Uganda 2019 - ein kurzer Rückblick

Reisebericht 31 Antworten · 8'214 Aufrufe · gestartet 22. Juli 2019 von trsi
Themenstarter708 Beiträge · seit 201527. Juli 2019 · #21
Im Anschluss ging es weiter nach Tansania (zum Kurzbericht geht es hier) 😘
Meine Afrikaerfahrungen: 2003 Tunesien und Libyen (2 Wochen) ¦ 2009 Namibia & Botswana (3 Wochen) ¦ 2011 Nambia, Sambia & Botswana (7 Wochen) ¦ 2016 Namibia & Botswana (4 Wochen) ¦ 2018 Kamerun (12 Tage) ¦ Namibia & KTP (5 Wochen) ¦ 2019 Uganda & Tansania (5 Wochen) ¦ 2020 Namibia (3 Wochen) ¦ 2021 Tansania (2 Wochen) ¦ Namibia (6 Wochen) ¦ 2022 Sabbatical in Namibia und Kapstadt (6.5 Monate) ¦ 2023 Namibia (2x 3 Wochen) ¦ 2024 Namibia (3 Wochen) ¦ 2025 Namibia & KTP (6 Wochen) ¦ 2026 Namibia (3 Wochen)
zuletzt bearbeitet 27. Juli 2019
381 Beiträge · seit 200903. Sept. 2019 · #22
uns gings genauso. Das hat nichts mit Afrika zu tun, dass ist Abschöpfen von Bodenschätzen etc.
Manchmal fühlten wir uns als hätten wir Urlaub auf der Baustelle gebucht. Das soll aber bitte niemanden abschrecken, nicht nach Uganda zu fahren, die Menschen, das Land braucht die Touristen dringend. Sobald man die Baustellen hintersich gebracht hat, eröffnet sich einem eine wunderschöne Natur, die bisher tatsächlich von anderen Ländern noch nicht übertroffen wurde. Uns hat der Kibale Forest und Bwindi NP sehr gut gefallen. Den Queen Elisabeth NP hätten wir nicht unbedingt gebraucht, aber wir wollten ja auch die baumkletternden Löwen im Ishasha Gebiet sehen. Ein wenig mulmig war es uns schon. Aber ist ja alles gut gegangen und die Touristin als auch ihr Guide sind wohlauf.
spirit-of-zambia.com
321 Beiträge · seit 202123. Feb. 2021 · #23
trsi schrieb:Strassenverhältnisse

Ein beliebtes Thema 😄 So schnell erschreckt mich nichts, ich bin ganz schön abgehärtet 😎 Afrika mit Teerstrasse stört gewissermassen meine Romantik (wirtschaftliche Notwendigkeit von schnellen, zuverlässigen Verbindungen ist ein anderes Thema). Die wenigen gefahrenen Teerstrassen waren in gutem Zustand. Das Verkehrsaufkommen meist sehr übersichtlich. Die Erdpisten waren in sehr unterschiedlichem Zustand - wobei es auch sehr einen Unterschied machte, ob Regen oder nicht ... sobald es regnet, kann sich die schönste Erdpiste schnell in eine matschige Rutschbahn oder tiefen Morast verwandeln. Ich denke, vor allem für Selbstfahrer ist das bei der Etappenlänge wichtig im Auge zu behalten.

Was mich unglaublich schockierte, waren die vielen Baustellen. Bis auf wenige Ausnahmen war gefühlt eigentlich fast alles nur Baustelle. Fest in chinesischer Hand natürlich. Teilweise war das Vorankommen daher recht mühsam. Was ich wirklich entsetzlich fand, waren die Bautätigkeiten im südlichen Teil des Murchinson Falls NP. Wir reisten von Süden, über Masindi, an. Nach dem Gate war erst ein wunderschönes Strässchen durch märchenhaften Wald. Und dann ... bis zur Fähre mehr oder weniger eine Baustelle - die Chinesen scheine eine Autobahn zu bauen. Auch der Weg zu den Fällen ist Baustelle. Irgendwie müssen ja die Rohstoffe abtransportiert und die Baumaterial für den Staudamm reintransportiert werden ... 😮 Die Fähre ist wohl auch in absehbarer Zeit hinfällig, die Brücke ist schon recht weit fortgeschritten (nach meinem laienhaften Eindruck). Ich hoffe, dass der nördliche Teil des Nationalparkes keinen Strassenausbau erfährt - sicher bin ich mir aber nicht 🙁
Ende Februar 2020 war der Straßenbau im südlichen Murchison Falls NP schon weit fortgeschritten. Jetzt fertiger Asphalt oder sehr gute Erdstraße um die Bauabschnitte. Fahrzeit dadurch von Kichubanyobo Gate bis zum Ferry Point nur noch 75 Minuten. Auch die Brücke machte schon einen weit fortgeschrittenen Eindruck. Tja - das ist ein Teil der Ölstraße vom Nildelta nach Hoima! Wahrscheinlich dauert es noch ein paar Jahre bis tatsächlich Öl kommerziell gefördert wird. Auf absehbare Zeit ist das ugandische Öl für den Export jedenfalls nicht wettbewerbsfähig. Interessant aber für den einheimischen Bedarf. Ich finde die Asphaltsraße gut - die Staubentwicklung entfällt unmd die Vegetation erholt sich schnell. Die chinesische Baufirma hat übrigens ihr Konzept zur Minimierung der baubedingten Umweltbelastung im Kichubanyobo Checkpoint vorgestellt und erläutert - sogar auf englisch 😉
Inzwischen ist auch die Straße von Masindi über Hoima nach Richtung Fort Portal endlich fertig. Zwischenübernachtung im völlig reizlosen Hoima kann man sich sparen - selbst wenn man morgens noch einen GD im M.F.N.P. macht, geht das jetzt locker z.B. von Pakuba bis Fort Portal in einem Rutsch.
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zuletzt bearbeitet 23. Feb. 2021
321 Beiträge · seit 202112. März 2021 · #24
Wie ich soeben von einem befreundeten DriverGuide erfahren habe, ist die Straße Von Masindi zum Paraa Ferry Point im MFNP jetzt durchgehend asphaltiert. Gleiches gilt für den Abzweig zum Aussichtspunkt "Top of the Falls". Die neue Nilbrücke bei Paraa soll noch diesen Monat eröffnet werden.
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105 Beiträge · seit 201612. März 2021 · #25
Hallo Lugawe,

weist du ob die Fähre über den Nil trotzdem noch fährt, wenn die Brücke aufmacht?

Cora
Reisen: Marokko 2006-2024 18 mal, Jordanien 2015, Namibia 2016, Nam-Bot-Sim 2017, Malawi-Sambia 2018, Tansania 2019, Uganda 2020, Oman 2022, Südafrika 2023, Madagascar 2023, Kenia 2024, Kambodscha 2025, Usbekistan 2025
112 Beiträge · seit 201112. März 2021 · #26
Hallo zusammen,

als die Fähre im Januar 2020 mal ausgefallen war, konnte man schon die Brücke nehmen. Die Straßenbauarbeiten zogen eine schlimme, unfassbar breite Schneise der Verwüstung durch den Nationalpark. Ich bevorzuge schlechte Pisten und Staub, wenn dafür nicht alles plattgemacht wird und die Besucher gezwungen sind, langsamer zu fahren. Die wirtschaftlichen Interessen und den Druck für so ein armes Land verstehe ich, aber ein derartiges Bauvorhaben ist für mich inakzeptabel. Und am Ende wird bei der Bevölkerung nicht viel ankommen außer die ein oder andere Ölverschmutzung.

Schöne Grüße,
Gajol
321 Beiträge · seit 202112. März 2021 · #27
@Cora: Kann ich Dir nicht sagen, halte es aber für unwahrscheinlich
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zuletzt bearbeitet 12. März 2021
321 Beiträge · seit 202112. März 2021 · #28
als die Fähre im Januar 2020 mal ausgefallen war, konnte man schon die Brücke nehmen.
Glück gehabt - vielleicht war das mal ein Tag zum Testen 😎 . Als ich im Februar 2020 das letzte Mal da war, ging es nicht - außer für Baufahrzeuge natürlich.
NilbrückebeiParaa.jpg

Als vor wenigen Wochen die Fähre wegen Hochwasser ausfiel, konnte man die neue Brücke auch nicht nehmen und musste einen mehrstündigen Umweg über Karuma-Brücke fahren.
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zuletzt bearbeitet 12. März 2021
794 Beiträge · seit 200713. März 2021 · #29
Hallo zusammen,
als ich vor ca. 4 Wochen (Mitte Februar) dort war, fuhr die Fähre tatsächlich wegen dem heftigen Hochwasser gar nicht. Wir mussten das Auto auf der einen Seite stehen lassen und sind mit einem kleinen Boot und Koffer rüber zur Murchison River Lodge. Für die Safari ging es dann auch jeweils wieder mit dem kleinen Boot zurück über den Fluss. Die Brücke sah fast fertig aus, konnte/durfte aber noch nicht benutzt werden. Wir hatten allerdings am chinesischen Neujahrstag das Glück (das die chinesischen Vorarbeiter nicht da waren). Der Guide konnte aushandeln, dass wir ausnahmsweise die aufgeschüttete Straße neben der Brücke für die Baufahrzeuge benutzen. So haben wir uns ein paar Stunden Umweg erspart. 😎 Habe mal ein paar Fotos von der Brücke /Überschwemmungssituation angehängt. Der Globus auf dem einen Bild stand in anderen Berichten, die ich mal hier im Forum gelesen hatte, weit auf dem trockenen Land...Dem Safari-Vergnügen hat das aber keinen Abbruch getan. Kann bestätigen, dass der Park traumhaft schön ist. Und in der momentan Corona-Situation hat man den Park sogar fast für sich alleine. Selten kam uns mal ein anderes Auto entgegen. Das große Touri-Boot fuhr auch nicht, sondern nur kleine Boote. Einmal waren wir zu fünft (Richtung Fälle) und einmal zu dritt (Richtung Lake Albert). Und am Top off the Falls sogar ganz allein. 🙂 War ein beeindruckendes Erlebnis. Vor allem bei den derzeitigen Wassermassen!
Viele Grüße Tina


IMG_3957.JPG
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6'369 Beiträge · seit 201113. März 2021 · #30
Hoi Tina

Danke für die Bilder!
Schon eindrücklich wie hoch das Wasser steht!!!
Hier zwei Bilder auf denen man sieht wies bei normalem Wasserstand aussieht:
03.10.2012 vom Land her:


06.02.2018 vom Wasser her:


Die aufgeschüttete Strasse irritiert mich etwas....waren da Rohre unter der Strasse?
Oder war irgendwo ein Durchlass fürs Wasser?
War das Wasser beidseitig gleich hoch?
Kam so viel Wasser vom Victoria-Nil oder hats vom Lake Albert zurückgestaut weils da nicht richtig abfliessen konnte? Wenn ja, warum konnte es nicht richtig abfliessen?
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
794 Beiträge · seit 200713. März 2021 · #31
Hoi Picco

Wow, was für ein Unterschied! Danke auch Dir für die Bilder! Interessant, wie es ohne Hochwasser aussieht. Ich meine auch, dass ich den Globus mal in Deinem Reisebericht gesehen hatte.

Ich habe keinen Durchlass für das Wasser gesehen. Da müssen auf jeden Fall Rohre unter der Straße gewesen sein. Ich habe nicht mehr wirklich in Erinnerung, ob das Wasser gleich hoch war. Hätte aber mal gesagt, dass es keinen gravierenden Unterschied gab. Auch die anderen Fragen kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, da ich danach nicht gefragt hatte. Alle haben aber vom Nilhochwasser gesprochen (seit Jahrzehnten das Höchste) und ich tippe, dass es daher von Seiten des Victoria-Nil kam und nicht vom Lake Albert. Aber alles ohne Gewähr. Vielleicht kann das ja jemand von den anderen Experten beantworten? 😉

Viele Grüße
Tina (die in Gedanken noch in Uganda ist)
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321 Beiträge · seit 202113. März 2021 · #32
Vermutlich beides. Der Semuliki bringt vom Rwenzori kommend schon in normalen Zeiten ungefähr soviel Wasser in den Albert See wie der Victoria Nile. Hab ich mal gelesen ... Der alte Ptolemaeus lag gar nicht so falsch mit seinen Mondbergen als Quelle des Nil ... 😎
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