Reisebericht

Island - Eisländ, die Eins im Winter

von Kiboko · begonnen 31. Dez. 2020 · 51 Teile

Teil 2114. Jan. 2021
Island Tag 5-3: Hochland

Die Nationalstraße Eins nach Egils­staðir führt durch die Jökudals­heiði. Das ist eine wenig abwechslungs­reiche Schotter­ebene aus Lava.


Bild 150: Ebene aus Lavaschotter im Hochland


Jökudalsheiði

Ein Grasbusch aus dem Schnee ist ein will­kommener Blick­fang.


Bild 151: Bildvordergrund ist Mangelware


Sonst gibt es hier nur Schnee und dunkle Lava­steine.


Bild 152: Jökudalsheiði



Bild 153: Wildes Hochland


Je weiter Kiboko nach Osten fährt, desto höher wird der Schnee. Die fest­gefahrene Schnee­decke auf der Straße ist zu einer Eis­schicht ver­dichtet. Im Gegen­satz zu den Neben­straßen wurde auf der Ring­straße Splitt ge­streut. Es ist nicht gerade super­griffig, aber Kiboko wagt mit der Renn­semmel auf geraden Ab­schnitten schon sen­sationelle 60km/h.


Bild 154: Eisländ


Der Schnee deckt die Hoche­bene wie ein Leichen­tuch ab. Alles ist weiß bis zum Hori­zont. Es gibt keine Foto­motive.


Bild 155: Schnee soweit das Auge reicht


Der einzige Blickfang in der Land­schaft ist die sich windende National­straße Eins.


Bild 156: Eisstraße im Schnee



Bild 157: Die Straße ist das einzige Fotomotiv


Farbtupfer sind die Verkehrs­schilder. Im Osten von Island ist mit frei­laufenden Ren­tieren zu rechnen. Ob die Tiere die Schilder lesen können? Die Rentier­gefahr beginnt bei 0,0km, also direkt hinter dem Schild. Die Rentiere dürfen nicht vor dem Schild die Straße über­queren.

Der Straßenverkehr ist sehr gering. Busse und LKWs sind sehr selten.


Bild 158: Bus statt Rentiere


Kurz vor Egilsstaðir erhebt sich wieder eine Berg­kette aus der Land­schaft. Auch diese Berge sind um die 1000m hoch. Hinter den Bergen befinden sich die Ost­fjorde.


Bild 159: Bergekette bei Egilsstaðir


Am frühen Nachmittag erreicht Kiboko Egils­staðir. Hier will Kiboko zwei Nächte bleiben.
Teil 2214. Jan. 2021
Island Tag 5-4: Lagarfjót

Im Gästehaus in Egilsstaðir fragt Kiboko nach Be­obachtungs­punkten für Polar­lichter. Die nette Dame von der Re­zeption emp­fiehlt Kiboko den Lögurinn-See (Lagarfjót).

Lagarfjót

Am späten Nachmittag geht Kiboko auf Er­kundungs­tour. Der Lagarfjót ist mit 32km Länge der dritt­größte See Is­lands. Er liegt nur 20m über dem Meeres­spiegel, ist aber 112m tief. Hier soll der Lagarfjótsormurinn leben. Es soll ein naher Ver­wandter von Nessi sein.


Bild 160: Fels im Lagarfjót


Die Sonne steht bereits tief über dem Süd­ende des Lagarfjót.


Bild 161: Abendstimmung am Südende des Lagarfjót


Am Ostufer des Sees ist ein Park­platz. Ein ein­ladender Weg­weiser zu einem Wasser­fall findet die Auf­merksamkeit von Kiboko. Der Weg geht steil bergan. Die Sonne sinkt schneller, als Kiboko auf­steigen kann. Ein er­höhter Punkt er­möglicht etwas Über­sicht über den Lagar­fjót. Die Sonne be­leuchtet gerade noch so die Berge am gegen­über­liegenden Ufer.


Bild 162: Lagarfjót beim Aufstieg zum Wasserfall


Litlanesfoss

Kiboko quält sich auf der Süd­seite den steilen Weg am Hang empor. Tief in einer Spalte stürzt sich der Hennig­fossá tal­wärts. Übersichts­punkte er­möglichen einen Blick in die Schlucht. Der Litlanes­foss ist etwa auf halben Weg zu sehen.


Bild 163: Der Hennigfossà stürzt zu Tal


Der 118m hohe Hennigfoss ist noch weiter oben. Es dämmert bereits. Bis Kiboko am dritt­höchsten Wasser­fall Islands ist, würde es bereits dunkel werden. Den schmalen Pfad durch Wiesen und Geröll bei Dunkel­heit wieder herunterzu­klettern, ist nicht un­bedingt nach dem Geschmack von Kiboko. Kiboko dreht um. Der Hennig­foss muss auch noch länger auf Kiboko warten.

Lagarfjót bei Nacht

Kiboko sucht sich einen Foto­stand­punkt am See. Die Blick­richtung geht nach Norden. Ein blatt­lose Bäumchen dienen als Vorder­grund. Dann be­nötigt Kiboko einen sicheren Stand­platz für die Renn­semmel, damit ein un­beleuchtetes Auto keine Gefahren­quelle ist. Anderer­seits soll die Renn­semmel als bequemen Be­obach­tungs­posten dienen.

Gegen 19 Uhr ist es richtig finster. Kiboko macht noch ein paar Probe­bilder. Die Lichter von ein paar Häuser am gegen­über­liegenden Ufer spiegeln sich im Wasser. Die Sterne funkeln um die Wette. Satelliten und Flugzeuge zeichnen ihre Spuren an den Nacht­himmel. Am Horizont ist ein leichter grün­licher Schimmer zu er­kennen.


Bild 164: Warten auf die Grünen Lichter


Warten, Warten, Warten

Die Wettervorhersage passt. Der Himmel ist wolkenlos. Die vorher­gesagte Sonnen­aktivi­tät ist mini­mal. Mit Aurora Borealis ist heute nicht rechnen. Aber auch wenn es keine Chance gibt, will sie Kiboko nutzen. Was wird diese Nacht passieren? Kommen Grüne Lichter am Himmel oder der sagen­umwobene Lagarfjót­sormurinn aus dem Wasser.

Nix passiert.

Die Kälte dringt in die Renn­semmel ein. Kiboko ist am Zittern. Zum Auf­wärmen macht Kiboko immer mal wieder eine Runde um das Auto. Kiboko schaut auf das Wasser. Kiboko macht Probe­aufnahmen. Kiboko ist es lang­weilig. Kiboko ist es kalt. Kiboko ist es sau­kalt.

Nix passiert.

Kiboko startet das Rüttel­eisen der Renn­semmel. Kiboko ist ge­blendet. Draußen gehen die Schein­werfer an. Innen leuchten die Instru­mente. Die Hei­zung bringt wohlige Wärme. Aber Kiboko sieht keine Sterne mehr. Einen Aus­schalt­knopf für den Licht­zauber findet Kiboko nicht. Scheiß moderne Autos.

Nix passiert.

Kiboko deckt Instrumente und Schein­werfer mit Kleidungs­stücken ab. Die Ver­dunklung hilft. Kiboko kann die Sterne wieder sehen. Die Zeit vergeht. Kiboko ist müde. Kiboko starrt weiter­hin auf den Nacht­himmel.

Nix passiert.

Jetzt ist es schon 23 Uhr. Das warme Bettchen im Gäste­haus ruft nach Kiboko. Kiboko starrt weiter­hin nach Norden in den Nacht­himmel. Da sind graue Flecke am Hori­zont. Die grauen Flecken be­wegen sich. Merk­würdig! Kiboko will noch ein Abschluss­bilder am See machen.

Aus Grau wird Grün

Die grauen Flecken am Horizont sind auf dem Kamera­display grün. Die heutigen Polar­lichter sind zu schwach für die Farbseh­fähigkeit des mensch­lichen Auges. Der Kamera­sensor ist empfindlicher.

Die grauen Flecken kommen näher. Wie eine schnell­fliegende Wolke bilden sie einen Streifen über dem Hori­zont. Um 23:13 Uhr hat Kiboko das erste Polar­licht ein­gefangen.


Bild 165: Das erste Polarlicht über dem Lagarfjót


Aurora Borealis!

Es ist 23:30 Uhr. Das Licht am Himmel wird inten­siver. Die grauen Flecken werden grün­lich. Es er­scheinen Grüne Streifen am Himmel. Sogar der See schimmert im grünen Licht.


Bild 166: Das Polarlicht wird intensiver und tanzt über den See


Es ist 23:40 Uhr. Die Grünen Lichter werden wieder schwächer. Sie ver­teilen sich weiter über den Himmel.


Bild 167: Das Polarlicht wird wieder schwächer.


Es ist 23:50 Uhr. Die Lichter sind aus. Die Show ist vorbei. Kiboko macht noch ein Bild über den See nach Süden.

Der Lagarfjótsormurinn ist nicht auf­getaucht.


Bild 168: Der Lagarfjót in Richtung Süden. Die Grünen Lichter sind aus.


Auch wenn es keine Chance auf Polar­lichter gibt, sollte man es immer probieren. Mit viel Geduld kann etwas am Himmel passieren. Glück­lich fährt Kiboko zurück nach Egilsstaðir. Morgen soll es wieder eine klare Nacht geben.
Teil 2319. Jan. 2021
Island Tag 6-1: Egilsstaðir - Seyðisfjörður

Die halbe Nacht hat Kiboko im Auto ver­bracht und in den Himmel ge­starrt. Daher kommt Kiboko heute etwas später in die Pötte. Die erste Tour des Tages geht zum Fähr­anleger nach Seyðisfjörður. Dafür muss ein 620m hoher Pass über­wunden werden.

Der Fähranleger verbindet Island mit dem euro­päischen Straßen­netz. Eine große Schnee­fräse steht bereit, damit der Ver­kehr zur Fähre nicht unter­brochen wird. Im weiten Tal da­hinter sind Egils­staðir und der 32km lange Lagarfjót. Dort hat Kiboko letzte Nacht den Polar­lichtern auf­gelauert.


Bild 169: Schneefräse mit Panoramablick


Fjarðarheiði

Die Straße von Egilsstaðir nach Seyðisfjörður führt über eine Hoch­ebene, der Fjarðarheiði. Hier oben ist tiefster Winter.


Bild 170: Auf der Fjarðarheiði


Gufufoss

Gleich neben der Straße ist ein hübscher Wasser­fall, der Gufu­foss. Hier stürzt sich die Fjarðará über eine Fels­kannte. Zwischen dein Eis­zapfen sucht sich das Wasser noch den Weg nach unten. Kiboko kann nicht wider­stehen und schon ist auch dieser Wasser­fall auf der Speicher­karte.


Bild 171: Gufufoss


Seyðisfjörður

Von der Hochebene aus ist der Fjord Seyðis­fjörður und der gleich­namige Ort tief im Tal zu sehen. Im Winter sieht der Ort keine Sonne. Das Tal liegt im Schatten der Berge.


Bild 172: Seyðisfjörður liegt im Schatten


Kiboko fährt durch den Ort hin­durch. Ein Berg­hang er­möglicht Aus­sicht und Über­sicht über den kleinen Ort. Hier leben ca. 700 Menschen. Im Zentrum dienen viele Häuser als Hotels und Gäste­häuser. Die Fähre Norröna hat an­gelegt.


Bild 173: Seyðisfjörður am Ende des gleichnamigen Fjordes


Nie Norröna verbindet Däne­mark mit den Färöern und Island. Die Fähre kommt einmal die Woche (Donnerstags) nach Island.


Bild 174: Die Norröna hat angelegt
Teil 2419. Jan. 2021
Island Tag 6-2: Seyðisfjörður

Seyðisfjörður entstand im Jahre 1834 aus einer Handels­station. 1895 wurden dem Ort die Stadt­rechte ver­liehen. Der geschützte Hafen am Ende des Fjordes und reiche Fisch­gründe sind die Grund­lage des Ortes. Heute hat der Ort rund 700 Einwohner. Kiboko macht einen Stadt­rund­gang und schaut sich die älteren Holz­häuser an. Es gibt aber auch viele neue Gebäude.


Bild 175: Häuser am See



Bild 176: Innenstadt



Bild 177: Blaue Kirche (Bláa Kirkja)



Bild 178: Gehobenes Wohnhaus



Bild 179: Blaues Gästehaus



Bild 180: Ein Ladengebäude wurde ein Hotel



Bild 181: Alte Schule



Bild 182: Wohnen am Fluss


Die Straße nach Seyðisfjörður ist eine Sack­gasse. Kiboko fährt über den 620m hohen Pass der Fjarðar­heiði zurück nach Egils­staðir. Die Straße hat eine Eis­schicht. Durch den scharfen Splitt ist die Ober­fläche er­staunlich griffig.


Bild 183: Auf der Fjarðarheiði
Teil 2520. Jan. 2021
Island Tag 6-3: Tjarmarland - Bakkagerði

Die vorhergesagte Sonnenaktivität ist wieder bei Mini­mum. Polar­lichter sind nächste Nacht nicht zu erwarten. Bei sehr geringer Sonnen­aktivität ist der Ring, bei denen Sonnen­wind­partikel mit der Erd­atmosphäre inter­agieren, weit nörd­lich von Is­land. Daher sucht sich Kiboko einen Be­obachtungs­punkt möglichst weit im Norden. Dieser Punkt muss freie Sicht am Horizont haben, da die weit ent­fernten Polar­lichter eher niedrig über dem Himmel sind.

Tjarmarland

Kiboko fährt von Egilsstaðir nach Norden an die Schwemm­land­schaft vor der Bucht von Héraðsflói. Eine ge­schwungene, hügelige, ver­eiste aber mit Splitt ge­streute Straße führt durch das Tjarmar­land.


Bild 184: Auf der 94 nach Norden


Die Straße führt über Kuppen. Der weitere Straßen­verlauf ist hinter einer Kuppe nicht zu sehen. In Is­land werden dort Schilder für Blind­köpfe auf­gestellt.


Bild 185: Vorsicht hier kommt ein Blindkopf entgegen


Der parallele Fluss ist vereist. An einigen Stellen haben sich große Eis­platten am Rand auf­getürmt. Eine Hoch­wasser­welle muss sie an das Ufer ge­spült haben.


Bild 186: Dicke Eisschollen liegen am Ufer


Das Tal wird durch eine verschneite Berg­kette be­grenzt. Die beiden höchsten Bergen ist der Herfell (1064m) und der Dýörfell (1134m).


Bild 187: Viel Landschaft bei Tjamarland


An der Héraðsflói

In der Schwemmlandschaft vor der Bucht von Héraðsflói zweit ein Feld­weg ab. Hier kann Kiboko im dunkeln parken, ohne den Straßen­verkehr zu ge­fährden. Leider gibt es hier keinen mar­kanten Vorder­grund. Die Sonne steht noch hoch im Süden. Hier möchte Kiboko den Grünen Lichtern auf­lauern.


Bild 188: Feldweg für die Polarlichtfotografie


Bakkagerði

Kiboko hat noch etwas Zeit bis es dunkel wird. Daher fährt Kiboko die Straße weiter nach Osten über den Pass Vatnsskard. Eine kleine Farm liegt direkt am Borgar­fjörður. Um Ver­wechselungen zu ver­meiden wird der gleich­namige Ort auch Bakka­gerði ge­nannt.


