Malaria im Okovangodelta

14 Antworten · 5'982 Aufrufe · gestartet 02. Mai 2018 von altwegmi
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Themenstarter17 Beiträge · seit 201802. Mai 2018 · #1
Hallo, wir sind Anfang Juni für 10 Tage im Okovangodelta (kommend über den Caprivistreifen) unterwegs.

Unser Tropenärztin hat uns „nur“ ein Standbymittel empfohlen. Nun lese ich aber allenthalben, dass eine normale Prophylaxe sinnvoller wäre und bin mittlerweile etwas verunsichert.

Bitte um Eure Erfahrungen bezüglich Mückenbelastung zu dieser Jahreszeit. Besten Dank.
36 Beiträge · seit 201502. Mai 2018 · #2
Hallo,
Wir sind Ende Mai Anfang Juni in der selben Gegend unterwegs und mir wurde die Prophylaxe empfohlen, die Beratung fand auch bei einem Tropenarzt statt.
Es ist wie so oft 2 Ärzte 2 Meinungen aber ich fühle mich mit der Prophylaxe auch wohler zumal ich schon mal Malerone eingenommen habe und glücklicherweise keine Nebenwirkungen hatte.
Wie auch immer keine Prophylaxe ersetzt die normalen Sicherheitsmaßnahmen.

Ich wünsche euch einen tollen Urlaub.

Grüße aus München
Roland
349 Beiträge · seit 201302. Mai 2018 · #3
Sehr geehrte Frau Altwegmi,

es ergibt Sinn, einen Sicherheitsgurt bereits vor einem Unfall anzulegen und nicht, einen dabei zu haben.

Wenn Ihr Hausarzt also aufgrund Ihrer persönlichen Gesundheitsgeschichte keine Einschränkungen sieht, dann die empfohlene Prophylaxe nehmen. Da die Inkubationszeit für Malaria-Erkrankung 7-14 Tage, bis zu 6 Monaten beträgt, landen Sie mit den Symptomen ( schwere Grippe ) zumeist auch wieder bei Ihrem Hausarzt.

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
http://www.bwana.de http://www.facebook.com/Namibia.Reisen http://www.paulgraetz.de
50 Beiträge · seit 201502. Mai 2018 · #4
Hi zusammen,

wenn du die Forumsuche benutzt, wirst du schnell feststellen, dass dieses Thema ein Dauerbrenner ist. Ebenfalls wird deutlich, dass es keine "richtige" oder "allgemeine" Lösung gibt.

Hier ein kleiner Auszug, um dir einen Überblick zu verschaffen:

Klick

Klick

Klick

Klick

Klick

Klick

Klick

Ansonsten kann ich sagen, dass ich ebenfalls Ende Mai/Anfang Juni dort sein werde und wir uns wieder gegen die Prophylaxe entschieden haben. Der Grund dafür ist, dass wir die Gefahr von Nebenwirkungen als größer einschätzen, die Prophylaxe auch keine Sicherheit gibt und es uns auch nicht empfohlen wurde. Jeder muss das für sich selber beantworten.

Viele Grüße und schöne, malariafreie Reise 🙂
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2018
Themenstarter17 Beiträge · seit 201802. Mai 2018 · #5
Ich bedanke mich für die Antworten, darf aber dazusagen, dass meine konkrete Frage lautete: „Gibt es Erfahrungswerte zur Mückenbelastung im Delta Anfang Mai“.

Die Entscheidung zwischen Standby und Prophylaxe muss ich in jedem Fall selber treffen und hier habe ich auch im Vorfeld über die Suchfunktion recherchiert.

Zur Prophylaxe bevorzuge ich übriges Doxicylin - vor allem weil man damit nicht auch noch die problematische Resistenz des Malariaerregers begünstigt. Auch wenn die lange Einnahmedauer zugegeben etwas lästig ist. Die Sonnensensibilisierung ist mir hingegen völlig egal - bin sowieso Sonnenbrandgefährdet und muss entsprechend vorsorgen.
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2018
Gast02. Mai 2018 · #6
altwegmi schrieb:„Gibt es Erfahrungswerte zur Mückenbelastung im Delta Anfang Mai“.
siehe https://www.facebook.com/BotswanaGovernment/posts/1654358287980156
....also straight from the horse's mouth 😗
Aber fällt dir die Entscheidung jetzt leichter?
Grüße
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2018
59 Beiträge · seit 201602. Mai 2018 · #7
Siehe unten
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2018
59 Beiträge · seit 201602. Mai 2018 · #8
suedbummler schrieb:
Der Grund dafür ist, dass wir die Gefahr von Nebenwirkungen als größer einschätzen, die Prophylaxe auch keine Sicherheit gibt und es uns auch nicht empfohlen wurde. Jeder muss das für sich selber beantworten.
Das kann man so nicht stehen lassen. Es stimmt, eine Malaria Prophylaxe bietet keine 100%ige Sicherheit nicht an Malaria zu erkranken senkt die Wahrscheinlichkeit aber erheblich! In jedem Fall wird die Erkrankung unter der Einnahme weniger schwerwiegend verlaufen.

Die Nebenwirkungen moderner Medikamente wie z.B. Malarone sind sehr gering.

