Reisebericht

Island - Eisländ, die Eins im Winter

von Kiboko · begonnen 31. Dez. 2020 · 51 Teile

Teil 4111. Feb. 2021
Island Tag 9-2: Reynir

Kiboko möchte gerne die Steinsäulen vor der aufgehenden Sonne fotografieren. Dazwischen steht noch eine Hügelkette, die mit dem Kap Reynísdrangar im Atlantik endet. Die Ringstraße führt über die Hügelkette. Der Schnee von Gestern haben andere Autos bereits festgewalzt. Kiboko schaut zurück, nachdem er erfolgreich mit der Rennsemmel gerodelt ist.


Bild 316: Ringstraße bei Sonnenaufgang


Reynisfjara

Kiboko biegt in eine kleine Seitenstraße ab, die zum schwarzen Strand von Reynisfjara geht. Die Sonne ist schon erstaunlich hoch gestiegen. Kiboko muss noch dichter an die Steinsäulen ran.


Bild 317: Schwarzer Strand Reynisfjara unter orangen Himmel


Die Sonne steigt immer höher. Die frische Orange Farbe am Horizont ist bereits schon ausgeblichen. Da haben die Isländer den Trollen ein lichtempfindliches Billigprodukt angedreht. Die versteinerten Trolle blicken auf einen inzwischen blassgelben Horizont.

Schneewehe

Kiboko wird es nicht mehr bis zum Strand Reynisfjara schaffen. Das Auto im Bild steckt in einer Schneewehe fest. Anscheinend gibt es in Island noch unbrauchbarere Mietwagen als die Rennsemmel von Kiboko. Vier junge Leute sind mit ihren Kleinwagen mit Miniräderchen in der Wehe steckengeblieben. Der Unterboden sitzt auf dem Schnee. Die Räder hängen in der Luft. Kein anderes Auto weit und breit. Kiboko versucht zu helfen. Denn auch Kiboko war auf dieser Reise schon auf fremde Hilfe angewiesen. Ohne Grundausstattung, wie Schaufel oder Abschleppseil ist es ein mühseliges Unterfangen. Mit Wagenheber und bloßen Händen wird das Auto freigebuddelt. Es dauert eine Dreiviertel Stunde, bis der Kleinwagen aus der Schneewehe befreit ist.

Inzwischen ist die Sonne am Horizont weitergewandert. Die Steinsäulen passen nicht mehr für die Position der Sonne. Kiboko probiert erst gar nicht durch die Schneewehe zu fahren oder zum Strand zu laufen.


Bild 318: Reynísdrangar und der festsitzende Kleinwagen


Götur

Mit der Sonne im Rücken fährt Kiboko bei Götur zurück zur Ringstraße.


Bild 319: Rückweg zur Ringstraße


Die Gehöfte liegen vereinzelt an den Berghängen. Auch dieses leerstehende Gehöft steckt in einer Schneewehe fest. Kiboko hat nicht versucht es auszubuddeln.


Bild 320: Das Gehöft steckt in einer Schneewehe fest



Bild 321: Winter in Island

Eisvögel

Durch den Kälteeinbruch sind die Seen zugefroren. Eisvögel (Kormorane) warten auf den Frühling oder einen Eisbrecher.


Bild 322: Wann kommt der Eisbrecher?



Bild 323: Eisvogel
Teil 4211. Feb. 2021
Island Tag 9-3: Skogafoss

Nachdem die Strand­party im Schnee stecken­geblieben ist, ver­sucht Kiboko weiter nach Westen vor­zudringen. Die Trolle vom Wetter­dienst hat die große Wind­maschine an­geworfen und seit­lich neben der Ring­straße auf­gestellt. Der Wind pfeift. Der Schnee fliegt. Die Straße ver­schwindet unter den Schnee­kristallen. Die Böen rütteln an der Renn­semmel. Ein paar Trolle wollen Kiboko un­bedingt in den Graben schieben. Aber die Renn­semmel hält sich tapfer. Die Schnee­decke auf der Ring­straße ist hart­gefroren. Die Profil­strukturen im Eis bieten etwas Halt. Lang­sam kommt Kiboko voran. Das Ziel ist der kleine Ort Skógar.


Bild 324: Flugschnee auf der Eispiste



Bild 325: Auf der Ringstraße nach Westen


Skógar war früher mal Häupt­ling­sitz. Daher gibt man sich in Skógar nicht mit einen kleinen Wasser­fall zu­frieden, den auch andere Orte haben. Da musst schon ein prächtiger Wasser­fall her.

Skógafoss

Gleich neben dem Ort und ver­kehrs­günstig an der Ringstraße wurde ein be­ein­druckender Wasser­fall erschaffen. Die Skógá stürzt sich hier über eine 60m hohe Klippe in das Tal. Bei einer Breite von 25m kommt da schon reichlich Wasser runter. Die Ein­wohner von Skógar waren mit ihrem Werk so zu­frieden, dass sie den Wasser­fall nach ihrem Ort Skóga­foss getauft haben. Heute hat sich der der Skóga­foss zum Touristen­magnet ent­wickelt.

Skóga kann von Tages­touren aus Reykja­vík er­reicht werden. Damit steigt die Beliebt­heit des Wasser­falls weiter. Vor Kiboko fahren gleich drei große, weiße Reise­busse auf den Park­platz. Kiboko glaub seinen Augen nicht. Mit einem gewagten Fahr­manöver pflügt Kiboko mit der Renn­semmel über den ver­schneiten Park­platz. Dann muss alles ganz schnell gehen. Kiboko greift zur Knipskiste und springt aus der Renn­semmel. Vom Parkplatz aus macht Kiboko noch ganz schnell ein Bild, während die Touristen noch aus den Reise­bussen quellen.


Bild 326: Die Ruhe vor dem großen Ansturm


Kiboko sprintet zum Wasser­fall. Der Inhalt von drei Reise­bussen sprintet hinter­her. Bevor die Menschen­massen Kiboko ein­holen gelingt noch ein Foto vom Wasser­fall. Der Regen­bogen zeigt sich noch in voller Schön­heit. Zwei einsame Fotografen bilden einen netten roten Kontrast­punkt und dienen als will­kommener Größen­vergleich.


Bild 327: Zwei einsame Fotografen am Wasserfall


Doch dann wird Kiboko von hinten einfach über­rannt. Die Menschen­massen aus den Reise­bussen über­fluten den Platz vor dem Wasser­fall. Rücksichts­los stellen sich einige Touristen vor Kibokos Nase und Foto­apparat. Daher zieht sich Kiboko zurück. Der Regen­bogen zieht sich auch zurück.


Bild 328: Touristen strömen zum Skógarfoss


Skógar

Kiboko entflieht den Trubel. Ganz in der Nähe vom Wasser­fall ist ein Frei­licht­museum mit alten Gebäuden. Die alten Häuschen sonnen sich im frischen Schnee. Niemand drängelt sich hier ins Bild, da das Museum im Winter geschlossen ist.


Bild 329: Freilichtmuseum in Skógar
Teil 4312. Feb. 2021
Island Tag 9-4: Skógafoss

Nachdem die Reisebusse samt Inhalt wieder abgezogen sind, startet Kiboko einen zweiten Versuch, um den Skógafoss auf den Sensor zu bannen.

Skógafoss

Während Kiboko am Frei­licht­museum herum­gehangen hat, hat sich am Wasser­fall eine Foto­gruppe in einer langen Reihe auf­gebaut. Deren An­führer hat die Parole Ultra-Weeeeeeeeeit-Winkel her­aus­ge­ge­ben. Jetzt steht eine Reihe Foto­grafen, Schulter an Schulter, vom rechten Fels­hang bis links auf dünnstem Eis. Das ist kein schönes Foto­motiv. Kiboko möchte die Foto­grafen nicht mit im Bild haben.

Die Fotogruppe scheint niemals fertig zu werden. Sie machen von ihrer Position ein Bild nach dem anderen. Irgend­wann muss doch mal der Wasser­fall im Kasten sein. Kiboko schraubt jetzt auch sein weitestes Weit­winkel an die Kamera. Dann lauert Kiboko im Hinter­halt auf die Gelegen­heit. Ein Fotograf scheint die Position wechseln zu wollen. Während dieser noch nach seinem Stativ greift und aus der Foto­reihe aus­schert, besetzt Kiboko die Position. Für den Foto­reise­leiter ist das eine Gemein­heit. Der Foto­reise­leiter schaut Kiboko grimmig an, als hätte er viel Geld dafür be­zahlt, damit der Regen­bogen ex­klusiv für seine Foto­gruppe am Wasser­fall leuchtet.


Bild 330: Menschenleerer Skógafoss


Kiboko verteidigt tapfer die müh­sam er­kämpfte Foto­position. Statt noch und noch und noch ein Weitwinkel­bild zu machen, greift Kiboko zum Tele­objektiv und knipst ein paar Eis­zapfen.


Bild 331: Eiszapfen am Skógafoss


Ein paar Eiszapfen versuchen sich hinter dem Regen­bogen zu ver­stecken. Aber Kiboko kriegt sie doch.


Bild 332: Eiszapfen hinterm Regenbogen


Es folgen noch ein paar Auf­nahmen, die einen Teil des Wasser­falls zeigen.


Bild 333: Skógafoss mit Regenbogen quer



Bild 334: Skógafoss mit Regenbogen diagonal


Dann hat Kiboko alles foto­grafiert, was aus dieser Position zu foto­grafieren ist. Kiboko wagt sich dann auf dünnes Eis vor, um mit einer leicht geänderten Per­spektive zu foto­grafieren. Das Eis knirscht schon. Rein­fallen möchte Kiboko hier nicht. Die Skógá ist eis­kalt und nicht so an­genehm wie Wellness im Sambesi, Luangwa, Shire und Co.


Bild 335: Skógafoss mit abfließender Skógá


Die Fotogruppe kann sich nicht los­reißen. Noch immer hängen sie in der Ultra-Weit-Winkel-Foto­linie. Kiboko hat genug von Wasser­fall und Foto­grafen. Kiboko will am nächsten Morgen einen dritten Ver­such wagen.
Teil 4412. Feb. 2021
Island Tag 9-5: Vík

Kiboko fährt zurück nach Vík í Mýr­dal. Die Trolle mit der Wind­maschine halten gerade Mittags­schlaf. So kann Kiboko ohne Flug­schnee und Seiten­wind über die National­straße eins zurück­fahren.


Bild 336: Zurück auf der Ringstraße


Hier hat ein Isländer sich den Traum vom Häuschen im Grünen - äh Weißen - realisiert.


Bild 337: Doppelhaus in der Winterlandschaft


Schroffe Felsen zeigen den Weg nach Vík í Mýrdal.


Bild 338: Die Hausberge von Vík


Vík í Mýrdal

Kiboko ist zurück am Strand von Vík. Sie Sonne steht hoch über den Fels­nadeln. Bis zum Sonnen­untergang wird die Sonne noch um das Kap Reynis­drangar wandern. Sonnen­untergang­aufnahmen mit den Felsen im Meer wird von hier nix werden.


Bild 339: Am Strand von Vík



Bild 340: Die versteinerten Trolle von Vík


Dyrhóley

Nächste Option ist das berühmte Felsen­tor am Kap Dyrhóley. Kiboko fährt wieder über die schon bekannte Eis­piste nach Westen und biegt dann zum Kap ab. Die Auf­fahrt zum Kap scheitert wieder am Fahr­bahn­belag aus blankem Eis. Die Räder der Renn­semmel drehen durch. Ohne Spikes kommt Kiboko hier nicht hoch. Somit muss sich Kiboko mit ein paar Bildern von der Lagune aus zu­frieden­geben.


Bild 341:


Über der mächtigen Steilwand thront ein kleiner Leucht­turm. Das berühmte Felsen­tor ist in der nächsten Fels­nase mehr zu er­ahnen als zu sehen.


Bild 342: Kap Dyrhóley



Bild 343: Felsen am Kap Dyrhóley


So langsam gehen Kiboko die Optionen aus. Viel­leicht sollte Kiboko noch­mal ver­suchen zum schwarzen Strand Reynis­fjara zu fahren.
Teil 4512. Feb. 2021
Island Tag 9-6: Reynisfjara

Kiboko nimmt die bekannte Straße vom Vor­mittag zum Kap Reynis­fjara. Die Schnee­wehe, an der am Vor­mittag die vier jungen Leute mit ihren Klein­wagen stecken­geblieben ist, haben inzwischen anderen Fahr­zeuge platt­gefahren.

Schneewehe

Ob Kiboko jetzt mit der tiefer­gelegten Renn­semmel durch den Schnee kommt? Kiboko wählt die leichtere Gegen­fahrbahn. Die Renn­semmel wird auf der Schnee­piste auf Ge­schwindigkeit ge­bracht. Der Schnee spritzt hoch. Das Auto schlingert. Knirsch­geräusche vom Unter­boden melden Kon­takt. Die Ge­schwindig­keit nimmt rapide ab. Die Räder drehen durch. Aber der Schwung reicht. Kiboko ist durch.


