Liebe FoMis,
unser erster Namibia Urlaub ist vorbei 🙁 Und – wir haben unser Herz verloren. Das, was Südafrika im letzten Jahr nicht gelungen ist, hat Namibia im Sturm (und das manchmal im wahrsten Sinne des Wortes) geschafft. Wir werden aber wohl 2 Jahre ins Land ziehen lassen, bevor wir zurückkehren (Zitat meines Lebensgefährten: „Sonst fahren wir nie wieder woanders hin.“). Ich habe hier im Forum einige wertvolle Tipps bekommen. Da wir eine recht typische Einsteigerroute gemacht haben (Windhoek – Sesriem – Swakopmund – Spitzkoppe – Brandberg – Etosha – Waterberg – Erindi) möchte ich keinen „klassischen“ Reisebericht verfassen, da ihr das bestimmt alles kennt. Aber die Eindrücke eines Ersttäters, sowie unsere persönlichen Lessons Learned möchte ich euch gerne mitteilen.
Flüge
Wir können ja ordentliche Sparfüchse sein (was, wenn man Flüge kompensieren möchte, schnell relativ wird). Von daher haben wir uns entschieden, auf unserem Weg nach Windhoek einen Stopp in London und einen in Johannesburg einzulegen. Und weil es noch günstiger war, auch noch auf zwei separate Tickets (DUS – LHR – JNB und JNB – WDH). Kann klappen und stressfrei sein, muss aber nicht. Nämlich, wenn der Flieger in London mit über einer Stunde Verspätung abhebt und man in Jo’Burg nur 2:50 Stunden Zeit eingeplant hat. Oder wenn SAA sich überlegt zu streiken und auf dem Rückweg den Flug WDH – JNB streicht.
Fazit Flüge: Den Stress brauchen wir so nicht nochmal.
Auto(verleih)
Wir haben über 4x4 Rentals den „typischen“ 4x4 Toyota Hilux mit Dachzelt gemietet. Die Abholung am Airport Windhoek klappte einwandfrei, unser Auto stand mit aufgebautem Dachzelt auf dem Hof und uns wurde alles sehr verständlich erklärt. Wir haben versucht, möglichst locker nicht jede kleine Macke anzumerken (hatten auch das Komplettpaket an Versicherung), konnten uns jedoch mit einem Reifen, der für unsere Begriffe nicht mehr sooo taufrisch aussah, und dem Steinschlag an der Frontscheibe nicht so ganz anfreunden. Bemerkung vom Vermieter: Das hält alles, vertraut mir.
Fazit Autoverleih: Es hat alles gehalten. 3 Wochen ohne jegliche Panne. Das nächste Mal versuchen wir, noch etwas entspannter zu sein.
Camping
Ich hasse campen! 1-2 Festivals pro Jahr sind für mich, mit mittlerweile 46 Jahren, das absolute Maximum. Aber gut, meinem Lebensgefährten zuliebe probiere ich es mal mit einem Dachzelt. Von 20 Nächten verbringen wir neun Nächte im Zelt, die restlichen in verschiedenen Unterkünften. In Sesriem und an der Spitzkoppe hatten wir aufgrund von Wind ziemliche Probleme, die Leiter zu fixieren. Aber insgesamt war ich total begeistert! Zum Zeltaufbau ein kühles Bier, den Sonnenuntergang auf einem weitläufigen Platz erleben, die Braai Stelle zu nutzen und nach Sonnenuntergang die Sterne zu sehen, meist kein Nachbar weit und breit – unbezahlbar! Ok, es gab auch Begegnungen mit Schakalen sowie einer Hyäne und Affen haben mehrfach in der Nacht an unserer eigentlich gut befestigten Mülltonne getobt – aber auch das gehört wohl dazu.
Fazit Camping:
Die perfekte Mischung, das machen wir wieder so! Nach ein paar Nächten im Zelt freut man sich auf ein sandfreies Bett und nach Nächten im Bett freut man sich auf den Sternenhimmel draußen. Ich kann mich leider nicht erinnern, wann die Idee mit den Guestfarmen im Laufe unserer Planung verloren gegangen ist. Dies werden wir definitiv beim nächsten Mal mit einbauen.
Zudem können wir die staatlichen Camps ohne große Einschränkung weiterempfehlen. Überall besticht die Lage. In Sesriem hätte ich die Dusche nicht unbedingt benutzen wollen, aber wenn es nur darum geht, möglichst früh durchs Gate zu kommen, braucht man die Dusche eh nicht. Und die meisten Plätze sind wirklich schön.
Die viele Kritik um Namutoni können wir überhaupt nicht nachvollziehen. Wir hatten 1 Nacht im Chalet, 1 Nacht im DZ gebucht, da es im Vorfeld online nicht anders verfügbar war. Vorort haben wir dann auf 2 Nächte im Chalet umgebucht und dies auch durch einen Rechenfehler zu einem sehr guten Preis bekommen. Das Chalet war eine der schönsten Unterkünfte, die wir in Namibia hatten.
Zur Route:
Vorab: Ich würde jedem Ersttäter unsere Route bedingungslos empfehlen. Wie auf all unseren Reisen haben wir uns bewusst für „weniger ist mehr Entspannung“ entschieden und es hat sich auch dieses Mal richtig angefühlt. Damit haben wir zwar weder den Fish River Canyon, noch Lüderitz gesehen und sind auch nicht die D707 (das stand zu Beginn alles mit auf der Liste) gefahren, mussten aber auch nicht jeden Tag X Kilometer abreißen und hatten den Luxus, an vielen Orten 2 oder gar 3 Nächte zu verbringen (und damit verbunden, entsprechend volle Tage).
Windhoek in Stichworten
Unterkunft:
Windhoek Gardens Boutique Hotel (geräumige, helle Zimmer; tolles Frühstück; gute Lage)
Restaurants:
++ Im Vorfeld hatten wir „versucht“ für den ersten Abend das Nyama zu reservieren; leider nie eine Rückmeldung erhalten. Auf Anfrage unserer Unterkunft stellte sich heraus, dass an dem Abend eine geschlossene Gesellschaft dort sei. Auf Empfehlung der Rezeption waren wir dann im Sicilia (war ok).
++ The Stellenbosch: Ehrlich gesagt, waren wir enttäuscht… Das Springbockfilet war trocken; das Beef Rumpsteak von mäßiger Qualität. Immerhin war der Wein („Synergy“ von Beyerskloof) sehr gut, den haben wir auf unserer Reise nochmal gekauft.
Unternehmungen:
++ Free Walking Tour mit Guidin Timy
++ Katutura Tour mit Erick (https://www.mwiyatours.com/), die mich tief bewegt hat, da ich wahrscheinlich keine ausreichende Vorstellung hatte, was Township wirklich bedeutet (und das, obwohl ich es „im Vorbeifahren“ an einigen Stellen der Erde bereits gesehen habe).
Interessant bei diesen beiden Unternehmungen war, dass beide uns ein komplett unterschiedliches Bild von der Stimmung im Land vermittelten. Timy, Ovambo, erklärte uns immer wieder mit einem Lächeln, dass ihr noch junges unabhängiges Land in den letzten 29 Jahren eine rasante, positive Entwicklung genommen habe… es sei kein Problem, unter den Stämmen zu heiraten… und mit all den Bildungseinrichtungen im Land habe nun jeder eine Chance. Ganz anders Erick, der – soweit ich mich erinner‘ – dem Stamm der Kavango (aus dem Caprivi Streifen) angehörte und auch nach Jahren in Windhoek und trotz Guide Tätigkeit nicht aus Katutura rausgekommen ist, anprangerte, dass seine Kinder nur mit immensem Weg zur nächsten Schule Zugang hätten und uns entgegenbrachte, dass sich vieles nur für Ovambos positiv geändert hätte.
Fazit Windhoek: Windhoek ist ok zum Ankommen, aber uns hat ein Tag dort gereicht. Wir haben im Vorfeld viel darüber diskutiert ob wir in ein Township gehen sollten. Ich würde es empfehlen, da auch das (oder vielleicht vor allem das) Windhoek/ Namibia ist.
