YAyanjep1'014 Beiträge · seit 201626. März 2020 · #21
Ich denke, Fernreisen ohne Qarantäne im Ankunftsland und dann wieder Qarantäne bei der Rückreise lassen sich erst vermeiden, wenn es einen Impfstoff oder zumindestens ein Heilmittel und Vermeidung von schweren Verläufen gibt. Da bin ich allerdings guter Hoffnung, daß in absehbarer Zeit etwas entwickelt wird.
Yanjep
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200626. März 2020 · #22
A7456 schrieb: Ich weiß nicht, auf welche Statistik Du schaust. In der Deutschland herrscht ein Tohuwabo bei der Datenerhebung, weshalb viele Statistiken und Diagramme zu Fehlinterpretationen verleiten. Hier ist die offizielle Statistikseite des RKI.
… die Zahlen des RKI hinken denen auf folgender Seite immer ein bis zwei Tage hinterher. Das Durcheinander bei den Zahlen ist in der Tat ein großes Problem. https://www.worldometers.info/coronavirus/
Wir haben also um die 4.000 erfasste Neuinfektionen pro Tag. Die Statistik besagt, das ca. 5% der Fälle auf der Intensivstation landen und da für ca. 14 Tage bleiben. Dann brauchen wir ca. 2.800 Betten auf Intensivstationen. Wir hatten laut offiziellen Aussagen schon vor Corona 28.000 Betten auf Intensivstatitionen in Deutschland. Auf dieser Datenbasis ist mir mathematisch nicht klar, wo bald der "Sturm" und die Überlastung des Gesundheitswesens herkommen soll?
Von den 28.000 Betten sind im normalen alltäglichen Klinikbetrieb bereits 80% belegt. Da sind wir bei noch 5.600 verfügbaren Betten. Und die Zahl Betten auf Intensivstationen sind nicht alleine das Problem. Es wird ausreichend geeignetes Personal benötigt und das ist auch knapp. Wenn sich einige davon selbst infizieren, wird es noch knapper. Man muss die Corona-Intensivpatienten und die sonstigen Intensivpatienten voneinander trennen, das behandelnde Personal im Idealfall auch. Die Betten stehen auch nicht gerade zufällig dort, wo die kritischen Fälle anfallen. Wenn jemand im künstlichen Koma liegt und der Schleim aus der Lunge gesaugt werden muss, dann kann das nicht nach 'ner halbstündigen Einweisung der Krankenpfleger aus der benachbarten Station, der die üblichen täglichen Arbeiten durchführt mal einfach so machen. Die Lage ist schon ein wenig brisanter.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
NOGRILA schrieb:denn wer will in Corona verseuchte Länder wie SA, USA,Indien, Bdasilien freiwillig reisen.
Gerade die Leute hier im Forum reisen doch auch in Länder, die Malaria-verseucht, Gelbfieber-versucht, Dengue-versucht, .. sind? Trotz der Gefahr nehmen nicht mal alle Malaria-Prophylaxe. Wenn der Herr Hopp Recht hat, was ich überhaupt nicht beurteilen kann, gibt es im Herbst vielleicht auch schon einen Impfstoff? Vielleicht kommen die Chinesen auch noch früher mit einem Impfstoff um die Ecke, weil man dort ohne Skrupel sehr früh große klinische Testreihen durchführen wird?
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200626. März 2020 · #24
… als Nachtrag noch zu meinem letzten Beitrag:
Hier mal die Zahlen für Deutschland von heute und den letzten Tagen. Stand 18 Uhr sind es schon 6.323 Neuerkrankungen für heute und damit bereits ca. 2.000 mehr als gestern bis Tagesende.
Mal schauen, wenn das RKI mit diesen Zahlen kommt. Ich kann da jedenfalls nichts erkennen, was auf eine Entspannung der Lage hindeutet. Die jetzigen Maßnahmen werden sich in vielleicht einer Woche bemerkbar machen. Bis dahin wird der Anstieg der Neuerkrankungen, Intensivpatienten und Todesfälle weitergehen. Ich würde mir wünschen, mich zu irren.
Gruß Wolfgang
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Bornheimer99 Beiträge · seit 201626. März 2020 · #25
BikeAfrica schrieb: Hier mal die Zahlen für Deutschland von heute und den letzten Tagen. Stand 18 Uhr sind es schon 6.323 Neuerkrankungen für heute und damit bereits ca. 2.000 mehr als gestern bis Tagesende.
Aber warum wird immer auf solche Drittquellen verwiesen? Die haben doch keine eigene Datenerfassung hierzulande. Worldodometer übernahm bisher die Zahlen von der Berliner Morgenpost und seit heute die von der Zeit. Schon allein der Wechsel der Datenquelle verzerrt die heutigen Zahlen in 4stelliger Größenordnung. Das ist Statistikmüll. MoPo und Zeit zählen die Fälle, in dem sie die Differenz zum Vortag bilden. Es zählt also das Veröffentlichungsdatum eines Falls. Das RKI zählt Fälle richtigerweise (auch rückwirkend) dem Tag zu, an dem sie dem lokalen Gesundheitsamt gemeldet wurden. Deswegen zeigt das Diagramm des RKI ein realistischeres Bild der Entwicklung, auch wenn die immer einen Tag hinterher hängen.
Jetzt ärgere ich mich doch etwas über diverse Vereinfachungen eines ernsten Themas, dass ich mir echt Arbeit angetan habe.
Also, Versuch einer Objektivierung @ die kritisierte Spahn’sche Prognose an Hand KONKRETER Zahlen aus Österreich @ Maßnahmen und Wirksamkeit, Notwendigkeit vs. nur Überreaktion. In den Bildern sind die vom ORF für Österreich veröffentlichten Daten aus dem Sozialministerium für die POSITIVEN Testergebnisse auf einer linearen bzw. logarithmischen Skala nach einzelnen Tagen aufgetragen. Der Tag 1 ist der 26. Feber, an welchem die ersten 2 (!!) betätigten positiven Tests anfielen. Da war in Italien schon Pandemonium. @ Positive Tests: In Österreich wurde bisher nur „anlassbezogen“ für begründete Verdachtsfälle und/oder Erkrankte getestet: Risikoort, Kontakt + Ort, Symptome, Beschwerden. Bei derzeit +/- 4000 täglichen Tests sind ca. 15 bis 20 % positiv. Ab der 3. Woche wurden die Testungen hochgefahren, von unter 1000 auf ca. 4000/Tag. Der österreichische „shutdown“ war ab 16. März (Tag 20 in der Grafik), es gab aber schon Einschränkungen davor. Was in Deutschland noch diskutiert wird, ist in Österreich also seit mindestens 10 Tagen in Kraft und zu 98 % eingehalten, und geht auch weiter als in D angedacht, soweit ich das aus den Medien verstanden habe. D ist also mindesten zwei Wochen in der Ausbreitungsbekämpfung hinterher. Für die Daten sind 3 exponentielle „Fits“ eingezeichnet. Für die Wochen 1 + 2, bzw. 1 bis 3 bzw. 1 bis 4 (alle Werte bis vorgestern). In den ersten zwei Wochen war der Zuwachs steil exponentiell, in der 3. Woche etwas weniger steil, so dass die beiden Kurven praktisch deckungsgleich sind. Ab der 4. Woche wird es deutlich flacher, die Steigerung ist aber immer noch exponentiell, der tägliche (!) Zuwachs beträgt ca. 15 bis 20 % (gegenüber 30 bis 40 % anfänglich), das ist verheerend genug. Die Experten sagen, dass vor Eintreten einer einstelligen Zuwachsrate an Lockerungen nicht ein Mal gedacht werden sollte. Wenn sich das auf diesem Niveau verlässlich (!!) stabilisiert hat, kann über PARTIELLE Lockerungen nachgedacht werden. Wenn man den shutdown komplett aufhebt, war alles umsonst und die Durchseuchung schreitet wieder erneut steil exponentiell fort. Für „die Wirtschaft“ macht es letztlich keinen Unterschied, ob sie wegen Einschränkungen oder 20 bis 30 % Krankenstände eingebremst wird. In der Mortalität von "Risikopersonen" aber schon. In der logarithmischen Darstellung sind die fits der Daten bis 5 Wochen = 35 Tage extrapoliert und neben dem Diagramm eingetragen. Mit dem Anfangstrend hätten wir zum Monatsende (das ist in nur einer Woche!) 300.000 Positive gehabt etc. Wenn wir den nach dem shut down (ab Tag 20 ) abgeflachten Trend halten können, sind das am Ende nächster Woche ca. 12.000. Über die Schwachpunkte obiger Vereinfachung bin ich mir schon im Klaren, aber prinzipiell aussagekräftig ist es trotzdem. Über all dem schwebt aber eine unbekannt hohe Dunkelziffer (Rajang, BikeAfrica), die erst in der Pipeline ist und erst 2 bis 3 Wochen zeitverzögert erkennbar wird. Es ist halt leider so bei steil exponentiellem Wachstum, wenn man es verlässlich erkennt, ist es schon zu spät. ME hat Spahn schon recht. Wer anderer Meinung ist, soll es an Hand von Fakten und Zahlen begründen und argumentieren. Bauchgefühl ist ein schlechter Ratgeber in so einer Situation 😈 . Und viel Spaß beim Buchen der jetzt angebotenen Reiseschnäppchen.....und keiner der obigen positive thinkers hat erwähnt, ob und was er seinen exotischen Reisezielen damit antut.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200626. März 2020 · #28
loser schrieb: Was in Deutschland noch diskutiert wird, ist in Österreich also seit mindestens 10 Tagen in Kraft und zu 98 % eingehalten, und geht auch weiter als in D angedacht, soweit ich das aus den Medien verstanden habe. D ist also mindesten zwei Wochen in der Ausbreitungsbekämpfung hinterher.
Da stimme ich völlig mit Dir überein. Deutschland hat viel zu lange gepennt und gezögert, bevor man angefangen hat, zu handeln. In Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich waren die Fußballligen längst abgesagt und in Deutschland fanden weiter Spiele mit 50-70.000 Zuschauern statt. Und gerade die Fußballfans lassen sich doch nicht durch 'ne "Erkältung" davon abbringen, ins Stadion zu gehen. Einige von ihnen fuhren entweder im Zug oder in Fahrgemeinschaften als Virenverbreiter durch ganz Deutschland, trafen sich mit befreundeten Fans, fielen sich bei Toren um den Hals und gingen anschließend noch einen saufen. Und wer sich für Fußball nicht so interessierte, ging halt zur Virentauschbörse Karneval. Selbst der legendäre Karneval in Venedig wurde abgebrochen, aber die Narren hierzulande haben das beinhart durchgezogen.
Und nun, nachdem die Büchse der Pandora geöffnet wurde, rennt man -allerdings noch etwas sehr verhalten- hinterher.
Um auf das Thema des Threads zurückzukommen: Nachdem die geschlossenen Grenzen irgendwann wieder geöffnet werden, werden die einzelnen Länder je nach ihren Erfahrungen mit dem Verlauf der Krankheit sehr vorsichtig agieren. Dann wird man irgendwann wieder nach Südafrika einreisen dürfen, sich aber erst einmal in eine 14-tägige Quarantäne begeben müssen, die auch überwacht wird. Wer von den heutigen Touristen käme denn noch dorthin? 10%, wenn überhaupt? Und wenn Deutschland das dann ebenso macht, kann man anschließend wieder in Quarantäne. Dann bleibt übrig? 0,x%? Länderübergreifende Reisen nach Namibia, Südafrika, Botswana, Zambia, Zimbabwe … sind dann theoretisch wieder erlaubt, aber in der Praxis illusorisch.
Ich fürchte, der internationale Tourismus wird um Jahrzehnte zurückgeworfen durch die derzeitige Lage. Und so wie Deutschland die Sache angeht, wird z.B. Südafrika so schnell keine deutschen Touristen mehr einreisen lassen wollen. Die Chinesen werden vermutlich die ersten sein, die wieder irgendwo einreisen dürfen.
Ich sehe schlechte Zeiten anbrechen. Ich hoffe, ich würde mich irren.
Gruß Wolfgang
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loser schrieb: ME hat Spahn schon recht. Wer anderer Meinung ist, soll es an Hand von Fakten und Zahlen begründen und argumentieren. Bauchgefühl ist ein schlechter Ratgeber in so einer Situation, Diskussionen dieses Themas sollte nicht auf Stammtischniveau geführt werden 😈 .
Wo genau haben Dir Zahlen gefehlt? Noch einmal und diesmal nicht als Link sondern gleich eingebettet. Das ist die einzige offizielle Statistik für Deutschland.
Wenn Du da in den letzten 7 Tagen noch ein exponentielles Wachstum erkennst, würde ich ein Matheproblem diagnostizieren. Es gibt knapp ein in etwa lineares Wachstum. Wenn Du die Zahlen des RKI für "Stammtischniveau" hältst, hast Du ein Argumentationsproblem. Dann musst du erklären, warum die Zahlen des RKI falsch sind und ein ganz falsches Bild zeichnen. Wie gesagt: Man kann nicht den Sieg ausrufen. Das ist nur ein Zwischenstand. Aber man kann auf Basis dieser Zahlen nicht ableiten, dass eine Eskalation ("der Sturm") bevor steht.
Ich habe von allen Experten bisher nur folgende Faustformel gehört: 80% der Fälle verlaufen mild. 20% verlaufen schwer. 5% landen auf der Intensivstation. Dann kann man anhand der Fallzahlen und der durchschnittlichen Verweildauer nun mal überschlägig ausrechnen, wie viele Intensivbetten man braucht. Das ist simple Mathematik, die leider unempfänglich für Panik ist. Wenn Du andere Zahlen zu milden/schweren/schwersten Verläufen hast, dann bitte Quellenangabe.
Der Verweis auf Österreich ist wenig relevant und das Österreich Deutschland 2 Wochen voraus wäre, ist schlicht falsch. Die Infektionspartys in Ischgl liefen munter bis zum 13.03. Dann hat man auch in Deutschland alle Schulen dicht gemacht und erste Einschränkungen durchgesetzt. Die Ausgangsbeschränkungen galten in Österreich 6 Tage früher als in Deutschland (Der Umfang ist identisch). Dafür testet Deutschland offenbar viel mehr. Wenn Deine Zahl von 4000 Tests/Tag stimmt, dann testet Österreich pro Woche 3160 je eine Million Einwohner. Deutschland testet pro Woche 6250 je eine Million Einwohner (Quelle Prof. Drosten: 500.000 Tests pro Woche). Tendenz weiter steigend. Deutschland testet also doppelt so viel. Entsprechend geringer ist hier die Wahrscheinlichkeit für eine hohe Dunkelziffer.
Hippie schrieb:Bosch bringt in 2 Wochen sein Testgerät an den Start (Labor ! Test innerhalb 2,5 Std), wenn dieser noch beschleunigt wird sehe ich dieses Szenario: In die Urlaubskosten wird der Test mit einberechnet, vor Abflug oder nach Landung wird getestet. Dokumentiert und man darf Reisen also einreisen.
Ich fürchte da liegt ein kleiner Fehler in der Argumentation. Man wird nicht sofort nach der Ansteckung die Infektion nachweisen können. D.h. es gibt einen Zeitraum zwischen Ansteckung und Nachweismöglichkeit, die deutlich länger sein wird als 2,5 Std. Somit fällt der Rest der Argumentation zusammen wie ein Kartenhaus.
Gruß
Dino
MaputoThemenstarter828 Beiträge · seit 201627. März 2020 · #31
Eine gut Übersicht gibt Johns Hopkins University and Medicine / Coronavirus Resource Center
Hallo A7456, @ Exponentiell oder nicht, kann das auch ein Problem der Datenerfassung sein, z. B. ob vollständig oder nicht, ob es Verzögerungen bei der Dateneinspeisung gibt udgl. Warum das in D so ist/sei, weiß ich nicht, ist mir auch egal. Wenn man annimmt, dass die Zahlenbasis korrekt ist, deine Diagnose „….aber exponentielles Wachstum ist seit 5 Tagen nicht mehr da. Das erscheint mir auch logisch, weil vor etwa 10 Tagen die ersten Maßnahmen wie Schulschließungen eingeleitet wurden…“ müsste man erklären können, warum das in D so viel besser sei als in jedem anderen betroffenen Land, und das noch dazu in der „Anlaufphase“ der Ausbreitung, die ÜBERALL exponentiell verlaufen ist. Den Grund dafür liefert z. B. gerade das von dir zu Recht kritisierte Beispiel der Virenschleuder Tirol, insb. Ischgl (das ein gerichtliches Nachspiel haben wird!). Wenn eine Person in einem hoch mobilen Kollektiv 20 bis 30 Personen mit einem hoch ansteckenden Virus ansteckt, ist exponentielle Verbreitung geradezu eine zwingende Folge. Wenn man dieses nicht findet, hat man wahrscheinlich nicht hingeschaut oder (noch) nicht gefunden. Am nächsten oder übernächsten Tag sieht man sie aber sicher nicht, sondern, leider, erst in der Rückbetrachtung nach ein paar Wochen, alleine schon wegen der Inkubationszeit und einem Anteil milder Verläufe. Aber egal, ich wünsche dir und D, dass ihr tatsächlich schon „über den Berg“ seid, wie im Diagramm.