Bild 189: Bauernhof am Borgarfjörður


Hauptattraktion in Bakkagerdi ist das Lindar­bakki. Es ist ein tra­ditionelles Haus. Der Keller stammt von 1899. Die Auf­bauten wurden 1934 erneuert. Die Seiten­wände be­stehen aus Torf. Das Haus wird noch als Sommer­haus von Privat­leuten ge­nutzt. Es hat eine Wohn­fläche von 50m² und hat ein Schlaf­zimmer, eine Küche und eine Diele.

Das Lindabakki ist aber nicht ein­fach zu foto­grafieren, da rund­herum moderne Gebäude stehen, die sich mit auf das Bild drängeln.


Bild 190: Lindarbakki


Nicht weit vom Lindarbakki steht die kleine Kirche von Bakka­gerði.


Bild 191: Kirche von Bakkagerði


Álfaborg

In Bakkagerði leben rund 100 Menschen. Aber es gibt hier noch sehr viele Elfen. In der Álfaborg (Palast der Elfen) lebt die Elfen­königin Borghilður. Die Burg besteht aus einem großen Fels in der Ebene. Ein Wander­weg führt auf die Elfen­burg.


Bild 192: Palast der Elfenkönigin Borghilður


Kiboko ist der Elfen­königin auf das Dach ge­stiegen. Dieses ist er­laubt, wenn man sich respekt­voll be­wegt. Die Elfen leben im Ver­borgenen. Sie sind daher nur sehr selten zu sehen. Beim Besuch hat Kiboko weder eine Elfe noch ihre Elfen­beine ge­sehen. Aber von der Álfaborg hat Kiboko einen schönen Blick auf den Ort und den Fjord.


Bild 193: Der 100-Seelen-Ort Bakkagerði
Teil 2620. Jan. 2021
Island Tag 6-4: Dýrfjöll - Héraðsflói

Kiboko fährt zurück zum Foto­stand­punkt für die Polar­lichter. Eine Schotter­straße führt über einen Pass.

Njarðvík

Dann geht die Fahrt zur Bucht von Njarðvík. Weiter geht es dann nach links über den Pass Vatnasskard am 640m hohen Sönghofsfjall vorbei.


Bild 194:Bucht von Njarðvík


Von der Passhöhe schweift der Blick auf die Schwemm­land­schaft vor der Bucht von Héraðsflói.


Bild 195: Schwemmsandebene vor der Héraðsflói


Die Sonne hat sich bereits in den Feier­abend ver­abschiedet. Ein letzter Schimmer geht über den Hori­zont und taucht die Schwemm­land­schaft in orangenes Licht.


Bild 196: Brücke an der Héraðsflói


Nachts an der Héraðsflói

Kiboko parkt im aus­gekund­schafteten Feld­weg. Fleißige Trolle schalten nach und nach die Sterne ein. Ein paar Blink­sterne fliegen nach Amerika. Im fahlen Sternenlicht schimmert blass die Gebirgskette mit dem dem 640m hohen Sönghofsfjall. Die Sonne ist passiv. Grüne Lichter gibt es nicht. So gegen 19 Uhr macht Kiboko ein paar Probe­fotos.


Bild 197: Es wird Nacht an der Héraðsflói


Gegen 21 Uhr tauchen ein paar graue Wolken am Horizont auf. Der Kamera­sensor ent­tarnt sie als schwaches Polar­licht. Das Band bewegt sich fast nicht. Es wirkt statisch. Bei starker Über­belichtung wirkt es viel heller und bunter, als es in Wirklich­keit ist.


Bild 198: Schwaches Polarlicht über der Héraðsflói (Überbelichtet)


Bei Unterbelichtung kommt das Grüne Band von Aurora Borealis besser zur Gel­tung. Da­für ver­sinkt die Um­gebung in Dunkel­heit.



Bild 199: Schwaches Polarlicht über der Héraðsflói (Unterbelichtet)


Das Polarlicht bewegt sich nicht. Kiboko ist es langweilig. Kiboko spielt mit der Kamera. Während der Be­lichtung wird die Brenn­weite ver­ändert. Es entsteht ein Bild aus der Kate­gorie: Ist das Kunst oder kann das weg?


Bild 200: Auf den Spuren der Sterne

Die Sonne hat ihr Pulver an hoch­ener­getischen Par­tikeln ver­schossen. Das Grüne Band wird schwächer. Dann tut sich am Horizont nicht viel. Kiboko fährt zur Her­berge nach Egils­staðir zurück. Beim Blick in den Rücks­piegel bleibt der Nacht­himmel un­verändert.
Teil 2720. Jan. 2021
Island Tag 7-1: Egilsstaðir - Fáskrúðsfjörður

Die Wettervorhersage ist weiterhin schön für den Osten von Is­land. Aber Kiboko muss seine Rundreise fort­setzen, damit er recht­zeitig am Flug­hafen Keflavík ist. Am Abend will Kiboko in Höfn sein. Das liegt schon im Süden von Is­land. Kiboko startet in Egils­staðir im ersten Tages­licht um 10 Uhr.

Gesperrt

Am Ortsausgang von Egils­staðir steht ein Schild. Die National­straße Eins ist in den Bergen ge­sperrt. Kiboko muss einen Umweg ent­lang der Fjorde fahren.


Bild 201: Die Straßen sind gesperrt


Grund der Straßensperrung ist der viele Schnee im Hoch­land.

Der Troll,
der die Straße räumen soll,
liegt sternhagelvoll,
im verschneiten Häuschen. Toll!


Ein kleines rotes Haus mit spitzen hohen Dach ist von hohem Schnee eingeschlossen.


Bild 202: Wer hat eigentlich Winterdienst?


Reyðarfjörður

Nachdem Kiboko einen Pass überquert hat, schlängelt sich die Straße am Süd­ufer des Reyðar­fjörður ent­lang. Der Fjord liegt noch im Schatten. Die Sonne reicht nur auf die schnee­bedeckten Berge am anderen Ufer. Erst in den nächsten Monaten wird die Sonne hoch genug stehen, um den Fjord zu be­leuchten.


Bild 203: Der Reyðarfjörður am Ende



Bild 204: Reyðarfjörður


Dann verschwindet die Straße im Tunnel.

Fáskrúdsfjörður

Der Tunnel spuckt die Renn­semmel mit Kiboko in einem schattigen Tal aus. Der Fluss durch das Tal strebt dem Fjord Fáskrúðs­fjörður ent­gegen.


Bild 205: Ein schattiges Tal zum Fáskrúðsfjörður



Bild 206: Bald hat der Fluss den Fjord erreicht.


Die Straße führt wieder im schattigen Sü­dufer des Fáskrúðs­fjörður ent­lang. Die Sonne strahlt die schnee­bedeckten Berge an. Der höchste Berg ist über 1100m hoch.


Bild 207: Am Südufer vom Fáskrúðsfjörður


Am Fjord hat jemand auf­geräumt. Die herum­liegenden Steine wurden an­gehäuft.


Bild 208: Steinmännchen am Fáskrúðsfjörður


Am Leuchtturm von Strembitangi endet der Fáskrúðs­fjörður. Am der gegen­über­liegenden Spitze liegt Vattarnes.


Bild 209: Leuchtturm Strembitangi bewacht den Ausgang des Fáskrúðsfjörður
Teil 2821. Jan. 2021
Island Tag 7-2: Stöðvarfjörður - Breiðdalsvík

Vom Faskrudsfjördur zum nächsten Fjord Stödvar­fjördur sind es nur wenige Kilo­meter. Heute ist der Atlantik zahm. Bei Sonnen­schein plätschern nur kleine Wellen an die Felsen.