Atovaquon/Proguanil (z.B. in Malarone):

Das Mittel befindet sich seit 2001 auf dem deutschen Markt und wird sowohl als Chemoprophylaxe als auch als Standbymedikament häufig eingesetzt.
Nach den klinischen Prüfungen wird die Kombination gut vertragen, Nebenwirkungen sind selten. Es können Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen auftreten. Durch die Einnahme von Metoclopramid bei Reiseübelkeit wird die Wirkung herabgesetzt. Unter oraler Antikoagulation mit Marcumar kann es zu einer Beeinflussung des INR-Wertes kommen. Außerdem kann eine herabgesetzte Wirkung der Antibabypille nicht ausgeschlossen werden.

Ich würde trotzdem nicht automatisch zu einer Prophylaxe raten, das sollte jeder für sich bzw. mit seinem Arzt besprechen. Ich persönlich hatte bisher niemals irgendwelche Nebenwirkungen von Malarone feststellen können und würde es unter entsprechenden Umständen wieder einnehmen.
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2018
2'319 Beiträge · seit 201102. Mai 2018 · #9
Guten Abend.

Ich werde vorschlagen, das Thema "Malariaprophylaxe pro und contra und überhaupt" dem lieben Gott zur eingehenden Erörterung und Stellungnahme hier im Forum vorzulegen.
Vielleicht bekommen wir dann von höchster Instanz endlich eine allgemein gültige und von allen Seiten zu beachtende Antwort.
Ich sage schon einmal: Amen.

Gruß vom Alm
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2018
16,9k Beiträge · seit 201202. Mai 2018 · #10
ALM schrieb:Ich sage schon einmal: Amen.
Halleluja, preiset den Herrn!

LG
Logi
131 Beiträge · seit 201702. Mai 2018 · #11
altwegmi schrieb:I
Zur Prophylaxe bevorzuge ich übriges Doxicylin - vor allem weil man damit nicht auch noch die problematische Immunisierung des Malariaerregers begünstigt. Auch wenn die lange Einnahmedauer zugegeben etwas lästig ist. Die Sonnensensibilisierung ist mir hingegen völlig egal - bin sowieso Sonnenbrandgefährdet und muss entsprechend vorsorgen.
Was meinst du mit "problematische Immunisierung des Malariaerregers"? Etwas dass sich bei Malarone Resistenzen bilden können? Im Gegensatz zu Malarone ist Doxicylin ein Antibiotikum. Antibiotika als Prophylaxe wird i.d.R. als problematisch angesehen, gerade in Hinblick auf Resistenzen.

Gruss
502 Beiträge · seit 201602. Mai 2018 · #12
Guten Abend zusammen,
na, das ist ja endlich einmal ein ganz neues Thema - ich glaube es ist so alt wie das Forum und zig-fach durchgekaut .... 🤩
Gruß,
Dieter
1'287 Beiträge · seit 200602. Mai 2018 · #13
Na ja, die Zulassung und Einführung in 2003 von Malarone / Melanil für den normalen Touristenmarkt, 2008 dann für Kinder ab 11 kg, war schon ein "game changer" . Viele Ausreden galten dann nicht mehr und veraltetes Wissen, Halbwissen und falsche Meinungen gibt es ja genug hier in diesem (besten aller ) Foren.
Danke an Kalamari für die Dar-Klarstellung im Jahre 2018 und Wernfried für den Hinweis zum Antibiotika Doxicylin. Genauso gut kann man Globuli einwerfen. Eine andere esoterische Lösung.

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
(seit 34 Jahren mit Prophylaxe in Malariagebieten und nein, es wurde noch keine Tropenkrankheit nach mir benannt. )
7'296 Beiträge · seit 200602. Mai 2018 · #14
Carsten Möhle schrieb:
(seit 34 Jahren mit Prophylaxe in Malariagebieten und nein, es wurde noch keine Tropenkrankheit nach mir benannt.)

... obwohl morbus möhle nicht schlecht klingen würde. 😉

Danke an Kalamari für die Dar-Klarstellung im Jahre 2018 und Wernfried für den Hinweis zum Antibiotika Doxicylin. Genauso gut kann man Globuli einwerfen. Eine andere esoterische Lösung.

... auch wenn Doxycyclin ursprünglich ein Antibiotikum ist, ist es doch zur Prophylaxe von Malaria geeignet (zur Behandlung nicht). Dass es in Deutschland nicht offiziell als Prophylaxe zugelassen ist, hat andere Gründe. Das rechnet sich für den Hersteller finanziell nicht.
Dass ein Antibiotikum als Prophylaxe wieder andere Probleme verursacht, ist ein anderes Thema, aber mit esoterisch in Bezug auf Malariaprophylaxe hat es nichts zu tun.

Es gibt jedoch Punkte, die gegen den Einsatz als Prophylaxe sprechen.
- es steigert die Empfindlichkeit gegen Sonneneinstrahlung (damit ist es für mich ausgeschieden, aber ich habe mich damit beschäftigt).
- Frauen sollten sich speziell wegen Anfälligkeit gegen Pilzerkrankungen erkundigen.
- es fördert Resistenzen gegen Antibiotika (reine Malariaprophylaxe fördert aber auch Resistenzen).
- man muss es sich für den Einsatz als Malariaprophylaxe abseits der offiziellen Zulassung verschreiben lassen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter17 Beiträge · seit 201812. Juni 2018 · #15
Kurze Info nach unserer Rückkehr

Die Mückenplage war keine. Nur bei den Bootsfahrten am späten Nachmittag waren Mücken aktiv.
In der Nacht war es empfindlich kalt - von Mücken keine Spur.

Dass in sämtlichen Unterkünften Mückenspray (Raumspray und Hautspray) zur Verfügung stand fand ich übrigens Klasse.
zuletzt bearbeitet 12. Juni 2018