Bild 344: Hindernis für die Rennsemmel


Reynisfjara

Am schwarzen Strand Reynis­fjara tost der Atlantik. Der Wind treibt die Wellen an den Strand. Die Gischt über­fliegt die Wellen­kämme. Die unter­gehende Sonne sorgt für die Hinter­grund­beleuchtung.


Bild 345: Stürmischer Atlantik


Auf der linken Seite geht der Strand zum Kap Dyrhóley. Gerne wäre Kiboko oben am Leucht­turm ge­wesen. Das Felsen­tor erblasst in der Gischt der Wellen.


Bild 346: Kap Dyrhóley mit Felsentor von der anderen Seite


Auf der rechten Seite ist das Kap Reynis­drangar. Die Fels­nadeln stemmen sich gegen die an­rennenden Wellen. Auch die Basalt­säulen stemmen sich gegen die Wellen. Aber der Atlantik nimmt immer wieder An­lauf und haut mit Wucht an die Basalt­säulen. Das Wasser spitzt hoch.


Bild 347: Felsnadeln und Basaltsäulen am Kap Reynisdrangar



Bild 348: Atlantik trifft Basalt



Sonnenuntergang

Kiboko ist am Strand nicht alleine. Viele Touristen haben sich hier zum Sonnen­unter­gang ein­gefunden. Viele tapsen Kiboko durch das Bild oder stellen sich einfach vor die Kamera. Aber Kiboko hat dann seinen Spaß, wenn ein paar Touristen die Wellen falsch ein­schätzen. Manch­mal kommt eine besonders große Welle. Plötz­lich sind dann Schuhe, Füße und die Knie nass.


Bild 349: Sonnenuntergang am schwarzen Strand



Bild 350: Wellen erreichen den Strand



Bild 351: Schön kitschig


Dyrhóley

Auch der schönste Sonnen­unter­gang hat ein Ende. Ein letzter Blick zum Kap Dyrhóley. Früher war das mal eine Insel. Die Bucht ist ver­sandet und hat Lagunen ein­geschlossen. Die Insel wurde in die Küste integriert.


Bild 352: Lagune mit Kap Dyrhóley


Der Leuchtturm ist auch schon ein­geschaltet.


Bild 353: Leuchtturm bei der Arbeit


Reynis

Die kleine Kirche von Reynis wird nachts an­gestrahlt.


Bild 354: Reyniskirkja


Die Sonne hat am Tag bereits ihre ganze Energie ver­schenkt. Nachts hat sie keine Lust auf weitere Aktivitäten. Obwohl der Himmel klar ist, ist die Aus­sicht auf Aurora Borealis mini­mal. Kiboko ver­zichtet auf eine nächt­liche Ex­kursion. Statt­dessen soll es am nächsten Morgen ganz früh los­gehen. Kiboko hat die ver­rückte Idee den Geysir bei Sonnen­aufgang zu foto­grafieren.
Teil 4617. Feb. 2021
Island Tag 10-1: Skógafoss

Der neue Tag beginnt früh. Auf leisen Sohlen macht sich Kiboko noch vor dem Auf­stehen aus dem Staub. Am Abend muss das vor­gebuchte Hotel in Keflavík er­reicht werden. Des Weiteren sind noch ein paar Zwischen­stationen ge­plant.

Skógafoss

Der erste Stopp ist in Skógar. Kiboko er­reicht den Skóga­foss um 07:30. Es ist stock­dunkel. Nur der Mann im Mond hat für Kiboko das Licht brennen lassen. Der ab­nehmende Halb­mond hat nicht mehr viel Kraft. Das fahle Licht reicht aus, um den Wasser­fall aus­zuleuchten.

Um diese Uhr­zeit ist Kiboko alleine. Niemand läuft ins Bild.


Bild 355: Skógarfoss im Mondschein unter Sternen


Die Sterne leuchten über dem Wasser­fall. Kiboko sucht ver­geblich den Auto­maten, indem man ein paar Kronen ein­werfen muss, um den Regen­bogen ein­zuschalten. Das Halbmond­licht ist auch zu schwach um einen Regen­bogen zu er­zeugen.


