GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201429. Apr. 2020 · #21
Unterwegs auf dem See.
Ein besonderes Handwerk am Inle-See ist die Herstellung von Lotosfasertextilien (Stengel der Lotusblüten). Diese werden auch exportiert. Hier kann mit Kreditkarte bezahlt werden. Die Artikel sind recht teuer.
Am Inle-See lebt auch das Volk der Padaung. Die Frauen dieses Bergvolkes sind aufgrund ihres durch Messingspiralen gestreckt wirkenden Halses als «Giraffenfrauen» bekannt.
Nur zum Schlafen werden diese Ringe abgelegt.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201429. Apr. 2020 · #22
Ein weiteres Handwerk ist auch die Zigarrenherstellung.
Nun erfolgte die Fahrt mit dem Boot zum beeindruckenden, erst seit kurzem zugänglichen Pagodenkomplex Indein. Nach dem Bootsanlegeplatz machten wir einen ca. 15minütigen Fussmarsch durch ein kleines Dorf. Dort fand das jährliche Spendenfest statt. Die Prozession mit Buddha-Statuen wurde mit Glockenklang und lauten Lautsprechern begleitet. Jetzt erst erschienen die bettelnden Mönche, welche für ihr Kloster von vielen Familien eine Gabe, meistens Reis, bekamen (wir spendeten etwas Geld).
Über den Wandelgang erreichten wir eine Anhöhe mit einer Unzahl kleiner und kleinster Pagoden. Diese werden restauriert und wenn irgendwie möglich mit Goldplättchen beklebt.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201429. Apr. 2020 · #23
Auf dem Rückweg zu unseren Boten trafen wir Pa-O-Frauen.
Auf der Rückfahrt besuchten wir das Phe Chauung Kloster.
Nun setzte Starkregen ein und wir erreichten unser Hotel puddelnass.
Während dem Abendessen erfreute uns das Hotelpersonal mit einer Folkloredarstellung.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201430. Apr. 2020 · #24
Hallo Conny Toll, dass du mitreist. Von Asien kenne ich nur Myanmar und Nepal. Beides Länder, die man nicht alleine bereisen kann, sondern man benötigt einen einheimischen Führer. Da ziehen wir es vor, alles durch ein Reisebüro in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Agentur zu buchen. So riskiert man auch selten eine Magen/Darmerkrankung. Ich bemühe mich, jeden Tag einen Bericht ins Forum zu stellen. Gleich geht es weiter. LG Irene
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201430. Apr. 2020 · #25
9. Reisetag, 27.10.13 Inle See – Mandalay Während der ganzen Nacht hatte es geregnet. Um 6h erwartete uns Aye an der Rezeption und anschliessend erfolgte der Transfer mit dem Boot und dem Car zum Flughafen von Heho.
Nach einem halbstündigen Flug erreichten wir Mandalay.
Mandalay ist ein bedeutendes Kulturzentrum und war Burmas letzte Hauptstadt. Historisch betrachtet ist es die burmesischste aller Städte Myanmars – ein Ort, an dem man trotz seiner rasanten Modernisierung im chinesischen Stil das Herz des ursprünglichen Myanmars noch pochen hört. Auch religiös ist die Stadt von Bedeutung, denn die buddhistischen Klöster zählen zu den wichtigsten im Lande.
Auch hier herrscht Regenwetter.
Buddha-Fabrikation aus Marmor. Je nachdem wohin die Buddhafigur geliefert wird, wird sie entsprechend angemalt. Wegen dem Wetter sind die Maler nicht an der Arbeit.
Wir besuchen die Goldplättchenhersteller. Kleine Stücke Gold werden zwischen zwei Tamarind-Blättern (spez. Bambuspapier) gelegt. Sie werden mühsam geschlagen, bis die erforderliche Dünne erreicht wird, um die Bildnisse in Pagoden zu vergolden. Ebenso wird Blattgold zum Vergolden von Lackwaren, Holz-Schnitzereien und Paye Htee (Pagoden Schirm) benutzt.