Bild 210: Küste zwischen Fáskrúðsfjörður und Stöðvarfjörður


Bild 211: Haus am Meer


Stöðvarfjörður

Dann darf Kiboko den nächsten Fjord um­runden. Der Stöðvar­fjörður ist nicht so lang. Auf der sonnigen Nord­seite fährt Kiboko in das Hinter­land. Wenig später geht es auf der schattigen Süd­seite zu­rück an die Küste.


Bild 212: Nordseite des Stöðvarfjörður


Nach dem Fjord ist vor dem nächsten Fjord. Da­zwischen geht es wieder an der rauen Küste ent­lang. Bei Shæhvammur beginnt der nächste Fjord. Der Breiðals­vík ist aber eher eine Bucht als ein Fjord.


Bild 213: Küstenlinie zwischen Stöðvarfjörður und Breiðdalsvík


Breiðdalsvík

In der gleichnamigen Bucht ist ein größerer Ort. Hier hat ein Kapitän seinen Kahn in den Sand gesetzt. Der ge­strandete Fisch­kutter ist Denk­mal und Spiel­platz.


Bild 214: Kutter auf dem Trockenen



Bild 215: Der Kutter träumt von alten Zeiten



Bild 216: Kiboko spielt Kapitän


Viele Holländer haben einen Wohn­wagen hinterm Haus. Das ist in Is­land auch so. Aber is­ländische Wohn­wagen können schwimmen und haben einen Namen. Dieser Wohnwagen heißt SU 6 Dalakollur.


Bild 217: Isländischer Wohnwagen


Bei Breiðdalsvík ist die Um­leitung zu Ende. Hier trifft die Nationals­traße Eins an die Küste. Am Ende des Fjordes ist ein breiter Sand­strand. Zum Baden hat Kiboko aber keine Zeit. Die Winter­sonne steht gegen 13 Uhr im Zenit und der Weg ist noch weit.


Bild 218: Mittagssonne am Strand
Teil 2925. Jan. 2021
Island Tag 7-3: Krossgerði - Teigahorn

Kiboko fährt weiter nach Westen. Es wird immer winter­licher. Am Horizont ist bereits der nächste Fjord Beru­fjörður zu er­ahnen.

Krossgerði

Kurz vor dem Fjord­eingang liegen zu Füßen eines großen Berges ein paar ver­streute Ge­höfte. Sie bilden den Ort Kross­gerði.


Bild 219: Nationalstraße 1 bei Krossgerði


Auch in Krossgerði haben die Isländer in spek­takuläre Wasser­fälle in­vestiert. In mehreren Stufen stürzt sich ein Bach in die Tiefe. Die Heizung für den Wasser­fall konnte noch nicht fi­nanziert werden. Daher friert im Winter der Wasser­fall noch teil­weise ein.


Bild 220: Tiefgekühlter Wasserfall bei Krossgerði


Die Islandidylle mit Gehöften, Felsen, Wasser­fall und Wiesen mit Schafen ist fast kom­plett. Bei zu­nehmenden Ein­nahmen durch den Tourismus wird noch über die An­schaffung von Büschen und Bäumen diskutiert.


Bild 221: Bauernhöfe in Krossgerði


Das Treiben von Kiboko bleibt nicht un­beobachtet. Auf der Winter­weiden beäugen un­rasierte Rasen­mäher jeden Schritt von Kiboko.


Bild 222: Isländischer Rasenmäher im Winterkleid


Die Familie hat mehr als ein schwarzes Schaf.


Bild 223: Rasenmäher in zwei Farbvarianten


Berufjörður

Hinter der nächsten Fels­nase beginnt der Beru­fjörður.


Bild 224: Hinter der Felskuppe beginnt der Berufjördur


Der Berufjörður ist 18km lang und der westlichste Ost­fjord. Auf der Sonnen­seite fährt Kiboko wieder in das In­land. Wenig später geht es im Schatten der Berge zurück zur Küste.

Bild 225: Haus am Berufjörður


Teigahorn

Bei Teigahorn ist der Berufjörður schon fast um­rundet. Vor einer halben Stunde ist Kiboko auf der anderen Seite gewesen.


Bild 226: Eingang zum Berufjörður von der Südseite betrachtet



Bild 227: Blick in den Berufjörður
Teil 3025. Jan. 2021
Island Tag 7-4: Djúpivogur - Selá

Kiboko lässt die Ostfjorde hinter sich und fährt weiter nach Westen. Hinter der nächsten Felsnasen sind aber wieder neue Buchten.

Djúpivogur

Von Djúpivogur schweift der Blick über zwei weitere Buchten, den Hamars­fjörður und den Álfta­fjörður auf eine gran­diose Berg­land­schaft. Die beiden Buchten sind durch ein ge­meinsames Haff vom Atlantik ab­getrennt.


Bild 228: Am Kap Djúpivogur


Melrakkanes

Bei Melrakkanes hat Kiboko bereits den Hamars­fjörður um­rundet und ist am Álfta­fjörður an­gelangt. Da­zwischen liegen lange 21km ohne Pipi­bude. Nicht nur beim Tanken sollte man in Is­land jede Gelegen­heit nutzen. Unter­wegs gibt es hier keine Bäume zum Ver­stecken. Anderen­falls muss man die nächsten 21km die Beine zusammen­pressen und die Zähne zusammen­beißen.


Bild 229: Wer kann es noch für die nächsten 21km aushalten?


Bei Melrakkanes haben die Isländer wieder in Wasser­fällen in Straßen­nähe in­vestiert. Wer die Pipi­bude ge­nutzt hat, darf sich auch am Wasser­fall er­freuen.


Bild 230: Touristenattraktion an der Pipibude.


Zwar haben sie auch hier noch keine beheizten Wasser­fälle. Aber das Geld hat noch für eine deko­rative Möwe ge­reicht.


Bild 231: Eine regungslose Möwe am regungslosen Wasserfall.


Der Álftafjörður ist durch das Haff vom Atlantik ab­getrennt und kann daher leich­ter er­frieren.


Bild 232: Still und starr ruht die Bucht


Geithellnur

Bei Geithellnur ist das Ende des Álfta­fjörður er­reicht. Am Rand des Fjords ist eine dunkle Schwemm­sand­ebene.


Bild 233: Schwarzer Schotter und weißes Eis


Mehrere Flüsse ergießen sich in den Álfta­fjörður. Bei Geithellnur ist es die Geihellaà.


Bild 234: Die letzten Meter der Geithellaá bis zum Meer.


Kiboko fotografiert gerne von den Fluss­brücken. Diese sind lang und schmal. Der Ver­kehr im Winter ist nicht besonders dicht. Trotzdem muss Kiboko den Straßen­verkehr im Auge be­halten. Ein LKW passt nicht zusammen mit Kiboko auf die Brücke. Kiboko muss flitzen.


Bild 235: Kiboko und der LKW passen nicht gemeinsam auf die Brücke.


Selá

Der nächste Fluss ist die Selá. Hier wird Kiboko nicht vom LKW von der Brücke geschubst.


Bild 236: Typisch für Island sind die einspurigen Brücken


Die Selá führt gerade wenig Wasser und plätschert über eine breite, verschneite Schotterebene.

Nach heftigen Regenfällen und bei der Schnee­schmelze ist hier Land unter. Sollte ein Vul­kan unter dem Gletscher aus­brechen, taut der Gletscher schlag­artig auf. Die Wasser­massen machen das Bäch­lein zur alles mit­reißenden Wasser­walze. Straße und Brücke werden dann fortgespült. Alles geht hier den Bach runter.


Bild 237: Wenig Wasser auf der Schotterebene.
Teil 3128. Jan. 2021
Gestern hat der Troll wieder zugeschlagen.
Er hat es Kiboko übel genommen, dass der Trollpunkt durch ein Komma ersetzt wurde.
Zur Strafe hat den neuesten Beitrag beim Einfügen des vorletzten Bildes einfach so gelöscht ...

