trsi schrieb:Strassenverhältnisse
Ein beliebtes Thema 😄 So schnell erschreckt mich nichts, ich bin ganz schön abgehärtet 😎 Afrika mit Teerstrasse stört gewissermassen meine Romantik (wirtschaftliche Notwendigkeit von schnellen, zuverlässigen Verbindungen ist ein anderes Thema). Die wenigen gefahrenen Teerstrassen waren in gutem Zustand. Das Verkehrsaufkommen meist sehr übersichtlich. Die Erdpisten waren in sehr unterschiedlichem Zustand - wobei es auch sehr einen Unterschied machte, ob Regen oder nicht ... sobald es regnet, kann sich die schönste Erdpiste schnell in eine matschige Rutschbahn oder tiefen Morast verwandeln. Ich denke, vor allem für Selbstfahrer ist das bei der Etappenlänge wichtig im Auge zu behalten.
Was mich unglaublich schockierte, waren die vielen Baustellen. Bis auf wenige Ausnahmen war gefühlt eigentlich fast alles nur Baustelle. Fest in chinesischer Hand natürlich. Teilweise war das Vorankommen daher recht mühsam. Was ich wirklich entsetzlich fand, waren die Bautätigkeiten im südlichen Teil des Murchinson Falls NP. Wir reisten von Süden, über Masindi, an. Nach dem Gate war erst ein wunderschönes Strässchen durch märchenhaften Wald. Und dann ... bis zur Fähre mehr oder weniger eine Baustelle - die Chinesen scheine eine Autobahn zu bauen. Auch der Weg zu den Fällen ist Baustelle. Irgendwie müssen ja die Rohstoffe abtransportiert und die Baumaterial für den Staudamm reintransportiert werden ... 😮 Die Fähre ist wohl auch in absehbarer Zeit hinfällig, die Brücke ist schon recht weit fortgeschritten (nach meinem laienhaften Eindruck). Ich hoffe, dass der nördliche Teil des Nationalparkes keinen Strassenausbau erfährt - sicher bin ich mir aber nicht 🙁
Ende Februar 2020 war der Straßenbau im südlichen Murchison Falls NP schon weit fortgeschritten. Jetzt fertiger Asphalt oder sehr gute Erdstraße um die Bauabschnitte. Fahrzeit dadurch von Kichubanyobo Gate bis zum Ferry Point nur noch 75 Minuten. Auch die Brücke machte schon einen weit fortgeschrittenen Eindruck. Tja - das ist ein Teil der Ölstraße vom Nildelta nach Hoima! Wahrscheinlich dauert es noch ein paar Jahre bis tatsächlich Öl kommerziell gefördert wird. Auf absehbare Zeit ist das ugandische Öl für den Export jedenfalls nicht wettbewerbsfähig. Interessant aber für den einheimischen Bedarf. Ich finde die Asphaltsraße gut - die Staubentwicklung entfällt unmd die Vegetation erholt sich schnell. Die chinesische Baufirma hat übrigens ihr Konzept zur Minimierung der baubedingten Umweltbelastung im Kichubanyobo Checkpoint vorgestellt und erläutert - sogar auf englisch 😉
Inzwischen ist auch die Straße von Masindi über Hoima nach Richtung Fort Portal endlich fertig. Zwischenübernachtung im völlig reizlosen Hoima kann man sich sparen - selbst wenn man morgens noch einen GD im M.F.N.P. macht, geht das jetzt locker z.B. von Pakuba bis Fort Portal in einem Rutsch.
Bereiste Länder: Marokko, Algerien, Tunesien, Niger, Mali, Burkina Faso, Senegal, Gambia, Elfenbeinküste, Ghana, Ägypten, Äthiopien, Kenya, Uganda, Tanzania, Zambia, Zimbabwe, Botswana, Namibia, Südafrika, Lesotho, Eswatini, Oman, Mosambik, Seychelles, Mauritius, La Reunion, Syrien, Thailand, Russland, Brasilien, Argentinien, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien