Ölbohrung Okavango-Ökosystem NAM/BOT

336 Antworten · 47,1k Aufrufe · gestartet 16. Sept. 2020 von travelNAMIBIA
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16,9k Beiträge · seit 201226. Apr. 2021 · #141
Demonstration gegen Ölförderung: Dringendes Handeln gefordert- Biden heißt Mega-Solar-Projekt gut
https://www.az.com.na/nachrichten/demonstration-gegen-lfrderung-2021-04-26/

Fridays for Future demonstriert gegen die geplante Ölförderung von ReconAfrica im Norden des Landes. Anlass ist unter anderem der Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden. Dieser gibt indessen bekannt, dass die USA die Entwicklung des Mega-Solar-Projekts in Namibia und Botswana gutheißen....

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201210. Mai 2021 · #143
ReconAfrica muss vors Obergericht https://www.az.com.na/nachrichten/reconafrica-muss-vors-obergericht2021-05-10/

Letzte Woche wurde erstmals ein formeller Rechtsschritt gegen das kanadische Öl- und Gas-Explorationsunternehmen Reconnaissance Energy Africa (ReconAfrica) eingeleitet. Der Firma wird bislang weitgehend vorgeworfen, während ihrer Aktivitäten bestehende Umweltverfahren und -Gesetze zur Schau gestellt zu haben, ohne offenbar den Sinn und Geist der namibischen Gesetzgebung zu befolgen. ...

LG
Logi
Gast10. Mai 2021 · #144
Eine Interessensfrage:
Was haben denn die durch die Bohrungen Betroffenen, Beeinträchtigten oder Geschädigten für Rechtstitel auf die Fläche, auf der die Bohrungen stattfinden?
Danke und Grüße
Bodenschätze gehören wohl dem Staat, oder?
zuletzt bearbeitet 10. Mai 2021
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200610. Mai 2021 · #145
Was haben denn die durch die Bohrungen Betroffenen, Beeinträchtigten oder Geschädigten für Rechtstitel auf die Fläche, auf der die Bohrungen stattfinden?
keine eingetragenen Rechte, da Kommunalland, d. h. es gehört den kommunalen bzw. traditionellen Verwaltungen.
Bodenschätze gehören wohl dem Staat, oder?
Bodenschätze gehören dem, der die Abbaulizenz erworben hat.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
582 Beiträge · seit 202111. Mai 2021 · #146
Christian, so ganz richtig ist das nur zum Teil.
In Deutschland gehört der Bodenschatz dem Staat und die Lizenz kann über den Eigentümer des Grundstücks hinweg vergeben werden.
In den USA gehört alles was im Boden gefunden wird dem Grundstückseigentümer. Die Lizenz kann nur von Eigentümer des Bodens erworben werden. Darauf zielte losers Frage glaube ich.
Aber richtig ist, wer die Lizenz hat baut ab.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200611. Mai 2021 · #147
In Deutschland gehört der Bodenschatz dem Staat und die Lizenz kann über den Eigentümer des Grundstücks hinweg vergeben werden. In den USA gehört alles was im Boden gefunden wird dem Grundstückseigentümer. Die Lizenz kann nur von Eigentümer des Bodens erworben werden. Darauf zielte losers Frage glaube ich.
Na ja, Namibia ist weder Deutschland noch USA 😉 Was stimmt also nicht so ganz? Der die Lizenz erworben hat (vom Staat) kann abbauen. Ob das Hans*in, Franz*in oder der Besitzer*in des Grund und Bodens ist, ist egal.

Viele Grüße
Christian
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582 Beiträge · seit 202111. Mai 2021 · #148
Deswegen wurde ja gefragt weil Namibia nicht Deutschland ist.
Wenn in der USA der Besitzer sagt nein,kann der Staat die Lizenz nicht vergeben und es gibt kein Abbau.
In Deutschland kann der Staat die Lizenz geben, wenn der Besitzer nein sagt wird er enteignet wenn es einem für das Interesse der Gesamtbevölkerung dienlich Grund gibt.
Und das wollte loser sicherlich wissen und nicht einfach wer die Lizenz hat darf schürfen....soweit dürfte das schon köar sein.
Um es für dich verständlich zu machen. Es möchte jemand auf deiner Farm die dein Eigentum in Namibia ist abbauen oder bohren. Dann gibt der Staat die Lizenz und die rücken an und bohren auf deinem Gelände oder wie?
Die Frage ist unabhängig ob oben wo aktuell das Projekt ist, kommunales Land ist und in dem Sinne kein Privateigentum.
zuletzt bearbeitet 11. Mai 2021
Gast11. Mai 2021 · #149
Danke Christian, meine Frage @ Namibia ist damit beantwortet, das dürfte dann ähnlich wie bei uns sein, wobei meinerseits „gehört dem Staat?“ eigentlich schlampig formuliert war.
Denn bei uns, „gehören“ mW die "bergfreien" Rohstoffe (das ist so ziemlich alles mit strategischem Wert) zunächst Niemanden, so lange sich niemand dafür interessiert. Sie sind bloß dem Eigentum des Grundeigentümers und dessen Nutzung „entzogen“ bzw. davon ausgenommen, denn dafür vergibt der Staat die Nutzungsrechte/Lizenzen. Die Parteienstellung des Grundeigentümers ist damit auf die Entschädigungsfrage eingeschränkt. Und da wird betr. Namibia dann auch die Art des Eigentumstitels relevant. Ich hoffe das als Nicht(berg)jurist richtig wiedergegeben zu haben.

Wenn ich das dann betr. Namibia richtig verstanden habe, laufen die o. a. Einsprüche eigentlich nur auf Entschädigungsfragen, Ein- oder Nichteihaltung gesetzlicher vorgeschriebener Bürgerinformationen und -konsulationen, UVP-Verfahrensfragen udgl. hinaus. Es können Nachbesserungen dazu erwirkt werden, aber nicht eine Einstellung des Projektes selber.

@Die Gesetzeslage in der USA erinnere ich mich an die vielen Berichte und Debatten zu Beginn des Fracking-Booms, als viele Grundeigentümer herausfanden, dass sie sich gegen Fracking auf ihren Grundstücken nicht wehren konnten. Sie hatten nämlich, aus Unkenntnis, mangelhafter Beratung, Desinteresse oder was immer, einen Kaufvertrag unterzeichnet, mit dem sie nur die OBERFLÄCHENNUTZUNG erworben hatten. Alles darunter blieb im Eigentum der Verkäufer oder Vorverkäufer und diese hatten die Nutzung an die Förderfirmen verkauft. Pech für die Nutzer, das Recht und Kleingedruckte is a Hund.
zuletzt bearbeitet 11. Mai 2021
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200611. Mai 2021 · #150
Wenn ich das dann betr. Namibia richtig verstanden habe, laufen die o. a. Einsprüche eigentlich nur auf Entschädigungsfragen, Ein- oder Nichteihaltung gesetzlicher vorgeschriebener Bürgerinformationen und -konsulationen, UVP-Verfahrensfragen udgl. hinaus. Es können Nachbesserungen dazu erwirkt werden, aber nicht eine Einstellung des Projektes selber.
So wird es wohl sein, wobei was man so liest (aktueller AZ-Artikel) sich das Projekt eh wegen Unwirtschaftlichkeit selbst einstellen soll. Wenn mit einer geringen Wahrscheinlichkeit nur Barrel in Millionenumfang und eben nicht mit einer hohen Wahrscheinlichkeir Barrel in Milliardenhöhe förderungswürdig sind, lohnt es sich wohl kaum....?!

Man muss auch immer im Hinterkopf haben, dass ReconAfrica bisher eine Explorationslizenz hat. Sie haben noch keine Abbaulizenz, die es erst zu beantragen und genehmigen gilt.