Bild 356: Das Wasser stürzt sich in die Tiefe


Kiboko variiert ein wenig die Position und macht noch ein paar Bilder. Dann stolpert Kiboko zurück zum Auto. Das nächste Ziel ist der Stokkur Geysir bei Sonnena­ufgang.


Bild 357: Menschenleerer Skógarfoss


Reykholt

Immer wieder kommt Kiboko an hell be­leuchteten Gewächs­häusern vor­bei. In der Morgen­dämmerung bei Reykholt schaut Kiboko sich so ein Gewächs­haus etwas näher an. Auf Metall­regalen stehen große Blumen­töpfe. Darin ranken Gurken bis zur Decke. Der Boden ist wie bei einer modernen Industrie­halle. Zwischen den Reihen mit Gurken­töpfen fahren kleine Fahr­zeuge für die Pflege und Ernte.


Bild 358: Isländisches Gurkenfeld


Island hat viele Vulkan und ein heißes Innen­leben. Energie ist dank Geo­thermie in Island reich­lich vor­handen. Licht und Wärme können für Gewächs­häuser leicht erzeugt werden. Trotz­dem ist der Auf­wand für den Gemüse­anbau hoch. Das er­klärt die hohen Preise für viele Lebens­mittel.


Bild 359: Gemüseproduktion unter Kunstlicht
Teil 4719. Feb. 2021
Island Tag 10-2: Haukadalur

Während es gerade hell wird, hat Kiboko Haukadalur - das Tal der Habichte - er­reicht. Das Tal der Habichte ist auch das Tal der Geysire. Hier ist auch der Stóri Geysir, der Große Geysir. Nach ihm wurden alle Spring­quellen Geysire ge­nannt. Leider stößt der Große Geysir nur noch selten Wasser aus. Oft ist es dann auch nur noch eine mickrige Dampf­wolke. Es macht keinen Sinn dort auf einen Aus­bruch zu warten.

Strokkur

Im Feld der Geysire ist der Strokkur - das Butter­fass - der aktivste Geysir. Alle paar Minuten schießt das Wasser 10-20m in die Höhe. Kiboko hatte sich in den Kopf ge­setzt diesen Geysir gegen die auf­gehende Sonne zu foto­grafieren. Das Butterfass ist im Geysir­feld schnell ge­funden. Die Sonne ist noch nicht auf­gegangen.

Leider ist Kiboko nicht alleine am Geysir. Vor Kiboko ist bereits die be­kannte Foto­gruppe vom Skóga­foss da. Sie stehen wieder mit weitesten Weit­winkel­objektiven direkt an der Ab­sperrung um den Geysir. Die wollen auch den Geysir gegen den Sonnen­aufgang foto­grafieren. Die optimale Position gegen die Sonne ist schon besetzt.

Im Hintergrund hat ein Troll auch noch ein paar Bau­kräne aufgestellt. Das gewünschte Foto­motiv lässt sich so nicht reali­sieren. Kiboko sucht sich eine Position in der Foto­gruppe und hofft auf ein paar brauchbare Bilder. Immer­hin funktioniert der Geysir und spuckt alle paar Minuten eine Wasser­fontäne in den Himmel.


Bild 360: Strokkur bei der Arbeit



This was Rubbish

Alle paar Minuten spukt der Geysir. Aber nur jedes dritte oder vierte Mal schießt auch eine im­posante Wasser­fontäne in die Höhe. Manch­mal ist es eine Mini­fontänchen. Manch­mal gibt es nur eine Dampf­wolke. Dazu komm jedes Mal der Kommentar eines Englischen Foto­grafen: This was Rubbish.

Kiboko dokumentiert eine Eruption des Geysirs. Um einen schneefreier Platz ist eine Ab­sperrung mit einem niedrigen Seil montiert. Zwischen Stein­platten steht Wasser. In der Mitte ist ein wasser­gefülltes Loch. Es dampft vor sich hin. Der starke Wind bläst den Dampf zur Seite.


Bild 361: Gleich geht es los


Dann kommt Bewegung in das Wasser. Die Oberfläche vibriert. Dann fängt das Wasser an zu pulsieren. Sekunden­bruch­teile später bildet das Wasser eine Blase, die nach oben drückt.


Bild 362: Das Wasser kommt


Die Blase reißt auf. Dann schießt eine Fontäne mit kochendem Wasser in den Himmel. Anfangs ist die Fontäne noch klein.


