@ Tuskers und Big Tuskers

31 Antworten · 7'313 Aufrufe · gestartet 21. Juli 2019 von loser
Bilder klein
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ThemenstarterGast21. Juli 2019 · #1
“Big Tuskers”
Diesen Begriff kann man, angesichts der Inflation an Anglizismen und englischen Titeln, trotzdem akzeptieren, weil prägnant und eben ein BEGRIFF….. „Elefanten mit großen Stoßzähnen“ wäre wohl eher sperrig.

Im Voortrekker-Thema und anderen gab es eine Diskussion über die „Big Tuskers“, die durch die Trophäenjagd ausgerottet werden oder schon wurden…..und dass dadurch diese Veranlagung/Eigenschaft im Genpool so ausgedünnt werde, dass sie letztlich verschwinden wird, sogar schon verschwunden ist. Ob das überhaupt so stimmt oder stimmen kann und was dafür oder dagegen spricht und vieles mehr um die BTs ist mE ein interessantes Thema und daher habe ich dieses jetzt aufgemacht. Cruiser, Logi, Dillinger, Rajang, Yoda u.a. haben sich schon mit (tw. gegensätzlichen) Meinungen @ die Bedingungen für BT u.a. geäußert und ich hoffe sie tun das weiterhin oder übertragen ihre Beiträge hierher.

Alles kann hier rein:

Bedingungen für große Stoßzähne, z. B.:
Veranlagung (vererbtes) oder "bloß eine Laune der Natur“.
Ernährung (Mineralien).
Abnützung, wobei dies mit Ernährung zusammenhängen kann aber nicht muss.
Alter (versteht sich von selbst).
Kann Bejagung ursächlich zum Rückgang der Stoßzahngröße führen? Den Alterseinfluss mal ausgenommen.
Wie oft kommt das Phänomen vor?
Was sagt "die Wissenschaft"?
Wer hat schon BTs gesehen? Und Bilder davon, der Ort muss ja nicht genannt werden.
Auch Bilder aus einschlägiger Literatur und dem www.
usw…….

.....bis zur Frage, warum die menschlichen Elefantenliebhaber Elefanten mit besonders großen Stoßzähnen mehr bewundern als solche mit „normalen“ Stoßzähnen.

....Oder ob ein BT zu sein, ein angenehmes Elefantenleben ist und ob das Tier das überhaupt braucht oder sogar Vorteile davon hat.

Vorweg eine Begriffsbestimmung.

Als „big tusks“ werden bis zum Boden (!!!!) reichende Stoßzähne bezeichnet; ob es dem Tier damit gut geht, kann diskutiert werden. Im Buch von Peter Beard „The End of the Game“ mit zahlreichen historischen Fotos gibt es Bilder von Stoßzähnen mit 3 und mehr Metern Länge und 105 kg Stück(!)gewicht. Moderne Fotos von BTs gibt es hier
https://www.theguardian.com/environment/gallery/2019/mar/20/the-last-of-africas-big-tusker-elephants-in-pictures
https://magazine.africageographic.com/weekly/issue-96/africas-big-tuskers/ag-mag-gallery/image/africas-big-tuskers-cover-johan-marais-1/

Nach obiger Definition von BT sind in Afrika wohl nur mehr ein paar Dutzende bekannt. Vor hundert Jahren werden es sicher mehr gewesen sein, aber in absoluten Zahlen bewegte sich die Wahrscheinlichkeit für BTs (vermutlich, mE) wohl immer nur im niedrigen ppm-oder Promille-Bereich der Population. Genauso wie die von Sportlern mit außerordentlicher Leistungsfähigkeit.

Obige Definition von BT hält die Häufigkeit von BTs naturgemäß klein, die Rekorde von Jesse Owens oder Herbert Elliot hielten ja auch für Jahrzehnte. Wenn das Qualifikationslimit mit 1,5 m sichtbare Länge bzw. ca. 50 kg Zahngewicht angesetzt wird („remarkable tusks“ im Fachjargon), weitet sich der Anwärterkreis aus und es werden auch heute noch neue entdeckt, die das Potenzial zum BT haben (könnten, wenn sie lange genug leben), siehe z. B.
https://www.earthtouchnews.com/conservation/conservation/twelve-new-big-tusker-elephants-discovered-in-kruger-national-park/
Die meisten davon werden Touristen wahrscheinlich nie sehen, weil der für Touristen einsehbare Naturraum nur Promille vom Verbreitungsgebiet ausmacht. Es bleibt Glück und Zufall, wenn so eine Rarität in Straßennähe kommt, die künstlichen Tränken in manchen Parks mal ausgenommen.

So, das wär’s zum Einstieg, bin gespannt ob und was noch kommt

Werner

Und ich durchsuche dann mal meinen Fundus….
zuletzt bearbeitet 21. Juli 2019
807 Beiträge · seit 201821. Juli 2019 · #2
Hallo Werner,

auch ich finde dieses Thema durchaus interessant!

Als erstes wäre zu klären, ob grosse Stosszähne (Sz) genetisch bedingt sind, oder nicht?
Wobei ich davon ausgehe, dass dem so ist, bin ich nicht Genetiker und kann das nicht mit letzter Sicherheit behaupten.

Gehen wir mal logisch vor, so kann man sagen, dass wenn es purer Zufall wäre ob ein E. grosse oder kleine Sz hat, dann würde die bevorzugte, oder auch nicht, "Entnahme" solcher Exemplare keinen Einfluss auf die proportionelle Zusammensetzung der zukünftigen Gesamtbevolkerung haben.
Wenn grosse Sz genetisch bedingt wären, dann würde die bevorzugte Entnahme zu einer proportionellen Abnahme solcher Exemplare führen.....aber.....nur wenn diese Entnahme vor der Beendigung der Fortpflanzungsfähigen Zeit geschieht!
Entnimmt man diese Exemplare nach der Zeit der aktiven Fortpflanzung, so hätte dies keinen Effekt auf den zukünftigen Genpool.

Zur Frage der Vorteile von langen Sz, die diese in zukünftigen Generationen begünstigen könnten, fallen mir z.B. Rivalenkämpfe, oder einfach Einschüchterung eventueller Rivalen, sowie "Attraktivität" für potentielle Geschlechtspartner ein.....?!

Freudiges Weiterdiskutieren!

Ulli
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 21. Juli 2019
2'530 Beiträge · seit 201122. Juli 2019 · #3
Schon etwas älter.

http://tembe.co.za/johan-marais/
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zuletzt bearbeitet 22. Juli 2019
2'530 Beiträge · seit 201122. Juli 2019 · #4
http://tembe.co.za/isilo-biggest-tusker/

Den durfte ich noch im August 2012 bewundern.
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zuletzt bearbeitet 22. Juli 2019
2'530 Beiträge · seit 201122. Juli 2019 · #5
Hier noch eine interessante Site.

https://www.theaskariproject.org/the-last-tuskers
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33,1k Beiträge · seit 200622. Juli 2019 · #6
Hi Ulli,

Stoßzähne sind genauso genetisch bedingt wie Hörner oder Geweihe bei anderen Tieren. Und wie Du richtig schreibst, ist deshalb die Entnahme eines nicht mehr zur Fortpflanzung genutzten/geeigneten Tieres diesbezüglich dann "egal". Das namibische Elefanten generell, v.a. in Etosha, deutlich kleinere Stoßzähne als z.B. in Ostafrika haben, liegt Expertenstudien nach an der Nutzung (harte Bäume, viele Steine etc). Sie sind zudem weicher, da die Aufnahme bestimmter Mineralien beschränkt ist.

Was auch interessant ist: "Under poaching pressure, elephants are evolving to lose their tusks"
https://www.nationalgeographic.com/animals/2018/11/wildlife-watch-news-tuskless-elephants-behavior-change/

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
407 Beiträge · seit 201522. Juli 2019 · #7
Ihr kennt bestimmt auch diese Seite von SanParks:
https://www.sanparks.org/parks/kruger/elephants/tuskers/default.php
Kirsty Redman betreut das Emerging Tuksers Projekt für SanParks. Sie hat mir geholfen einen der Tuskers im Kruger zu bestimmen,d er uns bei Mopani über den Weg lief, als wir 2018 dort waren.

lg brisen
lG brisen SA: 2013 mit Tristan da Cunha und St. Helena, 2014, 2015, 2018, 2022 http://meine.flugstatistik.de/brisen01 https://mtp.travel/users/38408/checklists/locations/map/visited_remaining
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2019
ThemenstarterGast22. Juli 2019 · #8
@ busko
Danke Ulli für Interesse und Zuschrift, vieles sehe ich genauso und bin auch Laie. Wissenschaftliches habe ich (in populärer Kurzfassung) auch schon gelesen, aber es ist auch voller Widersprüche, sodass man es zunächst genauso gut mit Hausverstand und eigener Wahrnehmung versuchen kann. Leute mit der entsprechenden naturwissenschaftlichen Bildung werden sich (hoffentlich) auch noch melden.
Eigentlich liegt ja Alles in den Genen. Die Frage ist hier eher, mit welcher Häufigkeit diese besondere Eigenschaft vorkommt. Bei äußerst geringer Häufigkeit oder einer rein zufälligen Mutation, ich nenn’s mal „Laune der Natur“, ist es vermutlich unwahrscheinlich, dass diese Eigenschaft sozusagen „züchtbar“ ist, zumindest nicht so einfach wie's manchmal anklingt. Das alles ist auch für die Argumente rund um die Trophäenjagd relevant, wobei ich meine, dass man gegen diese auch mit anderen Argumenten sein kann. Ich finde auch, dass man das Jagdthema hier eher raus lassen sollte.

Ob ein Elefant etwas oder eine Vorteil davon hat, ein BT zu sein, bin ich mir nicht sicher. Im Stadium bis dorthin wäre das einzusehen, wie schon von dir gesagt (z. B sich gegen Rivalen durchzusetzen), Stichwort Platzhirsch. Es gibt aber auch Argumente dagegen oder die das weniger eindeutig machen. Z.B werden auch Elefantenkühe zu BT, sie müssen keine Herde erobern oder Bullen kapern.
Oder wenn man z. B. Gruppen länger beobachten kann, erkennt man rasch die Rangordnung am Platz, wer das Sagen hat und Wem Respekt gezollt werden muss. Und da habe ich schon öfters gesehen, dass das nicht unbedingt der (auch die) mit den größten Stoßzähnen war, eher der Größte oder Kräftigste. Dieser Meister am Platz in Wankie/Hwange z. B. schaute so gar nicht danach aus, hatte nur einen Zahnstummel, kurze Beine, war aber ein richtiger Muskelberg.

86_23_29b.jpg


Soll auch kein unbedingtes Gegenargument sein, große Sze bringen sicherlich Vorteile, aber viele, eher die meisten, Elefanten kommen auch gut ohne über die Runden.
Bei einem bin ich mir schon mehr sicher, dass BTs (bis zum Boden!!) eher eine Belastung als eine Segnung sind. Alleine das Gewicht schleppen zu müssen, und dass derart lange Sz bei der Weitergabe der eigenen Gene ein Vorteil seien, verstehe ich nicht, weder bei der Partnersuche noch bei der Paarung mit 2,5 m Sz, wenn z. B. nach Innen gebogen, das macht das ergonomisch kompliziert.

Danke und Grüße
Werner
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2019
607 Beiträge · seit 201022. Juli 2019 · #9
Hallo Adolf,
ja Isilo, der war schon beeindruckend, er hat es nach seinem Tod ins Wikipedia geschafft. https://en.wikipedia.org/wiki/Isilo_(elephant). Den durften viele Tembebesucher/Fans erleben.
Hallo Christian,
im Addo wird die Theorie von nationalgeographic angezweifelt. Hier wird dem interessierten Besucher es so vermittelt: Die Elefanten die kleine oder gar keine Stoßzähne hatten wurden nicht geschossen, so entstand/überlebten im Gebiet rund um Addo nur zahnlose Elefanten. Und nachdem sie geschützt wurden, wurden die Stoßzähne nicht wieder ausgebildet. Erst durch "Import", ich glaube es war aus Krüger, gibt es im Addo wieder Elefanten mit Stoßzähnen. Wir hatten dieses Jahr den Eindruck, dass schon die Hälfte wieder Stoßzähne hat.
Grüße Wolfgang
ThemenstarterGast22. Juli 2019 · #10
Wie groß ist groß und wie häufig waren die BTs in der guten alten Zeit?

Über die Jahre habe ich sicherlich einige Tausend Elefanten gesehen, aber ich kann mich nicht erinnern, mit Sicherheit so ein 1,5 m-Exemplar gesehen zu haben (im südlichen Afrika, in Ostafrika war ich nie). Ich habe sicher viele sehr große Elefanten gesehen, aber kaum welche mit „remarkable tusks“ (siehe vorhin), wohl aber ein paar, die nahe dran waren, z. B.

89_14_41b.jpg

(Agfa CT 18, Abenddämmerung, offene Blende, 1/60, daher die schlechte Qualität)

DSC_2762.JPG


DSC_2785.JPG


Wobei auch klar ist, dass es ohne Abnützung der Zähne (z. B. Etosha) sehr viel mehr BTs geben würde, was eh jeder weiß.

27_14_39b.jpg


Und ich vermute auch, dass die richtigen BTs die Stoßzähne für die Nahrungsbeschaffung kaum mehr verwenden können, weil sie zu sperrig sind.

Sieht man nun keine BTs mehr, weil sie schon alle abgeschossen wurden oder weil sie einfach nur eine äußerst seltene Laune der Natur sind, so wie Menschen mit 2,2 m Körpergröße?

Ersteres ist evident, je mehr von sowieso seltenen Tieren abgeschossen werden, desto weniger kann man dann überhaupt noch antreffen, no na. Aber könnte man (als Tourist!!) echte PTs überhaupt häufiger sehen. Ich glaube eher nicht, weil die Wahrscheinlichkeit ein Tier zu sehen, das es nur (schätze ich mal aus dem Bauch) 1x in 5.000 Tieren in hohem Alter gibt, eben sehr gering ist, Begründung:

Ich habe früher viele zeitgenössische Reiseberichte aus der „Entdecker- und Jägerzeit“ gelesen und kann mich nicht an irgendeine Illustration von BTs erinnern, das waren alle ganz „normale“ bis stattliche Elefanten, die wir auch heute noch sehen können. Z. B. nennt Selous in seine Reisejournalen ca. 40 lbs- SZ als gut bis sehr gut, 80 lbs als außerordentlich. Und das zu einer Zeit, zu der der große Sturm auf Elfenbein erst begonnen hatte. Ich schließe daraus, dass Blix und Finch Hatton für ihre BTs ganz schön Kilometer machen mussten und noch dazu in der richtigen Gegend waren, die so was produziert.

Im Buch von Peter Beard gibt es diese berühmte Flugaufnahme einer Elefantenwanderung (alle gehen in die gleiche Richtung), aus Kenia in 1938

https://www.christies.com/lotfinder/Lot/peter-beard-b-1938-mkomazi-outside-5670454-details.aspx

Auf dem Bild sind ca. 800 bis 850 Tiere (obiger link zeigt nur einen Ausschnitt einer Doppelseite größer als A3), also mehrere hunderte Alttiere, aber man findet (mit der Lupe) keine außerordentlich großen Stoßzähne, sondern nur „normale“; und das in einer Zeit, in der der Bestand wohl xx-fach so hoch wie jetzt war. Aber, wie schon gesagt wurde, dürfte die SZ-Größe in Ostafrika generell über der im südlichen Afrika liegen, Stichworte: „Gene“, Ernährung, Abnützung.

Werner
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2019
527 Beiträge · seit 201322. Juli 2019 · #11
Als ich Mitte der 60er Jahre zum ersten Mal für ein halbes Jahr in Ostafrika war um wildlebende Tiere zu fotografieren, war ich vom ersten Moment an von den riesigen Bullen fasziniert, die im Tsavo Ost und im Amboseli-Gebiet lebten. Da gab es viele Exemplare, deren Stosszähne bis fast zum Boden reichten. Der berühmteste dieser Elefanten lebte allerdings im Marsabit-Nationalpark in Nordkenia und wurde Ahmed genannt. Jomo Kenyatta, der damalige Präsident Kenias, stellte Ahmed unter seinen persönlichen Schutz und liess den Stosszahnträger Tag und Nacht von zwei Rangern bewachen, damit er nicht Wilderern zum Opfer fiel.
1974 starb Achmed eines natürlichen Todes. Wolfgang Schenk, damals Chefpräparator der Firma Zimmerman in Nairobi, wurde beauftragt, Ahmed für das kenianische Nationalmuseum zu präparieren. Heute steht eine Broncefigur Ahmeds in Lebensgrösse im Hof des Museums.

Die Stosszähne Achmeds massen rund 300 cm und wogen 67 bzw. 68 kg!
AhmedKeniaNat.Museum(1von1).jpg


Die Gras- und Buschsavannen gehörten im vergangenen Jahrhunderten zu den begehrtesten Jagdgründen weisser Jäger. In Hunters Lodge, 160 km südlich von Nairobi, kann man noch heute zahlreiche Trophäen an den Wänden hängen sehen... Und nicht zuletzt eine Anzahl Fotografien aus den 30er Jahren, auf denen die Jäger mit riesigen Stosszähnen possieren.
Stosszähne-113701.jpg


In Kenia ist die kommerzielle Jagd auf Haarwild übrigens seit 1977 verboten. Lediglich Vögel dürfen zu bestimmten Jahreszeiten noch erlegt werden.

Grüsse aus der Wärme.
Mzeekenya
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2019
925 Beiträge · seit 201622. Juli 2019 · #12
Hallo,
in diesem Kontext möchte ich auch gerne noch auf das Buch "Land of Giants" von Will Burrad-Lucas in Zusammenarbeit mit dem Tsavo Trust verweisen (auch auf Amazon) mit phänomenalen Aufnahmen von Tuskern aus dem Tsavo NP. Einige der Bilder daraus wurden hier schon mehrfach verlinkt.
Viele Grüße
fidel
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
2'530 Beiträge · seit 201122. Juli 2019 · #13
Ich mußte Ahmed mal ein bisschen Googeln. Sehr interessant.

http://www.schenk-taxidermy.com/ahmed---a-story.html

http://www.africahunting.com/hunting-pictures-videos/showfull.php?photo=16840

Noch ein Ahmed, aber im Kongo.
http://thewildlife.wbur.org/2016/04/06/missing-for-9-years-ahmed-the-elephant-returns/
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zuletzt bearbeitet 22. Juli 2019
132 Beiträge · seit 201124. Juli 2019 · #14
Das namibische Elefanten generell, v.a. in Etosha, deutlich kleinere Stoßzähne als z.B. in Ostafrika haben, liegt Expertenstudien nach an der Nutzung (harte Bäume, viele Steine etc). Sie sind zudem weicher, da die Aufnahme bestimmter Mineralien beschränkt ist.
Die Elefanten in Namibia (z. B. zum Vergleich in Tansania) haben kürzere, aber dafür dickere SZ.
Vom Gewicht können die aber gut "oben mithalten".
Gerade im Etoscha sind etliche im Bereich 60 - 80 Pfund, nur weil die SZ "nicht so auffallend lang" sind, schätzt der unbedarfte Reisende diese "schwächer ein".
Es gibt jedes Jahr Sichtungen von Hundertpfündern, erlegt wird hin und wieder auch einer (was für den sog. "Artenschutz" unbedeutend ist, im Gegenteil, sein Fleisch wird von der dortigen, hungrigen Bevölkerung genussvoll verspeist.)
132 Beiträge · seit 201124. Juli 2019 · #15
Ich habe früher viele zeitgenössische Reiseberichte aus der „Entdecker- und Jägerzeit“ gelesen und kann mich nicht an irgendeine Illustration von BTs erinnern, das waren alle ganz „normale“ bis stattliche Elefanten, die wir auch heute noch sehen können. Z. B. nennt Selous in seine Reisejournalen ca. 40 lbs- SZ als gut bis sehr gut, 80 lbs als außerordentlich. Und das zu einer Zeit, zu der der große Sturm auf Elfenbein erst begonnen hatte. Ich schließe daraus, dass Blix und Finch Hatton für ihre BTs ganz schön Kilometer machen mussten und noch dazu in der richtigen Gegend waren, die so was produziert.
Ja, auch zur damaligen "guten, alten Zeit der White Hunter", waren die Hundertpfündert sehr selten.
Viele die dort viele Jahre verbrachten (die meisten lebten ohnehin nicht lange genug, um davon zu erzählen, viele fanden den Tot im Busch) erlegten nicht einen.
Natürlich gab es "gute Gebiete" wie die Lado-Enclave, aber damals wie heute sind einige Gebiete in Namibia "Geheimtipps" für Fotographen / Jäger / Naturfreunde.


In Kenia ist die kommerzielle Jagd auf Haarwild übrigens seit 1977 verboten.
Ja, und dadurch wurden die Tiere "wertlos".
Das (Schmiergeld der Tier"schutz"organisationen) Geld steckten sich die Oberen ein, die Tiere kosteten nur noch Geld, richteten Schaden an, die Bevölkerung sah ihren Schutz nicht ein.
In Kenia wurde Ende der 70er bis Mitte der 80er enorm gewildert, in einem unvorstellbaren Ausmaße, meist durch die lokale Bevölkerung.
Heute haben sie dort - außerhalb der Nationalparks - kaum noch freilebendes Großwild.
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2019
ThemenstarterGast24. Juli 2019 · #16
@ die frühere Größe großer SZ gibt es wohl keine besseren Quellen als die historischen Bilder der Jäger, @ den „Durchschnitt“, die der Umschlagpunkte des Elfenbeinhandels in dieser Zeit, als das alles legal war und dokumentiert wurde. Wer sich dazu durchringen kann, findet hier Interessantes
https://www.africahunting.com/threads/elephant-pictures-the-magnificent-seven-big-tusker-elephants.3415/

Jetzige SZ-Daten sieht man in aktuellen Jagdbildern, wenn man diese Information will, hier gibt es auch viele aus dem südlichen Afrika. Jedenfalls sieht man, was heute im oberen (jagdbaren) Durchschnitt hinsichtlich Länge und Gewicht*) liegt. Außerdem sind auch für die Jäger besonders kapitale Exemplare tabu.

Offensichtlich ist die „Dominanz“ von Ost- und Zentralafrika (DRC, CAR!!) bei BT im vorigen Jahrhundert, historische Bilder aus dem südlichen Afrika gibt es deutlich weniger. Auf Seite 16 ist ein Dokument des „Hundred Pounder Clubs“ von Ker and Downey aus den 1950ern. Das ist schon eine beachtliche Zahl, obwohl auch gegen den Hintergrund der damals noch absolut großen Bestandszahlen zu sehen.

Das südliche Afrika scheint bei den BT vergleichsweise seltener auf. Ob das damit zusammenhängt, dass die BT und Elefanten generell schon lange vor der Fotografie großflächig ausgerottet waren oder dass die Bedingungen für BT in Ost- und Zentralafrika günstiger waren? Ich persönliche habe den Eindruck, dass die BT hauptsächlich in den großen Grassavannen vorka(o)mmen. Oder etwa doch die Gene 😗 ?
Werner
*)Aus vielen Dokus sieht man, dass Länge und Gewicht nicht immer gut korrelieren und dass das regional sehr unterschiedlich sein kann, worauf auch der flowerrunner gerade hingewiesen hat. Viele relativ kurze SZ sind mächtig an der sichtbaren Basis und wären wohl auch lange geworden, wenn nicht durch die Nahrungsbeschaffung abgenützt. Vielleicht kann der flowerrunner etwas dazu sagen, der sich da auskennen dürfte.
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2019
ThemenstarterGast24. Juli 2019 · #17
...
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2019
132 Beiträge · seit 201124. Juli 2019 · #18
Vielleicht kann der flowerrunner etwas dazu sagen, der sich da auskennen dürfte.

Eventuell noch einige Fakts:
- Auch die großen Jäger der 1910 - 1960er Jahren hatten nur selten 100 Pfünder
- Davor gab es wohl schon mehr 1870 - 1900, aber auch da waren die an der Population gemessen "selten"
- Namibia ist bekannt für SZ mit kurzen und dicken Zähnen (Faustformel: Am unteren Ende darf man Sie mit zwei Männerhänden nicht umschließen dürfen
- Tansania hat die längsten SZ
- In Botswana sind die Elefantenbullen die "größten"
- Die reine Trophäenjagd ist auch in Nam. auf die Dickhäuter fast eingestellt, ich glaube es gibt so 10 - 20 Lizenzen im Jahr, die man auch braucht, um die Bevölkerung (oftmals die San) mit Fleisch zu versorgen
- In Botswana macht man nun die Jagd auf die starken Bullen wieder auf, da 130.000 Stück viel zu viel sind (Platz wäre für 25.000), die Bevölkerung ist sehr froh darüber (Touristen kommen wieder, man kann Geld verdienen, Fleisch bekommen, ein Abenteuer erleben, pp.). Es sind um die 300 - 400 pro Jahr frei. Interessant:
- Kein Local (keiner ! nie !) habe ich gesehen, der nicht froh das, das welche erlegt werden. Im Gegenteil, die waren richtig happy. Wir sollten nicht zu sehr unsere "Tierliebe" (das Wort kennt man da kaum) dort hin importieren. Zumal bei uns in Deutschland ca. 750 Millionen Tiere geschlachtet werden, pro Jahr! Und bei einem Löwen in Simbawe (dem man noch schnell einen Namen gab und frech in die Kameras log, dass die Einheimischen in lieben würden - kein Einheimischer liebt einen Löwen !!, das sind Märchen) spielt ein halbes Land verrückt.
ThemenstarterGast25. Juli 2019 · #19
Hallo Flowerrunner,
was sind denn deiner Meinung/Erfahrung nach die Ursachen für die großen regionalen Unterschiede in SZ – Länge und Gewicht? Z. B. dass in Tanzania die längsten SZ vorkommen.
Werner
132 Beiträge · seit 201126. Juli 2019 · #20
Hi Werner,
ich habe da "keine Meinung", ich kann nur "Meinungen von Wissenschaftlern wiedergeben, wie:
- Genetik, bestimmte Gruppen haben sich abgesondert und so den Stamm weitergegeben
- Zufall, wie vieles im Leben
- Evolution, da die in gewissen Regionen "kurze, harte, dicke" SZ entwickeln "mussten", um den harten Boden aufzugraben (nach Wasser), lange und dünne SZ wären da eher schlecht (abbrechen) oder das Gegenteil in den sumpfigen, graßhaltigen Gebieten wie Mos. oder TZ haben lange und dünne Stoßzähne, in den Sümpfen, bei dem vielen langen Graß, pp., ihre Vorteile

Ich habe mich mehrfach mit Wissenschaftler, u. a. in einem "Park" in SA unterhalten (die da mehrere Hundertpfünder haben), die sind da auch noch am Forschen und versuchen auch, einen Weg zu finden, das Potenzial (gleich: Möglichst große SZ, die wollen die Touristen sehen und "meinen dann, wie schön und toll alles ist :-)) wieder zu erhöhen. SA ist da, ebenso wie Nam (durch gute Berufsjäger und deren Orgas), auf einem guten Weg. Mit etwas Glück und dem Nicht-Einmischen gewissen lokaler Politiker und der Gut-Menschen aus Zentral-Europa und Nord-Amerika, könnte das auch klappen.