Überlegung zu einem eigenen Auto in Afrika

49 Antworten · 8'504 Aufrufe · gestartet 30. Dez. 2019 von Achdoch
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Themenstarter232 Beiträge · seit 201930. Dez. 2019 · #1
Hallo La Leona,
hier meine Antwort auf deine Fragen.
Vorweg möchte ich aber sagen, dass es sich hier um meine persönliche und individuelle Ansicht handelt und nicht als allgemeingültig zu sehen ist.
Auch möchte ich keine Diskussion entfachen weil ich Äpfel mit Birnen vergleiche.
Es handelt sich um keine betriebswirtschaftliche Auswertung und auch beinhaltet sie nicht die Frage, ja deine Kalkulation beinhaltet ein mittlerweile 12 Jahre altes Auto und ein Mietwagen ist nagelneu etc.
Nein, meine Überlegung ist einfach die Frage, wieviel Geld muss ich heute und in Zukunft in die Hand nehmen, um diese Reise nach XYZ mit einem Fahrzeug selbst zu unternehmen.
Seit 2015 steht mein „neues“ „Afrikaauto“ in Namibia, der hat meinen alten nach 15 Jahren ersetzt.
Es erfordert schon intensive Bemühungen, tatsächlich ein preiswertes Auto zu bekommen und man sollte etwas Aufwand nicht scheuen oder eben dann teuer.
Es handelte sich um einen siebensitzigen 4X4, damals 7 Jahre alt und 70.000 km auf dem Tacho. Zustand recht gut, aber doch etwas zu machen.

Das Auto hat mich vor der Verschiffung 12.800,- Euro gekostet. Ohne Dachzelt und Equipment, da das vom alten Fahrzeug wieder verwendet wurde.
Die Verschiffung, Hafengebühren, Unterstellungskosten, Carnetkosten belaufen sich von 02/2015 bis heute 4.613,-Euro.

Reparaturen die nach Verschiffung bis heute angefallen sind 3905,-Euro

Unterm Strich in fast 5 Jahren (02/15-02/20) wurden ca. 21.350,- Euro investiert.

Mit dem Auto war ich nun mittlerweile 385 Tage in Afrika unterwegs. Dies entspricht ca. 55,-Euro pro Reisetag.

Ich persönlich habe für mich als durchschnittlichen Mietpreis 90,- angesetzt (ja dafür bekomme ich ein neues Mietauto in Windhoek – ist aber nicht meine Überlegung)
Einbezogen high und low Season und dann der Durchschnitt.

Um diese Reisen mit einem Mietwagen machen zu können, hätte ich
385 Tage x 90,- Euro = 34.650,- Euro bezahlen müssen. Bei:
385 Tage x 80,- Euro = 30.800,- Euro
385 Tage x 70,- Euro = 26.950,- Euro
385 Tage x 60,- Euro = 23.100,- Euro
385 Tage x 50,- Euro = 19.250,- Euro
Der Break Even liegt also nun bei ca. 55,- Euro, also hätte ich über die ganzen Jahre durchschnittlich ein Fahrzeug für 55,- Miete finden müssen und es wäre ein Nullsummenspiel ohne eventuelle Versicherungsprämien der Vermieter und Schäden am Mietwagen.

Die laufenden Nebenkosten bei mir speziell betragen derzeit ca. 33% der Fahrzeuganschaffung.

Bei meiner nächsten geplanten Reise rutscht die Rentabilität auf 50,- Euro Mietpreisersparnis falls keine größere Reparatur erforderlich wird.
Die größten Istandhaltungskosten (bereits oben eingerechnet) waren 6 neue Reifen (ja die neuen aus Deutschland haben gar nichts getaugt) 1x neue Lichtmaschine und einmal eine aufwendige Klimareparatur.
Gefahrene Kilometer 52.000 km – Kilometerstand heute 122.000 km
Die 5000,- Kaution für das Carnet blieb unberücksichtigt, da das Geld nicht verbraucht wird und es lediglich hinterlegt ist.
Und da das Fahrzeug derzeit auch noch technisch und optisch einwandfrei vorhanden ist, wurde auch der jetzige Wert bzw. Verkaufswert nicht mit einberechnet.

