5 Tage Etosha im Dezember 2020

Reisebericht 34 Antworten · 9'525 Aufrufe · gestartet 18. Dez. 2020 von Bonebreaker
Themenstarter240 Beiträge · seit 201918. Dez. 2020 · #1
Anfang Dezember war ich mit meiner Frau für eine Woche in Namibia, genauer gesagt im Etosha-Park. Es war zwar eine kurze aber dafür eine sehr intensive Reise, an der ich gerne das Forum teilhaben lassen möchte und natürlich zum Mitlesen und Reisen einlade. Vielleicht kommt auch durch Wort und Bild etwas afrikanische Sonne hier im Forum an.
Da aufgrund der weltweiten Restriktionen infolge Corona auch unsere geplanten Reisen im Jahr 2020 geplatzt waren, mussten wir umdenken. Als im Sommer wieder Reisen eingeschränkt möglich waren, ergab sich für uns, Dank des, in unseren Augen 🙂 , weltbesten Tauchreisebüros in Pforzheim, dass wir sehr spontan nach Gozo zum Tauchen kamen. Dienstag gebucht, Samstag saßen wir bereits im Flugzeug. Wiedererwarten konnte mich dort sogar das Mittelmeer wieder in Begeisterung versetzten und es gab mir die Hoffnung im November/Dezember es zu wagen, wieder kurzfristig zu verreisen. Der Herbst und der Winter kamen, die Restriktionen stiegen. Dennoch fragten wir in unserem Reisebüro an, wo in der Zeit Tauchen überhaupt möglich wäre. Das Ergebnis war ernüchternd und deckte sich mit meinen Recherchen. Wir verwarfen den Tauchurlaub, aber Namibia rutschte stattdessen in unseren Focus. Ich liebäugelte eh seit mehreren Jahren damit, einfach mal eine Woche zur Tierbeobachtung und auch Fotografie in den Etosha zu fahren. Und so buchten wir Ende November vom 3. bis 11. Dezember Namibia. Ich gab die Randbedingungen an (5 Tage Etosha: 2 Nächte in Okaukuejo, 2 Nächte um Namutoni herum), der Rest wurde perfekt vom Reisebüro geplant.
Viel Spaß beim Lesen. Es fängt textstark an, wird dann aber immer Fotolastiger 🙂

1. Tag
„Mal schauen ob ihr erratet, was für ein Tier es ist“. Mit diesen Worten wurde mir ein Teller mit einem perfekt panierten Schnitzel, gigantischen Riesenpommes und Spätzle vor die Nase gestellt. Da wir in Namibia waren, konnte ich zu mindestens Schwein und Rind schon mal ausschließen. Sherlock Holmes wäre stolz auf meine gigantische Kombinationsleistung.
Wir befanden uns beim Abendessen in der Omandumba Bush Camp im Erongo Gebirge.

Zwei Tage zuvor waren wir brav zum Covid-19 Test gegangen und hatten bereits zwei Stunden später das Ergebnis: Negativ. Was wir total positiv aufgenommen haben. Somit war die Nummer Eins auf meiner Liste „Was alles schiefgehen kann“ schon mal überstanden. Am 3. Dezember fuhren wir dann am frühen Nachmittag zum Frankfurter Flughafen. Die geringen Flugbewegungen machten sich auch bei den Parkgebühren bemerkbar. Lediglich 30% vom regulären Preis hatte uns der Parkplatz im Flughafen gekostet. Der Flughafen war leer und dank Lufthansa Online Check-In mussten wir nur noch unser Gepäck aufgeben. Am Schalter stand kein Mensch.

Beim Sicherheitscheck waren auch nur wenige Fluggäste, was zur Folge hatte, dass wir penibel kontrolliert wurden. Aber Alle waren sehr höflich, und der gute Mann, der mich dann intensiv abtastete, sprach mit mir über meine Fotoausrüstung, die in diesem Augenblick durchleuchtet wurde und er offenbar einen Paradeblick auf den Anzeigemonitor hatte. Machte den Umstand, dass er dabei meinen Leistenbereich kontrollierte auch nicht viel angenehmer 🙂 . Und mir war klar, dass mein Handgepäck mal wieder auf dem Seziertisch der Sprengstoffkontrolle landen würde. Yepp, so war es auch.
Der Sprengstoffwischtest war dann bei mir negativ, bei meiner Frau dummerweise positiv. Was zur Folge hatte, dass sie plötzlich von mehreren schwerbewaffneten Polizisten flankiert war und ihr Handgepäck tuti kompletti ausleeren musste. Glücklicherweise konnten die Herrschaften sich selbst davon überzeugen, dass das Gefährlichste in der Tasche meiner Frau, Wissen in Form von Büchern war. Hmmm, ein falsch positiver Test, das habe ich doch schon mal gehört.

Ich machte mich auf die Suche nach einem Restaurant, denn Flugzeugessen löst bei mir alles Mögliche aus, nur keinen Appetit oder gute Laune. Ja nee ist klar, Meister Oberschlau, wenn draußen alles zu hat, dann ist es im Flughafen ja völlig anders. Kopfschüttel über mich selbst. Glücklicherweise gab es einen Laden für „to go“ und ich aß ein Chili con Carne aus Wegwerfgeschirr direkt neben dem Stand, auf bequemen Sitzen, nur halt ohne Tisch.

Beim Gate mussten alle Fluggäste ihren negativen Covid-19 Test vorlegen, nur dann durfte man das Flugzeug betreten. Man muss auch mal Positives hervorheben. Das Einsteigen ins Flugzeug lief dank festgelegtem Prozedere und der Bereitschaft der Fluggäste sich daranzuhalten, sehr gesittet ab. Kein Vergleich zu sonst, wenn nach der Durchsage, die eine Hälfte vorstürmt und es wie beim Skilift zugeht.

Für mich langen Lulatsch konnte das Reisebüro ein Sitz mit mehr Beinfreiheit reservieren, ohne Zusatzkosten. Es war eine Wohltat und während des Nachtflugs konnte ich mal eine bequeme Schlafposition finden. Ein Triumvirat von Kleinkindern beschalte uns während der Nacht immer abwechselnd. Ich wußte gar nicht, dass man Ohropax so tief in die Ohren drücken kann und trotzdem noch was hört 😁

Überpünktlich landeten wir in Windhoek. Die Einreise verlief eigentlich problemlos. Ich hatte in Deutschland bereits zwei Formulare ausgefüllt und ausgedruckt. Health questionnaire und COVID-19 Primary Surveillance Form. Darüber hinaus hatte ich die Reiseroute ausgedruckt, den negativen Covid-19 Test und die Bescheinigung der Auslandskrankenversicherung Covid-19 Krankenkosten zu übernehmen. Angeschaut wurde lediglich der Covid-19 Test inkl. Temperaturmessung vor Ort und die COVID-19 Primary Surveillance Form einbehalten. Alles andere interessierte nicht die Bohne. Dafür wurde im Flugzeug kein Visa-Formular ausgeteilt, so dass wir und viele Andere am Visaschalter das erstmal nachholen mussten. Eine namibische Sim-Karte wurde auch nicht gefordert. Das ganze Prozedere hat natürlich länger gedauert als üblich, so dass unsere Koffer Runde um Runde Koffer-Karussell fahren durften.

