.
Da wir wie gesagt als Selbstfahrer unterwegs waren und alles mithilfe des Autovermieters organisiert haben, kann ich dir keinen Reiseveranstalter empfehlen.
clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202106. Jan. 2021 · #3Danke Nadine für deine schnelle Antwort!
Hui, ich wusste von den hohen Eintrittsgeldern, aber so hoch! Habt ihr denn einen Allrad mit Zelt gehabt oder in festen Unterkünften übernachtet? Findet man sich in der Serengeti zurecht? Habe gelesen, dass es keine Hinweisschilder etc gibt. Oder geht es per Navi? Aber dann hat der Autovermieter doch auch etwas für euch gebucht oder?
Liebe Grüße Clawi
picco6'369 Beiträge · seit 201106. Jan. 2021 · #4Hoi Clawi
und herzlich willkommen hier!
Tansania ist
in der Trockenzeit gut selbst zu befahren.
Auch wenn ich es nicht wollen würde, aber jedem das Seine.
Es hat halt vor allem nicht die Infrastruktur die ich z.B. in Kasane und Maun (Botswana) gesehen habe.
Aber auch nicht die Tiefsandgebiete wie dort.
Für Kenya gilt dasselbe, aber die Leute fahren da doch einiges aggressiver als in Tansania...da wird teilweise um jeden Millimeter gekämpft!
Ich hab mit
Sikoyo von Mashoka-Tours (klick mich) für Tansania recht gute Erfahrungen gemacht.
Das ist ein kleiner Familienbetrieb, da darf man natürlich nicht erwarten dass immer innert 24h geantwortet werden kann.
Für Kenya kann ich
Bushtrucker Tours in Thika bei Nairobi (klick mich) empfehlen.
Die Besitzerin ist Schweizerin, die in Kenya lebt und auch hier im Forum unter 'Bushtruckers' unterwegs.
Sehr kompetent!
Rajang1'115 Beiträge · seit 201006. Jan. 2021 · #5@clawi
Wir haben Reisen im Northern Circuit Tansania mit Fortes Car Hire Arusha gemacht. Auto mit Guide und ein anderes Mal als Selbstfahrer. Die Kosten waren für das Fahrzeug am Ende gleich hoch, ob als Selbstfahrer oder mit Guide. Den Guide würden wir sofort wieder nehmen. Fortes hat auch alle Unterkünfte und Parkeintritte organisiert und mein Crosscheck mit den Unterkunftspreisen über Internet oder via Fortes zeigte immer einen rund 20% Vorteil bei Fortes. Zudem hatten wir last minute Angebote für kleinere Camps innerhalb in der Serengeti.
Gruss Rajang
clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202106. Jan. 2021 · #6Danke an Rajang und Picco!
Das hebt doch meine Stimmung sehr und ja, ich würde auch einen Wagen mit Fahrer nehmen. Dann halt aber nur für uns. Wir stehen halt gerne länger an einem Fleck oder halten auch für kleinere Tiere um schöne Fotos zu machen. Da hat halt nicht jede Gruppe Lust drauf. Ein Fahrer ist für meinen Mann sicher auch entspannter, als wenn er ständig herumrangieren muss, bis ich die beste Fotoposition habe... Außerdem kann er dann auch mehr sehen.
Werde jetzt mal bei den Links schauen.
Schönen Abend! clawi
Nadine3112460 Beiträge · seit 201806. Jan. 2021 · #7@Clawi: Wir hatten einen Land Rover ohne Zeltaufbau, das hat den Vorteil, dass man dann ein Hochstelldach hat, das wirklich toll war. Wir haben hauptsächlich in Lodges und Tented Camps übernachtet. Ja, man findet sich alleine prima zurecht (brauchbarer Orientierungssinn mal vorausgesetzt 😉 ). Dass die Ausschilderung so schlecht sein soll, hatten wir auch vorher gehört, wir haben das aber nicht ganz so schlimm empfunden. Mit der kostenlosen Offline-Navigation MapsMe sind wir wunderbar klargekommen und die hat uns zu 98 % ausgereicht. Wir hatten auch vom Autovermieter ein GPS mit Tracks4Afrika drauf (haben wir nur 2 x benutzt) und natürlich Karten. Wir sind nirgendwo verloren gegangen und wir haben uns nicht einmal verfahren.
Über den Vermieter (Shaw Safaris) haben wir die Permits bekommen, die Unterkünfte haben wir alle in Eigenregie gebucht. Schlicht und ergreifend, weil ich direkt bei den Unterkünften bessere Konditionen bekommen habe.
Malbec661 Beiträge · seit 201506. Jan. 2021 · #8Danke an Rajang und Picco!
Ich gehe mit @clawi einig, weil wir dieselbe Vorstellung von der Reise in Tansania haben und werde eure Tipps anschauen.