@Stammtischniveau meinte ich Prognosen, dass das in paar Monaten vorbei sei, weil wir das durch die gesetzten Maßnahmen „im Griff“ haben und dass dann wieder gereist werden kann. Dafür gibt es mE keine seriösen Hinweise, so eine Prognose ist für mich echt Kaffesudleserei. Das hat mich genervt und daher habe ich dieses Wort gebraucht. Ich habe es jetzt gelöscht, finde aber nach wie vor, dass solche Prognosen (noch) nicht begründbar sind und wishfull thinking eben kein guter Ratgeber für das nächste Jahr ist.
loser schrieb:Wenn man annimmt, dass die Zahlenbasis korrekt ist, deine Diagnose „….aber exponentielles Wachstum ist seit 5 Tagen nicht mehr da. Das erscheint mir auch logisch, weil vor etwa 10 Tagen die ersten Maßnahmen wie Schulschließungen eingeleitet wurden…“ müsste man erklären können, warum das in D so viel besser sei als in jedem anderen betroffenen Land,
In China, in Südkorea und in anderen Ländern ging die Zahl der Neuinfektionen ca. 10 Tage nach der Einführung von beschränkenden Maßnahmen runter. Wenn die Schulschließungen schon etwas gebracht haben, sollte das aktuell sichtbar werden. Möglicherweise ist das der Grund, warum in der Statistik aktuell zwar Wachstum aber zumindest kein exponentielles Wachstum mehr sichtbar ist. Ansonsten sollten die Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen ab Mitte nächster Woche in den Statistiken sichtbar sein.
Aktuell haben wir in Deutschland knapp unter 1000 Corona-Fälle auf Intensivstationen. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (Dachverband der Krankenhäuser) hat heute gesagt, dass es durchaus Herausforderungen gibt, aber für die nächsten 2 Wochen keine italienischen Verhältnisse drohen. Das ist eben das, was die Faktenlage her gibt, aus der man überschlägig (und ggf. mit Faktor 2 für die Dunkelziffer) den Bedarf an Intensivbetten errechnen kann. Wenn nicht alles völlig schief läuft, wirken in 2 Wochen dann längst die Ausgangsbeschränkungen. Die erste Welle von Corona wäre dann erst mal weitgehend unter Kontrolle. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Sicher droht bei falschen Entscheidungen dann gleich die nächste Welle.
Zum Reisen: Vielleicht gibt es in 2-3 Monaten einen wirklichen Schnelltest, der wie ein Schwangerschaftstest in wenigen Minuten Klarheit verschafft. Dann testet man einmal zuhause, bevor man sich ins Flugzeug setzt. Schlägt der Test an, bleibt man hier. Man wird dann wahrscheinlich auch bei Ankunft am Ziel-Flughafen noch mal getestet. Schlägt der Test an, hat man Pech und muss in Quarantäne (Wahrscheinlichkeit aufgrund vorherigem Test gering). Liest man momentan mögliche Exit-Szenarien für die Ausgangsbeschränkungen hierzulande, dann gehört Mundschutz fast immer zu den Maßnahmen dazu. Weniger um sich selbst zu schützen als um andere vor noch unerkannter eigener Corona-Infektion zu schützen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird Mundschutz hier wie in Teilen Asiens bald die neue Normalität - zumindest bis es einen Impfstoff gibt. Mundschutz trägt man dann möglicherweise auch im Urlaub in Namibia und Botswana zumindest dann, wenn man unter Menschen ist (Einkaufen im Spar u.ä.). Reisende in Afrika arrangieren sich mit Malaria, Kriminalität und anderen Gefahren. Auf der Basis nehme ich an, das viele sich beim Reisen auch mit einem niedrigen Corona-Restrisiko arrangieren würden.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200627. März 2020 · #34
Hallo zusammen, wenn man nicht die etwas missverständliche Grafik betrachtet, sondern die beim RKI offiziell veröffentlichten Zahlen, dann sieht man aktuell folgendes:
Und die markierten Zahlen sind die, die jeden Tag weiterhin im Vergleich zum Vortag steigen. Da flacht noch lange nichts ab und das ist auch keine nur lineare Steigung. Es sind jeden Tag mehr Neuerkrankungen als am Vortag und es sind auch jeden Tag mehr Todesfälle als am Tag zuvor. Und das sind jetzt die Zahlen des RKI.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Aurora7496 Beiträge · seit 201927. März 2020 · #35
Hallo zusammen!