Wir wechselten noch schnell unser Geld und holten bei Europcar unser Auto ab. Zuvor mussten wir noch das Sicherheitsvideo für den namibischen Straßenverkehr anschauen. Eigentlich hatte ich einen Duster bestellt, aber als wir den Europcar-Bürocontainer verließen, stand ein Ford Ranger vor uns. Geil, ein kostenloses Upgrade. Man kann ja mal Glück haben. Großzügig wie ich manchmal sein kann 🙂 , sah ich darüber hinweg, dass es eine Automatik war. 😄

Wir schmissen unser Zeug auf die Pritsche, eine alte Decke hatte ich in weiser Voraussicht eingepackt, so dass das Gepäck vor dem eindringenden Staub geschützt war. Los gings. Tja der Hilux hat den Blinkerhebel links, der Ford Ranger natürlich rechts. Ob ich jemals im südlichen Afrika abbiegen werde, ohne die Scheibe zu wischen?????

In Windhoek ging es zum Superspar bei der Maerua Mall. Wir hatten zwar Lodge-Hopping vorgesehen, aber sich mit Getränken und Vespersachen einzudecken ist nie ein Fehler. Lustig fand ich in Namibia zu stehen und Gewürzspekulatius von „Gut und Günstig“ zu entdecken. Na dann: fröhliche Weihnachten.

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Die Fahrt zur Omandumba Bush Camp ging problemlos und ich hatte meinen Spaß mal wieder mit einem Pickup- Schlachtschiff durch Namibia zu schaukeln. Unterwegs machten wir auf einen Picknick Rastplatz Pause. Im Superspar hatte meine Frau für uns beide eine Laugenstange gekauft. Ich hatte damals etwas skeptisch darauf geschaut. Es war mit Abstand die beste Laugenstange, die ich je gegessen habe. Außen schön knusprig, innen weich. So etwas bekommt man in Deutschland schon lange nicht mehr.

Entspannt erreichten wir Omandumba. Bei selbstgemachten Feigensaft und Apfelkuchen erfuhren wir, dass wir ein Upgrade für die Busch Lodge erhalten hatten. Wenn‘s mal läuft, dann läuft‘s.
Im Bushcamp wurden wir von Wolfgang und Doro empfangen. Wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag. Wolfgang zeigte uns unsere gemütliche Hütte und anschließend gab er noch ein paar Wandertipps um das Camp herum.

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Nach einer Dusche und einem kleinem Power-Nap machten meine Frau und ich uns auf den Weg zum „Rentner-Hügel“, was aber meine Bezeichnung dafür war. Dort werden für den Sundowner die nicht ganz so fitten Gäste hingebracht. Bis zum Sonnenuntergang blieb ich dort, um Fotos zu machen.

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Um 19:30 trafen wir uns zum Abendessen, und nun schließt sich der Bogen zur Eingangsfrage. Ohne eine kleine Hilfe von Doro, hätte ich es auch nicht herausgefunden. „Etwas mit O“ war der Tipp. Ab sofort rangiert Oryx auf meiner Beliebtheitsskala sehr weit vorne. Es ist ein schönes Tier und schmeckt auch noch richtig gut. Nach dem Oryx gab es Tiramisu zum Nachtisch. Das Essen war superlecker.
Anschließend setzten wir uns zu viert mit einem Gin Tonic an Lagerfeuer. Klar war Corona ein Thema, aber mit Doro konnte man sich wunderbar über die Tiere im Allgemeinem und die auf der Farm im Besonderen unterhalten. Und Wolfgang hatte wunderbare Geschichte zur Farm und zu Namibia auf Lager. Es lohnt sich den Beiden zuzuhören.
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zuletzt bearbeitet 18. Jan. 2021
Themenstarter240 Beiträge · seit 201918. Dez. 2020 · #2
2. Tag

Kurz vor dem Sonnenaufgang waren wir beide wach und putzmunter. Also raus aus den Federn und die Kamera geschnappt. Zuerst etwas Landschaftsfotografie, sozusagen zum wachwerden. Dann der Griff zum Tele und bis zum Frühstück sich den Vögeln gewidmet, die es hier haufenweise hat.

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Zum Frühstück schauten dann noch die Farmbesitzer vorbei. Sehr nette und angenehme Leute. Auch wenn wir uns mit Doro und Wolfgang noch gerne länger unterhalten hätten, der Etosha rief und wir machten uns auf die Socken. Wir beide empfanden Omandumba als eine wundervolle Unterkunft und haben uns dort sehr wohl gefühlt.

Ich war vielleicht 10min auf der D2315 in Richtung Omaruru unterwegs, da tauchte plötzlich ein schwarzer Stock auf der Straße auf. Der sich in meine Fahrspur bewegte. Meine Synapsen brauchten etwas, denn ich war an dem vermeintlichen Stock bereits vorbeigesaust, dann rief ich verblüfft: „Eine Schlange“. Und legte eine Vollbremsung hin. Ich muss das arme Tiere um vielleicht 10cm verfehlt haben. Entsprechend war die Gute angefressen:

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Man muss nicht Harry Potter sein, oder Parcel Tongue sprechen können, um zu wissen was die Cobra gerade dachte. So, frei nach Monty Python: „Es tut ihm leid. Es tut ihm leid, dass er mir gerade fast den Kopf abgefahren hat. Nun, alles in Ordnung. Setz dich. Nimm dir 'n Keks. Machs es dir schön bequem. DU ARSCH!!! Du dämlicher, spatzenköpfiger, völlig irregewordener... "
Hallo, war wirklich keine Absicht.

***** Achtung. Die folgende Aktion bietet sich nicht unbedingt zum Nachmachen an 🙂 *****

Während ich so aus großer Entfernung die Cobra betrachte, merke ich, die bleibt ja stocksteif da liegen. Dass wäre doch die Gelegenheit für gute Schlangenfotos. Grundvoraussetzung dafür: auf Augenhöhe zu fotografieren. Was bei einer Schlange tief ist, ziemlich tief. Bei der Bundeswehr heißt das „tiefste Gangart“.

Also mit der Kamera unter Berücksichtigung eines entsprechenden Sicherheitsabstands (ein 600mm Objektiv ist da sehr hilfreich) genähert. Der Spruch „Kein Plan überlebt den ersten Zusammenstoß mit dem Feind“ bewahrheitet sich mal wieder. Kaum war ich der Hocke (weiter bin ich gar nicht gekommen), fängt die Gute an sich zu bewegen – direkt auf mich zu.

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Angriff ist die beste Verteidigung als Lebensmotto, gepaart mit einem äußerst kurzen Geduldsfaden und der Selbstbeherrschung eines Klaus Kinskis, führt dazu dass die Cobra ihren Oberkörper aufrichtet und weiter auf mich zuhält. 2 Sekunden lang lass ich meine Kamera im Dauerfeuer die Fotos schießen und bete, dass wenigsten bei einem Bild die Augen scharf sind, dann überschreitet die Schlange meine imaginäre rote Linie und ich stehe auf und laufe seitlich weg.

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Nach zwei Schritten meinerseits, bricht die Schlange ihren Angriff ab und schlängelt sich ins Unterholz. Ja ich weiß, dass die Tiere nicht umsonst zu den Speikobras gezählt werden und das Gift auf der Haut nicht gerade Altersfalten verschwinden lässt. Bei einer D3s inkl. Objektiv vor der Nase sind wenigstens die Augen geschützt.
Also gut, die Fronten zwischen uns Beiden sind geklärt. Ich verzichte auf jegliche weitere fotografische Aktion. Völlig geflasht steige ich ins Auto ein, und wir fahren weiter.