So und nun viel Spaß beim Grübeln 

Achso…. ich habe damals bei der Entscheidung für mich berechnet, dass man ungefähr 7 normale Reisen a 23 Tage benötigt, damit das Auto ca. bei null raus kommt - danach ist "gratis" naj nicht auch wirklich, Kosten fallen immer an. Nur grob überlegt, was wäre bei einem Unfall, Diebstahl, Totalschaden etc. Also nach 6 Reisen tut es nicht mehr so weh, zumindest finanziell nicht mehr.
zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2019
607 Beiträge · seit 201030. Dez. 2019 · #2
Hallo La Leona,
ich kann Achdoch in fast allem bestätigen, möchte aber die "weichen" Faktoren noch hinzufügen. Ich habe 2018 eine ähnliche Kalkulation durchgeführt allerdings mit südafrikanischem Auto (also Zulassung in Südafrika).
Die Kalkulation hat bei 18 Monaten teilweise funktioniert. Was sich bei mir herausgestellt hat: Die Kalkulation ist stark abhängig wieviel KM man pro Jahr(Aufenthalt fährt) und in welchem Gelände fährt. Macht man mal eine Reise mit vielen Straßenkilometer(Teer) hinkt die Kalkulation sehr. Der Mietwagen wäre billiger, da man keinen Geländewagen gemietet hätte. Wir sind OKT/Nov 14000 KM gefahren, das wäre mit Mietwagen natürlich billiger gewesen.
Weiche Faktoren:
mit eigenem Auto investiert man mehr Zeit im Zielland, Kundendienst muss geplant werden. Wir rechnen 4 Tage/pro Jahr fürs Auto, da wir ca. 4 Monate im Süden unterwegs sind.
Man hat viel weniger Gepäck beim Flug und kann vieles im Auto lassen. Außerdem hat man Sachen im Auto die es dort nicht zu kaufen gibt (um z.B.: Kässpatzen in Nossob zu geniesen). Fernglas, Stativ bleibt im Auto. Musste mir Stativ dann in Norwegen allerdings eins ausleihen, da es im Auto in SA war.
Ja man bleibt länger im südlichen Afrika, aber ausschließlich nein. Steht das Auto nur unten kostet es nicht viel, Wertverlust(je nachdem wie alt es ist) Parkplatz und Versicherung.
Mit entscheidend für mich: ich habe das Auto das ich will,, nicht das eines Vermieters. Wir haben in all den Jahren davor fast immer bei Bushlore gemietet und die Autos waren immer schlechter motorisiert.

Für und wider gibt es bestimmt noch viel mehr. Rein finanziell kann man es nicht bewerten.
Viele Grüße
Wolfgang
566 Beiträge · seit 201330. Dez. 2019 · #3
Achdoch schrieb:
So und nun viel Spaß beim Grübeln
Hallo Achdoch,

interessante Rechnung, die durchaus überlegenswert und nachvollziehbar ist, sofern ausschließliches Ziel Afrika ist. Das Ganze in 385 Tage binnen 5 Jahren, das dürften auch nur die wenigsten schaffen. 😉

Nur noch eine Verständnisfrage: Du sagst, Dachzelt und Equipment hast Du von Deinem alten Auto übernommen. Bei der Frage der "Erstanschaffung" müssten diese beiden Posten dann aber noch mit einbezogen werden. Was schätzt Du dafür in etwa als preislichen Zusatzaufwand?