Hier kann man Goldplättchen kaufen.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201430. Apr. 2020 · #26
Der goldbeladene Mahamuni-Buddah, ist das bedeutendste Heiligtum Mandalays, sowie die am meisten verehrte Buddahfigur im ganzen Land. Der Körper des Buddahs ist unter Millionen von Goldplättchen verhüllt und nur noch als aufgeschwemmte Silhouette zu erkennen, nur noch das polierte Gesicht ist klar zu sehen. 2013 klebten ca. 225 kg Gold an der Figur. Auch hier können nur Männer die Goldplättchen aufkleben. Frauen dürfen das Innere des Tempels überhaupt nicht betreten. 😈
So veränderte sich der Buddah mit den Jahren.
Der Königs- und der Glaspalast wurden während dem 2. Weltkrieg bei Kämpfen zwischen den Briten und Japanern niedergebrannt. Er wurde später wiederaufgebaut, damit man einen plastischen Eindruck von der einstigen Bebauung bekommt.
Am Abend besuchten wir ein Marionetten-Theater. Die Figuren sind aus Yamane-Holz geschnitzt und zwischen 45 – 70 cm gross.
Hallo Grosi, zu den Marmorfiguren: Die Fabrikanten gehen bei ihrer Kundenorientierung sogar noch weiter. Die Figuren werden "ohne Gesicht" in das jeweilige Land geliefert und erst dort wird ihnen ein bevorzugtes Gesicht mit dem Meißel verpasst. Große Augen, kleine Augen, ein lächelnder Mund usw. Das ist schon ziemlich schräg - zumindest für meine Sichtweise als Nichtbuddhist. Die Goldplättchen sind wirklich wahnsinnig dünn. Das habe ich erst gemerkt, als ich beim Mahamunibuddha (übersetzt von unserem weiblichen Guide) von einer Frau gebeten wurde, ob ich nicht ihre Goldplättchen auf dem Arm des Buddhas platzieren und ihm ihre Wünsche übermitteln könne. (Buddha muß mehrsprachig sein 😉 ). Da sich dem Buddha keine Frauen nähern dürfen wäre es ihr ein Herzenswunsch. Gesagt getan, ziemlich aufgeregt, habe ich Ihren Wunsch erfüllt. Etwas schräg, wird der Buddha über ein TV im Vorraum live präsentiert. Bei mir hat es etwas länger gedauert, da ich bei den anderen Männern erst einmal schauen musste wie das funktioniert. (Mitte etwas links, schwarzes T-shirt)
Gruß
Peter
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201401. Mai 2020 · #28
Hallo Peter Das mit den Gesichtern war mir nicht mehr präsent. Gut dass du mich daran erinnerst. Seit unserer Reise sind ja bald 7 Jahre vergangen und ich gebe mir grösste Mühe, alles zu erzählen und zu beschreiben. Die Goldplättchen sind wirklich dünner als dünn! Wir haben solche gekauft und die Männer 😈 klebten sie an die Buddhas. An einen TV im Vorraum mag ich mich nicht erinnern. Vielleicht war er auch noch nicht da. Liebe Grüsse Irene
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201401. Mai 2020 · #29
10. Reisetag, 29.10.13 Mandalay und Ausflug in die Umgebung
Aye wohnt in Mandalay und ihr Vater ist in einem Aussenquartier als Landarzt tätig. Wir wurden von ihm und seiner Frau eingeladen, die Praxis und ihr Haus zu besichtigen. In der Praxis befinden sich keine technischen Geräte. Wir sahen nur verstaubte Medikamente (chinesische Produkte). Oft behandle er Aidskranke, natürlich auch Erkältungen etc.
Behandlungszimmer
Bei der Besichtigung des Hauses ist uns aufgefallen, dass es in der Waschküche zwei Waschbecken gibt und mehrere Wäscheleinen weit auseinander. Natürlich fragten wir Aye und sie erzählte uns später, dass sie ihrer Mutter gerne eine elektrische Waschmaschine schenken würde, doch sie müsste zwei Maschinen kaufen und schenken. Der Ruhm der Männer könne leicht Schaden nehmen und zwar wenn Männer- und Frauenkleider im gleichen Becken respektive Waschmaschine gewaschen würden. Ein Burmese gehe deshalb auch nie unter einer Wäscheleine mit Frauenkleidern durch. Eigentlich sei ihr Vater ein moderner Mann, der seine Tochter studieren liess, doch er und auch ihr zwei Jahre älterer Bruder halten an der Tradition fest.
Als grosse Überraschung wurden wir zu einer Hochzeit eingeladen. Braut und Bräutigam kommen aus der Nachbarschaft von Ayes Eltern. Bewirtet wurden wir mit Eis, Kuchen und Getränken. Die Hochzeitsgesellschaft schaute sich Filme an und einige Leute trugen Lieder vor (Karaoke). Alle hatten grossen Spass.
Eine Stunde später verliessen wir die Gesellschaft. Beim Ausgang wurden wir gebeten, eine kleine Spende in einen Korb zu legen. Das machten wir doch gerne. Kurz vor dem Einsteigen in den Bus kam ein Mann gelaufen und fragte uns, warum wir nur der Braut eine Spende zukommen liessen und ob wir irgendetwas gegen den Bräutigam hätten. Wir hatten nicht bemerkt, dass am Ende des Tisches ein zweiter Korb lag. Also retour und noch eine Spende für den Bräutigam hingelegt. 😛
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201401. Mai 2020 · #30
Die Mönchsparade beim Mahaganda-yon-Kloster dient der Sammlung der Nahrung.
In den Augen der Burmesen verdienen Mönche besonderen Respekt, weil sie mit letzter Konsequenz dem Weg des Buddah folgen. Jeder Burmese muss mindestens 3 Monate als Mönch verbringen.
Mit einer Fähre überquerten wir den Ayeyarwady. Dort wurden wir mit Kutschen nach Ava (ein altes Königsreich) gefahren. Mittlerweile hat der Regen aufgehört, doch es ist sehr matschig
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201401. Mai 2020 · #31
Halsketten aus Jade wurden verkauft. Selten wurden wir so oft zum Kauf von irgendetwas ermuntert. Etliche Ketten landeten in unsere Taschen.
Bagaya-Kloster
Die Stadt Ava wurde im Jahr 1838 durch ein Erdbeben fast völlig zerstört. Die Ruinen des Königspalastes mit ihren massiven Mauern, lassen einen erahnen wie prunkvoll diese Stadt als Hauptstadt vor mehr als viereinhalb Jahrhunderten gewesen sein muss.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201401. Mai 2020 · #32
Saigan ist das kulturelle Zentrum des Landes. Auf den Hügeln zwischen Sagaing und Minguin leben heute in 735 Klöstern rund 8000 Mönche, Novizen und Nonnen. Der Reiz Sagaings liegt vorallem im Gesamtanblick der unzähligen über mehrere Hügelketten verstreuten Pagoden.
Amarapura ist unter anderem wegen seiner alten 1200m langen Teakholzbrücke (U-Pein-Brücke) bekannt. Ein Spaziergang über dies Holzstege gehört zu den stimmungsvollsten Erlebnisse einer Myanmarreise.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201402. Mai 2020 · #33
11. Reisetag, 29.10.13 Ausflug nach Minguin und gegen Abend Besuch des Mandalayhügels
Mit einem Boot fuhren wir auf dem grössten Fluss des Landes, dem Ayeyarwady (Fluss-Lebensader), etwa 2 Stunde flussaufwärts nach Minguin. Minguin ist nur mit dem Boot erreichbar. Dort wollte einst ein grosser König die grösste Pagode der Erde erbauen – die Reste seines Scheiterns sind noch immer eindrucksvoll genug.
Die zur Pagode gehörende Glocke blieb erhalten und steht in einem Pavillon. Das Guiness-Buch der Rekorde führt die Mingun-Glocke als schwerste intakte Glock der Welt mit einem Rekordgewicht von 101 Tonnen auf. Sie ist 6m hoch und hat einen Umfang von 15m.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201402. Mai 2020 · #34
Wir besuchten auch ein Altersheim für Frauen welche keine Angehörigen mehr haben. Eine buddhistische Nonne aus reicher Familie hat dieses gestiftet.
spartanisch eingerichtet
Schon am Inle See bat uns Aye die ungebrauchten Shampoos, Duschgels, Seife und Zahnpastatuben von den Hotels mitzunehmen. Nun verteilten wir diese an die Bewohnerinnen, die eine Riesenfreude hatten.
Die burmesischen Frauen geniessen das Zigarrenrauchen.
Die Hsin-bye-me Pagode symbolisiert den Weltberg Meru der indischen Mythologie.
Liebe Irene, wie sich die Bilder - immer noch - gleichen: Guck mal, was ich damals 2006 geknipsts und als Weihnachtskarte verwendet habe. Mir war nicht klar, daß es im Buddhismus auch engelsgleiche Wesen gibt! Ich genieße Deinen RB sehr! Liebe Grüße Friederike
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201402. Mai 2020 · #36
Ledi Kyaungtaik, ein Lehrkloster, wo buddhistische Schriften in über 800 Steintafeln eingeschrieben sind. Das grösste Buch der Welt.
Kutho-daw-Pagode
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201402. Mai 2020 · #37
Überall wird ein Altar eingerichtet.
bei den Silberschmieden
Sonnenuntergang auf dem Mandalay Hügel
Panoramablick auf die Stadt
Ein Sprichwort sagt, dass man sich in die Umgebung des Mandalay Hügel flüchten soll, wenn man lange leben möchte. Dies bedeutet, dass es gut für die Gesundheit ist, den Mandalay Hügel zu Fuss zu erklimmen. Und der Pagode auf dem Weg Ehre zu erweisen bringt langes Leben. Man kann mehrere bedeutende Pagoden entlang der Stufen des Mandalay Hügels ehren. Ausserdem kann man Geschäfte besuchen, die traditionelle burmesische Spielsachen, Geschenkartikel und Perlen verkaufen.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201403. Mai 2020 · #38
12. Reisetag, 30.10.13 Mandalay-Monywa
Ungefähr 135 km westlich von Mandalay liegt Monywa, das Handelszentrum des Chindwin-Tal und des nordwestlichen Myanmar.
Sehenswert ist u.a. die Thanbokde-Pagode mit über 500’000 Buddha-Statuen.
Die beeindruckenden Sandsteinhölen Hpo Win Daung erreichten durch eine kurze Fährfahrt auf dem Chindwin-Fluss
sowie einer kurzen Autofahrt.
Die Tempelanlage Phowin Taung stammt aus dem 15. Jahrhundert. Mehr als 450'000 Sandstein-Buddhas wurden in die Bergwände, Höhlen, Alkoven oder winzige Nischen gehauen. Die Höhlenmalereien und Indigoblau- und weichen Pastelltönen sind noch unversehrt.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201403. Mai 2020 · #39
Die Höhlenmalereien in weichen Pastelltönen sind noch unversehrt. Ein atemberaubender Buddha, der einem nicht entgehen sollte, ist der liegende Buddha auf einem rechteckigen Steinmosaik, der mit Kristallglas nur so schimmert.
Bei einem Spaziergang durch das Dorf Kyaukka wurde uns bewusst, wie wenig die Burmesen über Umweltschäden informiert sind. Batterien, Plastik, Staniolpapier, Aludosen etc. liegen verstreut auf dem Boden. Abfallentsorgung ist noch ein Fremdwort.
Abendstimmung bei Monywa am Chindwin-Fluss.
GrosiThemenstarter335 Beiträge · seit 201404. Mai 2020 · #40
CuF schrieb:Liebe Irene, wie sich die Bilder - immer noch - gleichen: Guck mal, was ich damals 2006 geknipsts und als Weihnachtskarte verwendet habe. Mir war nicht klar, daß es im Buddhismus auch engelsgleiche Wesen gibt! Ich genieße Deinen RB sehr! Liebe Grüße Friederike
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📎 MandalayTeakholzpalast10.Engel4..jpg
Das war mir vorher auch nicht bewusst. Wir haben etliche solche Detailfotos gemacht. In Nepal sind die Schnitzereien noch eindrücklicher. LG Irene