In Omaruru fahre ich zum Tanken. Während ich dem Tankwart beim Tanken zuschaue („Fill up“, nehmen die wörtlich, die tröpfeln den Tank bis zur Halskraus voll) geht meine Frau in den Shop und kommt kurze Zeit später grinsend zurück und hält mir ihr Smartphone unter die Nase. Im Laden hatte sie ein Plakat mit den regionalen Giftschlangen abfotografiert. An erster Stelle die „western barred spitting cobra“ und der Vermerk „extremly dangerous“. Ach nee, habe ich ja überhaupt nicht gemerkt.

Den restlichen Weg zum Anderson Gate schaffen wir ohne weitere Sondereinlagen. Wir checken in Okaukuejo ein und bekommen einen Bunglow relativ nahe zum Wasserloch. Ich empfinde die Unterkunft als sauber und zweckmäßig, wird aber nie einen Preis für Gemütlichkeit gewinnen. Was mir ehrlich ziemlich wurscht ist. Ich bin den ganzen Tag im Etosha und nicht auf dem Zimmer.

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Wir richten uns etwas ein, da wir hier zwei Nächte haben und ruhen uns etwas aus. Gegen 16 Uhr steigen wir in den Ranger und fahren zum Wasserloch Okondeka. Es ist noch heiß und auf dem Weg treffen wir vereinzelt auf Tiere.

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Kurz vor dem Wasserloch steht auf der Straße ein Auto. Man muss kein geistiger Überflieger sein, um zu wissen, da muss was Besonders liegen. Tatsächlich liegen links im Busch Löwen. Wir parken hinter den anderen Wagen und warten. Irgendwann taucht, wie auf den Nichts, vor uns ein Spitzmaulnashorn auf, das zum Wasserloch läuft. Die nächsten zwei Stunden verbringen wir mit:

Links Löwen
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Rechts Pfaue natürlich Strauße 🙂
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Links Löwen
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Rechts Nashorn
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Ich vermute das Prinzip wird klar.

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Als es Zeit wird aufzubrechen um vor Gateschließung im Camp zurück zu sein, fahre ich doch noch kurz bis auf den Parkplatz vor dem Wasserloch, was uns eine andere Perspektive auf das Nashorn gewährt.

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Dann geht es zurück ins Camp. Unterwegs treffen wir noch Gnus und Schakale bei interessantem Gegenlicht.

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Während ich dusche und mich für das Abendessen fertig mache, hat meine Frau noch nicht genug und schaut beim Wasserloch vorbei. Das Abendessen ist ala Carte, wobei die Bezeichnung etwas übertrieben ist. Es waren 7 Gerichte auf einen A4 Blatt, gemäß dem Prinzip
- Grilled game steak
- Grilled beef steak
- Grilled chicken steak
- …
Aber es hat geschmeckt; das Game steak, besser gesagt Elen-Steak.
Den Abend ließen wir mit einem improvisierten Moscow Mule in der Kaffeetasse am Wasserloch ausklingen. In diesem Urlaub war mal nichts mit Cuba Libre, einfach weil auch ich es nicht schaffe eine 1l Flasche Havanna-Rum in einer Woche leer zubekommen. Den Vodka gab es wenigstens in 0,5l.
Da am Wasserloch menschentechnisch nichts los war, war es kein Problem sich auf eine Bank zu setzten. Nach 15 Minuten tauchte eine Nashornmutter mit ihrem Jungen auf. Es ist immer verblüffend, wie leise und plötzlich diese Tiere aus dem Dunkel auftauchen.

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zuletzt bearbeitet 19. Dez. 2020
Themenstarter240 Beiträge · seit 201918. Dez. 2020 · #3
3. Tag
Wir sind wieder früh auf. Um 6:10 gehen die Toren auf und wir stehen 6:09 davor. Wir sind die Einzigen, als vor uns das Tor aufschwenkt und wir in den Sonnenaufgang fahren.

Der Plan am Morgen war recht simpel. Wir wollten die Wasserlöcher Nebrowni, Gemsbokvlakte und Olifantsbad der Reihe nach abfahren und versuchen gegen 9 Uhr im Camp zurück zu sein um noch Frühstücken zu können. Letzteres war Wunsch meiner Frau. Mir langt als Frühstück auch zwei Kekse und ein Glas Cola im Auto, ihr nicht! Madam möchte ein gesundes Frühstück.
Die geführte Diskussion, bei der ich argumentiere, dass dunkel getoastetes Weißbrot mit fettem Bacon und Bratwurst in keiner Weise gesünder ist, als ein paar Kekse mit Cola, finde ich immer noch logisch. Da ich aber verheiratet bin, gilt das unumstößliche erste Ehe-Gesetz. Die Ehefrau hat immer recht, ähm ich meine natürlich das Wohlergehen der Ehefrau liegt an erster Stelle.

Auf dem Weg zum Nebrowni gleich das erste Spitzmaulnashorn

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Am Wasserloch Nebrowni war erst mal gar nichts los. Nach einiger Warterei fuhren weiter. Direkt an der Straße stießen wir auf eine Hyäne. An der Stelle sind Entwässerungsrohre unterhalb der Straße verlegt. Vermutlich nutzen die Tiere dies als Höhle, weil wir immer dort auf Hyänen gestoßen sind.

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Kurz vor Gemsbokvlakte sehe ich ein fotogenes Zebra.

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Kurz danach beobachten wir eine Straußenfamilien. Im Hintergrund schlich sich ein Schakal an. Er spekulierte wohl auf ein kleines Frühstück in Form zarten jungen Straußensteaks. Allerdings waren die Straußeneltern ziemlich wachsam, und der Schakal machte sich nach drei Versuchen aus dem Staub.


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Beim Gemsbokvlakte war Halli Galli. Viele Zebras, Giraffen und Vogelschwärme. Und auch die Strauße von vorher fanden sich ein.

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Da die Zeit vorangeschritten war, kehrten wir um und fuhren ins Camp zum Frühstück zurück. Unterwegs noch ein recht korpulente Hyäne getroffen. Entweder vollgefressen oder schwanger.

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Und erneut kurz vor Nebrowni sahen wir erneut Hyänen.

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(Er ist der Eindringling)

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(und wird sofort verjagt)

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(so sehen Sieger aus 🙂 )


Im Restaurant dauerte es etwas, bis jemand kam, um unsere Bestellung aufzunehmen. Nun ja, es gab eh nur das „Farmer breakfast“. Toast, Bacon, Sausage, and egg. Da ich kein Bock auf Eier zum Frühstück hatte, bestellte ich dies mit den Worten „without eggs“ ab. Und kam mal wieder in der afrikanischen Realität an. Die nette Bedienung konnte oder wollte einfach nicht verstehen, dass ich als Mann morgens keine Eier haben möchte. Die meinte anfangs noch „without“ sei eine besondere Art der Zubereitung für Eier.
Stöhn. Mir hätten wirklich ein paar Kekse ausgereicht.

Nach dem Frühstück machten wir noch einen kurzen Abstecher zum campeigenen Wasserloch.

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(Schon mal das so leer gesehen???)

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Wir stiegen wieder in den Ranger und fuhren diesmal bis zum Olifantsbad, was sich als äußerst tierleer entpuppte. Wir kehrten um. War vor 1,5h am Gemsbokvlakte noch die Hölle los, war jetzt auch hier totenstille. Wir entschieden abzubrechen und noch einen Abstecher zur Pan zu machen, bevor wir uns für die Mittagshitze im Camp zurückziehen wollten. Als wir auf Höhe von Nebrowni waren, sehen wir zu unserer Riesenfreude eine große Elefantenherde das Wasserloch ansteuern.

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Sämtliche anderen Tiere ergreifen die Flucht und die Elefanten schlagen ein und führen sich wie Rüpel auf.

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Aber schon nach einer Viertelstunde ist der ganze Spuk vorbei und die Elefanten ziehen weiter. Ich starte den Wagen und mache den Abstecher zur Pan.

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Kurze Zeit später sitzen wir in der kühlen Lodge und machen ein Mittagsschläfchen.
Gegen 16 Uhr steigen wir wieder in den Ranger ein. Erneut steuern wir Olifantsbad und erneut haben wir Pech. Nichts ist los. Ein paar Perlhühner. Beim Gemsbokvlakte ist ein Nashorn anzutreffen und in der Ferne kommt eine Herde Zebras dazu. Wir brechen ab und fahren ins Camp zurück, gehen gleich ans Wasserloch und genießen mit den Tieren doch Sonnenuntergang

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(Kind, mit dem Wasser spielt man nicht, vorallem nicht Springbrunnen)


Abends gingen wir wieder ins Restaurant. Am Nachbartisch saßen zwei Männer im Gespräch vertieft. Der Eine kam mir irgendwie bekannt vor, ich konnte ihn nur nicht einordnen. Groß, schlaksig, lange blonde Haare und ein Kopftuch umgebunden. Als dann zwei Frauen an den Nachbartisch herantraten und sich mit dem Mann fotografieren ließen, hatte ich endlich die Lösung.
Ihr kennt die Szene aus Zoomania, als Flash, das Faultier aus der KFZ-Stelle, den Witz versteht?

Bei YouTube ansehen ↗



Genauso ging es mir, bis die Erkenntnis mich ganz langsam küsste. Es war „Fanfarenstoß“ – Matto Barfuss. Jetzt wusste ich auch, wem der Geländewagen mit Gepardenbemalung gehörte, den ich tagsüber gesehen hatte.
Rätsel gelöst. Ich verzichtete darauf mich in den Kreis der Bewunderer inkl. Fotobeweis einzureihen. Ist nicht so mein Ding, zu mindestens bei Männern 🙂 . Bei Emily Blunt vielleicht. Ohoh, das gibt Redebedarf zu Hause.

Nach dem Abendessen ging es mit Kaffeetasse auf unsere Beobachtungsbänkchen am Wasserloch. Mama Nashorn mit Kind und in einigem Abstand auch ein, vermutlich, männliches Rhino waren bereits anwesend.

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Irgendwann tauchte dieser Geselle aus der Dunkelheit auf.

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Meine Frau hatte dank ihrer scharfen Augen und dem guten Fernglas das Tier entdeckt. Meine Kamera hat extreme Schwierigkeiten überhaupt es scharfzustellen, da es viel zu dunkel war. Wir sind uns immer noch nicht sicher was es war, sind aber der Meinung eine Schabrackenhyäne ist am wahrscheinlichsten. Vermutlich waren wir die Einzigen, die das Tier gesehen haben. Es kam wie der Geist und verschwand auch so.
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zuletzt bearbeitet 20. Dez. 2020
2'191 Beiträge · seit 201618. Dez. 2020 · #4
Hallo Bonebreaker,

danke für den lustigen Einstieg in Deinen Reisebericht, der zwar kurz, aber sicherlich nicht langweilig werden wird. Deine Schreibe gefällt mir.

Wir waren Anfang November auch für eine Woche im Etosha und auch für uns hat es sich gelohnt. Wobei eine Woche natürlich schon kurz ist. Aber kurz als nix.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
1'068 Beiträge · seit 201318. Dez. 2020 · #5
Danke, für den schönen Bericht - wirklich schöne Bilder hast du gemacht.

Matto Barfuss musste ich erst mal googeln....nein, der hätte bei mir keinen Reflex ausgelöst...
121 Beiträge · seit 201718. Dez. 2020 · #6
Hallo Bonebreaker !

Schön Deinen Bericht zu lesen, da kommen viele Erinnerungen an unsere Tour im Etoscha von 2018 wieder zurück.

Die Szene mit der Kobra liest sich toll, ebenso wie die Bilder. Da steckt man bestimmt voller Adrenalin.

Bin schon gespannt auf Deine Fortsetzung

LG Burkhard
Themenstarter240 Beiträge · seit 201919. Dez. 2020 · #7
@Gabi
Ja die Reise war nicht gerade die Längste. Der Wille länger zu bleiben wäre gewesen, die Anzahl der freien Urlaubstage hingegen waren sehr begrenzt.

@Mabe
Danke für das Lob. Nein Matto Barfuss muss man nicht unbedingt kennen.

@Kaeptn Haddock
Beim Fotografieren der Kobra war ich eher konzentriert und habe darauf geachtet den Abstand nicht zu klein werden lassen. Hinterher kam dann doch ein Adrenalinschub.
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Themenstarter240 Beiträge · seit 201919. Dez. 2020 · #8
4. Tag

Wir verlassen heute Okaukuejo und wollen zum Mushara Camp im Osten von Etosha. Pünktlich zur Gateöffnung stehe an der Rezeption und will den Schlüssel abgeben und unsere Kaution abholen. Natürlich ist noch niemand da. Die Gates werden geöffnet und die Männer verschwinden nach draußen. Im Osten sehe ich Wolkenbänke und es entsteht ein schönes Morgenrot. Ich schnappe mir meine Kamera und schreite durch das Tor (stand noch fast im Torrahmen) um ungehindert ein Foto zu machen.

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Anschließend kehre ich zur Rezeption zurück. In der Zwischenzeit war meine Frau im Restaurant und organisierte uns unsere Frühstücksbeutel.

Eine Office-Angestellte erscheint und läuft einfach zum Tor weiter, wo sich mittlerweile eine Gruppe von Männern versammelt hat. Aufgeregtes Gerede, was sich nicht nach dem üblichen Morgentratsch anhört. Also gehe ich hin und frage was los sei. Offenbar war gerade 200m links ein Löwe in den offenen, ich nenn es mal, Bauhof eingedrungen. Die Office-Angestellte öffnet endlich die Rezeption und telefoniert wegen dem Löwen. Ich gebe den Schlüssel ab und bekommen meine Kaution zurück und wir können aufbrechen.

Wir haben den ganzen Tag für die Durchquerung des Parks eingeplant und so fahren wir mit gemütlichen 30km/h durch die Gegend und sondieren die Umgebung. Große Tierherden sind nicht zu sehen, aber einzelne Tiere sind immer zu entdecken

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Am Wasserloch Homob halten wir an und frühstücken im Auto. In der Ferne treiben sich zwei Hyänen rum und vor uns taucht ab und zumal ein Zebra auf. Ansonsten ist es ruhig und ich gönne ausnahmsweise meiner Kamera etwas Ruhe.

Unsere Mittagspause machen wir in Halali. Okaukuejo war bereits sehr wenig frequentiert. Halali war die reinste Geisterstadt. Kein Tourist, nur im Schattenbereich sah man Angestellte sitzen. Echt erschreckend. Wir laufen zum Wasserloch. Ein paar Kudus und Schwarznasenimpala sind beim Trinken. Da weckt das Rumgekuschel der Borstenhörnchen direkt neben uns mehr mein Interesse.