LG Mogambo 🙂
Themenstarter232 Beiträge · seit 201930. Dez. 2019 · #4
Hallo Mongambo,
ja bei der Erstausrüstung ist das zu berücksichtigen - meine lag aber schon im Jahr 1999 somit für mich Wert 0,-.
Trotzdem bin ich recht aktuell was die heutigen Preise angeht. Wie gesagt, es geht immer billiger und teurer, aber ich kalkuliere immer im mittelpreisigen Segment.
Also:
Dachzelt klassisch: ca. 1.400,- Euro (Maggiolina ca.3.700,- Euro)
Stuhle: 50,- Euro/St. Tisch ca.100,- Euro
Schlafsäcke für Afrika ausreichend und in Afrika gekauft 50,- Euro/Stück
Kissen? 10,-/Stück?????
Küchenuntensilien ca. 60,-Euro (meine Stammen von IKEA)
Wasserkessel 30,-
Gasflasche mit Kocheraufsatz nach Südafrika Art ca 90,-Euro je nach Flaschengröße
Kisten für Alles zum Verstauen - bei mir recht viele und bei Plastic World in WDH gekauft ca. 150,- Euro
Kompressor 50,- Euro
Reservekanister (ich 3x10 Liter Metall) 15,-Euro /St.????????
Navi + Karten 200,- Euro
Kompressorkühlschrank (meiner) 600,- Euro)
Dann rechne noch für Kleinkrempel 200,- Euro (Feuerlöscher, Campingzeugs, Warnwesten, Warndreiecke, Bergegurt und 1000 unnütze Dinge)
Damit bist du fürs erste gut gerüstet, um einen Urlaub ohne großartige Missstände durchzuführen

Bist du bei rund 3300,- gesamt.

Ich sage auch gleich dazu, dass ich am Anfang viel mehr gekauft und mit hatte. Heute habe ich die Hälfte ausgemistet. Damals gut gedacht, in der Praxis nicht zu gebrauchen, überflüssig, zu selten benutzt etc.
Sicher gibt es Reisende die besser und anspruchsvoller ausgrüstet sind. Aber sicher ist das eine persönliche
Entscheidung, welche sich während des Reisens entwickelt. Z.B. der eine braucht ne Espressomaschine, der andere einen Plunscher, der Dritte (ich) Kaffee + Tasse+Wasser=fertig. Oder der eine (ich) hat Zeit beim Luftpumpen, dann reicht mein Kompressor für 50,-, der Andere will in 10 Minuten fertig sein, der braucht den für 600,- Euro usw. usf.

Es kann sein das ich jetzt auf die schnelle noch etwas vergessen habe.....
zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2019
2'779 Beiträge · seit 200730. Dez. 2019 · #5
@achdoch
Allerbesten Dank für deine ausführliche Antwort und die Mühe die du dir mit meiner Frage gemacht hast. Viel zum grübeln gab es aber nicht, es ist eher ein interessanter Austausch.

Anhand deiner genauen Angaben bestätigt sich eine über den Daumen gemachte Rechnung, die wir damals machten, als wir noch mit der Anschaffung eines Fahrzeugs für Reisen im südlichen Afrika liebäugelten. Nämlich, dass uns ein Fahrzeug etwa 10 dreiwöchige Automieten kosten würde. (deine Anschaffungskosten 21350/100 Eur Tagesmiete = 213 Tage = 10 Reisen à 21 Tage).

Selbstverständlich, wie dies auch Hippie richtig darstellt, geht es nicht nur ums Geld, sondern es kommen auch nicht-monetarische Aspekte ins Spiel. Ein sehr wichtiger Faktor ist bestimmt das Bestreben das exakte Wunschfahrzeug zu kaufen, sei es wegen der Grösse und dem Platz, dem Motor, dem Getriebe, dem Chassis, der Zulassungsnummer, etc. etc. etc. es sind ganz individuelle Argumente, welche die Waage so oder so ausrichten.

Es ist dann aber auch so dass wenn man jeweils nicht viel länger als einen Monat am Stück reisen kann, etliche Tage für das Auto reserviert werden müssen, ausser man habe einen Unterstand gemietet wo auch zugleich Wartung angeboten wird, ohne dass man selbst anwesend sein muss. Denn wenn es irgendwelche Verzögerungen mit Ersatzteilen etc. gibt schrumpft die reine Reisezeit leider sehr schnell.