Damit sich Zebraautos in Island wohlfühlen, gibt es im Winter Straßenabschnitte im Zebradekor. 🤩


Island Tag 7-5: Hvalnes

Zwischen Þfottá und Hvalnes führt die Ringstraße an einer Steil­küste ent­lang.

Þfottá

Kiboko hat die Schnee­grenze er­reicht. Schlag­artig wird es winter­lich. Schnee säuselt über die Ring­straße.


Bild 238: Verschneite Straße bei Þfottá


Die tiefstehende Sonne ver­steckt sich hinter den Bergen. Am Nach­mittag hat sie bereits den Zenit über­schritten. Aber um diese Jahres­zeit sinkt sie nur langsam tiefer und ver­breitet eine magische Licht­stimmung.


Bild 239: Blick von Þfottá nach Hvalnes


Zwischen Meer und Schnee liegt ein schwarzer Streifen Strand. Kiboko blickt zurück. An den Berge im Hinter­grund liegt Djúpivogur. Dort ist Kiboko heute schon vor­bei­gefahren.


Bild 240: Blick zurück nach Djúpivogur


Die Straße wird wieder zur fest­gefahrenen Eis­piste. Der Splitt sorgt für eine gewisse Griffig­keit. Trotz­dem muss Kiboko mit dem Gas­fuß vors­ichtig sein, sonst gehen bei der hoch­moto­risierten Renn­semmel die Pferde durch. Die 90 auf dem Schild grinst Kiboko höhnisch an. Mit der Renn­semmel ohne Spikes sind gerade mal so 60km/h drin.

Faule Rentiere

Oder hat das Verkehrsschild eine andere Be­deutung? Viel­leicht kommen jetzt 90 Ren­tiere? Rudolf und Rudolfine stehen be­reits auf der Straße. Sie gehen nicht an die Seite. Sie wollen mit­genommen werden. Kiboko hat in der Renn­semmel leider etwas wenig Platz. Dann möchte sie Kiboko vor seinen Ren­nschlitten spannen. Aber dazu haben die beiden keinen Bock.


Bild 241: Rudolf und Rudolfine



Bild 242: Isländische Tramper


Damit bleibt es bei den beiden Ren­tieren. Die rest­lichen 88 halten sich ver­steckt.

Hvalnes

An der nächsten Fels­spitze ist Hval­ness. Der kleine dunkle Turm ist der Leucht­turm.


Bild 243: Kleiner Leuchtturm von Hvalnes in weiter Landschaft


In Hvalnes gibt es keine Park­möglich­keit. Die Straße ist zu unüber­sichtlich. Kiboko fährt ein Stück weiter und läuft dann auf der eis­glatten Straße zurück. Die vorbeif­­ahrenden Is­länder schauen Kiboko groß an. Haben die noch nie ein Nil­pferd mit Foto­apparat auf einer Eis­fläche ge­sehen?


Bild 244: Eispiste bei Hvalnes


Von Hvalnes aus schweift der Blick über den Lónsvík. Es ist die letzte große Bucht vor Höfn. Der Berg am Ende der Bucht ist 888m hoch.


Bild 245: Lónsvík, die letzte Bucht vor dem Tagesziel Höfn
Teil 3228. Jan. 2021
Island Tag 7-6: Höfn

Kiboko fährt an der Südküste entlang der winter­lichen Lónsvík weiter nach Höfn. Gegen 16 Uhr steht die Sonne schon sehr tief.

Lónsvík


Bild 246: Zwei Steine in der Bucht Lónsvík


Die Lichtstimmung ist einfach genial. Vorder­grund, Hinter­grund, Sonne und Wolken zeigen immer wieder neue Kombi­nationen. Alle paar Meter gibt es ein neues Foto­motiv. Bei den vielen Foto­motiven kommt Kiboko gar nicht mehr so richtig weiter. Daher sind die folgenden Bilder aus dem Auto ent­standen. Fenster runter­kurbeln und Klick!


Bild 247: Eine viertel Stunde später in der Bucht von Lónsvík



Bild 248: Teleaufnahme an der Bucht von Lónsvík



Bild 249: Nur wenige 100m weiter schiebt sich die Bergkette vor die Sonne


Laxá

Einspurige Brücken führen wieder über die Flüsse. Kurz vor Höfn überquert Kiboko die Laxá. Dieser Fluss hat den selben Namen, wie der Abfluss vom Mývatn. Es ist aber ein ganz anderer Fluss in einer anderen Gegend.


Bild 250: Brücke über die Laxá


Auch die Laxá plätschert in mehreren flachen Armen den Meer ent­gegen. Die Inselchen im Fluss sind mit Schnee be­deckt.


Bild 251: Winterliche Laxá


Kurz vor Höfn fragt Kiboko noch eine Ein­geborene nach dem Weg zur Her­berge. Aber die Dame kennt sich nur mit Schuh­geschäften und Bou­tiquen aus.


Bild 252: Rentierdame am Lachsfluss


Auch ohne die Hilfe der Eingeborenen hat Kiboko die Herberge gefunden. In der Herberge ist niemand. Die Tür ist nicht verschlossen. Kiboko tritt ein. An der Rezeption liegt eine Nachricht. Kiboko soll anrufen, wenn er angekommen ist. Dann würde jemand kommen. Leider hat jemand das Telefon mitgenommen. Kiboko macht es sich in der Herberge bequem. Eine Stunde später kommt die Chefin und Kiboko bekommt sein Zimmer.

Inzwischen ist es draußen dunkel. Es herrscht starkes Schneetreiben. Wolkenlücken sind nicht zu erwarten. Die Sonnenaktivität soll diese Nacht wieder nur minimal sein. Grüne Lichter sind am Himmel auch nicht zu erwarten.

Stattdessen schaut sich Kiboko die Neonlichter im Supermarkt an. Der Tag ist gelaufen.
Teil 3328. Jan. 2021
Island Tag 8-1: Höfn

Im ersten Morgengrauen macht sich Kiboko auf die Socken und sattelt die Pferde.


Bild 253: Die Herberge der letzten Nacht


Höfn í Hornafirðí

Am Morgen dreht Kiboko noch eine Runde durch den kleinen Ort. Der liegt auf einer Halb­insel. Viel zu sehen gibt es hier nicht. Höfn be­deutet nicht Hof sondern Hafen. Die Straße endet im Hafen. Zwei große Fischer­boote werden mit schweren Ketten an die Flucht auf das weite Meer ge­hindert.


Bild 254: SF-200 Jóna Edvalds



Bild 255: SF-250 Asgrimur Halldorsson


Diesen kleinen Fischkutter hat man sogar auf das Land ver­bannt. Als Museums­schiff sitzt die Akurey auf dem Trockenen. Mit dem Schiff wurden Hummer (Nor­wegischer Hummer - Kaiser­granat) ge­fangen. Der lebt am Konti­nental­schelf des Nord­atlantiks und ist eine Spe­ziali­tät von Höfn.


Bild 256: Museumsschiff SF-52 Akurey


Auf der Ringstraße

Kiboko fährt auf schneeglatter Straße entlang der Süd­küste nach Westen. Der starke Wind treibt den Schnee über die Straße. Tages­ziel ist Vík im Mýrdal. Das sind rund 250km. Das hört sich nicht viel an. Aber auf einer kurven­reichen, ver­eisten Straße be­deutet das fünf Stunden reine Fahr­zeit. Bei sieben Stunden Tagesl­icht - im Süden gibt es eine Stunde mehr - blei­ben nur zwei Stunden für andere Aktivitäten.

Die ersten Kilometer des Tages führen nach Norden. Die große Bucht Horna­fjörð muss noch um­rundet werden. In großer Ent­fernung grüßt der erste Gletscher. Der Hoffels­jökull wird vom rieseigen Vatna­jökull ge­speist.


Bild 257: Der Gletscher grüßt die Ringstraße.


Hinter einen ebenen Küsten­streifen ragen bis zu 1000m hohe Berge in den Himmel. Frau Holle hat in den letzten Tage Berg und Tal mit Schnee ver­ziert.


Bild 258: Winterwiese



Bild 259: Schwemmsandebene


Nesjar

Die Schwemmsandebenen der Küs­ten­streifen kön­nen durch Gletscher­flüsse ohne große Vor­warn­zeit über­schwemmt werden. Ort­schaften und einzelne Höfe wurden daher im Schutz der Berge in sicherer Lage er­richtet. Die Häuser sind so weit vom Berg weg, dass keine Erd­rutsche die Häuser be­schädigen können. Aber sie liegen so hoch, dass Hoch­wasser sie nicht er­reichen kann. Große Bäume um den Häusern bieten etwas Schutz vor starkem Wind.


Bild 260: Häuser im Schutz eines Berges



Bild 261: Bauernhof bei Nesjar
Teil 3428. Jan. 2021
Island Tag 8-2: Brunnhólt

Kiboko fährt weiter entlang der Bucht Horna­fjörður nach Westen. Der Wind fegt den Schnee über die Straße.

Hornafjarðarfljót

Die Warnschilder für eine ein­spurige Brücke kün­digen den Fluss an.


Bild 262: Warnschilder kündigen die nächste Brücke an


Bei Brunnhólt wird der Haupt­zufluss der Bucht über­quert. Eine lange Beton­brücke überquert eine weiter Eis­fläche. Der Hornafjarðarfljót ist vor Ehr­furcht oder Frost er­starrt. Netter­weise haben die Isländer Schilder mit den Fluss­namen auf­gestellt. Beim Versuch des lauten Aus­sprechens des Namens ist die Zunge von Kiboko auch vor Ehr­furcht er­starrt.


Bild 263: Brücke über den Hornafjarðarfljót


Der Hornafjarðarfljót wird vom Gletscher Hoffells­fjöður ge­speist. Die Gletscher­zunge mit dem blauen Eis ragt bis in das Tal. Der Gletscher kommt aus dem In­land und wird von den Eis­massen des Vatna­jökull ver­sorgt.


Bild 264: Der Gletscher Hoffellsfjöður endet am Rand der Ebene.


Holmur

Bei Holmur steht ein hübscher Bauern­hof gleich neben der Straße. Auch dieser Bauern­hof steht auf einen kleinen Land­rücken in ge­schützter Lage. Links ist das neue Wohn­haus. Da­neben sind die Stallungen, Scheunen und Neben­gebäude.


Bild 265: Bauernhof an der Ringstraße


Smyrlabjörg

Bei Smyrlabjörg führt die Ringstraße über eine weite Ebene. Der große Gletscher Vatna­jökull ist hinter einer Wolken­schicht eher zu er­ahnen. Mehrere Gletscher fließen hier aus dem Hoch­land ins Tal. Der Skalafell­jökull spaltet sich in mehrere Gletscher­zungen auf und endet am Über­gang in die Ebene.


Bild 266: Die beiden Gletscherzungen des Skalafelljökull



Bild 267: Skalafelljökull


Von der selben Position sind drei Gletscher zu sehen. Leider sind die Namen der Gletscher nicht in der Land­karte ver­zeichnet. Blaue Schilder mit gelber Schrift stehen leider auch nicht am Weide­zaun.


Bild 268: Gletscher bei Smyrlabjörg


Kiboko genießt kurz den Anblick. Dann muss die Fahrt weiter­gehen, denn der Weg nach Vík ist noch lang.
Teil 3528. Jan. 2021
Island Tag 8-3: Kalfafellsstaður

Die Schwemmsandebene hat ein Ende. Zwischen Atlantik und Berge geht die National­straße 1 über die Klippen. Kiboko schaut zurück auf eine Berg­kette an deren Ende Höfn liegt. Dort klart der Himmel auf. Am Hori­zont leuchtet ein Streifen hinter der Berg­kette.


Bild 269: Blick zurück nach Höfen entlang der Steilküste


Kalfafellsstaður

Auf der schneebedeckten Straße kommt Kiboko nur lang­sam voran. Bei Kalfafells­staður verläuft die Straße wieder dicht am Atlantik. Da, wo Kiboko gerade her­kommt wird das Wetter schön, während es hier immer dunkler wird.


Bild 270: An der Küste bei Kalfafellsstaður


Noch ein letzter Blick zurück mit dem Tele. Vor den Bergen liegt Höfn.


Bild 271: Ein imposanter Berg an der Küste


Pferde

Beim Blick nach vorn ist der Himmel dunkel­grau. Das riecht nach Schnee. Ob sich die Island­pferde auf den Schnee freuen?


Bild 272: Islandpferde unter Schneewolken



Bild 273: Das Islandpferd trotzt dem Winter


Der entgegenkommende Isländer wird sich mit seinem Auto von ein wenig Schnee nicht be­eindrucken lassen. Da wird Kiboko wieder neidisch. Die Renn­semmel lässt sich auch mit über­schaubarer Ge­schwindig­keit nur mit viel Kon­zentration auf der Schnee­piste halten.


Bild 274: Gegenverkehr


Kiboko versucht vor dem Schnee­treiben noch etwas Strecke zu machen. Aber weit wird Kiboko nicht kommen. Der nächste Gletscher nötigt Kiboko für einen ausgiebigen Foto­stopp.
Teil 3629. Jan. 2021
Island Tag 8-4: Jökulsárlón

Kaum ist Kiboko auf der Ringstraße in Schwung gekommen, bremst ihn ein Natur­schau­spiel aus. Gleich neben der Ring­straße ist ein großer Park­platz. Ein Holz­häuschen mit Vier­fach­giebel ist gut besucht. Darin ist ein Res­taurant, Café und ein Souvenir­laden. Ob­wohl es nicht regnet, sitzt kein Tourist draußen.


Bild 275: Souvenirbude am Jökulsárlón


Auf dem Parkplatz stehen dann die Touristen­busse, denen Eis und Schnee nix an­haben können. In diesen Fahr­zeugen sind Klein­gruppen­reisende unter­wegs. Die mehr­tägigen Standar­dreisen haben mit dem Jökuls­árlón das östlichste Ziel er­reicht.


Bild 276: Isländischer Kleinbus


Vögel

Wo viele Menschen sind, bleibt auch mal etwas liegen. Die Piraten der Lüfte sind schon da, um sich ihre Tages­ration ab­zuholen. Eine junge Sturm­möwe sucht im Tief­flug den Park­platz nach Speise­resten ab.


Bild 277: Jung Sturmmöwe bei Aufklärungsflug


Der Kolkrabe geht vom Boden aus auf die Suche.


Bild 278: Der Kolkrabe hat einen rabenschwarzen Tag


Jökulsárlón

Kiboko ist nicht wegen den Vögeln hier. Ein kleiner Hügel ermöglicht einen Über­blick. Hier breitet sich der Jökuls­árlón aus. Es ist ein Gletscher­see. Der Gletscher Breiðamerku­jökull bringt das Eis vom Vatna­jökull an die Küste. Hier verendet der Gletscher. Haus­große Eis­brocken brechen von der Gletscher­zunge ab und stürzen in den Jökuls­árlón.


Bild 279: Der Gletschersee Jökulsárlón mit festgefrorenen Eisschollen


Im Winter ist der Gletscher­see ge­froren. Eis­schollen halten die Eis­berge fest. Der frische Schnee hat das Blaue Gletscher­eis über­deckt. Be­wegung gibt es nicht. Das trübe Wetter macht die Szene nicht viel spannender.


Bild 280: Eisschollen und Eisberge im Jökulsárlón


Rohdiamanten

Mit dem Teleobjektiv kann Kiboko die Szenerie etwas ver­dichten und ein paar blaue Eis­berge her­auspicken. Diese Eis­berge sind die Isländischen Roh­diamanten. Sie können später in geschliffener und ver­edelter Form am Strand ge­funden werden.

Diamantenherstellung

Kiboko hat eine Theorie über die Her­stellung der Roh­diamanten. Unter hohem Druck wird Schnee zu Eis ge­presst bis die darin ent­haltenen Luft­bläschen heraus­gedrückt sind. Das ist die Auf­gabe der Isländischen Trolle. Auf dem Vatnajökull machen die Trolle sehr oft Party. Beim Tanz auf dem Vulkan trampeln sie im Takt der Musik den Schnee fest. Der Schnee wird zu Eis kom­pri­miert. Dabei wird auch viel gebechert. Be­vorzugtes Getränk ist Blue Curacao. Der war schon in den 1970er Jahren als Blauer Bols sehr be­liebt. Der Schnaps enthält die Farb­stoffe e131 (Patent­blau) und e133 (Brilliant­blau). Bei einer feucht fröh­lichen Party, geht auch mal der eine oder andere Tropfen da­neben. Stark ver­dünnt, be­kommt das Gletscher­eis so zu seiner blauen Farbe. Je nach Ver­dünnung entstehen unter­schiedliche Farb­nuancen. Falls ein Troll sich vorher die Füße nicht gewaschen hat, tauchen im Gletschereis schwarze Ein­schlüsse auf.

Was von der Party übrig bleibt, landet als Touristen­attraktion im Jökuls­árlón.


Bild 281: Verschneiter Eisblock im Gletschersee



Bild 282: Eisblock auf Eisscholle



Bild 283: Dreckiger Eisblock, weil der Troll dreckige Füße hatte


Der Gletscher Breiðamerku­jökull mündet noch in zwei weitere Gletscher­seen, den Breið­árlón und dem Fjalls­árlón. Diese sind weniger be­kannt und von Touristen weniger be­völkert. Leider hatte Kiboko nicht ge­nügend Zeit, um die anderen beiden Gletscher­seen zu be­suchen.
Teil 3710. Feb. 2021
Island Tag 8-5: Jökulsárlón

Kiboko steht auf einem Hügel der End­moräne des Breiðamerku­jökull. Im Jahr 1890 reichte er noch bis hierher. Der Gletscher hatte nur 250m Abstand vom Atlantik.

Abfluss Jökulsá

Wenn die Eisberge auf einer Seite in den Jökuls­árlón rein­fallen, müssen sie auf der anderen Seite wieder raus­fallen. Dafür ist der Gletscher­fluss Jökulsá zu­ständig. Es ist der kürzeste Fluss Islands. Im Sommer treiben die Roh­diamanten in Form von Eis­berge lang­sam zur Diamanten­schleiferei, dem Atlantik ent­gegen. Im Winter sind sie fest­gekeilt und fest­gefroren im Fluss ver­ankert.


Bild 284: Jökulsá - der kürzeste Fluss Islands


Festgesetzte Eisberge ver­stopfen den Jökulsá. Der Fluss hat sie zusammen­geschoben und kom­primiert. Dann sind sie zusammen­gefroren. Hier schiebt sich nix. Der Jökulsá benötigt dringend Ab­führ­mittel, damit die Eis­berge ab­fließen und der See ent­leert wird.


Bild 285: Der Abfluss ist verstopft


Der dunkle Himmel droht mit Schnee­massen. Ob aus dunkel­grauen Wolken auch dunkel­grauer Schnee fällt? Die dunkel­grauen Klein­busse mit den Touristen­klein­gruppen streben dem nächsten Ziel ent­gegen. Kiboko geht zur Diamanten­schleiferei an den Diamanten­strand, bevor Frau Holle das Schüttel­fieber packt.

Diamantenschleiferei

Der Gletscherfluss Jökulsá befördert die Roh­diamanten als Ei­sberge in den Atlantik. Der Atlantik verweigert die An­nahme. Große Wellen spülen die Eis­berge zurück an den Strand. In der Brandung be­findet sich die Diamanten­schleiferei. Die Eis­berge werden von den Wellen be­arbeitet. Mit brachialer Gewalt wird schwarzer Lava­sand gegen die Eis­blöcke ge­schleudert. Die Wellen schieben die Eis­blöcke über den Sand. Dabei werden sie gedreht, abgerundet und poliert.

Kiboko beobachtet die Arbeit der Wellen in der Diamanten­schleiferei. Mit hoher Ge­schwindig­keit sausen die Wellen heran. Dann knallt die Welle auf einen Eisblock. Das Wasser spritzt in alle Himmels­richtungen. Un­vorsichtige Foto­grafen bekommen hier schnell nasse Füße, nasse Knie, nasse Beine und einen nasse Mütze. Auch die Knips­kiste bekommt eine Dusche.

Die Bilder sprechen für sich.


Bild 286: Diamantenschleiferei



Bild 287: Eisblöcke in der Schleiferei



Bild 288: Eisblock im Vollwaschgang



Bild 289: Schnell weg! Die Welle kommt an den Strand gesaust



Bild 290: Die nächste Welle kommt



Bild 291: Ein Eisblock wird geschliffen



Bild 292: Es spritzt. Gleich ist Kiboko nass.
Teil 3810. Feb. 2021
Island Tag 8-6: Jökulsárlón

Das Arbeitsergebnis der fleißigen Diamanten­schleifer liegt dann am Strand herum. Weiße und hell­blaue Dia­manten in unter­schiedlichen For­men und Größen werden auf schwarzem Sand präsen­tiert. Bei der Viel­falt kann sich Kiboko einfach nicht ent­scheiden. Zu groß und zu un­über­sichtlich ist das An­gebot an Dia­manten. Preis­schilder sind nicht dran. Ver­mutlich sind sie un­bezahlbar.


Bild 293: Strand der Diamanten



Bild 294: Hellblaue Diamanten am schwarzen Strand



Bild 295: Reichhaltiges Angebot



Bild 296: Kleiner Diamant ganz groß



Bild 297: Dieser Diamant sieht wie ein eingegrabenes Schwein aus, dessen Schnauze in den Himmel zeigt.



Bild 298: Minieisberg auf schwarzem Sand


Fernab der Touristen­ströme stolpert Kiboko über ein ganz besonderes Ob­jekt. Auf dem ersten Blick sieht es wie das ab­gebrochene Horn eines Ein­horns aus. Kiboko hat nachgeforscht und ist auf eine sagenhafte Ge­schichte gestoßen.

Elfenðilðó

Das edle Fundstück gehört der Elfen­königin Borghilður.


Bild 299: Der Elfenðilðó



Am 20. März 2010 fand eine heiße Party auf dem Vulkan statt. Dabei hat die Elfen­königin Borghilður diesen per­sönlichen Ge­gen­stand ver­loren. Im Blue-Curaçao-Rausch ist er ihr während der Be­nutzung aus der könig­lichen Hand ge­flutscht. Er rutschte abwärts über das frisch fest­getrampelte hell­blaue Eis. Dann ver­schwand er in einer Gletscher­spalte. Beim Auf­prall am Boden der Spalte wurde leichte seismische Aktivi­täten gemessen. Isländische Geologen waren beunruhigt und haben die Umgebung evakuiert.

Borghilður fluchte laut über ihr Miss­geschick. Durch den Lärm wurde der schlafende Riese Eyjafjalla­jökull ge­weckt. Der Riese wurde sauer und ließ erst einmal Dampf ab. Borghilður fluchte und zeterte weiter. Da wurde es Eyjafjalla­jökull zu viel. Er spuckte Feuer und Asche. Das legte den Luftverkehr über den Nord­atlantik und sogar in Europa lahm. Der Gletscher schmolz. Wasser­massen schossen schlag­artig in den Atlantik. Sie haben Straßen und Brücken mitgerissen. Erst im Juni 2010 beruhigte sich die Elfenkönigin und der Riese wieder. Der Elfenðilðó blieb verschollen.