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Nach einer viertel Stunde zieht es mich zum Restaurant, wo wir uns ein Rockshandy gönnen. Gestärkt nehmen wir die nächste Etappe zum Namutoni-Fort, wo wir den Parkeintritt der nächsten Tage zahlen müssen. In Okaukuejo konnten wir angeblich nicht für die vollen 5 Tage bezahlen.

Unterwegs kommen wir bei den Doppelwasserlöchern Sproingbokfontain und Batia vorbei. Hier wird es aufeinmal grün und viele Tierherden sind anzutreffen. Leider sind wir zur größten Mittagshitze da und das Hitzeflimmern führt in den meisten Fällen zu unscharfen Fotos

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Wir erreichen am frühen Nachmittag Namutoni und bezahlen den Eintritt für die nächsten Tage. Nach einem Abstecher in den Shop um kalte Getränke zu kaufen, fahren wir zum Wasserloch Klein-Namutoni. 6 Geier erfrischen sich gerade.

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Als ich den Motor ausmachen, fliegen die ersten drei sofort davon. So schnell konnte ich die Kamera nicht in Stellung bringen. Die anderen verlassen nach und nach das Wasserloch und beim Letzten schaffe ich es endlich, vorzeigebare Bilder eines fliegenden Geiers zu bekommen.

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Aus dem Gebüsch taucht auf einmal eine Herde von Elefanten auf. Der gelassene Gang dieser Tiere endete, als sie das Wasser erreichten und sie mit sichtlicher Freude ins Wasser rennen.

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Es macht Spaß den Tieren beim Trinken uns Spielen zuzuschauen. Nach einer Weile kommt von hinten eine zweite Herde von Elefanten. Mittlerweile muss ich das Weitwinkel nutzen, um alle auf das Bild zu bekommen.

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Die dramatischen Wolken im Hintergrund sind eine willkommene fotografische Abwechslung zum ewig blauen Himmel.

Der Giraffe bleibt nichts anderes übrig als vom Rand aus zuzuschauen.

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Es wird Zeit den Park zu verlassen und im Mushara Bush Camp einzuchecken. Am Von Lindequist Gate gibt es Unklarheiten wegen dem ausgefüllten Zettel und den bezahlten Permits. Nach einigen Hin und Her kapieren die Damen es dann, dass wir für drei weitere Tage bezahlt haben und wir außerhalb des Parks übernachten.

Wir erreichen das Bush Camp und bekommen ein cooles Wohnzelt.

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Beim Abendessen ist noch ein Männerduo aus Südafrika am Nachbartisch, ansonsten gibt es keine weiteren Gäste. Die Südafrikaner gehen mit der Angestellten recht unfreundlich um. Manches scheint sich nicht ändern zu wollen.

Den Abend lassen wir am Lagerfeuer ausklingen. Das ist Afrikafeeling pur für mich. Die Gewitterwolken, die wir tagsüber beobachtet haben, lassen ihr Ladung weiter östlich ab, so dass wir keinen Regen abbekommen.
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zuletzt bearbeitet 19. Dez. 2020
Themenstarter240 Beiträge · seit 201919. Dez. 2020 · #9
5. Tag

Heute ist mein Geburtstag. Die Welt ist doch irgendwie verrückt. Feiern mit Freunden ist nicht erlaubt, aber Urlaub in Namibia zu machen schon. Am Morgen wurde ich liebevoll von meiner Frau beglückwünscht (Das hört sich jetzt zweideutiger an, als es gemeint ist 🙂 ).

Wie die letzten Tage wollten wir bei Sonnenaufgang im Park sein. Anstatt Frühstück hatten wir ein Paket zum Mitnehmen gestern Abend bestellt. Das Paket entpuppt sich als ein ausgewachsener Korb, in dem Mengen geladen waren, damit hätte man eine 4-köpfige Familie satt bekommen.

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(leider unscharf)


Nachdem wir durch das Gate durch waren, war der erste Stopp Klein-Namutoni. Wie zu erwarten, waren die Lichtverhältnisse um diese Zeit aufgrund von Gegenlicht schwierig. Wir fahren weiter und wollen die Fisher´s-Pan Runde fahren.


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Bei Twee Palms treffen wir auf eine Herde Gnus, die zum Wasserloch wollen. Wir halten dort und packen das Frühstück aus. Beim Essen im Auto sehen wir den Gnus zu.

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Wir fahren weiter und sehen vereinzelt Tiere.

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Dann, ich würde sagen, es war mein Geburtstagsgeschenk des Etosha-Parks, sehen wir rechter Hand eine Löffelhundfamilie mit Jungen. Das hohe Gras macht Fotografieren schwer und gute Bilder unmöglich, aber es war einfach genial diese Tiere beobachten zu können.

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Wir fahren die Wasserlöcher Klein- und Groß Okevi sowie Tsumcor ab. Eigentlich unfair, aber eine Löffelhundsichtung können diese Wasserlöcher nicht toppen.

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Wir kehren um und fahren wieder bei Klein-Namutoni vorbei und entschließen den Dick-dick-Trail zu fahren. Die Namensgeber konnten wir nicht finden, aber eine Giraffe mit merkwürdigen Verhalten. Sie hatte etwas im Mund, das sie mit ihrer Zunge im Mund vor und zurück schob und dabei sabberte wie Huutsch aus dem Film mit Tom Hanks.

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Es sah verdammt nach einem Knochen aus, aber von einer fleischliebenden Giraffe hatte ich noch nichts gehört. Am nächsten Tag bekam ich die Antwort, von unserem Guide. Giraffen kauen wohl auch Knochen, um darüber bestimmte Mineralien aufnehmen zu können. Ich glaube Veganer werden dies sicherlich nicht als B12-Bezugsquelle adaptieren wollen 🙂 . Das will ja nicht mal ich.

Auf dem Rückweg zu Klein-Namutoni tauchte auf der Straße der gewaltige Hintern eines Elefanten-bullen auf.

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In sicherem Abstand zuckelten wir hinter ihm her. Als er rechts zum Wasserloch und unsere Straße links abbiegt, war ich der Meinung mit ausreichend Abstand vorbeifahren zu können. Sah er natürlich anders. Meine Güte, was für ein Morgenmuffel. Sein Unmut bekundete er mit wildem Kopfschütteln. Also ein Flugzeugträger hätte jetzt nicht zwischen uns reingepasst, aber der Abstand war mehr als ausreichend.

Wir hielten am Wasserloch an und durften beobachten, wie die Giraffen sich von dem Bullen am Wasserloch vertreiben ließen.

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Zum Schluss waren es sogar 24 Giraffe auf einen Schlag.

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Um der größten Hitze zu entgehen, fuhren wir wieder ins Camp und legten uns an den Pool. Hatte ich bisher auch noch nicht, dass ich an meinem Geburtstag bei 35°C am Pool liege. Sind meist eher so regnerischen 4° und dann eher ohne Pool. Mir ging es richtig gut.

Gegen 16 Uhr ging es wieder in den Park. Vor uns fuhren zwei Safari-Autos. Als ob ich es geahnt hätte, entschied ich mich mal hinter den herzufahren. Auf der Straße zum Wasserloch Koinachas sahen wir plötzlich 4 Autos am Rand stehen. Grund: ein einzelner männlicher Löwe. Läuft!!

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Die nächsten Ziele waren Kalkheuwel und Chudob, mit überschaubarem Erfolg.

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Also wieder zu meinem aktuellen Lieblingswasserloch Klein-Namutoni. Und tataa: Mal wieder Hyänen, die sich auch im Wasser abkühlen.


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(Man kann es ja mal probieren, aber die Perlhühner waren zu vorsichtig)


Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurde es Zeit den Park zu verlassen. Im Bush Camp waren wir diesen Abend die einzigen Gäste. Nach einem 3 Gänge-Menü setzten wir uns ans Lagerfeuer mit einem Gin-Tonic und ich genoss zusätzlich meine Geburtstagszigarre. Das Leben kann echt schön sein.
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zuletzt bearbeitet 19. Dez. 2020
Themenstarter240 Beiträge · seit 201919. Dez. 2020 · #10
6. Tag

Um 6 Uhr gingen wir zum Frühstück. Wir hatten für den Morgen ein Gamedrive gebucht. Eigentlich ist ja das Schöne am Etosha, dass man alleine rumfahren kann. Die Gamedrives machen letztendlich auch nichts anderes, als über die ausgewiesenen Straßen zum Wasserloch zu fahren. Die Gründe, warum wir dennoch einen Drive gebucht haben, waren einfach. Ich fand die Vorstellung, mal nicht fahren zu müssen und mich auf nur auf das Ausschauhalten nach Tieren konzentrieren zu können, sehr angenehm. Zum Zweiten ging mir das Prozedere und die Diskussionen am Gateeingang etwas auf den Keks. Die Damen waren zwar alle freundlich, dennoch nervt es dreimal am Tag die gleiche Story erzählen zu müssen, das Ewige aufmachen des Wagens und diesen durchsuchen zu lassen. Der Gamedrivewagen war in einer Minute durch, wo ich sonst 5 bis 10min gebraucht habe. Und zu guter Letzt, wir wussten, da wir die einzigen Gästen an dem Tag waren, wir wären nur zu zweit in dem Wagen.

Punkt 6:30 kam ein Hilux mit dem klassischen Gamedrive-Aufbau angefahren. Unser Guide war kompetent und es wurden drei sehr angenehme Stunden mit ihm, bei denen wir kreuz und quer um Namutoni herumkreuzten.

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Als wir in Richtung Twee Palms fuhren, kam ein Landcruiser, hielt an und meinte 500m weiter wären Leopard mit Jungen. Das war wirklich sehr nett von ihm, daher verkneife ich mir jetzt auch jeden sarkastischen Kommentar (was mir verdammt schwerfällt), denn es waren keine Leoparden. Es war das Tier, das auf meiner persönlichen Liste „Tiere, die ich noch nie in freier Wildbahn gesehen habe, aber unbedingt dort sehen möchte“ seit Jahren unangefochten auf Platz Nr.1 stand. Der Gepard!!! Yeapy!!! Endlich!!! Und dann auch noch mit Jungen.

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Anfangs lief die Gruppe noch nah an der Straße. Nur eine Katze ist in der Lage, so zu tun, als ob wir nicht da wären, aber gleichzeitig einem im Auge zu behalten. Die Kleinen hingegen war doch sehr neugierig und schauten immer wieder zu uns.

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Die Mutter bog in Richtung Büsche ab und legte sich in den Schatten.

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Die Kleinen rannten immer wieder neugierig in der Gegend rum. Als eine Riesentrappe auftauchte, wurde die Mutter kurz nervös. Von unserem Guide erfuhren wir, dass Trappen frisch geborene Geparden als Snack nicht ablehnen.

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(Zwar nicht die Blue Angels, aber dafür die Blue cranes : 🙂 )

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Zum Schluss fuhr unser Guide noch zum Wasserloch Chudop. Und dort hatte ein Kampfadler seinen großen Auftritt.

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(Anflug im Tiefflug)

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(Bremsklappen voll ausfahren)

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(So tun, als ob er gleich was schnappt)

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(Und dann einfach nur landen)


Gegen 10 Uhr waren wir wieder zurück im Camp, duschten noch mal, packten unser Sachen und checkten aus. Es war Zeit dem Etosha den Rücken zu kehren und uns auf den Rückweg nach Windhoek zu machen. Das nächste Etappenziel war die Frans Indongo Lodge bei Otjiwarongo.

Autofahren in Namibia macht mir immer viel Spaß. Es ist völlig entspanntes Cruisen auf den Straßen, ab und zu kommt dir mal ein Auto entgegen. Daher war ich dermaßen perplex und gegen Ende auch gestresst, als ich auf die B1 in Richtung Süden abbog und mir ein konstanter Strom an Fahrzeugen entgegenkam. Habe ich was verpasst, war die nächste Völkerwanderung ausgebrochen? Zumal eine Unmenge an Matratzen, Kühlschränken und Baumaterial auf Pickups, Anhängern oder direkt auf dem Dach transportiert wurden. Aber auch in meine Richtung war viel los.

Jetzt bin ich als Deutscher eigentlich schnelles und dichtes Fahren gewöhnt. Man könnte sagen, gemäß der Ricola-Werbung: „Wer hat’s erfunden? – Die Deutschen!“

Von daher habe ich erstmal kein Problem damit, wenn alle anderen schneller als die 120 Sachen fahren. Ich bin Gast hier, ich halte mich halt dran. Wenn einer es schneller braucht, juckt mich nicht. Ich finde es auch noch nicht so schlimm, wenn man dicht auffährt, ist für mich ein Zeichen, dass man überhohlen möchte. Ein Problem habe ich aber, wenn jemand, trotz Überhohlmöglichkeiten, 10min lang dermaßen dicht auffährt, dass er ohne Probleme eine proktologische Untersuchung an meinem Wagen durchführen könnte - ohne dabei auszusteigen. Und endgültig bekomme ich dann die Krise, wenn man dann endlich überholt wird, und ich stark bremsend nach links in den Graben fahren muss, um zu verhindern, dass er mir den gesamten rechten Kotflügel abfährt, nur weil er zu doof ist zu kapieren, dass hinter seinem Sitz noch 3m Auto kommt, und man nicht gleich wieder nach links ziehen sollte. Und das ist nicht nur einmal passiert.

Auf einen der Rastplätze rausfahren um die Drängler vorbeifahren zulassen, war auch keine Lösung, weil das Ergebnis ein Hupkonzert inkl. Beinahauffahrunfall war. Wie lange vorher muss ich noch blinken und langsamer werden, damit man kapiert, dass ich abbiegen will? Irgendwann kam die Abzweigung zur Frans Indongo Lodge, natürlich gerade als wieder so ein Proktologen-Liebhaber mir im Heck hing. Der Ranger hat eine erstaunliche sichere Kurvenlage 🙂 .

In der Lodge angekommen, bekam ich meine Antwort. Am nächsten Tag war Feiertag. „Tag der namibischen Frauen“ und halb Namibia war unterwegs. Lapidarer Satz des Lodge-Managers. „Da gibt es heute wieder ein paar Tote“. Ich stell mir gerade Hr Dobrindt vor, wie er das sagt und die Reaktion in Deutschland darauf 🙂
Die Frans Indongo Lodge ist ein richtiges Juwel in der kargen Kalahari.

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Natürlich nur durch künstliche Bewässerung möglich. Wir bezogen unsere Lodge und mussten recht schnell wegen der fortgeschrittenen Zeit entscheiden, was wir machen wollten. Wir entschlossen uns den hauseigenen Rhinodrive zu machen und für den nächsten Tag den Cheetah-Run in der naheliegenden Conservation. Die Alternative am Nachmittag wäre eine Wanderung gewesen. Ähm, bei 35°C- Nein Danke.