Grüessli
Malbec
clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202106. Jan. 2021 · #9@Malbec
Das ist schön, dass es einen Mitplaner gibt! Vielleicht können wir weitere Infos austauschen.
Würde mich freuen!
clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202106. Jan. 2021 · #10@Nadine:
hm, vielleicht doch selbst fahren?
Macht ja auch Spaß. Bin aber nicht sicher, ob der Oktober dafür noch gut geeignet ist. Falls der Regen früher als gedacht kommt...
Rajang1'115 Beiträge · seit 201006. Jan. 2021 · #11Ich muss noch präzisieren. Ich habe Guide geschrieben, aber eigentlich hatten wir eine Driver der auch als Guide fungierte. Wir waren also zu Dritt in diesem Landcruiser unterwegs. Wir gehen normalerweise früh los und kehren zurück wenn wir müde sind - und nicht das normale Morning-Drive, Afternoon-Drive. Unser Driver/Guide hat immer voll mitgemacht und sich unseren Tagesabläufen angepasst. Unterwegs haben wir dann gemeinsam jeweils die (riesigen) Lunchboxen (resp. deren Inhalt) verzehrt.
Gruss Rajang
clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202106. Jan. 2021 · #12Perfekt! Genauso würden wir es uns vorstellen!
Grüße zurück!
Clawi
picco6'369 Beiträge · seit 201106. Jan. 2021 · #13Hoi zämä
Rajang schrieb:...aber eigentlich hatten wir eine Driver der auch als Guide fungierte.
So und nicht anders kenn ichs auch.
Rajang schrieb:Unser Driver/Guide hat immer voll mitgemacht und sich unseren Tagesabläufen angepasst.
Genau so!
Wir haben jeweils am Abend vorher mit dem DriverGuide zusammen zu Abend gegessen und mit ihm besprochen was wir tun wollen.
Nadine3112460 Beiträge · seit 201807. Jan. 2021 · #14Ob selbstfahren oder den Guide fahren lassen, das könnt ihr nur selbst entscheiden. Von einem Fahrer scheint ihr ja nicht ganz abgeneigt zu sein, für uns wäre das ein absolutes No-Go gewesen, daher war selbstfahren alternativlos für uns. Uns hat's total viel Spaß gemacht. Ich will nicht behaupten, dass die meisten Guides nicht vernünftig fahren, aber ich muss schon sagen, dass wir oftmals den Kopf über die "Profis" geschüttelt haben. Da wurde im Nationalpark gerast (und in einem Fall fast ein Zebra umgefahren 😮 ), gedrängelt und gefährlich überholt. Ich persönlich (!) fühle mich sicherer, wenn wir selbst fahren.
picco6'369 Beiträge · seit 201107. Jan. 2021 · #15Hoi zämä
Nadine3112 schrieb:Ich will nicht behaupten, dass die meisten Guides nicht vernünftig fahren, aber ich muss schon sagen, dass wir oftmals den Kopf über die "Profis" geschüttelt haben. Da wurde im Nationalpark gerast (und in einem Fall fast ein Zebra umgefahren 😮 ), gedrängelt und gefährlich überholt.
Das hab ich schon von Anderen überzeugten Selbstfahrern gelesen, aber selbst noch nicht gesehen oder erlebt.
Lediglich ein Auto mit Rangern ist uns schon mal mit übersetzter Geschwindigkeit entgegengekommen, das war aber in Uganda.
Ich denke es kommt grossteils darauf an wie man mit dem Fahrer umgeht.
Wenn man nur hetzt 'ich will dieses und jenes sehen' dann werden schlechte DriverGuides vielleicht zum rasen verleitet, kann sein.
Ich hatte zweimal einen DriverGuide, der ewig durch Tierleere Ebenen geschlichen ist und wo es Tiere hatte dafür schneller fuhr...da hat auch alles reden nichts genutzt.
Gerast ist aber keiner von denen und das war in beiden Fällen in Kenya.
In Tansania hab ich so was nie erlebt.
Ausser man empfindet rund 50km/h auf der leeren Hauptpiste ohne Tiere in der Nähe als 'rasen'.
strassenkind132 Beiträge · seit 201307. Jan. 2021 · #16Guten Morgen clawi,
wir standen 2020 vor einer ähnlichen Entscheidung, da wir uns mit Reiseziel Kenia / Tansania einen langgehegten Traum erfüllen wollten und auch Ende 2020 schließlich für 08.2021 gebucht haben.
Auch keine Gruppenreisende, auch Selbstfahrer im südlichen Afrika haben wir uns für eine individuelle Kombination entschieden. In der finalen Form preislich alles andere als ein Schnapper, aber
wir haben unsere Wünsche formuliert und
wir konnten uns dann entscheiden ob wir es machen oder nicht.
Die Tour:
Nairobi
Masai Mara (Malaika Camp)
West Kilimanjaro
Lake Manyara & Ngorogoro Krater
zentrale Serengeti
Sansibar
Für Kenia haben wir uns
ein Camp ausgesucht, bleiben dort ca. 1 Woche und nutzen die Möglichkeiten des Camps.
Für Tansania haben wir einen Guide + Auto kombiniert mit den Möglichkeiten die die jeweiligen Camps so bieten und als Ergänzung Sinn machen.
Für Sansibar: Meerblick, Badehosen => Urlaub vom Urlaub.
Organisiert und gebucht haben wir (fast) das ganze bei
diesem Büro, dass wiederum Büros in Kenia und Tansania hat. Int. Flüge und das Camp in Kenia haben wir selber gebucht; für das Büro kein Problem dies in den großen Plan zu integrieren.
Das machen lassen hat viele Vorteile, kosten naturgemäß aber auch Geld. Wir haben uns vorher lange schlaugelesen und formuliert was wir gerne sehen / haben möchten. Was für uns aktuell aber auch wichtig ist, sind die Coronabedingungen. Da haben wir für uns eine gute Möglichkeit gefunden eine Reise ein Jahr im Voraus zu buchen.
Anfang 2020 hat das Büro für uns 4 Wochen Myanmar organisiert - alles hat tiptop funktioniert.
Fragen? Fragen!
Herzliche Grüße
Strassenkind
Peter
clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202107. Jan. 2021 · #17Lieben Dank an Picco und Nadine für eure Erfahrungen!
Es ist vermutlich so wie überall, dass es auf den Einzelfall ankommt.
Wird in den Parks mit den Führern/Rangern eigentlich mit einem offenen Safarijeep gefahren? Auf Fotos habe ich oft die geschlossenen Autos mit geöffnetem Dach gesehen. Die fände ich ja nicht so schön wegen wenig Bewegungsfreiheit.
LG clawi
clawiThemenstarter405 Beiträge · seit 202107. Jan. 2021 · #18Hallo Peter,
wie lange werdet ihr denn unterwegs sein? Die Tour würde mir schon gefallen, aber ich befürchte zu hohe Kosten...Natürlich würde ich auch gerne Kenia und Tansania kombinieren, aber bin schon am Überlegen, ob wir uns auf eins beschränken sollten. Muss man denn Massai Mara und Serengeti gesehen haben oder wiederholt es sich (natürlich möchte man beides sehen, aber..)? Ich würde dann auch lieber länger in einem Park bleiben als ständig weiterzufahren, wie es viele fertige Tourprogramme vorsehen.
Grüße!
Clawi
Nadine3112460 Beiträge · seit 201807. Jan. 2021 · #19Wir haben durchaus 50 km/h und deutlich aufwärts (teilweise eher 70 - 80 km/h) im Nationalpark erlebt und die 50 km/h mit nah anwesenden Tieren, was ich ein absolutes No-go finde. Wie gesagt, ein Fahrer hat fast ein Zebra umgefahren. Abgesehen davon, dass er uns auch noch die Sichtung versaut hat, weil dann natürlich alle anwesenden Tiere geflüchtet sind. Leider sind uns unsere Erfahrungen auch vor Ort von anderen so bestätigt worden, also wir hatten nicht alleine diesen Eindruck.
Aber wie gesagt: die meisten Fahrer sind absolut vernünftig gefahren und Idioten gibt's leider überall. Auch im südlichen Afrika fällt uns auf, dass die Sitten immer mehr verfallen, was Fahr-Etikette in den NPs angeht.
picco6'369 Beiträge · seit 201107. Jan. 2021 · #20Hoi calwi
clawi schrieb:Wird in den Parks mit den Führern/Rangern eigentlich mit einem offenen Safarijeep gefahren?
Du meinst mit den Guides?
Die haben meist Autos mit Hubdach, da drin hat man doch schön Platz.
Wir waren schon zu fünft in einem 9-Plätzer-Landcruiser unterwegs, da wurde es im offenen Dach etwas knapp, aber zu viert geht das problemlos!
Meinst Du mit 'offenen Safarijeep' die Landrover oder Landcruiser (Jeep wirst Du kaum sehen) mit den 2-3 wie eine Treppe angeordneten Sitzbänken auf der Ladefläche?
Die haben einige Camps um die Touris rumzukutschieren, aber die Firmen welche Reisen anbieten haben meist Geländewagen mit 7-9 Sitzen mit Hubdach, da hat man zu zweit fürstlich Platz.
clawi schrieb:Auf Fotos habe ich oft die geschlossenen Autos mit geöffnetem Dach gesehen. Die fände ich ja nicht so schön wegen wenig Bewegungsfreiheit.
Da drin hast Du mehr Bewegungsfreiheit als in Autos mit den Treppensitzbänken auf der Ladefläche.
Nur schon weil Du da nur die hinterste Sitzreihe 3 Sitzplätze hat, die mittleren Reihen haben 2 Sitzplätze, da kann man in der Mitte bequem stehen und geniesst den beinahe 360°-Rundumblick.