LOloserGast12. Apr. 2021 · #121Gibt es vielleicht einen Mitleser mit Fachkenntnissen und Erfahrung mit den o. a. seismischen Bodenuntersuchungen? Mich würde interessieren, ob in Europa dafür ebenfalls ein derart aufwändiges und vor allem öffentliches Bewilligungsverfahren durchgeführt wird bzw. werden muss.
Danke und Grüße
LOloserGast12. Apr. 2021 · #122nur zur Klarstellung obiger Frage. Diese bezieht sich nicht auf eine UVP für den Zweck der seismische Untersuchung (wie Öl/Gas-Exploration, Geothermie .... bis Tunnelbau), sondern auf die seismische Untersuchung selber. Bodenuntersuchungen mittels Vibrationsseismik werden bei uns nämlich oft durchgeführt, auch in dicht besiedelten Gebieten und ich vermute, dass die Durchführungsmodalitäten im Wesentlichen direkt mit den Behörden geregelt werden. Es gibt dann Auflagen für die Durchführung (Minimierung von Flurschäden, Normen für Gebäudeerschütterungen usw.), Entschädigung für eventuelle Schäden usw. und das war's. Eine breite Bürgerbeteiligung in den Bewilligungsprozess mit Einspruchs- und Verhinderungsmöglichkeiten für die Bodenuntersuchung kann ich mir dabei nicht vorstellen. Das ist aber eine Vermutung, wenn jemand konkretes Wissen dazu hat, interessiert mich dieses sehr.
Grüße
travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200615. Apr. 2021 · #123Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
LOloserGast15. Apr. 2021 · #124https://www.finanzen.at/nachrichten/aktien/reconafricas-first-of-three-wells-confirms-a-working-petroleum-system-in-the-kavango-basin-namibia-1030305879First Drill Site (6-2 well)
The well sample log of the 6-2 provides over 200 meters (over 660 feet) of oil and natural gas indicators/shows over three discrete intervals in a stacked sequence of reservoir and source rock. Extraction of oil from these samples and subsequent fingerprinting for key characteristics of the liquids, supports an active petroleum system with multiple source intervals.
Dan Jarvie, petroleum systems chemist and member of ReconAfrica's Advisory Board stated "These shows are indicative of migrated, thermogenic petroleum and occur over three different intervals in the 6-2 test well. The intervals penetrated include highly porous, permeable sediments and marine source rocks as predicted, and an extensive marine carbonate lithofacies. Mud gas results indicate a high BTU gas with the presence of light oil in numerous cutting samples. Based on these initial results, the components and processes for a working petroleum system are all present......."
travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200615. Apr. 2021 · #125Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Logi16,9k Beiträge · seit 201216. Apr. 2021 · #126Vielversprechendes Vorkommen: ReconAfrica meldet „Erdölsystem“ - Fachkraft bleibt skeptisch https://www.az.com.na/nachrichten/vielversprechendes-vorkommen-2021-04-16/Das kanadische Unternehmen ReconAfrica interpretiert die Analysen des ersten Bohrlochs in der Kavango-Region bei Kawe als Beweis dafür, dass ein „funktionierendes Erdölsystem“ vorhanden ist. Am selben Tag appelliert die Otto-Herrigel-Umwelttreuhandgesellschaft an den Umweltminister, die Ölsuche zu überdenken...LG
Logi
KEKerstin7892 Beiträge · seit 202116. Apr. 2021 · #127Es macht einen wirklich ein Drama und macht sehr traurig, dass am Ende fast immer Geld gegen die Natur gewinnt.
Bitte unterschriebt und teilt die Petiton, vielleicht bringt das öffentliche Interesse etwas!
https://www.change.org/stoppt-oelbohrungen-im-okavango-deltaDanke!
VG Kerstin
LOloserGast16. Apr. 2021 · #128@ die oben angesprochen Becken für den Bohrschlamm
https://www.nationalgeographic.com/animals/article/test-drilling-oil-namibia-poses-water-riskschon älter, zum eigentlichen Thema aber immer relevant
pollux1'678 Beiträge · seit 200716. Apr. 2021 · #129Alle, die sich hier beschweren fliegen mit Kerosin aus Erdöl nach Namibia. Warum sollte man Namibia eine Erdölförderung verbieten, wenn es ökonomisch sinnvoll ist. Wenn es nicht ökonomisch sinnvoll ist, wird es keine Erschließung geben. Alles andere ist Heuchelei.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Mogambo566 Beiträge · seit 201317. Apr. 2021 · #130NYNyanga582 Beiträge · seit 202118. Apr. 2021 · #131Mittelplate fördert seit 33 Jahren im Nationalpark Wattenmeer Öl. Wo liegt das Problem?
Bezugnehmend auf die Überschrift des ZDF würde mich interessieren, wo derzeit Ölförderung die nicht "mitten in der Natur " stattfindet....
LOloserGast18. Apr. 2021 · #132Immer schön der Reihe nach.
Nach meinem Verständnis wird jetzt untersucht, ob die Voraussetzungen für Öl- und Gasvorkommen überhaupt vorliegen. Dann wird der geologische „Unterbau“ erforscht um herauszufinden, wo Förderung praktikabel, sicher und ertragreich sein könnte. Dann muss man das noch verifizieren.
Das ist das, was bisher bewilligt ist, schon tw. durchgeführt wird (Explorationsbohrungen) bzw. noch geplant ist (seismische Untersuchungen).
Erst dann kann die Kosten/Nutzenanalyse angestellt und diskutiert werden, wobei mit Kosten nicht nur die materiellen gemeint sind. Man kann derzeit ruhig noch etwas zuwarten und für Meinungsbildung nutzen.
Was derzeit läuft, wird auch ohne nennenswerte Geldmittel des Staates durchgeführt. ME würde jeder Staat das zulassen und darauf einsteigen, weil er ja für Jahrzehnte vorausdenken sollte, das ist sein Pflicht. Außerdem ist das Umweltrisiko bei der bisherigen Aktivität gleich NULL, und dort wo es wegen Schlamperei nicht so ist, kann man es auch abstellen. Außerdem wäre es keine Riesenkatastrophe, so wie auch eine Injektion keine Verletzung ist, es heilt wieder. Störungen des Alltagslebens sind unvermeidbar.
Ich vermute, dass das, was der namibische Staat jetzt betr. die seismischen Messungen macht, im Vergleich zu Europa eine „demokratische Fleißaufgabe“ ist, für die er eigentlich gelobt gehört. Die ÖMV hat vor ein paar Jahren das größte, jemals in Europa durchgeführte, Seismik-Projekt zwecks Gasexploration im Großraum Wien bis Weinviertel durchgeführt. Ich glaube nicht, dass es dafür einen derartigen Vorlauf gab wie in Namibia und dass des auf nationaler Ebene von Bevölkerung und Medien überhaupt wahrgenommen wurde. An mir ist das damals jedenfalls vorübergegangen und ich bin ein fleißiger Medienkonsument
Grüße
LOloserGast18. Apr. 2021 · #133pollux schrieb:Alles andere ist Heuchelei.
Hallo Pollux, glaube ich nicht (Heuchelei) und will ich auch nicht glauben, weil das Wort für mich eine arglistige TäuschungsABSICHT impliziert.
Ich tippe eher auf Interessens- und Informationsdefizit. Es ist mühsam und frustrierend etwas ganzheitlich und sich selbst als Teil des Ganzen und somit ,manchmal bis öfters, je nach Lebensweise, sich auch als „Beitragstäter“ zu sehen.
Es gibt z. B. nichts Verzichtbareres im Leben als eine Fernreise (dein Stichwort), der Verbrauch an fossilen und mineralischen Rohstoffen des Fernreisens ist atemberaubend. Z. B. kann mit dem CO2-Ausstoß/2 Personen im Flieger nach Afrika dieser 2-Personenhaushalt 1 bis 1,5 Jahre kuschelig warm beheizt und mit Warmwasser aus Erdgas versorgt werden. Und Manche machen sogar mehrere Fernreisen im Jahr.
Trotzdem steht in der oben verlinkten Petition:
"
Tourismus droht einzubrechen
Der Naturtourismus in der Region würde im Falle von weiträumigen Ölexplorationen zum Erliegen kommen. Dieser ist in Namibia der drittgrößte Wirtschaftsfaktor, in Botswana trägt der Tourismus rd. 13 % zum Bruttoinlandsprodukt bei (Tendenz steigend)."
Die fossilen Rohstoffe sind außerdem nicht nur Energieträger sondern auch unverzichtbare ROHSTOFFE für fast jedes Produkt unseres täglichen Gebrauches.
Trotzdem steht in der Petition:
"Fossile Energien müssen überall auf der Welt im Boden bleiben, um die Erderwärmung auf die notwendigen 1,5° zu begrenzen. Investitionen sollten in erneuerbare Energien wie Solarenergie erfolgen und nicht in Öl!"Durchdacht erscheint mir das alles nicht.
Man kann z. B. nicht in Namibia eine geteerte Straße, Leichtmetalle für das Flugzeug dorthin etc., etc. wollen und obig in der Erde lassen. Aber man kann sicher Vieles, praktisch Alles, besser machen als jetzt. Nämlich mit Ressourcen einfach sparsamer umgehen. Nach Afrika zu fahren gehört dann aber nicht dazu. Ich denke auch nicht, dass Kerstin das diskutieren möchte.
KEKerstin7892 Beiträge · seit 202118. Apr. 2021 · #134Stimmt, das möchte ich in der Art und Weise nicht diskutieren. Jeder kann ja seine Meinung haben. Aber wer das Delta kennt und sich damit befasst hat, weiß auch wie klein es ist im Vergleich von den riesigen Flächen in Afrika und wie einzigartig die Natur und die Tierwelt. Dass genau an dieser Stelle die Natur zerstört werden soll, ist einfach unfassbar und wer das gut heißt, kann es einfach nicht nachvollziehen bzw. will es nicht. Wenn irgendwo im Niemandsland in Namibia oder Botswana gebohrt werden würde, wäre der Aufschrei sicher nicht so enorm.
Zum Thema Reisen gebe ich euch recht und muss man auch abwägen. Ich zB hab 2017 die letzte Fernreise gemacht. Das scheint mir nicht zu häufig und trägt tatsächlich auch dazu bei, die Natur lieben zu lernen und den Wunsch diese zu schützen. Man kann ja zB für seinen CO2 Fußabdruck auch wieder in erneuerbare Energien spenden. Viele Privatpersonen sind da im übrigen weiter als viele Firmen.
Aber danke für eure Beiträge! es zeigt eben, wie sich viele jedes Thema so hindrehen, dass sie scheinbar Recht haben und ohne schlechtes Gewissen die Natur zerstören können.
NYNyanga582 Beiträge · seit 202118. Apr. 2021 · #135@Kerstin,
Du bekommst aber schon mit, was die Phase des Nichtreisens für viele Länder der Welt bedeutet. Für die vermeintlichen Umweltbewahrer spiegelt das ja gerade wider, was in ihrem Sinne ein Dauerzustand sein sollte.
Das Ölförderung perse einer Umweltzerstörung gleich kommt, ist einfach eine Falschaussage.
LOloserGast18. Apr. 2021 · #136Danke Kerstin für die Antwort.
@ „das Thema so hindrehen“ meine ich, dass du eben das gerade getan hast, weil du es so darstellst, als gäbe es eine böswillige Verschwörung „das Delta“ mutwillig zu zerstören. Wenn du Kenntnis von so einem Komplott hast, dann stelle es bitte hier ein, ich habe sie nicht. Ich denke aber schon jetzt, dass dieses Komplott keine Chance auf Verwirklichung hätte.
Im Übrigen bin ich betr. Naturschutzes wahrscheinlich ein größerer Fundi als du dir vorstellen kannst. Ich würde eine Petition zum „Schutz des Deltas“ daher sicher unterschreiben wenn sie fundierter formuliert und weniger widersprüchlich wäre. Obige erfüllt meine Kriterien nicht.
In der jüngeren Vergangenheit und näheren Zukunft bedroht das Delta und viele andere Naturlandschaften im südlichen Afrika aber eher der (Over)Tourismus und nicht die "Profitgier" von Ölmultis. Die Verschleißerscheinungen dadurch sind mE vielerorts evident.
Viele der „Kompensationsleistungen“ für verbratenes CO2 sind mE Etikettenschwindel und wenn nicht, dann zumindest Selbstbetrug, so schade das auch ist. Es bietet keine Alternative zur Verbrauchsreduktion.
Und nochmals zum eigentlichen Thema. In 30 Jahren wird Namibia oder ein anderes afrikanisches Land nochmals so viele Einwohner haben als heute. Glaubst du wirklich, dass das ohne Industrialisierung gehen wird, bzw. nur mit Tourismus zu stemmen sein wird? Was bei dir Alarm auslöst, ist für die Leute dort Fortschritt. Afrika ist nicht unser exklusiver Freizeitpark, ob uns das passt oder nicht ist ein Nebenschauplatz. MM
und Grüße
LOloserGast19. Apr. 2021 · #137Nyanga schrieb: Das Ölförderung perse einer Umweltzerstörung gleich kommt, ist einfach eine Falschaussage.
Jein,
bei uns stimmt das, weil ein hoher bzw. bester Stand der Technik angewendet wird und strenge Regeln und Auflagen und Überwachung herrschen. Es wurde/wird sogar „gefrackt“ ohne dass es medial groß zur Kenntnis genommen wurde, weil eben nicht das passierte, was hier seitenweise als worst case angenommen wird. Auch Pipelines können sicher betrieben werden.
Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass das dort, wo der Staat schwach, korrupt oder desinteressiert oder alles ist, leider nicht so ist. Siehe Nigerdelta …. bis Sibirien. Das gleiche bei anderen Rohstoffegewinnungen.
Es ist eben alles viel komplizierter als die Extrempositionen von „passiert eh nix“ vs. „passiert grundsätzlich das Schlimmste“. Differenziertes und evidenzbasiertes Herangehen wäre hilfreich, ist aber gerade nicht „in“, weil mühsam.
travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200619. Apr. 2021 · #138Hi zusammen,
der Großteil der Ölförderung auf dieser Welt wird übrigens ganz ohne Fracking durchgeführt. Wie ich schon seit Monaten hier "herunterbete" stellt sich die Frage des Frackings doch noch gar nicht konkret bei Namibia/Botswana. Ich verstehe nicht, da geht es mir wie loser, warum immer das schlimmste Szenario als "gesetzt" angesehen wird.
Wir sprechen hier von einem Zeitrahmen von vielleicht in 5-10 Jahren, bis überhaupt was passiert.... eine Ölförderungsstruktur, Piplelines etc bauen sich ja nicht in Monaten auf.
Im übrigen, wo ist eigentlich der Aufschrei zum Phosphatabbau vor Namibias Küste? Das ist bereits seit 7 Jahren konkret, garantiert umweltschädlich (nicht nur "vielleicht")...
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
NYNyanga582 Beiträge · seit 202119. Apr. 2021 · #139Der Kurs der Recon Aktie ist am Mittwoch von ca. 2,80 US Dollar auf über 4 US Dollar innerhalb von einigen Stunden gesprungen. Heute steigt sie auf über 6,10 US Dollar.
Logi16,9k Beiträge · seit 201220. Apr. 2021 · #140MEFT-Zahlen sind nicht belegt - Fachkräfte: „Elefanten sind partielle und fakultative Migranten“https://www.az.com.na/nachrichten/meft-zahlen-sind-nicht-belegt2021-04-20/Die Investmentfirma Haywood Securities rühmt sich ihrer Unabhängigkeit und „schätzt den Unternehmergeist“. Sie zeigt sich optimistisch infolge einer Ankündigung des Ölfunds seitens ReconAfrica. Umweltschützer bangen indessen um die Biodiversität und die Elefantenherden in den Kavango-Regionen. Fachkräfte wissen von lokal-ansässigen Herden und berichten von einer Migration von knapp einem Fünftel dieser Herden....LG
Logi