Um 17 Uhr brachen wir mit einem weiteren Pärchen zum Rhinodrive auf. Die meisten Tiere, die wir sahen, waren im Vergleich zum Etosha sehr scheu, und die Rhinos ließen sich nicht blicken. Der Rhino-Drive wird auch erst seit September angeboten. Zwei Farmangestellte haben die Aufgabe die Tiere im Blick zu behalten. Die laufen bereits zwei Stunden vor Tourbeginn los, um die Tiere zu finden. Über Funk dirigieren sie dann die Fahrer. Diesmal dauerte es fast 1,5h dann fanden wir ein Breitmaulnashorn. Wir stiegen aus den Wagen und gingen in Richtung Rhino. Das Gelände war Busch Savanne, entsprechend stachliges Gestrüpp war im Weg und hat meine Beine mehr oder weniger liebevoll akupunktiert. Das Rhino bemerkte uns.

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Anfänglich etwas scheu, bekam es Lust zu überprüfen, was für komische Zweibeiner gerade in seinem Revier unterwegs sind. Denn auf einmal lief dieses Tonnen-Koloss leichtfüßig durch die Büsche auf uns zu und checkte uns ab, dann ein kleiner Schwenk und es tauchte an einer anderen Stelle wieder auf, um uns zu inspizieren.

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(Es ist reiner Zufall, dass meine Frau vor mir steht 🙂 )

Ich muss sagen es war ein einmaliges Erlebnis. Es waren vielleicht 5min, aber wenn ein 2to Tier auf dich so nahe zukommt, mit einem Kopf in der Größe eines Baggerschaufel, und dicht neugierig aber friedlich mustert, dann ist das ein Mensch-Tier-Erlebnis, das dir unter die Haut geht.

Vor zwei Jahren haben wir den Rhino-Drive am Waterberg gemacht. 40 Leute werden hin kutschiert und stehen als Rudel um die Rhinos rum, die das bereits gewöhnt sind und ein Gentleman Agreement abgeschlossen haben. „Wir bekommen Wasser, Futter und Schutz. Dafür akzeptieren wir einmal am Tag angegafft zu werden und bleiben ganz lieb“. Es ist am Waterberg nicht schlecht, aber der Rhinodrive hier ist ganz was anderes. Wenn ich die Wahl habe, dann würde ich immer den bei der Frans Indongo Lodge vorziehen.

Verspätet kamen wir zum Abendessen in die Lodge. Beim Essen erfuhren wir, dass der morgige Ausflug zur Cheetah Conservation geplatzt war. Die hatten einen positiven Coronafall und mussten für 5 Tage schließen. Mist. Richtig viel Lust was anderes zu machen, hatte ich keinen. Also entschlossen wir einfach mal auszuschlafen, noch etwas in der Lodge rumzuhängen und dann gemütlich zur Voigtland Guesthouse bei Windhoek, unsere letzte Station vor dem Heimflug, zu fahren.
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zuletzt bearbeitet 19. Dez. 2020
Themenstarter240 Beiträge · seit 201919. Dez. 2020 · #11
7. Tag

Ausschlafen hatte sich gestern Abend echt gut angehört. Meine innere Uhr hatte da aber eine ganz andere Meinung. Zum Frühstück hatten wir uns auf 8 Uhr angemeldet, aber die Zeit konnte ich mit Lesen und Packen überbrücken. Nach dem Frühstück bin ich auf einen Abstecher auf den Wasserturm hoch, dann saßen wir bis 10 Uhr vor unsere Unterkunft und beobachten Vögel. Dann beluden wir unseren Wagen und fuhren los. Der Verkehr war glücklicherweise jetzt wieder entspannter. Eine Geschwindigkeitskontrolle und eine Verkehrskontrolle hatten wir unterwegs. Bei der letzten waren die Polizisten sehr freundliche und winkten uns nach einem kurzen Blick auf den Führerschein durch.

Gegen halb drei erreichten wir nach einer ereignislosen Fahrt das Gästehause Voigtland.

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Wir wurden herzlich von Gaby begrüßt und rumgeführt. Man merkt, sie ist mit Herz, Leib und Seele dabei. Und in der Unterkunft steckt viel Liebe zum Detail. Wir beide bekamen den Honeymoon-Room, inkl. Dachoberlicht um nachts die Sterne zu beobachten.

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Ich konnte, als ich um 3 Uhr aufwachte, 11 Sterne zählen 🙂

Den Nachmittag verbrachten wir mit Lesen, Hunde, Katzen, Esel und Pferde streicheln, sowie mit Giraffen füttern. Letzteres ist mal echt sau cool. Die Zunge von Mike Jagger ist ein Witz dagegen 🙂

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Wir räumten unseren Wagen aus, packten alles wieder in unsere Koffer und gingen zum Abendessen, dass sich als sehr leckeres 4 Gänge-menü entpuppt. Den Kreis schließend gab es als Hauptspeise Elend und Oryx, welches einfach fantastisch war.



8. Tag

Ausgestattet mit einem Frühstückpaket ging es um Halb 7 zum Flughafen. Ich tanke noch schnell bei der Puma voll.
Als wir bei Europcar ankommen, ist kein Mensch da. Wir gehen ins Flughafengebäude zu Europcar, auch dort war niemand anwesend. Wir geben das Gepäck auf und checken ein. Danach gehe ich nochmal zum Parkplatz, es ist immer noch niemand da. Ich schmeiß den Schlüssel in die Schlüsselabgabebox und bewege mich in den Abflugbereich.

Der Abflugbereich ist entweder wegen Corona gesperrt oder/und wird gerade saniert. Alle Geschäfte sind hinter Holzwänden verrammelt. Wir warten auf den Aufruf und steigen in das Flugzeug ein. Auch auf diesem Flug hatte ich eigentlich mehr Beinfreiheit gebucht, am Check-Inschalter hieß es man könne mir den Sitz nicht geben. Im Flugzeug stellt sich heraus, dass bei diesem Sitz die Stewardess mir gegenübersitzen würde und das ist zurzeit wegen Corona nicht erlaubt. Warum der Platz über das System buchbar war, bleibt ein Rätsel. Ich komme glücklicherweise mit der normalen Beinfreiheit zurecht, da habe ich schon Schlimmeres erlebt.

Den Tagflug verbringe ich mit Filme schauen, lesen und kleinen Schläfchen und pünktlich gegen 19:30 landen wir im verregneten Frankfurt. Kurze Panik im Flugzeug, als die Durchsage kam, wir müssten uns bei www.einreiseanmeldung.de anmelden und auch die Zettel noch ausgeteilt werden. Eine der Stewardessen stand gerade neben mir uns meinte „Was ist das für ein Blödsinn, Namibia ist kein Risikogebiet“. Als wir gelandet sind und zur Parkposition rollen, check ich schnell über das Handy den Stand. Alles wie gehabt, wir müssen nichts machen. Nach der Einreisestelle kommt die Überprüfung und die winkten uns geradewegs durch, weil kein Risikogebiet.

Fazit

Man kann geteilter Meinung sein, ob es sinnvoll oder angebracht ist in der jetzigen Zeit zu vereisen. Trotz der kurzen Zeit habe ich gemerkt, wie die Anspannung und der Ärger der letzten Monate in dieser Woche verraucht ist, und meine Gelassenheitsakkus wieder voll aufgeladen wurden. Trotz Lock-down bin ich jetzt erstmal ziemlich entspannt. Von daher war es für meine Psyche genau das Richtige.

