Kleinode in Malawi

Reisebericht 99 Antworten · 21,6k Aufrufe · gestartet 03. Apr. 2019 von Rehema
Themenstarter546 Beiträge · seit 201825. Apr. 2019 · #61
Picco, Du bist goldig!
Jaja, da bin ich auch, und das mit gutem Internet...
...denn ich lebe ja beinahe am See...die Ausrede mit dem schlechten Internet kannst Du also vergessen!
Ich behaupte nicht, dass es am Bodensee nur schlechtes Internet gäbe. Ich habe nur das Problem, dass mir in dem Hause, in dem ich bin, keines zur Verfügung steht (ich bin darüber zwar etwas irritiert hier in deutschen Landen, aber dann gibt es Bilder eben erst wieder wenn ich zu Hause bin) Nur ein Telekom Hotspot wurde uns genannt - der aber nicht wirklich funktioniert. Also verbrate ich jetzt meine letzten mobilen Daten über mein Phone-Hotspot.
Aber weißte, was mir gerade aufgefallen ist? Meine nächste Fortsetzung, die ich schon fast fertig geschrieben hatte, enthält kaum Bilder, und deshalb stelle ich die jetzt doch noch ein! 😎
Themenstarter546 Beiträge · seit 201825. Apr. 2019 · #63
Fortsetzung des von freshy zähneknirschend benannten „Cliff-Hanger“s:

Nun bin ich Euch ja noch eine Fortsetzung schuldig:
Von dem Tag, an dem mein Nervenkostüm bis auf’s Äußerste strapaziert wurde!

Sunga Moyo – „Die Geschichte von….“ – nee, dann wäre ja die Hälfte schon verraten.
Nennen wir sie einfach nur:
„BIG Eye“

Da muss ich Euch aber bitten, von Eurem Anspruch an „hübschen Bildergeschichten“ hier im Forum abzusehen, denn das wird einfach eine GESCHICHTE. (Fast) Ohne Bilder. Die müsst Ihr Euch im Kopf dazu malen!!! (wie bei einem anständigen Buch eben….)

Also, da fuhren wir nach dem Schock von Tabeas Gehirnerschütterung also endlich vom schönen Kuti los weiter gen Norden. Alles beruhigte sich unterwegs zunehmend. Sie erbrach anfangs, wie gesagt, zweimal etwas, war noch sehr schlapp aber im Verlauf des Tages doch zunehmend wieder sie selbst.

Da wir ja keine so weite Etappe hatten, rollten wir schon gegen 3 Uhr nachmittags auf dem CampingPlatz in Sunga Moyo ein. Wunderbar! Dachte ich. Endlich mal Zeit, um so richtig gemütlich anzukommen!
Deshalb drehten wir es heute auch ausnahmsweise mal um: erst das Vergnügen, dann die Arbeit! Das Zelte Aufbauen konnte auch noch später geschehen, jetzt durften sich die Kinder erst mal ein Stunde am Strand austoben, und Clix und ich leisteten uns einen Kaffee im Restaurant, damit wir den Gaskocher nicht aus dem Auto zerren mussten (mein Essen war diesmal so geplant, dass wir den erst am nächsten Abend in Livingstonia brauchen würden).
Wie herrlich das war, hier auf der Terrasse zu sitzen und über den See zu blicken, in dieser Stille!

Der See zog Clix dann aber auch bald in seinen „spürbaren“ Bann, und auch ich folgte kurz danach. Ich debattierte noch mit mir, ob ich das Auto offen lassen sollte, aber das war mir dann doch nicht sicher genug denn außer uns war nur ein Franzose mit seinen Enkeln und seinem Landrover auf dem weitläufigen CampingPlatz.
(Stella behauptet, es wäre sicher, hier könne man alle Autos offen lassen. Aber ich behalte eben meine Prägung, in „Nairobbery“ aufgewachsen zu sein…. Und Vorsicht bleibt nun mal die Mutter der Porzellankiste!)

So zog ich, wie alle anderen auch, meinen Badeanzug an, steckte den Autoschlüssel in die (leider nur knöpfbare) Beintasche meiner Safarihose, wickelte diese mit meinem T-shirt etwas zusammen und trug das Päckchen runter zum See.
Die Kinder spielten vergnügt, buddelten im Sand oder jagten einander im See herum

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Ich legte mein Päckchen auf den Felsen ab und wanderte etwas am See entlang. Ich springe hier gerne von Stein zu Stein – es vermittelt mir ein Gefühl völliger Freiheit und Naturverbundenheit!