Durch das Hoch­wasser im Gletscher­fluss wurde der Elfenðilðó in den eis­kalten Atlantik be­fördert. Der Atlantik hat die An­nahme ver­weigert. Das edle Stück wurde post­wendend an den Strand gespült.

Nun liegt der Elfenðilðó Kiboko zu Füßen. Ehr­führchtig macht Kiboko ein Beweis­foto und zieht sich dis­kret zu­rück. Niemand weiß, welche Krank­heits­erreger und kälte­liebenden Vieren an einem gebrauchten Fund­stück haften können.



Das Ende vom Elfenðilðó

Ein besoffener Troll hat Kiboko folgende Sage er­zählt. Drei­einhalb Jahre später passierte das Un­glück. Im Herbst 2019 soll eine Chi­nesische Reise­gruppe aus Wuhan dieses Fund­stück ent­wendet haben. Sie hielten den Elfenðilðó für ma­gisches Horn vom Ein­horn. In Wuhan wurde das Teil zer­stückelt und pulveri­siert. Anschließend soll es als magisches Potenz­mittel in einer Gar­küche auf dem Wild­tier­markt von Wuhan ver­kauft worden sein. Die Elfen­königin Borghilður erzürnte über den end­gültigen Verlust Ihres Lieblings­ðilðós. Ihre Rache war grenzen­los.
Teil 3910. Feb. 2021
Island Tag 8-7: Jökulsárlón - Vík

Der Diamantenstrand bietet eine Fülle von Foto­motiven. Hier könnte Kiboko noch viele Stunden ver­bringen. Aber die Zeit drängt. Kiboko muss weiter­fahren.

Jökulsá Brücke

Die Hängebrücke über den Jökulsá ist auch ein­spurig. Mehr als dreißig Autos dürfen nicht gleich­zeitig über die Brücke fahren. Die Tem­peratur­anzeige ist ein­gefroren.


Bild 300: Brücke über den Jökulá


Hinter der Brücke hat der Schnee die Straße frei­geweht. Der starke Seiten­wind drückt an der Renn­semmel. Aber Kiboko stemmt sich tapfer da­gegen und schlingert über die Ring­straße.


Bild 301: Seitenwind auf der Eispiste


Stigá

Große und kleine Gletscher­flüsse streben den Atlantik ent­gegen. Die Stigá plätschert ge­mächlich aus den Bergen durch den Schnee.


Bild 302: Der Gletscherfluss ist fast vollständig erstarrt.



Litlahof

Während Kiboko über die vereiste Fahr­bahn schlittert, fährt der Is­länder un­gerührt mit maxi­maler Ge­schwin­dig­keit. Die Spikes beißen sich auf der Eis­piste fest.


Bild 303: Gegenverkehr auf der Eispiste


Bei ungemütlichen Wetter kämpft sich Kiboko durch den Schnee. Eis und Wind­böen er­fordern höchste Kon­zentration am Lenk­rad. Trotzdem kommt Kiboko nur langsam voran.


Bild 304: Fahrt im Schneesturm



Bild 305: Schwarz-weiß Landschaft


Skaftafell Nationalpark

Eine Eispiste führt zum nahen Skafta­fell National­park. Der Park­platz ist ver­weist. Es schneit unter dunklen Wolken. Kiboko tastet sich bis zu einer Info­tafel vor. Bis zum Svarti­foss ist es nicht wirk­lich weit. Der Svarti­foss ist ein mit Basalt­säulen ge­schmückter Wasser­fall an einem Über­hang. Von hinten kann durch den Wasserfall fotografiert werden. Kiboko hat vom Svarti­foss schon hervor­ragende Bilder im Gegen­licht ge­sehen. Bei den aktuellen Wetter­bedingungen sind keine guten Auf­nahmen zu er­warten. Der Weg zum Wasser­fall ist im Schnee­treiben nicht zu er­kennen. Kiboko hat keine recht Lust. Der Svarti­foss und die anderen Natur­schönheiten im National­park müssen auf den nächsten Besuch von Kiboko warten.

Schnee

Kiboko klemmt sich wieder hinter das Lenk­rad. Die Renn­semmel kriecht über die National­straße 1. Es schneit. Alles ist weiß. Die Verkehrs­schilder haben jetzt eine Tarn­kappe an­gelegt. Es wird dunkel in Is­land. Im Schnee­sturm ist die Straße kaum noch zu sehen.


Bild 306: Alles weiß


Vík í Mýrdal

Dann tauchen ein paar Häuser an der Straße auf. Kiboko ist heile in Vík í Mýrdal angekommen. Auch die Renn­semmel hat sich eine Tarn­kappe zu­gelegt.


Bild 307: Rennsemmel mit Tarnkappe


Während draußen der Schnee­sturm tobt, kann sich Kiboko im Zimmer aus­ruhen. Bei Schnee­sturm sind keine grünen Lichter am Himmel zu er­warten.


Bild 308: Trübe Aussichten
Teil 4011. Feb. 2021
Island Tag 9-1: Vík í Mýrdal

Am nächsten Morgen hat sich das Wetter geändert. Es ist klar. Pünktlich zum Sonnenaufgang um 10:00 Uhr ist Kiboko am Strand. Die Dünen aus weißem Sand sind Schneewehen.


Bild 309: Ein neuer Tag am Meer


Sturm

Der Sturm hat die Wolken weggeblasen. Es ist mehr als nur ein Sturm im Wasserglas. Das Wasserglas ist der Atlantik. Mächtige Wellen werden vom Sturm aufgetürmt. Der Sturm zerstäubt das Wasser an den Wellenkämmen. Kiboko kann sich kaum auf den Beinen halten.

Die Tourismusinformation hat einen Truppe Trolle losgeschickt. Die haben den Horizont in der einzigen verfügbaren Farbe frisch in Orange gepinselt. Dann schieben sie die Sonne mit der Stange über den Horizont.


Bild 310: Stürmische Wellen bei Sonnenaufgang



Bild 311: Der Sturm lässt die Gischt fliegen


Hätten die Trolle gleich noch ein paar Palmen aufgestellt, würde sich Kiboko wie in der Karibik fühlen.


Bild 312: Ein wenig Karibikflair am Strand von Vík í Mýrdal


Die orange Farbe hat aber nicht für den ganzen Horizont gereicht. Drei Trolle wurden von der aufgehenden Sonne überrascht. Die Sonne hat sie versteinert. Als drei spitze bis zu 66m hohe Felsnadeln Skessudrangar, Landdrangar und Langhamar stehen sie noch im Meer. Sie konnten diesen Horizontabschnitt nicht mehr mit oranger Farbe streichen. Der Hintergrund bleibt hier trist und grau.

Kiboko will nach Garðár fahren. Das liegt hinter dem Kap Reynísdrangar. Dann sollten die Felsen vor dem orangegefärbten Horizont liegen.


Bild 313: Die Horizontmaler sind versteinert.


Vík í Mýrdal

Die tiefstehende Sonne beleuchtet das frisch verschneite Vík í Mýrdal. Der große Kasten, indem sich die Sonne spiegelt, ist die Herberge von Kiboko für zwei Nächte. Der Hauptteil des Ortes ist links außerhalb des Bildes.


Bild 314: Morgens in Vík í Mýrdal mit Edda Hotel.


Das Kirchlein thront auf einem Hügel über dem Ort vor einer verschneiten Bergkulisse. Frau Holle hat für diesen Anblick am gestrigen Tag geschuftet.


Bild 315: Die Kirche von Vík í Mýrdal

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