Viele Grüße
Christian
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Gast11. Mai 2021 · #151
Genau, ist ein EXPLORATIONSunternehmen, wie der Name schon sagt. Verkauft also, wenn erfolgreich, das bei der Exploration erworbene Wissen an Unternehmen die die Ausbeutung machen, geht eine Partnerschaft ein, kann also auch Teil davon sein. Würde aber wohl ein kleiner bleiben.
zuletzt bearbeitet 11. Mai 2021
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200612. Mai 2021 · #153
"ReconAfrica ist eigenen Angaben nach noch weit von möglichen kommerziellen Bohrungen in Namibia entfernt. Die bisherigen Funde durch die Probebohrungen seien zwar ermutigend, von der Aufnahme kommerzieller Tätigkeit sei man aber noch weit entfernt. Einem Bericht der New Era zufolge erklärte das Unternehmen zudem, dass es noch zu früh sei, einen möglichen Wert der Öl-und Gasvorkommen im Okavango-Becken zu bestimmen. " (Hitradio Namibia, 12.5.2021)
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582 Beiträge · seit 202112. Mai 2021 · #154
Nur das in der Regel Firmen intern und strategisch oft ganz andere Erkenntnisse haben, als durch Pressesprecher nach außen mitgeteilt werden....
zuletzt bearbeitet 12. Mai 2021
Gast13. Mai 2021 · #156
Logi schrieb:Demonstration gegen Ölförderung: Dringendes Handeln gefordert- Biden heißt Mega-Solar-Projekt gut https://www.az.com.na/nachrichten/demonstration-gegen-lfrderung-2021-04-26/
Fridays for Future demonstriert gegen die geplante Ölförderung von ReconAfrica im Norden des Landes. Anlass ist unter anderem der Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden. Dieser gibt indessen bekannt, dass die USA die Entwicklung des Mega-Solar-Projekts in Namibia und Botswana gutheißen....
@das erwähnte Mega-Solar-Projekt (NAM/BOTS, (US)Power Africa u.a. Finanzierungsvehikel) habe ich nun versucht, mich etwas zu informieren, habe aber eigentlich nur gefunden dass es MEGA sein SOLL, nämlich 5 GWp im Endausbau. Das ist echt Mega (mit „solar“!), im medial publizierten Stufenplan so:
1. Phase: 300 – 500 MWp
2. 500 – 1.000 MWp
3. 1.000 – 3.000 MWp
Die erste Phase soll mit PV und für „domestic“ sein, bei den großen Leistungen soll auch Solarthermie (was sonst?) zum Einsatz kommen und natürlich für den Export sein. In diesen Größenordnungen muss man dann auch speichern können und da wird es technisch komplizierter. Ich konnte aber nichts finden, welche Technologien da geplant sind? Falls jemand Konkretes weiß, bin ich sehr interessiert.
Danke und Grüße
Wenn man liest, dass dieses Mega-Watt-und-Mega-US$Milliarden-Projekt derzeit mit 1,8 Mio.(!!!!) US$ für eine Vorstudio finanziert ist, könnte schon der Verdacht aufkommen, dass das (im Augenblick!!) nur eine in der Sache bedeutungslose aber politisch opportune und medial gepushte Sprechblase ist, also derzeit nichts Substanzielles dahinter steckt.
Wie auch immer, wenn es hoffentlich doch seriös ist, dauert sowas viiiieeele Jahre, Phase 1 geht schneller.
Erinnert sich noch wer an Desertec und ähnliches?
Für sachdienliche Hinweise bin ich, wie immer, dankbar 🙂
.... und OT ist obig auch nicht, geht schließlich um Energie für das südliche Afrika, PS. 19:45 wobei obiges MEGA Projekt natürlich nur ELEKTRISCHE Energie produzieren soll, also nicht Sprit für Fliegen, Automobilität usw.
zuletzt bearbeitet 13. Mai 2021
582 Beiträge · seit 202113. Mai 2021 · #157
@loser,
Die paar Audi e_tron oder Teslas fallen dann schon für Namibia ab.
Ich stelle mir gerade vor wie Windhoek zum Leuchten kommt wenn dann alle ihre
E-mobile zum Laden am Feierabend anstöpseln.
Bei dem Transportnetz muss wohl mindestens nochmal so viel in die Infrastruktur investiert werden.
Und fliegen? Vielleicht fliegt nach dem September nur noch ein Bruchteil der Deutschen nach Namibia bzw.in den Urlaub. Die summen alle mit ihrem Lastenrad an die Nordsee.Die paar die dann noch kommen können den Co2 Preis bezahlen. Somit fliegen auch kein Thema.
Mit erneuerbarer Energie wird ja in Namibia eh schon seit Jahren gekocht und gegrillt. Also auch kein Thema.....
Alles wird gut sage ich immer
16,9k Beiträge · seit 201214. Mai 2021 · #158
San-Gemeinde fühlt sich von ReconAfrica hintergangen https://www.az.com.na/nachrichten/san-gemeinde-fhlt-sich-von-reconafrica-hintergangen2021-05-14/

...Nichtsdestotrotz kam es zu einem starken Auftritt, bei dem verschiedene Frauen als Kommunalvertreter aus sechs verschiedenen San-Dörfern im Norden und Nordosten Namibias, ernsthafte Vorwürfe gegen das kanadische Gas- und Ölexplorationsunternehmen ReconAfrica erhoben....

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201217. Mai 2021 · #159
Boden unrechtmäßig angeeignet: ReconAfrica bohrt im Kavango ohne gesetzlich vorgesehene Genehmigungen
https://www.az.com.na/nachrichten/boden-unrechtmssig-angeeignet-2021-05-17/

Umweltschützer und -Aktivisten sehen sich wiederholt dem Vorwurf ausgesetzt, grundlos gegen die Ölexploration in den Kavango-Regionen vorzugehen. Indessen mehren sich die Vorwürfe, denn nicht nur zieht ein Farmer gegen ReconAfrica vor Gericht, sondern fehlen Genehmigungen für den Wasserverbrauch sowie die Entsorgung, und es fehlt sogar die Aufenthaltsgenehmigung vor Ort...

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201219. Mai 2021 · #160
Widerstand gegen Ölsuche nimmt zu: Kavango-Ost-Regionalrat wehrt die Fristverlängerung für neue Einsprüche ab
https://www.az.com.na/nachrichten/widerstand-gegen-lsuche-nimmt-zu2021-05-19/

Umweltschützer und -Aktivisten, aber auch Mitglieder einfacher Kommunalgemeinschaften wollen morgen einen Demonstrationsmarsch vom Windhoeker Zoo-Park zum namibischen Parlamentsgebäude unternehmen. Anglikanische Bischöfe kritisieren weiterhin die Ölexploration in den ökologisch-sensiblen Kavango-Regionen...

LG
Logi