Aus irgendeinem Grunde wollte ziemlich bald jemand was aus dem Auto (ich weiß schon nicht mehr, was es war), doch als ich in die Tasche meiner Hose griff, war da kein Schlüssel mehr zu finden! 😮

Das konnte nicht sein – es war vielleicht doch das andere Hosenbein gewesen!? Auch nichts! 😣
Dann evtl. doch die normalen Hosentaschen? Rechts? Links? Nein! Nichts? Nun begann mein Herz etwas wilde Sprünge zu machen….
Dann vielleicht doch nochmal das Hosenbein rechts? Und das Bein links? Wirklich wahr jetzt???
Ich kann kaum beschreiben, wie heiß und kalt mir wurde!
Zunächst lief ich selber mehrmals den Weg vom Strand zum Auto ab. Mit geerdetem Blick:

Sunga-Z-Schlüssel3.jpg


Sunga-Z-Schlüssel1.jpg


Erst über Sand, dann Steine, und wieder Sand, dann grüner Rasen.
Der Autoschlüssel hatte ein leuchtend orangenes Bändel dran. Das musste doch in dieser Vegetation einfach zu sehen sein!?
Weit gefehlt: Nichts.

Mir ging die Düse! 🤢
Wir alle hatten lediglich unsere Badesachen an, ein paar Handtücher auf den Felsen liegen, und alles, ALLES andere Im verschlossenen Auto! Auch die noch nicht aufgebauten Zelte!!!
Das konnte doch nicht wahr sein?

Nun musste ich mir Hilfe holen und weihte Clix in das mittelprächtige Desaster ein!
So schnell gaben wir nicht auf – also liefen wir gemeinsam den Weg mehrmals auf und wieder ab. Nichts! Dieser Schlüssel inklusive des orangefarbenen Bändels blieb wie vom Erdboden verschluckt!

So langsam wurde es spät, die Sonne würde uns wohl in einer Stunde verlassen, und wir hatten nichts, wo wir schlafen konnten!!!!
IM Auto hatte ich sogar noch einen Zweitschlüssel. Also könnten wir sogar damit morgen noch weiter fahren. Aber wie um alles in der Welt sollte ich daran kommen? 😵
Wir gingen zu dem freundlichen Franzosen, der ein alter Afrikavagabund war, und baten um seinem Rat. Ob er wisse, wie man in einen Toyota Landcruiser einbrechen könne, ohne was kaputt zu machen?
Oh, nein, da wüßte er auch keinen Rat! In einen alten Landrover Defender – ja! Da käme man mit jeder Scheckkarte rein! Aber in einen Toyota Landcruiser – das ginge wohl kaum…..
Er gab sich alle Mühe, suchte erst auch einmal mit, schickte seine Enkel aus (meine Kinder waren auch schon alle mehrmals die Strecke abgelaufen….) und zermarterte sich das Hirn, wie wir ohne Flurschaden in unser eigenes Auto einbrechen konnten. Aber eine richtige Lösung wollte ihm auch nicht einfallen.
Das einzige, was uns blieb, war der Versuch, an den hinteren Schiebefenstern die Gummierung zu lösen, um dann evtl. mit einem Draht an die Fensterschließer zu kommen. Sehr kompliziert, und bei diesem Mechanismus mit wenig Hoffnung auf Gelingen, aber es war unsere einzige Chance!

Er machte sich also an meinem Auto zu schaffen, während ich Stella im Restaurant aufsuchte (sie war zur Zeit In Sunga Moyoy). Ob sie vielleicht noch eine Lösung wisse? (Stella fährt auch schon ziemlich lange Toyota Landcruiser…)
„Ach du meine Güte – Schlüssel – ja, da schick ich dir mal alle meine Angestellten, die sollen ausfliegen und suchen! Und: du musste eine Belohnung aussetzen! Das funktioniert am besten!
Ich hatte hier mal einen wichtigen Schlüssel verloren, da hab ich meine Leute auf die Suche geschickt – und nachdem ich ihnen einen Finderlohn in Aussicht gestellt hatte, war der Schlüssel in wenigen Minuten da!!!!“

Einen Finderlohn! 🤩 Auf diese Idee war ich vor lauter Sandkörnern und grünen Grashalmen vor meinen Augen irgendwie gar nicht gekommen, meine Nerven lagen inzwischen wirklich blank! Vielleicht noch eine halbe Stunde, und man würde die Sandkörner nicht mehr von Grashalmen unterscheiden können, und dann war es wohl auch mit einem orangefarbenen Bändel bald aus!
Für diese Idee war ich so dankbar! 😏 Immerhin doch noch ein Hoffnungsschimmer, dass wir nicht alle in Badehose im Gras schlafen mussten und morgen – tja, morgen dann immer noch nicht weiter wußten….. Wir hatten ja „nur“ noch ca. 2000 km nach Nairobi vor uns…..

Und siehe da – Stellas Trick funktionierte! Nach weniger als 10 Minuten, in denen die Campinganlage von sämtlichen Angestellten durchkämmt wurde, rief es irgendwo „I’ve got it!“
Ich konnte es kaum fassen! Ich habe selten in meinem Leben Momente mit besseren Nachrichten erlebt!!! 🤩 🤩 🤩
Dieses Gefühl, es würde „doch noch alles gut werden……“!?

Tatsächlich, einer der Angestellten drückte mir MEINEN Schlüssel in die Hand:
TOYOTA. Mit orangefarbenem Bändel.

Und noch besser: der Franzose hatte das Fenstergummi auch NOCH NICHT zerstört!!!! (ein bisschen musste ich es wieder zurechtquetschen, aber das zählt nicht!)
Und wieso war ich so eine blinde Kuh gewesen? Mamas, die zu Hause so ziemlich ALLES finden, wenn keiner in der Familie es mehr findet? (meine Kinder schauen mich dann immer unglaubwürdig an, so als wäre ich ein Wesen aus einer anderen Welt, dass ich DAS finden konnte!?)
Nun, ich hatte mich tatsächlich in dem Weg, den ich MIT Hose im Arm herumspaziert war, geirrt. Ich war felsenfest überzeugt gewesen, ich wäre nur die eine direkte Strecke MIT Hose langgelaufen, und hätte sie dann gleich unten am Strand abgelegt. Aber ich muss wohl doch den einen Schlenker an einer anderen Stelle noch mit Hose in der Hand gemacht haben, denn der Schlüssel wurde woanders gefunden, als ich gesucht hatte. Da war ich aber bei meinem Strandspaziergang auch langgelaufen gewesen…. Es war zwar zunächst verwirrend für mich, aber immerhin doch plausibel.
Also, wer hatte heute nun die Gehirnerschütterung gehabt???? 😗

Alle Angestellten freuten sich, und zeigten ihre Hochachtung ihrem Kollegen gegenüber – und von nun an nannten sie ihn „BIG Eye“!!!
Ich gab ihm die 10.000 versprochenen Malawi Kwacha (ca. 12 Euro – klingt wenig. Aber wenn man bedenkt, dass das wahrscheinlich ca. ein fünftel seines Monatslohnes war, vielleicht auch schon wieder zu viel???), und wir strahlten einander glücklich an!
Nun war also der Abend gerettet, die Nacht gerettet, und die Weiterfahrt auch!
Clix schonte mich und baute die Zelte mit den Kindern heute ohne mich auf. Ich genehmigte mir auf Stellas Terrasse ein kühles Bier, aber heute schien nichts mehr zu helfen. Ich habe mich selten nervlich so ausgelaugt gefühlt, und war einfach nur froh, als ich IM ZELT (im Nachthemd, nicht im Badeanzug!!!) endlich in einen unruhigen Schlaf fallen konnte!

Am nächsten Morgen, bevor wir abfuhren, kam „BIG Eye zu mir, und erzählte mir strahlend, dass er gestern seiner Mutter gesagt habe, dass er jetzt endlich die lange versprochenen Stromkabel in ihre Hütte verlegen könne – dank des Finderlohnes!
Sie wäre SO glücklich und ließe mir Danke ausrichten!

Ich habe selten in solche dankbaren und ehrlichen malawischen Augen geblickt.
Ich weiß nicht, was sich an dieser Begebenheit tiefer in mein Gedächtnis gegraben hat:
Meine innere Panik an diesem Tag, oder die Begegnung mit BIG Eye.
Dankbarkeit kam uns in Malawi sehr selten entgegen. Immer wieder Forderungen, Forderungen. Dies hier war so anders! Dass er überhaupt nochmal zu mir kam und mir erzählte, wofür er das Geld nun benutzen würde!
Und dazu diese zutiefst strahlenden, dankbaren Augen dabei - ich werde das nie vergessen!
Zitierenzuletzt bearbeitet 25. Apr. 2019Original ↗
85 Beiträge · seit 201226. Apr. 2019 · #64
Hallo Antje,
auch wenn der Schlüsselverlust für dich verständlicherweise extremen Stress hervorgerufen hat ist es dennoch eine sehr schöne Geschichte mit einem Happy End für alle Beteiligten. Die dankbaren und ehrlichen Augen von BigEye wirst du wahrscheinlich niemals mehr vergessen und die Stromkabel in der Hütte seiner Familie werden über lange Jahre für Freude sorgen. Wie schön, dass es Menschen wie BigEye gibt....
Themenstarter546 Beiträge · seit 201809. Mai 2019 · #65
Hallo Ihr Lieben,
will nur kurz die lange Pause erklären. Ich hänge aktuell drin mit einem blöden Bandscheibenvorfall (okey, schlechte Formulierung - gibt es nette Bandscheibenvorfälle? 🙄 )
Wenn ich wieder besser am Stück sitzen kann, geht es weiter....
Antje
6'360 Beiträge · seit 201110. Mai 2019 · #66
Hoi Antje

Na dann schieb das Teil vor den Vorfall zurück!
Wofür bist Du Ärztin? 😎 😉 😈

Nein, im Ernst: Gute Besserung!!!
86 Beiträge · seit 201214. Mai 2019 · #67
Hallo Antje,
du hast eine PM
Grüße Ulrike
Themenstarter546 Beiträge · seit 201823. Mai 2019 · #68
Kurze Zwischenmeldung:
Erstens: ich kann wieder Auto fahren (mein rechtes Bein war betroffen...) und werde ohne OP hin kommen. Es geht mir viel besser, und eigentlich wollte ich jetzt diesen thread fortsetzen.... ABER:
Zweitens: der Startschuß für Tanzania ist gefallen - wir dürfen wirklich nochmal ausreisen! Jetzt wird es wieder mal sportlich, aber wir machen das zum Glück nicht zum ersten Mal und sind schon recht gut aufgestellt. Ich werde diesen thread dennoch fortsetzten - nur vermutlich nicht in ganz dem Tempo, das ich mir mal vorgenommen hatte....
Für heute GUTE NACHT! 😉
Antje
761 Beiträge · seit 201023. Mai 2019 · #69
Super, Antje!
Ich freu mich für Dich/ Euch! 🙂

LG Doro
Themenstarter546 Beiträge · seit 201830. Mai 2019 · #70
So, Ihr Lieben, ich melde mich zurück aus der Versenkung! 😎
Und werde den nächsten Teil hoffentlich in der kommenden Stunde eingestellt haben!
Wir kehren noch einmal zurück an den See, nach Sunga Moyo, bevor wir noch andere Teile Malawis erkunden werden. Ich hoffe, Ihr kommt nach dieser Pause gut ausgeruht nochmal mit!? 😄
Antje
Themenstarter546 Beiträge · seit 201830. Mai 2019 · #71
Regenzeit in „Sunga Moyo“

Wie oft wir in Sunga Moyo waren, weiß ich nicht. Jedenfalls in allen Jahreszeiten.
Am schönsten ist es in der Trockenzeit – (ich campe nicht gerne bei Regen…) Heftigste Gewitter haben uns hier schon aus dem Schlaf gerissen, wenn ein Blitz gefühlt neben unseren Zelten einschlug! Das ist nicht gerade das, was ich favorisiere – und auch nicht, wenn sich das Innere von Zelten in den See persönlich verwandelt, wie einmal, als wir als zweites Zelt ein mangelhaftes ausleihen mussten (da unser altes aber bewährtes Tatonka-Zelt leider nur noch halb vollständig von einem Schulwochenende zurück kam….) .

Wir waren aber auch nicht die einzigen, die wir in Sunga Moyo auf dem Zeltplatz in der Regenzeit schon davonschwimmen sahen, und verglichen mit anderen, hatte uns es uns damals noch glimpflich erwischt! (Es geht eben nichts über vernünftige, dichte Zelte!!!!)
Aber die Regenzeit ist ja meist gnädig mit einem, und irgendwann lacht auch die Sonne wieder, so dass man seine Sachen trocken kriegt!
Und wenn’s mal gar zu lange unfreundlich ist, kann man sich auch ins Restaurant zurück ziehen und dort irgendwelchen anderen Beschäftigungen frönen:

Sunga-Regen.jpg


Aber auch die Regenzeit hat ihre besonderen Seiten: Die Luft ist klarer, die Farben noch intensiver:

Sunga-Regen2.jpg


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Am anderen Ufer sieht man bei dieser klaren Luft die Berge Tanzanias - nee, T'schuldigung, hier ist es noch Mozambique -
TZ ist es erst ab Höhe Nkhata Bay!


Die vielen Mangobäume auf dem Campingplatz strotzen nur so von reifen, saftigen Früchten! Sie sind zwar etwas unangenehm zu essen, da klein und faserig, aber ihr Geschmack ist unbestechlich süß und intensiv!
Wer sie nicht auf die „afrikanische“ Art essen mag, geht eben ins Restaurant und kauft sich frisch gepressten Mangosaft! Das kriegt der Koch in der Regel auch ohne Stellas Anwesenheit hin!

Über Silvester sind Stella und Fred in der Regel mehrere Wochen in Sunga Moyo und bereiten neben täglicher Küche im Restaurant auch immer ein besonderes Silvester Essen:
Fred grillt ein Spanferkel, dazu gibt es noch andere Leckereien, und wer sich vorher anmeldet, nimmt am gemeinsamen Essen teil. Das wird ganz entspannt gehandhabt – man kann hier Gemeinschaft genießen, oder sich zurückziehen, ganz wie jeder möchte.
Wir haben es aber auch genossen, dass im Dezember immer einige andere Camper da sind (oft waren wir ganz alleine auf der Wiese – ist auch schön!), und wir haben dort mehrfach sehr interessante Leute kennen gelernt!

Am Ende der Regenzeit gibt es über dem See aber noch ein ganz besonderes Schauspiel zu beobachten:
Die Wanderung der Mücken-Schwärme!

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Ja, wer genau hin schaut, wird wahrnehmen, dass es sich hier um zweierlei „Wolken“ handelt: im oberen Teil die „normalen“, und unten, über dem See, eher bräunlich gefärbt – das sind alles Mücken!

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Oder sind es im eigentlichen Sinne sogar Fliegen? Ich weiß es nicht genau, jedenfalls sind es, soweit meine Information, nicht Malaria-(Anopheles)Mücken!!!

Das Schauspiel wirkte zunehmend bedrohlicher – zumal auch die dunklen Regenwolken näher zogen:

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Dreimal konnten wir dieses unwahrscheinliche Naturschauspiel bisher beobachten: einmal in Tanzania, vom nördlichen Zipfel des Malawi-Sees aus (in Matema), einmal auf der Fahrt nach Sunga Moyo (da fuhren wir neben dem See sogar mit dem Auto durch einen Schwarm hindurch! Wahnsinn! Da sieht man fast nix mehr!!!), und einmal in Sunga Moyo selbst, wie in den hier gezeigten Aufnahmen festgehalten.

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Ein weiteres Haustier nahmen wir später ebenfalls von Sunga Moyo mit – ein Jack Russel Welpe. Die „Fleischwurst“, wie mein Mann ihn erst lange nannte (wir mögen lieber große Hunde – und hatten zu der Zeit zwei Rhodesian Ridgeback Mischlinge). Doch es gelang seinem eigenartigen Charakter doch noch, alle Herzen in unserer Familie zu erobern!

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("Früh übt sich, wer ein Meister werden will!")

Er wird für uns immer verbunden bleiben mit "Sunga Moyo"!

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Abschließend zu diesem schönen Ort noch einige Impressionen:

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Wer die Augen aufmacht, kann auch an Kleinigkeiten seine Freude haben:

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Oder impressionistische Bilder festhalten:

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Zitierenzuletzt bearbeitet 30. Mai 2019Original ↗
1'003 Beiträge · seit 200830. Mai 2019 · #72
Hallo Antje,

Alles Gute für Euch in Tansania und guten Umzug!
Bin gespannt, wie es Euch dort gefällt.
Viele Grüße
Doro
Themenstarter546 Beiträge · seit 201801. Juni 2019 · #73
Und nochmal einige Kormorane – da ich mich bei den Bildern nicht entscheiden konnte, dafür ein extra Beitrag:

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Dann kommen noch einige Freunde angeflogen....

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.....und trocknen nach Wasserladung ihr Gefieder....

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Weiter geht’s dann im nächsten Beitrag mit ein paar Hinweisen zu anderen Orten am See, bevor wir uns wieder dem Inland zuwenden.
Themenstarter546 Beiträge · seit 201801. Juni 2019 · #74
Weitere Unterkünfte am See:

Das wird jetzt etwas “textlastig” 🙄 – ist sozusagen ein kleiner Ausflug in meinen privaten “Reiseführer”. 😎
Selbstverständlich gibt es neben Sunga Moyo noch zahlreiche andere Unterkünfte und schöne Orte am Lake Malawi!
Von Norden nach Süden einige Hinweise:

Am Fuße der Livingstonia Mountains ist bei vielen noch beliebt die „Chitimba Beach Lodge“/“Chitimba Camp“. Es bietet Camping -Möglichketen sowie einfache Dorm rooms, Single- oder Twin-Chalets sowie etwas luxuriösere En-Suites zu sehr bodenständigen Preisen. Self-Supply sowie Bar und Restaurant.
Etwas weiter südlich gelegen ist Nkhata Bay, welches ich schon am Anfang erwähnt hatte. Hier befindet sich ein großer Hafen, von wo aus man sowohl nach Tanzania übersetzen als auch Inseln wie „Likoma Island“ erreichen kann
Nkhata Bay selber ist ein quirliger Ort, in dem man viele „Absteigen“ findet, die insbesondere BackPackern entsprechen. Meist sind diese Unterkünfte begleitet von lauter Musik. Doch gibt es hier auch Möglichkeiten zu schnorcherln und zu tauchen, da der Strand hier nicht flach ist, sondern es schnell in die Tiefe geht.

Folgt man der „Lake Road“ nach Süden, gelangt man nach Chinteche.
Wir haben uns hier bei unserem ersten besuche etwas umgeschaut, waren aber von den anderen Unterkünften nicht sehr angetan:
Das recht bekannte „Chinteche Inn“ 😵 hat zwar einen langen Sandstrand, aber ich persönlich finde diese Lodge etwas stillos und langweilig, und das Essen dort im Restaurant war auch nicht so der Brüller….
Im “Flame Tree” 🙁 kann man sowohl zelten als auch kleine, einfache Zimmer nehmen und in einem recht simplen, afrikanisch gehaltenen kleinen Restaurant einfach Speisen bekommen. Die Anlage ist eigentlich recht schön, unter vielen Flame Trees und mit grüner Wiese, aber die Unterkünfte luden zumindest uns nicht zum Verweilen ein.
Etwas südlich von Sunga Moyo gelegen findet man noch etliche Resorts – darunter die beiden noch sehr lohnenswerten „Kande Beach“ 🙂 und „Makuzi Beach“ 🙂 . Beide bieten sowohl Camping als auch kleine Unterkünfte und soweit mir bekannt auch Restaurant/Bar.
Wer sich das „Kachere Kastle“ 😣 erwählt, muss jedoch meiner Meinung nach einen sehr eigenen Geschmack mit Bedürfnis nach „Festungs-Gefühl“ haben…..

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Weiter gen Süden sind verstreut immer wieder mal Resorts zu finden.
Wir schlugen unsere Zelte einmal noch in der sehr schönen und ebenfalls zu empfehlenden „Ngala Beach Lodge“ 🤩 etwas nördlich von Dwangwa auf. Voll im Regen damals – deshalb kann ich Euch keine Bilder bieten.
Die Besitzer sind Südafrikaner und haben hier ebenfalls ein kleines Schmuckstück erschaffen.
Die Lodge bietet ein sehr hübsches, rustikal gestaltetes Restaurant mit kleinem Pool, dazu sehr hübsche kleine Cottages.
Campern steht eine sehr große Wiese unter schönen schattigen Bäumen sowie saubere Abolutions zur Verfügung.
Der Strand ist weitläufig und sandig. Hier gilt jedoch zu bedenken, dass eine Flußmündung in der Nähe ist, und man im See nur in der Trockenzeit schwimmen sollte, da sich in der Regenzeit Hippos und Krokodile auch in Strandnähe im See tummeln!!!
In Dwangwa gibt es einen Airstrip, weshalb hier der Zugang zu „Notfall-Ausgeflogen-werden“ gut ist! (Ääääh – das schreibe ich jetzt nicht wegen der Hippos und Krokodile 😮, sondern weil die Besitzer mir sagten, dass das ein Kriterium für ihre Standortwahl gewesen ist....)

Noch weiter südlich findet man die recht bekannte „Nkhotakota Pottery Lodge“ 😏 .
Camping Platz, einfache Unterkünfte sowie ein Restaurant wurden zuletzt von deutschen Pächtern wieder neu gestaltet. Beliebtes Ziel auch für Familien, zumal man zumindest früher noch in der Töpferei auch „mitmischen“ durfte. Wie das heute ist, weiß ich leider nicht.
Nicht weit von hier zweigt auch die Zufahrt zum Nkhotakota Wildlife Reserve ab (es lohnt sich trotz Bemühungen durch „African Parks“ zur „Wiederbelebung“ immer noch nicht…. Siehe Annicks Reisebericht….).

Leider nie dort gewesen, aber von allem, was ich höre ebenfalls sehr schön müssen Resorts in und um Salima herum sein. Ihr erinnert Euch – hier befindet sich auch der kleine Juwel „Kuti“!
Salima scheint einige schöne und preiswerte Unterkünfte/Camping-Möglichkeiten im unteren Preissegment zu bieten. Meist nicht ganz so idyllisch wie Sunga Moyo, aber wer eben auch mal gerne eine Bar oder ein Restaurant dabei hat, oder Beach Volleyball spielen möchte, außerdem keinen weiten Weg in die lokale Stadt und zum Markt haben möchte, der wird sicher in Salima fündig! 🙂 😎

Die allerdings beliebteste und touristisch meist frequentierte Ecke des Lake Malawi bleibt wohl Monkey Bay / Cape Mc Lear!
Weit im Süden des Sees gelegen, wo das Land eine Zunge in den See hinein streckt, liegen die bekanntesten See-Resorts Malawis.
Aufgrund der Landzunge ist es hier möglich, nicht nur den Sonnenaufgang, sondern eben auch den SonnenUNTERGANG über dem See zu bestaunen:

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Die Zufahrt ist über zwei Straßen – entweder von Süden (von Mangochi, Liwonde und Zomba aus) kommend, oder von Westen (von der Lake Road) kommend, möglich.
Die Straße ist, wie die meisten in Malawi, weitgehend einsam

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Mal begegnen einem Kühe oder Ziegen

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und die Landschaft ist geprägt von der in Malawi allgegenwärtigen Subsistenzwirtschaft und einzelnen der Abholzung trotzenden Baobabs

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sowie Hügeln in der Ferne

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Nähert man sich auf der Straße diesem Ort, kann man sich vor Schildern zu Resorts aller Couleur kaum retten:

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Hier kommen auch Taucher voll auf ihre Kosten!
Uns zog es, nachdem wir einmal Sunga Moyo entdeckt hatten, nie hierher. Doch gute Freunde wollten hier mit uns noch gemeinsam ein paar Tage „Abschied von Malawi“ verbringen, weshalb ich Euch immerhin zu dem sehr schönen „Eagle’s Nest“ 😎 🙂 🤩 einige Bilder zeigen kann:

Man gelangt zum Eagle‘s Nest ab dem Schilderwald über eine Staubstraße,

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fährt dann mitten durch engste Gassen eines Dorfes, und findet sich am Ende der Stra0ße plötzlich auf dem Parkplatz dieses hübschen Resorts wieder!
Eagle’s Nest liegt in einer Biegung dieser Landzunge

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Fortsetzung folgt sofort....
Zitierenzuletzt bearbeitet 01. Juni 2019Original ↗
Themenstarter546 Beiträge · seit 201801. Juni 2019 · #75
Eagle's Nest

Man sieht hier die unmittelbare Nachbarschaft des Dorfes

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Das scheint aber kein Problem zu sein, es ist nicht besonders laut und die Menschen sind zu Besuchern freundlich.

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Das Resort bietet am Ende, wo die großen Felsen liegen, einen Campingplatz. Dieser hat jedoch nur begrenzt Stellflächen und scheint v.a. in der Hochsaison immer wieder ausgebucht zu sein. Wer zu solchen Stoßzeiten kommt, meldet sich sinnvollerweise vorher an!

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Hier hat das Wasser erstaunliche Felsformationen erschaffen:

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Unsere Freunde hatten sich ein kleines Chalet gebucht und mit den sehr freundlichen und unkomplizierten Besitzern aushandeln können, dass wir sowie ihre eigenen 2 Kinder unsere Zelte zwischen den Chalets aufstellen durften (da der Camping Platz ausgebucht war!)

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Da die Chalets um uns herum frei waren, durften wir sogar in einem davon die Toilette/Bad nutzen, (um uns den etwas weiteren Weg zu den nahe des Campingplatzes gelegenen Ablolutions zu sparen):

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Teilweise bekochten wir uns auf unserem Gaskocher selber vor den Hütten,

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von dort Blick nach rechts:

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Und Blick nach Links:

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Und teilweise genossen wir die Gastfreundschaft des kleinen, hübschen Restaurants. Das Essen schmeckte dort vorzüglich!

...geht gleich noch weiter....
Themenstarter546 Beiträge · seit 201801. Juni 2019 · #76
Die Anlage bietet außerdem Beach Volleyball:

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diverse Bootsfahrten:

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Spielen im Sand:

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Schwimmen und Toben im Wasser:

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Sowie kontemplatives Stunden, ob bei Tag oder bei einkehrender Nacht

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Alles in Allem:
Ein Ort zum Umarmen!!!! 🙂

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1'003 Beiträge · seit 200802. Juni 2019 · #77
Hallo Antje,

Der Malawisee steht auch ganz oben auf meiner Liste, aber mich schreckt etwas die Bilharziosegefahr. Wie ist denn Eure Erfahrung damit?
Das soll nur am Ufer sein und nicht auf den Inseln, stimmt das? 😵
Vielen Dank
Doro
105 Beiträge · seit 201603. Juni 2019 · #78
Hallo Antje,

im Eagles Nest habe ich die letzten 1 1/2 Tage/ 2 Nächte meines Malawi-Urlaub verbracht, der Ort ist wirklich ein Traum. Und wenn nicht alle Häuschen von innen gleich aussehen, dann hatten wir wohl auch die gleiche Hütte.
Die Leute dort sind alle sehr freundlich, besonders die Kinder, wir sind durch das kleine Dorf bis zum nächsten Ort gelaufen und am Wasser in der Abenddämmerung durch die ganzen Fischerboote wieder zurück - ein wunderschöner Spaziergang und kein betteln oder so und auch keine aufdringlichen Verkäufer.
Wir waren am Morgen beim Frühstück, da kam ein Fischerboot ans Ufer, der Koch wurde gerufen, er hat dann Fisch gekauft, den haben wir dann Abends gegessen. Frischer und regionaler geht es nicht und er war auch super lecker zubereitet.
Auf den Felsen auf der einen Seite der Anlage habe ich gelegen/gesessen und abseits von allem meine Reiseerlebnisse sacken lassen und den letzten Sonnenuntergang des Urlaub genossen. Für mich der perfekte Abschluß meiner Reise.

Danke das du hier so ausführlich schreibst. Auch wenn ich nicht immer poste, ich lese immer mit.

Viele Grüße Cora

An Doro,
um Bilharziose habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht und mich nach meiner Rückkehr testen lassen (Blut + Stuhl) zum Glück alles gut. Das Wasser vom See kannst du eh nicht vermeiden, auch wenn du nicht baden gehst, denn in vielen Anlagen kommt auch das Duschwasser vom See, wurde mir vor Ort gesagt.

Viele Grüße Cora
Themenstarter546 Beiträge · seit 201805. Juni 2019 · #79
Hallo Doro, und alle, die in diesem Zusammenhang die berechtigte Frage nach BILHARZIOSE stellen:

Also, die Frage nach dem "Schwimmen oder nicht schwimmen im Malawi-See" kann ähnliche Diskussionen auslösen wie die Frage nach welcher, wie lange und ob überhaupt Malaria-Prophylaxe....

Insofern schicke ich gleich mal voraus: das, was ich jetzt schreibe, ist unsere PERSÖNLICHE Meinung dazu!
Und KEINE offizielle tropenmedizinische Empfehlung!!!

Wir sind sehr oft im See geschwommen. Alle in der Familie. Und haben nie Bilharziose bekommen.
Allerdings sind wir in Gebieten baden gegangen, wo berichteter Maßen die Bilharziose-Gefahr äußerst gering ist. Das ist nämlich unterschiedlich je nach Ort!
Der Norden (z.B. um Chinteche herum) soll Bilharzia-frei sein - ebenso die Inseln! Was damit zusammenhängt, dass es dort quasi nur Sand und Steine gibt, und kein Gras (in dem sich die Schnecken tummeln, die Bilharziose übertragen).

Am meisten verbreitet ist Bilharziose wohl weiter im Süden (Monkey Bay usw.) - was allerdings das Ziel für die meisten Touristen ist!

Zu Nkhotakota habe ich eigentlich auch gehört, es soll frei sein, aber wir kennen Freunde, die sich vermutlich dort eine Bilharziose geholt haben.

Auch am nördlichen Zipfel, in Tanzania (Matema) waren wir immer wieder über Jahre hinweg schwimmen. Dort soll es auch keine geben. Allerdings behauptete der Arzt eines Freundes in Deutschland, alle seine Bilharziose-Fälle wären Touristen, die sie aus Matema mitgebracht haben müssen.

Es ist aber weiterhin fraglich, ob man sich immer so genau erinnern kann, wo man überall mal Kontakt zu Wasser hatte - denn man kann es auch bekommen, wenn man über ein Ufer im Sand läuft...oder wie Du, Cora, erwähntest, auch mal durch aus dem See gepumptes Duschwasser. Evtl. auch in einem Fluss.... und vielleicht denkt man darüber dann nicht nach?

Ergo was tun????
Das muss jeder selbst entscheiden. Es gibt in Malawi lebende Expats, die nie einen Fuß in den See setzten - und andere, die ständig darin baden.....
Da uns sowieso das Bilharziose-arme Chinteche am besten gefiel, hielten wir das Risiko für gering.
Außerdem kann man "blind" 10 Wochen danach eine Einmaldosis Praziquantel zu sich nehmen (wenn man das In Europa kauft, ist es irre teuer. Wenn man es in TZ oder Malawi kauft, kriegt man es für nen Appel und n Ei!). Hierzu sollten Laien aber lieber doch einen Arzt befragen.

Meine persönliche Empfehlung - Über den Daumen gepeilt:
Wer sich das Baden nicht nehmen lassen will (würde ich mir nicht nehmen lassen!!!! Soooo schön dort!) meidet am besten Orte mit Flussmündungen und sucht sich möglichst sandige oder felsige Gegenden aus, bevorzugt im Norden Malawis oder geht auf eine der wohl sehr schönen aber leider auch teuren Inseln!

Und wer noch NIE Praziquantel genommen hat, kann sich auch einige Wochen nach dem Badeurlaub einem kleinen Bluttest auf Antikörper unterziehen – und wenn die negativ sind, haste’s eh nicht gekriegt!

Soweit meine persönliche Meinung.

Dann folgt jetzt noch ein kleiner Ausflug zu den Inseln, und dann ist auch mal wieder Schluss mit dem See!!! 😏
Themenstarter546 Beiträge · seit 201805. Juni 2019 · #80
Inseln im Lake Malawi

Es gibt im Lake Malawi einige große bekannte (Likoma Island) und zahlreiche kleinere Inseln, die touristisch erschlossen sind.
Ich weiß dass z.B: die „Blue Zebra Lodge“ auf einer der kleinen Inseln in der Nähe zu Salima sehr schön sein muss. Natürlich haben solche exklusiveren Orte aber auch ihren Preis.
Es gibt auch noch weitere – wen das interessiert, der sollte sich da einfach selber mal schlau machen, was für ihn in Frage käme.

Likoma Island – 5 km vor Mosambiks Küste. 5 bis 6 h per Boot, kleinere oder auch mit den Großen, der „MV Ilala“ oder der „MV Chambo“ von Nkhata Bay aus
Likoma blickt zurück auf eine vielfältige Geschichte, beeinflusst von Bantu-Migration, manche davon angetrieben durch Shaka Zulus brutales Vorgehen gegen andere kleinere Stämme, sowie Sklavenhandel, Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen auf dem Festland ebenso wie mit weißen Siedlern.
Mit der dortigen Gründung ihres Hauptquartiers folgte 1885 die anglikanische Kirche einem alten Aufruf David Livingstones.
„St. Peter’s Cathedral“ steht noch heute und ist eines der wenigen geschichtsträchtigen baulichen Attraktionen in Malawi.
Da ich selber nie dort war (ich habe kein großes Interesse an einer 6-stündigen Bootsfahrt), kann ich Euch davon leider keine Bilder präsentieren.
Wegen dieser britischen Besiedlung wurden Likoma und ihre Schwester-Insel Chizumulu nach dem 2. Weltkrieg Malawi zugeordnet und nicht Mosambik, obwohl die beiden Inseln in Mosambiks Hoheitsgewässer liegen.

Schnorcheln und tauchen ist auf allen Inseln beliebt – da gibt es viele verschiedene Angebote.

Hiermit schließe ich das Thema Lake Malawi ab – mit ein paar letzten, schönen Bildern

Sunga-Z-Impr3-1.jpg


S-Sunrise3-2.jpg




Sunga-2.jpg



Und ich sag nur: 😎

Sunga-Camp4-3-2.jpg
Zitierenzuletzt bearbeitet 05. Juni 2019Original ↗
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