Den Etosha so Menschen leer zu erleben, war schon fast ein Privileg. Und er hat, zu mindestens uns, mit tollen Sichtungen und Erlebnissen belohnt. Im Forum kommt immer wieder die Frage, ob Etosha sich lohnt. Meine Meinung bleibt: ja. Aber er ist ein Park, der es einem nicht einfach macht, und Besucher, die nur auf die Big 5 aus sind und wenig Geduld haben, nicht in dem Maß befriedigt, wie das z.B. Krüger oder Chobe machen (zumal es eh keine Büffel im Etosha gibt).

Die indirekten Folgen des weltweiten Lockdowns und der eingeschränkten Reisemöglichkeiten sind überall in dem Land zu sehen und zu spüren. Und Namibia ist nur ein Land von vielen, das entsprechend betroffen ist.

Das Beispiel auf dem Rückflug hinsichtlich Anmeldung bei der Einreise, zeigt, dass auch die Fluggesellschaften nicht immer genaustens Bescheid wissen. Von daher kann ich nur empfehlen sich, soweit es geht, rückversichern.

Ich wünsche allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in 2021!
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1'835 Beiträge · seit 201519. Dez. 2020 · #12
Danke dir! Es war wirklich ein Genuss den Etosha durch deine Linse zu sehen. Mir gefallen die Weitwinkel Elefanten am Klein Namutoni Wasserloch sehr, sowie natürlich die Cheetah mit den Jungen. War ja schon etwas waghalsig sich während Corona nach Namibia zu begeben, aber ihr habt das sehr gut gemacht. Wenn wir etwas näher wären, würde ich es auch wagen. Das mit der Kobra... na ja... ist noch mal gut gelaufen und du hast sie auf Augenhöhe gut erwischt und sie dich nicht! 🤩
Grüsse aus dem kühlen Florida, Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
121 Beiträge · seit 201719. Dez. 2020 · #13
Auch von mir herzlichen Dank für diesen erfrischend zu lesenden Bericht von Eurem Kurztrip.
Habt Ihr eigentlich im Etoscha noch Folgne von den ausgedehnten Buschbränden dieses Jahres gesehen? Hat doch grade in der Region zwischen Halali und Namutoni großflächig gebrannt.

Burkhard
1'933 Beiträge · seit 200919. Dez. 2020 · #14
Hallo Bonebreaker,
ein herzliches Dankeschön für diesen tollen Reisebericht, er war ein Genuß für meine Augen und tat auch meiner Seele gut! Deine tollen Fotos, paniert mit deinem erfrischenden Schreibstil, begeisterten mich so sehr, dass ich ihn regelrecht aufgesogen habe.

Wie kennen alle Unterkünfte, die Ihr besucht habt und schön, diese wieder in neuen Bildern zu sehen. Mushara Bush Camp war seinerzeit unsere allererste Zeltunterkunft in Afrika überhaupt und ich habe seinerzeit kein Auge zugetan, diese vielen Tiergeräusche waren doch sehr ungewohnt. Fans Indongo und Vogtland sind sowieso ein Träumchen.

Ich wünsche Dir und deiner Familie ein besinnliches Weihnachtsfest und für 2021 alles Gute!
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
Themenstarter240 Beiträge · seit 201919. Dez. 2020 · #15
@Sadie
Klasse, dass dir die Bilder gefallen. Die von dir genannten gehören auch zu meinen Lieblingsbildern. Es ist leider sehr schade, dass die Zahlen gerade in Namibia wieder steigen. Wir haben (das Flugzeug und die Mall ausgenommen) in der Woche insgesamt soviele Menschen getroffen, wie ich an einem Arbeitstag mit anschließenden Einkaufen. Außerhalb von Windhoek ist Sozial distaning und Abstandhalten in Nambia sehr einfach.

@Lotusblume
Danke für die Wünsche und das dir der Bericht gefallen hat. Und wenn es dann noch ein "Seelenstreichler" war umso besser 🙂 .

@Kaeptn Haddock
Die Buschbrände waren omnipresent. Teilweise waren die Straßen richtige Brandschneise. Rechts alles verbrannt, links von der Straße nichts. Allerdings sah man auch schon, wie das Grün deutlich hervorkam.
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56 Beiträge · seit 201819. Dez. 2020 · #16
Ein schöner Reisebericht, alles richtig gemacht. Danke!


Mit freundlichen Grüßen
Rolf
Mit freundlichen Grüßen Rolf
1'523 Beiträge · seit 201119. Dez. 2020 · #17
Guten Tag Bonebreaker,

....also wieder mal ein herrlich erfrischender Bericht mit viiiiiiel Humor und Schalk.....

der uns zeigt, was wir alles in dieser besch........Zeit verpassen.... 😈

Gut....dass der Adrenalinspiegel bezüglich der ZebraSnake erst im Nachhinein gestiegen ist....

Die "DAME" ist ja als hoch nervös bekannt...... 😄 😄 😄

LG...................BMW
zuletzt bearbeitet 19. Dez. 2020
4'382 Beiträge · seit 201519. Dez. 2020 · #18
Rechts Pfaue
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Hallo Bonebreaker,
Du wolltest sicherlich testen, ob auch alle richtig lesen und gucken.....ich denke, die meisten gucken nur 😎
Danke für den trotz der Hitze erfrischenden Ausflug!
Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter240 Beiträge · seit 201919. Dez. 2020 · #19
@ Cuf
ähm, tja da hatte ich wohl einen geistigen Aussetzter. Ich bin zwar nicht der beste Ornitologe, aber den Unterschied kenne ich normalerweise. Danke das es dir aufgefallen ist, habe es bereits korrigiert 🙂 . Ist ganz klar die Hitze, hust 😁 .

@ BMW
manche Dinge lerne ich offenbar nur auf die harte Tour 🙂. Und die besch... Zeit wird zu Ende gehen.
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8'672 Beiträge · seit 201019. Dez. 2020 · #20
Hallo Bonebreaker,

als ich "Etosha" gelesen habe, hätte ich fast weitergescrollt 😗 .

Zum Glück hat mal wieder die Neugier gesiegt und der Kaffee stand auch gerade passend parat. Spätestens mit dem Martial Eagle hast du mich dann gehabt 🤩 😎 .

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Wirklich super coole Fotos aus einem Park, der mich bei meinen zwei Besuchen nicht sonderlich gecatched hat. Vor allem vielen Dank für die tollen Vogelpics (bei zwei Greifen muss ich mal im Buch nachschauen, die sehen interessant aus), wobei das Gepardenjunge auch nicht zu verachten ist 😘 .

Achja, die Texte sind auch sehr nett zu lesen, und hier
Am Morgen wurde ich liebevoll von meiner Frau beglückwünscht (Das hört sich jetzt zweideutiger an, als es gemeint ist 🙂 ).
stellte sich mir kurz die Frage, ob ich leises Bedauern heraushöre 😎 😗 😛 .

Noch was Ernsthaftes: es gab mal einen Link, um die Blue Cranes zu melden - der funktioniert aber bei mir nicht mehr. Vielleicht liest fotomatte hier mit, der kennt sich da aus, sonst stupf ich ihn mal an. Angeblich freut sich die Forschergruppe nämlich über jede Meldung!

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute