3 Wochen Hochzeitsreise - Südafrika zum Ersten

Reisebericht 31 Antworten · 10,5k Aufrufe · gestartet 19. Juni 2019 von Tomlinson2
Themenstarter42 Beiträge · seit 201919. Juni 2019 · #1
Als Forumsneuling werde ich mich dann auch einmal im Schreiben von Reiseberichten versuchen. Meine Frau und ich sind im Frühjahr 2018 für drei Wochen durch Südafrika gereist. Dies war unsere erste Erfahrung mit dem afrikanischen Kontinent (10 Tage Makadi Bay in Ägypten klammere ich jetzt mal aus) und wir haben die Reise sehr genossen und eine Menge toller Erfahrungen gesammelt. Die Sichtungsfee hat es auch sehr gut mit uns gemeint.

Wir haben die Reise komplett selbstständig organisiert, sind mit einem Mietwagen unterwegs gewesen und haben alle Unterkünfte im Internet ausgesucht und im Voraus gebucht. Preismäßig haben wir versucht bei den Unterkünften zwischen 50 – 100 € pro Nacht für ein DZ zu bleiben, was uns mit Ausnahme der Lodges in den Nationalparks auch wirklich gut gelungen ist. In den Parks haben wir uns drei teurere Lodges gegönnt, die aber im Rahmen von Flitterwochen von der Frau genehmigt wurden.

Anreise

Ich werde leider am Donnerstag vor unserer Anreise von einem starken Infekt niedergestreckt, so dass meine Frau einen sehr hektischen Freitag mit Packen und Krankenpflege hinter sich bringen muss. Nachdem der ärztliche Notdienst aber meint, dass ich viel Wasser trinken soll und dann eine baldige Besserung eintreten wird, trete ich die Reise auch angeschlagen an. Von so etwas werde ich mir ja den Urlaub nicht versauen lassen. So habe ich dann vermutlich auch die zweifelhafte Ehre, der erste Afrikaneuling zu sein, dessen Magen sich in Afrika von den europäischen Strapazen erholt hat.

Unsere Reise beginnt in Kapstadt und wir sind fliegen direkt ab München mit der Lufthansa. Zum innerdeutschen Zubringerflug, inkl. Umsteigen am Flughafen München gibt es auch nicht viel zu erzählen. Meine Frau genießt die gastronomischen Möglichkeiten am meiner Meinung nach bestem deutschem Flughafen , während ich mich auf die Reise freue. Der Nachtflug geht auch schnell vorüber. Ich habe nur das Gefühl, dass vom Service nur sehr spärlich Getränke nachgeschenkt werden. Gekoppelt mit dem stattlichen Preis eines Lufthansa-Flugs und der Tatsache, dass man an der Premium Economy mit Wasserflasche am Platz vorbeimarschiert, ärgere ich mich hier ein wenig. Da sollte die Lufthansa, gerade im Vergleich zu z.B. Emirates oder Garuda, definitiv nachbessern. Diese Einschätzung ist aber subjektiv und kann auch an meiner körperlichen Verfassung gelegen haben.

Die Ankunft in Kapstadt geht dann reibungslos vonstatten. Instagram-Models, die schon die Schlange bei der Immigration für ausführliche Fotodokumentationen nutzten, sorgen für erste Unterhaltung auf der Reise. Auch am Mietwagenschalter spielt sich ein Drama ab, da ein Paar völlig überrascht ist, dass die Kreditkarte der Buchung / des Fahrers am besten auch vorgelegt werden sollte. Unsere Übergabe funktioniert problemlos und wir erhalten einen etwas in die Jahre gekommen, aber voll funktionstüchtigen Toyota Corolla den wir in der nächsten Zeit sehr zu schätzen lernen.

Im nächsten Schritt erkunden wir dann Kapstadt und Umgebung, dann auch mit Fotos 😁

Als Appetizer schon mal eine Foto-Collage, die wir nach dem Urlaub gemacht haben.

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zuletzt bearbeitet 03. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201921. Juni 2019 · #2
1. Tag - Kapstadt

Nach der Mietwagenübergabe fahren wir schnell zum Hotel, um unser Gepäck abzulegen und uns nach dem Nachtflug kurz umzuziehen. So gestärkt, können wir dann direkt mit der Erkundung von Kapstadt beginnen. Wir entscheiden uns für eine Sightseeing-Tour auf einem Hop-On – Hop-Off Bus, da uns der Flug noch ein wenig in den Knochen steckt und wir beide auch nicht genau einschätzen können, wie die Sicherheitslage genau aussieht. Dies wird nicht dadurch verbessert, dass uns die Dame an der Hotelrezeption darauf hinweist, dass wir uns auf gar keinen Fall irgendwo zu Fuß aufhalten sollten.

Einer der ersten Stopps auf der Rundtour des Busses ist der Tafelberg, der in strahlendem Sonnenschein vor uns liegt. Wir entscheiden uns aber, den Berg erst am nächsten Tag zu besichtigen.

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Weiter fährt der Bus dann einmal rund um die Halbinsel und an Camps Bay vorbei und es bietet sich eine tolle Aussicht auf die Strände Kapstadts. Wenn möglich, ist ein Platz in der 1. Reihe toll, auch wenn die Frontscheibe eine gründliche Reinigung vertragen könnte.

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Zur Mittagspause steigen wir dann an der Waterfront aus und essen hier sehr lecker. Für den Rest des Tages erkunden wir die Gegend rund um die Waterfront zu Fuß.

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Auch die erste Nashornsichtung wird so am ersten Tag abgehakt.

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Unser erster Eindruck von Kapstadt ist sehr positiv, allerdings zollt der lange Flug langsam seinen Tribut und so fahren wir dann doch recht früh zum Hotel. Hier bezahle ich erstes Afrikalehrgeld. Der freundliche Mann mit Warnweste, den ich beim Einparken gefragt habe ob es in Ordnung wäre hier zu parken, hat dies als Aufforderung verstanden auf das Auto aufzupassen. Er hat über 7 Stunden auf unser Auto aufgepasst und ist entsprechend wenig begeistert, von der Dauer unserer Stadtbesichtigung. Absolut unsicher, was man jetzt als Trinkgeld geben sollte, habe ich ihm 100 Rand gegeben, was dann zu einem lautstarken Streit zwischen ihm und einem konkurrierenden Parkplatzwächter führt.
Abends genießen wir noch (ohne Kamera) von der Dachterrasse den Sonnenuntergang mit Blick auf den Tafelberg und gehen einfach früh schlafen. Am nächsten Tag ist unser erstes Urlaubshighlight geplant.
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201922. Juni 2019 · #3
Kapstadt - 2. Tag

Direkt nach dem Frühstück fahren wir mit dem Auto nach Hout Bay und checken zum Seal Snorkelling bei Animal Ocean ein. Die Firma scheint einen großen Wert auf Nachhaltigkeit zu legen, die Ausrüstung ist top in Ordnung und das Personal ist sehr freundlich und voller Begeisterung für die marine Welt. Nach einem Briefing geht es dann mit einem Minibus zum Hafen, wo unsere Gruppe auf ein Zodiac umsteigt und die kurze Fahrt von ca. 15 Minuten zur Seelöwen-Kolonie beginnt.
Schon während der Bootsfahrt sehen wir jede Menge Seelöwen und je nach Jahreszeit gibt es auch die Chance Wale zu sehen. Bei der Kolonie angekommen, zeigt sich dann sehr schnell, warum zusätzlich zum Neoprenanzug eine Weste, Haube und Handschuhe verteilt wurden. Das Wasser ist kalt. Richtig kalt. Ich halte es die gesamten 50 Minuten aus, aber meine Frau geht nach 20 Minuten aus dem Wasser gegangen und guckt sich die Kolonie vom Boot aus weiter an. An Bord des Zodiacs gibt es direkt heiße Getränke und warmes Wasser, dass in den Neoprenanzug gekippt wird. Kombiniert mit der deutlich höheren Lufttemperatur wird einem so aber sehr schnell wieder warm. Die Seelöwen im Wasser sind diesen Temperatursturz aber mehr als wert.
Die Tiere sind unter Wasser beeindruckend schnell und wendig. Insbesondere die Jungtiere zeigen ein großes Interesse an den Schnorchlern und sind geradezu verspielt. Wenn man die eigenen Bewegungen reduziert und einfach im Wasser treibt, schießen innerhalb von Sekunden Seelöwen auf einen zu, um erst in letzter Sekunde abzudrehen. Es wird sich gegenseitig gejagt, Luftsprünge vollzogen und der merkwürdige Mensch konstant im Auge behalten. Die folgenden Fotos sind Screenshots aus einem GoPro-Video und deswegen von der Qualität nicht ganz so hochwertig.

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Auf dem Rückweg und zurück in der „Basis“ von Animal Ocean kommt es dann zu einem sehr angeregten Gespräch über die Zukunft der Seelöwenkolonien von Südafrika. Die Überfischung und Meeresverschmutzung setzen den Tieren leider zu. Für uns sehr irritierend ist es auch, dass ein Gast trotz mehrfacher Bitten der Mitarbeiter es schafft, seine Dusche sehr lange laufen zu lassen. Teilweise dauert dies mehrere Minuten, ohne dass er wirklich drunter steht. In Anbetracht der Wasser-Situation aus dem Frühjahr 2018 mit dem stetig näher kommenden Day Zero für uns wirklich nicht nachvollziehbar.

Nach diesem gelungenen Vormittag ist geplant, mit der Seilbahn auf den Tafelberg zu fahren. Hier stellt sich schnell heraus, dass das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machen will. Der Berg ist komplett von Wolken umhüllt. Zum großen Erstaunen der Mitarbeiter, die uns mehrfach fragen ob wir wirklich bei „Zero Visibility“ auf den Berg fahren möchten, kaufen wir uns dennoch die Tickets für die Gondel und die Auffahrt beginnt. Die Schlange bei der Seilbahn besteht aus uns und drei Mitarbeitern der Station auf dem Berg. Das sah am Vortag bei strahlendem Sonnenschein noch ganz anders aus.

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Die Aussicht vom Berg stellt sich dann doch eher eingeschränkt dar.

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Oben auf dem wolkenverhangenen Berg entwickelt sich für uns eine ganz besondere Atmosphäre. Außer uns sind nur sehr wenig andere Touristen auf dem Berg. Wir können uns so ganz auf die Natur des Berges konzentrieren.

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Aus meiner Sicht, ist es am Ende fast ein Glücksfall das der Berg so wolkenverhüllt ist. Ich beschäftige michzum Beispiel sehr intensiv mit der Fynbos-Flora. Vermutlich hätte ich diese sonst eher ignoriert, um ein schönes Foto der nächsten spektakulären Aussicht vom Berg zu schießen.

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Nach ca. einer Stunde wird das nassfeuchte Klima dann doch ein wenig unangenehm und wir entscheiden uns wieder abzufahren. Es ist schon bizarr, wie man aus den Wolken wieder ins sonnige Kapstadt herabfährt.

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Den Abschluss des Tages bildet dann eine Hafenrundfahrt, die in unserem 48-Stunden-Ticket für den Hop-On Hop-Off-Bus enthalten ist. Die Tour bietet ganz interessante Einblicke auf die Waterfront von Kapstadt und den Fischereihafen.

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Erschreckend ist jedoch, wie viele Seelöwen man mit Verletzungen und Schlingen um den Hals sieht.

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Auch am zweiten Tag gefällt Kapstadt uns sehr gut. Das 48-Stunden-Ticket des Sightseeing-Bus nutzen wir intensiv zur Fortbewegung und würden wir so jederzeit wieder kaufen. Das Seal-Snorkelling ist für mich eines der Highlights der gesamten Reise. Ich würde es jedem naturbegeisterten Kapstadt-Besucher sofort empfehlen.

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Morgen werden wir dann einmal um die Kap-Halbinsel fahren.
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201903. Juli 2019 · #4
*Problem gelöst*
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201903. Juli 2019 · #5
3. Tag – Rund um das Kap der guten Hoffnung
Am heutigen Tag machen wir einen Tagesausflug rund um das Kap. Wir entscheiden uns beim Frühstück, im Uhrzeigersinn zu fahren und wählen als erste Station Muizenberg. Hier steigen wir aus, spazieren am Strand entlang, beobachten Surfer und Radfahrer und machen die obligatorischen Fotos mit den bunten Badehäuschen.

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Nach einem ca. halbstündigen Aufenthalt steigen wir wieder in unseren Toyota Corolla und fahren weiter zur Pinguinkolonie nach Boulders Beach. Die Parkplatzsuche gestaltet sich etwas schwierig, da unser Reiseführer den nördlichen Parkplatz empfiehlt. Hier sollen weniger Menschen unterwegs sein, die Beschilderungen führen aber alle zum größeren Parkplatz. Nach 2 Wendemanövern ist der Parkplatz aber gefunden.

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Auf dem Weg zum Eingang kommt uns eine riesige Truppe an Bustouristen entgegen, die bei mir Sorgenfalten aufsteigen lassen. In der Anlage an sich, hält sich die Anzahl an Touristen aber in Grenzen. Ich denke, man muss ein wenig Glück haben, dass man nicht gleichzeitig mit einer Busreise bei den Pinguinen ist. Gänzlich allein zu sein ist eh völlig illusorisch und in einer solchen Nähe zu einer Großstadt wie Kapstadt denke ich auch nicht zu erwarten. Völlig begeistert entdecken wir nach kurzer Zeit unseren ersten Pinguin in den Sträuchern.

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Nach 5 Minuten können wir uns losreißen und folgen dem Weg ein bisschen weiter. Hier relativiert sich die vorherige Sichtung von einem Pinguin, da zu unserer Überraschung hunderte Pinguine am Strand und auf den umliegenden Felsen sitzen. Es ist schön zu sehen, dass die Tiere brüten.

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Ebenso wie das Schnorcheln mit den Seelöwen am Vortag, würde ich einen Besuch der Pinguinkolonie jedem Kapstadt-Besucher empfehlen. Man kommt durch die eigens angelegten Wege auf Holzstegen nahe an die Tiere heran, ohne das Gefühl zu haben die Tiere zu stören. Für uns geht es jetzt erstmal weiter in Richtung Kap. Schon bei der Anfahrt zum eigentlichen Nationalpark ist die Aussicht spektakulär.

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Im Park angekommen, fahren wir langsam in Richtung des Kaps der Guten Hoffnung, genießen die Landschaften und auch einige Tiere sind zu sehen.

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Angekommen am Kap entscheiden wir uns auf die motorisierte Fahrt zu den Aussichtspunkten zu verzichten und wandern stattdessen ein wenig. Auch hier werden wir wieder mit tollen Aussichten belohnt. Die gesamte Landschaft rund um das Kap gefällt uns ausgesprochen gut.

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Witzig finde ich den Touristenauflauf rund um das Schild zum Kap der Guten Hoffnung. Das obligatorische Foto muss hier von wirklich allen gemacht werden, wir überspringen die Schlange aber erst einmal und klettern wieder ein wenig in die „Berge“. Als norddeutscher Flachlandbewohner werden hier die Kletterfähigkeiten bis auf das Äußerste strapaziert. 😉 Immer wieder können wir in unseren Urlauben beobachten, dass auch nur ein kurzes Verlassen der Hauptroute die Touristendichte massiv senkt. Oben angekommen, sind wir fast alleine und können den Ozean auf uns wirken lassen. Nach dem Abstieg machen wir dann doch noch ein paar Fotos mit dem bekannten Schild. Man muss ja beweisen können, dass man wirklich im Urlaub gewesen ist.

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Nach diesem tollen Highlight fahren wir langsam weiter durch den Westen des Parks, bis wir von einer Affenbande aufgehalten werden, die überhaupt keine Anstalten machen die Straße zu verlassen. Ein Mitarbeiter des Nationalparks hat hier weniger Hemmungen und sorgt im hohen Tempo hupend für freie Bahn.

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Die Rückfahrt nach Kapstadt über den Chapmans Peak Drive gerät leider etwas enttäuschend, da starker Neben aufzieht und die Sichtweite deutlich absinkt. Wir haben den Tag trotzdem genossen und entspannen im Hotel. Ab morgen beginnt dann der erste Teil unserer Rundreise über Oudtshoorn – Plettenberg Bay – Jeffreys Bay und den Addo Elephant National Park zum Inlandsflug ab Port Elizabeth.
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201906. Juli 2019 · #6
4. Tag - Über die Route 62 nach Oudtshoorn

Wir haben vor Beginn unserer Reise relativ lange überlegt, wie wir von Kapstadt zur Garden Route fahren. Die „klassische“ Route verläuft ja entlang der Küste, meistens mit Stop in Hermanus zur Walbeobachtung. Zu unserer Reisezeit im Februar / März ist aber nicht mit Walsichtungen an der Küste zu rechnen. Wir haben uns stattdessen für die Route 62 durch die Karoo-Wüste entschieden, um noch mehr unterschiedliche Landschaften zu sehen und eine Wüste zu erleben. Als sinnvolles Endziel unserer Tagesetappe hat sich dann Oudtshoorn angeboten.
Kurzer Exkurs: Ich habe relativ lange mit dem Gedanken gespielt in Südafrika an einem Shark Dive im Käfig teilzunehmen, mich dann aber aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Auch mit unserer gewählten Reiseroute hätte es z.B. nicht mehr gepasst. Hat hier jemand aus dem Forum schon einmal Erfahrungen gemacht? Ich würde in meinem Leben gerne einen weißen Hai sehen und das Käfig-Tauchen erscheint mir da als einzig sinnvolle Option.

Unsere Route raus aus Kapstadt führt uns über den Highway 1 bis Worcester. Wir sind erstaunt, wie schön die Landschaft direkt neben der Autobahn ist.

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Bei Worcester biegen wir dann auf die R60 zum Montagu-Pass, ab dem die eigentliche Route 62 erst beginnt. Vor uns erstreckt sich weites Land mit wenig Verkehr, eine herrliche Fahrt. Zur rechten Seite liegt die Gebirgskette, die die Karoo vom wesentlich grüneren Küstenstreifen trennt. Leider sehen wir gar keine Wildtiere. Vielleicht sind wir hier auch mit falschen Vorstellungen von Südafrika in den Urlaub gestartet.

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Im Internet wurde mehrfach Ronnies Sex Shop als Pflicht-Stop auf der Route angepriesen. Der Geschichte nach, hat Ronnie hier mitten in der Karoo mit mäßigem Erfolg einen Shop eröffnet. Erst als seine Freunde nach einem nächtlichen Gelage den „Sex“-Zusatz an die Wand malten, strömten die Touristen herbei.

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In der Praxis ist es interessant, die Sticker / Kleber / Fähnchen von Besuchern aus aller Welt zu sehen. Die von uns bestellten Burger sind aber bestenfalls als genießbar zu bezeichnen. Auch die Bar ist als Autofahrer eher sinnlos.
Je mehr wir uns Oudtshoorn nähern, umso trockener wird die Landschaft.

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Unser treuer Toyota Corolla.

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Wir kommen gegen Mittag in Oudtshoorn an und beschließen nachmittags noch an einer wirklich interessanten Führung über eine Straußenfarm teilzunehmen. Man kann die Tiere auch füttern und sich auf Straußeneier stellen. Die Straußeneier halten das Gewicht meiner Frau problemlos, ich riskiere es lieber nicht.

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Zum Abschluss der Führung geht es in einem offenen Fahrzeug durch das Straußengehege. Man kommt den Tieren sehr, sehr nahe. Wir erzählen den Straußen lieber nicht, dass unser Plan für den Abend vorsieht ihre Verwandtschaft zu verspeisen.

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zuletzt bearbeitet 06. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201908. Juli 2019 · #7
5. Tag – Ab auf die Garden Route

Nach dem Aufstehen merke ich leider direkt, dass ich mir bei den Seehunden im kalten Wasser einen Infekt eingefangen habe. Aber egal, eine Rundreise geht ja immer weiter. Von Oudtshoorn fahren wir über den Outeniqua Pass in Richtung George und Wilderness. Auf der anderen Seite der Bergkette ist die Landschaft direkt viel grüner.

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Unser erster Stop des Tages ist Wilderness. Während der Wind uns um die Ohren pfeift, genießen wir die schönen Strände. Hier könnte man sicher auch mehr Zeit verbringen.

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Wir fahren aber weiter die Küste entlang nach Knysna. Vom Aussichtspunkt The Heads ergeben sich großartige Aussichten über die Lagune von Knysna und den Ozean.

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Anschließend fahren wir runter ans Meer und ich klettere ein wenig über die doch sehr rutschigen Felsen.

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Zur Mittagszeit fahren wir dann in den Ort Knysna hinein, um einen Snack zu essen und spazieren entlang der Waterfront.

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Da ich merke, dass ich gesundheitlich doch stärker angeschlagen bin entscheidet meine Frau spontan anstehende Wanderungen abzusagen. Stattdessen machen wir eine Bootsrundfahrt durch die Lagune von Knysna, die uns sehr gut gefällt.

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Nachmittags kommen wir in unsere sehr schön gelegene Unterkunft in Plettenberg Bay und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Wir beschließen den Rest des Tages ruhig anzugehen und zur Entspannung zu nutzen. Eine verrückte Idee im Urlaub.

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zuletzt bearbeitet 08. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201909. Juli 2019 · #8
6. Tag – Entlang der Küste nach Jeffreys Bay
Die Nacht ist leider sehr unruhig. Ich werde von Schüttelfrost geschüttelt und wache mehrfach auf. Meine Frau entscheidet vernünftigerweise, dass es Zeit für einen Arztbesuch ist. Dank unserer freundlichen Gastgeber ist eine passende Arztpraxis schnell gefunden. Die folgende Behandlung begeistert mich. Nach einer kurzen Wartezeit werde ich von einem sehr freundlichen Arzt gründlich untersucht und bekomme entsprechend Antibiotika verschrieben. Die Behandlungskosten müssen wir vorstrecken, werden uns aber nach der Reise von unserer Auslandskrankenversicherung vollständig erstattet. Mit den Medikamenten geht es mir dann schnell besser.
Bedingt durch den Arztbesuch etc. kommen wir heute leider später los als geplant. Unser erster Stop ist Nature’s Valley. Die Landschaft gefällt uns wieder einmal sehr gut, auch wenn auf dem Campingplatz eine sehr laute Party gefeiert wird.

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Unser ursprünglicher Plan ist es, im Tsitsikamma National Park zum Storms River Mouth zu wandern. Ich bin der Meinung, dass mir auch mit Antibiotika und Arztbesuch ein solcher Spaziergang gelingen wird, aber meine Frau trifft eine Exekutive Decision und verbietet Wanderungen für den heutigen Tag. Ihr Argument, dass wir noch fast zwei Wochen Urlaub vor uns haben ist dann doch überzeugend. Stattdessen gucken wir uns jetzt die Küste in Parkplatznähe an und versuchen in einem windigen Zelt einen Salat zu essen.

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Das Ziel für den Abend ist Jeffreys Bay. Unsere Unterkunft hier sieht aus wie ein Hochsicherheitsgefängnis mit schwer gesicherten Mauern um das Gebäude. Der freundliche Gastgeber erklärt uns, dass es absolut sicher ist in der Gegend zu Fuß unterwegs zu sein. Er muss die Sicherheitsvorkehrungen nur treffen, da sonst keine Gäste aus Johannesburg in seiner Unterkunft eine Übernachtung buchen. Wir können die Situation nicht ganz einschätzen, folgen aber seinem Rat. Wir haben uns nicht unsicher gefühlt. Es wird wieder ein kurzer Abend, da wir morgen früh aufstehen wollen, um in den Addo National Park zu fahren. Endlich geht es los mit Safari.

Mein Fazit der Garden Route fällt gemischt aus. Gerade durch meine Krankheit und unseren straff geplanten Reiseverlauf haben wir sicher einige schöne Ecken übersehen. Das was wir gesehen haben, hat uns fast durchgehend sehr gut gefallen. Den Tsitsikamma Nationalpark hätten wir gerne genauer besucht, auch Wilderness wäre bestimmt eine Übernachtung wert gewesen.
In der Nachbetrachtung tuen wir uns aber mit diesem ersten Reiseteil schwer, da einfach kein Afrika-Feeling aufgekommen ist. Dies fällt uns z.B. in KwaZulu-Natal später doch auf. Die Garden Route ist sehr schön, könnte sich aber genauso in Europa oder Nordamerika befinden.
zuletzt bearbeitet 09. Juli 2019
725 Beiträge · seit 201709. Juli 2019 · #9
Die Garden Route ist nicht das „wirkliche“ Südafrika.
Eher etwas das Einsteiger Südafrika. Aber auch das sollte man gesehen haben.

Jetzt kommt sicherlich die Tierwelt!


Gesendet von iPhone mit Tapatalk Pro
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
1'933 Beiträge · seit 200909. Juli 2019 · #10
Tomlinson2 schrieb:
In der Nachbetrachtung tuen wir uns aber mit diesem ersten Reiseteil schwer, da einfach kein Afrika-Feeling aufgekommen ist.
Die Garden Route ist sehr schön, könnte sich aber genauso in Europa oder Nordamerika befinden.
Genauso haben wir auch bei unserer 1. Reise nach Südafrika-Gardenroute (nach 2,5 Wochen Namibia) gedacht und uns geärgert die Woche nicht noch in Namibia verbracht zu haben. Südafrika haben wir danach Jahrzehntelang gemieden. Erst 2015 gaben wir SA eine 2. Chance (ohne Gardenroute) und waren von der Vielfältigkeit des Landes sehr begeistert!
(Ich rate deshalb auch jedem in unseren Freudes-/Bekanntenkreis davon ab, als Afrika-Neuling die Gardenroute als Schwerpunkt zu setzen - obwohl es landschaftlich wirklich schön ist.)
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
Themenstarter42 Beiträge · seit 201909. Juli 2019 · #11
@Schneewie
@Lotusblume

Ich sehe das ganz ähnlich wie ihr. Die Garden Route ist wirklich schön, wird aber für mich nicht den Fokus eines zukünftigen Afrika-Urlaubs bilden. Ich würde immer empfehlen z.B. in Richtung Krüger oder Hluhluwe-Imfolozi zu fahren.

Man darf glaube ich nicht außer Acht lassen, dass dieses Forum einen starken Fokus auf Natur/Tierbeobachtungen etc. legt. Ich habe auch schon von Südafrikareisenden gehört, die sich für ihre komplette Reise auf Kapstadt, die Weingegenden und die Garden Route beschränkt haben und davon restlos begeistert waren. Geographisch ist das auch ein Afrika-Urlaub. 😉
Themenstarter42 Beiträge · seit 201910. Juli 2019 · #12
7. Tag – Endlich Safari, ein Tag im Addo Elephant National Park
Früh morgens machen wir uns auf den Weg aus Jeffreys Bay zum Addo National Park. Auf dem Weg entdecke ich in der Nähe von Motherwell ein Schild mit der Aufschrift „Hijacking Hotspot“ 😮 Das ist eine von zwei Situationen in diesem Urlaub, an dem ich etwas wie Unsicherheit verspüre. Wir kommen aber unbeschadet im leichten Nieselregen im Addo National Park an und haben auch die Anmeldeformalitäten dank unserer Wild Card schnell erledigt.
Direkt nach dem Tor ist der Addo National Park erstmal stark verbuscht und wir sehen absolut gar nichts. Erste Zweifel kommen auf, ob Safari immer so aussieht, doch das Land öffnet sich und wir sehen gepanzerte Bewohner.

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In der Ferne entdecken wir Zebras und sind völlig aus dem Häuschen.

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Eine Kurve weiter stehen die Zebras dann direkt auf der Strecke und wir kommen uns ein bisschen blöd vor. Die Strecken im Addo sind mit einem normalen PKW überhaupt kein Problem.

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Die Zebras schauen bald alle nervös in eine Richtung und so kommen wir zu unserer ersten Raubtiersichtung. Eine Hyäne kreuzt direkt vor uns die Straße, toll!

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Unter hörbarem Gegrunze klettert eine Schildkröte aus einem Wasserloch.

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Wir entdecken diesen schönen Kranich, den ich leider nicht identifizieren kann. Er hält sich auch von uns fern.

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Ein alter Büffel ist unser erstes gesammeltes Mitglied der Big 5.

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Nach einiger Zeit stellt meine Frau fest, dass wir im Elephant Park ja auch mal einen Elefanten sehen könnten. Wie gerufen werden wir von unserem ersten „Elephant Traffic Jam“ gezwungen anzuhalten.

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Ungeduldigere Touristen steigen aus ihren Autos aus um Fotos zu machen. Der Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass der ganze Busch um den Stau herum voller Elefanten ist.

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Wir machen erstmal eine Mittagspause an einem Picknickplatz, um die ersten Safarieindrücke zu verarbeiten. Nach der Pause entdecken wir auf einer Nebenstraße unseren privaten Elefanten.

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Das imposante Tier steht direkt neben der Straße und ich bin mir unsicher, ob ich einfach so vorbeifahren kann. Ganz langsam rollen wir an dem Tier vorbei.

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Der Addo ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Auf dem Weg in Richtung Süden kommen wir in wesentlich offenere Savannenbereiche voller Antilopen.

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Auch ein Schakal ist auf der Suche nach Essbarem.

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Warzenschweine tuen es uns den ganzen Urlaub über an.

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Ein junger Kudubulle ist wenig erfreut über unsere Anwesenheit.

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Eine der letzten Tagessichtungen ist ein jagender Sekretär. Ein sehr schöner Abschluss für unseren ersten Safaritag als Selbstfahrer.

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Wir verlassen den Addo Nationalpark durch das Tor im Süden und übernachten in einer Lodge in der Nähe von Colchester. Der Addo Elephant Park hat uns trotz Regen sehr gut gefallen, kann aber unserer Meinung nach nicht ganz mit den Nationalparks mithalten, die wir im späteren Verlauf der Reise noch besuchen. Einen Besuch war er für uns aber auf jeden Fall wert. Wir haben einige Spezies gesehen, die wir im späteren Reiseverlauf nicht wieder gesehen haben. Ich vermute aber, dass dieser Park aufgrund seiner Lage in der Nähe zur Garden Route und Kapstadt in den nächsten Jahren an Beliebtheit gewinnen wird. Morgen werden wir von Port Elizabeth nach Durban fliegen.
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201910. Juli 2019 · #13
8. Tag – Inlandsflug nach Durban und St. Lucia
Heute können wir entspannt frühstücken, da wir keinen großen Zeitdruck haben. Uns steht größtenteils ein Reisetag bevor. Nach dem Frühstück packen wir unser Gepäck wieder „flugfertig“ ein. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich das Gepäck während der Reise von der ursprünglichen Verteilung entfernt.

Die Fahrt zum Flughafen von Port Elizabeth ist wenig spektakulär. Auch landschaftlich sind wir nicht sehr angetan. Erst kurz vor dem Flughafen kommt wieder ein wenig Spannung auf, da sich die Tanknadel nach dem Tanken nicht bewegt und der Tank laut der Anzeige noch leer ist. Zusammen mit den Tankstellenmitarbeitern versuche ich dem Problem auf den Grund zu gehen, aber eine andere Lösung als „sanftes“ Klopfen am Display fällt uns nicht ein. Also fahren wir einfach weiter zum Flughafen und ich freue mich innerlich schon auf die Diskussion mit der Mietwagenfirma. Eine Quittung vom Tanken haben wir sicherheitshalber dabei.
Interessanterweise steigt der Pegel der Tankanzeige jetzt aber auf den restlichen 10 Kilometern zum Flughafen langsam an, so dass wir pünktlich zur Mietwagenabgabe einen voll aufgetankten Wagen vorweisen können. Da ist das Benzin wohl vom Himmel gefallen.
Zum Flug gibt es nicht viel zu sagen. Das Einchecken ist problemlos, wir fliegen mit South African von Port Elizabeth nach Durban. Unser Gepäck kommt zügig an und wir nehmen in Durban unseren zweiten Mietwagen der Reise entgegen. Witzigerweise wird es wieder ein Toyota Corolla in exakt der gleichen Lackierung wie auf dem ersten Teil unserer Rundreise.

Auf dem Weg nach St. Lucia, unserem Tagesziel, kommt langsam das von uns erwartete Afrika-Feeling auf. Ziegenherden werden über die Autobahn getrieben, Verkaufsstände direkt auf dem Standstreifen aufgebaut, wir sind nicht mehr in Europa. Das Gefühl verstärkt sich, nachdem wir von der Autobahn abfahren und uns St. Lucia nähern. Wir sind zufrieden.

Unsere Unterkunft in St. Lucia ist sehr schön, wir bekommen sogar ein Upgrade als die Gastgeberin erfährt, dass wir in unseren Flitterwochen sind. Nach einem Sprung in den Pool entscheiden wir uns noch an einem Hippo Cruise zum Sonnenuntergang teilzunehmen.

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Der Hippo Cruise gefällt uns ausgesprochen gut. Mit sinkendem Sonnenstand werden die Hippos zunehmend aktiver und verlassen schließlich auch das Wasser. Leider ist es zu diesem Zeitpunkt schon zu dunkel zum Fotografieren. In ganz St. Lucia ist man abends angehalten auch kleine Strecken mit dem Auto zu fahren. Die Tiere kommen in die Stadt und ich möchte im Dunkeln nicht überrascht werden.

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zuletzt bearbeitet 10. Juli 2019
158 Beiträge · seit 201610. Juli 2019 · #14
Hallo Tomlinson,
dein nicht näher identifizierter Kranich ist ein Blue Crane, Südafrikas Wappentier.
Ich vermute aber, dass dieser Park aufgrund seiner Lage in der Nähe zur Garden Route und Kapstadt in den nächsten Jahren an Beliebtheit gewinnen wird.
Dieser Park hat aufgrund seines Alleinstellungsmerkmal als Big5 Park im Gebiet Western/Eastern Cape schon eine extrem große Popularität und Buchungen, die nicht die absolute Nebensaison betreffen, sollten ausreichend weit im Voraus getätigt werden. 😐

Danke für den schönen Bericht. 🙂

LG
Kitty
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201910. Juli 2019 · #15
9. Tag – iSimangaliso Wetland Park
Morgens sehen wir auf der Straße die Hinterlassenschaften der Hippos der Nacht. Vorab haben wir für den heutigen Tag nur eine Turtle Tour zu den eierlegenden Schildkröten am Abend gebucht. Der Tag steht uns also zur freien Verfügung.
Wir entscheiden uns einen morgendlichen Gamedrive auf eigene Faust im iSimangaliso Wetland Park. Am Tor begegnet uns wieder ein Trupp Warzenschweine.

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Wie der Name schon vermuten lässt ist es feucht im Wetland Park und es gibt viel Wasser.

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Die Straßen sind trotzdem in einem guten Zustand und mit unserem PKW gut zu bewältigen.

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Nyalas und Büffel in der Ferne sorgen für Unterhaltung.

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Grüne Meerkatzen sind aktiver und unterhaltsamer als die Antilopen.

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Eine Duckerantilope im Gebüsch. Ich vermute einen Kap-Blauducker?

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Wir nutzen die Möglichkeit einen kleinen Spaziergang an die Küste zu machen. Der einsetzende Nieselregen treibt uns aber zurück ins Auto.

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Trotz des Regens setzen wir unsere Fahrt vor und fahren durch offene Graslandschaften. Eine Gruppe Büffel und eine Herde Gnus leisten uns Gesellschaft.

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Augen auf die Strecke, man weiß nie wer hier schwer bei der Arbeit ist.

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Kurz vor der Ausfahrt aus dem Park entdecken wir unsere ersten Nashörner des Urlaubs. Die zwei Breitmaulnashörner halten sich zwar fern von der Strecke und bleiben im Gras, werden uns aber später am Tag noch viel Freude bereiten.

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Nach unserer Mittagspause am Pool der Unterkunft werden wir von einem Safarijeep für die Turtle Tour abgeholt. Mittlerweile ist die Wolkendecke aufgebrochen und die Sonne taucht alles in ein herrliches Licht. Um zum Strand zu kommen, fahren wir wieder in den iSimangaliso und nutzen die Durchfahrt als kurzen Gamedrive. Ein Kudubulle samt Frau zeigt stolz seine Hörner.

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Unsere Nashörner sind während der Mittagspause wesentlich näher an die Straße gekommen und präsentieren sich jetzt im Abendlich. Laut Guide handelt es sich um eine Mutter mit Kalb und einen Bullen als Begleitschutz.

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Nachdem die Nashörner vor uns die Straße überquert haben, genießen wir noch ein wenig die Landschaft und den sich anbahnenden Sonnenuntergang.

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Am Strand angekommen lässt unser Guide Luft aus den Reifen und wir machen uns auf die Suche nach den Schildkröten.

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Die Schildkrötentour betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Wir fahren mit unserem Jeep über den einsamen Strand durch die Nacht und verursachen dabei einen Riesen-Lärm. Die einzige Schildkröte die wir entdecken, flüchtet im Licht der Taschenlampe direkt zurück ins Meer. Für uns hat sich die Tour allerdings schon aufgrund der schönen Nashornsichtung gelohnt.

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iSimangaliso konnte ich noch nicht in vielen Reiseberichten entdecken. Uns hat der Park sehr gut gefallen, obwohl wir nur den kleinen Teil am Südufer des Lake St. Lucia erkundet haben. Als Big 5 Reservat mit abwechslungsreichen Landschaften direkt am Indischen Ozean spreche ich hier eine klare Empfehlung aus. Mich würden weitere Reiseberichte interessieren, die den iSimangaliso besucht haben.
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201921. Sept. 2019 · #16
Nach beruflich bedingter Pause und einem zwischendurch erfolgten Namibia-Urlaub werde ich versuchen, den Reisebericht doch noch zu beenden. Ich hoffe ihr habt Spaß dran.
Themenstarter42 Beiträge · seit 201921. Sept. 2019 · #17
10. Tag St. Lucia zum Hhluluwe-Imfolozi Nationalpark

Heute verlassen wir nach einem schmackhaften Frühstück die Unterkunft in St. Lucia und fahren in den Hhluluwe-Imfolozi-Nationalpark. Nachdem man es geschafft hat, bei der Abfahrt in St. Lucia den Hippo-Hinterlassenschaften der Nacht auszuweichen ist der Rest des Transfers zum Park ein Kinderspiel.
Im Park stoßen wir jedoch das erste Mal an die Grenzen unseres Toyota Corolla. Die nicht asphaltierten Nebenstrecken haben teilweise einen so massiven Buckel, dass wir nach kurzer Zeit aufgeben und umdrehen. Mehrere Aufsetzer mit dem Unterboden möchte ich nicht riskieren. Wir halten uns also an die Asphaltstraßen und entdecken Büffel und Nashörner direkt neben der Straße.

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Auch die unerwartet hügelige Landschaft gefällt uns sehr gut.

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Schon vor dem Urlaub haben wir zwei Übernachtungen in der Honeymoon-Villa der Rhino Ridge Lodge geschenkt bekommen. Dies soll ein echtes Highlight in unseren Flitterwochen werden und wir freuen uns riesig auf unsere erste „richtige“ afrikanische Lodge. Für mich als Fahrer wird die Vorfreude allerdings durch die Anfahrt zur Lodge stark getrübt. Es geht über Stock und Stein und mir treten schnell die Schweißperlen auf die Stirn. Teilweise ist die Strecke so buckelig, dass wir mit unserem Auto nicht mehr mittig, sondern verschrägt auf der Seite des Buckels fahren müssen, um nicht aufzusetzen. Mit Geduld und zwei bis drei „Augen-zu-und-durch“-Momenten kommt die Lodge aber bald in Sichtweite.

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Der private Pool unserer Villa und der Empfang durch die freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter entschädigt für die Anfahrt und sorgt direkt für gute Laune. Ich notiere mir für Folgereisen, dass für diesen Teil von Kwazulu-Natal ein Fahrzeug mit mehr Bodenfreiheit besser geeignet ist.

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Auch aufgrund der Straßenverhältnisse bin ich sehr froh, dass wir in der Lodge unsere ersten 4 geführten Game Drives durchführen werden. Beim Lunch gesellt sich unser Guide David zu uns und stellt sich als sehr angenehme Gesellschaft heraus. Auch der Game Drive enttäuscht nicht und beginnt direkt mit einer tollen Nashorn-Sichtung.

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Impalas gibt es nicht nur im Krüger.

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Der deutsche Name für diesen Waran (ein Nilwaran?) ist mir entfallen. Mir gefällt diese Sichtung ausgesprochen gut, die Frauen im Fahrzeug sind erstaunlich abgeneigt.

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Elefanten werden uns im Hhluluwe immer wieder begegnen.

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Schlecht gelaunte Büffel genießen ein Schlammbad.

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Der Bestand an grauen Dickhäutern im Hhluluwe ist wirklich erstaunlich. Wir sehen in den kommenden Tagen eine sehr große Anzahl an Nashörnern und Elefanten.

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An einem schönen Platz zum Sundowner kommen wir mit David und einem britischen Paar ins Gespräch und unterhalten uns über die unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen von Beziehungen und der Ehe. Es entwickelt sich ein sehr kurzweiliges Gespräch, an dem meiner Meinung nach alle Beteiligten wirklich viel Spaß haben.
Nach dem Sundowner stoßen wir noch zufällig auf zwei Löwendamen die es sich entlang der „Hauptstraße“ durch den Park gemütlich gemacht haben. Ein wirklich gelungener erster Game Drive.

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Das Abendessen in der Lodge sprengt alle unsere Vorstellungen und ist wirklich sensationell lecker. Wir lassen es uns wirklich gutgehen. Bei der Rückkehr in unsere Villa erwartet uns noch eine Überraschung. Da ich bei der Buchung angegeben habe, dass wir uns in den Flitterwochen befinden hat die Lodge eine gekühlte Flasche Sekt bereitgestellt und das Himmelbett mit Rosen bestreut. Eine ganze Flasche Sekt zu trinken fällt nach Sundowner und Weißwein beim Essen allerdings aus. Wir sind absolut glücklich.
zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201921. Sept. 2019 · #18
11. Tag - Hhluluwe-Imfolozi Nationalpark (Der Vormittag

Der nächste Morgen beginnt früh. Wir treffen David beim Frühstück und er informiert uns, dass das britische Paar vom Abend sich für einen geführten Walk entschieden hat. Wir haben unseren Guide also ganz für uns. Schnell finden wir wieder Nashörner.

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Witzigerweise haben die Nashörner als Begleitung das britische Paar inklusive der Guides dabei. Es ist schon beeindruckend, wie nahe man den Tieren auch zu Fuß kommen kann.

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Nyalas finde ich ausgesprochen schön, auch wenn dieses Exemplar noch an seinem Ausdruck arbeiten muss.

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Ein Löwenmann ist da in der Modelausbildung schon weiter fortgeschritten.

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Nur an der Langzeitmotivation muss noch gearbeitet werden.

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Auf der Suche nach einem guten Platz für unseren Frühstückshalt werden wir „leider“ von einer Elefantenherde ausgebremst. Gerade das Tier mit dem Rüssel über den Stoßzähnen hat keine Lust uns vorbeizulassen.

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Es folgt ein großes Kino. Wir sind umzingelt von Elefanten, die sich überall im Busch befinden.

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David entscheidet sich zu wenden und einen anderen Weg zu versuchen. Der Rückweg wird uns allerdings jetzt auch von einem übel gelaunten Elefanten abgeschnitten, der unser Fahrzeug nicht begrüßt und anfängt mit Stöckern nach uns zu werfen.

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Durch seine Erfahrung gelingt es David jedoch, eine Lücke in den Elefanten zu finden. Wir fahren auf einen nahe gelegenen Hügel und genießen jetzt unsere Pause mit Blick auf die Elefantenherde. Es ist fotografisch schwer festzuhalten, aber im Busch verteilt sind geschätzt über 100 Elefanten unterwegs. Immer mehr Elefanten tauchen aus dem Grün auf.

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Nach der Pause entdecken wir noch eine große Herde Büffel. Man kann hier ganz gut erkennen, dass das Spotting im Hhluluwe in der Regenzeit sehr auf dunkelgraue „Steine“ fokussiert ist. Oftmals lässt sich erst durch das Teleobjektiv oder Fernglas erkennen ob wir gerade Nashörner, Elefanten oder Büffel beobachten.

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Zebras dürfen natürlich auch nicht fehlen.

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Kurz vor dem Tor zu unserer Lodge finden wir noch ein Löwenrudel. Auch unser zweite Game Drive geht sehr erfolgreich zu Ende.

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Den Nachmittag verbringen wir mit Faulenzen, Bildersichtung und Entspannen am Pool.
zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2019
Themenstarter42 Beiträge · seit 201921. Sept. 2019 · #19
11. Tag - Hhluluwe-Imfolozi Nationalpark (Der nachdenklich machende Nachmittag)

Das Leben kann echt anstrengend sein, denn nach Kuchen und Pool ruft bald der nächste Game Drive. David freut sich schon uns wieder zu sehen, denn bis jetzt haben wir uns gegenseitig viel Glück gebracht. Es steigt allerdings noch eine neue Gruppe aus vier deutschen Touristen hinzu und wir merken jetzt sehr, dass die Zusammenstellung eines solchen Fahrzeugs Auswirkungen auf den Spaß haben kann.
Wir haben schnell eine weitere Nashornsichtung. Dieses Mal reißt auch endlich die graue Wolkendecke ein wenig auf und sorgt für schöneres Licht.

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Es ist leicht vorzustellen, wer hier einen Zusammenstoß gewinnen würde.

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Wir finden eine weitere Elefantenherde.

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Ich finde es sehr schwer Elefanten fotografisch zu dokumentieren. Die Intensität des Duells zwischen diesen beiden jüngeren Elefanten kommt auf einem Foto einfach nicht rüber.

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Die älteren Tiere widmen sich währenddessen komplett unbeeindruckt der Nahrungsaufnahme.

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Nachdem wir aus der Ferne Büffel gesehen haben und jetzt auch noch Löwenmännchen finden, sind wir wieder einmal völlig zufrieden.

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Fünf Minuten später sind die Tiere praktisch nicht mehr zu entdecken, Timing ist alles.

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Jetzt merken wir jedoch die unangenehmere Seite der uns begleiteten Gruppe, die ich gerade für Vielreisende als Denkanstoß einmal wiedergeben möchte. Seit Beginn des Game Drive haben unsere vier Begleiter keine Zweifel daran gelassen, dass sie vielgereiste Afrika-Experten sind und sich von den uns gebotenen Sichtungen wenig beeindruckt gezeigt. Jede Geschichte oder Information die David auf Englisch erzählt, wird auf Deutsch kommentiert und danach oftmals auch mit einem Lachen quittiert. Aussagen wie: „Die Big Four waren ja das Standardprogramm, jetzt finde uns mal einen Leoparden“ mögen ja witzig gemeint sein, der Humor kommt aber zu mindestens bei David nicht an. Es ist wirklich schade zu sehen, wie der fröhliche und mitteilsame Guide der letzten zwei Game Drives, der auch so viele persönliche Geschichten mit uns geteilt hat, jetzt hier langsam seine gute Laune verliert. Als dann eine der mitgereisten Damen auch noch empört feststellt, dass ein Sundowner-Platz ohne feste Toilette geplant ist und wir zwanzig Minuten zu einem Picknickplatz fahren müssen, ist es um die Stimmung im Fahrzeug komplett geschehen.
Wir unterhalten uns nach der Ankunft an der Lodge noch eine Weile mit David, um ihm zu sagen wie glücklich wir mit den Game Drives sind. Man merkt aber, dass er echt geknickt ist. Auch für uns als Afrika-Neulinge ist es nicht unbedingt erfreulich gewesen zu hören, dass in anderen Nationalparks und bei früheren Urlauben „bessere“ und „spektakulärere“ Sichtungen gemacht wurden. Es hat für uns gerade den Reiz ausgemacht, dass David das Warzenschwein als sein Lieblingstier erkoren hat und wir uns mit ihm über jede Warzenschwein-Sichtung freuen konnten.
839 Beiträge · seit 201422. Sept. 2019 · #20
Hallo Tomlinson,

vielen Dank für Deinen schönen Bericht, der mich selber an einige unserer Touren erinnert... Unsere erste Reise ging von JNB quer durch's Land bis nach Kapstadt und uns hat nicht das vermeintliche "Highlight" Kapstadt am Ende berührt, sondern die "wilderen" Erlebnisse zuvor. Deshalb haben wir in den folgenden 4 S.A. Urlauben immer wieder JNB angesteuert und sind von dort aus gestartet, bis wir uns schließlich dran gemacht haben, auch den Westen des Landes zu erkunden... 😄

Besonders freut es mich jedoch eure gesunde Einstellung zu den Sichtungen beim Game Drive. "you see, what you see" wurde uns im ersten Urlaub von einem tollen Guide eingetrichtert und das hat sich bis heute unser Motto. Auf die Art von Gästen, die nur auf Sensationen aus sind (und Guides, die diese auf Gedeih und Verderb erfüllen), können wir dankend verzichten. 😈
Tomlinson2 schrieb:
iSimangaliso konnte ich noch nicht in vielen Reiseberichten entdecken. Uns hat der Park sehr gut gefallen, obwohl wir nur den kleinen Teil am Südufer des Lake St. Lucia erkundet haben. Als Big 5 Reservat mit abwechslungsreichen Landschaften direkt am Indischen Ozean spreche ich hier eine klare Empfehlung aus. Mich würden weitere Reiseberichte interessieren, die den iSimangaliso besucht haben.
Den iSimangaliso haben wir bereits 3x besucht und es gibt von der letzten Tour dorthin auch einen Bericht (siehe Fußzeile: KwaZulu-Natal...). Und wir hatten das große Glück, eine Schildkröte bei der Eiablage beobachten zu können - das lief damals im Verhältnis ziemlich gut organisiert ab, auch wenn uns die Gruppengröße etwas erschreckt hat.

So und nun bin ich bespannt, wie die weiteren Tage eurer Reise verlaufen sind. 😎 Und vielleicht folgt im Anschluss dann ja noch gleich ein Namibia Bericht?! 😗

Viele Grüße,
Nadja
2015 - 3 wunderbare Wochen im südlichen Namibia; 2016 - Krüger total - unsere Tour von Nord nach Süd; 2016 - KwaZulu-Natal - Ein Urlaub mit Höhen und Tiefen; 2017 - Zu viert durch die Karoo und Kap-Region; 2018 - Let's do it rustic - Kruger NP im April; 2018 - Winter in der Karoo - Frühling am Kap - Herbst 2018; 2018 - Unterwegs im Norden Namibias - Dezember 2018