Bild 363: Heißes Wasser und Wasserdampf schießen nach oben


Sekundenbruchteile später steigt die Fontäne in den Himmel. Dieses Mal ist es aber nur eine kleine Fontäne, die in Wasserdampf gehüllt ist.


Bild 364: Eine kleinere Wasserfontäne steigt in den Himmel


Schnell fällt die Fontäne wieder in sich zusammen. Der Wasser­dampf bleibt noch kurz bestehen, bevor er vom Winde verweht wird. Schon ertönt der Kommentar: This was Rubbish.


Bild 365: Vorbei, der Dampf zieht ab. This was Rubbish!


Aus der Distanz

Immer mehr Touristen treffen am Strokkur ein. Die Sonne steigt auch weiter in den Himmel. Kiboko hat genug von der Foto­gruppe und den Rubbish-Man und geht auf Distanz. Kiboko stellt sich ganz alleine an den großen Geysir und hat das Strokkur Buffer­fass im Blick.


Bild 366: Der Strokkur mit seinen Fans



Bild 367: Der Strokkur zeigt was er kann


Zum Abschluss macht Kiboko noch ein paar Bilder von der Sonnen­seite. Dabei werden die Touristen immer mehr. Das Butterfass wird um­zingelt.


Bild 368: Der Strokkur als Touristenattratkion



Bild 369: Der Strokkur gibt alles


Einige Handy­fotografen klettern über die Ab­sperrung um ganz nah dran zu sein. Die Warn­schilder werden ig­noriert. Die Menschen ver­stehen ein­fach nicht, dass hier in Sekundenbruchteile große Mengen kochendes Wasser heraus­schießen können. Mit so einer Fontäne wird jeder Tourist weich­gekocht. Ein Ranger erklärt Kiboko, dass an manchen Tagen drei­mal der Rettungs­wagen aus­rücken muss, um ver­brühte Touristen ins Kranken­haus zu bringen. Manchmal kann der Rettungs­wagen auch nicht mehr helfen. Dann gibt es einen weiteren An­wärter auf den Darwin-Award.
Teil 4819. Feb. 2021
Island Tag 10-3: Brú - Gullfoss

Der Gullfoss ist nicht weit von den Geysiren ent­fernt. Kiboko sattelt die Renn­semmel für einen kurzen Sprint. Aber auf halben Wege steht bei Brú eine Herde Pferde auf einer end­losen, ver­schneiten Wiese.

Islandpferde

Die Pferde stehen am Zaun. Die Touristen halten an. Kiboko hält eben­falls. Ob für die Pferde die vorbei­kommenden Touristen genauso spannend sind?


Bild 370: Endlose Pferdekoppel mit Islandpferden


Die Islandpferde sind bei jedem Wetter auf der Weide. Wind und Frost können ihnen nichts anhaben. Im Winter werden sie zusätzlich gefüttert.


Bild 371: Die Pferde bleiben im Winter draußen.


Interessant sind die vielen Farben. Sie sind weiß, schwarz, hell- dunkel- und rotb­raun, ein­farbig oder gefleckt. Dazu tragen einige Pferde eine blonde oder schwarze Mähne.


Bild 372: Islandpferde sind in jeder Fellfarbe schön


Pferdestärken

Isländer lieben nicht nur einfache Pferde­stärken. Es dürfen auch ein paar Pferde mehr unter der Haube sein. Auch diese Pferde strotzen vor Kraft. Hoch­beinig und mit dickem Profil kann der Winter auch diesen Pferden nichts anhaben. Auch diese Pferde gibt es in schwarz, weiß, ...


Bild 373: Isländischer Kleinbus in schwarz



Bild 374: Isländischer Kleinbus in weiß


Parkplatz am Gullfoss

Auf dem Parkplatz am Gull­foss traut Kiboko seinen Augen nicht. Hier parken die vier- und fünf­achsige Reise­busse. Sie basieren auf gelände­gängige mili­tärische LKWs. Sie haben einen Bus­aufbau mit Panorama­fenster bekommen. Statt Militär­güter werden heute Touristen ins Hoch­land trans­portiert.


Bild 375: Geländebus für das Hochland



Bild 376: MAN Militär-LKW für Touristen statt Munition


Der Gullfoss ist ein beliebtes Ausflugsziel für Tages­touren von Reykja­vík. Auf dem großen Park­platz am Gull­foss stehen 21 große Reise­busse. Wird Kiboko bei so vielen Besuchern überhaupt zu den Wasser­fällen vordringen können?


Bild 377: Busparkplatz für die Touristeninvasion
Teil 4919. Feb. 2021
Island Tag 10-4: Gullfoss

Vom Parkplatz ist der Weg nicht weit zum Wasser­fall. Aber für viele Bus­insassen ist der Weg schon viel zu weit. Die haben es nur bis zur Kantine und den Souvenir­shop ge­schafft. Auf der Aussichts­platt­form herrscht etwas Ge­dränge. Aber für 21 Bus­ladungen ist hier wenig los.


Bild 378: Andrang auf der Plattform



Hvítá

Viele Wege sind wegen Glätte ge­sperrt. Kiboko geht oben an der Kante ent­lang. Der Fluss Hvítá - der Weiße Fluss - kommt forsch um die Ecke ge­flossen. Gleich wird es rasant in die Tiefe gehen.


Bild 379: Hvítá oberhalb des Gullfoss



Gullfoss zum Ersten

Der Gullfoss - der Goldene Wasserfall - hat zwei Stufen. In der oberen Stufe stürzt sich das Wasser 11m in die Tiefe. Die Wasser­tropfen, die beim Sturz nicht kaputt­gegangen sind, fallen dann über die untere Stufe weitere 21m in die Tiefe.

Am Anfang wird über ein paar Strom­schnellen Ge­schwindig­keit auf­genommen. Das Wasser schäumt. Teilweise stellen sich noch kleine Stufen dem Fluss in den Weg. Eis­platten, Eis­zapfen und gefrorene Wasser­fälle erschweren das Durch­kommen für den Fluss. Die obere Stufe ist aus dieser Per­spektive nur zum Teil sicht­bar.


Bild 380: An der oberen Stufe vom Gullfoss



Bild 381: Erfrorene Stromschnellen


Von der Aussichtsplattform zeigt sich die obere Stufe in voller Schön­heit. Die Platt­form am linken Rand des Wasser­falls darf bei dem Wetter leider nicht betreten werden. Die Gischt gefriert zu Eis. Zu groß ist die Gefahr, dass die Händy­fotografen, die den Geysir über­lebt haben, hier in den Wasser­fall stürzen, und die Hvítá konta­minieren.


Bild 382: Die obere Stufe vom Gullfoss


Gullfoss im Ganzen

Die zweite Stufe des Gullfoss ist 90° zur ersten Stufe ge­dreht. Das Wasser stürzt in der zweiten Stufe in eine enge Schlucht. Leider lässt sich von der Besucher­plattform die zweite Stufe nicht in voller Größe ein­sehen. Trotz­dem ist dieser Stand­punkt einer der Hauptattraktionen Is­lands. Ein Bild davon gibt es in jedem Reise­führer.

Die Trolle haben wieder auf dem Eis eine Party gefeiert. Blue Curacao ist reich­lich ge­flossen. Daher ist heute der Weiße Fluss in Blau­tönen ein­gefärbt.


Bild 383: Der Gullfoss in voller Schönheit


Von einer anderen Aussichtsplatt­form ist die Per­spektive etwas anders. Deutlich ist der Weg zu sehen, der dicht an den Wasser­fall führt. Leider darf er heute nicht be­treten werden. Daher sind aber jetzt auch keine 21 Bus­ladungen Foto­trolle im Bild.


Bild 384: Der Gullfoss von der Aussichtsplattform



Gullfoss zum Zweiten

Der Hvítá stürzt in der zweiten Stufe in eine schmale Spalte. Die folgende Schlucht ist 2,5km lang und bis zu 70m tief.


Bild 385: Die untere Stufe fällt in einer Schlucht



Bild 386: Nach dem Wasserfall verschwindet die Hvítá in einer engen Schlucht


Der Gullfoss ist ein sehr schöner Wasser­fall. Im Winter ist der Wasser­fall mit den gefrorenen Eis und dem blauen Wasser be­sonders schön. Leider liegt der Gull­foss bei dem Besuch von Kiboko im Schatten. Kiboko kann leider nicht warten, bis die Sonne an Nach­mittag den ganzen Wasser­fall aus­leuchtet. Viel­leicht würde es auch schon reichen etwas drei Wochen später, wenn die Sonne etwas höher steht, nach Island zu reisen. Bei Voll­mond und mit viel Glück auch Polar­lichtern sollten hier auch in­teressante Nacht­aufnahmen möglich sein.
Teil 5019. Feb. 2021
Island Tag 10-5: Reyjanes

Der Weg vom Gullfoss bis Kefla­vík ist weit. Die Straßen sind gut. Kiboko kommt gut voran. Erst kurz vor dem Ziel nimmt Kiboko sich noch etwas Zeit ein paar Bilder zu machen. Mental ist Kiboko aber schon auf dem Rück­weg. Eher lieb­los drück Kiboko den Aus­löser.

Kálfatjörn

Die Kirche von Kálfatjörn steht einsam am Ufer des Stakks­fjordura.


Bild 387: Kirche am Meer


Grindavík

Kiboko macht noch einen kurzen Ab­stecher nach Süden und landet im Hafen von Grinda­vík. Hier dümpeln ein paar rostige Fisch­kutter im Hafen.


Bild 388:


Passen zu den rostigen Schiffen steht am Hafen ein rostiges Lager­haus.


Bild 389: Lagerschuppen in Grindavík


Das Geothermiekraftwerk hat noch keinen Rost an­gesetzt. Das Kraft­werk steht in der Nähe der be­rühmten Blauen Lagune.


Bild 390: Geothermiekraftwerk nahe der Blauen Lagune



Bild 391: Heißes Wasser wird zu Elektrizität


Der letzte Tag in Island neigt sich dem Ende. Kiboko tankt die Renn­semmel für die Ab­gabe noch­mal auf. Dann geht es in die vor­gebuchte Her­berge. Die Nacht wird extrem kurz, da der Rück­flug bereits in den frühen Morgen­stunden ist
Teil 5119. Feb. 2021
Island Tag 11: Ende

Die letzte Nacht in Island ist sehr kurz. Ein Früh­flug bringt Kiboko nach Amster­dam. Dort schlägt Kiboko am Vor­mittag auf.


Bild 392: B757-200 der Islandair in Amsterdam


Die weitere Rückreise ist ereignislos.

Fazit

Kiboko hat Island gut gefallen. Nach vielen geführten Reisen war es für Kiboko besonders schön mal wieder alleine unter­wegs zu sein. Es gab keinen vor­gefertigten Reise­plan, der im Nilpferd-Galopp ab­gearbeitet wurde. Kiboko hat sich von (Sonnen-)Wind und Wetter treiben lassen.

Island erfordert im Winter mehr Zeit. Tages­licht gibt es Ende Januar nur für 6-7 Stunden. Wenn man nicht in der Nacht fahren will, gibt es ent­weder Fahr­tage oder Besichtigungs­tage. Bei Etappen > 200km und vereisten Straßen sind kaum noch Sehens­würdig­keiten zu be­suchen. Größere Wanderungen zu etwas abgelegenen Zielen müssen ent­fallen.

Die Rennsemmel ist für eine Islandreise weniger geeignet. Auch wenn man nur auf der Ringstraße unterwegs ist, können eine kleine Schneewehen schon aus der Bahn werfen. Eine Winterbereifung mit Spikes ist erforderlich. Ohne Spikes ist das Fahren auf den Eispisten gefährlich. Nebenstrecken oder Parkplätze sind ohne Spikes nicht zu befahren.

Im nachhinein hätte Kiboko noch mehr Zeit für die Nachtfotografie verwenden sollen. Der Goddafoss und der Gullfoss wären auch nachts gut erreichbar gewesen. Bei Vollmond wird die Winerlandschaft schön ausgeleuchtet. Schwache Polarlichter können aber vom Vollmond überstrahlt werden.

Island möchte Kiboko gerne wieder bereisen. Vielleicht im Sommer, wenn es fast rund um die Uhr hell ist und viele Vögel zu sehen sind. Vielleicht im Herbst, wenn sich die Blätter und Moose bunt färben und nachts die ersten Polar­lichter am Himmel er­scheinen. Oder doch wieder im Winter. Dann aber im Februar wenn die Tage etwas länger sind, und die Sonne etwas höher steht. Unabhängig von der Jahres­zeit braucht man für Island viel mehr Zeit.

Danke

Vielen Dank für Euer Interesse an einen doch sehr afrikafernen Reiseziel zu einer unüblichen Jahreszeit.
Ich freue mich, dass Ihr bis zum Ende durchgehalten habt.
Vielen Dank für Eure netten Kommentare und die Danke-Klicks.


Bild 393: Bye Bye, Eisländ

Viele Grüße
Bernd

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