BikeAfrica schrieb:Hallo zusammen, wenn man nicht die etwas missverständliche Grafik betrachtet, sondern die beim RKI offiziell veröffentlichten Zahlen, dann sieht man aktuell folgendes:
Zu diesen Zahlen gibt es aber noch den Disclaimer: "...Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt..." Und wenn man sich dann die Grafik anschaut, sind z.B. von den gestrigen "Neufällen" mehr als die Hälfte auf noch weiter zurück liegende Tage verteilt. Das verändert den Anstieg der Kurve ungemein. Leider bietet das RKI aber keine logarithmische Darstellung an. Gruß!
Ulrich
MaputoThemenstarter828 Beiträge · seit 201627. März 2020 · #36
A7456 schrieb:
Das ist eben das, was die Faktenlage her gibt, aus der man überschlägig (und ggf. mit Faktor 2 für die Dunkelziffer) den Bedarf an Intensivbetten errechnen kann.
Der Faktor 2 für die Dunkelziffer ist wahrscheinlich etwas sehr tief. In China geht man davon aus, dass etwa 90% der Infektionen unbemerkt blieben und etwa 55% der unbemerkt Infizierten haben weitere Personen angesteckt.
Dies behauptet jedenfalls eine umfangreiche Studie die im renommierten "SCIENCE" Magazin für Wissenschaft (American Association for the Advancement of Science) publiziert wurde.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200627. März 2020 · #37
Aurora74 schrieb: "...Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt..." Und wenn man sich dann die Grafik anschaut, sind z.B. von den gestrigen "Neufällen" mehr als die Hälfte auf noch weiter zurück liegende Tage verteilt. Das verändert den Anstieg der Kurve ungemein.
… ja, für einen kurzen Zeitraum kann man das so betrachten. Man muss aber auch beachten, dass zu den gestrigen Neufällen auch noch all diejenigen hinzukommen werden, die erst in den nächsten Tagen gemeldet werden und sich aber auf gestern beziehen. Wenn man die Kurve langfristig über Wochen betrachtet, spielt es keine Rolle mehr, ob sich ein Teil der Neufälle auf Vortage bezieht, denn dieser Sachverhalt trifft ja gleichermaßen auf alle Tage zu. Fakt ist: es werden jeden Tag mehr Fälle neuer Erkrankungen gemeldet.
Gruß Wolfgang
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BikeAfrica schrieb:Hallo zusammen, wenn man nicht die etwas missverständliche Grafik betrachtet,
Warum ist die Grafik missverständlich? Weil sie einfach nicht zu Deiner Argumentation passen will? Die Grafik ist die einzige mir bekannte Statistik, die die wahre Dynamik der Fallzahlen ansatzweise realistisch zeigt, weil sie die Zahlen um den Meldeverzug korrigiert. "Zufällig" sind das nämlich wirklich Experten beim RKI und die machen diese Statistik nicht umsonst genau so.
In der heutigen Zahl von vermeintlich 5780 neuen Fällen, sind auch noch "neue" Fälle vom 02.03, 03.03., 04.03. und für jeden einzelnen Folgetag enthalten, die aus irgendwelchen Gründen erst heute in die Statistik einfließen. Einige dieser vermeintlich heute neu Infizierten 5780 sind schon längst wieder gesund. Genau gezählt sind in der Zahl von 5780 "neuen" Fällen heute 1521 Fälle enthalten, die nicht aus den letzten 2 Tagen sondern von vorher stammen. Es ist richtig und wichtig die "Altfälle" auch noch nachträglich in die Statistik aufzunehmen, um zu wissen, wie viele in Deutschland sich insgesamt infiziert haben. Aber wenn man das Wachstum und die aktuelle Dynamik erfassen will, ist es irreführend nur einfach die Differenz zum Vortag zu bilden. Ich begreife ehrlich nicht, was man daran nicht verstehen kann und warum es besser ist, Schwarzmalerei zu betreiben, statt auf die Hoffnung machenden Indizien zu schauen?
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200627. März 2020 · #39
Ok, ich gehe mir jetzt auch 'ne Gefahr-O-Sensitiv-Brille kaufen. 😉
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