*** Fortsetzung folgt ***
unser erster Namibia Urlaub ist vorbei 🙁 Und – wir haben unser Herz verloren. Das, was Südafrika im letzten Jahr nicht gelungen ist, hat Namibia im Sturm (und das manchmal im wahrsten Sinne des Wortes) geschafft. Wir werden aber wohl 2 Jahre ins Land ziehen lassen, bevor wir zurückkehren (Zitat meines Lebensgefährten: „Sonst fahren wir nie wieder woanders hin.“). Ich habe hier im Forum einige wertvolle Tipps bekommen. Da wir eine recht typische Einsteigerroute gemacht haben (Windhoek – Sesriem – Swakopmund – Spitzkoppe – Brandberg – Etosha – Waterberg – Erindi) möchte ich keinen „klassischen“ Reisebericht verfassen, da ihr das bestimmt alles kennt. Aber die Eindrücke eines Ersttäters, sowie unsere persönlichen Lessons Learned möchte ich euch gerne mitteilen.
Flüge
Wir können ja ordentliche Sparfüchse sein (was, wenn man Flüge kompensieren möchte, schnell relativ wird). Von daher haben wir uns entschieden, auf unserem Weg nach Windhoek einen Stopp in London und einen in Johannesburg einzulegen. Und weil es noch günstiger war, auch noch auf zwei separate Tickets (DUS – LHR – JNB und JNB – WDH). Kann klappen und stressfrei sein, muss aber nicht. Nämlich, wenn der Flieger in London mit über einer Stunde Verspätung abhebt und man in Jo’Burg nur 2:50 Stunden Zeit eingeplant hat. Oder wenn SAA sich überlegt zu streiken und auf dem Rückweg den Flug WDH – JNB streicht.
Fazit Flüge: Den Stress brauchen wir so nicht nochmal.
Auto(verleih)
Wir haben über 4x4 Rentals den „typischen“ 4x4 Toyota Hilux mit Dachzelt gemietet. Die Abholung am Airport Windhoek klappte einwandfrei, unser Auto stand mit aufgebautem Dachzelt auf dem Hof und uns wurde alles sehr verständlich erklärt. Wir haben versucht, möglichst locker nicht jede kleine Macke anzumerken (hatten auch das Komplettpaket an Versicherung), konnten uns jedoch mit einem Reifen, der für unsere Begriffe nicht mehr sooo taufrisch aussah, und dem Steinschlag an der Frontscheibe nicht so ganz anfreunden. Bemerkung vom Vermieter: Das hält alles, vertraut mir.
Fazit Autoverleih: Es hat alles gehalten. 3 Wochen ohne jegliche Panne. Das nächste Mal versuchen wir, noch etwas entspannter zu sein.
Camping
Ich hasse campen! 1-2 Festivals pro Jahr sind für mich, mit mittlerweile 46 Jahren, das absolute Maximum. Aber gut, meinem Lebensgefährten zuliebe probiere ich es mal mit einem Dachzelt. Von 20 Nächten verbringen wir neun Nächte im Zelt, die restlichen in verschiedenen Unterkünften. In Sesriem und an der Spitzkoppe hatten wir aufgrund von Wind ziemliche Probleme, die Leiter zu fixieren. Aber insgesamt war ich total begeistert! Zum Zeltaufbau ein kühles Bier, den Sonnenuntergang auf einem weitläufigen Platz erleben, die Braai Stelle zu nutzen und nach Sonnenuntergang die Sterne zu sehen, meist kein Nachbar weit und breit – unbezahlbar! Ok, es gab auch Begegnungen mit Schakalen sowie einer Hyäne und Affen haben mehrfach in der Nacht an unserer eigentlich gut befestigten Mülltonne getobt – aber auch das gehört wohl dazu.
Fazit Camping:
Die perfekte Mischung, das machen wir wieder so! Nach ein paar Nächten im Zelt freut man sich auf ein sandfreies Bett und nach Nächten im Bett freut man sich auf den Sternenhimmel draußen. Ich kann mich leider nicht erinnern, wann die Idee mit den Guestfarmen im Laufe unserer Planung verloren gegangen ist. Dies werden wir definitiv beim nächsten Mal mit einbauen.
Zudem können wir die staatlichen Camps ohne große Einschränkung weiterempfehlen. Überall besticht die Lage. In Sesriem hätte ich die Dusche nicht unbedingt benutzen wollen, aber wenn es nur darum geht, möglichst früh durchs Gate zu kommen, braucht man die Dusche eh nicht. Und die meisten Plätze sind wirklich schön.
Die viele Kritik um Namutoni können wir überhaupt nicht nachvollziehen. Wir hatten 1 Nacht im Chalet, 1 Nacht im DZ gebucht, da es im Vorfeld online nicht anders verfügbar war. Vorort haben wir dann auf 2 Nächte im Chalet umgebucht und dies auch durch einen Rechenfehler zu einem sehr guten Preis bekommen. Das Chalet war eine der schönsten Unterkünfte, die wir in Namibia hatten.
Zur Route:
Vorab: Ich würde jedem Ersttäter unsere Route bedingungslos empfehlen. Wie auf all unseren Reisen haben wir uns bewusst für „weniger ist mehr Entspannung“ entschieden und es hat sich auch dieses Mal richtig angefühlt. Damit haben wir zwar weder den Fish River Canyon, noch Lüderitz gesehen und sind auch nicht die D707 (das stand zu Beginn alles mit auf der Liste) gefahren, mussten aber auch nicht jeden Tag X Kilometer abreißen und hatten den Luxus, an vielen Orten 2 oder gar 3 Nächte zu verbringen (und damit verbunden, entsprechend volle Tage).
Windhoek in Stichworten
Unterkunft:
Windhoek Gardens Boutique Hotel (geräumige, helle Zimmer; tolles Frühstück; gute Lage)
Restaurants:
++ Im Vorfeld hatten wir „versucht“ für den ersten Abend das Nyama zu reservieren; leider nie eine Rückmeldung erhalten. Auf Anfrage unserer Unterkunft stellte sich heraus, dass an dem Abend eine geschlossene Gesellschaft dort sei. Auf Empfehlung der Rezeption waren wir dann im Sicilia (war ok).
++ The Stellenbosch: Ehrlich gesagt, waren wir enttäuscht… Das Springbockfilet war trocken; das Beef Rumpsteak von mäßiger Qualität. Immerhin war der Wein („Synergy“ von Beyerskloof) sehr gut, den haben wir auf unserer Reise nochmal gekauft.
Unternehmungen:
++ Free Walking Tour mit Guidin Timy
++ Katutura Tour mit Erick (https://www.mwiyatours.com/), die mich tief bewegt hat, da ich wahrscheinlich keine ausreichende Vorstellung hatte, was Township wirklich bedeutet (und das, obwohl ich es „im Vorbeifahren“ an einigen Stellen der Erde bereits gesehen habe).
Interessant bei diesen beiden Unternehmungen war, dass beide uns ein komplett unterschiedliches Bild von der Stimmung im Land vermittelten. Timy, Ovambo, erklärte uns immer wieder mit einem Lächeln, dass ihr noch junges unabhängiges Land in den letzten 29 Jahren eine rasante, positive Entwicklung genommen habe… es sei kein Problem, unter den Stämmen zu heiraten… und mit all den Bildungseinrichtungen im Land habe nun jeder eine Chance. Ganz anders Erick, der – soweit ich mich erinner‘ – dem Stamm der Kavango (aus dem Caprivi Streifen) angehörte und auch nach Jahren in Windhoek und trotz Guide Tätigkeit nicht aus Katutura rausgekommen ist, anprangerte, dass seine Kinder nur mit immensem Weg zur nächsten Schule Zugang hätten und uns entgegenbrachte, dass sich vieles nur für Ovambos positiv geändert hätte.
Fazit Windhoek: Windhoek ist ok zum Ankommen, aber uns hat ein Tag dort gereicht. Wir haben im Vorfeld viel darüber diskutiert ob wir in ein Township gehen sollten. Ich würde es empfehlen, da auch das (oder vielleicht vor allem das) Windhoek/ Namibia ist.
*** Fortsetzung folgt ***