Ein klein wenig beneide ich euch darum, dass ihr so lange an einem Stück "abtauchen" könnt, und man gewinnt sein Fahrzeug bestimmt mit den Jahren auch sehr lieb, vor allem wenn es wenig Kopfzerbrechen bereitet und einen an abgelegene Orte bringt und wieder zurück. Aber ich geniesse je länger je mehr die Unabhängigkeit dorthin zu fliegen wo es für die Reise optimal ist und dort einen Wagen anzumieten, sei dies Johannesburg, Kapstadt, Windhoek, Arusha oder Lusaka, oder wo immer, ohne langweilige Teerkilometer fahren zu müssen. Ich bin umgekehrt auch sicher, dass, wenn wir uns ein Auto angeschafft hätten, wir es bestimmt in vollen Zügen genossen hätten.

weiterhin gute pad
Gruss Leona
Themenstarter232 Beiträge · seit 201930. Dez. 2019 · #6
Du hast vollkommen recht La Leona. Es ist wirklich so, das sich die Vor- und Nachteile ungefähr in Waage halten.
Man muss schon das Fahrzeug und das drumherum eher als Hobby sehen. Wo schon mal ein Tag in der Werkstatt eher interessant ist als belastend. Die längere Anfahrt (z.B. Malawi) eher Lust als Last ist. Das Kribbeln ob am Auto alles hält Spaß macht, auch wenn kein Backup zur Verfügung steht und viele andere Dinge.
Ich persönlich würde heute niemanden zu einem eigenen Auto raten, aber auch nicht abraten.
Dazu raten würde ich wenn jemand für die nächsten 7-10 Jahre Afrika als Hauptziel hat (als Normalurlauber)
Etwas Leidenschaft für Auto und Offroad hat und mit unplanbaren Gegebenheiten zurecht kommt und sich zu helfen weiß - organisatorisch.

Sorgenfrei bin ich natürlich mit Mietwagen.
Denn bei aller Rechnerei muss man beachten, der Mietpreis ist nach dem Urlaub weg. Wenn ich sorgsam mit meinem Auto umgehe (ohne Unfall o.ä.) dann ist das Auto noch nach Jahren da und hat immer noch einen Wert und wenn es der Nutzwert ist. Naja, wie mit allem wo Eigentum drauf steht.
VG
zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2019
Gast31. Dez. 2019 · #7
Es stellt sich die Frage, wer lässt das Auto zu ? Wie jobt das mit der Versicherung? Da man ohne "Traffic registration certificate" Keinerlei Fahrzeuge auf seinen Namen zulassen, geschweige eine Versicherung abschließen kann....
785 Beiträge · seit 200831. Dez. 2019 · #8
Hi,

Eine Zulassung in Namibia ist bei der aufgeführten Rechnung von Achdoch nicht nötig, da das Fahrzeug mit einem CARNET nach Namibia eingeführt wurde.
Eine Versicherung kann man ebenfalls von Europa aus abschließen, also alles relativ einfach.

Viele Grüße

Markus
904 Beiträge · seit 201031. Dez. 2019 · #9
Little Bush Rest for sale schrieb:Es stellt sich die Frage, wer lässt das Auto zu ? Wie jobt das mit der Versicherung? Da man ohne "Traffic registration certificate" Keinerlei Fahrzeuge auf seinen Namen zulassen, geschweige eine Versicherung abschließen kann....
Markus hat schon richtig geantwortet. Die Mehrfach- und Vielfachtäter haben aber oft in Namibia zugelassene Fahrzeuge, weil sie jemand kennen, der auf sich zulässt. Kenne Leute mit 7 Fahrzeugen, eines davon ist ihres. Das wäre also noch ne Alternative zum Kauf in DE und 2x Transport. Insbesondere bei relativ günstigen Fahrzeugen haut der Transport ordentlich in die Kalkulation rein. Wenn man jemand kennt, kann man auch in Namibia kaufen und die gesparten Transportkosten in Qualität investieren.

Guten Rutsch allerseits!
Ebi
1'095 Beiträge · seit 200931. Dez. 2019 · #10
La Leona schrieb:OT
Reisende mit stationierten eigenen Fahrzeugen rechnen in ihrem Budget anstelle der Anmietung die Anschaffung des Fahrzeugs, dessen Unterstellkosten, Wartung inklusive neuer Bereifung alle paar Jahre, Versicherungen und Zulassungsgebühren ein. Ich denke sie summieren zudem alle anfallenden Reparaturen vor, während oder nach jeder Reise, plus die Amortisation des Fahrzeugs mit ein.

Wäre sehr interessant zu erfahren wo im Durchschnitt der break even point im Vergleich mit einem gemieteten voll ausgerüsteten 4x4 liegt. Sagen wir Schnitt 100 Euro pro Tag Mietpreis der Einfachheit halber. Übersetzt: ab wie vielen Wochen fährt man mit dem eigenen Auto "gratis".
Wir standen vor der Frage.
7 Monate Reisezeit hätte um die 12.000-14.000 EUR Mietpreis bedeutet. Das Geld ist dauerhaft weg und zudem entspricht das Equipment selten den eigenen Wünschen/Anforderungen.

Wir haben einen LandCruiser in einem sehr gepflegten Zustand gekauft und ihn in Windhoek nach unseren Vorstellungen reisetauglich umbauen lassen. Man kann als Tourist mit entsprechender Hartnäckigkeit eine eigene TRN ("Traffic registration Number") erhalten (hab sie). Das geht auch mit einem 90 tägigen Touristenvisum 😉

Zugelassen wurde das Fahrzeug auf die Adresse von Freunden aber unter meinem Namen. Auch das geht ohne Probleme. Bei der Versicherung haben wir es so gemacht, dass das Fahrzeug in die Farmversicherung eingeschlossen wurde und ich den Versicherungsbetrag an meine Freunde bezahlt habe. Das ging auch reibungslos.

Unsere Zahlen:
Versicherung:
Vollkasko bei einem versicherten Fahrzeugwert von ca. 550.000 NAD lag bei umgerechnet 140 EUR/Monat (da war bereits ein Rabatt eingerechnet).
Servicekosten:
Der Toyota 1HZ Motor lebt ewig wenn er gepflegt wird. Alle 5-7.000 km haben wir ihm neues Öl spendiert und nach jeder tieferen Wasserdurchfahrt das Difföl gecheckt und sofern Wasser mit drin war es ersetzt.

Checks, Öl, abschmieren etc. hat je nach Umfang zwischen 1.500-4.000 NAD gekostet und wurde insgesamt auf 35.000 km 5 x durchgeführt.
Wir haben umgerechnet ca 900 EUR für Service ausgegeben.
Zusätzlich zwei neue Reifen für ca 550 EUR.

Reparaturen:
auf 35.000 km keine Panne bis auf eine defekte Versorgerbatterie zu Reisebeginn.

Unterstellmöglichkeiten gibt es diverse in und um Windhoek. Die meisten verlangen +/- 1 EUR/Tag ohne Versicherung (Eigenverantwortung).

Wenn ich nun alle o.g. Kosten auf unsere Fahrleistung umlege, dann komme ich dabei auf 0.097 EUR/km an Service- und Unterhaltskosten. Dafür ist das Auto gewartet und vollumfänglich Vollkasko versichert und meine Investition bestmöglich finanziell abgesichert.

Wir haben uns entschlossen am Ende der Reise das Fahrzeug zu verkaufen, da wir wusten das wir für etwa 2 Jahre nicht länger reisen können. Der Verkauf hat keine 14 Tage gedauert und der Verlust inkl. Servicekosten war deutlich geringer als der Mietpreis. Dafür hatten wir ein traumhaftes Auto mit niegelnagelneuem "Wohnequipment" und hochwertiger Ausstattung. Für uns ist die Rechnung aufgegangen.

Wenn das Fahrzeug vor Ort bleibt, sieht das anders aus.
Alleine Unterstand und Versicherung machen (in unserem Fall) Fixkosten von 2.000 EUR/p.A. aus.
Da ist noch kein Servcie eingerechnet und das macht schon deutlich, dass es bei einer Reisezeit von +/- 30 Tagen/p.A. zu einem Luxusgut wird.
Wenn ich das Auto während der Standzeit nicht versichere, fällt ein Grossteil dieser Kosten weg. Dann trage ich aber das finanzielle Risiko falls etwas passiert (Brand, Diebstahl etc.).
Vorteil des eigenen Fahrzeugs ist sicher aucher die Reisefreiheit. Du kannst fahren wohin du willst und es gibt keinerlei Restriktionen. Gewisse Risiken (Länder) müssen bei der Versicherung angemeldet werden damit Deckung besteht aber das ist kein Problem (man muss nur daran denken).

Bezüglich der Fahrzeugwahl ist es in Afrika nicht anders als in Europa. Bspw. sid Hiluxe öfter und günstiger zu bekommen als Land Cruiser. Dafür ist der Land Cruiser das mit Sicherheit wertstabilste Auto dort. Ein gepflegtes Fahrzeug verliert kaum an Wert und lässt sich innerhalb kürzester Zeit sehr gut verkaufen (wir haben unser Fahrzeug nirgends inseriert und hatten innerhalb von 1 Woche 3 ernsthafte Interessenten - nur durch Mund zu Mund).

Wenn man ein Auto dauerhaft stationieren will, ist die Kapitalbindung durch den Fahrzeugwert natürlich ein Thema. Je weniger das Auto in der Anschaffung kostet, desto geringer ist die Kapitalbindung und desto niedriger sind die Versicherungskosten und damit auch ein Grossteil der jährlichen Fixkosten.

Was das Thema Carnet oder lokale Anmeldung angeht, so würde ich - wenn möglich - immer die lokale Anmeldung vorziehen. Es vereinfacht sehr vieles und man ist immer auf der sicheren Seite. Ein Carnet muss regelmässig verlängert werden und es ist eigentlich nicht dazu gedacht, ein Auto aus Europa irgendwo in Afrika dauerhaft "zu parken". Wo kein Kläger da kein Richter aber bei der Masse an geparkten Fahrzeugen ist es nur eine Frage der Zeit bis sich da etwas tut.

Grüsse
Themenstarter232 Beiträge · seit 201931. Dez. 2019 · #11
Schön das noch andere ihre Gedanken dazu teilen, denn man kommt nicht selber auf alle Überlegungen.
Ich wollte noch anmerken, dass meine aufgeführten Zahlen zu meinem Auto auf dem Niveau eines normalen Campers mit Dachzelt beruhen. Also so in etwa wie 80%der Mietwagen.
Jede Ausbaustufe von Reisemobilen lassen diese Zahlen natürlich nicht mehr stimmen.
Ein 500.000, - Actionmobil wird nie irgend einen break even erreichen. Und dann fließen Kapitalkosten, Versicherung etc. rein. Bei mir wäre es so, dass ich im Falle des Falles das Auto vetschrotte und ein gutes neues verschiffe und gut. Einsparung an Verschiffungskosten erbringen keine größere Qualität bei Kauf in Namibia ( ich war drei Tage in Windhoek bei Autohandlern unterwegs)
Meine Verschiffung roro mit Wallenius hat 2.400€ gekostet
Auch die Entscheidung Carnet oder Zulassung SA / Namibia fällt 50/50 aus. Aber das ist auch ein persönliches empfinden. Und das sich da etwas tut... Darüber wird schon 20 Jahre geredet und seit genau so lange wartet man schon darauf, dass es im kommenden Jahr soweit ist. Also immer die gleiche Leier.
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2019
904 Beiträge · seit 201031. Dez. 2019 · #12
Geb dir Recht, es wird sich nichts tun. Änderungen an den jetzigen Regelungen wären nicht ganz einfach, und bringen würden sie auch niemand was.

Zur Kalkulation: nicht alles auf der Welt muss sich irgendwie rechnen. Viele Menschen, die gen Afrika mit eigenem Fahrzeug reisen, haben ne 6 vorne dran, oder auch ne 7. Denen ist die Kalkulation bei ihrem Hobby dann nimmer so wichtig. Sie wollen ne schöne Zeit haben und sich wohl fühlen. Und der Wohlfühlfaktor im eigenen Mobil ist mit keinem Mietfahrzeug zu erreichen.

Über Preis / Leistung kann ich für Fahrzeuge in Namibia nix sagen. Hab nen Flopp mit Wohnmobil in SA hinter mir, stümperhafter hab ich noch nie jemand an das Thema ran gehen sehen. Bei Stefan Bauer in Swakopmund liegt ein Holztank herum, den hat ein "Spezialist" aus SA in ein Reisemobil eingebaut. Dann lieber DE, da gebe ich dir Recht. Wenn ich nix zum fahren hätte, würde ich mir bei Stefan ein Fahrzeug bauen lassen. Da wird in Namibia deutsch gearbeitet, das, was da rumsteht, ist absolut top.

Grüße
Ebi
Gast31. Dez. 2019 · #13
@Maggus

Richtig! Jedoch muss das KFZ weiterhin in BRD versichert sein. In letzter Zeit faellt mir auf, das immer oeffter Fahrzeuge mit BRD Nummerntafeln ohne Stempel hier herum gurken.....noch lassen sich die "Speed Cops" irgendwie verarschen oder gegen Bezahlung .... ihr wisst schon was ich meine.
Es ist nur eine frage dar Zeit bis das GOV dahinter kommt und dann ist Schicht im Schach und vorbei mit der Deutscher "Geiz ist Geil" Mentatlität.
904 Beiträge · seit 201031. Dez. 2019 · #14
Little Bush Rest for sale schrieb:@Maggus

Richtig! Jedoch muss das KFZ weiterhin in BRD versichert sein. In letzter Zeit faellt mir auf, das immer oeffter Fahrzeuge mit BRD Nummerntafeln ohne Stempel hier herum gurken.....noch lassen sich die "Speed Cops" irgendwie verarschen oder gegen Bezahlung .... ihr wisst schon was ich meine.
Es ist nur eine frage dar Zeit bis das GOV dahinter kommt und dann ist Schicht im Schach und vorbei mit der Deutscher "Geiz ist Geil" Mentatlität.
Was hat das denn mit Geiz zu tun? Ich fahre auch ohne Plakette herum, die Zulassung in DE ist denen in Afrika doch wurscht. Das Schild mit Plakette liegt hinten drin, und daneben nochmals 6 identische Schilder. Wenn sich jemand mal ein Souvenir schnappt, Polizei oder sonst jemand, hat man das Ding mit Plakette auf jeden Fall noch, wenn man das Fahrzeug wieder in DE einführt. Ich hab noch nie was bezahlt, auch bei keinem noch so wüsten Roadblock.

Und das Fahrzeug muss überhaupt nicht in DE versichert sein. Ich hatte ein Mobil auch schon 1 1/2 Jahre in Afrika versichert, und ein paar Bekannte sind im Moment gerade auch so unterwegs. Mutige Aussagen, bei ziemlich überschaubarem Kenntnisstand.

Grüße
Ebi
1'095 Beiträge · seit 200931. Dez. 2019 · #15
wo verschert Ihr eigene Autos mit Carnet für Afrika mit überschaubarem Kostenrahmen?
904 Beiträge · seit 201031. Dez. 2019 · #16
Seyko schrieb:wo verschert Ihr eigene Autos mit Carnet für Afrika mit überschaubarem Kostenrahmen?
Meine Bekannten haben das bei Alexander Forbes Insurance in Swakopmund versichert. Wenn du nähere Infos benötigst, bitte kurze Nachricht. Geb dir die Handynummer, dann kannst du per WhatsApp anfragen.
Themenstarter232 Beiträge · seit 201931. Dez. 2019 · #17
Grundsätzlich benötigt man in Südafrika und in Namibia keine Versicherung. Es gibt keine Pflichtversicherung. Ein gewisser Haftpflicht Schutz besteht im Road Fund, welcher sich über die Kraftstoffabgaben finanziert. Eigenes Fahrzeug dann auch eigenes Risiko. Auch der von mir verursachte Schaden an Gegenständen werden damit nicht abgedeckt, lediglich Personenschäden sind im niedrigen Bereich abgesichert.
In den anderen Ländern, als beispielsweise Zimbabwe, Botswana, Malawi usw. muss eine Haftpflichtversicherung bei der Einreise an der Grenze abgeschlossen werden, aber wiederum nur eine Haftpflicht,keine Kasko.
Ich habe z. B. keine Versicherung.
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2019
Themenstarter232 Beiträge · seit 201931. Dez. 2019 · #18
Little Bush Rest for sale schrieb:@Maggus

Richtig! Jedoch muss das KFZ weiterhin in BRD versichert sein. In letzter Zeit faellt mir auf, das immer oeffter Fahrzeuge mit BRD Nummerntafeln ohne Stempel hier herum gurken.....noch lassen sich die "Speed Cops" irgendwie verarschen oder gegen Bezahlung .... ihr wisst schon was ich meine.
Es ist nur eine frage dar Zeit bis das GOV dahinter kommt und dann ist Schicht im Schach und vorbei mit der Deutscher "Geiz ist Geil" Mentatlität.
Fix dazu. Die Kette der Versicherungspflicht ist eine andere. Rechtlich ist es so. Um ein Carnet zu bekommen, muss das Fahrzeug im Heimatland zugelassen sein, um ein Fahrzeug zulassen zu können muss es versichert werden.
Eine deutsche Versicherung erstreckt sich nur auf Europa und die Mittelmeer anrainer Staaten und würde drüber hinaus nicht mehr greifen.
Warum siehst du Autos ohne Stempel vermutlich sind sie abgemeldet aber nicht alle.
Ich habe auch keine Plaketten an meinem Auto. Aber meine original Kennzeichen mit Plakette liegen hier zu Hause und ich habe einfache, aber originale Kennzeichen dran. Die kann man sich hier drucken lassen. Kennzeichen erhalten ihre Rechtskraft erst mit den Plaketten des Verkehrsamtes.
Warum habe ich das so gemacht? Ich habe mal in Sambia mein vorderes Kennzeichen verloren und hatte hier in Deutschland mächtig Lauferei um das rechtlich wieder in Ordnung zu bringen. Das passiert mir nicht nochmal.
134 Beiträge · seit 201831. Dez. 2019 · #19
Seyko schrieb:wo verschert Ihr eigene Autos mit Carnet für Afrika mit überschaubarem Kostenrahmen?
Bei der Nürnberger, die Womos (hab ne Womo Zulassung) weltweit mit 50% Aufschlag versichert. Incl. Vollkasko.
904 Beiträge · seit 201031. Dez. 2019 · #20
@Achdoch: das mit der deutschen Versicherung stimmt nicht, das hat man neulich schon mal in diesem Forum behandelt.

Ich hatte schon in den 80ern in Nordamerika eine deutsche Versicherung. Tourinsure, die gibt es heute noch. Jahn & Partner versichert Reisemobile, Afrika kostet 50% Aufschlag. Kannste auf deren Website nachlesen.